Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Filmstapel: Rocketman, Long Shot, Hauptmann, Tonya

ROCKETMAN

Ich brauchte ne Weile, um mit Taron Egerton als Elton John warm zu werden und die ganzen Musicalnummern sind sicher gut inszeniert, aber mir gibt sowas einfach recht wenig. Dazu kommt, dass ich mit Johns Musik nun nie so wirklich viel anfangen konnte. Ein paar Songs mag ich, den Rest … eher nicht. Mit der Zeit kam ich aber ganz gut in den Film rein. Inszenierung und Darsteller sind top und alles ist schön ineinander verwoben, sodass Handlung und Musicalperformances nahtlos ineinander übergehen. Leider ballert die Handlung aber auch hier (wie bei BOHEMIAN RHAPSODY, der mir persönlich besser gefallen hat, aber ich hab halt mit Queen auch mehr am Hut als mit John) so schnell voran, dass man quasi kaum mitkommt und vor allem dauerhaft das Gefühl hat, dass sehr viel nur angerissen oder übersprungen wurde. Vielleicht ist das auch einfach ein Übel, das man bei Musiker-Biopics in Kauf nehmen muss, weil man eben neben dem Aufstieg, dem Starruhm und den Folgen, privater Eskapaden und allem anderen auch noch die Hits unterbringen muss, die nun mal Zeit brauchen. Am Ende war mir das persönlich zu viel Musical. ich bevorzuge dann doch eher den schnöden Konzertkram wie beim anderen erwähnten Biopic. Trotzdem ein guter Film. Vielleicht sollten in Zukunft Musiker-Biopics dieser Art aber lieber in Serienform daherkommen. Mehr Zeit täte da wirklich gut.

LONG SHOT

Der Anfang ist kompletter Käse und ich war schon versucht, das Ding direkt aufzugeben. Überraschenderweise fängt sich der Film aber schnell einigermaßen. So richtig überspringen wollte der Funke bei mir aber nicht. Seth Rogen und Charlize Theron haben eine gute Chemie und auch sichtlich Spaß an ihren Rollen. Ich mag beide, das war also ein Pluspunkt. Die Story ist der übliche Kram und bietet das, was man erwartet. Hauptsache, ich langweile mich nicht. Hab ich größtenteils nicht, bis auf ein paar zähe Momente im Mittelteil. im weiteren Verlauf gibts dann auch ein paar wirklich lustige Momente. Passt also soweit. Kein Meisterwerk, aber kann man mal gucken, wenn man RomComs mag.

I, TONYA

Eiskunstlauf ist wie Ballett: Mir ein Rätsel. Für mich machen die da alle die gleichen drei Moves und das wird dann irgendwie bewertet. Und dann weiß ich auch nicht. Es ist einfach die pure Langeweile.

Der Film hingegen ist es nicht. Ich muss gestehen, dass ich von diesem Vorfall tatsächlich erst durch die Entstehung dieses Films erfuhr. Wie gesagt, Eiskunstlauf interessiert mich nicht die Bohne, also auch irgendwelche damit verbundenen Verkrüppelungen nicht.
Der Streifen lebt letztlich von Margot Robbie, die sehr gut ist und Allison Janney, die überragend ist. Der dokumentarische Aufbau sagt mir zwar nicht so zu, weil es mir dadurch teils zu gewollt meta wird, aber ingesamt unterhält das Ding durchgehend. Macht man also nichts mit verkehrt.

DER HAUPTMANN

Ein düsterer Blick auf den Einfluss von Machtverhältnissen. Wie schnell steigt einem Macht zu Kopf? Wie schnell folgen die Menschen Leuten mit Macht? Und wohin führt dieser blinde Gehorsam? Der Film behandelt diese Fragen zwar teils durchaus etwas oberflächlich, aber insgesamt ohne Beschönigung. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs suchten die verstreuten Nazis offensichtlich nach jemandem, der sie an die Hand nimmt und da war jeder gut genug, also nahmen sie den Erstbesten. Mit jeder weiteren Szene wird es unbequemer.. Ach so, das hier beruht auf Tatsachen, spielte sich größtenteils wirklich so ab. Und das macht es erst so richtig erschreckend, wie leicht Menschen beeinflussbar sind, wenn sie verzweifelt oder auf der Suche nach „Führung“ sind. Und wie sehr sie ihre Macht ausspielen, ohne irgendwann noch zu hinterfragen, was sie da eigentlich tun. Da soll nochmal jemand sagen, sowas wäre heute nicht mehr möglich.

Monster Mai: Jurassic World 2

Beenden wir den MONSTER MAI mit einem Film, den ich jetzt lange genug vor mir hergeschoben habe. Es geht nicht direkt um Monster, sondern um ausgestorbene Tiere. Der Erstling ist einer der wohl besten Blockbuster aller Zeiten. Alles danach … nicht. Die Neuauflage des Ganzen war schon im Vorgänger eine einzige Qual für mich. Ich bin sicher, es wird nicht besser werden.

JURASSIC WORLD: FALLEN KINGDOM – DAS GEFALLENE KÖNIGREICH – USA – 2018 – 128 Min.

Regie führte hier nicht mehr Colin Trevorrow, sondern J.A. Baynoa, der zuvor mit A MONSTER CALLS wohl nen brauchbaren Streifen abgeliefert hat. Ansonsten hat er nicht viel erwähnenswertes auf dem Kerbholz. Da ist es natürlich gut, direkt so einen Bullshit wie den folgenden in der Filmographie stehen zu haben.
Trevorrow schrieb zusammen mit Derek Connelly wie schon beim Vorgänger wieder das Drehbuch. Kein gutes Zeichen.
Chris Pratt und Bryce Dallas Howard kehren in ihre Rollen als Owen und Claire zurück. BD Wong ist auch wieder dabei. James Cromwell gesellt sich dazu und Jeff Goldblum macht ja mittlerweile einfach bei jedem Scheiß mit, also konnte man auch ihn ranholen. Das alles wird nichts helfen, da bin ich absolut sicher.

Irgendein Unterwasserkugelding sucht nach irgendwas unter Wasser und findet ein riesiges Tor unter Wasser, durch dass es dann fährt, um unter Wasser weiter nach irgendwas zu suchen, was man nur unter Wasser suchen kann. Falls irgendwas in dem Waser wäre, wären sie übrigens schon tot, wie Käptn Ahab erklärt. Und da ist das Sekelett der Indominus Rex und sie sieht gar nicht so aus, als wäre sie von einem Riesenfisch gefressen worden. Aber suchen wir nicht nach Sinn und Logik hier unter Wasser. Da kann nichts gutes bei rumkommen.

Okay, ich gebe zu, der erste Auftrit des T-rex hier ist schon cool. Wie er da aus der Finsternis kommt und nur im Licht der Blitze gesehen werden kann. Danach kommt natürlich wieder der Riesenfisch und alles ist direkt wieder lahmer Scheiß wie immer.

Nun, zur Story hier: Auf der Jurassic Insel ist ein Vulkan erwacht, denn wie wir wissen, hat John Hammond keine Kosten gescheut. Außer, wenn es darum ging, irgendwas abzusichern. Zum Beispiel, ob da vielleicht ein Vulkan in den nächsten Jahren ausbrechen könnte. Jetzt ist die Frage: Lässt man die Dinos verrecken oder rettet man sie? Dr. Ian Malcolm ist … dafür. Für was, weiß ich noch nicht genau.

Claire leitet die Dino-Rettungs-Organisation und muss sich mit Politikern herumschlagen und braucht jemanden, der ihr hilft, die Dinos zu retten, denn die Regierung will die einfach im Lavastrom verenden lassen. Eli MIlls hat irgendwas zu melden, das mit Hammonds Vermächtnis zu tun hat und will die Dinos zu einer anderen Insel umsiedeln, wo sie frei leben können. Hammonds alter Freund Benjamin Lockwood finanziert die Rettung oder so. Ganz besonders muss scheinbar Raptor Blue gerettet werden und deshalb soll Claire Raptorenflüsterer Owen ins Team holen.

Der baut ein Haus am Arsch der Heide, nachdem er sich von Claire getrennt hat, weil die nicht mit ihm in einem Auto wohnen wollte. Oder andersrum. Who gives a fuck. Es ist alles dermaßen Blaupause, dass es schon fast wieder bunt ist. Owen hat übrigens keinen Bock zu helfen. Aber dann guckt er sich Videos von seinem Raptorenbabytraining an und will Blue doch retten.

Auftritt nerviges Blag. Die Enkelin von Lockwod erschreckt ständig die Haushälterin und passt somit perfekt in die lange Liste der nervigen Jurassic Blagen.

Au der Insel wartet bereits ein ganzes Aufgebot an Soldaten und anderen Vollidioten auf Claire, Owen und deren mitgebrachten Vollidioten. Ich halte mich hier nicht mit Namen auf, denn die verrecken größtenteils eh und ich bin zu faul um nachzugucken. Alle sehen nen Brontosaurus und es ist natürlich weit weniger episch als damals im ersten Teil. Aber sie versuchen es hier immerhin.

Ich muss an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wie zum Geier die die Dinos eigentlich fangen und von der Insel bringen wollen. Entweder wurde das nicht erklärt oder es ist so egal, dass es in nem Nebensatz untergebracht wurde.

Owen geht in den Busch, um Blue zu suchen. Vorher drückt er Claire noch nen dummen Spruch, weil die sich ja jetzt so richtig kacke finden. Owen will Blue zähmen, aber natürlich fangen die Soldaten an, rumzuballern, weil sie Soldaten sind. Blue und Owen werden betäubt und ich stelle hier mal nicht infrage, ob eine Betäubungsdosis für einen Dino für Owen nicht direkt tödlich wäre. Der wird von einem Triceratops wachgeschlabbert und die Lava rückt näher. Owen rettet sich, indem er sich hinter einen Baumstamm rollt.

Im Bunker muss Nerd Franklin mit einem Raptor um einen Stuhl kämpfen und es wird noch dämlicher werden, da bin ich absolut sicher. Der Vulkan gibt übrigens bereits alles. Die folgende Szene, in der Menschen und Dinos durcheinander vor einem Vulkanausbruch wegrennen ist mein persönlicher CGI-Hades. Jede einzelne Sekunde davon sieht unglaublich scheiße aus und die Szene ist zudem auch noch sterbenslanngweilig inszeniert. Beschissener wirds aber natürlich trotzdem, denn zwei Dinos kämpfen miteinander und der Sieger will Owen fressen, wird aber vom T-Rex kaputt gebissen und dann fliehen sie in einer dieser beknackten Rollkugeln und Owen muss hinterherlaufen. Die Kugel fällt von einer Klippe ins Wasser und Owen muss sie von außen öffnen, damit Claire und der Nerd rauskommen.

Überall fliegt Vulkangedöns durch die Gegend. Dinos werden aufs Schiff gebracht und Owen und Claire sind echt angepisst. Der Obersoldat sammelt Dinosaurierzähne und wird später von einem Stegosaurus aufgespießt werden. Es ist wirklich billigstes Foreshadowing hier.

Ich zähle nebenbei mittlerweile mindestens vier kopierte Szenen aus LOST WORLD. Ich lasse das mal als Homage durchgehen, aber reicht dann jetzt auch.

Wisst ihr, der Blick auf die Insel, während sie und die Dinos darauf vom Vulkan vernichtet werden, wäre ja ganz nett und mitreißend, wenn die Reihe nicht komplette Scheiße wäre, die nur von einem Actionsetpiece zum nächsten jagt.

Zwischendurch gibt es immerhin ein wenig lahme Story. Zum Beispiel, wenn Mills einem potenziellen Dino-Käufer erklärt, was die Zukunft bereit hält. Und zwar Dinosaurier als Waffen fürs Militär. Hatten wir das nicht schon im Vorgänger? Dafür brauchen sie Blue, denn die ist ja trainiert und hört auf den Menschen und aus ihrer DNA will man den Indoraptor kreieren. Hört doch mal auf mit dieser DNA-Mix-Waffen-Scheiße und denkt euch ne brauchbare Story aus. Ist doch wirklich nicht so schwer.

Es folgt eine der dämlichsten Szenen der Filmgeschichte, als Claire einen T-Rex besteigt. Ich will nicht weiter darauf eingehen. Es ist alles dermaßen behämmert und sinnlos, dass jedes Wort zu viel wäre. Sie brauchen nebenbei Blut vom T-Rex für einen Bluttransfusion für Blue. Fragt nicht, nehmt es einfach so hin. Mache ich auch immer.

Wie ist das eigentlich mit der Bewegungssensibilität beim T-Rex? Ist das hier noch aktuell oder hat man das auch verworfen, weil es das Tier zu interessant gemacht hat? Dem T-rex scheint nämlich scheißegal zu sein, ob sich was bewegt oder nicht, er schnappt einfach zu.

Das Blag erkundet das Anwesen und findet heraus, dass Mills böses vorhat. Opa will davon nix hören, also muss das Jurassic Blag selbst handeln und guckt sich ein Video von Owen an, der Blue trainiert. Ganz ehrlich, die Beziehung zwischen Owen und Blue ist am Ende das einzig einigermaßen interessante in dem ganzen Käse. Und selbst das ist eher … geht so.

Dr. Wu steckt natürlich auch wieder mit drin und es ist alles dermaßen forciert und langweilig. Lockwood ist nicht erfreut und stellt Mills zur Rede. Der bringt ihn dafür natürlich um die Ecke.

Letztlich landen also alle in der Villa mit dem Untergrundlabor voller Dinosaurier. Ist das nicht die Story von dem Spiel DINO CRISIS? Am Abend steht die große Auktion an und das Blag findet ihren toten Opa.

Owen pfeift so lange, bis ein Dino durch die Wand bricht. Jemand aus Indonesien kauft den ersten Dino. Owen und Claire treffen das Blag.

Der Indoraptor wird vorgeführt und … es ist mir scheißegal, was das Vieh kann, denn es ist völliger Schwachsinn. Russland kauft ihn natürlich. Owen rüttelt die Party ein wenig auf, indem er mit dem freigelassenen Dino durch die Bonzenärsche hüpft und ein paar Knochen bricht.

Ich gebe zu: Ich habe mich geirrt. Der Obersoldat wird nicht von einem Stegosaurus aufgespießt. Da wusste ich aber auch noch nicht, dass der Charakter ein kompletter Volltrottel ist. Ich hätte es besser wissen müssen. Er betäubt den Indoraptor und will ihm einen Zahn ziehen, aber der wird natürlich wach und beißt ihm den Arm ab. Und jetzt ist Indo frei.

Das Blag ist übrigens nicht Lockwoods Enkelin, sondern ein Klon oder so und ich habe die Schnauze einfach gestrichen voll von dieser lahmen, einfallslosen, völlig hingerotzten Scheiße ohne jeglichen Unterhaltungsfaktor. Aber hey, es geht immer noch schlimmer und ein Raptor flieht in bester Actionfilmmanier vor einer Explosion. Es ist alles einfach nur fürchterlich.

Irgendwo strömt Gas aus und bald wird alles explodieren. Einfallsreich. Owen schleicht durchs Raptorenmuseum. Nett gemacht, verkommt aber natürlich im Actionschwachsinn, weil hier unter keinen Umständen sowas wie Atmosphäre über längeren Zeitraum bestehen bleiben darf. Nebenbein erinnert das alles stark an die Küchenszene aus dem einzig guten Film der Reihe. Oh, und Owen und Claire knutschen. Ich hab die Schnauze voll.

Indoraptor steht auf dem Dach der Villa und brüllt, weil die Macher dachten, dass es ein cooler Shot ist. Mehr steckt hier eigentlich hinter gar nichts. Alles ist gewollt zusammengefrickelt.

Das Blag versteckt sich im bett. Indo kommt vorbei und will sie frassen, aber Owen ballert rum. Das reicht aber nicht und Indo will Owen fressen, aber da ist plötzlich Blue und kämpft mit Indo. Ach, fickt euch doch, mit eurem immer gleichen Scheiß, Hollywood. Indo und Blue stürzen ins Museum und natürlich wird Indo auf einem Skelett aufgespießt und Blue ist mal wieder der Held. Was für ein unglaublicher Schwachsinn.

Ach so, das Gas strömt auch noch aus, deshalb müssen sie alle Dinos freilassen, damit sie nicht verrecken.

Ach so, Mills lebt ja noch. Er wird vom T-Rex wegschnabuliert. Meine Fresse, ist mir das alles scheißegal, was hier passiert. Das muss man erst mal hinkriegen. Die Reihe ist sowas von tot, dass sie schon in Bernstein eingeschlossen ist.

Owen und Blue bandeln zum Schluss nochmal schnell ein wenig an und dann verschwindet Blue im Wald.

Ian Malcolm quatscht immer noch rum und im Prinzip teast er Teil 3 an, der eigentlich Teil 6 ist und somit der vierte Teil der Reihe sein wird, der komplette Scheiße ist. Und er schließt mit den Worten: „Welcome to Jurassic World“, weil die Macher dachten, dass das zum Schluss cool klingt. Ich gehe mich selbst an Dinosaurier verfüttern, damit ich nicht noch mehr von dieser gequirlten Scheiße ertragen muss …

Monster Mai – Humanoids From The Deep

Es zeichnet sich ein Schema ab hier im Monster Mai. Wir hatten einen Riesenhai im Wasser. Wir hatten die Navy außerhalb des Wassers. Jetzt kommen die Monster aus dem Wasser. Um genau zu sein, aus der Tiefe denn es sind die:

HUMANOIDS FROM THE DEEP – DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – USA – 1980 – 80 Min.

Regissseurin Barbara Peeters bewies, dass nicht nur ihre männlichen Kollegen geilen Trash fabrizieren können. Leider drehte sie hier nach nur noch vereinzelte Serienepisoden.
Drehbuchautor William Martin machte sonst absolut nichts.
Doug McClure ist nicht verwandt mit Troy McClure, aber ihr kennt ihn bestimmt nicht aus MAVERICK oder THE LAND THAT TIME FORGOT. Ann Turkel spielte in drei Episoden KNIGHT RIDER mit und jedesmal eine andere Rolle. Die anderen Nasen hier kennt auch kein Mensch. Aber sie sollen ja ohnehin nur den Humanoiden geopfert werden, also was solls …

In der Tiefe lauert das Grauen vornehmlich in Form von Algen und anderem Gestrüpp. So tief sieht das da auch gar nicht aus. Die Opening Credits springen einem geradezu ins Gesicht und da steht: MONSTER und in Klammern ganz klein darunter (HUMANOIDS FROM THE DEEP). Bedeutet das, der Titel von dem Ding hier war eigentlich schlicht MONSTER? Hoffentlich ist das Ergebnis einfallsreicher.

Ein Humanoide verfängt sich im Fangnetz eines Fischerboots. Was fingert das Vieh auch in dem Netz rum? Hätte es mal die Finger davon gelassen, wären die Fischer noch am Leben. Böser Humanoide.

Jim hat aus der Ferne gesehen, wie die Fischer starben, als das Boot explodierte. Eine Erklärung wurde noch nicht gefunden. Das Kind weint. Der Hund knurrt. Nebel zieht auf. Die Humanoiden kommen an Land. Hier wird offensichtlich nicht lange gefackelt. Jim und Carol suchen am Morgen den Hund und finden … einen Schnitt zu irgendwelchen Trotteln, die Kistenweise Dosenbier von einem Pick-Up laden. Jim und Carol suchen weiter am Strand und finden … roten Matsch mit einem Hundekopf darin. Die Trottel finden jede Menge tote Hunde am Hafen Und verdächtigen Indianer.

Die Humanoiden jagen also gerne Hunde. Nun, für die Menschen eine recht sichere Sache. Wären die Wauzis nur nicht der beste Freund des Menschen. Das bedeutet selbstverständlich Krieg.

Susan tapert halbnackt durch ihre Wohnung und leidet offenbar unter Verfolgungswahn. Warum sonst würde sie sich so vor dem Telefon erschrecken und mit einer Gabel bewaffnet durch die Räume tapern? Johnny Eagle kommt durch den Seiteneingang rein und wird fast abgestochen. Er hätte es für den dämlichen Namen alleine verdient gehabt.

Am Abend hängen alle auf der Countryparty rum und freuen sich, dass der Bürgermeister (oder irgendein andere Quatschkopp) verspricht, dass die Fische hier in Zukunft noch dicker sein werden. Wenn die wüssten, was die sich bereits geangelt haben. Der einzige Indianer der Stadt sprengt die Party und wird mit ein wenig Rassismus und viel vor die Fresse von der Feier entfernt.

Ein wenig Rumgedümpel und beim Baden mit seiner Freundin wird Spaßvogel Jerry das Gesicht von einem Humanoiden weggefressen. Die Freundin verliert ihren Bikini beim Humanoidenangriff. Ich schätze, ihr Leben auch.

Hank labert mal wieder über Indianer. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das noch wichtig wird.

Bauchredner Billy, seine Puppe Chuck und seine nackte Freundin Baby werden von einem Humanoiden überfallen. Baby kann fliehen, wird aber von einem weiteren Humanoiden erwischt und … vergewaltigt? Ähm, das nimmt gerade eine unschöne Wendung.

Hank und seine Buddys werfen Molotov-Cocktails auf den Indianer und irgendwie raffe ich immer noch nicht so ganz, was eigentlich Hanks Problem ist. Die Humanoiden mischen sich auch noch ein und killen einen Typen, der nicht vergewaltigt wird.

Die Monster sind jetzt überall und springen Linda während der Fahrt mitten auf die Motorhaube. Linda stürzt mit der Karre von einer Brücke und sie explodiert.

Jim hat die Schnauze voll und geht mit dem Indianer angeln. Zu ihrer Enttäuschung fangen sie nur Fisch. Carol schlägt vor, die Humanoiden an Land zu suchen und sie finden sie. Jim ballert mit seinem Gewehr rum. Carol macht Fotos und sie finden die nackte, bewusstlose aber immerhin lebendige Peggy. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob Peggy das Vergewaltigungsopfer ist und noch weniger sicher bin ich mir, ob ich es überhaupt wissen will.

Carol testet rum und stellt fest, dass die Humanoiden irgendwas mit Fröschen sind. ENDLICH WIEDER FROSCHMUTANTEN HIER!!!

Die große Lachs Parade steht an. Sogar Miss Lachs ist anwesend. Was ne wilde Sause. Ich hoffe, sie sterben alle.

Hank und seine Gang sind auch wieder da und sorgen für den nötigen Rassismus, der so eine Lachs Parade abrundet. So richtig rund wirds dann natürlich mit den Humanoiden, die so richtig Party machen. Köpfe abreißen. Torsos zerquetschen. Karussel fahren. Alles dabei. Irgendwo wird noch eine sinnlose Duschszene dazwischen geschnitten, weil man die ja auch noch irgendwo unterbingen musste.

Miss Lachs kämpft mit einem Stein bewaffnet und oben ohne gegen einen Humanoiden. Flashbacks in die Steinzeit hat der Film also auch noch zu bieten. Es ist ein Traum für jeden Fan von völligem Schwachsinn. Ich liebe es.

Hank verliert fast sein Bein, aber der Indianer rettet ihn und Hank kann es nicht fassen, dass sein Rassismus dermaßen gescheitert ist. Während all dieser Szenen läuft im Hintergrund ein Tonband mit den drei immer gleichen Frauenkreischern ab. Man hat hier wirklich an alles gedacht.

Carol wird zuhause von einem Humanoiden besucht und mir fällt gerade auf, dass ich die ganze Zeit Susan fälschlicherweise Carol genannt hat. Was haben die auch den gleichen Friseur? Carol sticht den Humanoiden in bester Psychomanier ab. Aber draußen sind noch mehr. Nein, doch nicht, es ist nur Jim. Der fast abgestochen wird wie zu beginn Johnny Eagle. Zum Glück sind wir kurz vorm Ende, jetzt wo man beginnt sich zu wiederholen. Ist aber auch einfach unmöglich, 80 minuten mit frischen Ideen zu füllen.

Hank war gar nicht Hank. Hank ist jemand anderes. Der Rassist heißt … nicht Hank. Ich und die Namen. Es wird nie was werden. Who gives a fuck.

Peggy ist schwanger. Ähem, es ist klar, wo das hinführt. Die Vergewaltigungen wurden übrigens nachgedreht. Regisseurin Barbara Peeters filmte die Vergewaltigungen nur als Schatten oder angedeutete Momente. Hätte auch völlig gereicht, wenn man mich fragt. Aber Roger Corman wollte es natürlich expliziter. Nun, er hatte wohl sowas wie einen Ruf, dem er als Produzent gerecht werden musste. Also drehte der Regieassistent noch die ganzen Titten- und Rapeszenen für den Film. Kann man von halten, was man will.

Wenn man sich die Vergewaltigungen wegdenkt, eine durchaus unterhaltsame Angelegenheit, der Streifen. Ich tauche meinen Humanoiden ins Wasser …

Monster Mai: The Navy vs. The Night Monsters

Monster existierten schon immer. Und je älter ein Monster, desto furchterregender ist es. Sollte man denken. In Filmen sieht es natürlich ein wenig anders aus. Alte Monster sind meist wenig furchteinflößend. Eher unfreiwillig komisch. Maske, Kostüme, Effekte … es gab Zeiten, da waren die nicht immer so großartig wie in den 80ern. Heute zum Beispiel. Und davor auch nicht. Eigentlich waren sie nur in den 80ern geil, also sind alle anderen Monster doof. So. Und davon gucken wir uns heute welche an. In:

THE NAVY VS. THE NIGHT MONSTERS – VERHÄNGNISVOLLE FRACHT – USA – 1966 – 87 Min.

Regisseur und Autor Michael A. Hoey geriet während der Dreharbeiten mehrfach mit Produzent Jack Broder aneinander, weshalb dieser für weitere Shoots Arthur C. Pierce und Creaturedesigner Jon Hall heranholte. Die Tatsache das absolu niemand der Beteiligten irgendwas erwähnenswertes in ihrer Filmographie stehen hat, zeugt davon, dass sie alle Unrecht hatten.
Der gesamte Cast wollte nicht mehr mitspielen, nachdem der Titel von NIGHT CRAWLERS zu dem endgültigen Titel geändert wurden. Sie blieben aber doch alle dabei und am bekanntesten ist vermutlich noch Mamie van Doren, die nur dabei war, weil sie verpflichtet war, einen Film für Produzent Roger Corman zu drehen. Begeistert von dem Streifen war sie keineswegs. Anthony Eisley, Billy Gray, Bobby Van oder Pamela Mason kennt vermutlich keine Sau. Kein Wunder, bei so generischen Namen. Aber solange die Monster nicht generisch sind …

Die Antarktis ist eine eigene Welt, so unbekannt wie die weit entfernten Planeten unserer Galaxie. So sagt es zumindest der Erzähler. Aber heute gibt es einen Durchbruch, denn die Amerikaner nehmen Proben von Pflanzen oder so aus der Antarktis mit nach Hause. Na dann, kann die NASA ihre Antarktis-Expiditionen wohl absagen. Schade. Apollo 4,2 war fast bereit.

Die Piloten unterhalten sich über Käsesandwiches und Blondinen. Die Navy hingegen präsentiert Phillips, der sich wie ein Trottel bei der Prüfung aufführt und Chandler, der mit seinem Hund spricht und von den Krankenschwestern verarscht wird. Oh nee, die versuchen hier, lustig zu sein. Das kann doch nichts werden.

Das Flugzeug mit den Proben muss bei der Navy zwischenlanden um aufzutanken. Vorher tickt aber einer im Flieger aus und öffnet im Flug die Tür, woraufhin er und eine Tussi in den Tod stürzen. Die Navy ist in Alarmbereitschaft, denn die Piloten melden sich nicht mehr. Es folgt die mit großem Abstand billigste Notlandung in der Geschichte der Luftfahrt. Im Flieger schnattern die Pinguine und der Pilot starrt in die Gegend. Sonst ist scheinbar niemand mehr an Bord.

Der Pilot steht unter Schock und es gibt vorerst keine Antworten. Dafür aber Meinungsverschiedenheiten, denn der Pilot könnte auch ein Killer sein, der alle anderen aus dem Flugzeug geworfen hat. Nur die Pinguine nicht, den Killer sind immer tierlieb. Ein Pinguin ist aber wohl ausgebüchst, denn sein Käfig ist kaputt.

Eine seltsame Flüssigkeit bedarf einer Analyse. Dann passiert ne Viertelstunde quasi nichts, was bei einem Film mit knapp 80 Minuten Laufzeit keine gute Sache ist. Und dann wird eine Krankenschwester erwürgt. Der Pilot liegt anschlißend wieder im Koma, aber Lieutenant Brown hat die Schnauze voll und will ihm die Visage verbiegen. Der Hund von Chandler hat auch die Schnauze voll und kläfft in den Wald. Allerdings schallt es nur wieder heraus und mehr passiert nicht.

Im Labor stellen Dr. Beecham und Nora fest, dass die Flüssigkeit sowas von außergewöhnlich ist, dass sie fast versucht sind, daraus einen neuen Schnaps zu brennen. Da die Flüssigkeit aber auch sowas von ätzend ist, geht das nicht. Aus irgendeinem Grund ist was von der Säure – oder was auch immer es ist – auf dem Dach und tropft Diane auf die neue Bluse. Schnell Wasser drauf, sonst hinterlässt das Flecken und Löcher an Stellen, die man nie wieder genäht kriegt.

Ein Wachmann schreit. Ich schätze, er wurde von einem Monster gekillt.

Es werden die Molotov-Cocktails vorbereitet. Ich schätze, es geht in den Krieg gegen die Monster, die ich bisher noch nicht mal gesehen habe. Oh da, ach nee, das ist der Hund. Uh, da ist doch eins der Monster!!! Und es ist … so groß wie ein Fingerhut. Ich vermute mal, das die noch wachsen werden. Oh ja, das da ist schon größer. Und es sieht aus, als hätte samson aus der Sesamstraße in die Steckdose gefasst. Zeit, die Molotov-Cocktails zu werfen wie ein besoffener Russe auf Silvester in Stalingrad.

Von Diane werden nur noch die Schuhe gefunden. Nora ist besorgt, aber Lieutenant Ständer beruhigt sie mit den Worten, das „alles gut wird, Baby“. Na dann, kann ja nichts mehr schiefgehen.

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich diese künstlichen Studiowälder in alten Filmen irgendwie mag? Die haben sowas unnatürlich Natürliches an sich, das sich nicht beschreiben lässt. Und die Baummonster können sich darin wunderbar verstecken und Navy-Fritzen durchschütteln.

All das Chaos hält natürlich nicht davon ab, zusammen irgendwo Kaffe trinken zu fahren. Lieutenant Coffeecup und Nora schnulzen also kurz ein wenig rum und gestehen sich ihre Liebe. Also sie ihm. Er hingegen braucht „ein wenig zeit, Baby“. Romantisch.

Ein Soldat tickt mal wieder aus. Ich dachte, über diesen Punkt wären wir lange hinaus und jetzt kommen die Baumbärte endlich mal ausm Wald und machen Kleinholz.

Die Analysen ergeben, dass es sich um tierähnliche Pflanzen handelt, die schnell wachsen. Bester Dialog des Films: „I have never heard of such a thing.“ „You have now.“ Wie soll man gegen so eine Argumentation angehen?

Ein besoffener Matrose ist im Wald. Kann mir eigentlich mal jemand erklären, was ausgerechnet die Navy in diesem Waldgebiet zu suchen hat? Das ist ja nun wahrlich nicht deren Spezialgebiet. Und da ist nicht mal ein Teich oder ein Bach oder eine verdammte Pfütze. Der Matrose verliert nebenbei seinen Arm und endlich gehts mal ab hier.

Der Pilot erwacht und rennt in den Wald, wo er von einem Baummonster gefressen wird. Erinnert ihr euch noch an die erste Folge von LOST, wo das Monster den Piloten frisst?Ich bin sicher, das hier war die Inspiration.

Und dann gibt es endlich die große Molotov-Mega-Action, bei der keine einzige Flasche beim Aufprall explodiert. Zum Glück ist Lieutenant Gunman ein 1A Schütze und trifft eine der Flaschen bereits beim achten Versuch. Leider sind nicht alle Baummonster abgebrannt, also muss ein endgültiger Plan her. Es sollte klar sein, wie der aussieht. Muss ich es wirklich ausschreiben?

MIT NAPALM DEN GANZEN WALD ABFACKELN!!!

Was habt ihr denn gedacht? Wir reden hier vom amerikanischen Militär. Die einzige Alternative wäre eine Atombombe, aber dafür hätte die Navy ihre Baracken verlassen müssen und das geht natürlich gar nicht. Was geht, ist der Plan, und zwar auf. Großes Gefackel und alle freuen sich wie schön es brennt. Ich gehe einen Baum pflanzen …

MONSTER MAI: MEG

Eines der beliebtesten Genres hier auf dem Filmschrottplatz ist der Monsterfilm. Nun, „beliebt“ ist der falsche Ausdruck. Und strenggenommen ist „Monster-Film“ kein Genre. Ihr wisst schon, wie ich das meine. Monster bringen immer guten Schrott hervor. Und deshalb läuten wir hier und jetzt den MONSTER MAI ein. Jede Menge Monstermutationen (und nein, es werden nicht nur Riesenhaie sein, auch wenn die aus irgendeinem Grund nach wie vor jeden Tag nen neuen Scheißfilm kriegen) und hirnlose Charaktere (und nein, es werden nicht nur muskelbepackte Actionstars sein; auch leichtbekleidete Weiber mit dicken Tüten) erwarten uns. Jede Menge Stars geben sich die Klinke in die Hand (weil aus irgendeinem Grund selbst die größten Hollywoodstars sich nicht zu doof sind, in der hinterletzten Scheiße mitzuwirken, wenn die Gage stimmt). Zu Beginn gibt es nicht Meg White. Nicht Meg Ryan. Nicht MegGyver. Einfach nur:

MEG – USA – China – 2018 – 113 Min.

Regisseur Jon Turteltaub kennen manche hier vielleicht von COOL RUNNINGS oder den NATIONAL TREASURE Filmen, die ich persönlich ja ganz gerne mochte. Er ist also durchaus in der Lage, leichtfüßigen Spaß zu inszenieren. Warum er dann einen Monsterhaifilm macht, weiß niemand.
Das Drehbuch-Dreieregespann aus Dean Georgaris, Jon Hoeber und Erich Hoeber haben zuvor schon in Einzelarbeit Verbrechen wie BATTLESHIP oder TOMB RAIDER 2 verfasst. Gute Aussichten also.
Muss ich zum Cast wirklich viel sagen? Jason Statham kennen wir wohl alle. Bekannt geworden durch die Gangsterfilme des Guy Ritchie, drehte er anschließend nur noch hirnbefreiten Mumpitz. Quasi wie Ritchie selbst. Eigentlich komisch, dass die nicht ständig zusammenarbeiten. Rainn Wilson wurde durch die US-Version von THE OFFICE bekannt. Cliff Curtis spielt in jedem Scheiß mit und hat in Zukunft nur noch AVATAR-Sequels auf der Agenda. Und Bingbing Li … ist Chinesin.

Der Film ist lang aber ich glaube, der Text wird kurz. Schließlich gibt es hier vermutlich nicht viel zu schreiben außer „Statham tut irgendwas cooles“. Zum Beispiel latscht er cool in einem U-Boot oder so rum und bombt eine Unterwasserstation weg, weil sonst alle sterben müssen. Er ist also nicht nur cool, sondern weiß auch irgendwas. Und diese Last wird ihm natürlich schwer zu schaffen machen im Verlauf des Films … sollte man annehmen, aber wir reden hier von einem Film mit Statham und einem Riesenhai, also wohl eher nicht.

Wisst ihr, was schon 1954 nicht mehr lustig war? Typen, die glauben, eine Sprache sprechen zu können, aber nur Mumpitz von sich geben, der dem Zuschauer als Untertitel präsentiert wird. Hier ist dafür Rainn Wilson alias Morris zuständig und ich hoffe, er wird zuerst gefressen. Er besichtigt nebenbei ein Unterwasserlabor der Quoten-Chinesen, die dort … forschen, wie es nur Chinesen können oder so.

Die Crew des Erforschungs-U-Boots besteht aus einer Tierschützerin, die zuhause Torpedos baut und zwei notgeilen Vollidioten. Es ist wirklich bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit diese Filme es immer schaffen, dass man jedem einfach nur einen grausamen Tod wünscht. Eine Durchfahrt des CGI-U-Boots durch CGI-erstellte Korallenriffe eröffnet uns, dass man ein eigenes Öko-System erschaffen hat, in dem alle Meeresbewohner sich wohlfühlen werden. Auch Riesenhaie, die U-Boote voller Trottel angreifen. Nur Jason Statham kann helfen, denn er hat das schon mal gemacht. Also nicht einen Riesenhai bekämpft, sondern Leute aus tiefer, nun, Tiefe gerettet.

Oh, die Chinesin durfte zwei Worte sagen. Aber natürlich keine Wichtigen.

Statham hängt irgendwo in China rum und hat ein kleines Fischerboot zusammen mit seinem Kumpel Chinamann. Und er wird sich unter keinen Umständen überreden lassen, wieder zu tauchen. Nicht für Geld, nicht für sein Gewissen, für nichts. Oh, er kennt die U-Boot-Kapitänin Lori. Na dann, Abfahrt.

Lori hat übrigens nen Schraubenzieher im Bauch stecken. Die Zeit wird also knapp.

Die Chinesin will persönlich zur Rettung eilen. Sie hat übrigens ne Tochter, nur damit ihr nicht denkt, sie wäre völlig eindimensional. Nein, sie liebt das Wasser UND ihre Tochter. Das sind strenggenommen schon zwei Dimensionen. Doctor Whatshisname hat die auch, denn er ist Arzt UND hasst Statham, weil er dabei war, als der die Station weggebombt hat.

Man darf ja auch mal loben: Der Film macht eine Sache richtig, denn bisher hat er den Hai noch nicht mal ansatzweise gezeigt. Immerhin hat man also den Vorteil der unsichtbaren Gefahr verstanden. Und diese Gefahr ist gar kein Hai, sondern ein riesiger Oktopode, der das Boot der Chinesin zerquetschen will. Aber da kommt der Riesenhai und killt den Oktopoden und schon ist alles an aufgebauter Spannung dahin.

Der chinesiche Trottel opfert sich, damit Statham den amerikanischen Trottel und Lori retten kann. Alle tun so, als wären sie traurig, aber das schauspielerische Talent lässt das einfach nicht zu, also weiter im Plot, wenn man das so nennen will. Doktor Sorryman entschuldigt sich bei Statham, die Chinesin darf Statham nur mit Handtuch bekleidet begaffen und ich werde das Gefühl nicht los, dass Charaktere hier wirklich deplatziert sind. Zwei Stunden lan einem Hai beim Kauen zuzuschauen, wäre spannender.

Ganz schlimm ist die chinesische Tochter, deren Spiel an die Monotonität aufziehbarer Puppen erinnert. Dass sie gerade alleine durch einen Gang tapert, der komplett von Wasser umgeben ist, gibt mir die Hoffnung, dass ich sie gleich nicht mehr ertragen muss. Ja, richtig: ich will, dass das Kind stirbt. deal with it. Ihre seltsame ferngesteuerte Blitzkugel wird ihr sicher nicht helfen. Die Chinesin nennt sie nebenbei „Meine Tochter!“ und nicht etwa bei ihrem Namen, als sie gemeinsam mit Statham zur Rettung eilt. Der Hai hat sich aber bereits verzogen und nur Bissspuren in der Scheibe hinterlassen. Ja, Bissspuren im Glas. Schon abgefahren, was so eine Unterwasserstation für verformbares Panzerglas hat. Vor den Augen aller frisst Meg ne Robbe und CGI ist mitnichten der Freund des Filmgeschäfts.

Blahblah, Actingversuche scheitern überall, Meg bricht aus und muss verfolgt werden. Wilson schlägt vor, ihn mit einem Sender auszustatten, damit er besser verfolgt werden kann. Dafür muss Statham schwimmen gehen. Fragt nicht, ich weiß auch nicht warum. Jedenfalls ballert er ihm mit einer Harpune den Sender an die Flosse. Meg ist sauer und Statham muss per Rettungsseil hinterm Boot herdriften, um dem Hai zu entkommen. Übrigens alles dermaßen langweilig inszeniert, dass man sich wirklich fragen muss, ob hier schon mal jemand einen Haifilm gesehen hat. Selbst in den billigsten Exemplaren ist das alles aufregender.

Die Chinesin muss ins Wasser. Fragt nicht, ich weiß auch nicht warum. Immerhin ist sie im Käfig. Als ob der was gegen den Riesenhai nützen würde. Tut er natürlich nicht wirklich und Meg zieht mit dem Käfig im Maul das ganze Boot hinter sich her. Weil der Hai den Käfig schlucken will, muss Statham die Chinesin retten. Denn wie uns jede Geschichte seit der Megalodonzeit gelehrt hat, können Frauen nix und müssen immer von einem Actionhelden gerettet werden. Der Hai will Statham fressen, aber er hat sich zufällig im Kabe verheddert und kommt so einen Zentimeter vor ihm zum Stehen. Hui, was ein Glück für Jason den Argonauten.

Die letzten Minuten boten also veraltete Rollenklischees und Zufälle, die nicht in der Hand der Helden lagen. Kurz: schlechtes Writing an allen Ecken und Enden. Und es hört nicht auf, denn sie haben den Riesenhai gefangen und die Freude ist groß, aber natürlich ist es nicht DER Riesenhai, sondern ein kleiner Riesenhai, der jetzt vom Riesenriesenhai gefressen wird, was gleichzeitig das Boot versenkt. Die größte Enttäsuchung ist ehrlich gesagt, dass bisher niemand ein „größeres Boot“ verlangt hat.

Der Quotenschwarze dreht durch und ich muss mal wieder daran denken, wie unterhaltsam LL Cool J mit seinem Papagei war und dass ich immer noch gerne eine Serie hätte, in der LL und sein Papagei Mutationen jagen. Der Schwarze hier hingegen kann weg. Ja, richtig: ich will, dass der Schwarze stirbt. Deal with it. Stattdessen stirbt erstmal Papa China und die Chinesin ist ganz traurig, was bedeutet, dass sie sich in den muskulösen Armen des Jason trösten muss.

Wilson guckt zu, wie der Riesenriesenhai mit Wasserminen weggebombt wird. Nach einer weiteren Bombardierung ist er zufrieden und guckt sich die Überreste aus der Nähe an. Und stellt fest, dass es ein Wal war, den die Trottel weggebombt haben. Alle außer Jason sind also unfähige Idioten. Tolle Sache. Wilson wird übrigens zusammen mit dem Wal weggesnackt. Ein unfähiger Idiot weniger.

Es geht über zum großen Finale am Strand In China, wo zuerst mal ein Hund weggefrühstückt wird. Und ein dickes, nerviges Kind schwimmen geht. Und das Unterwasser-CGI direkt aus der Hölle kommt.

Statham und die Chinesin tauchen in irgendwelchen Unterwassergleitern ab und locken den Hai in eine Falle. Also Statham lockt, weil er so wagemutig ist und die Chinesin ballert ne Rakete auf den Hai. Eine reicht natürlich nicht und Statham muss den Hai weglocken, weil oben zwei Helikopter selten dämlich abstürzen und alle absaufen. Es ist wirklich alles unbeschreiblich dämlich. Kannste dir nicht ausdenken. Außer, man ist ein Nulpenautor ohne eigene Ideen.

Jason muss dann natürlich den Hai surfen, weil der seinen Gleiter frisst und schiebt ihm eine Harpune in die Kiemen, damit Meg von normalen Haien gefressen wird. Oh mein Gott, der Hund lebt!!! Jetzt wird doch noch alles gut. Das Blag und der Schwarze haben leider überlebt. Aber irgendwo in den Tiefen der See lauert bestimmt ein noch riesigerer Riesenhai. Ich gehe den anlocken, damit er mich von den ganzen Nulpen befreit …

Serienstapel: Walking Dead, Tiger King, Modern Family, Better Call Saul, Briarpatch

THE WALKING DEAD – SEASON 10 (ohne Finale)

Ja, ich bin immer noch dabei. Irgendwie ist die Serie zu einem Guilty Pleasure geworden. Eigentlich seit Season 2 schon ziemlich kacke und ein ewiges Auf und Ab. Die Serie schafft es aber ganz gut, immer wieder Interesse zu wecken. Und sei es nur dadurch, dass sie die ganzen talentlosen Darsteller wegmetzeln. Und davon gibt es jede Menge in der Serie. Die Darsteller, die nicht völlig überfordert sind, kann man an einer Hand abzählen – und hat dann noch Finger übrig. Vielleicht kommen die ja bald mal zu nem Ende. Aber wohl eher nicht. Immerhin war der Aufbau fürs Staffelfinale ganz cool. Also ein wenig schade, dass das vorerst verschoben werden musste.

TIGER KING

Joa, Hype und ich. Wir kennen das mittlerweile. Alle Leute feiern irgendwas ab, ich schaue nach, was der ganze Aufriss soll und stelle fest, dass es letztlich höchstens ganz nett ist. Ja, das hier ist ein Kuriositätenkabinett und es wirkt wie ein eigener, geschlossener Mikrokosmos voller Freaks, die von Paranoia, Gehirnwäsche und Erpressung angetrieben werden. Allerdings nutzt es sich recht schnell ab, wenn man diesen Bekloppten dabei zuhören muss, wie sie ihre Beklopptheiten erzählen. Der dokumentarische Aspekt wirkte auf mich eher wie eine „Guckt euch mal die irren Arschlöcher an“-Vorführung, die nicht weit weg vom Reality TV der Privatsender ist, wo man sich die Assis angucken soll, damit man sich selbst weniger assig vorkommt. Funktioniert bei mir nur bedingt. Einige „Gerüchte“ rund um die Wahnsinnigen sind dann aber doch recht interessant, sodass ich zumindest bei der Stange gehalten wurde. Da verschwindet mal ein Ehemann oder wird ein Harem aufrecht gehalten oder ein Zoo quasi geklaut. So kriegt man immer wieder einen Happen Verrücktheit hingeworfen, an dem sich die Doku dann abarbeitet, um zum nächsten Wahnsinn weiterzuziehen. Für mich persönlich war es mal wieder nur ganz nett, aber teilweise auf gewisse Weise faszinierend. Die verrücktesten Geschichten erzählt eben immer noch das Leben, nur werden sie in so einem Format dann doch wenig subtil und eher mit dem Blick aufs Spektakel erzählt.

Mal so nebenbei: Was ist das eigentlich bei Netflix für ein Spleen, ständig die Titel der Eigenproduktionen einzudeutschen und das auf ähnlich beschissene Art und Weise wie damals die deutschen Verleiher von irgendwelchen C-Movies, die selbst in den Videotheken nur in der hintersten Ecke landeten? „Großkatzen und ihre Raubtiere“ ist wirklich ein selten dämlicher Titel und ergibt zudem so überhaupt keinen Sinn. Wenn es wenigstens umgedreht wäre, aber nee, dann wäre es ja nicht bescheuert genug. Grau.En.Haft.

MODERN FAMILY – SEASON 11

Wenn eine Comedyserie zuende geht, ist das immer weniger spektakulär, als bei einem Drama. Dementsprechend gering ist auch die Vorfreude oder Anspannung auf dem Weg dorthin. Nun ist diese Serie aber eine der besseren Comedys der letzten Jahre und über die Jahre sind mir die Charaktere doch ans Herz gewachsen, also hatte ich schon gehofft, dass man hier einen passenden Abschluss findet. Und ich kann es kurz machen: Es passt. Natürlich bringt man die üblichen Tropes, wo jeder seinen eigenen Weg gehen wird und deshalb die große Familie ein letztes Mal Zeit miteinander verbringt und der ganze Blah. Aber man drückt hier nicht großartig auf die Tränendrüse und folgt den lockeren Pfaden, die diese Serie immer ausgemacht haben, bis zum Ende. Nur die Mockumentary-Einschübe werde ich wohl nie verstehen. Irgendwie wirkten die immer sehr gewollt, weil es wohl zu der Zeit des Serienstarts angesagt war. Irgendwas ist eben immer. Ich werde die Bekloppten trotzdem vermissen.

BETTER CALL SAUL – SEASON 5

Diese Serie, ey. Es ist so verfickt gut. Ich bin normalerweise kein Fan von Prequels. Man weiß halt immer schon zu viel und vor allem, wo das alles hinführen wird. Hier ist das ein wenig anders. Ja, es ist klar, wo Saul und Mike enden werden, aber die Serie hat es geschafft, einige Charaktere in die Story zu verweben, die eine gewisse Spannung reinbringen, weil sie eben irgendwie weg müssen, um bei der bekannten Story anzukommen. Allen voran Kim Wexler, die eine großartige Entwicklung durchmacht und fantastisch von Rhea Seehorn verkörpert wird. Wenn die Frau nicht langsam mal nen Emmy kriegt, kann der Preis auch weg. Eine Season wirds noch geben und ich bin mega gespannt, wie man hier die Lücken schließen wird.

BRIARPATCH – SEASON 1 (Episoden 1-5)

Ana Lily Amirpour (ihr wisst schon, die vielversprechende Regisseurin, die jetzt von Hollywood versaut wird und ein CLIFFHANGER-Remake dreht) schickt Rosario Dawson zurück in ihre Heimatstadt, um den Mord an ihrer Schwester aufzuklären, und lässt alle Zootiere frei. Soviel zur ersten Episode dieser Crime-Noir-Serie. Klingt alles ganz vielversprechend und irgendwie auf eine gewisse Weise abgefahren. Und die erste Episode verspricht auch genau das. Dann ist allerdings Amirpour nicht mehr dabei und es wird zu einem Auf und Ab der netten Episoden und komplett langweiliger Grütze. Die darstellerischen Leistungen sind auch irgendwie auf jeder Skala von grauenhaft bis großartig vertreten. Nach der Hälfte hatte ich irgendwie keine Lust mehr. Ist einfach zu durchwachsen.

Filmschrott gegen Comichelden #2

Mein Kampf gegen die X-Men fand hier im ersten Teil statt.

Heute kaum vorstellbar, aber im Jahr 2001 kam keine Superhedenverfilmung in die Kinos. Und so springen wir direkt ins Jahr 2002 wo ein bekannter Held seinen ersten großen Film bekam. Ein Held, der mittlerweile öfter neu aufgelegt wurde als eine Schallplatte von Marianne Rosenberg auf dem Geburtstag seiner Oma.
In seinem „ersten“ Anlauf, brachte es dieser Held auf 3 Filme. 2004 folgte die Fortsetzung, die auch heute noch als eine der besseren Comicverfilmungen gilt und 2007 gab es den vorerst letzten Auftritt. Da sich die Filme alle nicht großartig unterscheiden, behandele ich hier die gesamte Trilogie:

SPIDERMAN ORIGINS PART 1 – DIE STORY

Voiceovers sind ungefähr genau so ausgelutscht wie die Originstory von Spider-Man. Wir kennen das: Der Volltrottel und Loser, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wird und plötzlich Superkräfte entwickelt. Um ihm dann noch einen Grund zu geben, diese Kräfte für das Gute einzusetzen wird halt noch ein Familienmitglied umgenietet. Fertig ist die Originstory. Dadurch fällt der Anfang schonmal recht spannungsarm aus. Immerhin wird es dann aber durchaus unterhaltsam, wenn Peter Parker seine Kräfte testet und von Macho Man Randy Savage vermöbelt wird. Anschließend plätschert die ganze Reihe so dahin. Teil 1 und 2 sind quasi exakt nach der selben Blaupause entworfen und Teil 3 ist einfach vollgestopft mit unnötigem Kram, weil die Grundideen der Vorgänger nicht mehr für einen kompletten Film gereicht hätten und so fuckelt man jede Menge Gedöns zusammen, um irgendwas erzählbares zu haben, das man aber ohnehin schon zweimal erzählt hat.

SPINNEN, KOBOLDE, KRAKENDOKTOREN UND SANDMÄNNER – CAST UND CHARAKTERE

Schizo Willem Dafoe stiehlt in Teil 1 wie zu erwarten allen die Show als Dr. Osbourne, der zum Green Goblin mutiert, ohne es anfangs selbst zu wissen. Der Goblin selbst gibt quasi nix her und ist ein eher langweiliger Villain, wenn man mich fragt. Das spiegelt sich auch in dem langweiligen Kostüm wieder. Dr. Octavious ist zwar spektakulärer, als Villain aber auch irgendwie nicht so der Knaller. Irgendwie fehlt mir bei ihm einfach so ein bisschen die Motivation, warum er plötzlich zum bösen wird. Der Einfluss von seinen Tentakelarmen reicht mir da einfach irgendwie nicht. Ist mir zu billig. Maguire macht als Trottel einen ganz guten Job, aber den Superheld kaufe ich ihm hier nicht so recht ab. James Franco als Harry und Kirsten Dunst als Mary Jane sind halt auch erstmal da und stören nicht weiter, fallen aber auch nicht weiter auf, da sie eben nur für das obligatorische Liebesdreieck zuständig sind, was nun auch alles andere als aufregend ist. MJ ist zudem natürlich noch die „Damsel in Distress“ in jedem der drei Filme (wie einfallslos kann man sein?) und somit einfach nur uninteressant. Francos Charakter macht im Lauf der Reihe immerhin noch den Wandel zum neuen Goblin durch, der auch nicht besser ist als der erste. J.K. Simmons als Zeitungsverleger Jameson ist herrlich am overacten, was komischerweise nicht mal deplatziert wirkt, aber wirklich wichtig ist er ohnehin nicht.

ALLES GRAU – WELT UND ATMOSPHÄRE

Nun ja, es ist New York und das hat man halt schon tausendmal gesehen. Die Stadt wird auch nicht sonderlich in den Vordergrund gestellt und ist eben einfach nur Schauplatz. Atmosphärisch ist die Reihe eher locker gehalten, was aber eben auch zur Geschichte passt. Dazu ist das alles vom Stil her schon etwas comichaft, was durchaus gut aussieht in Zeiten wo alles überproduziert daher kommt. Die One-Liner sind zum Teil mal wieder das pure Grauen. Coole Sprüche funktionieren eben nur, wenn sie von wirklich „coolen“ Typen kommen. Und die hat man hier einfach nicht. Mal davon abgesehen, dass die große Zeit der One-Liner hier sowieso schon lange vorbei war. Immerhin hat sie nicht Joss Whedon geschrieben, es hätte also noch schlimmer kommen können.

ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT – ACTION UND EFFEKTE

Selbstverständlich muss man sich hier mit einigen schrecklichen CGI-Szenen rumplagen, was man nun mal in Kauf nehmen muss, bei einer Reihe die ihren Anfang vor über 15 Jahren nahm. Ich hacke jetzt mal ausnahmsweise nicht auf CGI rum, denn meine Meinung dazu ist bekannt und im Endeffekt wäre es wohl kaum möglich gewesen, die ein oder andere Szene anders zu bewerkstelligen. Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch Szenen wie Explosionen, wo man sich einfach fragen muss, ob es wirklich schlau war, die aus einer 60er Jahre TV-Serie zu kopieren. Zumindest sehen sie so aus. Die Kämpfe zwischen Spidey und den jeweiligen Villains sind irgendwo zwischen gut und böse. Teils auch heute noch richtig gut (Teil 2), teils unspektakulär (Teil 1) und teils grauenhaft (Teil 3), weil Sand sich irgendwie nicht so wirklich geil animieren lässt, glaube ich.

FAZIT

Die Handlung wiederholt sich quasi in jedem Teil, die Charaktere sind je nach Film mal interessant, mal eher schwach und insgesamt hat der Zahn der Zeit schon an der Reihe genagt. Aber kann man sich durchaus noch angucken, auch wenn das alles eher dahin plätschert. Teil 2 ist klar der beste, Teil 3 klar der schwächste. Der Auftakt liegt irgendwo dazwischen.

Reitende Ranger im Rinderwahn

Jetzt, wo sich die USA selbst auslöschen, dachte ich, es wäre ganz interessant, ein wenig in die amerikanische Historie einzutauchen. Schließlich könnte die demnächst um so wichtiger sein, wenn im Geschichtunterricht von dem Kontinent die Rede ist, der mal Nord-Amerika war, aber jetzt nur noch die Heimat schweratmender Zombies unter der Führung eines weißhaarigen Irren, der in einem mobilen Sauerstoffzelt über die Prärie fliegt. Deshalb scheuen wir uns heute mal den wilden Westen an. Ich glaube, einen Western hatten wir noch gar nicht hier auf dem Filmschrottplatz. Und natürlich habe ich nicht irgendwas ausgewählt. Es ist einer dieser Filme, die ewig in der Produktionshölle verweilten und dann auf die denkbar schlechteste Weise umgesetzt wurden. Also genau das richtige für den Filmschrottplatz. Es geht um die Gründung der:

TEXAS RANGERS – USA – 2001 – 86 Min.

Regie führte Steve Miner, der zuvor mit Slashern aus der FRIDAY THE 13th-Reihe und HALLOWEEN Teil 42 oder so, von sich Reden machte. Perfekt also für einen Western. Zwischenzeitlich sollte Sam Peckinpah das Projekt umsetzen, aber dann wäre es wohl zu gut geworden, also hat man sich dagegen entschieden.
John Milius, den wir alle als Drehbuchautoren von Granaten wie APOCALYPSE NOW oder CONAN THE BARBARIAN kennen, schrieb die ersten Versionen des Drehbuchs bereits Anfang der 90er und war mehrmals bereit, den Streifen auch auf dem Regiestuhl in die Tat umzusetzen. Aber das wäre zu gut geworden, also schnappten sich die Weinsteins den Stoff und ließen niemand geringeren als Scott Busby das Script komplett umschreiben. Der hatte zuvor immerhin bereits ganze drei Drehbücher für billige TV-Movies verfasst. Und nach diesem hier gar nix mehr. Eine Topwahl also.
Milius wollte Tommy Lee Jones für den Film, aber wie wir wissen, wurde daraus ja nichts. Stattdessen hatten die Produzenten eine viel geilere Idee: Die jungen Wilden müssen ran. Frisches Blut muss her. Die Leute wollen neue Stars. Also holte man alles ran, was nicht gerade Seriendrehpause hatte und bekam James van der Beek aus DAWSONS CREEK, Ashton Kutcher aus THE 70s SHOW, Dylan McDermott aus THE PRACTICE und Usher, der gerade keine beschissenen Popsongs aufnahm. Oh, und Rachael Leigh Cook, aber die mag ich, also Schnauze!

Der dokumentarische Beginn bringt uns James Coburn als Erklärer vom Dienst. Kurz zusammengefasst: Leander McNelly wird gesucht, weil er eine Gruppe von Rangers nach dem Bürgerkrieg leiten soll, um … irgendwas so richtig gesetzhütendes zu tun. McNelly ist aber gerade damit beschäftigt, sein eigenes Grab zu buddeln. Vermutlich will er möglichst schnell aus diesem Film raus.

Lincoln van der Beek ist zufällig in der Stadt, als der böse John King Fisher, böse gespielt von Alfred Molina, ein paar Rinder einsacken will, um sie an die vermutlich noch böseren Mexikaner zu verkaufen. Eine kurze, eher unspektakuläre Schießerei stellt klar, dass der Fisherking alle Argumente auf seiner Seite hat. Und natürlich wurde zufällig Lincolns Mutter abgeknallt, also wirds hier wohl zum Racheakt kommen. Vorher lernt er erstmal Ashton Kutcher kennen, der hier – wie immer – Ashton Kutcher spielt. Ernsthaft, der Typ ist sowas von eindimensional, dass es immer noch an ein Wunder grenzt, dass der in so vielen unterschiedlichen Genres unterwegs war. Irgendwo heult ein Kojote und mir kommen bei dem Acting auch die Tränen.

Die Rangers rund um McNelly befreien einige Sklaven. Abraham Lincoln wäre stolz. Lincoln vdB hingegen schließt sich gemeinsam mit Abraham Kutcher den Rangers an, weil … haben halt sonst nix zu tun.

König Angelmann und seine bösen Buben klauen einem Zirkusdirektor seinen Tiger. Und seine Frau. Und erschießen ihn. Und der Angelkönig lacht fröhlich. Denn sehr ihr: Er ist böse und deshalb hat er einen seltsamen Humor, der ebenfalls böse ist und alles was er sagt ist ebenfalls böse, denn seine Worte sind wohlgewählt, um möglichst böse zu sein. Kurz: er ist so eindimensional wie die darstellerische Gewandheit eines Ashton Kutcher. Hoffentlich haben die beiden den finalen Shootout …

Usher schließt sich auch den Rangers an und spricht wie ein Ghettokind aus den Neunzigern. Eventuell kann der Twist, dass er ein Zeitreisender ist, den Quark hier retten. Die Rangers sollen natürlich den König der Angelsachsen dingfest machen, wie man das früher nannte. Übersetzt: Sie sollen ihm so richtig den Arsch aufreißen. Wenn ich mir das Schießtraining der bekloppten da angucke, dürfte das schwierig werden.

Der beste Schütze ist Sam Stotterstott, aber der will McNelly abknallen. McNelly ist aber zu cool, um sich einfach so wegballern zu lassen und killt Sam, der eigentlich gar nicht stottert, sondern nur besser gespielt hat als Ashton Kutcher an seinem besten Tag.

Attacke auf das Lager von Fisher. Die haben ne Gatling-Gun im Planwagen. Was ne Action. Wahnsinn. Natürlich hilft ihnen der Plan wagen nicht und sie verkacken. Fisher ist aber nicht da.

Lincoln ist dagegen, Gefangene einfach so zu hängen, aber bevor das wirklich ausdiskutiert werden oder eine größere Rolle spielen kann, wird schon wieder rumgeballert. Ich habe keine Ahnung, wer hier auf wen schießt, aber ich glaube, die Gegner sind Mexikaner und Fisher persönlich ist auch da und die Rangers kriegen ganz schön aufn Sack. Da helfen Usher selbst seine ungelenken Bodenrollen nichts.

Nach dem Rückzug sind alle kacke drauf, aber McNelly weiß, wie es weitergeht und reitet mit seinen Jungs zur Ranch von Richard Dukes, dessen Tochter Rachael Leigh Cook wirklich gelangweilt gewesen sein muss, um hier mitzumachen, wo sie erst nach über der Hälfte auftaucht und mehr oder weniger völlig überflüssig ist. Sie war jung und brauchte das Geld, schätze ich. Nebenbei haben die Rangers die Frau vom Zirkusdirektor gerettet. Den Tiger haben sie aber leider nicht dabei, also wird das hier wohl nicht mehr gut werden.

Kutcher kloppt sich mit Beek um die Badewanne und setzt sich einfach mit rein. Cook sieht die beiden in der Wanne und Kutcher denkt, dass sie voll auf ihn steht. Jetzt will der Scheiß hier also auch noch lustig sein. Es wird nicht besser.

Kutcher und Cook versuchen die goldene Himbeere zu gewinnen, aber selbst dafür ist die Szene vermutlich zu belanglos.

Tochter Rachael findet es richtig kacke, wenn die Rangers einfach so Viehdiebe abknallen, denn das bedeutet, dass das Leben eines Rinds genau so viel Wert ist, wie das eines Mannes. Tierschützerin wird die nicht mehr. Feministin vermutlich auch nicht, so geil wie die auf die unfassbar männlichen Cowboys hier ist. Immerhin musste sie bisher nicht sinnlos halbnackt rumsitzen, wie die Zirkusfrau gerade. Wenigstens hat sie eine Bewandnis für die Story oder wie man das hier nennen will und sagt McNelly, wo Angelmann und Söhne sind. Das ist aber nur ein Ablenkungsmanöver, damit Fisher und Co. Papa Cook entführen können. Der wird vor den Augen der Rangers gehängt und die Zirkusfrau darf sich wieder dem bösen Fisher anschließen, weil … ist halt so. Der verpisst sich jedenfalls nach Mexiko und jetzt könnte das hier eigentlich vorbei sein.

Aber es muss natürlich noch den großen Showdown im Fort geben. Den Sinn dahinter kann ich nicht erklären, habe bereits vor 80 Minuten das Interesse an dem Müll verloren. Jedenfalls wird wild rumgeballert und Dynamit geworfen und die bösen sterben alle und die Rangers … nicht. Das ist auch das einzig positive was ich über die sagen kann, denn eigentlich ballern die auch nur hirnlos durch die Gegend wie der böse King Fisher und seine Angelfreunde.

McNelly hat sowas wie eine Entwicklung durchgemacht und will Gefangene jetzt nicht mehr einfach aufhängen, sondern ihnen einen fairen Prozess ermöglichen. Warum? Na, weil … es sonst überhaupt keine Charakterentwicklung in dieser Grütze gäbe. McNelly stirbt und Lincoln wird der neue Oberranger. Cook darf noch schnell Kutcher als geilen Stecher loben, um klarzustellen, dass ihre Rolle dermaßen überflüssig ist, dass man auch einfach ein Glas Wasser hätte hinstellen können und dann reiten die Rangers in den Sonnenuntergang.

John Milius war alles andere als begeistert darüber, wie sein Script zerlegt wurde und wollte Harvey Weinstein den Taliban übergeben. Im Nachhinein wäre das eine gute Sache gewesen, dann wäre man das Arschloch früher losgewesen. So durfte er noch einige Jahre beschissene Filme produzieren und Milius widmete sich dem römischen Imperium. Ich widme mich wieder meiner Rinderzucht …

Da gibt es vielleicht auch mal Filmschrottcontent …

Corona macht auch vor uns Autoren nicht halt. Kleinverlage kämpfen ums Überleben, Textaufträge gibt es keine und jeder überlegt sich momentan lieber zweimal, ob er sein Geld für ein Buch ausgibt, wenn doch alles droht zusammenzubrechen und Jobs auf der Kippe stehen. Es ist eine Zeit, in der wir alle so ein wenig um unsere […]

über Patreon und Kindlebüchergeschenke — Marcel Michaelsen

Serienstapel: Gotham, Shameless, Doctor Who

GOTHAM – SEASON 2

Joa, es geht recht interessant weiter und der ein oder andere Haken wird geschlagen. Manche Vorgehensweise ist leider reichlich lahm und wenig innovativ. Vor allem die Entstehung des Riddlers passt meiner Meinung nach so gar nicht zu dem, was man in Staffel 1 langsam etabliert und dann am Ende leider komplett übers Knie gebrochen hat. Vor allem ist die Schizophrenie-Kiste beim Riddler eher unpassend. Mir fallen ungefähr ein halbes Dutzend Villains ein, bei denen diese Vorgehensweise besser gepasst hätte als ausgerechnet bei Edward Nygma, dessen Weg zum Rätselkönig man viel interessanter und spannender hätte gestalten können. Aber nun, sei es drum. Highlight bleibt der Pinguin, der – einfach fantastisch gespielt – immer wieder in die kleinen Grabenkämpfe der einzelnen Charaktere hineingerät und so der heimliche Star der Serie ist. Ansonsten etabliert man hier auch langsam das ein oder andere Science-Fiction-Element, das man noch brauchen wird, um den ein oder anderen Super-Villain in die richtige Richtung zu bringen. Es unterhält also und in der zweiten Hälfte nimmt die Nummer auch etwas Fahrt auf. Wirkt aber oft wie mit angezogener Handbremse oder überhastet. Den Mittelweg haben die Autoren offenbar nicht so recht raus. Das Finale ist dann unterwältigender Quark vom Reißbrett. Selten sowas vorhersehbares erlebt. Werde aber wohl trotzdem demnächst mal weitergucken und sei es nur, um herauszufinden, ob Ben McKenzie irgendwann lernt zu schauspielen.

SHAMELESS – SEASON 10

Hm … ich mag es noch, aber man merkt doch, dass die Serie strauchelt. Die Geschichten wirken teils doch sehr gewollt und leider leben die Charaktere auch vermehrt aneinander vorbei. Klar, sie interagieren noch miteinander, aber jeder folgt eben seinem eigenen Storyarc und es gibt quasi keine Überschneidungen mehr. Vor allem V und Kev wirken völlig abgekapselt vom Rest, was vermutlich auch am fehlenden Bindeglied Fiona liegt, aber ist ja nun nicht so, dass die nicht auch mit dem Rest der Familie befreundet wären. Dazu kommen dann einige Storys, die gerusht bzw. wie Beschäftigungstherapie wirken. Einiges ist sehr ziellos oder einfach nur langweilig. Viele Charaktere treten auf der Stelle, was schade ist, denn eigentlich wäre da noch viel möglich. Allerdings gibt es natürlich auch wieder richtige Shameless-Momente, die wie immer nichts für zarte Gemüter sind. Wer Probleme damit hat, wenn Babys auf dem Schwarzmarkt verkauft werden, könnte hier an seine Grenzen stoßen. Aber die Serie bringt selbst sowas auf einzigartige Weise rüber und man kann ihr einfach nicht böse sein. Mit dem Staffelfinale kehrt man dann zu alter Stärke zurück und bringt die volle Shameless-Kelle mit allen Facetten. Season 11 soll angeblich die letzte sein. Wenn dem so ist, hat man hier die Kurve noch gekriegt und könnte einen würdigen Abschluss bringen.

DOCTOR WHO – SEASON 12

Die Serie verliert mich bereits seit geraumer Zeit. Nach einigen Jahren ist einfach die Luft raus und selbst bei einer Serie, die sich zu einem gewissen Grad immer wieder neu erfindet, wird es irgendwann repititiv. Ich hatte schon bei Capaldi überlegt, ob ich aussteigen soll, aber die Nachricht, dass es einen neuen Doctor und neue Showrunner/Writer geben würden, verleitete mich dann dazu, der Nummer noch eine Chance zu geben. Season 11 war dann recht große Grütze, aber der Fairness halber gestehe ich dem neuen Team Zeit zu, sich einzugrooven und sich der berechtigten Kritik anzunehmen. Und jetzt sind wir in Season 12 und es ist alles immer noch einfach nur grauenhaft. Jodie Whitaker kriegt leider von den Autoren überhaupt keine Gelegenheit, ihren Doctor zu einer eigenständigen Person zu machen und wirkt durchgehend wie ein Abziehbild ihrer Vorgänger. Die Companions sind erstens zu viele und zweitens sterbenslangweilig. Diese Holzhammerdiversität ist einfach Käse. Hauptsache alles vertreten, aber hier nur in Form von seelenlosen Hüllen. Dazu kommt dann Moralapostelbullshit, der selbst dem dümmsten Zuschauer irgendwelche Botschaften einhämmern soll. Stupider geht es nicht mehr. Gegen Ende gibts ein kleines Aufbäumen, aber dann kommt das Finale und zerfickt mal eben die komplette Historie der Serie, was gar nicht so schlimm wäre, wenn es gewisse Konsequenzen für das gesamte Universum hätte. Hats natürlich nicht. Selbst den Charakteren scheint es mehr oder weniger scheißegal zu sein. Ein typischer Twist, nur um nen Twist zu haben. Oder kurz gesagt: Müll.

Schmeißt die Writer raus, stellt jemanden ein, der schon mal gehört hat, wie sich Leute miteinander unterhalten, denn diese cheesigen Dialoge kann keine Sau ertragen. Dann dünnt den Cast ein wenig aus und gebt Jodies Doctor eine eigene Persönlichkeit. Gewollt und nicht gekonnt ist auf Dauer nix.