Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kultschrott: The Toxic Avenger

Es ist eine gute Zeit hier auf dem Filmschrottplatz, denn neulich ereilte mich eine Nachricht, die nur eins bedeuten kann: Wir haben das Ende der Remakes erreicht. Was war es für eine spannende Zeit. Wir hatten Remakes von Klassikern wie „Ben-Hur“ und „Die glorreichen Sieben“. Wir hatten Remakes von ausländichen Filmen wie „Oldboy“ und „The Ring Teil 42“. Wir hatten Remakes von Filmen, die vor 5 Jahren rauskamen, und somit schon wieder komplett veraltet waren, wie die Spiderman-Reihe. Wir hatten Remakes von 80er-Jahre-Knallern wie „Clash Of The Titans“ und eigentlich allem anderen, was es in den 80ern gab. Wir hatten Remakes von Horrorschockern wie „Halloween“ und „A Nightmare On Elm Street“ und eigentlich allen anderen Horrorfilmen, die es jemals gab. Aber das alles ist jetzt vorbei. Denn Hollywood hat endlich entschieden das letzte aller Remakes zu machen. Sie haben alles geremaket. Es ist nichts mehr da.
Entweder das, oder die Arschkrampen in Hollywood haben endlich gemerkt, dass ihre Filme totale Scheiße sind. Und deshalb haben sie als letztes Remake-Gebiet den absoluten Bodensatz erreicht. Einen Film, den die verfickten Affen nicht mal zu schätzen wüssten, wenn er ihnen ihre lahmen Ärsche auf links drehen würde. Ein Film, den die faulen Saftsäcke nicht mal zu schätzen wissen würden, wenn er ihnen ihre Schwänze ins Ohr stecken würde, um durch ihr Pissloch in ihren Gehörgang zu schreien, wie wenig Ahnung die Nie-Wieder-Wichser eigentlich davon haben, was ein guter Film ist. Ein Film, den die geldgeilen Kinderficker nicht mal zu schätzen wissen würden, wenn er ihnen ihre Dollarscheine einzeln in jede Körperöffnung schieben würde, wo sie Papierschnitte hinterlassen, bis ihnen die Eier abfallen. Ihr seht schon, es wird äußerst trashig heute.
Ich rede selbstverständlich vom Remake des Trash-Knallers, den wir uns jetzt hier zu Gemüte führen wollen. Macht euch bereit für den einzig wahren Helden, den die Filmwelt noch hat, bevor er demnächst leider auch durch ein beschissenes (letztes) Remake zerstört wird. Hier ist:

THE TOXIC AVENGER – Atomic Hero – USA – 1984 – 82 Min.

Dieser Film war nebenbei ein Umbruch im Filmschaffen der Trash Produktionsschmiede Troma. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie sich auf billige Sexkomödien spezialisiert. Natürlich konnte niemand vorhersehen, dass „Toxie“ den Laden über die nächsten Jahre am Leben halten würde, aber in den schwersten Zeiten entstehen nun mal die besten Ideen. Deshalb kommt aus dem verwöhnten, reichen Hollywood nur noch Scheiße. Aber genug Hollywood-Gebashe. Jetzt wollen wir geilen Scheiß sehen. Also los:

New York City ist scheinbar die Weltstadt von Kultur und Industrie. Nichts macht das so klar, wie ein Fass voller blubbernder grüner Flüssigkeit. Aber schauen wir mal rüber nach Tromaville, der Weltstadt für Giftmüll. Dort arbeitet Melvin als Scheißhauswischer im Tromaville Health Club. Und alle hassen ihn, weil er immer gut drauf ist, obwohl er den ganzen Tag Pisse aufwischen muss. Bozo ist deshalb echt gestresst und Julie ist auch nicht begeistert. Also wird Melvin etwas rumgeschubst und dann geht Bozo erst mal ins Fitnessstudio, um sein nicht vorhandenes Fett wegzutrainieren, auf das ihn sein Kumpel Slug aufmerksam gemacht hat.

Melvin guckt Slug und einer Ische mit dicken Tüten beim Vögeln zu, aber haut ab, als sie ihm mit einem Messer droht. Anschließend machen sich Slug, Bozo, Juie und die Tütentussi einen Spaß daraus, Leute zu überfahren. Hauptsächlich Ausländer. Kinder bringen Bonuspunkte. Drei Sekunden später begegnen sie natürlich auch einem Kind auf einem Fahrrad und fahren es über den Haufen. Da das Kind sich noch bewegt, gibt es aber nicht die volle Punktzahl. Also muss Bozo noch mal drüber fahren. Ich schätze, wir haben die Bösen im Film gefunden. Und weil sie so richtig böse sind, machen sie noch ein paar Polaroids vom zerplatzten Schädel des Blags. Leider muss Slug dann nach Hause, denn er muss früh aufstehen, weil er in die Kirche muss.

Das Overacting in dem Streifen hier spottet nebenbei jeder Beschreibung. Das wird noch klarer, als Bozo mal wieder einen Wutausbruch hat und Melvin von Julie verführt wird, damit man ihn später verarschen kann. Die Koksnasen im LKW voller Atommüll leisten ebenfalls ihren Beitrag.

Jedenfalls wird Melvin in ein Ballerinaoutfit gesteckt und muss vor allen Leuten mit einem Schaf rumknutschen, wonach er peinlich berührt aus dem Fenster springt und natürlich in einem Giftmüllfass auf dem LKW vor der Tür landet. Die anschließende Mutation ist ganz großes Kino der praktischen Effekte und ein weiterer Grund, warum CGI weg muss.

Die over the topste Gangstertruppe aller Zeiten verkloppt einen Wachmann, aber der Toxic Avenger ist zur Stelle und zerlegt die Angreifer und stopft ihnen Mops in die Fresse. Nur Cigar Face entkommt, aber aus dem bekommt die Polizei nichts heraus, denn er murmelt nur was von einem Monster. Der Bürgermeister glaubt an einen politischen Aufstand.

Toxie geht nach Hause, aber seine Mutter erschreckt sich zu Tode und ganz geknickt tapert Toxie zum Atommülllager Schrägstrich Schrottplatz, um sich dort ein Haus aus Müll zu bauen. Wenn man ehrlich ist, hätte Toxie von Beginn an das Maskottchen dieses Blogs sein sollen.

Böse Typen überfallen eine Pommesbude und erschießen einen Hund. Das geht natürlich gar nicht und der Toxic Avenger muss eingreifen und dem Anführer den Arm abreißen und ihn in den Pizzaofen schieben, nachdem er einem Kollegen die Hände fritiert und dem anderen das Auge rausgemixt hat. Nebenbei ist der einzige Let Down des Films, dass Toxie die ganze Zeit rumgrunzt, dann aber mit ganz normaler Stimme redet. Das hätte man besser lösen können. Jedenfalls geht er mit der blinden Hundebesitzerin nach Hause, wo sie ihm die Zukunft voraussagt und ihm versehentlich an den Glühstab fasst.

Irgendein Doktor erklärt, dass das Monster offensichtlich zum Bösen hingezogen wird, um es verhindern zu können.

Die dicke Tüten Tussi masturbiert in der Sauna. Toxie kommt vorbei und setzt sie auf die heißen Kohlen. Anschließend verkloppt er ein paar Typen, die ein 12-jähriges Mädchen zwangsprostituieren wollen. Und rettet zwei Kinder vor Bozo und Slug. Und hilft einer alten Oma über die Straße. Und öffnet einer Hausfrau das Marmeladenglas. Mit anderen Worten: Er ist der Schwiegersohn, den sich eure Mutter immer gewünscht hat. Abgesehen natürlich von seiner Deformation.

Aber er ist ja ohnehin vergeben, denn die Beziehung mit der blinden Trulla läuft wunderbar. Schließlich macht sie ihm täglich hundert Spiegeleier und er poppt sie, ohne seine Hose auszuziehen. Das ist ein echter Superheld.

Julie wird von Toxie verfolgt und mit einer Schere erledigt. Bozo steht an anderer Stelle und overacted mal wieder was das Zeug hält, weil Julie ihn so stresst. Also verkloppen er und Slug eine alte Oma und klauen ihr Auto. Toxie springt aufs Dach des Autos zur fröhlichen Stuntahrt. Slug wird aus der Karre gezogen und Toxie steigt ein, um mit Bozo ein Verkehrschaos zu veranstalten. Der Wagen fliegt einen Abhang runter und explodiert. Toxie steigt aber anschließend fröhlich aus und auch Bozo sieht gar nicht mal so verbrannt aus, wie man nach einer Explosion denken sollte.

Toxie will mit seiner blinden Freundin Sarah aufs Land ziehen, wo er niemanden töten kann.

Toxie killt dann irgendeine Tussi in einer Waschmaschine. Es stellt sich heraus, dass sie einen Sklavenring geführt hat. Der Bürgermeister ist nicht begeistert darüber, dass Toxie weiterhin als Held gefeiert wird. Deshalb erzählt er der Presse vom Sklavenring natürlich nichts und ruft zur großen Jagd auf das Monster auf.

Toxie ist nicht schwer zu finden, denn er zeltet drei Meter außerhalb der Stadt im Wald. Also wird er von der Armee umzingelt. Melvins Mutter und ein paar Gerettete sprechen sich dafür aus, dass man das Monster nicht wegbombt, aber natürlich lassen sich die Armeefatzken nicht davon beeindrucken. Aber dann stellen sich alle geschlossen vor den Avenger und plötzlich will keiner mehr das Monster killen. Außer der Bürgermeister, der aber der schlechteste Schütze aller Zeiten ist und deshalb muss Toxie ihm die Leber rausreißen.

Toxie und Sarah umarmen sich, alle machen Party und Tromaville ist endlich wieder sicher. Aber wie lange? Ich gehe in meinem Atommüll baden …

Mal aktuell: Lethal Weapon

Jetzt denkt der ein oder andere hier vielleicht: „Hä? Lethal Weapon aktuell? Hat der gesoffen? Hat ihm jemand einen Fluxkompensator an die Birne geworfen und er denkt jetzt, er sei im Jahre 1987? Sind ihm die ganzen Schrottfilme zu Kopf gestiegen und haben ihm komplett den Verstand geraubt?“ Nein, nein und nicht unwahrscheinlich.

Aber ja, es gibt Lethal Weapon in einer aktuellen Neuauflage. Nämlich als Serie auf einem dieser amerikanischen Kacksender, die nur noch Scheiße am Fließband produzieren und sich wundern, dass die Quoten tiefer liegen als die Titanic. Und nachdem ich einen Trailer zu dieser Serie gesehen hatte war klar: Das wird scheiße, das muss ich sehen.

Und hier sind wir also. Mit meinen wöchentlichen Recaps zu Lethal Weapon. Ich vermute nebenbei, dass die Serie in 2-3 Wochen abgesetzt wird, also gewöhnt euch nicht zu sehr dran.

Pilot

Selbstverständlich beginnt die Serie da, wo die meisten Szenen der Filme gespielt haben: in der Wüste von El Paso, Texas. Äh, whatever. Martin Riggs und sein Partner jagen gerade einen Typen in nem Kombi und Riggs Frau ruft an, um ihm mal kurz zu verklickern, dass sie ein Kind kriegen. Riggs ballert schnell den Verfolger weg, aber als er ins Krankenhaus kommt, ist seine Frau tot, da sie einen Autounfall hatte.

Seht ihr, 1987 musste man dem Zuschauer nicht alles direkt in die Fresse schlagen. Die haben das verstanden, ohne dass man diese Szenen jemals gezeigt hat. Aber es ist 2016, also muss das rein. Kann man aber drüber wegsehen. Ist halt nur unnötig.

Roger Murtaugh und seine Frau liegen im Bett und da der Arzt gesagt hat, dass Roger Stress abbauen soll, fragt er erst mal nach nem Blowjob. Good old Roger. Er war schon immer ein absoluter Stecher. Nee, Moment mal, war er überhaupt nicht. Er war ein liebender Familienvater. Hier … nicht so richtig, denn als seine Frau ihm vorschlägt, in Pension zu gehen, sagt er, so lange die Kinder im Haus sind, muss er arbeiten gehen, weil die ihm sonst den ganzen Tag auf den Sack gehen.

Jedenfalls sind die beiden halt neue und lernen sich bei einem Banküberfall kennen und Riggs latscht direkt mal in die Bank um die Bankräuber zu überreden, ihn zu erschießen. Seht ihr, 1987 konnte ein Charakter noch irre und selbstmörderisch sein, dabei aber die Gefahr für sich und vor allem andere zuvor kalkulieren. Aber es ist 2016, also muss der Typ einfach straight irre sein und auf alles scheißen.

Oh, und er muss natürlich cool sein. Deshalb schnappt er sich natürlich ein Stück Pizza, nachdem er die Gangster überwältigt hat und die Bombe tickt, und latscht dann ganz gemütlich aus der Bank, kurz bevor sie in die Luft fliegt.

Ganz ehrlich: Lethal Weapon ist das natürlich aus Prinzip schon mal nicht. Aber selbst als eigenständige Produktion wäre das einfach extrem lahmer Scheiß, der auf absolut keiner Ebene funktioniert.

Murtaugh beschwert sich beim Chief über den selbstmörderischen Riggs und sein komischer Stressmesser piept am laufenden Band. Das Teil wird extrem nervig werden, wenn man das nicht schnell entsorgt. Aber der Chief kann nix machen, denn der Befehl kam von ganz oben, da wohl jemand Riggs schützen will.

Der nächste Fall ist ein Mord an einem Typen in der Wüste. Es wird halt etwas investigiert und recherchiert und irgendwo in einem Lagerhaus sorgt Riggs natürlich direkt mal wieder für Action und es folgt eine Verfolgungsjagd, bei der man auf einer Rennstrecke landet, auf der gerade ein Rennen stattfindet. Riggs springt auf das Dach des Autos und kloppt den Typen so lange durchs Fenster in die Fresse , bis der die Karre schrottet. Riggs konnte natürich vorher noch abspringen. Leider wird der Flüchtige vom Bus überfahren.

Es folgt das übliche nach so einer Zerstörung: Die beiden werden suspendiert oder so. Wir kennen das. Man spult hier halt das kleine Einmaleins des Actionfilms ab. Nur, hat man hier eben weniger Zeit dafür, also muss man das alles etwas rushen.

Am Abend kommt Riggs bei Murtaugh vorbei und es gibt die Einladung zum Essen von Murtaughs Frau. Übrigens kocht die Frau hier nicht selbst, sondern Roger übernimmt das. Klar, der Mann in der Küche ist kein Problem, nur beraubt man damit der Frau einer ihrer Charaktereigenschaften aus dem Film. Nämlich, dass sie nicht kochen kann. Wäre an sich auch scheißegal, wenn man ihr dafür was anderes gibt. Macht man aber nicht. Sie ist einfach … eine Frau … die Roger hin und wieder mal einen blasen darf. Toll.

Die Kinder sind natürlich auch beim Essen dabei und weil Riggs halt auf alles scheißt, empfiehlt er Roger Jr. (ja, der heißt hier nicht Nick, weil man sich wohl nicht zu viele Namen merken wollte) nach Thailand zu reisen, wenn er seine Eltern anpissen will und gibt Tochter Riana Tipps, wo man das beste Gras kaufen kann, nachdem die offenbar mit etwas Weed erwischt wurde. Und das alles vor den Augen, oder besser gesagt Ohren, der Eltern.

Immerhin erfährt man dann mal ein bisschen was von den Charakteren und die auch von sich. Riggs erzählt von seiner toten Frau, Roger erzählt, dass er einen Herzinfarkt im Kreissaal hatte, als Nick geboren wurde, der hier noch ein Baby ist. Aha, na immerhin. Jedenfalls muss er deshalb kürzer treten.

Am nächsten Tag wird der Bruder von dem ermordeten Typen in der Wüste entführt. Riggs verspricht, der Mutter den Sohn wiederzubringen. Roger will mit, aber Riggs weiß, dass das eine Selbstmordmission wird und kettet ihn in seinem Wohnwagen an.

Weil Riggs halt megacool ist, latscht er fröhlich pfeifend ins Lagerhaus und erzählt dem Obermotz, dass er das Kind will, oder so viele umlegt, wie es geht. Etwas Blahblah später ballert Roger mit einem Pick-Up in das Lagerhaus, einfach weil er absolut nicht so ist wie der originale Roger Murtaugh und alle bösen Buben werden schnell umgenietet. Roger bringt dann noch nen coolen Spruch über Handschellen, weil, äh, ja.

Jedenfalls wird Riggs draußen von einem Scharfschützen angeschossen und man braucht nen Plan. Also kommt Riggs aus seiner Deckung, damit der Scharfschütze ihn abknallen kann, dabei seine Position verrät und Roger dann den Schützen wegballern kann, da er natürlich nur noch eine Kugel hat. Roger hat aber in letzter Sekunde Plan B, schießt Riggs ins Bein, damit der hinfällt neben ein zufällig da rumliegendes Gewehr, mit dem er den Schützen wegknallt. Come On! Versucht doch wenigstens, etwas Glaubwürdigkeit zu bewahren.

Roger soll gerade einen geblasen kriegen, als Riggs klingelt. Er bedankt sich mit ner Flasche Fusel für die Lebensrettung und erklärt Murtaugh, dass er sich nicht selbst umbringen kann, da seine Frau das nicht wollen würde, Sie würde sich schämen und deshalb geht das gar nicht. Rogers Blasebalg lädt ihn dann wieder ein und er kriegt wieder keinen geblasen. Roger ist nicht erfreut.

Tja, was soll ich sagen. Ich habe das absolute Grauen erwartet, aber das ist es nicht. Zumindest nicht, wenn man mal die erste Viertelstunden ausklammert, die einfach komplette Scheiße im Quadrat ist. Es ist nur leider insgesamt auch einfach nicht gut. Die kleinen Änderungen sind teils okay und sogar sinnvoll, teils aber einfach zu drüber. Gerade der Riggs-Charakter ist zu cool/irre, so dass man das alles nicht mehr ernst nehmen kann. Immerhin haben die Darsteller ne relativ gute Chemie. Natürlich weit entfernt von Gibson und Glover, aber es könnte viel schlimmer sein. Leider fehlt komplett der lockere Humor der Vorlage. Hier wirkt jeder Spruch unfassbar gezwungen und ist dadurch nicht mehr lustig sondern nur ein Augenroller. Durch das recht hohe Budget stimmt zumindest die Action.

Wenn man an den richtigen Rädern dreht, könnte hier tatsächlich zumindest eine unterhaltsame Serie für zwischendurch rumkommen, die zwar mit Lethal Weapon selbst nur die Namen gemein hat, aber immerhin ist es nicht der erwartete Totalausfall. Bisher zumindest nicht.

Die 5 Besten … Geschichten im Film

Es ist schon wieder Donnerstag und der wurde ja jetzt offiziell zum besten Tag der Woche ausgesucht. Warum es nicht der Freitag ist, an dem man schön ins Wochenende geht, oder der Samstag, an dem man das Wochenende richtig genießen kann, oder der Sonntag, an dem man sich vom Wochenende erholen kann, müsst ihr Gorana von der ERGOthek fragen. Die macht schließlich die Regeln. Und sie macht natürlich auch die Themen. Und das Thema heute lautet:

Welche 5 Filme erzählen die eindrucksvollste Geschichte?

Das ist natürlich eine schwierige Frage. Klar, Filme sollten aus Prinzip eine Geschichte erzählen, aber auch wenn ich Geschichten mag, ist das meist nicht das erste, worauf ich bei einem Film achte. Mir sind Charaktere wichtiger, da ohne die eine Geschichte nicht funktioniert. Mir sind oft auch einfach Dinge wie visuelle Präsentation wichtiger. Ihr kennt ja meine Abneigung gegen CGI. Da kann auch eine tolle Story nichts gegen ausrichten. Manchmal ist mir auch einfach wichtiger, dass der Film mich unterhält, oder irgendetwas neu oder besonders gut macht, oder, oder, oder … aber gut, hier sind 5 Filme, die mich zumindest (auch) durch ihre Geschichte gepackt haben.

5. The Fall – 2006

Tarsem Singhs Märchen ist einer dieser Fälle, wo mich ein Film vor allem durch seine pure Visualität gefangen hat. Alles an diesem Film wirkt wie ein Kunstwerk. Wenn man sich davon nicht zu sehr blenden lässt, kriegt man aber auch noch eine gut erzählte Geschichte im Quadrat präsentiert. Denn hier erzählt Lee Pace einem kleinen Mädchen eine Geschichte, die wir dann im Kopf des Mädchens verfolgen, während sich die Geschichte auf ähnliche Weise auch in der Realität abspielt.

4. The Usual Suspects – 1995

Dieser Thriller ist einfach hervorragend erzählt, denn ACHTUNG SPOILER!!! er wird durchgehend aus der Perspektive des Antagonisten erzählt, ohne dass man weiß, dass es sich um den Antagonisten handelt. Das ist mal ein Twist, der den Namen wirklich verdient.

3. American History X – 1998

Aussteigerstories sind zwar nichts besonders bemerkenswertes, aber diese hier fängt ziemlich gut die Nazi-Szene der USA ein, denke ich und sie schafft es auch sehr gut, alle Facetten dieses Hirnamputiertentums einzufangen.

2. The Big Lebowski – 1998

Diese Geschichte ist einfach so irre, aber gleichzeitig auch so realitätsnah, dass sie einfach in die Liste musste. Und weil ich irre Geschichten nun mal am liebsten mag, ist sie so weit oben.

1. Rear Window – 1954

Hitchcock halt, ne. Der hätte auch aus einer Serviette und einer angebissenen Pommes ne geile Geschichte gemacht. Einfach weil er genau wusste, wie man etwas auf möglichst spannende Art und Weise erzählt. Er war halt der beste seines Fachs.

Amateurhafte Inkompetenz in allen möglichen Bereichen der filmischen Unfähigkeit

Wer sich schon etwas länger hier auf dem Filmschrottplatz rumtreibt dürfte mittlerweile wissen, dass mein Filmgeschmack extrem weitreichend ist. Vom Hollywoodblockbuster (außer natürlich aktuelle) bis hin zum billigen Amateurfilm kann mich eigentlich alles überzeugen, so lange man eben merkt, dass sich da jemand Mühe gegeben hat und somit ein Ergebnis abliefert, dem man ansieht dass es nicht einfach nur hingeschludert wurde. Gerade bei Blockbustern ist das heute leider kaum noch der Fall. Aber auch bei Amateurfilmen kann das vorkommen. Dabei sollte man doch meinen, dass ein „Hobbyregisseur“ wirklich viel Liebe in seine Projekte steckt, um ein möglichst gutes Ergebnis abzuliefern. Wer Bad Taste von Peter Jackson gesehen hat, weiß, was da möglich ist. Auch wenn das natürlich ein Extrembeispiel ist. Trotzdem sollte man meinen, dass mehr drin ist, als bei dem Machwerk aus deutschen Landen, das uns heute erwartet. Jochen Taubert hat sich mittlerweile einen Namen in der Szene gemacht (und warum, weiß er wohl selbst nicht). Vielleicht durch überambitionierte Projekte, die einfach nicht realisierbar waren und dadurch nur noch zu absolutem Müll mutierten. Zum Beispiel:

ICH PISS‘ AUF DEINEN KADAVER – Deutschland – 1999 – 88 Min.

Irgendein Typ fährt mit seinem Golf durch die Walachei und ist zu doof, ein Tape ins Kassettendeck zu schieben. Beim Kassettesuchen auf dem Boden verkantet er den Wagen und überschlägt sich. Anschließend taumelt er unter Schmerzen -oder der Darsteller hat einen epileptischen Anfall; ich kann es nicht genau sagen – zur nächsten Telefonzelle, um einen Krankenwagen zu rufen. Nebenbei wäre das alles nicht viel, aber etwas besser, wenn der beschissene Soundtrack nicht dreimal so laut wäre, wie der restliche Ton des Films. Ich habe von dem ganzen Gebrabbel bisher nur „Aua“ und „helft mir“ verstanden. Jedenfalls kommt der Krankenwagen und der Typ wird halt ins Krankenhaus gebracht. Und dann darf man bestaunen, wie die Sanitäter ihren Job machen. Und zwar schlecht. Ich meine: die nehmen dem Typen noch nicht mal seine verfickte Sonnenbrille ab! Im Krankenhaus wird notoperiert. DIREKT IM PATIENTENZIMMER!!!! Wer braucht schon nen sterilen OP-Saal?
Das waren jetzt also die Openeing-Credits. Ja, der ganze Scheiß hat 10 Minuten gedauert und die bisherigen Erkenntnisse sind folgende: Die Darsteller sind das Grauen (aber das war zu erwarten). Das Verhalten der Charaktere ist nicht unbedingt realistisch (zum Teil okay, aber wenn man schon in den ersten 10 MInuten nur Blödsinn zeigt, der keinen Sinn ergibt, wirds schwierig). Der Ton macht die Musik hier und sonst auch nix. Denn unter dem Dauergedudel versteht man quasi nix von dem, was die Arschkrampen da so erzählen.
Das wird ein hartes Stück Arbeit.

Bei der Bundeswehr kommt ein Soldat mit PFERDESCHWANZ!!! BEI DER BUNDESWEHR!!! also er kommt rein und quatscht was von Labor 3. Ich verstehe halt echt kein Wort.

Gucken wir doch lieber irgendeiner Trulla dabei zu, wie sie sich nackig macht und baden geht. Hmmmm, schön Nahaufnahme vom Titteneinseifen. Toller Film. Tolle Frau. Ich kaufe alle Kopien.

Der Pferdeschwanz ist wieder da und erklärt seinen Vorgesetzten, dass er und seine töften Kumpels in Labor 3 eine „bakterielle Waffe“ entwickeln, die die Kriegsführung für immer verändern wird. Ich frage mich gerade, was eine „bakterielle Waffe“ sein soll. Ist das was von Ratiopharm? Aber wahrscheinlich meinen sie einfach eine Biologische Waffe, aber was will man auch von den Affen hier erwarten …
Jedenfalls kommen die töften Kumpels des Pferdeschwanzes reingelatscht – wir befinden uns hier wohlgemerkt auf einem Stützpunkt der Bundeswehr, wo nicht jeder Hansel einfach kommen und gehen kann, wie er will – und sehen aus wie die letzten Reeperbahn-Wemser nachts um halb 3. Der Anführer hingegen sieht aus wie ein Möchtegern Blues Brother aus dem Second Hand Laden mit Augenklappe.

Wie gesagt, ich erwarte von einem Amateurfilm nicht viel. Die Darsteller müssen nicht perfekt sein und auch Drehbuchschwächen kann man hin und wieder verzeihen. Wenn aber folgender Dialog vorgetragen wird, ohne dass der Regisseur mal sagt: „Nee, Leute. So funktioniert das irgendwie nicht.“ dann ist der Film einfach scheiße. Und der Regisseur sowieso:

Möchtegern Blues Brother kommt rein. Der General (oder was weiß ich, was der ist) sieht ihn und fragt direkt das Offesichtliche: „Sie sind doch der Pate von Stadtlohn. Was wollen sie hier?“
Sergeant Wasweißich, der neben dem General sitzt: „Sie sind ein kriminelles Subjekt.“
General: „Abschaum der GASSE.“
Pate schreit dem Pferdeschwanz direkt neben ihm ins Ohr: „Weiß er es nicht?“
Pferdeschwanz: „Nein.“
General völlig desinteressiert: „Was soll das heißen?“
Pate stellt Handtasche auf den Tisch.
Pferdeschwanz: „Der Pate bringt uns eine kleine Anzahlung. Eine Million. Für einen kleinen Einblick in unsere Forschungsunterlagen.“
General: „Ganz konzentriert: „Einen kleinen Einblick … in unsere Forschungunterlagen?“ Er haut mit der Faust auf den Tisch … Nein, er streichelt mit der Faust den Tisch. „Dass sie es wagen.“
Pferdeschwanz: „Ich sagte Eine Million.“
Pate: „Das ist ein Argument.“

Ich höre hier mal auf, sonst läuft uns noch allen das Gehirn aus den Ohren. Jedenfalls ist hier von Regie und Gespür für Timing oder überhaupt irgendwas nix zu sehen. Zudem halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass ein kleines Kaff wie Stadtlohn wirklich einen Paten hat, der zudem noch eine Augenklappe trägt. Wo ich mich dann wieder frage: Warum ändert ihr Affen nicht wenigstens den Ort, damit es etwas glaubwürdiger wird? Selbst wenn ihr gesagt hättet, dass hier ist in New York, aber die deutschen Soldaten machen da gerade Urlaub auf nem Atomtestgelände hätte ich euch das eher abgekaut, als diese völlig hirnlose Scheiße.

Der General will alle festnehmen lassen und es folgt die dilletantsichste Actionszene aller Zeiten, in der alle Soldaten drauf gehen.

Die nackte Tussi ist fertig mit Baden und ist einfach nur noch nackt. Leider endet diese äußerst sinnvolle Szene nach drei Sekunden in denen sie alles gegeben hat, was man halt so geben kann, wenn der Job einfach nur ist, nackt rumzustehen.

Die Pferdeschwanzgang killt einen Rollstuhlfahrer mit dem Biokampfstoff. Der kotzt sich halt voll und hat dann aus irgendeinem Grund überall Blutspritzer im Gesicht. Gasmasken sind übrigens uncool, deshalb stehen alle einfach so daneben und gucken sich das ganze an.

Die nackte Tussi föhnt sich ihr wallendes Haar.

Weil ihr Arzt verreckt ist, brauchen die Pferdeschwänze einen neuen und beschließen, den Notfalldoktor vom Anfang des Films zu entführen. Ich gehe jetzt mal nicht darauf ein, dass der Soldat auf den Befehl die Tür zu bewachen mit „okay“ antwortet und erzähle euch lieber, wie der gute Doktor sich aus seinen Handschellen befreit. Nämlich indem er sich mit einem Skalpell den Daumen abschneidet. Und zwar so schnell, dass eine gewaltige Blutfontäne auf seinen Arztkittel spritzt. Man könnte glatt denken, er hätte eine Kettensäge benutzt. Wachmann Okay setzt er mit einer Spritze außer Gefecht und flieht mit seinem Aktenkoffer in einem Ferrari zu beschissener Technomusik. Wer jetzt denkt, es gäbe wenigstens rasante Verfolgungsjagden zu bestaunen, den muss ich enttäuschen. Denn schon nach dem nächsten Schnitt ist Doktor zu Hause und lässt sich von seiner Tochter verarzten. Die fragt nebenbei nicht mal nach, wo sein Daumen ist. Wahrscheinlich kommt der öfter mal ohne das ein oder andere Körperteil nach Hause.

Die Soldaten finden den Arzt überraschenderweise zu Hause aber zum Glück hat die Tochter einen Hund namens Bruno, der denen mal so richtig in den Arsch beißen soll. Allerdings hüpft er lieber kläffend vor dem Soldaten rum. Na gut, nach dem nächsten Cut hat er ihm den Arm abgebissen, also ist er wohl doch kein so schlechter Wauzi. Zumindest ist er der mit Abstand beste Schauspieler in diesem Haufen Hundescheiße.

Okay, folgende Szene ist dann wieder mal exemplarisch dafür, wie unfassbar lustlos hier einfach alles und jeder Beteiligte agiert. Die Tochter des Doktors wird von einem Jeep verfolgt. Im Jeep sitzt der Fahrer mit Kippe auf dem Zahn und wirkt, als würde er einen Sonntagsausflug aufs Land machen. Daneben steht ein blonder Vollassi mit einem Plastikmesser in der Hand und wedelt in der Luft rum. Dazu tanzt er, als wäre er auf einem Loveparadewagen voller Cracknutten, die ihm gerade den Sack abkauen. Passt ja auch zu dem fürchterlich monotonen Technogedudel, dass seit mittlerweile 10 MInuten in Endlosschleife läuft. Und die Tussi, die vor ihnen weg läuft in einer Geschwindigkeit, die nur darauf schließen lassen kann, dass sie eigentlich nur ihren täglichen Jogginglauf noch nicht hinter sich gebracht hat, ist auch noch angezogen!!! Das kann doch alles nicht deren ernst sein.

Jedenfalls geht es in den Wald und die Affen müssen ihren Jeep verlassen. Die Tuse versteckt sich in einem Stall und Messerjockel sucht sie. Dabei schleift er sein Messer an den Holzbalken entlang und man hat sich natürlich nicht mal die Mühe gemacht, die Geräusche so zu ändern, dass es klingt, als wäre es ein echtes Messer. Nein, dieses Messer ist aus Plastik und so klingt es, wenn man es gegen einen Holzbalken kloppt. Fantastische Arbeit hier also auch beim Sound Editing. Nebenbei aber egal, denn die Tussi killt den Vogel mit ner Axt, die tatsächlich echt aussieht. Man kann eigentlich nur hoffen, dass das hier ein Snufffilm ist und man keinen dieser völlig talentbefreiten Affenärsche jemals wieder sehen muss. Ich habe aber meine Zweifel, oder kann mir hier irgendjemand erklären, wie es sein kann, dass er die Axt in die Brust kriegt, aber am Hals blutet, als hätte man ihm die Kehle durchgeschnitten? Nein? Kein Facharzt anwesend? Oder ein Meuchelmörder? Irgendjemand, der mir erklären kann, warum zum Beispiel in der nächsten Szene, in der die Tussi dann von einem anderen Hannes mit einem Messer in den Bauch gestochen wird, eine 42-Liter-Blutfontäne von unten in ihr Gesicht spritzt? Ein Physikprofessor? Ein Messerwerfer? Ich schätze, es ist hoffnungslos. Also weiter.

Die Badenixe hat zumindest mal Unterwäsche angezogen und damit sinkt mein Interesse an ihr und vor allem diesem Film noch tiefer. In dieser sinnlosen Szene macht sie Sport. Ich hinterfrage mal nicht, warum sie das nach dem Baden macht. Der Doktor ist nebenbei mit seinem Ferrari unterwegs und versucht, die Badewannenuschi anzurufen. Die geht aber nicht dran, weil ihr Technoradio so laut dudelt, damit sie auch ihren Sport richtig machen kann.

Die bösen haben nen Motorschaden. Und natürlich auch einen am Kopf, aber das hat hier noch keiner gemerkt. In einer weiteren sinnbefreiten Szene direkt aus dem Schneideraum der Vorhölle, halten sie ein Auto an, verwemsen den Fahrer, der dann mal lieber wegläuft (genau 2 Meter) und ihnen noch hinterherruft, was sie für Saftsäcke sind. Also fahren sie zurück und er geht dann doch mal richtig stiften.

Der Doktor ruft mal wieder an, aber die Badewassertaucherin liest gerade die Fernsehzeitung. Übrigens ist se tatsächlich die beste Darstellerin bisher in diesem Film, einfach weil sie komplett alles ignoriert, was um sie herum passiert. Leider ändert sich das in genau diesem Moment und sie guckt überrascht hoch und sucht nach der Quelle des komischen Geräusches. ES IST DAS VERFICKTE TELEFON DU PISSTRULLA!!!! Als ob sie das noch nie gehört hätte. Se geht dran und der Doktor ist ganz überrascht. „Hallo, Tochter!“ sagt er. Ernsthaft, keine Sau nennt seine Tochter am Telefon Tochter. Was zur Hölle ist bloß los mit diesen Leuten? Sie soll übrigens den Koffer holen.

Irgendein Türke fährt in einem grünen Opel die Landstraße entlang. Jetzt wird es wirklich unrealistisch. Türken fahren alle BMW. Hinter ihm die Technoassis. Der Türke bremst und die Assis fahren SPRINGEN ÜBER SEIN AUTO. Nachdem sie den Türken vermöbelt haben fahren sie weiter, nur um sich zwei Meter später mit der Karre zu überschlagen. Irgendwo brennt es, aber das Auto kann es nicht sein, denn die Flammen spiegeln sich in der Windschutzscheibe und brennen VON EINER SEITE ZUR ANDEREN!!! Wenn ein Filmemacher noch nicht mal weiß, dass Feuer von unten nach oben brennt, dann ist wirklich nichts mehr zu retten. Ich hoffe, die sterben alle. Also in echt. Nicht nur in diesem Scheißfilm. Ich will, dass alle Beteiligten qualvoll verrecken. Und ich will, dass es jemand filmt, damit wir es uns alle angucken können.

UND ES IST ERST DIE HÄLFTE DES FILMS RUM!!!!! Ich kann nicht mehr …

*heul*
*heul*
*schluchz*
*rotz*
*Mordpläne schmied*
*manisch lachen*
*heul*
*heul*
*zwangsjacke anleg*
*waaaaaaaaaaaahhhhhh*
*beruhigen*
*beruhigen*
*etwas an die Wand schmeißen*

Ich muss hier jetzt mal etwas springen, deshalb mal die letzten Geschehnisse in Kurzform. Der Doktor und der Typ vom Anfang (Notoperation) kämpfen gegen die Soldaten. Tochter wird währenddessen unter Waffengewalt zu nem Blowjob gezwungen und rennt dann nackt weg. Etwas später wird sie an nen Baum gefesselt und ausgepeitscht. Der Doktor schießt währenddessen jemandem einen Pfeil in die Eier. Die Tussi soll gevierteilt werden, also VIER Teile. Dazu bindet man eine Kette an Baum und einen Arm und eine weitere an den Jeep und den anderen Arm. Also ich bin kein Mathegenie, aber das Ergebnis wären bei mir nur ZWEI Teile. Macht aber auch nix, denn sie verrät, wo der Koffer ist und wird mit einer Kettensäge gekillt. Zumindest denke ich das, denn ein Typ mit Kettensäge kommt und anschließend liegt sie da und jemand hat ihr mit rotem Filzstift nen Strich zwischen die Titten gemalt, was wohl die Kettensägenwunde sein soll.

Der Doktor ruft die Bullen. Der Cop am Telefon hinterfragt zu keiner Sekunde das Gefasel von Biowaffen für die Mafia in der Kaserne im Kaff am Arsch der Welt. Und 5 Minuten später sind die Bullen auch schon da. Und Panzer rollen an. Und Helikopter fliegen, Und alles ballert rum. Seht ihr, Jochen „Verbrechen an der menschlichen Psyche interessieren mich überhaupt nicht“ Taubert, war damals beim Bund und hat mit seiner GoPro mal ne Panzerübung gefilmt. Das kann man dann natürlich hervorragend in einen Film für alle Klapsmühleninsassen einbauen, da die den Unterschied ja eh nicht merken. Ich merke ihn leider schon und wünsche mir, dass jemand in der Zeit zurück reist und Jochen unter einen Panzer schubst.

Nach dem Megashootout mit unfassbarer Action und noch unfassbarerer Leistung aller Beteiligten ist die Kacke leider immer noch nicht vorbei. Nein, es geht noch 20 Minuten!!!! Okay, komm, fick den Scheiß hier. Der Doktor geht in den örtlichen Stripclub, um den Paten abzumetzeln. Nach und nach setzt er mit seinen Spritzen die Leute außer Gefecht. Am Ende installiert der Doktor eine Handgranate am Flugzeug des Paten und … man sollte denken, dass damit diese Kacke endlich mal zu Ende ist. Aber nein, denn der Pilot bemerkt in der Luft die Granate und der Pate springt mit nem Fallschirm ab. Zehn Minuten später explodiert dann auch mal die Granate.

Am Boden killt der Doktor den Paten mit ner Axt und schneidet ihm das Herz raus, als würde er „Der heiße Draht“ spielen. Ach so, der Filmtitel muss natürlich auch noch seinen Sinn kriegen, also pisst der Doktor auf den Kadaver des Paten. Und damit ist diese unfassbare Grütze endlich vorbei.

Nun muss man ja fairerweise sagen, dass man keine zu hohen Ansprüche an einen Amateurfilm haben sollte. Aber wenn wirklich ALLES an dem Film einfach nur himmelschreiend inkompetent ausgeführt wird, kann man wohl berechtigte Kritik daran üben und einfach sagen, dass man so eine Scheiße nicht zum Verkauf anbieten sollte. Stell es dir zu Hause hin als Andenken an eine witzige Zeit. Aber für so eine hingepisste Grütze Geld zu verlangen ist ein Verbrechen. Und der Film selber ist ebenfalls ein Verbrechen, weil er einfach auf keiner Ebene funktioniert. Wenn er schlecht sein soll, ist es einfach schon too much. Wenn er ernst gemeint ist, ist sowieso alles verloren. Nein, Herr Taubert, so werden wir keine Freunde. Ich gehe Pate von meinem Heimatdorf werden …

WERBUNG — Marcel Michaelsen

Jetzt denkt ihr euch sicher: Toll, kaum ist der Spaten aus seiner Sommerpause zurück, versucht er uns schon irgendwelchen Müll zu verkaufen, den keine Sau braucht, wie diese Lackaffen im Fernsehen, die immer in diesen kleinen Kurzfilmen zwischen den spannenden Reality-TV-Shows über Schokolade, Stromanbieter und Slipeinlagen palavern. KEINE PANIK Ganz so schlimm wird es natürlich […]

über WERBUNG — Marcel Michaelsen

Die 5 Besten … Kultfilme

So, da meine Sommerpause mit meinem Rant über die Filmbranche allgemein offiziell vorbei ist, steige ich mit der Nummer 11 in diesen Spaß hier ein. Gorana fragt jeden Donnerstag nach den 5 Besten und ich werde antworten. Normalerweise war Donnerstag immer der Filmschrottag, an dem hier die Schrottfilme auf den Filmschrottplatz aufgenommen worden. Das verschiebe ich jetzt aber auf den Mittwoch, damit ich eben hier mitmachen kann. Da soll noch mal einer sagen, ich würde nichts für meine Leser und Mitblogger tun.

Die 5 BESTEN Kultfilme, die ich noch nicht gesehen habe

Nur mal ganz kurz: Es gibt so einige Kultfilme, die ich noch nicht gesehen habe. Ob das aber wirklich die besten sind, sei mal dahingestellt. Ich habe sie ja nicht gesehen, also kann ich da nicht beurteilen. Vielleicht sind sie auch totale Kacke. Deshalb hier die 5, bei denen ich zumindest denke, dass sie mir gefallen werden.

5. Sweet Sweetback’s Baadasssss Song

Bill Cosby hat geholfen, diesen Film zu finanzieren und damit dazu beigetragen, dass das Blaxploitation-Genre entsteht. Alleine deshalb muss ich den sehen. Und der Titel ist halt saugeil.

4. The Warriors

Straßengangs verkloppen sich und ich war nicht dabei. Dann muss ich es wenigstens sehen.

3. Easy Rider

Sex & Drugs & Rock’n’Roll & No Idea Why I Haven’t Seen It Yet.

2. Barbarella

Jane Fonda kurvt halbnackt durch die Galaxis. Was will man mehr? Kann eigentlich nur der bessere „Flesh Gordon“ sein.

1. Buckaroo Banzai

Seit Monaten liegt die DVD hier rum. Wenn ich jetzt mal dazu käme, mir den Spaß mit „RoboCop“ Peter Weller und „Trinity Killer“ John Lithgow anzugucken. Das kann einfach nur grandios sein.

 

Gute Zeiten schlechte Zeiten für Filmfans

Wer sich schon etwas länger hier auf dem Filmschrottplatz herumtreibt, hat sicher schon festgestellt, dass ich mit der Filmbranche etwas auf Kriegsfuß stehe. Um genau zu sein, entfernt sich die Branche täglich mehr von dem, was ich mir unter einer für mich guten Unterhaltungsbranche vorstelle.

Ich bin Filmfan seit ich denken kann – und ja, das ist länger als 2 Jahre. Und wenn man so lange mit einem Medium verbracht hat und gesehen hat, wozu es fähig ist, ist es vielleicht um so härter, damit zu Recht zu kommen, dass das einst so geliebte Medium sich in eine Richtung entwickelt, die von Langeweile und austauschbaren Produktionen beherrscht wird.

Es ist also keine gute Zeit für Filmfans wie mich.

Oder?

IT WAS THE BEST OF TIMES

Wenn man es genau nimmt, war die Auswahl an Filmen nie so groß. Nun gut, das kann man eigentlich zu jeder Zeit behaupten. Als der erste Film fertig war, damals achtzehnhundertwasweißich, gab es auch mehr Filme als jemals zuvor. Schließlich gab es davor genau Null.

Was ich meine ist eher der Zugang zu Filmen. Durch das Internet wurden da ja mal wieder völlig neue Möglichkeiten erschlossen. Es gibt ohne Ende Video On Demand Anbieter, die die Videotheken, wie wir alten Filmfans sie noch kennen, ablösen. Es gibt DVD und BluRay, die die Videokassette, wie wir alten Filmfans sie noch kannten, ablösen. Es gibt Videoplattformen voll mit illegal hochgeladenen Filmen, die die Raubkopien, wie wir alten Filmfans sie noch kannten, ablösen.

Dazu kommt, dass wirklich jeder und sein Nachbar die Möglichkeit hat, selbst Filme zu produzieren. Es gibt die großen Hollywood-Studios, es gibt die kleinen Nicht-Hollywood-Studios, es gibt den Hobbyfilmer im Hinterhof eines der kleinen Nicht-Hollywood-Studios, der mit seiner frisch gekauften Digitalkamera seinen ersten Zombiefilm dreht. Selbst die VoD-Anbieter produzieren eigenen Kram.

Niemals gab es so viel Material, was man sich angucken kann. Die Auswahl ist gewaltig. Es ist für jeden was dabei. Warum also meckern?

IT WAS THE WORST OF TIMES

Wenn man sich mal ein bisschen von diesem in den eigenen vier Wänden verfügbaren Rahmen entfernt, sieht es doch etwas düsterer aus. Ich rede natürlich vom Kino. Denn da ist die Auswahl gar nicht so groß, wie man denken könnte. Auch wenn mehr Filme gedreht werden, als jemals zuvor.

Im Kino haben wir gefühlt nur Remakes, Fortsetzungen und Adaptionen. Ja, die gab es schon immer, blah. Aber momentan ist die Filmbranche so tief in einem unkreativen Loch wie niemals zuvor. Es fehlt fast komplett an eigenständigen Ideen. Jetzt können die Oberschlauen hier natürlich wieder mit dem Argument kommen „wenn es dich nicht interessiert, dann guck es halt nicht“ und dann komme ich mit dem Argument „FICK DICH DU AFFE“. Alleine durch das Marketing und die sozialen Medien kann man sich vor der ganzen Scheiße nicht retten. Wenn man sich nicht ohne Internet irgendwo in einer Hütte in der Wildnis einschließt, ist man quasi gezwungen, von dem ganzen Rotz erschlagen zu werden. Dazu kommt, dass neben dem ganzen Mainstreamscheiß -und ich benutze dieses Wort voller Überzeugung, obwohl ich Blockbuster mal richtig geil fand – offenbar nichts existieren kann. Mehr als ein Mal musste ich dieses Jahr darauf verzichten, einen Film im Kino zu gucken, einfach weil er nicht in einem erreichbaren Kino lief. War halt kein Platz für, weil Deadpool 42 Wochen am Stück täglich 4 Mal laufen musste.

Was die Sache aber noch viel schlimmer macht, ist die Tatsache, dass Filmemacher heutzutage einfach nur noch ein Haufen fauler Saftsäcke sind, die nichts anderes im Sinn haben, als sich an der treudoofen Kundschaft zu bereichern. Alles wirkt nur noch lieblos hingeschludert. Ein absolutes Paradebeispiel war das filmische Verbrechen Independence Day: Wiederkehr. Es fehlt scheinbar komplett an der Lust, mit der ein Film normalerweise entstehen sollte. Die großen bekannten Regisseure waren mal Visionäre. Heute scheint die einzige Vision das Dollarzeichen zu sein. Große Filme werden nicht mehr gemacht, weil die Filmemacher Spaß daran haben, diese Filme zu machen, sondern weil sie die Kasse klingeln lassen. Egal, wie scheiße sie sind.

Natürlich gibt es auch noch Regisseure – vor allem im Indie-Bereich -, die tatsächlich noch eine Vision haben und sich an neue Ideen wagen. Aber kaum etwas davon schafft es in die Kinos. Und beworben wird es ohnehin nicht, also schaut es sich auch niemand an, wenn es dann doch ins Kino kommt. Ein Teufelskreis, den sich die Branche wunderbar selbst auferlegt hat. Aber für die Arschkrampen in Hollywood ist es ohnehin egal. Die haben sich ihr Publikum über die Jahre so erzogen, dass sie wie brave Schafe in jeden lieblos hingepissten Müll rennen, ohne Fragen zu stellen.

WE HAD EVERYTHING BEFORE US

Nun könnte man natürlich einfach abwarten. Die Branche ist in stetiger Bewegung. Trends kommen und gehen. Viele Genres standen schon im Fokus und versanken anschließend wieder dahin, wo sie zuvor waren. Nichts verschwindet komplett, aber zumindest sinkt es zurück auf ein Level, auf dem man nicht davon erschlagen wird.

WE HAD NOTHING BEFORE US

Aber wann wird das der Fall sein? Müssen wir diese Ära noch Jahre ertragen? Wird man uns noch ewig den immer gleichen Scheiß aufdrängen, bis wir alle nur noch kotzen vor kompletter Übersättigung? Und was wird danach kommen? Einfach der nächste Hype, der uns dann wieder eine Dekade lang in die Fresse gehauen wird?

Die Zeit wird es zeigen.

IT WAS THE WINTER OF DESPAIR

Es ist sicher nicht die beste Zeit.

Es ist auch nicht die schlechteste Zeit.

Aber es ist höchste Zeit für eine Änderung.

Und immerhin scheint diese langsam einzutreten. Flops wie Ben-Hur, Ghostbusters und Fantastic Four zeigen, dass selbst die hartgesottensten Mainstreamglotzer längst nicht mehr alles annehmen, was man ihnen vor die Füße kotzt.

Also noch kein Grund zu verzweifeln. Der Wandel wird wohl kommen. Hoffentlich schon morgen. Und wenn nicht morgen, dann übermorgen. Oder zumindest irgendwann …

Mal aktuell: Don’t Breathe

Es ist ja kein großes Geheimnis, dass ich eher selten Filmtrailer gucke. Gerade heutzutage, wo Trailer die unfassbar dämliche Eigenart aufweisen, den ganzen Plot und jeden Twist des Films direkt zu verraten, mache ich einen gewaltigen Bogen um diese einst eigene Kunst des Filmschnitts herum. Aber wenn man im Kino sitzt kann man sich nur schwer davor retten. Wenn man nicht wie ein Trottel vor der Tür stehen will, bis der Hauptfilm anfängt, muss man nun mal den ein oder anderen Trailer über sich ergehen lassen. Meist sind die eher abschreckend. Meist verraten die direkt alles und man braucht den Film gar nicht mehr gucken. Aber manchmal gibt es eben doch noch Trailer, die einfach Lust auf den Film machen. So ein Beispiel war der Trailer zu:

DON’T BREATHE – USA – 2016 – 88 Min.

Eine Sache vorweg. Ich raffe nicht, warum heute alles, was auch nur ansatzweise etwas Brutalität in der Story hat, direkt als Horror bezeichnet wird. Don’t Breathe ist KEIN Horrorfilm. Nicht mal ansatzweise. Der Film ist nicht gruselig. Der Film hat keine wirklichen Schockmomente. Der Film hat absolut nichts Übernatürliches. Der Film ist KEIN Horrorfilm. Für mich ist der Film ein Psychothriller. Ein bisschen hat er mich von der Idee an Panic Room von David Fincher erinnert. Drei Leute brechen in ein Haus ein und müssen sich dann mit einem Problem herumschlagen, mit dem sie zuvor nicht gerechnet haben. Es sagt auch niemand, dass Panic Room ein Horrorfilm ist. Also: Psychothriller. So.

Aber egal was es dann letztlich ist, es ist verdammt gut. Der Film ist sich absolut bewusst, dass er sich in einem sehr vorhersehbaren Rahmen bewegt, was schon in der ersten Einstellung klar wird. Da nutzt man nämlich das komplett ausgelutschte Stilmittel der Vorblende, mit einem Blick auf den Ausgang des Films. Zumindest soll man das denken. Aber zum Glück macht der Film nicht so vorhersehbar weiter, wie man denken könnte. Denn gerade zum Schluss, wird man doch immer wieder überrascht dadurch, dass das Ende doch noch nicht gekommen ist. Mehrmals scheint es vorbei zu sein, eine der beiden Parteien gewonnen zu haben, und dann gibt es doch noch eine kleine Zugabe.

Die Charaktere sind nicht besonders ausgearbeitet. Wie man es von so einem Film gewohnt ist. Das Bisschen, das man erfährt erfüllt seinen Zweck. Allerdings hat man ein Problem, wenn man unbedingt eine Person braucht, der man einen Sieg wünscht. Immerhin reden wir hier von drei Einbrechern und einem blinden Mann mit Leichen im Keller. Hier gibt es kein gut und böse. Kein schwarz und weiß. Niemand in diesem Film hat ausschließlich gute Absichten. Wenn man das sucht, sucht man vergeblich. Aber das macht die Charaktere greifbarer. Leider erfährt man aber nur über zwei der vier Hauptfiguren wirklich genug um sich überhaupt für sie zu interessieren. Stephen Langs blinder Mann und die von Jane Levy gespielte Rocky sind Protagonist und Antagonist. Wer was ist, muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht sind auch beide beides. Die anderen zwei sind einfach nur da. Man weiß leider viel zu wenig über die restlichen Figuren, um sich wirklich für sie zu interessieren und auch, um gutzuheißen, was sie tun. Denn deren Beweggründe sind nicht klar. Man weiß nur, dass sie Geld wollen. Wofür erfährt man nicht, womit sie einfach nur Einbrecher sind. Da hätte man ruhig noch 5 Minuten investieren können, um auch denen etwas Profil zu geben. Mehr Zeit hat man für Rocky auch nicht geopfert. Und da liegt dann auch mein einziger Kritikpunkt. Mal wieder scheitert ein Film daran, mir die Charaktere nahe genug zu bringen, dass ich wirklich mit ihnen mitfiebern, mitleiden, oder gegen sie sein kann. Sie sind mir mal wieder zu egal. Zum Glück schafft der Film es trotzdem, Spannung aufzubauen. Nur wäre da eben viel mehr drin gewesen. Eben eine typische Krankheit des Genres.

Genau wie die typischen dummen Entscheidungen und Zufälle, mit denen man sich hier natürlich auch abfinden muss. Zumindest wirkt der Film aber für das was er ist, doch ziemlich gut durchdacht.

Absolut erwähnenswert sind noch ein paar technische Aspekte des Films. Vor allem der Sound, den man hier wunderbar einsetzt, um den Vorteil des blinden Mannes hervorzubringen, ist einfach super. Und auch visuell hat man hier einiges richtig gemacht. Kamerafahrten sorgen zu Beginn für Foreshadowing und die Kellerszene in völliger Finsternis ist hervorragend umgesetzt. Und jede Szene fängt mit der Kameraeinstellung die Enge und Bedrängtheit der Charaktere sehr gut ein.

Wer mal wieder einen spannenden und etwas anderen Horror Psychothriller sehen will, sollte ins Kino gehen. Denn das Ding hier ist einfach sehr gut umgesetzt und man merkt, dass hier Leute am Werk waren, die tatsächlich Lust hatten, auf das was sie tun. Eine Tugend, die in der Filmbranche heutzutage leider viel zu selten anzutreffen ist.

Schrottsommer 2016 – Vögel füttern

Heute gibt es hier einen ganz besonderen sommerlichen Eisbecher des Grauens. Wir alle kennen und lieben die Werke von Alfred Hitchcock. Schließlich war der Mann ein echter Meister seines Fachs. Da ist es natürlich kein Wunder, dass viele junge Filmemacher gerne in die Fußstapfen des Großmeisters treten würden. Und der beste Weg das zu tun, ist seine Grenzen zu kennen und nicht zu versuchen, Hitchcocks visuelle Genialität zu kopieren. Mit anderen Worten: Man sollte es komplett anders machen als:

BIRDEMIC: SHOCK AND TERROR – USA – 2010 – 105 Min.

Nur um mal kurz darauf vorzubereiten, womit wir es hier genau zu tun haben: Regisseur (und ich nutze diese Bezeichnung nur aus Mangel an Alternativen) James Nguyen brauchte 4 Jahre, um den Film fertig zu stellen. Damit das ganze professioneller wirkte, erfand er einen Großteil der Credits, damit es so aussieht, als hätten mehr als 5 Leute an dem Scheiß hier mitgewirkt. Da er keinen Vertrieb für den Müll fand, bewarb er den Film selbst unter anderem auf einem LKW, auf dem er den Titel des Films versehentlich falsch buchstabierte, so dass auf dem dann „BIDREMIC“ stand. Ihr seht also, dass hier wird richtig übel. Schauen wir uns also mal an, wieso diese komplett ernst gemeinte Hommage an Hitchcocks „The Bidrs“ komplett verkackt wurde:

Nach ungefähr 3 Minuten – so lange dauern die Credits, bei denen man nicht viel versauen kann, aber auch das schafft man mit unfassbar wackeliger Kameraführung – wird direkt klar, warum dieser Film einfach nur totale Grütze ist. Rod kommt in irgendeinem Kaff an, bei dem ich mir jetzt nicht die Mühe machen werde, den Namen herauszufinden, und latscht ins Diner. Es gibt ja den Ausdruck „er spielt hölzern“, was so viel bedeutet wie: er wirkt verkrampft. Nun, Rod bzw. der Darsteller von Rod, ist ein Brett aus unbiegsamen Mahagoni.

Rod stalkt eine Blondine, die nicht ganz so scheiße spielt wie er, was aber ja auch fast unmöglich ist, und es folgt Soundediting auf Oscarniveau. Beim Gespräch mit Blondie hört man immer, wenn die Kamera auf sie gerichtet ist, den Verkehr. Wenn die Kamera auf ihn gerichtet ist, hört man gar nix. Naja, außer sein Kackgelaber. Auf die Dialoge gehe ich besser gar nicht erst ein. Jedenfalls tauschen die beiden ihre Karten aus – ja, jeder sollte heutzutage eine Karte haben.

Rod guckt die Nachrichten, in denen eine Nachrichtensprecherin vom großen Vogelsterben erzählt. Dann geht er arbeiten.

Natalie kriegt einen Job als Victorias Secret Model. Und ich finde, dass kann man mal machen, denn da muss sie ja nicht schauspielern, sondern ihre Titten zeigen. Das sollte sie ja noch gerade so gebacken kriegen. Rod ruft an und es folgt ein weiterer Dialog direkt aus der Screenplayhölle. Ernsthaft hier:

NATALIE
Hello?

ROD
Natalie?

NATALIE
Who is this?

ROD
It’s Rod.

NATALIE
Oh, the guy from the restaurant.
What’s up?

ROD
Hey, it was nice running into you at Half Moon Bay.

NATALIE
Yeah. It was nice meeting you.

ROD
So, how’s your day?

NATALIE
My day’s going well, how’s yours?

ROD
Great. I made a big sale today.

NATALIE
Good, fantastic!

ROD
Thanks.

NATALIE
I closed a big job offer today at Victoria’s Secret.

ROD
Wow, congratulations! I think you’ll look great in those lingerie.

NATALIE
Thanks.

Ich breche das hier mal ab, weil es einfach unerträglich ist. Die beiden verabreden sich dann noch zum Essen.

Rod und sein Freund Rick spielen Basketball und völlig aus dem Nichts quatschen sie über die Erderwärmung. Und übers Ficken. Halt ein ganz normales Gespräch unter zukünftigen NBA-Profis.

Rod guckt mal wieder Nachrichten.Nur mal so nebenbei muss erwähnt werden, dass die Nachrichtensprecherin hier einen einigermaßen guten Job macht. Ich schätze mal, es liegt daran, dass sie ihre Sätze ablesen kann. Es klingelt und Rod guckt, als hätte er noch nie so ein seltsames Geräusch gehört. Es ist ein Solaranlagenverkäufer, der der geschickteste Verhandlungsexperte ist, den ich jemals gesehen habe. Rod lässt sich zwei Sekunden voll labern und fragt dann, ob man nicht noch was am Preis machen kann. Der Vertreter überlegt genau ein Hundertstel einer Hundertstelsekunde und gibt ihm 1000 Dollar Rabatt. EINTAUSEND DOLLAR!!!! Wisst ihr, wenn der Autor dieses Mülls gut wäre, würde er daraus einen Gag machen und den Typen immer wieder mit anderen Geschäften zu Rod schicken, weil er dauernd gefeuert wird, aufgrund seiner Unfähigkeit seiner Firma Geld einzubringen. Quasi der Gil Gunderson von Birdemic. Aber der Autor ist scheiße, also gibt es nur einen Handshake.

Rod und Natalie treffen sich beim China Restaurant und natürlich gibt es passend dazu chinesisches Geklimper als Soundtrack. Ziemlich sicher von James Nguyen selbst mit dem Music Maker erstellt. Der Hauptdarsteller ist ganz stolz, da es ihm gelingt, seine Jobbeschreibung voller Fremdwörter irgendwie über die Bühne zu kriegen. Irgendwo existieren 10 Stunden Outtakes nur von dieser Szene, da bin ich absolut sicher. Es folgt die unglaublichste „Lernen wir die Charaktere mal etwas besser kennen“-Satzaneinanderreihung, die die Filmwelt jemals gesehen hat. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass Natalie eine Katze hat, gerne in Discos geht und nicht so wie Rod dauernd Football guckt. Wenn der Regisseur gut wäre, würde ich nebenbei sagen, dass es tatsächlich Absicht ist, dass immer nur Hintergrundgeräusche zu hören sind, wenn die Kamera auf Natalie gerichtet ist. Quasi als Foreshadowing, weil sie später von einem Bus überfahren wird, oder so. Aber es wird wirklich nur Zufall und grottenschlechtes Editing sein.

Natalie erzählt ihrer Mutter von ihrem Date und … scheißt jetzt mal auf den Mist. Es ist ne halbe Stunde rum und ich habe noch nicht einen einzigen Vogel gesehen.

Es ist unfassbar. Natalie ruft ihre Freundin an – die gerade Sex hat, für den sie nicht mal den Bikini ausziehen musste – und ihr wisst schon: Natalie = Brumm Brumm Freundin = Grillenzirpen. Ich schätze mal, dass man die Szenen mit Natalie alle am selben Tag, an der selben Autobahnraststätte gedreht hat, weil sie ihren Bus kriegen musste.

Double Date Time. Rod + Natalie und Rick + Bikinitussi gucken den Al Gore Schinken und Rick will sich ein Elektroauto kaufen. Zu mehr hat die Szene nicht geführt. Man hätte ja zumindest mal nen Vogel im Hintergrund zeigen können, aber nix. Kein Vogel da.

Uh, das „Art & Pumpkin Festival“ steht an. Ich weiß nicht, was es ist, aber es klingt unglaublich scheiße. Kann also nur gut werden. Vielleicht ist sogar ein Vogelzüchter da. Nein, es gibt nur nen 1500 Pfund Kürbis zu sehen.

Rod und Natalie tapern am Strand entlang und … DA!!!! Im Hintergrund sitzt eine Möwe im Sand. Bitte lasst die jetzt sofort angreifen. Leider nicht. Aber Natalie findet am Strand einen toten Vogel. Und mit toter Vogel meine ich, dass jemand ein Bild von einem toten Adler im Internet gesucht, dieses dann noch mal abfotografiert hat, um es dann als Vorlage zu nehmen, um es mit Paint in einen Computereffekt umzuwandeln, den er dann in den Film reinklebt. Natalie weint also völlig berechtigt. Meine Augen tränen auch schon von dem Anblick.

Rod und Nat sind bei Mama Natalie eingeladen und labern über die Rente und anderen Scheiß, der absolut nichts mit den Vögeln, dem Vögeln, oder Vogelfederumherschwingenden Kissenschlachten zu tun hat. Und dann sitzen sie in einer Bar und labern wieder nur Scheiße. WANN KOMMEN DIE VERFICKTEN VÖGEL!!!!!!!!!!!!!!???????????????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bikinisex Teil 2.

Eine idyllische Umgebung, dieses Half Moon Bay, wie uns ruhige Bilder der Umgebung zeigen. Stille. Nur wunderschöne Naturaufnahmen. Frieden. Ruhe. ABER DANN GREIFEN AUS DEM NICHTS DIE VÖGEL AN UND ÜBERALL FLIEGT IRGENDWELCHE SCHEIßE IN DIE LUFT UND DIE VÖGEL FLIEGEN IN SCHWÄRMEN AUF DIE KAMERA ZU UND SIE STÜRZEN SICH WIE JAPANISCHE KAMIKAZEFLIEGER IN TANKSTELLEN UND VERURSACHEN EXPLOSIONEN DIE SO REALISTISCH WIRKEN DASS MICHAEL BAY DIREKT SEINEN SPECIAL EFFECTS SUPERVISOR NEU BESETZEN WIRD UND DIE VÖGEL KACKEN ALLES VOLL!!!! Rod und Natalie pennen. Welcher Irre hat die Scheiße hier bitte geschnitten?

Warum sind die eigentlich in einem Motel? Können die nicht zu Hause poppen? Naja, jedenfalls tun sie sich mit Ramsay (nicht Bolton) und seiner Freundin zusammen, um sich den Weg durch die Vögel zu kämpfen. Und das kann man eigentlich nicht beschreiben. Stellt euch vor, ihr schmiert euch ein Brot mit einem Kleiderbügel statt einem Messer und nehmt das auf Video auf. Während ihr das Brot schmiert, werdert ihr ständig von euren Haustieren abgelenkt und müsst nach ihnen schauen und die Augen vom Brot nehmen. Aus dem entstandenen Video wird das Brot rausgeschnitten und auch die Haustiere und … einfach alles, außer euch, mit nervösen Zuckungen und dem schwingenden Kleiderbügel. Und dann editiert ihr in den Vordergrund ein paar Vögel, die genau zwei Bewegungen machen: Flügel nach oben, Flügel nach unten. Und das in Endlosschleife. TATA!!! Ihr habt eine Birdemic-Actionszene.

Die Gang rettet sich in einen Van und aus irgendeinem Grund haben sie plötzlich ein Maschinengewehr. Irgendwo finden sie noch ein kleines Mädchen, dass alle Beteiligten darstellerisch mit nur einer Sekunde Auftritt direkt in den Schatten stellt. Und dabei ist sie trotzdem scheiße. Und 5 Minuten später retten sie wohl auch noch nen Jungen. Oder warum sitzt der plötzlich mit denen im Auto?

Mittagszeit. Also hält man an der Tanke, um sich mit Süßigkeiten einzudecken und vielleicht mal noch ne Tiefkühlpizza mitzunehmen. KRAH!!! KRAH!!!! Die Vögel kommen. Zum Glück hat man ein ganzes Arsenal an Waffen angesammelt und … wisst ihr, wenn die Welt wirklich von blutrünstigen Vögeln zu Grunde gerichtet würde, wäre es dann nicht der erste Gedanke, dass ich NICHT DRAUßEN IN DER WILDNIS EIN PICKNICK MACHE?

Zufällig kommt ein Wissenschaftler vorbei, der mal kurz erklärt, was die Erderwärmung so anrichtet. Alter, die Message hier wird einem aber auch einfach so derbe in den Schädel geballert, dass man nur Ozon kotzen kann. Warum die Vögel angreifen, weiß er trotzdem nicht. Vielleicht ist ihnen zu warm …

Ramsays Freundin liegt tot im Feld und … ist halt tot. Ramsay ist traurig. Mir ist es egal. Die können gar nicht schnell genug sterben, die Affen hier.

Die Vögel attackieren einen Bus. Ramsay will helfen, aber Rod meint, dass sie keinen Platz im Auto haben. Aber sie haben Becky getötet, also muss Ramsay Rache nehmen wie ein echter Actionheld. Um ehrlich zu sein kommt es mir so vor, als würde er eher die Leute verstören, wenn er mit seiner MG rumballert und die Leute aus dem Bus zieht. Naja, dann wird er ohnehin von ein paar Vögeln ANGEKOTZT!!! und stirbt.

Na, zum Glück hat die Tankstelle noch offen. Nur scheiße, dass ein Liter Benzin jetzt 100 Dollar kostet. Da hat Rod ja Glück gehabt, dass er von Solaranlagenschorsch den Magarabatt gekriegt hat. Und dann hat er Pech, weil er von einem Cowboy ausgeraubt wird, Aber dann wieder Glück, weil dem Cowboy ein Vogel direkt in die Halsschlagader fliegt. Manchmal hat man einfach einen guten Tag, denkt sich Rod und fährt weiter.

Im Wald treffen sie einen Typen, der – wie soll es anders sein – über die Erderwärmung palavert und dass er die Bäume nicht davor schützen kann. Leider hört er einen Berglöwen und muss nach Hause. Die anderen Irren laufen zum Auto … Moment mal, warum waren die eigentlich in dem Wald? Und warum brennt es da überall? Und warum ist dieser Scheißfilm immer noch nicht vorbei?

Oh nein, das Benzin für 100 Dollar ist schon wieder leer. Rod findet sich dann plötzlich in einem Point & Click Adventure aus den 80ern wieder, als er den Kofferraum öffnet.

ROD
Look, it’s a fishing rod. I could catch some fish.

Rod geht also angeln und läuft immer noch wie ein Cyborg mit Stock im Arsch. Selbst zum Ende des Films ist der Typ die Verkrampftheit in Person. Natalie geht mit den Blagen am Strand spielen. Und dann brät man halt den Fisch und mir ist jetzt schon schlecht. Den Kindern auch, denn die wollen lieber ein Happy Meal. Geht aber nicht, denn die Vögel kommen und man muss weg. Also schließt man sich wieder im Van ein und Rod ballert die letzte Munition leer. Also bewaffnet man sich mit Schraubenschlüssel und Gaskanister. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn es ist The Happening all over again. Scheinbar kommt der Winter und die Vögel müssen nach Süden. Jedenfalls hauen sie einfach ab.

Rod, Nat und die Pissblagen stehen am Strand und gucken zu, wie die Vögel in den Sonnenuntergang gleiten und sind sicher. Zumindest bis Teil 2. Ja, den gibt es wirklich. Ich gehe Tauben füttern …

Mal aktuell: Lights Out

Wirklich viel gibt es zum heutigen Film gar nicht zu sagen. Schließlich ist es einer dieser typischen Horrorfilme mit einem Monster, das es halt zu erledigen gilt. Aber ein paar Sätze will ich dann doch dazu schreiben.

LIGHTS OUT – USA – 2016 – 81 Min.

Wie wohl mittlerweile jeder weiß, basiert der Film auf einem Kurzfilm des gleichen Regisseurs, der vor 3 Jahren im Netz rauf und runter lief. Die interessanteste Frage für mich war hier eigentlich, ob es gelingt, diese Idee auch über Spielfilmlänge aufrechtzuerhalten.

Das gelingt tatsächlich ganz gut. Etwas Zeit geht natürlich dafür drauf, die übliche Hintergrundgeschichte aufzudecken. Die ist nicht sonderlich originell und führt zudem dann auch noch zum leider recht lahmen Ende. Da fehlte mir zum Schluss einfach noch ein guter Kniff, um mich wirklich vollends von der Geschichte zu überzeugen. Aber gut, von einem Horrorfilm sollte man mehr wohl auch nicht erwarten.

Was der Film ganz gut macht, ist das Spiel mit dem Licht aus/Licht an-Gedanken, auf dem die ganze Idee nun mal beruht. Besonders gut hat mir gefallen, wie das Monster immer wieder verschwindet, wenn ein Schuss aus einer Pistole auf sie abgefeuert wird, weil es ja für den Bruchteil einer Sekunde hell wird. So richtig hat diese ganze Geschichte am Ende aber leider keine Bewandnis mehr. Soll heißen, die Bezwingung des Monsters hängt nicht im Geringsten davon ab, ob es nun hell oder dunkel, oder was auch immer ist.

Was man leider überhaupt nicht macht – und was ich mir hier ehrlich gesagt erwartet hatte – ist mit der Idee zu spielen, ob da überhaupt wirklich ein Monster in der Dunkelheit lauert, oder nicht. In der ersten Szene des Films lässt man diese Herangehensweise mal kurz aufblitzen, wirft das dann aber direkt über Bord. Der Rest sind dann größtenteils Jumpscares. Dazu muss man aber auch sagen, dass sich ein Monster wie dieses halt ohne Jumpscares kaum bis gar nicht umsetzen lässt.

Gruselig wurde es dadurch aber nun mal auch nie so richtig. Echte Horroratmosphäre kommt nie auf.Liegt aber wohl auch daran, dass ich das alles so schon tausend Mal gesehen habe.

Am Ende bleibt halt ein kurzweiliger Horrorschinken, der nicht wirklich schlecht ist, aber leider auch einiges an Potenzial liegen lässt. Kann man sich aber durchaus mal angucken.