Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: August 2019

Verrisse sind hier ja beliebt, also teile ich das mal:

Heute gibts einen Verriss vom Feinsten zu einem Bestseller aus der Nostalgiehölle: WEGGELESEN NORBERT W. SCHLINKERT – KEIN MENSCH SCHEINT ERTRUNKEN 70 Seiten pure Verwirrung, die einen aber irgendwie gut bei der Stange hält. Der Erzähler springt fröhlich von Ort zu Ort und Zeit zu Zeit und ich habe zu keinem Zeitpunkt durchgeblickt, was hier […]

über Weggelesen oder weggelegt? – Schlinkert, Cline — Marcel Michaelsen

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Mal aktuell: Once Upon A Time … in Hollywood

Jap, ich war mal wieder im Kino. Das letzte Mal ist schon wieder fast ein Jahr her und hatte sich wirklich gelohnt. Diesesmal bin ich mir da nicht so sicher. Um es kurz zu sagen: Tarantino langweilt mich mit jedem Film mehr. Auch mit:

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD

Rick Dalton ist ein Schauspieler auf dem absteigenden Ast und Cliff Booth sein Stuntman, Gehilfe und bester Freund. Nachbarin Sharon Tate ist … ihre Nachbarin und hat sonst nicht den geringsten Charakter. Alle anderen sind halt auch da. Den Darstellern kann man dabei keinen Vorwurf machen, denn sie sind allesamt sehr gut bis fantastisch. Nur lässt Tarantino ihnen nicht viel Entwicklung. Tate ist wie gesagt völlig charakterlos. Cliff ist Herr Sorglos, den nichts aus der Ruhe bringt. Nie. Zu keinem Zeitpunkt. Er ist immer die absolute Coolness. Und dadurch dermaßen eindimensional, dass ich mich bei jeder weiteren Szene mit ihm immer mehr gelangweilt habe. Nur Rick darf wirklich eine (gehetzte) Entwicklung durchmachen, die leider dann irgendwann zugunsten des üblichen Tarantino-Splatter-Endes weggeworfen wird, das er sich hier wirklich mal hätte schenken sollen.

Denn wo Sharon Tate wohnt, da sind die Manson-Hippies nicht weit. Die sind hier nichts weiter als ein Haufen blutrünstiger Irrer, aber immerhin ein wenig creepy, woraus Quentin aber absolut nichts macht, abgesehen von einer netten Szene, die aber auch zu nichts führt, weil die Hippies am Ende auf ihrer Killertour nur zufällig im Haus mit Cliff landen und nicht als Reaktion auf eben diese Szene. Dazwischen existieren sie ohnehin nicht mehr, also ist es sowieso egal.

Und Szenen sind hier auch der Stichpunkt. Denn alles wirkt wie ein Haufen zusammengefügter Einzelszenen, die nichts zu einer Handlung oder gar einem Erzählfluss beitragen. Alles ist nur Stückwerk. Da kloppt sich Cliff mal mit Bruce Lee, dann spielt Rick eine Szene in einer neuen Serie, dann latscht Sharon durch die Gegend und nichts ist irgendwie weiterführend.

Die Gegend immerhin sieht wirklich super aus und es gibt einiges zu entdecken. Die Details im Hintergrund sind ein Fest für jeden Filmfreund. Egal ob Filmposter, Kinomarkisen oder Leute auf einer Party. Hier ist so einiges versteckt und es gibt sicher auch beim dritten oder vierten Rewatch noch Dinge, die einem zuvor nicht aufgefallen sind.

Nur ob ich mir so viele Rewatches davon antun werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist es einer dieser Filme, die mit jedem weiteren Anschauen wachsen oder vielleicht habe ich auch einfach das übersehen, was den Film so gut macht. Aber jetzt kann ich nur sagen, dass es in meinen Augen sehr belanglos und teils zäh war, gestrickt nach der üblichen Tarantino-Formel, mit jeder Menge Dialogen und abschließendem Gemetzel. Das langweilt mich nicht zum ersten Mal und ich hoffe immer noch, dass er mit dem nächsten Film endlich mal aus diesem Schema ausbricht. Aber vermutlich nicht, denn die Tarantino-Family scheint es nach wie vor zu lieben.

Blockbuster-Sommer 2019: Postman, Dunkirk, Kingsman

Noch ein paar Blockbuster. Langsam reichts dann auch …

THE POSTMAN

Es gab mal eine Zeit, da hatte Hollywood keine Angst davor, einfach mal ein paar Millionen Dollar zu verbrennen. Eine Zeit, in der noch sowas wie Risikobereitschaft existierte. Als selbst im Blockbusterbereich noch nicht alles ein Einheitsbrei war. Und wenn Hollywood sich auf diese Eigenschaften berief, kontaktierten sie Kevin Costner.
Der ist hier ein normaler Mann mit seinem Esel, der nur versucht, in einer postapoaklyptischen Welt zu überleben. Oh, und natürlich für die Gerechtigkeit einzutreten, weil das in solchen Filmen einfach sein muss.
Und was ist gerechter, als die Post? Nun, vermutlich alles andere, aber hier nicht, denn die Post ist der heiße Scheiß in der Postapoalypse, wie ja schon der Name sagt.
Und so reitet der Postmann durch die Gegend, verteilt Briefe und schwängert schöne Frauen. Dabei tischt er den Zivilisten etwas von einer neuentstandenen Regierung auf und gibt ihnen Hoffnung. Das findet der böse Will Patton so richtig kacke und macht Jagd auf den Postboten.
Drei Stunden lang trieft hier der pathetische Kitsch aus jeder Pore und ich kann jeden verstehen, der das absolut grauenhaft findet. Geht mir genau so. Aber irgendwas mag ich an dem Streifen. Vermutlich ist es einfach der Umstand, dass hier ein ungewöhnlich optimistischer Ansatz in einer so trostlosen Welt genutzt wird. Statt durchgehend darauf hinzuweisen, wie im Arsch alles ist, wandeln die Figuren mit einer Art durchgehendem Hoffnungsschimmer durch diese Welt.
Dadurch fehlt aber auch Konflikt an allen Ecken und Enden und bis auf den großen Helden Costner und den großen Bösen Patton, sind eigentlich alle einfach nur da. Und die beiden sind auch nur vom Reißbrett, was die Sache nicht besser macht. Die völlig beschissene Lovestory, die den kompletten Mittelteil einnimmt, lasse ich zudem besser unerwähnt. Und Tom Petty als Tom Petty auch.
Die Nummer hier auf knapp 2 Stunden runtergedampft und mit mehr Charakterentwicklung hätte mehr Spaß gemacht. Aber auch so kann ich dem Film irgendwas abgewinnen. Nur was genau, das weiß ich nicht.

DUNKIRK

Als ich den Streifen im Kino sah, war mir hinterher absolut bewusst, dass ich die ganze Nummer nicht gerade geil fand. Aber im Kino kann einen der Sound und die Bildgewalt schonmal blenden.
Zuhause auf dem TV muss ein Film dann wirklich zeigen, was er kann und das ist hier für mich persönlich leider nicht viel. Ich weiß genau, was Nolan hier tut und der Ansatz, die Distanzierung voneinander im Krieg aufzuzeigen und mal von der sonst üblichen Kameradschaft wegzugehen, ist nicht uninteressant. Nur sorgt eben diese Distanzierung dafür, dass mir völlig egal ist, was da gerade passiert. Es ist wie ein Videospiel, das von Außen betrachtet eher langweilig ist, denn wenn ich nicht selbst spiele, kann ich kein Leben verlieren. So geht es mir hier mit den völlig hohlen Figuren. Es juckt mich einfach nicht, ob sie überleben.
Den Feind nie zu zeigen ist ebenfalls eine nette Idee und sorgt für ein oder zwei durchaus intensive Szenen, die weit weniger effektiv gewesen wären, wenn da eine Truppe Soldaten über den Strand marschiert wäre. Allerdings geht dadurch die anrückende Bedrohung und der Umstand, dass die Zeit rennt, ein wenig flöten.
Und Zeit ist ohnehin ein eigenartiger Faktor hier. Mittlerweile sollte klar sein, dass Christopher Nolan sehr gerne mit der Zeit herumspielt. Bisher hat das auch immer recht gut funktioniert. Hier sollen drei verschiedene Zeitebenen gleichzeitig erzählt werden, die sich aber explizit in ihrer Länge unterscheiden. Wörtlich: 1 Stunde, 1 Tag und 1 Woche. Und das kam bei mir schon bei der ersten Sichtung gar nicht an und daran hat sich jetzt nichts geändert. Könnte auch alles kurz vor Sonnenuntergang sein. Ich kann den Unterschied einfach nicht feststellen, wer da gerade wann sein soll.
Am Ende bleibt ein netter Film, dem ich handwerklich nichts vorwerfen kann, und ich bin froh, dass es noch Leute wie Nolan gibt, die Experimente wagen. Das kann nur eben nicht immer funktionieren. Hier ging es für mich ziemlich in die Hose.

KINGSMAN: THE SECRET SERVICE

LeFloids Geheimagentenausbildung ist durchaus unterhaltsam. Was ich aber mittlerweile wirklich ambemerkenswertesten finde, ist die Tatsache, dass in Actionfilmen die Action immer der Schwachpunkt ist. Da ist es zur Abwechslung wirklich mal nett, wenn sich jemand die Mühe macht, seine Schnitte zu verstecken, wie hier in der Kirchenszene. Ansonsten müllt man leider auch ein wenig mit Effekten rum, die eine gute Actionszene einfach nicht nötig hat, aber das ist wohl heute einfach so und scheinbar finde nur ich das absolut zum Kotzen, deshalb wird es sich wohl nicht mehr ändern.
Immerhin sind hier die Charaktere und die Story gut genug, um den Film zu tragen und die Action ergibt sich daraus und nicht umgekehrt. So hat mich das Ding ganz gut unterhalten, auch wenn ich ihn nicht so feiern kann, wie es viele andere tun. Dafür fehlte mir einfach irgendwas. Der Humor kam bei mir nicht an und irgendwie hätte ich das Ganze gerne noch abgefahrener gehabt. Wenn man schon eine Breakdance-Klingenfuß-Asiatin am Start hat, sollte man auch auf allen anderen Ebenen komplett die Sau rauslassen. Aber da geht es wohl auch nur mir so.
Insgesamt ist der Streifen durchaus unterhaltsam und hat ein paar nette Ideen. Er leidet nur ein wenig unter dem modernen Problem, das Action nie einfach mal nur für sich stehen darf, sondern immer zum Kamerafahrten-Effektgewitter und Zeitlupen-FastForward-Gewusel verkommen muss. Und davon bin ich einfach kein Befürworter.

Blockbuster-Sommer 2019 – Geostorm

Wenn es eine Sorte von Blockbustern gibt, die ich mir immer, in jeder Form und mit jedem Bullshitplot geben kann, dann sind es Katastrophenfilme. Wenn die Welt untergeht, bin ich aus Prinzip dabei. Natürlich ist das in den meisten Fällen wirklich kompletter Schrott. Erst neulich haben wir hier The Rock begleitet, wie er sich durch ein Erdbeben rüttelt und es war unglaublich schlecht. Mal sehen, ob der heutige Streifen diese Gurke noch unterbieten kann. Ich habe da ja tatsächlich große Hoffnung, denn hier klingt alles und jeder einfach nur nach kompletter Grütze.

GEOSTORM – USA – 2017 – 109 Min.

Regie führte hier Dean Devlin, der schon beim Großmeister der Weltenzerstörung Roland Emmerich einige Male mit ins Drehbuch rotzen durfte – und zwar bei den wirklich schlechten. Natürlich hat er für den folgenden Käse ebenfalls das Drehbuch beigesteuert und nur mal schnell Paul Guyot hineinwichsen lassen, der absolut nicht erwähnenswert ist.
Hauptdarsteller Gerard Butler ist ja aus irgendeinem Grund eine immerhin mittelmäßig große Nummer in Hollywood und darf sein grottiges Mimenspiel immer wieder zur Schau stellen. Meistens in bestenfalls mittelmäßiger Actiongrütze, die hier vermutlich locker unterboten wird. Ansonsten sind auch noch Ed Harris und Andy Garcia dabei, die es wohl leider nötig haben. Jim Sturgess und Abbie Cornish sind einem vermutlich ebenfalls schon mal begegnet. Und aus deutschen Landen gesellt sich Alexandra Maria Lara dazu und ich weiß nicht, ob es jetzt gut oder schlecht für sie ist, mit dieser Scheiße in Hollywood angekommen zu sein. Schauen wir mal …

Jake Lawson ist mal sowas von Anti-Establishment, dass ich Gerard Butler hier fast leiden kann. Er ist der Leiter des „Dutch Boy“-Programms, das mittels einer Vernetzung von Satelliten das Klima auf der Erde im Einklang halten soll. Aber weil etwas nicht so ganz nach Plan lief und er eine zu große Fresse hat, wird er gefeuert. Von seinem Bruder Max.

Wir kennen die Nummer hier, deshalb gehe ich nicht groß auf die Grundstory ein. Natürlich spinnt das Programm rum und nur Jake kann die Sache wieder in Ordnung bringen, bevor ein Geostorm (ich habe nicht die geringste Ahnung, was die korrekte Übersetzung dafür ist) die ganze Erde platt walzt. Der Bruderzwist spielt dabei natürlich eine nicht unwichtige Rolle. Also, davon abgesehen, dass alles hier eigentlich unwichtig ist. Ein Team von … Leuten, soll den Tag und die Welt retten und es ist jetzt schon klar, dass sie alle völlig uninteressant sein werden und von mir aus alle verrecken können. Und da wird auch schon ein namenloser Honk ins All gesaugt. Machs gut Honk. Es werden dir sicher weitere Honks folgen.

Der Hauptsitz des Klimakonsulats ist natürlich in China, denn wenn man von einer Nation erwartet, dass sie sich um das Klima sorgt, dann ist es natürlich China. Aber gut, irgendwie muss man die Quotenasiaten ja unterbringen. Jedenfalls ist es da so heiß, dass die Eier auf der Straße braten, denn ein Vulkan oder sowas kommt aus dem Asphalt und fackelt China ab. Das sieht übrigens bis zu dem Moment ganz nett aus, in dem die Hochhäuser einstürzen und aussehen wie umstürzendes Playmobil.

Butler wird derweil von einer Dreizehnjährigen komplett an die Wand gespielt, was niemanden überraschen sollte. Dann fliegt er mit einer Playmobilrakete ins All.

Der Quotenasiate hat den Untergang des chinesichen Imperiums überlebt und ruft Max an, um ihn vor dem Geostorm zu warnen und von einer Verschwörung im Inneren zu berichten. Jemand sabotiert den Klimaschutz und das geht natürlich gar nicht klar. Max raffts nicht so ganz und bringt ein paar Frauen mit ins Spiel, die ihm helfen können, bei … wasauchimmer. Jake muss direkt an Max Bericht erstatten und das gefällt ihm gar nicht. Die beiden kötten sich ein wenig an und dann gerät irgendein Roboterarm auf der Raumstation außer Kontrolle. Sabotage und so …

Jakes Raumanzug hat eine kleine Panne und er verreckt fast, aber kann sich noch so gerade retten, bevor er in die Weiten des Weltraums davonschwebt. Sabotage und so. Er will wissen, wer hier ein falsches Spiel spielt und es folgt sterbenslangweilige Recherche.

Der Quotenasiate wird von einem bösen Asiaten vors Auto geschubst und stirbt.

Die sterbenslangweilige Recherche geht weiter und besteht größtenteils daraus, sich irgendwelche Videos anzuschauen.

Max und sein Team von fähigen Frauen gehen alle Szenarien durch und jedes endet in einem Geostorm. Es ist klar, dass jemand das Dutch Boy Programm nutzt, um gezielt Naturkatastrophen zu verursachen. Jake weiß, dass ein Virus ins Programm eingespeist wurde, der nur durch eine Hintertür im Programm beseitigt werden kann und von dieser Hintertür weiß nur der Präsident, der auch als einziger die nötigen Codes hat, um das Programm komplett lahmzulegen. Max und sein Team von toughen Ladys hat einen Plan, um an die Codes zu kommen.

Währenddessen spielen alle Satelliten verrückt und in Tokyo beginnt es zu hageln. Egal, wer für das Virus verantwortlich ist, er ist eindeutig Rassist. Oder warum hat er es so sehr auf Asien abgesehen? Ein Eissturm friert Rio de Janeiro ein. Jake und sein Team von … Leuten kann den zuständigen Satelliten zerstören. Aber der nächste Alarm heult bereits auf.

Ach so, die Codes sind übrigens keine Codes, sondern die Fingerabdrücke des Präsidenten.

Auf der Raumstation ist jetzt klar, dass der Saboteur … einer von den Leuten ist. Ich glaube, er heißt Duncan. Und er kriegt von Jake so richtig vor die Fresse und wird dann hinaus ins Weltall gesaugt. Ein Problem weniger, schätze ich.

Max muss sich mit Verräter Ed Harris (keine Ahnung, wie der im Fim heißt) herumschlagen und es ist klar, dass er den Präsidenten und alle mögichen Ersatzmänner killen will, weil … er Politik scheiße findet. Oder selbst Präsident sein will. Oder wasauchimmer.

Max und sein Team von furchtlosen Frauen rettet Präsident Andy Garcia kurz bevor ein Megagewitter die Stadt abfackelt.

Indien wird von Tornados durcheinanergewirbelt.

Moskau schmilzt.

Die Effekte sind übrigens … meh. Und von der Physik hier fange ich besser gar nicht erst an. Die ist im Weltall realistischer als in den Szenen auf der Erde. Das muss man auch erstmal hinkriegen.

Die Raumstation ist ziemlich hinüber und muss evakuiert werden. Nur Jake bleibt, denn er muss den Coden eingeben, wenn Max Erfolg hat. Hä? Ich denke, der Code sind die Fingerabdrücke. Whatever. Ed Harris wird verhaftet, aber vorher haut ihm Max noch in die Fresse.

Saudi-Arabien säuft ab.

Der Präsident nutzt seine Finger und die Geostorms sind abgesagt. Jake kann leider nicht mehr zurückkehren und muss mit der Raumstation untergehen. Immerhin hat er Gesellschaft von einer Frau aus seinem Team von … Leuten, die heimlich in der Station geblieben ist. Und natürlich können sie sich retten, indem sie zu einem Satelliten schweben und damit wegfliegen und ein Space Shuttle holt sie im All ab.

Meine Herren, das war schon unfassbar dumme Scheiße. Wären wenigstens die Effekte brauchbar, dann würde der Quatsch sogar irgendwie unterhalten. So bleibt eben nur dumme Scheiße. Ich gehe den Präsidenten verraten …

Blockbuster-Sommer 2019 – Pixels

Blockbuster sind nicht nur für Action da. Es soll auch mal gelacht werden. Da kann man ja mal Millionen für rausballern und dann trotzdem keinen Lacher bringen. Und am besten schmeißt man noch jede Menge popkulturelle Videospielreferenzen rein und fertig ist die halbgare Blockbuster-Komödie.

PIXELS – USA – China – Kanada – 2015 – 105 Min.

Regie führte hier Chris Columbus, ein eigentlich durchaus fähiger Mann hinter der Kamera, was er unter anderem mit den HOME ALONE Filmen oder dem ein oder anderen HARRY POTTER Streifen bewiesen hat.
Drehbuchautor Tim Herlihy hat bereits einige Adam Sandler Filme geschrieben und dabei kommt aus Prinzip mehr Schatten als Licht herum. Timothy Dowling hat noch andere Komödien verbrochen. Schwer zu entscheiden, wer von den Beiden das größere Übel ist.
Zu den Darstellern muss man wohl nicht viel sagen. Adam Sandler und sein Buddy Kevin James, der genau in einer Rolle gut war (und die gabs nicht im Kino) haben hier noch Peter Dinklage, Sean Bean, Michelle Monaghan, Brian Cox und andere Leute um sich versammelt, die scheinbar nichts besseres zu tun hatten. So wie ich, sonst würde ich mir diese Scheiße nicht ständig angucken.

„Mommy’s alright, daddy’s alright, they just seem a little weird. Surrender, surrender, but don’t give yourself away, ay, ay, ay.“ Natürlich beginnt der Streifen mit einem komplett totgedudelten Klassiker und den jungen Brenner und Cooper in der Spielhalle. Brenner ist ein echtes Naturtalent und zockt alles durch. Cooper ist ein echter Lappen und verkackt bei jedem Game. Und irgendein Nerd, dessen Namen ich nicht mitgekriegt habe, ist verknallt in eine Videospielfigur, die aus 5 Pixeln besteht, und Verschwörungstheoretiker natürlich auch noch. Sie alle und Eddie treten bei den Arcade Championships an und im Finale müssen Brenner und Eddie gegeneinander in Donkey Kong antreten und „We will, we will rock you“ wird gespielt, weil man noch ein paar weitere totgedudelte Klassiker im Repertoire hat. Eddie gewinnt das Ding und ist ein Riesenarschloch.
30 Jahre später ist Brenner ein Loser, Cooper der Präsident mit Leseschwäche, der Nerd immer noch ein Nerd und Eddie immer noch ein Arschloch. Irgendwo schmeißt man dann noch Violet als Loveinterest von Brenner in den Mix und die Truppe des Grauens ist perfekt.

In Guam fallen komische Lichter vom Himmel.

Violet heult, weil sie geschieden wird oder so und Brenner tröstet. Lovestory abgeschlossen. Immerhin haben wir das schon mal hinter uns.

In Guam wird ein Soldat in seine Einzelteile zersetzt. Oder er wird gebeamt. Ich bin mir nicht ganz sicher.

Präsident Cooper ruft Brenner ins weiße Haus, denn der soll sich die Aufnahmen des Alienangriffs anschauen, denn die haben in Form vom Spiel GALAGA angegriffen. Aber nicht wie das GALAGA, das heute alle kennen, sondern die verbuggte Version. Nachdem sich der Verteidigungsminister mit unlustigen Ideen zum Clown gemacht hat, ist klar: nur die alten Zocker können die Welt retten. Also mir ist das klar. Den Leuten im Film (noch) nicht.

Bis hier hin ist das sogar alles ganz nett. Nur der Humor fehlt. Den bringt der Nerd, der nebenbei Ludlow heißt, auch nicht mit. Mit ihm geht der Film im Gegenteil eher baden. Was er allerdings mitbringt, ist eine Videobotschaft der Aliens, die im großen Wettstreit gegen die Erde antreten wollen und der Sieger kriegt den Planeten des Verlierers. Da sie bereits den ersten Sieg haben, müssen die Erdlinge jetzt mal reinhauen.

Zweiter Sieg für die Aliens in Indien, weil Präsident Cooper keine Warnung rausgeben wollte. Die Truppe der Nerdluschen soll jetzt also doch helfen und Trainiert die Soldaten im Spielen alter Videospielklassiker. Und Ludlow ist demaßen unlustig und anstrengend, dass ich wieder weiß, warum dieser Fim hier auf den Filmschrottplatz gehört.

Die nächste Attacke soll es in London geben. Dieses Mal: CENTIPEDE. Weil sich die Soldaten so dämlich anstellen, schnappt sich Brenner eine der Waffen und gewinnt die Runde alleine, obwohl er nie zuvor eine Wafe abgefeuert hat. „Everybody’s working for the weekend“ ist die nächste ausgelutschte Musiklizenz, die man sich geholt hat. Für Level 2 braucht Brenner immerhin die Hilfe von Ludlow. Zu zweit spielen sie die Nummer mal eben durch.

Zur Feier des Tages wird gesoffen und als Preis kriegen sie den Hund aus DUCK HUNT geschenkt. Da Brenner nicht in alle Spielen der absolute King ist, holen sie Eddie aus dem Knast. Peter Dinklage ist hier nebenbei absolut grauenhaft zu absolut jeder Sekunde. Also das genaue Gegenteil zu seiner Rolle in GAME OF THRONES.

In New York um Mitternacht soll es den nächste Runde geben und es wird PAC MAN sein. Glücklicherweise hat der Erfinder von PAC MAN ein paar Autos gebaut, die wie die Geister im Videospiel funktionieren und unsere Nerdtruppe kann jetzt die gelbe Kugel durch die Stadt jagen. Nebenbei macht es erschreckend viel Sinn, die Nummer in New York zu bringen, wo der Aufbau aus der Vogelperspektive quasi dem Spiel ähnelt. Dementsprechend ist das hier auch eine ganz nette Actionszene, aus der man aber durchaus noch etwas mehr hätte rausholen können. Der Erfinder will mit PAC MAN reden, aber der beißt ihm die Hand ab. Natürlich gewinnen sie trotzdem und die Welt ist noch nicht dem Untergang geweiht. Als Preis gibt es Q-Bert, der jetzt mit schlechtem Slapstick rumnerven darf.

Brenner versteht den Reiz an modernen Videospielen nicht und ich bin da bei ihm. Alles nur noch Grafikpower und sonst die immer gleiche Scheiße. Das ist ja auch ein wenig die Idee hier. Früher folgten Videospiele bestimmten Mustern, die man sich einprägen musste, um das Spiel zu schlagen. Und die Aliens folgen diesen Mustern. Würden sie als CALL OF DUTY Teil 42 angreifen, könnten wir einpacken.

„Nothing ever lasts forever Everybody wants to rule the world“ wurde auch lizenziert und hier von Ludlow mit einer unlustigen Performance gewürdigt. Die anderen turteln währenddessen rum und langweilen zu Tode. Können dann jetzt die Aliens wieder angreifen?

Wie sich herausstellt, hat Eddie schon immer gecheated um zu gewinnen. Selbst im Kampf gegen PAC MAN. Deswegen wird Violets Sohn weggebeamt. Zum Finale gibt es natürlich den absoluten Overkill. Anstatt sich auf ein Spiel zu konzentrieren, haut man alles raus, was da ist. FROGGER, PAPERBOY, SPACE INVADERS, SUPER MARIO, DIE SCHLÜMPFE … und so geht die Nummer endgültig den Bach runter, denn genau die Muster, von denen Brenner zuvor noch gesprochen hat, spielen jetzt keine Rolle mehr und es ist nur noch stupides Rumgeballer.

Die Gruppe muss allerdings gegen den Boss in Form von DONKEY KONG antreten. Und auch das ist leider eher unspektakulär und nicht so lustig und unterhaltsam wie es sein könnte. Dazu gibt es „We wil, we will rock you“ weil das Budget für weitere Lizenzen nicht mehr ausreichte. Brenner kann den Affen weghämmern und die Erde ist gerettet. Ach so und wegen dem Budget: Es läuft :“Mommy’s alright, daddy’s alright, they just seem a little weird. Surrender, surrender, but don’t give yourself away, ay, ay, ay.“

Ich mag die Idee hinter dem Film und er hat seine Momente. Leider ist der Humor die typisch flache Nummer, die man heute immer in Komödien findet und die meisten Ideen sind nicht wirklich weitergedacht als eben das entsprechende Spiel im Film zu verwursten. Ein fähiger Drehbuchautor hätte sich hier nicht auf der reinen Idee ausgeruht, sondern den Humor innerhal der Spiele gefunden, die hier untergebracht wurden. Das übliche Hollywoodproblem von heute eben. Es wirkt alles sehr halbherzig hingeschludert. Könnte aber schlimmer sein. Der Abspann ist übrigens der gesamte Film in Pixelgrafik und das hat mehr Charme als alles in den letzten 100 Minuten. Ich gehe den Highscore knacken …

Orange Is The New Black – Season 7

Mit der siebten Staffel von ORANGE IS THE NEW BLACK – kurz OITNB – geht eine der ersten großen Netflixserien zuende. Und das keine Sekunde zu früh, um mal ein kleines Fazit vorwegzunehmen.

Nachdem in der letzten Staffel die Nachwehen des großen Gefängnisaufstands behandelt wurden, kehrt wieder etwas Ruhe in den Gefängnisalltag ein. Wobei noch der ein oder andere Ausläufer des Riots zu spüren ist. Und das sind dann auch die interessanteren Geschichten in der finalen Staffel. Die unschuldig verurteilte Taystee muss mit sich damit abfinden, dass sie wohl nie wieder aus dem Knast kommen wird. Blanca muss die Konsequenzen ihres Mitwirkens an dem Aufstand tragen. Und alle anderen sind auch noch irgendwie da.

Es wirkt leider so, als ob man für den Großteil des Casts eigentlich keine Ideen mehr hatte und deren Entwicklung bereits abgeschlossen war. So hängen einige der Frauen (und auch Männer) ziemlich in der Luft. Mittlerweile dürfte auch der letzte Depp kapiert haben, dass auch die Wärter allesamt Dreck am stecken haben oder die Insassen vögeln wollen; oder beides. Und auch, dass es den Ex-Häftlingen schwerfällt, sich wieder an ihr Leben außerhab der Zellen zu gewöhnen, hatten wir mittlerweile mehrmals in der Serie. So werden also einige Charaktere mit Alibi-Storys abgespeist, die sich nicht selten darum drehen, sich irgendwas oder irgendjemanden zwischen die Beine zu schieben.

Natürlich will man am Puls der Zeit bleiben und wirft noch halbherzig eine #MeToo-Geschichte und Immigrantencamps in den Mix. So richtig aufregend ist das aber alles nicht gerade. Mittlerweile folgt man den Charakteren halt gerne und so hält einen das alles irgendwie bei der Stange. So richtig interessant ist hier aber nicht mehr viel und bei den wenigsten wollte ich dann auch wirklich wissen, wo die Reise endet.

Immerhin hat man aber den offensichtlichen Weg vermieden und schmeißt hier nicht mit Pseudy-Happy Ends um sich. Wie die Charaktere der Serie, ist auch deren Abschied selten ausschließlich positiv oder negativ. Es gibt einige Grauzonen, die man hier abdeckt. Für manche kommt es nur etwas plötzlich und dann spielen sie einfach keine Rolle mehr. Das wirkt dann doch sehr wie das Abhaken einzelner Stationen innerhalb der Geschichte.

Am Ende ging der Serie leider die Puste aus. Die Riot-Season war einfach ein Höhepunkt, den man nicht mehr toppen konnte und selbst, daran anzuschließen, war schwierig. Man hat das ganze hier zu einem netten Abschluss gebracht, der der Serie und den Charakteren durchaus gerecht wird. Nur so richtig mitnehmen wollte mich das alles nicht mehr. Die Staffel plätschert so dahin und dann ist es halt vorbei. Unspektakulär. Nett. Vorbei.

Blockbuster-Sommer 2019: Holmes, LAH, Kong

Eigentlich hatte ich nach Teil 1 keine Lust mehr, aber dann wurde ich darauf hingewiesen, dass noch ein dritter Teil kommen soll und da dachte ich, dass das Sequel vielleicht etwas unterhaltsamer als der Vorgänger ist:

SHERLOCK HOLMES: A GAME OF SHADOWS

Teil 1 zeigte neulich im Rewatch bereits, dass diese Version von Sherlock Holmes nicht das Unterhaltungspotenzial besitzt, dass ich ihm vor 10 Jahren noch zugesprochen hätte. Mit anderen Worten: In meiner Erinnerung funktionierte das alles besser.
Dieses Sequel habe ich damals „verpasst“ und aus irgendeinem Grund entschied ich mich dazu, diesem Holmes noch eine Chance zu geben. Und es hat sich nicht viel geändert. Der Streifen hat ein paar nette Momente, aber insgesamt bleibt da nichts bei mir hängen. Die Gags zünden bei mir nicht, die Darsteller sind halt da und die Geschichte läuft so daher. Der Holmes Charakter langweilt mich mehr, als er es dürfte. Er kann einfach alles. Rätsel lösen, kämpfen, geigen, sogar in die Zukunft schauen (sozusagen). Das Einzige, das er nicht kann: Mich unterhalten.

LAST ACTION HERO

Es sagt viel über das Kinopublikum aus, dass ausgerechnet dieser Film Arnies erster Flop war. Das Publikum (und ja, ich zähle mich dazu) war also schon in den 90ern dumm wie Brot. Es wurde mit den Jahren nur immer dümmer und die Risikobereitschaft der Studios immer geringer. Und jetzt haben wir den Salat.
Ironischerweise ist dieser Film eine Liebeserklärung an die Magie, die das Kino beziehungsweise das Medium Film auf den Zuschauer übertragen kann. Eine Magie, die diesem Medium irgendwann zwischen Effektgewittern und dem Aufkochen des immer gleichen Gemüses abhanden kam.
Gleichzeitig handelt es sich um eine Hommage an die große Zeit der Actionfilme, voller Oneliner, schwerbewaffneter Typen und cooler Action.
Alles an diesem Film macht einfach nur Spaß, weil er eine gute Idee zuendegedacht umsetzt und sich nicht nur auf Getöse ausruht, das diese Idee ohne Zweifel mit sich bringt. Es ist irgendwie traurig, dass ausgerechnet dieser Film so unterging und bis heute kaum Erwähnung findet. Andererseits vermutlich eine gute Sache, ansonsten hätte man die Idee mittlerweile bereits mit drei Sequels, einem Prequel und einem Reboot komplett zerstört. Dann doch lieber nochmal diese Version anschauen, aus einer Zeit, in der Ideen noch gewürdigt und umgesetzt wurden, selbst wenn das saudumme Publikum sie nicht sehen wollte.

KONG: SKULL ISLAND

Als nach 5 Sekunden ein Fallschirmspringer wie die geborene Coolness am Strand landet, hatte ich schon keinen Bock mehr. Aber es war dann doch nicht so grauenhaft, wie ich erwartet hatte.
Der Reihe nach:
John Goodman ist Mr. Exposition und erzählt entweder, wie beschissen die momentanen Zeiten sind oder spricht wie eine Seite aus einem fiktionalen Kriegsroman.
Samuel L. Jacksons Charakter hat genau eine Aufgabe: Durchgehend scheiße drauf sein.
Brie Larson hat eine Photokamera und sonst nicht den geringsten Charakter.
Tom Hiddleston gibt den Abenteurer, der auf der Suche ist, aber nicht weiß, wonach er eigentlich sucht. Außer Geld.
Und John C. Reilly ist erstmal nur nervtötend, entwickelt sich dann aber zum interessantesten Charakter in dem Gemüse hier. Nicht, dass das eine große Leistung wäre, denn alle anderen geben absolut nichts her.
Nett ist der teils griselige Filter, der über manchen Szenen liegt und den Film etwas aus der Zeit fallen lässt. Der Soundtrack trägt natürlich auch dazu bei, auch wenn man wirklich mal aufhören könnte, den ganzen Kram runterzududeln, den jede Sau sowieso kennt. Die 60er/70er hatten mehr als CCR, Black Sabbath und Jefferson Airplane zu bieten. Wenn jetzt noch jemand verstanden hätte, wie man einen Abenteuerfilm macht, bei dem Charaktere, Abenteuer und Action gleichermaßen interessant und spannend bleiben, wäre dabei vielleicht sogar ein guter Film herausgekommen. So sind es aber nur Riesentiere und Monster, die Menschen jagen und Krempel durch die Gegend werfen. Die Dialoge während der Actionszenen wirken dabei teilweise wie gelangweilt reingeschnitten, was sie vermutlich auch wurden.
Und da kommt natürlich dann mal wieder das heute übliche CGI zum Vorschein, das teilweise mal wieder mehr schlecht als recht ist und in jeder Szene vorkommt, die man auch ohne hätte drehen können. Ihr wisst schon. So wie in den 70ern, die der Streifen ja so gerne kopieren will.
Ich glaube, das ganze Ding hätte mit einer gehörigen Portion Horroratmosphäre viel besser funktioniert. Das Setting dafür wäre bereits vorhanden gewesen und die Monster sowieso.
Die erste halbe Stunde ist ganz nett. Der Shot mit King Kong vor der Sonne sieht super aus. Danach kriegt man visuell ein paar schöne Szenen und zumindest kommt nie wirklich Langweile auf, bis zum großen Endkampf, der wie üblich, ziemlich lahmes Rumgekloppe ist. Mehr kann man von einem modernen Blockbuster wohl nicht erwarten.