Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Juli 2016

Schrottsommer 2016 – Strandparty

Leser, die sich schon länger auf dem Filmschrottplatz rumtreiben, erinnern sich sicher noch an den absolut fantastischen Sting Of Death. Nicht? Na gut, hier noch mal zur Auffrischung der fantastische Jellyfish Song inklusive Jellyfish Tanz.

Ich dachte mir, es wird mal wieder Zeit, dass wir uns weit zurück begeben, in die schwingenden 60er, in denen selbst die Horrorfilme noch musikalisch ganz großes Kino waren. Es ist zwar quasi unmöglich, dass der heutige Film auch nur Ansatzweise an die absoluten Geisteskrankheiten eines Sting Of Death heranreicht. Aber geben wir ihm zumindest eine Chance und gehen auf die Strandparty.

THE HORROR OF PARTY BEACH – USA – 1964 – 78 Min.

Dieser Film stellt nebenbei eine Premiere auf dem Filmschrottplatz dar. Denn es ist der erste Schwarz/Weiß-Film, der seinen Platz auf dem Schrottplatz findet. Und wenn ich mir den unglaublich spannenden Anfang so angucke, bei dem irgendeine Motorradgang ein Paar in einem sportliche Cabrio verfolgt, diese dann aber an den Strand flüchten, wo der Typ dann der Tussi erklärt, dass er ihr nicht aufhilft, wenn sie auf die Fresse fällt, diese aber dann von seinen Experimenten palavert und ich schon wieder gar nicht mehr durchblicke, ist der Streifen schon lange überfällig.

Atommüllfässer werden im Meer versenkt, ist klar, Ich frage mich übrigens, warum … auf dem Meeresgrund bereits ein Totenkopf liegt … nein, was ich mich eigentlich frage ist, warum die diese Fassversenkungsszene damals immer neu gedreht haben. Wenn ich in Hollywood gewesen wäre, hätte ich ein Geschäft aufgemacht, dass nur Fassversenkungsszenen an Filmemacher verkauft. Da hätte man Millionen mit machen können. Diese Szene gab es damals in JEDEM Film. Aus dem Totenkopf entsteht übrigens der Horror, der dann später den Partystrand heimsuchen wird. Und was soll ich sagen: es sieht aus, als wäre ein moosbewachsener Felsen aufgewacht und würde die Toilette suchen.

Am Partystrand kommen jetzt auch endlich mal die Mopedrocker von vorhin an. Haben sich wohl vorher verfahren. Sie rauchen und trinken wie Asoziale, dabei wollen die anderen netten Leute da doch nur zu der beschissenen Musik der grottenschlechten Live-Band tanzen. Die folgende Tanzszene kommt natürlich zu keiner Zeit an den Klassiker aus Sting Of Death ran.

Oh, da ist das Monster aus der Nähe. Ein Teil Fisch, ein Teil Drache, ein Teil Giraffe, ein Teil Seepferdchen. Ein perfekte Mischung also. Das muss aber auch erst mal reichen an Spannung. Denn die Live-Band performt gerade ihren Knallerhit „Wiggle Wiggle Wobble Wobble“.

Hank, der Doktor oder was auch immer der sein mag, ist kein guter Wiggler und Wobbler und prügelt sich mit einem Typen namens Mike, weil die Experimentetussi von Hank ihn antanzt. Ihr seht, Sinn sucht man hier besser von Beginn an nicht. Nachdem sie sich die Fressen poliert haben geben sie sich die Hand wie echte Männer. Die Tussi geht schwimmen. Nebenbei als einzige. Die sind alle am Strand, aber nur sie geht ins Wasser, weil alle anderen zu sehr damit beschäftigt sind, zu wigglen und zu wobblen. Waren die 60er wirklich so? Da konnte man sich ja eigentlich nur Monster wünschen, die dem Treiben da ein Ende bereiten.

Ein Schrei und man findet die Leiche des Mädchens. Die Cops sind ratlos. Sie haben alle Anwesenden befragt, aber die denken nur ans Tanzen, deshalb kann ihnen niemand weiter helfen.

Die Tochter des Leichenbestatters ist geil auf Hank. Wollte das nur mal so nebenbei erwähnen, weil das vielleicht noch mal wichtig wird. Wir reden hier immerhin von einem Film aus den 60ern. Wenn die gleich rumficken, weiß man jetzt wenigstens, dass sie geil aufeinander waren. Ich kann nebenbei verstehen, warum Elaine – so heißt die Leichentochter – keinen Bock hat, auf die Pyjama-Party von Libby zu gehen. Erstens wird da grauenhaft gesungen und zweitens bringen die echt den Gag mit dem Wassereimer auf der Tür. Hui, das wird ein Spaß.

Wartet mal, das sind ja schon zwei Monster. Und sie schleichen sich zur Pyjama-Party. Nun, 20 Mädchen tot. Nur eine hat überlebt. Die beschreibt die Monster und Experten versuchen jetzt die Identität der Monster herauszufinden. Ja, der Nachrichtensprecher sagt wirklich „Identität“. Ich denke, eins von den Monstern heißt Karl-Heinz Müller. Fall gelöst.

Hach, die 60er. Eine Gruppe von Tussis fährt tanken. Tankfüllung, Fensterputzen und Wegbeschreibung nach New York für 4 Dollar. Heute gibt dir für 4 Dollar nicht mal mehr jemand die Auskunft, ob man an der nächsten Kreuzung links oder rechts abbiegen soll. Das waren noch Zeiten. Trotzdem alle irre. Jedenfalls haben die Ischen natürlich eine Panne im Wald und die Monster kommen.

Elaines Sklavi … äh, ich meine Haushälterin meint, Voodoo kann nicht schaden. Hank kommt vorbei und ich raffe immer noch nicht, wie die eigentlich alle miteinander in Verbindung stehen.

Am Strand wird immer noch gesungen. Elaine wünscht sich sogar ein Lied. Ich wünsche ihr einen grausamen Tod.

Zwei Tussis alleine auf der Straße – tot.

Der Leichenbestatter ist auch noch Wissenschaftler und findet heraus, dass die Monster ein Hybride aus Fisch und Plankton sind, oder so. Und sie ernähren sich von Menschenblut. Und man kann sie mit Sodium töten.

Zwei besoffene Arschlöcher alleine im Wald – tot.

Hank und Leichenlarry planen also die große Sodiumattacke. Ich habe keine Ahnung, was der Plan dahinter ist, also warten wir mal ab.

Zu wahnsinnig dramatischer Musik treffen sich dann alle im Wald, wo Elaine bereits mit dem Fuß in zwischen zwei Felsen fest hängt und die Monster seit gefühlt zwei Tagen auf sie zu schleichen. Natürlich ist Hank zur richtigen Zeit am Start und wirft mit Sodiumgranten um sich. Denke ich. Ist arschdunkel und schwarz/weiß. Ich erkenne quasi nix. Nach und nach treffen dann auch die Cops und Leichenlarry ein und mit der großen Sodiumexplosion erledigt man das Grauen rückstandslos, da sich jedes Monster, das mit Sodium in Berührung kommt, diret in Luft auflöst.

Elaine kriegt nen Orgasmus als sie zu Auto humpelt und alle können wieder Party am Strand machen. Ich gehe meinen Atommüll entsorgen …

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Schrottsommer 2016 – Bienen verscheuchen

bssssssssssssssssssssssssss *wedel* bsssssssssssssssssssss *wedel* bsssssssssssssssssssss *wedel wedel* bssssssssssssssssssssss *klatsch* HA HA HA Stirb, Kackvieh! *wegschnipp* Wir kennen das alle. Man sitzt im Sommer draußen im Garten. Oder liegt am See. Oder wacht im vollgekotzten Zelt auf einem Festival auf. Und man wird unentwegt von dem Gesurre irgendwelchen Ungeziefers genervt, dass einem um die Birne schwirrt. Bisher ist noch keine Methode bekannt, die dem wilden Treiben der Insektenseuche ein Ende setzt. Aber wenn wir Glück haben, liefert der folgende Fim ein paar Ideen:

BLACK SWARM – Canada – 2007 – 89 Min.

Sagt mal, ist es in Kanada nicht immer arschkalt? Wie kommen die darauf, nen Bienenfilm zu drehen? Der Regisseur heißt übrigens mit Nachnamen Winning. Also können wir hier nur verlieren.

Oh mein Gott, es ist ein Apfel! Das alleine ist schon grausam genug, denn wer mag schon sowas gesundes wie Obst? Aber noch schlimmer ist die Tatsache, dass aus dem Apfel eine blutrünstige Biene krabbelt, die dann zu ihrem Nest fliegt, das anschließend von einem Kammerjäger abgefackelt wird. Soweit also zum Plot. Es ist wohl das typische „Die Natur schlägt zurück“ Szenario. Hatten wir ja letztes Jahr im Schrottsommer auch schon. Nur mit Blumen.

Die kleine Kelsey ist nicht gut drauf, denn Mama Jane zwingt sie, aus der Stadt heraus und aufs Land zu ziehen. Warum Jane überhaupt weggezogen ist, will Kelsey wissen. Antwort: „Es war ne gute Idee.“ Na, zum Glück lässt man hier keine Fragen offen.

Devin, der Bienennestabfackler von gerade eben, quatscht mit der blinden Kundin rum und fährt weiter. Black Swarm ist übrigens der Name der Kammerjägerfirma, für die er arbeitet. Der angehende Bürgermeister labert ihn voll und mich wundert, dass er nicht zufällig gerade ein Kürbisfest plant, dass durch die Bienenplage bedroht ist.

Bienenzüchter Eli (gespielt von Robert Englund ohne Krallenhand) schenkt Kelsey einen Apfel, während Jane ihren neuen Job als Sheriff antritt. Die erste Regel des unkreativen Writings besagt, dass der Protagonist der neue Sheriff ist. Der Eismann kommt und … Meine Fresse, was zur Hölle soll der denn darstellen? Eine Mischung aus dem Ice Cream Man und der Schabe aus Men In Black? Der ganze Film hier ist jetzt schon ein reiner Flashback auf den letzten Schrottsommer. Kelsey will doch kein Eis. Ich auch nicht, Nie wieder.

Im Haus der Blinden stirbt ein Typ durch tausend Wespenstiche. Leider hat man für die Szene nicht Macaulay Culkin gekriegt. Man hatte hier die einmalige Chance, den Zuschauer für My Girl zu entschädigen.

Jane befragt die Blinde. Die erklärt, dass Devin der neue Kammerjäger ist und natürlich kennt Jane Devin und natürlich weiß sie nicht, ob sie ihn sehen will und natürlich ist ihr Mann gestorben. Die zweite Regel des unkreativen Writings besagt, dass der Sheriff im Dorf eine alte Flamme trifft. Wir wissen, wo uns Regel 3 hinbringen wird. Ich hoffe ja insgeheim auf eine Sexszene im Bienenstock.

Im Autopsieraum wird der Totgestochene zum Zombie. Äh, warum? Es ist ein großer Irrtum, das mit Zombies alles besser wird. Und so eine Scheiße hier schon gar nicht. Während der Zombie irgendeinen Typen killt, findet Devin eine etwas großgeratene Biene und Kelsey nervt mit einer Mundharmonika. Ach ja, und dem Nachbarn krabbeln Bienen aus dem Ohr. Das hier kann einfach nur zu totalem Bullshit führen. Und warum heißt der Film nicht „Zombees“? Kommt schon Leute, wenn billig, dann wenigstens richtig.

Devin und Jane treffen sich natürlich doch und Cathrin – ich glaube, das ist Devins Freundin, aber ich blicke nicht durch – fragt hinterher, was denn deren Geschichte ist. Und hier kommt sie: Jane war in der Highschool mit Devin zusammen. Aber dann heiratete sie DEVINS ZWILLINGSBRUDER DAN!!! Und der starb offensichtlich. Bestimmt hat er den Fehler gemacht, sich einen beschissenen Film wie Black Swarm anzugucken und ist vor Langeweile vom Balkon gesprungen.

Beverly – das ist die Blinde – abert etwas mit Kelsey rum. Ich mag Beverly. Immer gut drauf, obwohl sie blind ist und in ihrem Garten ein Typ kaputtgestochen wurde.

Eli hat ein absolutes Megalabor in seinem Wohnwagen. Inklusive Menschenschädel und einem Pfirsich, in den er irgendetwas reinspritzt. Kelsey sollte besser kein Obst mehr von ihm annehmen. Nachdem Eli gegangen ist, schleicht sich Kelsey natürlich in das Labor und isst den Pfirsich. Und dann ticken alle Bienen aus, oder so. Ich bin mir nicht ganz sicher, was mir da gerade vermittelt werden sollte.

Kommen wir also zu spannenderen Dingen. Zum Beispiel dem Dorfpfarrer, der vor den Augen des angehenden Bürgermeisters einen epileptischen Anfall erleidet und den dann mit Bienen bespuckt, wie es sonst nur Die Mumie persönlich mit Hornissen zu leisten im Stande ist.

Mal schnell noch ein paar wichtige Plotpoints des unkreativen Writings abhandeln: Catherine ist irgendeine Art von Undercover-Agentin und steigt in eine schwarze Limousine ein. Kelsey und Beverly rennen über ein Maisfeld, um vor den Bienen zu flüchten. Devin kommt vorbei und rennt hinterher. Beverly und Kelsey verlieren sich im Maisfeld. Jane sucht Kelsey im Haus und findet das Labor. Darin sitzt Eli und redet mit den Bienen. Dabei erklärt er kurz, dass diese die Nachbarn zu Drohnen für die Königin gemacht haben. Ernsthaft: Wie viele lahme Szenen kann man aneinanderreihen?

Jane stellt jedenfalls Eli. Währenddessen wird Beverly vor Kelseys Augen niedergestochen. Devin fängt Kelsey ein, die ihn für einen Geist hält. Als Beweis, dass er kein Geist ist, lässt sich Devin von Kelsey kenifen. Sollte das nicht andersrum funktionieren? Whatever. Alle landen im Labor und Eli erklärt, dass die Regierung seine genetisch veränderten Bienen als Waffe benutzen wollten. Oh man, echt jetzt? Wie lahm ist das denn … ach, jetzt hätte ich fast vergessen, was das hier für ein Film ist. LAHMARSCH – THE MOVIE

Naja, blah blah blah und man beschließt, das Kaff zu räumen. Aber NEIN!!! Jane kann das nicht zulassen. Schließlich ist es ihr Zuhause und sie wohnt schon seit 2 Stunden weider hier, nachdem sie zuvor eine halbe Ewigkeit in der Stadt verbracht hat. Also muss das Dorf gerettet werden. Deshalb schmiedet man einen Plan, der sich wohl erst bei der Durchführung offenbaren wird. Eli und Kelsey gehen jedenfalls in die Kirche und da erklärt Eli, dass es nicht so gut war, dass sie den Pfirsich gegessen hat, denn jetzt werden die Wespen sie für die neue Königin halten. Mal davon abgesehen, dass das alles völliger Käse ist … ich dachte, es handelt sich hier um Bienen. Wieso sind es plötzlich Wespen?

Catherine rettet Kelsey vor dem Pfarrer und dem Bürgermeister in Zombieform und knallt Eli ab, da sie ihn nicht mehr brauchen. Schließlich haben sie hier die Königin höchstpersönlich. Das ist alles so unglaublich banane. Und nicht auf gute Weise.

Jane und Devin knutschen rum und fackeln einen Bienen … nein, Wespenschwarm ab, indem sie den Kammerjägerbully von Devin in die Luft jagen. Die latschen dann … irgendwo hin und da ist zufällig das Meganest der Megawespen in dem die Megakönigin Kelsey sitzt. Catherine ist auch da und es folgt der lahmste Showdown, den die Welt jemals gesehen hat. Folgendermaßen: Jane will Kelsey holen, aber Catherine sagt „nö“. Jane zieht ihre Waffe. Catherine hat auch eine. Die beiden stehen sich direkt gegenüber. Man muss also nichts weiter tun, als gerade aus zu schießen, um die andere zu treffen. Catherine feuert zuerst. Drei Mal. Geradeaus. Genau auf ihr Ziel. Aber wie durch ein Wunder trifft sie gar nix. Nicht mal die Luft rund um Jane. Diese schießt als nächstes und lässt Catherine natürlich in einem Blutbad von CGI untergehen. Die vierte Regel … ach komm, lassen wir das. Wir wissen alle, dass Antagonisten schlechte Schützen sind. Aber Catherine ist da wirklich das absolute Paradebeispiel.

Jedenfalls kann Jane Kelsey nicht aus dem Wespennest holen, weil die Zombies kommen … Dieser Satz beschreibt wohl am besten, was an diesem Film alles verkehrt ist.

Eli lebt!!! Was für ein Twist. Draußen warten Helikopter von der Regierung, die ihn umbringen wollen. Er erklärt, dass er die ganze Zeit versucht hat, seine genetische Wespenveränderung rückgängig zu machen. Und jetzt kommts: Kelsey ist Devins Tochter!!! Man, die Twists hier sind ja mal sowas von unvorhersehbar und verzwirbelt, dass das nur von einem wahren Meister geschrieben worden sein kann. Und wie es sich für einen guten Autor gehört, hat er zum Schluss noch einen echten Knallerplan am Start, wie man aus der misslichen Lage herauskommt: Das Wespennest wegbomben.

Eli krabbelt also zum Nest und befreit Kelsey, indem er sie einfach aus dem Nest freibuddelt. Warum das vorher nicht ging, ist mir nicht ganz klar, aber der Autor wird es wissen. Jedenfalls auf zur Flucht, und logischerweise lässt man Kelsey mit Eli rauslaufen. Ihr wisst schon, weil der von den Helikoptern gejagt wird und somit absolut keine Gefahr für das Kind besteht, wenn sie ausgerechnet mit ihm draußen rum läuft. Jedenfalls wird Eli natürlich abgeballert, weil er zurückbleibt und die Familie kann fliehen.

Sie leben glücklich und zufrieden, in einem Haus am Arsch der Welt, wo Kelsey eine Wespe zermatscht. Ich gehe meine Fliegenklatsche holen …