Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kategorie-Archiv: Filme

Mal (mehr oder weniger) aktuell: Tenet

Ein Lebenszeichen!!!

Ihr dachtet sicher schon, der Filmschrottplatz hat still und heimlich seine Pforten geschlossen. Aber nein, nein, so einfach werdet ihr mich nicht los. Mir fehlt nur momentan die nötige Zeit, hier meinen Quatsch rauszuhauen. Für den Oktober habe ich zumindest ein paar Horrorfilme aufm Plan. Und mein Kampf gegen die Comichelden soll auch bald mal weitergehen. Heute gibt es immerhin mal was neues hier, wenn auch keinen Schrottfilm. Oder vielleicht doch? Die Rede ist von:

TENET

Fast ein Jahr ist es her, dass ich im Kino war. Ich bin ja ohnehin kein großer Kinogänger, aber die Umstände haben es natürlich nicht besser gemacht. Für Nolans neusten Zeitwirrwarr habe ich mich dann aber doch mal wieder aufgerafft. Und nein, ich werde hier nicht den lahmen Gag bringen, alles sträwkcür zu schreiben, weils einfach nur tierisch nervt.

Ich muss Nolan ja mal wieder meinen Respekt dafür aussprechen, dass er nicht müde wird, immer wieder irgendein neues Zeitgeschwurbel in seine Streifen zu basteln. Das funktioniert mal mehr mal weniger gut, aber zumindest ist es meist einfallsreich und bietet was neues. Das ist vor allem im mittlerweile dermaßen festgefahrenen Hollywoodblockbusterbereich dann natürlich eine willkommene Abwechslung. Ohn hier jetzt zu spoilern, worum es eigentlich genau geht, kann ich zumindest behaupten, dass ich das „Wie“ seines Zeitgewurschtels hier einigermaßen verstanden habe. Mein Problem war dann eher das „Warum“. Also im Sinne von: „Ich weiß, wie das funktionieren soll,  aber ich verstehe nicht, warum das jetzt funktioniert, nachdem vor 5 Minuten noch was völlig anderes behauptet wurde.“ Das liegt vermutlich aber auch einfach daran, dass in dem Film sehr sehr seeeeeeeeeeeeeehr viel behauptet wird und immer noch eine neue Lage an Zeitenherumgewirbel draufgelegt wird, sodass man einfach zwangsläufig den Durchblick verlieren muss.

Im Prinzip versucht der Film dabei alles zu erklären, das ist aber auch ein riesiger Schwachpunkt, denn diese Erklärungen kommen immer und ständig von den Charakteren. Jeder Dialog in diesem Film ist der reinste Infodump. Und wenn es keine Infodump ist, handelt es sich um irgendein pseudophilosophisches Geseier, das kein normaler Mensch so von sich geben würde, in diesem Universum aber scheinbar der ganz normale Sprachstil ist. Vor allem ist es aber nervtötend ohne Ende, dass zweieinhalbstunden lang niemand auch nur einen normalen Satz von sich gibt.

Die Charaktere sind aber ohnehin dermaßen flach, dass es ein Wunder ist, dass sie überhaupt jemals das Sprechen gelernt haben. Ich meine, der Protagonist hat nicht mal nen Namen und heißt einfach nur der Protagonist. Eigentlich hätte diese Welt diese Leute schon aus Selbstschutz auslöschen müssen, weil die einfach überhaupt kein Interesse an irgendwas haben, außer diese Welt zu retten. Die wird nebenbei von einem Bösewicht bedroht, der demaßen klischeehaft ist, dass ich mich durchgehend gefragt habe, aus welchem drittklassigen 50er Jahre Spionagethriller Nolan den wohl geklaut hat.

Was das Ding dann rettet, ist die wunderbare Zeitspielerei in den Actionsequenzen, wo es vor und zurück und hin und her geht, und man teilweise gar nicht mehr durchblickt, aber mit einigen netten Szenen beglückt wird. Zwischendurch gab es sogar Szenen, bei denen ich mich dann doch kurz fragen musste, wie das wohl umgesetzt wurde, was in Zeiten von CGI ja nun wirklich nur noch selten der Fall ist

TENET ist unterhaltsam aber kein Meisterwerk. Nolan zeigt hier mal wieder, dass er sich mit seinem Kram gerne mal ein wenig zu weit aus dem Fenster lehnt. Intelligente Blockbuster hin oder her, 1-2 Stufen Zeitgewirbel weniger hätten hier definitiv geholfen, denn die Lücke zwischen „intelligent“ und „kompliziert“ ist schmal und wird nicht durch seelenlose Figuren gerettet, die kein echtes Leben in sich haben.

Filmstapel: Rocketman, Long Shot, Hauptmann, Tonya

ROCKETMAN

Ich brauchte ne Weile, um mit Taron Egerton als Elton John warm zu werden und die ganzen Musicalnummern sind sicher gut inszeniert, aber mir gibt sowas einfach recht wenig. Dazu kommt, dass ich mit Johns Musik nun nie so wirklich viel anfangen konnte. Ein paar Songs mag ich, den Rest … eher nicht. Mit der Zeit kam ich aber ganz gut in den Film rein. Inszenierung und Darsteller sind top und alles ist schön ineinander verwoben, sodass Handlung und Musicalperformances nahtlos ineinander übergehen. Leider ballert die Handlung aber auch hier (wie bei BOHEMIAN RHAPSODY, der mir persönlich besser gefallen hat, aber ich hab halt mit Queen auch mehr am Hut als mit John) so schnell voran, dass man quasi kaum mitkommt und vor allem dauerhaft das Gefühl hat, dass sehr viel nur angerissen oder übersprungen wurde. Vielleicht ist das auch einfach ein Übel, das man bei Musiker-Biopics in Kauf nehmen muss, weil man eben neben dem Aufstieg, dem Starruhm und den Folgen, privater Eskapaden und allem anderen auch noch die Hits unterbringen muss, die nun mal Zeit brauchen. Am Ende war mir das persönlich zu viel Musical. ich bevorzuge dann doch eher den schnöden Konzertkram wie beim anderen erwähnten Biopic. Trotzdem ein guter Film. Vielleicht sollten in Zukunft Musiker-Biopics dieser Art aber lieber in Serienform daherkommen. Mehr Zeit täte da wirklich gut.

LONG SHOT

Der Anfang ist kompletter Käse und ich war schon versucht, das Ding direkt aufzugeben. Überraschenderweise fängt sich der Film aber schnell einigermaßen. So richtig überspringen wollte der Funke bei mir aber nicht. Seth Rogen und Charlize Theron haben eine gute Chemie und auch sichtlich Spaß an ihren Rollen. Ich mag beide, das war also ein Pluspunkt. Die Story ist der übliche Kram und bietet das, was man erwartet. Hauptsache, ich langweile mich nicht. Hab ich größtenteils nicht, bis auf ein paar zähe Momente im Mittelteil. im weiteren Verlauf gibts dann auch ein paar wirklich lustige Momente. Passt also soweit. Kein Meisterwerk, aber kann man mal gucken, wenn man RomComs mag.

I, TONYA

Eiskunstlauf ist wie Ballett: Mir ein Rätsel. Für mich machen die da alle die gleichen drei Moves und das wird dann irgendwie bewertet. Und dann weiß ich auch nicht. Es ist einfach die pure Langeweile.

Der Film hingegen ist es nicht. Ich muss gestehen, dass ich von diesem Vorfall tatsächlich erst durch die Entstehung dieses Films erfuhr. Wie gesagt, Eiskunstlauf interessiert mich nicht die Bohne, also auch irgendwelche damit verbundenen Verkrüppelungen nicht.
Der Streifen lebt letztlich von Margot Robbie, die sehr gut ist und Allison Janney, die überragend ist. Der dokumentarische Aufbau sagt mir zwar nicht so zu, weil es mir dadurch teils zu gewollt meta wird, aber ingesamt unterhält das Ding durchgehend. Macht man also nichts mit verkehrt.

DER HAUPTMANN

Ein düsterer Blick auf den Einfluss von Machtverhältnissen. Wie schnell steigt einem Macht zu Kopf? Wie schnell folgen die Menschen Leuten mit Macht? Und wohin führt dieser blinde Gehorsam? Der Film behandelt diese Fragen zwar teils durchaus etwas oberflächlich, aber insgesamt ohne Beschönigung. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs suchten die verstreuten Nazis offensichtlich nach jemandem, der sie an die Hand nimmt und da war jeder gut genug, also nahmen sie den Erstbesten. Mit jeder weiteren Szene wird es unbequemer.. Ach so, das hier beruht auf Tatsachen, spielte sich größtenteils wirklich so ab. Und das macht es erst so richtig erschreckend, wie leicht Menschen beeinflussbar sind, wenn sie verzweifelt oder auf der Suche nach „Führung“ sind. Und wie sehr sie ihre Macht ausspielen, ohne irgendwann noch zu hinterfragen, was sie da eigentlich tun. Da soll nochmal jemand sagen, sowas wäre heute nicht mehr möglich.

Filmschrott gegen Comichelden #1

Es ist ein großer Tag hier auf dem Filmschrottplatz. Denn heute startet der große Kampf. Oder sollte ich sagen, der gigantische Krieg. Ja, ich werde mich den Superheldenfilmen der Marvel-Stars und der DC-Klopper widmen, die seit dem Jahr 2000 erschienen sind. Den Anfang macht eine Filmreihe, die ursprünglich schon im Jahr 1984 das Licht der Welt erblicken sollte. Damals hatte „Orion Pictures“ die Rechte an dem Stoff und illustre Namen wie James „Ich mache nur noch Avatar-Grütze, weil gute Filme kann ich nicht mehr“ Cameron und Katheryn „Die Leute denken aus irgendeinem Grund ich mache gute Filme“ Bigelow waren im Gespräch, um den Spaß zu verfilmen. Erst 1996 holte man dann Bryan „Darf man meinen Namen noch erwähnen?“ Singer ins Boot und selbst dann dauerte es noch 3 Jahre, bis man endlich mal den Dreh begann. Ein langes Leiden also, in dem auch noch Joss „Lasst mich bloß keine One-Liner schreiben“ Whedon irgendwie beteiligt war, von dessen Grauen glücklicherweise nicht viel übrig blieb. Hier ist also die Comicheldenbande, die quasi den Startschuss für den Superheldenboom dieses Jahrtausends legte. Beginnend im Jahr 2000:

ZURÜCK ZUR SCHULE – DIE STORY

Der Anfang hat mich leicht an die Serie „Heroes“ erinnert, wo die Figuren erstmal lernen müssen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Dementsprechend passt hier natürlich auch der Aufhänger mit der Schule sehr gut. Der Rest ist halt das Übliche. Böser Typ will guten Typen besiegen und am Ende spielen sie Schach. Eben wie damals in der Schule, wo man sich in der Pause geprügelt hat und dann im Matheunterricht hat man zusammen Karten gespielt, damit man bloß nicht das Bruchrechnen lernt. Im Verlauf der drei Teile ändert sich nicht so viel. Es wird mehr zusamengearbeitet, die Seiten hin und wieder gewechselt, aber am Ende kriegt man die Blaupausenheldenstory im Dreierpack, auf durchaus unterhaltsame Weise. Ich hätte nebenbei gerne mehr von dem Schachspiel gesehen.

MONSTER, MEISTER, MUTATIONEN – CAST UND CHARAKTERE

Es sollte klar sein, dass sich der Cast hier wirklich sehen lassen kann. Hugh Jackman IST Wolverine und ich kann mir schon jetzt niemand anderen mehr in der Rolle vorstellen.
Über Patrick Stewart und Ian McKellen brauche ich wohl nicht viel sagen. Die können gar nicht schlecht sein.
Rebbeca Romijn-Stamos nackt und blau ist auch alles andere als verkehrt.
Und Halle Berry ist halt auch dabei. Und sie bleibt vor allem in Erinnerung für die lahmste Line des ersten Films, die geschrieben wurde von (ihr habt es sicher schon erraten) Joss Whedon.
Im Verlauf der Trilogie kommen natürlich ein paar weitere dazu, aber der Kern bleibt mehr oder weniger gleich. Das ist zum einen gut, weil man so eine Bindung aufbauen kann, andererseits bietet es aber nicht gerade viel Abwechslung. Ehrlich gesagt finde ich die Helden teils doch recht lahm hier, aber ihr Weg über die Schule ist recht nett, um mit ihren Kräften vertraut zu werden.

„Was macht ein Filmschrottplatzbetreiber, wenn er vom Blitz getroffen wird?“

„Keine Ahnung. Zitiert er schlechte Joss Whedon One-Liner?“

BRUTZEL!!!

MUTANTENWELT – WELT UND ATMOSPHÄRE

Generell unterscheidet sich die Welt der X-Men nicht wirklich von der Realität. Sie ist nicht besonders düster oder besonders fröhlich oder besonders irgendwas. Sie hat einfach Mutanten und das wars. Dementsprechend real kommt das dann aber eben auch alles rüber. Die Figuren passen perfekt in die Umgebung und sehen auch so aus, als wären sie aus einer realen Welt. Okay, ganz ehrlich, den bescheuerten Helm von Magneto hätte man sich schenken können. Damit sieht er aus, als wollte er sich für die „American Gladiators“ bewerben. Das wird dann nur noch im dritten Teil von dem Juggernaut-Kostüm getoppt, das aussieht wie beim Canon He-Man Film aussortiert und weggeworfen.
Bei Mystique hat man natürlich ganze Arbeit geleistet. Nicht nur weil es Rebecca nackig ist, ist das einfach eine Augenweide. Für das Makeup hätte man damals auch durchaus mal einen Preis springen lassen können.
Bei den Sets bewegt man sich hingegen zwischen gut und grauenvoll. Letzteres trifft vor allem auf die Freiheitsstatue am Schluss des ersten Teils zu. Wirkt alles wie aus Pappe (was es vermutlich auch ist, aber höchstens bei einem B-Movie auffallen sollte). Andererseits haben die modernen Blockbuster so viel mit den ursprünglichen B-Movies gemein, dass das auch schon wieder passend ist.

 

 

Mit diesem bescheuerten Helm werde ich wie Juggernaut alles niederrammen, was sich mir in den Weg stellt.

 

 

 

 

 

WAAAAAAAAAAAAAAAH!!! CRASH!!!

 

 

 

 

MUTANTENKRAWALL – ACTION UND EFFEKTE

Die Action bleibt einigermaßen bodenständig. Man befand sich hier eben noch nicht im CGI-Overkill-Modus. Teilweise wirkt es aber so, als hätte man die Vorspultaste betätigt, damit die Kämpfe schneller und spektakulärer wirken. Bei den Effekten gibt es Licht und Schatten. Manches wirkt angestaubt und Wolverines Krallen sind in einer bestimmten Szene einfach nur ein Witz. Sehen aus wie aus einem Looney Tunes Cartoon. Fehlte nur noch, dass er sie zuvor bei ACME bestellt. Der ein oder andere Kampf hingegen wirkt halt schon ganz fetzig, um es mal in der Sprache meiner Jugend zu sagen. Da gibt es durchaus mal nett vors Fressbrett. Wenn man nicht gerade mit grottigen Computereffekten um sich wirft, sieht das also alles ganz gut aus. Nur macht man das natürlich viel zu oft und nutzt zu selten praktische Möglichkeiten, wenn sie sich anbieten würden. Eben die Seuche dieses Filmjahrhunderts und der Grund, warum nach wenigen Jahren jeder Film scheiße aussieht. Hier zum Glück noch im Rahmen.

 

 

 

Mit dieser supercoolen Brille werde ich Cyclops und alle anderen einfach weglasern.

 

 

 

 

 

Zeit für einen Test.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die X-Men Filme sind keine Meisterwerke, aber ein weitestgehend unterhaltsamer Anblick, in dem auch die Charaktere nicht zu kurz kommen. Man hat es vor allem sehr gut geschafft, die Figuren in die reale Welt einzubetten.

Nach dem ersten Teil habe ich mir folgenden Satz notiert: „Macht Spaß, lässt aber auch noch Luft nach oben. Eigentlich genau das, was eine Origin-Story sein sollte.“ Nur wirken alle drei Teile so und das ist dann doch wieder zu viel des Ursprungs. Die Helden werden nie so wirklich von der Leine gelassen und alles wirkt wie der Anfang eines größeren Bilds, das aber nie wirklich fertig wird. Da hilft es natürlich ganz und gar nicht, wenn in jedem Film neue Mutanten in den Mix geworfen werden. Größter Schwachpunkt ist allerdings die unglaublich simple Dramaturgie, durch die alles absolut vorhersehbar ist und zu keinem Zeitpunkt sowas wie Spannung aufkommen will. So dümpelt die Story vor allem in Teil 3 so voran und wandelt immer am schmalen Grat zur Langeweile.
Insgesamt ist die Reihe bis hier hin ganz okay, nur habe ich bereits jetzt genug davon, aber natürlich stehen mir noch einige Streifen mit den Mutanten bevor. Und ich befürchte, es kann nur schlechter werden.

Filmstapel: Rolemodels, Disaster Artist, Irishman, Jumanji

Dezember. Da hat man mal ein wenig Zeit. Also nicht viel, aber ein bisschen mehr als sonst. Eine gute Möglichkeit also, den Filmstapel abzuarbeiten.

ROLEMODELS

Der Film ist kompletter Bullshit von vorne bis hinten. Und dabei unglaublich unterhaltsam. Sean William scott spielt die eine Rolle, die er draufhat. Paul Rudd spielt die exakt gleiche Rolle, nur im Wandel zum Erwachsenwerden. Und gemeinsam spielen sie eben doppelt so … gut? Sie spielen halt. Dabei merkt man ihnen aber jederzeit den Spaß an, den sie hatten. Und das überträgt sich dann auch auf den Zuschauer.
Was aber viel wichtiger ist: Die Gags funktionieren größtenteils und das macht eine Komödie dann eben gut. Natürlich absolut subjektiv. Ichb kann jeden verstehen, der das hier völlig kacke findet. Voller Klischees. Voller saudummer Szenen. Und ein wenig Sexismus muss auch noch rein. Aber fuck that. Es ist eine Komödie und ich hatte 90 Minuten meinen Spaß damit.

THE DISASTER ARTIST

Der ganze Aufriss um THE ROOM hat sich mir nie erschlossen. Im Endeffekt handelt es sich dabei um ein unfassbar langweiliges und zähes Drama mit ein paar unfreiwillig komischen Szenen und das wars dann auch schon. Da gibt es so viel bessere schlechte Filme als den. Aber gut, die Hollywoodkiffertruppe rund um James Franco hatte so viel Spaß bei diesem Film (ich sage jetzt nicht, dass das am Kiffen liegen könnte), dass sie diesem Streifen ein Denkmal in Form eines fiktionalen Meta-Biopic-Making-Of-Hybridens bescherren wollten. Und das ist dann dieser Film hier.
Und der ist ähnlich anstrengend, aber immerhin gut gespielt, wenn man eben auf dieses absolut grauenhafte Spiel eines Wiseau steht. Den fängt Franco halt echt perfekt ein. Nur ist Wiseau eben eine unfassbar charismalose und langweilige Nulpe. Die unterhaltsamsten Szenen sind dann auch die, in denen die unterhaltsamen Szenen aus dem Film nachgedreht werden. Der Rest ist halt auch da.
Jetzt könnte man sagen, dass es sogar recht konsequent ist, einen ähnlich langweiligen Film zu drehen, um dem Machwerk zu huldigen, nur bleibt eben trotzdem größtenteils Langeweile zurück. Und die Reaktion darauf ist nun mal eher negativ. Das ist „human behavior“.

THE IRISHMAN

Martin Scorsese trommelt nochmal so ziemlich alles zusammen, was der Gangsterfilm in den 70ern bis 90ern zu bieten hatte, um noch ein vermutlich letztes Mal sein eigens geschaffenes Genre der Rock-N-Roll-Mafia-Gangster-In-America zu bedienen.
Und irgendwie ist der Film dann auch so eine Art Best-Of der vergangenen Scorsese-Gangster-Streifen. Es gibt Voice Overs, Morde, Politik, Intrigen, Kamerafahrten, ein paar bekloppte Wiseguy-Weisheiten und die drei alten Herren in den Hauptrollen dürfen nochmal so richtig brillieren. Vor allem de Niro ist hier absolut in seinem Element. Pesci nochmal zu sehen ist auch einfach schön, wenn seine Rolle auch recht zurückhaltend ist.
Alles in Allem also genau das, was man von so einem Film will. Ein wenig kürzer hätte er sicher sein können, aber der Film langweilt eigentlich nie und hat auch über 3 Stunden was zu erzählen, anstatt sich in irgendwelchem Blahblah zu verlieren, wie das bei längeren Filmen in der Mitte gerne mal passiert. Hier geht immer die Story voran oder die Charaktere entwickeln sich, es ist also immer genug los, um dranzubleiben.
Man merkt, dass Scorsese diesen Film schon sehr lange machen wollte. Die Vision wirkt wie aus den 90ern, als er mit GOODFELLAS und CASINO zwei Klasiker des Genres ablieferte. Vermutlich hatte er einen Großteil der verwendeten Einstellungen schon Jahre im Kopf. Die durchaus gelungene (wenn von mir auch verhasste) CGI-Verjüngung trägt ihr Übriges dazu bei, dass man sich in der Zeit zurück versetzt fühlt. Und das ist in diesem Fall nicht irgendein Retrokrampf, sondern absolut positiv. Ein Abschluss für sein eigenes Genre sozusagen.

JUMANJI: WELCOME TO THE JUNGLE

Der Dschungel. Ein Ort voller Gefahren. Giftige Spinnen. Würgende Schlangen. Bissige Katzen. Irre Affen. Plappernde Papageien. Bunte Schmetterlinge. Schlafende Faultiere. Quakende Frösche. Gestreifte Zebras. Gepunktete Giraffen. Und was bringt der Film? Ein Nilpferd und jede Menge Typen auf Mopeds, die von einem unglaublich lahmen Antagonisten angeführt werden.
Ansonsten irgendwie unterhaltsam, weil die Darsteller gut zusammenpassen (Gillan und Black gemeinsam sind top) und die Stereotypen so bescheuert sind, dass es teilweise schon wieder lustig ist. So richtig gut wirds aber nie und ich kann mich jetzt schon an kaum noch was erinnern, außer, dass die ernsteren und emotionalen Dialoge absolut grauenhaft sind und die Effekte mal wieder direkt aus Windows 95 kommen. Passender Throwback zum ersten Film, könnte man sagen.

Filmstapel: Jane Doe, Scary Movie, Climax

Im Oktober gabs noch etwas Horror:

THE AUTOPSY OF JANE DOE

Atmosphärischer Horrorthriller, der schön langsam aufdröselt, was es eigentlich mit dem ganzen auf sich hat. Dabei geht es gleichermaßen spannend wie blutig zu und die Leiche stiehlt allen die Show, obwohl sie eine Leiche ist. Mehr verrate ich mal nicht, denn je weniger man weiß, desto besser wirkt der, glaube ich. Ich wusste jedenfalls sehr wenig und hatte unterhaltsame 80 Minuten.

SCARY MOVIE

Da ich mir nach Ewigkeiten die SCREAM-Reihe mal wieder reingepfiffen hatte, dachte ich, es wäre der richtige Zeitpunkt, mal wieder die Parodie reinzuwerfen, um zu schauen, wie die so gealtert ist.
Und meine Fresse, das waren die wohl quäendsten knapp 80 Minuten, die ich seit langer Zeit durchstehen musste. Ein Rohrkrepierergag rund um menschliche Ausscheidungen, Rumgeficke und Drogenkonsum reiht sich an den nächsten. Es funktioniert KEIN EINZIGER Gag. Um genau zu sein, kann man das hier nicht mal Gags nennen. Die sogenannten Parodien sind dermaßen offensichtlich und einfallslos, dass eindeutig ist, dass die Wayans-Flachpfeifen in Kombination mit den Friedberg und Seltzer Humortötern den Müll hier mal kurz beim Kacken geschrieben haben und dabei 5 Minuten Spaß hatten. Das ist immerhin mehr, als man beim Schauen dieser filmgewordenen Kloake hat.
Ich weiß übrigens noch, dass ich Teil 2 damals schlechter fand, als diesen hier. Der muss also heute eine Foltermethode auf Guantanamo sein.

CLIMAX

Tanzchoreographie mag irgendeine Art von Kunstform sein, aber ich sage es, wie es ist: Mir geht das komische Gezappel, Gefuchtel und Gehampel dermaßen am Arsch vorbei, dass ich versucht war, den Streifen hier bereits nach 5 Minuten wieder auszuschalten. Tue ich aber nie, weil ich prinzipiell jeden Film zuende schaue, egal wie groß die Qual auch sein mag. Und ich habe schon sehr viel anstrengenderen Kram als Rumgetanze durchgestanden.
Und wenn der Tanz vorbei ist … beginnt ehrlich gesagt ein neuer Tanz. Eigentlich wird die ganze Zeit getanzt, aber nach der Eröffnung folgt man dann zumindest mal den Charakteren hier, die halt allesamt TänzerInnen sind und dementsprechend die ganze Zeit rumtanzen.
Wenn sie nicht tanzen, reden sie über nichts anderes, als übers Ficken. Und dann, nachdem sie über nichts anderes, als übers Ficken gelabert haben, tanzen sie wieder. Die erste Hälfte des Films ist also eine unerträglich langweilige Mixtur aus beschissenen Dialogen und irgendwelchem Rumgezappel, das Leute eben Tanzen nennen.
Und dann beginnen die Drogen zu wirken und es stellt sich heraus, dass hier jeder jeden hasst und jemand Drogen in die Sangriaschüssel gemischt hat und dafür jemand sterben muss oder so. Dann wird es immerhin irrsinnig und abstrus und irgendwie ist das vor allem alles sehr interessant inszeniert und gefilmt. Der ganze Film wirkt fast wie ein One Shot. Das täuscht aber eben auch nicht über den Umstand hinweg, dass man hier den Großteil der Zeit nur irgendwelchen Hampelmännern beim Rumzappeln zuschaut und das alles andere als aufregend ist. Genau so wie das größtenteils nervig überzogene Acting. Leider hat Nicolas Cage keine Rolle gekriegt. Der hätte hier so richtig glänzen können. So glänzt hier leider nur wenig, denn im Großen und Ganzen ist das alles langweilig und vor allem anstrengend.

Filmstapel: Cell, Green Room, Hagazussa, Scream

Wie gewohnt, nutze ich den Oktober, um den Horrorfilmstapel abzuarbeiten. Und das ist, wie gewohnt, meist ein Fehler:

CELL – PULS

Basierend auf dem achthundertzwölften Roman von Stephen King schlagen sich John Cusack und Samuel L. Jackson mit mehr Glück als Verstand durch die Telefonkalypse voller Handyzombies. Was recht nett beginnt, verkommt schnell zu einer normalen Stephen King Verfilmung. Also: Größtenteils langweiliger Quark. Die meisten Darsteller sind grausamer als es jede Zombieinvasion jemals sein könnte und das können die anderen dann eben auch nicht mehr retten, zumal sie hier ohnehin wenig kriegen, womit sie arbeiten können. Wenn wenigstens die Action stimmen würde, aber die ist auch nur der übliche Zombiekram, den man schon tausendmal besser und härter gesehen hat. Zudem wirft er zu viele Fragen auf, die er dann unbeantwortet lässt. Das ist bei so einer Art von Film jetzt nicht so tragisch, weil wir selten erfahren, was genau jetzt die Ursache des Ganzen ist. Aber hier werden Baustellen aufgemacht, die dann einfach nicht mehr bearbeitet werden und das ist einfach nur schlecht. Dann soll man es lieber direkt weglassen. Wie den ganzen Film, denn der ist zwar keine Vollkatastrophe, aber bringt absolut nichts mit, was man nicht ohnehin schon kennt.

GREEN ROOM

Man kann dem Film eigentlich absolut nichts vorwerfen, denn hier ist eindeutig alles richtig gemacht worden. Trotzdem habe ichb mich 90 Minuten gelangweilt. Unerträgliches Punkgeschreddel gemixt mit etwas Rumgeballer packt mich einfach nicht. Handwerklich ist das alles top und intensiv gemacht, aber bei mir kam einfachb nichts an. Die Darsteller wirkten auf mich alle eher wie kurz vorm einschlafen und das ganze Setting hat mir nix gegeben. Nicht mein Film.

HAGAZUSSA

Solange die Darsteller ihre Fresse halten, ist der Streifen durchaus atmosphärisch. Glücklicherweise wird nicht viel geredet. Insgesamt ist der langsam fortschreitende Verfall des Verstandes der Protagonistin nett anzuschauen, aber eben auch langsam. Sehr langsam. Wenn man darauf Lust hat und die nötige Geduld mitbringt, kriegt man aber einen guten Hexenfilm. Oder geht es gar nicht um Hexen?

SCREAM

Ich hatte so einige Dinge vergessen, was diesen Film angeht. Zum einen, dass hier ein ganzer Haufen Leute mitspielt, die ihre 15 Minuten Ruhm genießen durften und dann mehr oder weniger in der Versenkung verschwanden. Zum anderen, dass der Film eine Menge Spaß macht und zwar von Beginn an. Der Streifen erschafft eine ganz eigene Atmosphäre, die zwar mittlerweile tausendfach kopiert wurde, aber man merkt eben immer noch, was das Original ist. Der Metahumor ist einfach stimmiger und das Ende ist ein schönes Katz und Maus Spiel, bei dem die Fronten immer mal wieder verdreht werden.
Das Ende ist nebenbei ein Highlight des Kunstbluteinsatzes. Hier wird zwar nicht groß gesplattert, aber jede Wunde sieht einfach nur verdammt schmerzhaft aus.
Immer noch ein großer Spaß und zurecht auch heute noch immer wieder zitiert und ausgegraben.

SCREAM 2

Selbstverständlich setzt das Sequel bei allem eins drauf. Und selbstverständlich ist das sein größtes Problem. Von der ersten Szene ist klar, dass der Film mehr meta ist, als es ihm gut tut. Aber dabei ist er immer noch unterhaltsam und das ist letztlich das Wichtigste.
Was SCREAM anderen Horrorsequels voraus hat, ist die Frage nach dem Killer. Da ich den Streifen seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, hatte ich komplett vergessen, wer hier eigentlich unter der Maske steckt. Und beim Mitraten gibt es zudem mal wieder einige Gesichter zu entdecken, die man in den letzten 20 Jahren immer mal wieder irgendwo gesehen hat. Die Auflösung ist allerdings sehr viel schwächer als im Vorgänger. Wie alles andere eben auch. Ein Sequel ist halt so und das erzählt der Film selbst, also kann man sich wohl nicht darüber beschweren.

SCREAM 3

Auflage 3 ist die logische Weiterentwicklung des Meta-Horror-Konzepts der Vorgänger. Nachdem im ersten Teil der Grundstein gelegt wurde und in Teil 2 schon mit der Verfilmung im Film gespielt wurde, geht es in Teil 3 direkt ans Filmset zum fiktionalen dritten Teil des auf den wahren Begebenheiten aus den ersten beiden Teilen basierenden Films im Film. Mehr meta geht wohl nicht mehr. Und auch sonst gibt es hier nicht viel neues. Ganz nett, die Charaktere wiederzusehen und den ein oder anderen Cameo zu entdecken.
Wer der/die Mörder ist/sind, ist auch lange nicht mehr so interessant wie in den Vorgängern, da die Verbindungen der Charaktere zueinander kaum vorhanden sind. Und so gehen die knapp zwei Stunden halt vorüber, ohne großartig zu langweilen, aber auch nicht gerade zu fesseln.

SCREAM 4

Der Anfang mit den tausend Film im Film Sequels und den dazugehörigen Kommentaren zur Entwicklung des Horrorgenres ist gut gemacht. Zeigt aber auch mal wieder, dass Scream einfach bereits seit Teil 2 zu sehr meta ist, um noch wirklich ernst genommen werden zu können.
Das größere Problem ist hier aber, dass die Reihe einfach vom Genre überholt wurde und was einst frisch und neu war, wirkt hier einfach nur noch wie hundertmal – oder zumindest dreimal – gesehen. Immerhin ist man mit den Charakteren mittlerweile so vertraut, dass es dann doch immer wieder schön ist, sie wiederzusehen und nach Woodsboro zurückzukehren.
Den meisten Spaß hatte ich wieder daran, die Leute zu erkennen, die hier mehr oder weniger ihre Anfänge hatten. Die Reihe war der Start für die ein oder andere Karriere. Aber die fangen heute woanders an, also ist es wohl besser, diese Reihe endlich in Frieden ruhen zu lassen.

Filmstapel: Scorsese, Party, Game Night

Wie sich auf einem echten Schrottplatz die Vehikel stapeln, stapeln sich bei mir die Filme. Den ein oder anderen davon gibt es hier in einer Kurzbesprechung.

Den Anfang machen Martin Scorsese, Robert De Niro und Harvey Keitel, mit zwei der ganz großen Streifen aus den 70er Jahren. Ersteren kannte ich bereits, beim zweiten bin ich mir unsicher, ob ich ihn vielleicht vor 20 Jahren oder so schonmal gesehen habe. Macht für die Qualität aber auch keinen Unterschied:

TAXI DRIVER

Ich und die Filme der 70er tun uns immer recht schwer, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ich bin eben mit dem überbordenden 80er-Quatsch groß geworden und dagegen wirken die 70er oft wie ein Spaziergang im Park. Alles ist ruhiger, langsamer, zäher. Mit den richtigen Leuten am Werk, kann das aber natürlich ebenfalls seinen Reiz haben. Diese richtigen Leute haben sich hier zusammengefunden und ein psychologisches Drama kreiert, das von seiner Atmosphäre nichts eingebüßt hat.
Der Film ist ebenfalls ruhig, langsam und stellenweise zäh. Aber genau das ist hier der Kernpunkt, denn so folgen wir dem schleichenden Prozess, der Travis letztlich ans „Ziel“ führt.
De Niro ist dabei natürlich überragend und mit Keitel als Streetcornerpimp macht man nie was verkehrt. Daneben brilliert vor allem die Stadt. Oder sollte man sagen: Sie verstört. Alles und jeder hier ist einfach nur abgefuckt und zu keiner Sekunde will man in dieser Umgebung leben.
Mich wundert ein wenig, dass der Streifen über die üblichen Filmenthusiasten hinaus so beliebt ist. Schließlich kriegt man hier nicht viel Action oder Coolness geboten, die sonstige „Kult“-Filme so mitbringen. Er ist wohl die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Das alleine spricht schon für ihn.

MEAN STREETS – HEXENKESSEL

Das hier ist quasi die Blaupause für die späteren Rock-N-Roll-Gangster-Streifen, mit denen uns Martin Scorsese bis heute in unregelmäßigen Abständen versorgt. Quasi die Vorstufe zu den „Klassikern“. Wenn man diese kennt, findet man hier überall Facetten, die später größer und besser wieder aufgegriffen wurden. Sagen wir, es ist die etwas holprige Version, die gerade das Laufen lernt. Stellenweise etwas unbeholfen, aber nicht weniger interessant und unterhaltsam.

Nach all der Ernsthaftigkeit musste dann mal was zu Lachen her:

THE PARTY – DER PARTYSCHRECK

Ausschließlich Peter Sellers ist in der Lage, mit der ultimativen Whitewashingrolle inklusive Blackfacing (oder hier eher Brownfacing) davonzukommen. Könnte man heute zurecht nicht mehr so bringen, aber Sellers war einfach ein Comedygott und holt zu jeder Sekunde das absolut Beste aus seiner Rolle heraus. Ich meine, er ist auch kein Franzose, aber hat absolut überzeugend einen französischen Inspektor verkörpert, dessen Akzent so treffsicher war, wie die Gags von Blake Edwards. Diese Kombination schmeißt hier die unterhaltsamste Abrissparty bei spießigen Fatzken mit Stock im Arsch, die von einem Klischeeinder gesprengt wird. Könnte man heute zurecht so nicht mehr bringen.
Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es noch kein Remake gibt. Der Stoff drängt sich geradezu für eine grottenschlechte Komödie mit siebentausend Cameos von Hollywoodstars auf. So bleibt uns aber das Original, dass man zwar so heute zurecht nicht mehr machen könnte, aber trotzdem unterhaltsam ist, weil hier eben echte Meister ihres Fachs am Werk waren. Das Drehbuch hatte nur knapp 50 Seiten, der Rest ist Improvisation. Das merkt man auch irgendwie, denn die improvisierten Momente sind die Guten. Der Rest ist Blahblah. Das macht man heute übrigens immer noch so. Nur ohne die improvisierten Momente.

Und dann gab es noch eine große Überraschung:

GAME NIGHT

Wer hätte gedacht, dass die scheinbar unlustigen Flachpfeifen, die das VACATION-Reboot verbrochen haben, in der Lage sind, eine wirklich lustige Komödie zu fabrizieren?
Vermutlich liegt es vor allem an der netten Idee, die eine Gruppe von Brettspielverballerten in eine echte Kidnappingstory verfrachtet. Vor allem liegt es aber daran, dass die Charaktere recht gut funktionieren und die Darsteller hier sichtlich jede Menge Spaß hatten.
Im Mittelteil hängt die Nummer zwar ein wenig durch, aber kann mit ein paar beknackten Twists und Turns gerettet werden.
Ein lustiger Spaß, gepaart mit ein wenig Thrill und Action, der nur manchmal seine Gags zu sehr in die Länge zieht, insgesamt aber wirklich lustig ist. Und das ist heutzutage ja mehr, als man meistens kriegt.

Mal aktuell: Bohemian Rhapsody

Ich habe es doch noch ins Kino geschafft. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kam tatsächlich mal wieder ein Film in die Lichtspielhäuser, auf den ich so richtig Bock hatte. Als bekennender Queen-Fan, musste ich BOHEMIAN RHAPSODY einfach sehen. Gut, ich gebe zu, auch Queen hat in meinen Augen Songs gemacht, die dem von mir gesetztem hohen Standard an die Band dann nicht mehr gerecht werden. *kotz Radio Ga-Ga kotz* Aber insgesamt war der Output dieser Band für mich eigentlich immer hörenswert und bot den von mir so gern gesehenen und gehörten kreativen Touch, der sie wunderbar vom Rest abhob. Mit anderen Worten, Queen war selbst in schlechten musikalischen Zeiten *kotz 80er kotz* noch ein Lichtblick.  Und Freddie Mercury ist vor mich bis heute als Sänger und Entertainer unter den Musikern unerreicht. Es gäbe vermutlich noch mehr Gründe, den Film sehen zu wollen, aber ich schwafel hier schon zu lange rum. Also, was kann:

BOHEMIAN RHAPSODY

Vorweg muss ich erwähnen, dass ich leider keine OV gefunden habe und den Film somit in der Synchronfassung sehen musste. Gut, das war mir eigentlich vorher klar, denn OV ist hier in der Umgebung ohnehin kaum drin. Kinos sind halt alle kacke hier. Immerhin lief der Film aber überhaupt, also nimmt man dann, was man kriegen kann.

Aber auch in der Synchro kommt durchaus rüber, wie gut die Leistungen der Darsteller sind. Allen voran Rami Malek als Freddie Mercury, der für alle Preise nominiert werden sollte, wenn sich die Preise noch irgendwie selbst ernst nehmen. Gwilym Lee als Brian May ist ebenfalls fantastisch und man hat wirklich das Gefühl, die echte Band vor sich zu haben. Alle anderen Darsteller stehen dem in nichts nach. Da hat man also alles richtig gemacht und wenn man mich fragt, sollte das Nominierungen bei den großen Awards hageln.

Innerhalb der Story kam mir John Deacon etwas zu kurz, aber über den gibt es wohl auch nicht so viel zu erzählen und die anderen drei Bandmitglieder geben einfach auch vom Charakter mehr her. Die Geschichte rund um Freddie und Mary hat man ebenfalls gut eingebaut. Ich hatte da zuvor die Befürchtung, dass man die im weiteren Verlauf etwas unter den Tisch fallen lässt. Stattdessen zeigt sie aber auf, was für eine tragische Figur Freddie zum Teil einfach war.

Der eigentlich Verlauf des Films ist chronologisch etwas hingebogen. Da werden Songs live performt, die erst Jahre später veröffentlicht wurden oder Songs geschrieben, die schon Jahre vorher veröffentlicht wurden. Aber da kann man drüber hinwegsehen. Es fügt sich trotzdem alles gut zusammen.

Ein paar Stationen kamen etwas kurz oder hat man komplett weggelassen, aber man hat eben auch nur beschränkte Zeit und den Film unnötig auf 3 Stunden hochzuschrauben, hätte auch in die Hose gehen können. Wobei ich gerne noch mehr gesehen und vor allem gehört hätte.

Der Soundtrack ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Ein schöner Querschnitt des Schaffens von Queen. Insgesamt sind mir – neben ein paar Opern – nur zwei Songs aufgefallen, die nicht von Queen stammen. Aber Queen hatte eben auch für jede Situation den passenden Song.

Wenn man mit einem Grinsen und einer Ladung von Ohrwürmern im Kopf aus dem Kino kommt, weiß man, man war in einem Queen-Film.

Mal aktuell: Dunkirk

Heute könnte mein letzter Kinobesuch für lange Zeit gewesen sein. Nicht nur, zieht mein Cousin, mit dem ich immer im Kino war, weg, sondern gehen mir auch die Kinos einfach tierisch auf die Klötze, mit ihrem immer gleichen Kackprogramm voller Blockbustergetöse, das keinen Platz für etwas anderes bietet. So mussten wir also mal wieder von den kleinen Programmkinos abweichen und so einen Multiplexpisstempel unterstützen, in dem man schon für das Getränk einen Kleinkredit aufnehmen muss.

DUNKIRK

Wer sich so wie ich nicht so ganz mit der Historie auskennt, braucht vielleicht eine kleine Auffrischung, um was es eigentlich geht. Aber da der Film mir die auch nicht gegeben hat, kriegt ihr hier keine. Nur so viel: Am Strand von Dünkirchen warten Soldaten auf Rettung, während die Feinde immer näher rücken und sie bereits eingekesselt haben.

Die Geschehnisse werden aus drei Perspektiven erzählt:

Land: Hier versuchen zwei Soldaten irgendwie ihren Arsch zu retten und wir wissen quasi nix über sie.

Wasser: Hier tuckert ein Fischerboot los, um die Soldaten vom Strand zu holen, und rettet dabei immer mal wieder Soldaten vorm Absaufen. Die Geschichte hat noch am meisten einen Bezug zu den Charakteren zu bieten, während alle anderen eigentlich komplett blass bleiben.

Luft: Hier fliegt ein maskierter Tom Hardy rum und jagd Batman. Oder zumindest stelle ich mir vor, dass er die Kampfbomber als Batman visualisiert.

Auch wenn hier überall die Action abgeht, kommt die eigentliche Gefahr zu keinem Zeitpunkt rüber. Ja, die mögen alle am Strand festsitzen, weil die Deutschen sich nähern. Nur sieht man davon leider gar nichts. Eine vierte Ebene in der Stadt wäre da sicher nicht verkehrt gewesen.

Überhaupt hätte eine halbe Stunde mehr dem Film sicher gut getan. Und das kommt von jemandem, der es gerne kurz und auf den Punkt mag. Aber hier hätte mehr Zeit eben auch mehr Charaktertiefe bringen können und eben vielleicht auch noch die Möglichkeit, die anrückende Gefahr zu beleuchten. So bleiben alle sehr blass und ich wusste am Ende des Films mehr Namen von Schiffen als Figuren in dem Film. Das ist jetzt sicher nicht das größte Problem in einem Kriegsfilm, aber ich soll ja mit denen mitfiebern und auf ihre Rettung hoffen. So waren sie eben einfach nur da und mir zu egal, um da irgendwas zu investieren.

Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern. Hans Zimmers Dauergedröhne muss man etwas ignorieren, weil es schon mal nerven kann. Und die Zeitsprünge waren im ersten Moment hin und wieder verwirrend, aber da kann man drüber hinweg sehen.

Insgesamt bietet der Film tolle Bilder, gute bodenständige Action und einfach eine tolle Inszenierung der Geschehnisse auf allen drei Ebenen. Die Geschichte ist auch gut erzählt, hätte nur eben Potenzial für etwas mehr gehabt.

Und der Film kommt ohne großes Gewaltgewichse aus, was auch einfach mal schön ist. Statt überall Gleidmaßen durch die Gegend zu schleudern, spielt sich die größte Gefahr eher im Kopf des Zuschauers ab. Wenns knallt, dann zwar richtig, aber eben immer ohne explizite Gewaltausbrüche.

Und was mir natürlich besonders wichtig ist: Es gibt kaum CGI. So ziemlich alles hier ist echt. Die Schiffe, die Flugzeuge, die Explosionen, die Leute. Es ist so herrlich. Schon das gibt aus Prinzip einen Pluspunkt bei mir.

Wenn man über ein paar Schwächen hinwegsieht, kriegt man hier also einen ziemlich starken Vertreter des Kriegsfilms, der dazu auch noch eine frische Situation behandelt, die nicht schon tausendmal verfilmt wurde.

Mal aktuell: Alien Covenant

Wer hätte gedacht, dass ich mal in einen Ridley Scott Film ins Kino gehe? Der lahmarschigste Hollywoodfatzkenregisseur aller Zeiten lockt bei mir ja in 90% der Fälle nur ein müdes Gähnen hervor. Aber wenn die Xenomorphs rufen, dann muss ich halt doch mal gucken. In der Hoffnung, dass Scott die nicht komplett zerstört.

ALIEN: COVENANT – USA – 2017 – 123 Min.

Im Gegensatz zu vielen anderen, fand ich ja „Prometheus“ gar nicht mal so scheiße. Klar, kein Meisterwerk, aber kann man mal machen. Und wenn man einen machen kann, kann man natürlich noch mehr machen. Am besten gleich tausend Prequels, fortsetzend eben mit Alien: Covenant.

Und wenn man das schon macht, dann macht man es am besten so, wie es jeder Hollywoodblockbuster heutzutage macht. Also mit möglichst wenig Einsatz für möglichst hohe Einnahmen.

Das beginnt natürlich mal wieder mit den Charakteren. Oder den seelenlosen Hüllen, die man heutzutage so nennt. Da ist die Protagonistin namens Dani, deren Charakter es ist, eine Frau zu sein, die gerade ihren Mann James Franco verloren hat. Das würde vielleicht etwas mehr mitnehmen, wenn das nicht als allererstes passieren würde und ich weder Franco noch sie kenne. Es ist mir also scheißegal. Dann wäre da noch der Captain mit seinem Glauben, den man ja durchaus mal einbauen könnte, aber wozu denn. Zu sagen, dass er glaubt, reicht ja auch. Und dann ist da noch Danny McBride, der einen Hut hat. Und alle anderen haben keinen. Das unterscheidet ihn also vom Rest. Und sonst nix. Ach doch, alle sind verheiratet und haben ihre Ehepartner mit dabei. Das soll wohl sowas wie Dramatik erzeugen. Aber man lernt ja keinen davon kennen, also können die Ehepartner ruhig wie die Fliegen fallen. Es interessiert einfach nicht.

Das beste am Film ist wenig überraschend Michael Fassbender. Aber retten kann er den Quark hier natürlich auch nicht. Mal davon abgesehen, dass seine Doppelrolle für den vorhersehbarsten Twist in der Filmgeschichte genutzt wird.

Wer jetzt denkt, der Film könnte ja wenigstens Horroratmosphäre haben, wie damals Teil 1, dem kann ich nur sagen: Geh in deinen Keller, da ist es gruseliger. Zu keiner Sekunde kommt sowas wie Stimmung auf. Spannung existiert ebenfalls nicht, da ziemlich klar ist, wo der Alien lang läuft. Fremder Planet, Infizierung, Blahblah, Getöse, Alien im Raumschiff, raus damit, lahmer Twist, Feierabend.

Natürlich kann ich nicht anders, als auch noch auf die Effekte einzugehen. Und meine Herren, wer das CGI in diesem Film noch verteidigt, der ist endgültig komplett verblendet von der Hollywoodcomputereffekthascherei. Die Brustkorbszene könnte auch direkt aus einem billigen Asylumfilm stammen. Das kann doch wirklich nicht der Anspruch sein, den man bei einer Millionenproduktion hat.

Am Ende bleibt nicht viel hängen. Ich bin seit einer Stunde aus dem Kino und hab den Rest schon wieder vergessen. Schwacher, größtenteils langweiliger Film. Ridley Scott strikes again.