Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kategorie-Archiv: Filme

Mal aktuell: Bohemian Rhapsody

Ich habe es doch noch ins Kino geschafft. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kam tatsächlich mal wieder ein Film in die Lichtspielhäuser, auf den ich so richtig Bock hatte. Als bekennender Queen-Fan, musste ich BOHEMIAN RHAPSODY einfach sehen. Gut, ich gebe zu, auch Queen hat in meinen Augen Songs gemacht, die dem von mir gesetztem hohen Standard an die Band dann nicht mehr gerecht werden. *kotz Radio Ga-Ga kotz* Aber insgesamt war der Output dieser Band für mich eigentlich immer hörenswert und bot den von mir so gern gesehenen und gehörten kreativen Touch, der sie wunderbar vom Rest abhob. Mit anderen Worten, Queen war selbst in schlechten musikalischen Zeiten *kotz 80er kotz* noch ein Lichtblick.  Und Freddie Mercury ist vor mich bis heute als Sänger und Entertainer unter den Musikern unerreicht. Es gäbe vermutlich noch mehr Gründe, den Film sehen zu wollen, aber ich schwafel hier schon zu lange rum. Also, was kann:

BOHEMIAN RHAPSODY

Vorweg muss ich erwähnen, dass ich leider keine OV gefunden habe und den Film somit in der Synchronfassung sehen musste. Gut, das war mir eigentlich vorher klar, denn OV ist hier in der Umgebung ohnehin kaum drin. Kinos sind halt alle kacke hier. Immerhin lief der Film aber überhaupt, also nimmt man dann, was man kriegen kann.

Aber auch in der Synchro kommt durchaus rüber, wie gut die Leistungen der Darsteller sind. Allen voran Rami Malek als Freddie Mercury, der für alle Preise nominiert werden sollte, wenn sich die Preise noch irgendwie selbst ernst nehmen. Gwilym Lee als Brian May ist ebenfalls fantastisch und man hat wirklich das Gefühl, die echte Band vor sich zu haben. Alle anderen Darsteller stehen dem in nichts nach. Da hat man also alles richtig gemacht und wenn man mich fragt, sollte das Nominierungen bei den großen Awards hageln.

Innerhalb der Story kam mir John Deacon etwas zu kurz, aber über den gibt es wohl auch nicht so viel zu erzählen und die anderen drei Bandmitglieder geben einfach auch vom Charakter mehr her. Die Geschichte rund um Freddie und Mary hat man ebenfalls gut eingebaut. Ich hatte da zuvor die Befürchtung, dass man die im weiteren Verlauf etwas unter den Tisch fallen lässt. Stattdessen zeigt sie aber auf, was für eine tragische Figur Freddie zum Teil einfach war.

Der eigentlich Verlauf des Films ist chronologisch etwas hingebogen. Da werden Songs live performt, die erst Jahre später veröffentlicht wurden oder Songs geschrieben, die schon Jahre vorher veröffentlicht wurden. Aber da kann man drüber hinwegsehen. Es fügt sich trotzdem alles gut zusammen.

Ein paar Stationen kamen etwas kurz oder hat man komplett weggelassen, aber man hat eben auch nur beschränkte Zeit und den Film unnötig auf 3 Stunden hochzuschrauben, hätte auch in die Hose gehen können. Wobei ich gerne noch mehr gesehen und vor allem gehört hätte.

Der Soundtrack ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Ein schöner Querschnitt des Schaffens von Queen. Insgesamt sind mir – neben ein paar Opern – nur zwei Songs aufgefallen, die nicht von Queen stammen. Aber Queen hatte eben auch für jede Situation den passenden Song.

Wenn man mit einem Grinsen und einer Ladung von Ohrwürmern im Kopf aus dem Kino kommt, weiß man, man war in einem Queen-Film.

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Mal aktuell: Dunkirk

Heute könnte mein letzter Kinobesuch für lange Zeit gewesen sein. Nicht nur, zieht mein Cousin, mit dem ich immer im Kino war, weg, sondern gehen mir auch die Kinos einfach tierisch auf die Klötze, mit ihrem immer gleichen Kackprogramm voller Blockbustergetöse, das keinen Platz für etwas anderes bietet. So mussten wir also mal wieder von den kleinen Programmkinos abweichen und so einen Multiplexpisstempel unterstützen, in dem man schon für das Getränk einen Kleinkredit aufnehmen muss.

DUNKIRK

Wer sich so wie ich nicht so ganz mit der Historie auskennt, braucht vielleicht eine kleine Auffrischung, um was es eigentlich geht. Aber da der Film mir die auch nicht gegeben hat, kriegt ihr hier keine. Nur so viel: Am Strand von Dünkirchen warten Soldaten auf Rettung, während die Feinde immer näher rücken und sie bereits eingekesselt haben.

Die Geschehnisse werden aus drei Perspektiven erzählt:

Land: Hier versuchen zwei Soldaten irgendwie ihren Arsch zu retten und wir wissen quasi nix über sie.

Wasser: Hier tuckert ein Fischerboot los, um die Soldaten vom Strand zu holen, und rettet dabei immer mal wieder Soldaten vorm Absaufen. Die Geschichte hat noch am meisten einen Bezug zu den Charakteren zu bieten, während alle anderen eigentlich komplett blass bleiben.

Luft: Hier fliegt ein maskierter Tom Hardy rum und jagd Batman. Oder zumindest stelle ich mir vor, dass er die Kampfbomber als Batman visualisiert.

Auch wenn hier überall die Action abgeht, kommt die eigentliche Gefahr zu keinem Zeitpunkt rüber. Ja, die mögen alle am Strand festsitzen, weil die Deutschen sich nähern. Nur sieht man davon leider gar nichts. Eine vierte Ebene in der Stadt wäre da sicher nicht verkehrt gewesen.

Überhaupt hätte eine halbe Stunde mehr dem Film sicher gut getan. Und das kommt von jemandem, der es gerne kurz und auf den Punkt mag. Aber hier hätte mehr Zeit eben auch mehr Charaktertiefe bringen können und eben vielleicht auch noch die Möglichkeit, die anrückende Gefahr zu beleuchten. So bleiben alle sehr blass und ich wusste am Ende des Films mehr Namen von Schiffen als Figuren in dem Film. Das ist jetzt sicher nicht das größte Problem in einem Kriegsfilm, aber ich soll ja mit denen mitfiebern und auf ihre Rettung hoffen. So waren sie eben einfach nur da und mir zu egal, um da irgendwas zu investieren.

Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern. Hans Zimmers Dauergedröhne muss man etwas ignorieren, weil es schon mal nerven kann. Und die Zeitsprünge waren im ersten Moment hin und wieder verwirrend, aber da kann man drüber hinweg sehen.

Insgesamt bietet der Film tolle Bilder, gute bodenständige Action und einfach eine tolle Inszenierung der Geschehnisse auf allen drei Ebenen. Die Geschichte ist auch gut erzählt, hätte nur eben Potenzial für etwas mehr gehabt.

Und der Film kommt ohne großes Gewaltgewichse aus, was auch einfach mal schön ist. Statt überall Gleidmaßen durch die Gegend zu schleudern, spielt sich die größte Gefahr eher im Kopf des Zuschauers ab. Wenns knallt, dann zwar richtig, aber eben immer ohne explizite Gewaltausbrüche.

Und was mir natürlich besonders wichtig ist: Es gibt kaum CGI. So ziemlich alles hier ist echt. Die Schiffe, die Flugzeuge, die Explosionen, die Leute. Es ist so herrlich. Schon das gibt aus Prinzip einen Pluspunkt bei mir.

Wenn man über ein paar Schwächen hinwegsieht, kriegt man hier also einen ziemlich starken Vertreter des Kriegsfilms, der dazu auch noch eine frische Situation behandelt, die nicht schon tausendmal verfilmt wurde.

Mal aktuell: Alien Covenant

Wer hätte gedacht, dass ich mal in einen Ridley Scott Film ins Kino gehe? Der lahmarschigste Hollywoodfatzkenregisseur aller Zeiten lockt bei mir ja in 90% der Fälle nur ein müdes Gähnen hervor. Aber wenn die Xenomorphs rufen, dann muss ich halt doch mal gucken. In der Hoffnung, dass Scott die nicht komplett zerstört.

ALIEN: COVENANT – USA – 2017 – 123 Min.

Im Gegensatz zu vielen anderen, fand ich ja „Prometheus“ gar nicht mal so scheiße. Klar, kein Meisterwerk, aber kann man mal machen. Und wenn man einen machen kann, kann man natürlich noch mehr machen. Am besten gleich tausend Prequels, fortsetzend eben mit Alien: Covenant.

Und wenn man das schon macht, dann macht man es am besten so, wie es jeder Hollywoodblockbuster heutzutage macht. Also mit möglichst wenig Einsatz für möglichst hohe Einnahmen.

Das beginnt natürlich mal wieder mit den Charakteren. Oder den seelenlosen Hüllen, die man heutzutage so nennt. Da ist die Protagonistin namens Dani, deren Charakter es ist, eine Frau zu sein, die gerade ihren Mann James Franco verloren hat. Das würde vielleicht etwas mehr mitnehmen, wenn das nicht als allererstes passieren würde und ich weder Franco noch sie kenne. Es ist mir also scheißegal. Dann wäre da noch der Captain mit seinem Glauben, den man ja durchaus mal einbauen könnte, aber wozu denn. Zu sagen, dass er glaubt, reicht ja auch. Und dann ist da noch Danny McBride, der einen Hut hat. Und alle anderen haben keinen. Das unterscheidet ihn also vom Rest. Und sonst nix. Ach doch, alle sind verheiratet und haben ihre Ehepartner mit dabei. Das soll wohl sowas wie Dramatik erzeugen. Aber man lernt ja keinen davon kennen, also können die Ehepartner ruhig wie die Fliegen fallen. Es interessiert einfach nicht.

Das beste am Film ist wenig überraschend Michael Fassbender. Aber retten kann er den Quark hier natürlich auch nicht. Mal davon abgesehen, dass seine Doppelrolle für den vorhersehbarsten Twist in der Filmgeschichte genutzt wird.

Wer jetzt denkt, der Film könnte ja wenigstens Horroratmosphäre haben, wie damals Teil 1, dem kann ich nur sagen: Geh in deinen Keller, da ist es gruseliger. Zu keiner Sekunde kommt sowas wie Stimmung auf. Spannung existiert ebenfalls nicht, da ziemlich klar ist, wo der Alien lang läuft. Fremder Planet, Infizierung, Blahblah, Getöse, Alien im Raumschiff, raus damit, lahmer Twist, Feierabend.

Natürlich kann ich nicht anders, als auch noch auf die Effekte einzugehen. Und meine Herren, wer das CGI in diesem Film noch verteidigt, der ist endgültig komplett verblendet von der Hollywoodcomputereffekthascherei. Die Brustkorbszene könnte auch direkt aus einem billigen Asylumfilm stammen. Das kann doch wirklich nicht der Anspruch sein, den man bei einer Millionenproduktion hat.

Am Ende bleibt nicht viel hängen. Ich bin seit einer Stunde aus dem Kino und hab den Rest schon wieder vergessen. Schwacher, größtenteils langweiliger Film. Ridley Scott strikes again.

Mal aktuell: Get Out

Ich war mal wieder im Kino. Denn es ist tatsächlich ein Wunder geschehen und hier lief – auch außerhalb des von mir gemiedenen Multiplexpisspalastes – der neueste megagehypte Horrorshit. Mal schauen, ob der was taugt.

GET OUT – USA – 2017 – 104 Min.

Die kurze Antwort ist: Er taugt so halb was. Und so halb eben auch nicht.

Interessanterweise kann man das ganze chronologisch betrachten und dabei den Zerfall sehr gut festhalten. Das ich hier spoiler sollte klar sein.

Der Film beginnt damit, dass der schwarze Chris zusammen mit seiner Freundin Rose zu deren Eltern aufs Land fährt, damit sie sich mal kennen lernen. So weit, so simpel. Schnell kommt dabei der unterschwellige Rassismus ins Spiel, den diese Begegnung mit sich bringt. Dabei sind die Eltern alles andere als Rassisten, sie versuchen eben nur zu sehr, es nicht zu sein.

Dieser Rassismus zieht sich durch die ganze erste Hälfte des Films und wird immer stranger. Mit dem Höhepunkt auf der großen Party voller weißer reicher Typen und dem Satz „Schwarz ist das neue Weiß“.

Richtig eigenartig wird es, wenn Chris sich mit den schwarzen Arbeitern auf dem Grundstück unterhält. Der Film zieht ein richtig schönes „Was zur verfickten Hölle ist eigentlich los mit den ganzen Typen in dem Streifen“-Gefühl durch die erste Hälfte.

Und dann kommt Hälfte zwei und er verkommt zum vorhersehbarsten Horrorfilm den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nun ist es natürlich nicht unbedingt so, dass das Horrorrad täglich neu erfunden wird, aber etwas so stringent nach Schema F ohne jegliche Überraschung durchzuziehen ist einfach schwach und leider eben auch langweilig.

Recht früh im Film wird erwähnt, dass die Mutter von Rose ihrem Vater mit Hypnose das Rauchen abgewöhnt hat. Erstmal nichts spektakuläres. Kurz darauf zwingt sie aber Chris diese Hypnose auf und ab da ist mehr oder weniger klar, wo hier der Hase lang läuft. Als dann in einer Szene Chris einen der Schwarzen mit seinem Handyblitzlicht aus der Hypnose weckt, ist die Gehirnwäschegeschichte natürlich perfekt. Es folgt der Ablauf, den man sich denken kann, wenn man mal einen Horrorfilm gesehen hat. Und das eben leider bis zur letzten Szene. Keine Überraschungen, nichts besonderes, Stangenware.

Eine atmosphärische erste Hälfte wird also leider von einer extrem vorhersehbaren zweiten Hälfte zerstört. Die guten Darsteller, allen voran der wirklich starke Daniel Kaluuya, können das dann einfach nicht mehr auffangen. Mal wieder eine der sehr sehr vielen verpassten Chancen, mal etwas richtig frischen Wind ins Genre zu bringen.

Mal aktuell: Life

Life Is Life Nanananana Fuck This Song Nananananana I Hope The Writer Of This Bullshit Dies Of Cancer Nanananana … sorry für den grauenhaften Ohrwurm, den ich jetzt bei euch verursacht habe. Ich weiß wie schlimm das ist. Deshalb widmen wir uns besser schnell etwas anderem. Zum Beispiel dem Kino. Und ich bin heute mal ausnahmsweise nicht hier, um darüber abzukotzen, dass Kinos nur noch Scheiße im Programm haben und hoffentlich bald alle abfackeln, damit man an der Stelle etwas bauen kann, dass noch einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Eine Proktologenklinik oder so. Nein, heute war ich tatsächlich mal wieder in einem dieser Kinos, denn es hat sich ein kleines Kino doch tatsächlich durchgerungen einen Film ins Programm aufzunehmen, der mich interessiert.

LIFE – USA – 2017 -103 Min.

Erwarten tue ich ja zum Glück eh nicht mehr viel, wenn ich einen aktuellen Film gucke. Ich habe nur immer so eine gewisse Grundhoffnung, dass man es nicht komplett verkackt. Hier hat man das so einigermaßen geschafft.

Es handelt sich hier um einen recht stringenten Space-Alien-Killt-Astronauten-Film. Man kriegt also genau das, was man eben erwarten kann. Leider bleibt der Film aber größtenteils unter seinen Möglichkeiten.

Die Charaktere sind wie üblich in dem Genre einfach nur Mittel zum Zweck. Dabei nimmt sich der Film sogar am Anfang viel Zeit, um das Setting und die Menschen einzuführen. Aber dabei kommt halt einfach nix rum. Da ist der Arzt und die Sicherheitsexpertin und der Wissenschaftler und Ryan Reynolds. Mehr Charakter gibt es hier nicht. Vor allem die eigentlichen „Hauptdarsteller“ Jake Gyllenhaal und Rebecca Ferguson sind einfach nur menschliche Hüllen ohne irgendwelche Charakterzüge, die erwähnenswert wären. Das ist halt das übliche Versäumnis bei heutigen Filmen. Die Leute sind mir mal wieder scheißegal. Sollen sie doch verrecken. What do I care?

Horroratmosphäre ist auch Fehlanzeige. Das liegt vermutlich auch etwas daran, dass das Alien aussieht wie ein Seesternquallenhybrid und einfach nicht furchteinflößend wirkt. Immerhin – und regelmäßige Leser dieses Blogs wird es überraschen das von mir zu hören -sind die CGI-Effekte wirklich gut. Es wirkt nicht wie ein Fremdkörper im Film, sondern passt in die Umgebung. Wenn man schon Computereffekte nutzen muss, dann muss das genau so aussehen.

Was mir vor allem gefallen hat, ist die Kameraarbeit. Die Kamera ist eigentlich immer in Bewegung und vermittelt dadurch ein Gefühl der Schwerelosigkeit, wie sie eben auf der ISS herrscht. Passte sehr gut in den Film.

Kurz zusammengefasst bringt das Wort „Durchschnitt“ das ganze hier wohl auf den Punkt. Nicht langweilig aber auch weit davon entfernt ein Meisterwerk zu sein.

Mal aktuell: Arrival

Eigentlich dachte ich ja, mein Kinojahr wäre bereits vorbei, aber überraschenderweise haben es die Kinos in der Umgebung tatsächlich mal gebacken gekriegt, einen wirklich interessanten Film ins Programm zu nehmen.

ARRIVAL – USA – 2016 – 116 Min.

Leider wäre jedes Wort zu diesem Film ein Spoiler. Deshalb muss ich mich sehr kurz halten.

Gute Darsteller. Gute Idee. Gute Umsetzung. Guter Film. Fertig.

Kurzfilm Kurzreview – Die Nacht der lebenden Idioten

Halloween ist vorbei. Aber aufgrund einer Anfrage gibt es noch einen kleinen Bonus. Nämlich den neuen Kurzfilm von Alex „Sander“ Lotz. Der hat mir ja schon mal ausführlich Rede und Antwort gestanden in dem ersten und einzigen Interview hier auf dem Filmschrottplatz. Jedenfalls hat er einen neuen Kurzfilm am Start und zwar:

DIE NACHT DER LEBENDEN IDIOTEN

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Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um eine Hommage an George A. Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“. Das große Problem, vor dem Sander stand, war es, ohne jegliches Budget einen Kurzfilm zu machen. Dabei entstand dann die Idee, Szenen aus Romeros Film zu nehmen und durch neue selbst gedrehte zu ergänzen, um eine neue Geschichte zu erzählen.

So sieht das alte Original von 1968 aus, wenn man es auf eine alte Tischdecke stellt.

So sieht das alte Original von 1968 aus, wenn man es auf eine alte Tischdecke stellt.

Die Story ist schnell erklärt: Johnny (Jonathan Schäble) und Sander (Alex Lotz) wollen an Halloween „Trick Or Treaten“ gehen. Da Johnny seinen verfluchten Eimer allerdings noch bei Ex-Freundin Barbra (Judith O’Dea) rumliegen hat, müssen sie erst mal da vorbei. Die ist nicht begeistert und auch ihr neuer Freund Ben (Duane Jones) ist nicht scharf auf den unangekündigten Besuch.

Barbra hat keinen Bock ihren Ex zu sehen und kriegt direkt Komplexe.

Barbra hat keinen Bock ihren Ex zu sehen und kriegt direkt Komplexe.

Es sollte wohl jedem klar sein, was man hier zu erwarten hat. Zu keiner Sekunde nimmt sich der Film selbst ernst und das ist auch gut so.  Sonst würde man hier nämlich plötzlich anfangen, Dinge zu hinterfragen.Zum Beispiel, wo zur Hölle Barbra eigentlich wohnt, wenn man, um zu ihr zu kommen, über den Friedhof, durch einen Wald und dann eine Landstraße entlang latschen muss. Und warum Barbra innerhalb von 3 Sekunden vom Friedhof nach Hause findet, Johnny und Sander aber gefühlt den ganzen Film brauchen, um die gleiche Strecke zurückzulegen. Aber wie gesagt, Hirn aus und genießen ist hier die Devise. Und schon alleine für die Szene, in der Johnny und Barbra gleichzeitig von ihrem ersten Mal erzählen lohnt sich der Spaß.

Johnny erklärt Sander wie man mit dem Rauchen aufhört.

Johnny erklärt Sander wie man mit dem Rauchen aufhört.

Die größte Herausforderung war laut Alex, die selbst gedrehten Szenen an die Szenen aus dem Originalfilm anzupassen. Das ist allerdings ziemlich gut gelungen. Einzig den Unterschied in den Locations erkennt man auf den ersten Blick, aber das lässt sich halt auch nicht so leicht umgehen. Ohne Kohle kann man schlecht Barbras Haus aus dem Originalfilm nachbauen. Ansonsten passen Bild und Ton aber ziemlich gut zusammen. Selbst die alten Bildfehler hat Alex übernommen. Manchmal sind es eben die kleinen Details, die den Unterschied machen.

So einen schönen Eimer würde ich auch nicht einfach bei der Ex stehen lassen.

So einen schönen Eimer würde ich auch nicht einfach bei der Ex stehen lassen.

Am Ende also ein kurzweiliger Spaß, mit ein paar lustigen Gags. Wer mal ne Viertelstunde nix zu tun hat, kann sich den Spaß gerne hier angucken:

Die Nacht der lebenden Idioten auf YouTube

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Und natürlich könnt ihr auch Sanders anderen Halloweenfilme aus den letzten Jahren auf seiner Homepage zu Gemüte führen: SanderMania

Mal aktuell: Inferno

Wer mir auf Letterboxd folgt, hat vielleicht schon festgestellt, dass ich die Dan Brown Verfilmungen mit Tom Hanks mag. Hier gibt es meine Meinung zu Teil 1 und hier zu Teil 2. Da mir beide Filme ganz gut gefallen, habe ich halt Bock auf Teil 3 und deshalb war ich im Kino.

INFERNO – USA – Japan – Türkei – Ungarn – 2016 – 121 Min.

Meine größte Befürchtung war ja, dass die neue Synchronstimme von Tom Hanks nicht wirklich passen könnte. Ich gucke zwar äußerst selten überhaupt noch irgendwas in der Synchro, aber im Kino habe ich keine andere Wahl und man hat ja trotz allem die Stimmen immer noch im Kopf. Deshalb ist es eben immer schwierig, sich da an etwas neues zu gewöhnen. Aber da kann ich Entwarnung geben. Hier hat man wirklich einen hervorragenden Ersatz gefunden. Es brauchte kaum Eingewöhnungszeit und  man hat bereits vergessen, dass es eine andere Stimme ist.

Der Film selbst bietet das, was man eben von diesem Film erwartet. Der Anfang ist etwas epileptisch, da man hier mit Visionen und Erinnerungsfetzen und anderem Kram im Sekundentakt um sich schmeißt.

Wenn dann aber etwas Ruhe einkehrt, beginnt das fröhliche Rätsellösen, das diese Filme nun mal ausmacht. Dazwischen gibt es etwas Action und viel Gerenne. Und Ben Foster volle Möhre im 12 Monkeys Modus.

Relativ schwach fand ich allerdings den großen Twist. Der war einfach irgendwie bleh. Und auch die große Hauptstory wirkt so ein bisschen hingewurschtelt, einfach nur, damit man mal wieder was für Robert Langdon zu tun hat. Dazu dann die anfängliche Amnesie, die ich sowieso selten mag, aber hier zum Glück nicht allzu negativ auffällt.

Übrigens interessant, dass der Film auf der ganzen Welt gedreht wurde, außer in Italien, wo sich die Charaktere die Hälfte des Films aufhalten.

Robert Langdons dritter Fall bietet halt wieder die üblichen Bausteine. Die funktionieren auch nach wie vor. Nur von der Story her kann er nicht mit den Vorgängern mithalten. Fans von Schnitzeljagd-Action-Thriller-Amnesie-Massenmord-Virus-Schinken kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Also ich. Nur beim nächsten Mal wieder ohne Amnesie bitte.

Mal aktuell: Blair Witch

Vor einigen Monaten gab es die große Ankündigung, dass es ein Blair Witch Project Sequel geben würde. Und zwar eins, dass direkt an den Originalfilm anschließt und nicht eins, dass totaler Bullshit ist und den ersten Teil komplett zerstört (zumindest war das wohl der Plan). Als Fan des ersten Teils musste ich den neuen Streifen natürlich sehen. Da ich weiß, wie Horrorfilme heute sind, habe ich wenig erwartet. Was ich gekriegt habe, lest ihr hier:

BLAIR WITCH – USA – 2016 – 89 Min.

Die Story hier ist simpel. James ist der Bruder von Heather aus Teil 1 und jetzt, 20 Jahre nachdem sie verschwunden ist, taucht ein Videoschnipsel im Internet auf, der darauf hinweist, dass Heather noch leben könnte und er will seine Schwester suchen gehen. Und da fängt das Problem eigentlich auch schon an. James war 4 Jahre alt, als seine Schwester verschwand, was bedeutet, dass er nicht wirklich einen Draht zu ihr gehabt haben kann. Er kommt auch nicht gerade besessen von der Idee sie zu finden rüber. Alles wirkt eher wie ein Wochenendausflug. Dazu kommt dann der Fundort des Videoschnipsels, der so ungefähr 2 Meter im Wald lag, aber jetzt 20 Jahre später wird das zufällig von nem irren Kiffer gefunden? Äh, ich denke nicht, dass ich euch den Quatsch abkaufen kann. Also alles nur Mittel zum Zweck.

Macht aber nix, denn der Film ist auch ansonsten in keinster Weise intelligent oder interessant und hat quasi keine eigenen Ideen. Im Prinzip hat man hier einfach ein neumodisches Remake des ersten Teils fabriziert. Mit anderen Worten, dieser Film macht alles falsch, was das Original richtig gemacht hat. Er baut keine Atmosphäre auf, er ist laut, er reiht lahme Jumpscares aneinander und am Ende landet ein UFO im Wald … oder so, bin mir nicht sicher was das grelle Licht im Haus sonst gewesen sein soll. Die neue Technik nutzt man nebenbei nur so semi. Da hat man zum Beispiel eine Drohne dabei und ihr einziger Zweck für den Film ist es, im Baum hängen zu bleiben, damit da später eine Tucke hochklettern kann, um dann halt vom Baum zu fallen. Solchen Schwachsinn gibt es hier häufiger.

Überhaupt haben wir hier die mit weitem Abstand dümmsten Horrorfilmcharaktere aller Zeiten – und wir wissen alle, dass das was heißen will. Gerade am Ende verhalten sich die beiden letzten Überlebenden so unfassbar dämlich, dass man schon Kopfschmerzen kriegt, wenn man nur daran denkt.

Auf die Zeitschleifenstory, die man überhaupt nicht versucht zu erklären, weil es eh scheißegal ist, und die Tatsache, dass man uns hier die Hexe zeigt und sie unfassbar scheiße aussieht, gehe ich besser nicht noch extra ein.

Das hier dürfte wohl die Horrorenttäuschung des Jahres sein. Simple Stangenware, die einfach nur langweilt und andere Streifen kopiert, wo es gerade geht. Bleh. Witch.

Mal aktuell: Don’t Breathe

Es ist ja kein großes Geheimnis, dass ich eher selten Filmtrailer gucke. Gerade heutzutage, wo Trailer die unfassbar dämliche Eigenart aufweisen, den ganzen Plot und jeden Twist des Films direkt zu verraten, mache ich einen gewaltigen Bogen um diese einst eigene Kunst des Filmschnitts herum. Aber wenn man im Kino sitzt kann man sich nur schwer davor retten. Wenn man nicht wie ein Trottel vor der Tür stehen will, bis der Hauptfilm anfängt, muss man nun mal den ein oder anderen Trailer über sich ergehen lassen. Meist sind die eher abschreckend. Meist verraten die direkt alles und man braucht den Film gar nicht mehr gucken. Aber manchmal gibt es eben doch noch Trailer, die einfach Lust auf den Film machen. So ein Beispiel war der Trailer zu:

DON’T BREATHE – USA – 2016 – 88 Min.

Eine Sache vorweg. Ich raffe nicht, warum heute alles, was auch nur ansatzweise etwas Brutalität in der Story hat, direkt als Horror bezeichnet wird. Don’t Breathe ist KEIN Horrorfilm. Nicht mal ansatzweise. Der Film ist nicht gruselig. Der Film hat keine wirklichen Schockmomente. Der Film hat absolut nichts Übernatürliches. Der Film ist KEIN Horrorfilm. Für mich ist der Film ein Psychothriller. Ein bisschen hat er mich von der Idee an Panic Room von David Fincher erinnert. Drei Leute brechen in ein Haus ein und müssen sich dann mit einem Problem herumschlagen, mit dem sie zuvor nicht gerechnet haben. Es sagt auch niemand, dass Panic Room ein Horrorfilm ist. Also: Psychothriller. So.

Aber egal was es dann letztlich ist, es ist verdammt gut. Der Film ist sich absolut bewusst, dass er sich in einem sehr vorhersehbaren Rahmen bewegt, was schon in der ersten Einstellung klar wird. Da nutzt man nämlich das komplett ausgelutschte Stilmittel der Vorblende, mit einem Blick auf den Ausgang des Films. Zumindest soll man das denken. Aber zum Glück macht der Film nicht so vorhersehbar weiter, wie man denken könnte. Denn gerade zum Schluss, wird man doch immer wieder überrascht dadurch, dass das Ende doch noch nicht gekommen ist. Mehrmals scheint es vorbei zu sein, eine der beiden Parteien gewonnen zu haben, und dann gibt es doch noch eine kleine Zugabe.

Die Charaktere sind nicht besonders ausgearbeitet. Wie man es von so einem Film gewohnt ist. Das Bisschen, das man erfährt erfüllt seinen Zweck. Allerdings hat man ein Problem, wenn man unbedingt eine Person braucht, der man einen Sieg wünscht. Immerhin reden wir hier von drei Einbrechern und einem blinden Mann mit Leichen im Keller. Hier gibt es kein gut und böse. Kein schwarz und weiß. Niemand in diesem Film hat ausschließlich gute Absichten. Wenn man das sucht, sucht man vergeblich. Aber das macht die Charaktere greifbarer. Leider erfährt man aber nur über zwei der vier Hauptfiguren wirklich genug um sich überhaupt für sie zu interessieren. Stephen Langs blinder Mann und die von Jane Levy gespielte Rocky sind Protagonist und Antagonist. Wer was ist, muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht sind auch beide beides. Die anderen zwei sind einfach nur da. Man weiß leider viel zu wenig über die restlichen Figuren, um sich wirklich für sie zu interessieren und auch, um gutzuheißen, was sie tun. Denn deren Beweggründe sind nicht klar. Man weiß nur, dass sie Geld wollen. Wofür erfährt man nicht, womit sie einfach nur Einbrecher sind. Da hätte man ruhig noch 5 Minuten investieren können, um auch denen etwas Profil zu geben. Mehr Zeit hat man für Rocky auch nicht geopfert. Und da liegt dann auch mein einziger Kritikpunkt. Mal wieder scheitert ein Film daran, mir die Charaktere nahe genug zu bringen, dass ich wirklich mit ihnen mitfiebern, mitleiden, oder gegen sie sein kann. Sie sind mir mal wieder zu egal. Zum Glück schafft der Film es trotzdem, Spannung aufzubauen. Nur wäre da eben viel mehr drin gewesen. Eben eine typische Krankheit des Genres.

Genau wie die typischen dummen Entscheidungen und Zufälle, mit denen man sich hier natürlich auch abfinden muss. Zumindest wirkt der Film aber für das was er ist, doch ziemlich gut durchdacht.

Absolut erwähnenswert sind noch ein paar technische Aspekte des Films. Vor allem der Sound, den man hier wunderbar einsetzt, um den Vorteil des blinden Mannes hervorzubringen, ist einfach super. Und auch visuell hat man hier einiges richtig gemacht. Kamerafahrten sorgen zu Beginn für Foreshadowing und die Kellerszene in völliger Finsternis ist hervorragend umgesetzt. Und jede Szene fängt mit der Kameraeinstellung die Enge und Bedrängtheit der Charaktere sehr gut ein.

Wer mal wieder einen spannenden und etwas anderen Horror Psychothriller sehen will, sollte ins Kino gehen. Denn das Ding hier ist einfach sehr gut umgesetzt und man merkt, dass hier Leute am Werk waren, die tatsächlich Lust hatten, auf das was sie tun. Eine Tugend, die in der Filmbranche heutzutage leider viel zu selten anzutreffen ist.