Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: November 2014

Filmschrott TV-Tipps 29.11. – 05.12.2014

Welchen Müll präsentieren die TV-Sender diese Woche? Hier erfahrt ihr es:

SAMSTAG

20.15 Uhr – TELE 5 – Triassic Attack – Dinosaurierskelette erwachen zum Leben und essen Menschen. Äh, Moment mal. Wenn das sowieso nur Skelette sind, fallen die Menschen doch einfach wieder unten raus, oder? Irgendwie klingt das eher nach Vergnügungspark.

22.05 Uhr – TELE 5 – Frozen – Val Kilmer entdeckt bei Grabungen in der Antarktis einen prähistorischen Virus und dann verrecken halt alle. Ich vermute, dass Hitze gegen die Gefahr hilft. Aber damals war vielleicht das Feuer noch nicht entdeckt.

23.55 Uhr – TELE 5 – Mosquito Man – Nein, nicht der neueste Streich der Marvel-Superhelden-wir-verfilmen-jetzt-einfach-jeden-Scheiß-der-mal-irgendwohin-gekritzelt-wurde-Produktionsfirma. Hier geht es um einen Serienkiller, der sich freiwillig Laborversuchen unterzieht und sich dann höchstwahrscheinlich in einen Moskito verwandelt. Quasi Die Fliege Teil 5, oder so.

01.35 Uhr – RTL 2 – Splinter – Eine Ratte wird Kung Fu Meister und trainiert vier Schildkröten, um gegen den bösen Shredder … Was? Es geht gar nicht um Meister Splinter? Dann weiß ich auch nicht, was das hier für ein Quark ist.

MONTAG

22.40 Uhr – TELE 5 – Higanjima – Vampire auf einer sonnigen Insel. Wer findet den Fehler?

DONNERSTAG

00.20 Uhr – TELE 5 – McCinseys Island – Und noch ne Insel. Dieses Mal turnt da Hulk Hogan rum, was eigentlich alles erklären dürfte.

FREITAG

22.10 Uhr – TELE 5 – SchleFaZ – Sehr wenig Schrott diese Woche. Aber wer anderes als Oliver Kalkofe und Peter Rütten sollte die Woche retten? Die schlechtesten Filme aller Zeiten sind ein Must See.

Habt ihr auch noch Tipps parat? Dann lasst nen Kommentar da.

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Der schlechteste Film #14

Heute gehen wir mal wieder einige Jahre zurück in der Zeit und diskutieren den schlechtesten Film einer Frau, die wohl am ehesten durch einen Frühstücksfilm bekannt ist.

Auch wenn sie als eine der großen Hollywood-Schönheiten galt, war sie selber eher bescheiden, was ihr Aussehen angeht.

 

I think sex is overrated. I don’t have sex appeal and I know it. As a matter of fact, I think I’m rather funny looking. My teeth are funny, for one thing, and I have none of the attributes usually required for a movie queen, including the shapeliness.

 

Aber auch, was ihre Fähigkeiten als Schauspielerin anging, war sie eher unsicher.

 

I probably hold the distinction of being one movie star who, by all laws of logic, should never have made it. At each stage of my career, I lacked the experience.

 

Übrigens hätte sie es fast gar nicht auf die Bühne geschafft, denn schon als Baby wäre sie beinahe an einem Hustenanfall gestorben. Für kurze Zeit setzte sogar die Atmung aus.

 

If I were to write a biography, it would start like this: I was born in Brussels, Belgium, on May 4, 1929 . . . and I died six weeks later.

 

Sympathische Frau, wie ich finde.

 

Aber was ist der schlechteste Film mit Audrey Hepburn?

Nutzloses Filmwissen #13

Wissen ist Macht … äh, Saft.

Jedes einzelne von John Does Tagebüchern in „Sieben“ war beschrieben. 2 Monate hat es gedauert, die ganzen Bücher zu schreiben. Die selbe Zeitspanne, die die Polizei laut Morgan Freemans Charakter Somerset brauchen würde, sie alle zu lesen.

Um ein elektronisches Buch, das ebenfalls etwas Zeit in Anspruch nehmen würde, wenn man es komplett lesen wollte, geht es in „Per Anhalter durch die Galaxis“. Der Film basiert natürlich auf der Buchreihe von Douglas Adams, die wiederum auf einem Radio-Hörspiel basierte. Der Film befand sich quasi 15 Jahre in der Produktion, von der Idee, über die Planung, bis zur Umsetzung. Ganz am Anfang, war Ivan Reitman im Gepräch als Regisseur und Bill Murray und Dan Aykroyd für die Hauptrollen vorgesehen. Stattdessen machten sie aber „Ghostbusters“.

Dieser Film sollte ebenfalls ganz anders aussehen. Ursprünglich waren John Belushi, Dan Aykroyd und Eddie Murphy als Darsteller eingeplant. Sie sollten Geister in Spezialeinheitsuniformen jagen und statt Protonenstrahlern eine Art Zauberstab haben. Nach Belushis Tod wurden alle Pläne über den Haufen geworfen und umgeschrieben, was zu dem bekannten Ergebnis führte.

Dabei hätte man sich das Umschreiben fast sparen können, denn nur wenige Szenen wurden wirklich so gedreht, wie sie im Script standen. Stattdessen improvisierten die Darsteller, wo sie nur konnten. Die One-Shot-Szene auf Louis Tullys Party ist zum Beispiel komplett von Rick Moranis improvisiert und pure Unterhaltung.

Moranis hat mittlerweile dem Filmgeschäft den Rücken gekehrt, was schade ist, denn schließlich ist er Lord Helmchen, der gerne mit Puppen spielt, was ebenfalls komplett improvisiert war.

Bevor Mel Brooks „Spaceballs“ drehte, bat er George Lucas um Zustimmung, alles, was in Star Wars passiert, parodieren zu dürfen. Lucas stimmte unter der Bedingung zu, dass für den Film kein Merchandise hergestellt und verkauft wird. Deshalb gibt es auch bis heute nicht den Spaceballs-Flammenwerfer im gut sortierten Spielzeughandel.

Wahrscheinlich ist es aber auch ganz gut, dass das Merchandise nie im Verkauf war. Denn schließlich enthält Spaceballs – Das Frühstücksmüsli 100% Zucker und lässt scheinbar Aliens aus der Brust brechen. (Für diesen Effekt war übrigens George Lucas‘ Firma ILM verantwortlich.) Andererseits könnte es auch einfach sein, dass John Hurt Pech hat, denn er ist der Mann der in „Spaceballs“ und in „Alien“ von einem Alien aus dem Inneren zerlegt wird.

Kann man nur hoffen, dass er in „Spaceballs 2: Auf der Suche nach noch mehr Geld“ mehr Glück hat, wenn dieser Film denn tatsächlich jemals erscheinen sollte.

Ich würde es feiern. Ihr nicht auch?

Fernöstliche Kampfchoreografie mit Orientierungsschwächen

Momentan bin ich auf einem kleinen Jackie Chan Trip. Ich finde viele seiner Filme einfach unterhaltsam, obwohl ich kein großer Martial Arts Fan bin. Allerdings gab es in den Anfangstagen seiner Karriere auch einigen Müll. Unter anderem seine erste Hauptrolle, in dem Film mit tausend Namen.

GUANG DONG XIAO LAO HU – Der Meister mit den gebrochenen Händen – Der Tiger von Kwantung – ‚The Master‘ mit den gebrochenen Händen – Jackie Chans Rache – Hong Kong – 1971 – 80 Min.

Der Spaß beginnt mit Wolfgang Petry – oder Jackie Chan mit Schnäuzer -, der irgendwo im Wald seine Kampfkünste trainiert und Vasen zerschlägt. Er ist der Meister von drei Typen, die sich gerade die Fresse einschlagen, weil sich zwei von ihnen geweigert haben, einen Typen umzubringen. Als Bestrafung müssen sie jetzt gegen den Meister auf Leben und Tod kämpfen, der sich aus Fairness vorher die Augen verbindet. Natürlich macht er die beiden trotzdem platt.

Einer der Getöteten war der Vater vom kleinen Jackie, der dann bei seinem Onkel lebte und seine Rache vorbereitete, indem er Kung Fu, Karate, Tae Kwon Do, Wing Chun, Drunken Boxing, Capoeira, Walzer und Foxtrott trainierte. Oder sowas in der Art. Hilfe bekommt er dabei von einem Penner, den er zufällig im Wald trifft.

Zu den Trainingsgrundlagen gehört es unter anderem, nackt in einen Sack mit Schlangen zu steigen, blind Fliegen zu fangen und den Arsch über offenes Feuer zu halten.

Jackie demonstriert seiner Schwester seine Kampfkünste, aber der Onkel ist alles andere als begeistert. Deshalb freut er sich wohl, dass Jackie als Kellner bei einem anderen Onkel anfängt zu arbeiten. Vogelvolker kommt vorbei und belästigt die Kunden. Also eigentlich nur einen, der ihm das Portmo … Portmoi … die Brieftasche geklaut hat. Vogelvito stellt sich als ziemlicher Arsch heraus und greift mit seinen Freunden Onkel Olaf an. Jackie findet das gar nicht cool und geht zum Angriff über. Und plötzlich … kämpfen sie mitten im Wald. Wie zur Hölle sind die da hingekommen?

Der Chef der organisierten Flachpfeifen findet es richtig scheiße, dass sich seine besten Männer von einem Kellner vermöbeln lassen und will den Onkel killen. Der bestraft Jackie fürs Kämpfen, indem er ihn Wassereimer schleppen lässt.

Der Taschendieb kriegt schon wieder Probleme und schlägt Jackie vor, ihm beizubringen, wie man stiehlt, wenn der ihm zeigt, wie man kämpft. Jackie hat kein Interesse. Stattdessen haut er erneut den organisierten Vogelliebhabern vor die Schnauze.

Jackie muss zur Strafe Blumentöpfe fangen. Der Taschendieb warnt Jackie, dass die Verbrecher ihm auflauern. Jackie nutzt die Chance, um seinen Onkel stolz zu machen und sich ohne Gegenwehr die Fresse polieren zu lassen. Als seine Schwester auftaucht, muss er dann aber doch wieder kämpfen und plötzlich … sind alle in den Mountains. Wie zur Hölle sind die da hingekommen?

Und dann wird Jackie von dem obdachlosen Trainer verprügelt, weil er sich hat verprügeln lassen. Meine Herren, die Cuts sind wirklich unglaublich.

Onkel Ottfried lässt ihn seine Fäuste in Glas stoßen, damit er nicht mehr kämpft. Der bettelnde Trainer verarztet ihn. Zusammen ziehen sie dann los, um eine Verbrecherbande, die den Grillonkel bedroht, aufzumischen.

Die spielen gerade irgendein Spiel und der Anführer tanzt fröhlich, als er gewinnt. Der Penner meint, wahrscheinlich zu Recht, dass er die Spaten alleine schafft und schickt Jackie nach Hause. Statt zu kämpfen, spielen sie um die Schulden des Restaurantbesitzers. Der Penner gewinnt, also wird doch noch gekämpft. Der Halsabschneider benutzt den Stil des Strauss, was einfach unfassbar dämlich aussieht. Das ist wohl auch der Grund, warum der Penner ihn ohne Probleme fertig macht. Und seine Handlanger gleich mit. Nicht mal Popeye-Musik hilft den Gangstern.

Jackie ist mal wieder bei den anderen Gangsterfritzen und rettet eine hilflose Frau aus deren Fängen. Onkel Oskar kriegt Besuch von Chao Lin, dem Anführer der Verbrecherbande, den er noch von früher kennt. Er will Jackie in seiner Organisation haben, so wie Jackies Vater damals. Und dann … kämpft man plötzlich irgendwo im Busch. Wie zur Hölle … Ach, vergesst es einfach.

Der Onkel will die Stadt verlassen, aber Jackie weigert sich zu gehen. Der Onkel schafft es auch nicht mehr aus der Stadt, denn er wird mit seinem Haus abgefackelt.

Am Hafen kämpft Jackie schon wieder gegen alle möglichen Leute, während der Taschendieb an einen Mast gefesselt ist. Ist das nicht normalerweise die Aufgabe des Love-Interest des Helden? Hoffe, ich habe nix verpasst, was auf eine verbotene Liebe zwischen Jackie und dem Dieb hinweist.

Und dann kommt der Meister der goldenen Maske, der die ganzen Schwachmaten anführt, um Jackie bei Sonnenaufgang zum Kampf herauszufordern.

Nach einem, wieder mal epileptisch zusammengeschnittenen, Trainings-Best-Of, kommt es dann zum großen Showdown, zwischen dem Meister mit den gebrochenen Händen und dem Mann, der aussieht, wie der Dude beim Ballettunterricht. Um die Sache spannender zu gestalten, wird blind gekämpft. Und als Highlight hat der Obermeister auch noch den Pferdestil, inklusive Wiehern, auf Lager. Verkacken tut der Mann, den sie Pferd nannten natürlich trotzdem und Jackie schwingt eine blaue Flagge. Warum auch immer. wahrscheinlich macht man das so, wenn man einen Obermegasupermeister geschlagen hat.

Immerhin haben wir gelernt, wo der Film Jumper seine Inspiration her hat.

Suchanfragen optimiert #16

Google, bitte zeig mir Suchanfragen:

Hure der Ringe – Oh man. Warum immer bei mir?

Tim Schlechter – Im Handwerken ist er jedenfalls schlechter als Al.

Alle For To Full Film – Ich habe jetzt 10 Minuten lang versucht, zu entschlüsseln, was zur Hölle das bedeuten soll. Aber ich komme nicht drauf.

Wie spielt man Baseball? – Ich habe zwar selbst keine Ahnung, aber ich stelle mir das ungefähr so vor:

Man drückt mehreren Leuten einen Knüppel in die Hand und wirft dann noch nen Ball dazu. Dieser wird dann durch die Gegend geworfen und bei wem er in die Nähe kommt, der versucht das Teil mit dem Knüppel so weit wegzuknüppeln, wie es gerade möglich ist. Der Knüppler läuft dann im Kreis, bis der Ball von den anderen Spielern wieder bei ihm ankommt. Extrapunkte gibt es, wenn man nach dem Wegknüppeln, bis nach Hause läuft und sich da vor den Fernseher setzt. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft, deren Mitspieler am besten im Kreis laufen konnten. Um das wahre Baseballerlebnis zu simulieren, muss einer der Spieler hin und wieder laut „Strike!“ rufen.

Matrix deutscher Gans Film – Klingt nach nem Animationsfilm. Eine Gans, die versehentlich eine blaue Pille frisst und sich in einer Welt wiederfindet, in der sie plötzlich Kung Fu Champion ist und gegen Legemaschinen und Metzger kämpft. Ich bin dafür.

Bishop Of Hexen – Ich kapier es einfach nicht. Ich hatte hier absolut nichts mit einem Bischof und auch nichts mit Hexen. Aber danke für den Hinweis, dass sich das unbedingt ändern muss. Kennt jemand schlechte Hexen-Filme?

Media Monday #178

Media Monday. Einleitung zu Ende.

 

1. Die Schnitte in ____ haben mir den ganzen Film vermiest, weil ____ . Fällt mir gerade echt nix zu ein. Ich mag es generell nicht, wie heutzutage die Actionfilme geschnitten sind. Zumindest in vielen Fällen. Halt diese schnellen Schnitte, wo man dann kaum noch erkennt, was eigentlich passiert. Ein bestimmter Film fällt mir da aber gerade nicht ein.

2. Neo in Matrix hat eins der coolsten Outfits, denn lange Mäntel, die bei jeder Bewegung mitschwingen, während man irgendwelche Typen wegballert und ihnen die Fresse poliert, sehen einfach gut aus.

3. Shoot Em Up ist reichlich überzogen, macht aber gerade deshalb eine Menge Spaß, schließlich muss so ein überzogener Quatsch auch einfach mal sein. So lange das irgendwie cool inszeniert ist, passt das dann schon.

4. Die Serie Lost hat die Sache mit dem Zeitreiseparadox noch am elegantesten gelöst, denn What Happened Happened, schließt Pardoxe generell aus, weil man ja ohnehin nix ändern kann. Sinn macht das natürlich trotzdem nicht unbedingt alles, aber zumindest funktioniert es innerhalb der Serie.

5. Schade, dass die geplante Fortsetzung zu Shanghai Noon/Shanghai Knights wohl nicht mehr kommen wird, weil der geplante dritte Teil wohl in den Anfangstagen Hollywoods hätte spielen sollen und das hätte durchaus ein großer Spaß werden können.

6. Auf ____ habe ich einen richtig guten Blog-Artikel zu ____ gelesen, der ____ . In letzter Zeit bin ich eher wenig Zeit dazu gekommen, mir längere Blog-Artikel durchzulesen, deshalb fällt mir da nix ein.

7. Zuletzt gesehen habe ich den Lego Film und das war wie erwartet relativ unterhaltsam , weil ein paar ganz gute Gags dabei waren und mir die Animationen teilweise richtig gut gefallen haben. Einer der besseren Animationsfilme der letzten Jahre.

Short Story Collab #10 – Horror

Durch Steffi, die Mediophatin bin ich auf einen kleinen Spaß aufmerksam geworden, der sich Short Story Collab nennt, welcher ursprünglich von David aka Captain Obvious ins Leben gerufen wurde. Kurz und knapp geht es einfach darum, jeden Monat zu einem bestimmten Thema eine Kurzgeschichte zu verfassen. Und mit der Nummer 10 steige ich auch mal ein, um direkt mal das Thema, welches in diesem Monat HORROR lautet, mehr oder weniger zu verfehlen. Aber lesen könnt ihr das Ganze natürlich trotzdem:

 

Wulf rannte um sein Leben.Hinter sich hörte er die Rufe der Bauern, die mit Mistgabeln und Fackeln seine Verfolgung aufgenommen hatten. Seine Augen boten ihm einen Vorteil in der Finsternis, aber es mangelte an einem Ziel. In der Nähe befand sich kein Ort, an dem er sich verstecken konnte. Er rannte weiter, ständig den Geruch seines verbrannten Fells in der Nase. Die Verfolger würden den Geruch nutzen, um ihn aufzuspüren. Er musste handeln. Schnell. Er blieb zwischen den Bäumen stehen und lauschte. Ein Plätschern deutete auf ein Gewässer in der Nähe hin. Im Wasser könnte er den Geruch abwaschen. Er folgte dem Geräusch. Die Bauern kamen näher. Er sah zurück und erblickte die leuchtenden Fackeln zwischen den Bäumen. Er lief weiter zu einer Schlucht. In der Tiefe strömte ein Fluss durch die Landschaft. Es war nicht so tief, dass man den Sprung nicht überleben konnte, aber tief genug, um sich lieber Alternativen zu überlegen. Wulf blieb dazu keine Zeit. Das Feuer kam näher. Er überlegte nicht lange und sprang in die Tiefe.

Lautes Gemurmel hallte durch den Raum. Es stammte von den Gästen, die an einem runden Tisch saßen und sich ausschweifend über ihre zuletzt erlebten Abenteuer unterhielten. Das flackernde Licht von tropfenden Kerzen spiegelte sich in den braunen Augen von Leonard. Er schob seine langen Haare über die Schultern zurück und räusperte sich, um für Ruhe zu sorgen. Der gewünschte Effekt blieb aus. Er schlug einen Löffel an ein Weinglas, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Gäste redeten weiter. Ein gezielter Wurf, mit dem Glas, an die gegenüberliegende Wand, brachte ihm die gewünschte Aufmerksamkeit.
„Man, Leo, du hast deine Aggressivitätsausbrüche immer noch nicht ganz im Griff, was?“, sagte der behaarte Mann rechts neben ihm, der aussah, als hätte er in letzter Zeit keine Mahlzeit verpasst. Der Stuhl unter ihm bog sich Richtung Erdkern.
„Fresse, Bruno.“
Leonard blickte durch die Runde. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Alle, außer die von Kathrin, die geistesabwesend mit einem Wollknäuel spielte. Leo verdrehte die Augen, seufzte, setzte sich hin und erklärte, warum er den Rat der Gestaltenwandler einberufen hatte.
„Ich habe euch alle hier her bestellt, weil mir zu Ohren gekommen ist, dass es in letzter Zeit vermehrt Probleme bei der Essensbeschaffung gab. Die Menschen scheinen ihre Angst vor uns zu verlieren und sich zu organisieren, um die Rasse der Gestaltenwandler auszurotten. Als Ritzo, die Werrratte in eine Mäusefalle lief, hielt ich es noch für einen Zufall. Als Zeb, das Werzebra von einem Jäger erlegt wurde, begann ich skeptisch zu werden. Zuletzt konnte Wulf, der Werwolf nur knapp dem Tod entrinnen, indem er wagemutig von einer Klippe sprang …“
„Jaaaaoooouuuuuhhhhh, es war alles so furchtbar“, jaulte Wulf. „Ich rieche noch immer das verbrannte Haar von meinem Fell.“ Er begann zu weinen.
„Jetzt reiß dich mal zusammen, man“, brummte Bruno, der Werbär. „Guck dir an, was sie mit Gertrud angestellt haben.“
Alle sahen Gertrud an, eine groß gewachsene Frau, deren blondes Haar unter einem Verband versteckt war.
„Sie heult hier auch nicht rum.“
„Oh, das?“ Gertrud zeigte auf ihren Verband. „Das war ein Unfall. Der Torbogen zur Stadt ist einfach zu niedrig.“
„Du bist eine Wergiraffe. Was wolltest du überhaupt in der Stadt?“
„Ich mag die Blätter von den Bäumen im Park.“
„Oh ja, die Nüsse im Park sind auch ganz toll“, meldete sich Erik, das Wereichhörnchen zu Wort.
„Ich kann die Beeren von den Sträuchern empfehlen“, sagte Anne, die Weramsel und flatterte aufgeregt mit den Armen.
„Wenn wir dann wieder auf den Punkt kommen könnten“, knurrte Leo genervt. „Vor langer Zeit habe ich euch gewarnt, dass die Menschen uns gefährlich werden würden, aber ihr wolltet nicht hören. Ich verstehe das. Wir sind keine Monster. Wir versuchen nur, zu überleben, wie jeder andere auch. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir eine Entscheidung treffen müssen. Lassen wir uns von den Menschen in die Berge und Wüsten verdrängen, um dort einen langsamen Hungertot zu erleiden, oder schlagen wir zurück?“
„Was schlägst du vor, Leo?“ Der Stuhl drohte jeden Moment zusammenzubrechen.
„Wir verbünden uns. Und verjagen die Menschen aus der Stadt.“
Alle schwiegen und sahen Dinge an, die nicht existierten, aber interessant zu sein schienen.
„Wir sollten abstimmen.“ Leo stand auf. „Jeder, der dafür ist, die Menschen zu verjagen, hebt die Hand.“
Leo hob seine Hand. Alle anderen Anwesenden warteten, bis jemand sich Leo anschloss.
„Du weißt, ich bin gegen jegliche sinnlose Gewalt, Leo. Aber in diesem Fall sehe ich keinen anderen Ausweg.“ Bruno stand auf, was dem Stuhl unter ihm Erleichterung verschaffte. Der Werbär hob die Hand.
Nachdem jemand den Anfang gemacht hatte, folgten weitere Hände. Nach wenigen Momenten waren alle Hände am Tisch erhoben. Alle, außer die von Kathrin, die sich mittlerweile in dem Wollknäuel verheddert hatte, und versuchte sich zu befreien. Leo verdrehte die Augen und ritzte mit einem scharfen Fingernagel die Wolle auf. Kathrin warf die Wollreste in die Luft und ließ sie auf sich herunterregnen.
„Kathrin?“ Leo verlor langsam die Geduld.
„Hm? Ja, ja, was immer du sagst.“
„Also ist es entschieden. Beim nächsten Vollmond greifen wir an.“ Leo setzte sich zufrieden auf seinen Stuhl und verschränkte grinsend die Arme vor der Brust.

Mehrere Leute standen im Regen.
„Man, das ist vielleicht eine beschissene Nacht, um eine Stadt zu überfallen.“ Bruno wischte sich das Wasser aus dem Gesicht. Es wurde sofort durch Neues ersetzt.
„Stell dich nicht so an“, sagte Leo, der die Regenwolken beobachtete.
„Macht dir der Regen gar nichts aus? Ich dachte immer, Katzen hassen Wasser.“
„Ich bin ein Löwe. Und ja, ich gebe zu, das Wetter ist nicht das beste, aber den Menschen wird es auch nicht gefallen.“
Leo drehte sich um und sah seine Mitstreiter an. Wulf wälzte sich im Matsch und jaulte fröhlich. Erik versuchte, mit den Zähnen eine Nuss zu knacken, die sich als besonders widerspenstig herausstellte. Gertrud versuchte ihren Verband davon abzuhalten, von ihrem Kopf zu schwimmen.
„Gleich ist es so weit“, sagte Leo. „Sobald die große Wolke vorbei gezogen ist, wird der volle Mond auf uns herunter scheinen und wir werden uns verwandeln.“ Er blickte durch die Runde und wurde das Gefühl nicht los, dass er eine bessere Armee haben könnte. Es hörte auf zu regnen. Er atmete tief durch. „Seid ihr bereit?“
Niemand sagte etwas. Man hätte eine Grille zirpen hören können, aber Gustav die Wergrille hatte sich noch nicht verwandelt. Leo verdrehte die Augen.
„Also los.“, seufzte er.
Die Wolke zog weiter und legte den Blick auf den Mond frei, der das Licht auf die durchnässten Gestalten reflektierte. Felle wuchsen, Hälse streckten sich, Krallen ersetzten Fingernägel, eine Grille zirpte.
Die Werarmee zog los. Die Stadt war nicht weit entfernt. Nach einigen Minuten drängten sich die Gestalten durch den Torbogen. Ein „Autsch“ hallte von Höhe des Torbogens herab.

„Wir hätten das Ganze vielleicht etwas besser durchplanen sollen, Leo.“
Die Gestaltwandler baumelten in einem Käfig über dem Marktplatz. Die Stadtbewohner bewarfen sie mit Tomaten.
„Es war eine Falle. Jemand muss sie gewarnt haben, dass wir kommen.“
„Die Tomaten sind echt gut.“
„Hast du schon einen Fluchtplan, Leo?“
„Ich arbeite daran. Wo ist Paul, das Werpferd?“
„Hie-ie-ier.“
„Siehst du die Pferde da vorne? Die vor die Kutsche gespannt sind?“
„Natürli-i-ich.“
„Kannst du sie rüber rufen. So, dass die Kutsche direkt unter unserem Käfig steht?“
„Si-i-icher.“
Paul wieherte. Die Pferde zogen die Kutsche über den Marktplatz, stießen Menschen zur Seite und parkten sie unter dem Käfig. Sven, der Werspecht flog über den Käfig und hackte mit seinem Schnabel das Seil durch. Der Käfig fiel auf die Ladefläche der Kutsche.
„Okay, weg hier.“
„Wohi-i-in?“
„Völlig egal. Sie sollen einfach losreiten.“
Paul wieherte in einer anderen Tonlage als zuvor und die Pferde setzten sich in Bewegung. Wachen sprangen auf ihre eigenen Pferde und nahmen die Verfolgung auf. Verwunderte Blicke breiteten sich auf ihren Gesichtern aus, als sie, nach einem Wiehern des Pferdes im Käfig auf der Kutsche, von den Pferden aus den Satteln geworfen wurden.
„Wir müssen den Käfig öffnen“, erklärte Leo, während die Kutsche über das Kopfsteinpflaster der Fußgängerzone hüpfte. „Günther kannst du das Schloss mit deinen Krallen aufschließen?“
„Ich kann es versuchen.“ Günther, das Wergürteltier zwängte sich zwischen den anderen Käfiginsassen hindurch und schob eine Kralle ins Schloss der Käfigtür.
Die Pferde blieben stehen, als sie ein Ufer erreichten.
„Warum bleiben wir stehen?“ Leo sah sich nach den Pferden um.
„Wir sind an den Docks, Leo.“
„Das sehe ich auch.“
„Autsch.“ Günther lutschte an seiner Pfote. „Ich habe mir eine Kralle eingerissen.“
„Du wirst es überleben. Ist die Tür offen?“ Leo stieß die Tür an. Sie schwang auf. „Raus hier“, befahl er.
Die Wertiere verließen nacheinander den Käfig und sahen sich einer Menschenmenge mit Fackeln gegenüber. Einer der Männer trat einen Schritt vor.
„Das war der wohl schlechteste Fluchtversuch, den diese Stadt jemals erlebt hat“, sagte er. „Der Typ, der letzte Woche im Gefängnis versucht hat, einen Tunnel nach Neuseeland zu graben, hatte größere Erfolgschancen.“ Der Mann gab der Menge ein Zeichen mit der Hand. Diese zogen ihre Waffen, Mistgabeln und einen Löffel. Der Mann sah die Person mit dem Löffel neben sich an. „Ich habe meine Mistgabel verlegt“, erklärte dieser.
„Warum jagt ihr uns?“ Leo stand vor der Wergruppe und sah die Menge mit seinen Löwenaugen an. „Wir haben euch nichts getan. Wir jagen nicht in der Stadt. Wir reißen nicht euer Vieh auf den Weiden. Wir können friedlich miteinander leben.“
„Die Giraffe hat unseren Stadtpark verwüstet. Die armen Kinder waren ganz verängstigt. Wir haben sie nur am Leben gelassen, weil sie sich bereit erklärte, mit uns zusammenzuarbeiten.“
Leo drehte sich zu der Giraffe um. „Du hast uns verraten?“
„Sie wollten mich zwingen, Fleisch zu essen“, heulte Gertrud. „Außerdem wisst ihr, dass ich Gewalt verabscheue. Immerzu seid ihr am Jagen. Dabei habe ich euch so tolle Salate angeboten. Ich will nur ein Leben in Frieden führen. Kathrin stimmt mir sicher zu. Nicht wahr, Kathrin?“
„Hm? Ja, ja, was immer du sagst.“ Kathrin beobachtete abwesend einen Fisch, der im Wasser unter der Hafenkante schwamm.
„Wir werden das später besprechen“, sagte Leo.
„Gute Idee“, sagte der Anführer der Menschenmenge. „Es wird langsam kalt.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Nun, für unser Problem gibt es eine einfache und eine schwere Lösung.“
„Man, wie abgedroschen“, brummte Bruno.
Der Mann ignorierte den Kommentar des Bären. „Verlasst das Land. Oder sterbt.“
„Ihr lasst uns keine Wahl.“ Der Löwe brüllte und stürmte nach vorne.

Ein klappriges Boot, das den Eindruck erweckte, als wäre es innerhalb weniger Minuten, von blinden Handwerkern, denen jeweils ein Arm fehlt, zusammengehämmert worden, schipperte langsam über das Meer.
„Du hättest bedenken sollen, dass wir alle Angst vor offenem Feuer haben, Leo.“ Bruno stand am Steuerrad und tat so, als wisse er, was er tut.
„Die paar Fackeln. Ihr Feiglinge.“ Leo betrachtete den Horizont, der durch die aufgehende Sonne in ein strahlendes Rot gefärbt wurde. In der Ferne sah er Insel. „nimm Kurs auf die Insel“, befahl er Bruno. „Vielleicht sind die Menschen dort freundlicher.“
Das Boot erreichte die Insel. Die Reisenden betraten den Strand. Das Boot fiel auseinander. Leo verdrehte die Augen, setzte sich in den Sand und sah Kathrin beim Spielen mit einer Kokosnuss zu.
Während er auf den nächsten Vollmond wartete, schmiedete Leo Pläne zum nächsten Angriff auf die Stadt.

Filmschrott TV-Tipps 22.11. – 28.11.2014

Welchen Müll präsentieren die TV-Sender diese Woche? Hier erfahrt ihr es:

SAMSTAG

20.15 Uhr – TELE 5 – Shark Attack 3 – Tele 5 (wer auch sonst) startet den Wochenwahnsinn mit einem großen Haiabend. Den Anfang macht ein Riesenhai aus dem Paläozoikum, oder wie auch immer diese guten, alten Zeiten alle heißen.

22.10 Uhr – TELE 5 – Sand Sharks – Da Haie im Wasser aber bei weitem nicht genug sind, müssen unbedingt auch Haie im Sand her. Wer denkt sich nur immer diesen Quatsch aus? Diese Leute müssen irreparable psychische Probleme haben. Nebenbei: Kennt ihr schon die Octopusspinnen, die ich erfunden habe?

00.05 Uhr – TELE 5 – Sharknado 2 – Und dann erobern die Haie auch noch den Luftraum. Ein weiteres Meisterwerk vom SyFy Channel in Zusammenarbeit mit Asylum.

01.50 Uhr – SAT 1 – The Art Of War 2 – Wesley Snipes jagt den Mörder seines Mentors, weil das unfassbar innovativ ist.

03.45 Uhr – SAT 1 – The Art Of War 3 – Und weil das noch nicht scheiße genug war, gibt es direkt im Anschluss noch Teil 3, für den sich nicht mal mehr Snipes hergegeben hat. Man kann nur vermuten, wie kacke der Film ist, wenn selbst Wesley keinen Bock drauf hatte.

SONNTAG

22.00 Uhr – RTL 2 – Alien VS Predator – Haben die meisten bestimmt gesehen, aber ich erkläre trotzdem mal kurz, worum es geht. Aliens kämpfen gegen Predators. Fertig.

23.00 Uhr – RBB – Verfluchtes Amsterdam – Nicht wirklich Schrott, aber auch nicht wirklich überzeugend, weil das Ende einfach scheiße ist. Lieber hier lesen, als da gucken.

MONTAG

20.15 Uhr – TELE 5 – Humanitys End – Die zwei letzten Menschen kämpfen gegen Mutanten. Leider keine Froschmutanten mit eigenem Harem. Das würde die Sache extrem aufwerten.

DIENSTAG

20.15 Uhr – TELE 5 – Avenging Angelo – Stallone rächt sich mal wieder an irgendjemandem. Gähn.

22.25 Uhr – SUPER RTL – Kevin: Allein gegen Alle – Kevin ist mal nicht alleine zu Hause, aber macht trotzdem Einbrecher platt. Dieses Mal in einer Villa. Der Original Kevin stand nicht zur Verfügung, weil er gerade völlig zugedröhnt am Bahnhof rumlag, oder so. Der Ersatz wird das schon hinkriegen.

22.20 Uhr – TELE 5 – House Of Fear – Horror im Gruselkabinett mit drei Ischen, die wahrscheinlich nicht viel mehr tun müssen, als hysterisch rumzuschreien, wie Jamie Lee Curtis zu besten Zeiten.

DONNERSTAG

22.15 Uhr – VOX – Matrix Revolutions – Der unfassbar beschissene Abschluss der Matrix-Trilogie, mit der simpelsten Auflösung, die man sich nur hätte ausdenken können. Das lief ungefähr so: ACHTUNG SPOILER „Hey, ich weiß, dieser Krieg zwischen Maschinen und Menschen dauert schon ewig, aber können wir nicht einfach Freunde sein?“ „Ja, klar. Warum denn nicht? Lass uns einen Saufen gehen.“ „Okay, aber vorher müssen wir noch eben diesen Smith-Typen platt machen.“ „Joa, mach du das mal eben. Ich bestell schon mal die Drinks.“

FREITAG

22.10 Uhr – TELE 5 – SchleFaZ – Kalkofe und Rütten zeigen wieder herrlichen Scheiß. Gucken!

Habt ihr auch noch Tipps parat? Dann lasst nen Kommentar da.

Der schlechteste Film #13

Heute geht es hier um einen Mann, der schon seit einiger Zeit im Filmgeschäft tätig ist.

„I am from a different era of movie acting. My career doesn’t depend on explosions and pyrotechnics.“

Sein Erfolg erlaubt es ihm, sich seine Filme gezielt auszusuchen, was wahrscheinlich der Grund ist, warum er nur noch alle paar Jahre mal auf der Leinwand auftaucht.

Ganze 12 Mal war er für einen Oscar nominiert und konnte die Trophäe 3 Mal mit nach Hause nehmen.

„The first time I was up for an Oscar, I thought I would win it. But I didn’t have as sharp a view as I do now. The second time…I expected to lose, and deservedly lose, to George C. Scott. But even getting a nomination blows my mind. I’d love to win but now that I’ve had several good performances that people at large have liked, it becomes harder to excite them. And familiarity breeds contempt“

Zu seinen bekanntesten Werken gehören wohl der Film mit dem Blutfahrstuhl und der Flugversuch über eine Vogelbehausung.

„Star quality is if you’re on stage and a cat walks on and they still watch you.“

Zuletzt war er in einer eher mäßigen Komödie zu sehen, was mittlerweile schon wieder 4 Jahre her ist.

Aber vielleicht sehen wir ihn ja noch mal wieder, denn wir wissen ja: Das Beste kommt zum Schluss.

Was ist der schlechteste Film mit Jack Nicholson?

Nutzloses Filmwissen #12

Kurze Vorwarnung: Heute beginnt es eklig und endet profan.

Nicolas Cage befindet sich ja momentan auf einer Mission, die beinhaltet, der König der schlechten Filme des neuen Jahrtausends zu werden. Dabei könnte er sich seine Rollen sicher aussuchen. Vielleicht haben aber alle anderen Drehbücher, die er in die Hände kriegt, einfach Szenen, auf die er absolut keinen Bock hat. In seinen Anfangsjahren hat ihm das allerdings scheinbar nichts ausgemacht. In „The Vampires Kiss“ von 1988 muss sein Charakter eine Kakerlake essen. Die Szene musste drei Mal gedreht werden und Cage aß tatsächlich drei lebende Kakerlaken für den Film.

Na, schon angeekelt? Wartet ab. Es gibt da jemanden, der noch einen draufgesetzt hat. Denn wir kommen zu „Oldboy“. Selbstverständlich dem Original mit Min-sik Choi. Dieser schiebt sich in einer Szene gar einen lebenden Octopus rein. Und jetzt kommt’s: Diese Szene wurde ganze vier Mal gedreht! Ich schätze, danach war er erst mal satt.

Von Octopus zu „Octopussy“, einfach weil mir nichts besseres einfällt. Nein, es geht nicht darum, dass Octopussy gegessen wurde (man, in Englisch, hätte man daraus bestimmt irgendwie nen Killergag machen können), sondern um etwas völlig anderes. Nämlich Elefanten. Die Jagdszene, in der auf Elefanten geritten wird, war ursprünglich in ähnlicher Form für „Der Mann mit dem goldenen Colt“ geplant. Produzent Harry Saltzman suchte sogar einen Elefantentrainer auf und bestellte bei ihm 2600 Paar Elefantenschuhe, die diese tragen müssen, um sich beim Laufen auf hartem Untergrund nicht zu verletzen. Die Szene wurde nie gedreht und der Trainer für die Schuhe bis heute nicht bezahlt.

Ebenfalls nicht bezahlt wurde Bruce Willis für seine Rolle in „Four Rooms“. Das lag aber an ihm selber, da er die Rolle nur aus Spaß und als Gefallen für Quentin Tarantino spielte. Gar nicht begeistert davon war allerdings die SAG (Scrren Actors Guild), da es gegen ihre Regeln verstößt, als Schauspieler umsonst in einem Film mit zuspielen. Man einigte sich darauf, einer Klage auszuweichen, indem Bruce Willis nicht in den Credits des Films genannt wurde.

Während „The Wolf Of Wallstreet“ im letzten Jahr einen neuen Fuck-Rekord aufstellte, indem das Wort in 180 Minuten 569 Mal benutzt wird, dürfte es Tarantino in seinem Segment in „Four Rooms“ gelungen sein, einen Rekord für den Gebrauch des Wortes Fuck in der kürzesten Zeitspanne aufgestellt zu haben. Denn in den gerade mal 21 Minuten, die das letzte Segment von Four Rooms dauert, wird das Wort ganze 193 Mal benutzt.

Naja, wo ich eh schon dabei bin, bleibe ich beim Wort Fuck und versuche einen Rekord für den meisten Gebrauch des Wortes Fuck in einem Blogartikel zu brechen. Ach, Fuck, ich weiß gar nicht, was der Rekord ist. Egal.

Jedenfalls gibt es sogar eine Dokumentation über das Wort Fuck namens – drei Mal dürft ihr raten – „Fuck“. Laut dieser Doku, war der erste große Hollywood-Film, der das Wort Fuck benutzt hat, MASH aus dem Jahr 1970.

Die TV-Serie „Deadwood“ hat nebenbei alleine in Staffel 1 das Wort Fuck ganze 861 mal auf der Zunge, was wohl ebenfalls ein Rekord sein dürfte.

Mehr fällt mir zum Wort Fuck leider nicht mehr ein.

Habe ich den Rekord gebrochen?

Nein?

FUCK!