Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kategorie-Archiv: Rückblicke

Monatsrückblick – Mai 2019

Den Mai habe ich genutzt, um mal ein paar Serien zu beenden, die ich irgendwann mal angefangen habe. Da sammelt sich hin und wieder schon mal was an, aber eine Serienfolge guckt sich oft eben auch leichter weg, als ein ausgewachsener Film.

ARTHURS GESETZ – MINI-SERIE

Eine Mini-Serie aus Deutschland mit Jan Josef Liefers, die ein wenig an FARGO erinnern soll. Da musste ich mal reinschauen. Und ja, die sechs Episoden sind teils schon schwarzhumorig und Liefers liefert natürlich mal wieder ab. Allerdings hat die Serie ein Problem, dass ich oft bei deutschen Produktionen feststellen muss: Die Dialoge sind zum Teil einfach nur grottenschlecht geschrieben und alles unterhalb der Hauptdarsteller (und selbst da) wirkt wie die Laientheatertruppe von der Grundschule Hinterwaldingen. Ansonsten bietet die Geschichte aber kurzweiligen Spaß rund um Mord und Totschlag.

POPCORN

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KIDDING – SEASON 1

Jim Carrey hat seine eigene Puppenshow, aber wird langsam irre, nachdem sein Sohn bei einem Unfall gestorben ist. Die Kombination Jim Carrey und Michel Gondry, der hier bei einigen Episoden Regie führte, ist bei mir seit ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND quasi unfehlbar. Und auch hier liefern sie. Die Geschichte behandelt wunderbar die verschiedenen Wege mit Schmerz umzugehen, während sie zusätzlich von der „Kinder müssen in einer watteverpackten Ladidadiwelt aufwachsen und man darf sie nicht mit den schmerzhaften Wahrheiten des Lebens konfrontieren“ abweicht. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt und ich freue mich jetzt schon auf weitere Nervenzusammenbrüche.

GAME OF THRONES – SEASON 8

Fick die Autoren!!!

DOCTOR WHO – SEASON 11

Dass ich hier so lange gebraucht habe, liegt nicht nur daran, dass ich wenig Zeit zum Gucken habe. Der Funke will einfach nicht mehr überspringen. Das Problem hatte ich auch schon bei Capaldi, was aber nicht an ihm lag, sondern einfach an den unspektakulären Geschichten. Mit dem Showrunner-Wechsel und der ersten weiblichen Doctorin, dachte ich, es geht vielleicht wieder aufwärts. Leider nicht. Ich habe durchgehend das Gefühl, alles bereits gesehen zu haben. Die Luft ist einfach raus, fürchte ich. Nach so vielen Jahren aber vielleicht auch nicht aufzuhalten.

YOU’RE THE WORST – SEASON 5

Leider – oder vielleicht zum Glück, denn oft ist es besser, etwas zu beenden, bevor es nervig wird – die letzte Staffel, dieser sympathischen kleinen Serie über ein Paar, das sich in seiner kompletten Abgefucktheit nur lieben und hassen kann. Passend zum Serienabschluss geht es hier um Hochzeitspläne und bei diesen Charakteren beinhaltet das in erster Linie, nochmal so richtig die Sau rauszulassen. Die Serie wankt immer zwischen Liebe und Leid der Figuren hin und her und bringt die Geschichte zu einem guten Abschluss.

BROOKLYN NINE-NINE – SEASON 6

Der Senderwechsel hat der Serie zum Glück nicht geschadet und NBC scheint den Autoren nicht reinzuquatschen (kennen sich ja auch schon von „Parks & Recreation“). Was soll man groß sagen. Die Serie macht einfach ne Menge Spaß, die Vergangenheit einiger Charaktere wird etwas beleuchtet und generell passt diese irre Truppe einfach wunderbar zusammen. Auf diesem Level kann es ruhig noch mal 6 Staffeln geben.

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Monatsrückblick April 2019

Wenig, aber immerhin etwas geguckt im April, der mit meiner Zeit machte, was er will.

THE WALKING DEAD SEASON 9

Ich gebe zu: Ich gucke den Kram nur noch aus der reinen Freude an der absoluten Unfähigkeit von einfach allen Beteiligten, hieraus ein gutes Drama zu machen, obwohl sie es immer wieder versuchen. Immerhin hat man mit dieser Staffel eine Art Neuanfang eingeleitet und es wirkt wieder etwas frischer. Zum ersten Mal seit Season 3 oder so, hatte ich wieder Spaß an der Serie. Ein Meisterwerk wird das nicht mehr, aber zumindest können sie doch noch unterhaltsam sein in dieser absolut undurchdachten und saudämlichen Zombiewelt.

INDEPENDENCE DAY

Kein Meisterwerk und das war der Film auch nie. Aber irgendwie macht der Quatsch nach wie vor Spaß. Er bringt so einen gewissen B-Movie-Charme mit, bei der kein Charakter irgendwas so richtig ernst nimmt. Trotzdem haben die Leute hier aber tatsächlich sowas wie Eigenschaften, die sie aus der Masse hervorheben. Goldblums Recyclingtick, Wills Zigarre, die schlechten Lügen des Präsidenten … selbst die Tussi, die sich aufs Hochhaus stellt und nur zwei Minuten im Film vorkommt hat mehr Charakter als alle Figuren in der Fortsetzung zusammen. Das ist jetzt keine Glanzleistung, lässt einen aber zumindest ein wenig in diesen Film eintauchen und es ist einem nicht komplett scheißegal, ob die alle verrecken.
Die Effekte bewegen sich irgendwo zwischen gut und böse. CGI ist das Grauen. Die praktischen Effekte sind immer noch nett anzusehen. Vor allem die Feuerwellen, die die Städte umpflügen, die man dafür extra als Modelle nachgebaut hat, sind noch ziemlich cool. Damals hat das natürlich mehr geflasht, aber da hat man sowas auch nicht bereits tausendmal gesehen.
Darstellerisch ist das hier alles eher bleh, aber für ein paar Lacher ist der ein oder andere Dialog durchaus gut und sei es nur, weil es alles so dämlich ist. Emmerich ist halt kein wirklich guter Regisseur und man merkt immer wieder, dass die Darsteller auf sich gestellt sind, während Roland sich darum kümmert, die Erde abzufackeln. Und natürlich, seine Streifen mit dem nötigen Pathos anzureichern. Gelingt ihm jedesmal.
Locker ne halbe Stunde zu lang, aber immer noch unterhaltsam und nett anzuschauen.

THE ALIEN DEAD

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INDEPENDENCE DAY: RESURGENCE

Filmschrottbeitrag voller Hass folgt

AMERICAN GODS SEASON 2

Nachdem ich die erste Staffel letztlich irgendwie okay aber langweilig fand, habe ich der Serie mit Season 2 noch eine Chance gegeben, mich doch noch von sich zu überzeugen. Nun, das wird wohl nix mehr. Die ganze Nummer ist mir zu zäh und langweilig, die Charaktere interessieren mich nicht die Bohne und selbst Crispin Glover kann das nicht retten. Hin und wieder gibt es mal ganz nette Dialoge, aber das wars dann halt auch. Ich glaube nicht, dass ich mir eine dritte Staffel davon noch antun werde.

 

Wie ihr vielleicht bemerkt, werden die Sichtungen monatlich weniger. Meine Zeit reicht momentan einfach kaum für Filme und Serien. Deshalb könnte es durchaus sein, dass demnächst auch hier auf dem Filmschrottplatz weniger los sein wird. Eventuell poste ich nur noch alle 2 Wochen oder so. Mal schauen, wie ich es hinkriege.

Monatsrückblick März 2019

Der März stand bei mir ganz im Zeichen des Jolly Roger. Auf, Piraten, yo ho und so.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL

Als Johnny Depp noch nicht ein abgehalfterter Heiopei war, der nur noch eine Rolle spielt (die ironischerweise hier geboren wurde) und Blockbuster noch aus mehr bestanden, als purem CGI-Getöse, herrschten die Piraten über die sieben Weltmeere. Ja, so lange ist das gefühlt schon her. Und interessanterweise muss man sagen, dass für fast alle Beteiligten seitdem nicht mehr viel läuft. Depp ist nur noch Sparrow. Keira Knightley ist zumindest alle paar Jahre mal irgendwie präsent. Ich habe keine Ahnung, was Orlando Bloom inzwischen so treibt, aber ich bin sicher, dass es absolut belanglos ist.
Was aber ohnehin viel wichtiger ist, ist, was sie hier so gemacht haben. Und das war jede Menge. Denn seht ihr: Blockbuster können tatsächlich auch Charaktere haben. Mehr als einen. Die keine Superhelden sind. Selbst die Nebenrollen hier haben Eigenschaften, die sie aus der Masse herausstechen lassen. Da gibt es den abergläubischen Seefahrer, den eingebildeten Commodore 64, die unfähigen, aber sich irgendwie durchschlagenden Antagonisten-Sidekicks, sogar simple Wachmänner haben hier Charakterzüge.
Und dabei hätte der Film das gar nicht nötig, um erfolgreich zu sein, denn eigentlich weicht der nicht wirklich von der gängigen Blockbusterformel ab. Aber er füllt diese Formel eben mit so viel Abenteuer, Humor, Horror und Action aus, dass er einfach nur unheimlich viel Spaß macht.
Dazu trägt auch der fantastische Soundtrack bei, der einfach perfekt auf den Film passt.
Wenn ich etwas bemängeln wollte, dann ist es wenig überraschend das veraltete CGI. Teils sieht das noch gut aus, teils aber eben auch einfach nur schlecht. Zum Glück hat man den Streifen nicht komplett damit zugemüllt, sodass er auch heute noch wunderbar anschaubar ist und eine gute Zeit bereitet.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MAN’S CHEST

Die Piraten sind wieder auf großer Fahrt. Nachdem der erste Teil doch überraschend gut war und durchgehend für Spaß sorgte, sieht man hier schon die ersten Abnutzungserscheinungen. Oder besser gesagt, die Reihe geht hier bereits in die heute übliche Blockbusterrichtung, in der alles over the top sein muss. Immerhin hält sich der Streifen damit noch einigermaßen zurück und treibt das Ganze erst im dritten Teil komplett auf die Spitze. Teilweise wirkt die ganze Nummer zudem auch einfach albern und das nicht im positiven Sinne, wie es noch im Vorgänger der Fall war. Es ist eben von allem zu viel, aber doch noch so gerade im Rahmen, um nicht zu nerven.
Die Story wirkt unnötig verschwurbelt, aber immerhin hat man wieder für jeden der bekannten Charaktere etwas zu tun und es kommt auch niemand zu kurz. Allerdings ist eben alles auch nur der Aufbau für den nächsten Teil, was dann eben auch immer so eine Sache ist. Man kriegt kein richtiges Ende und so fällt es prinzipiell schwer, das alles zu bewerten, ohne den nächsten Teil miteinzubeziehen.
Insgesamt hat man aber wieder ein paar nette Ideen und Details eingebaut, die zum Teil frisch sind und zum Teil aus Monkey Island geklaut, was für einen Fan der Spiele doppelt lustig ist. Wurde Monkey Island von der Freizeitparkattraktion inspiriert, ist es eigentlich nur fair, wenn die Filme, die auf der Attraktion basieren, wiederum die Spiele zitieren, die von der Attraktion inspiriert wurden und so weiter.
In allen Belangen eine Ecke schwächer als der Vorgänger, aber immer noch eine spaßige Angelegenheit, was wohl auch daran liegt, dass die Charaktere noch nicht völlig nerven und ausgelutscht sind.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD’S END

Die Piraten gehen baden. So lässt sich der „Abschluss“ der Trilogie wohl am besten zusammenfassen.
So gerne ich auch in diese Welt aus Säbelgerassel und Gruselementen eintauche, so wenig gibt mir das Ganze noch was in diesem Film. Und das nicht nur in der Retrospektive. Schon damals im Kino hat mich der Streifen alles andere als begeistert.
Das liegt vor allem daran, dass man hier einfach alles so extrem übertreibt, dass ich daran kaum noch Spaß haben kann. Das fängt mit Captain Jack Sparrow in dieser dämlichen Duplikaten-Hölle an und hört mit dem – nie enden wollenden – Showdown im Orkan auf.
Dazu wirft man hier zum eh schon recht großen Cast weitere Leute hinzu. Geoffrey Rush als Barbossa ist zwar durchaus gerne gesehen, aber seine Rolle wirkt hier auch reichlich überflüssig und nur als Vehikel, um Sparrow einen Grund zu geben, dass er beweisen will, dass er das längere Fernrohr hat. Oh, und natürlich, um eine Hochseehochzeit mitten in einer Orkanschlacht zu vollziehen. Das sorgt dann auch nicht mehr für Lacher, sondern eher Augenrollen. Zudem ist die eigentlich simple Handlung so verworren aufgebaut, dass ich irgendwann einfach den Überblick verloren habe, wer hier jetzt eigentlich gerade welchen Plan verfolgt und wer mit wem und gegen wen arbeitet und wer da wen gerade kontrolliert und warum eigentlich und überhaupt …
Das Finale der Trilogie ist viel zu vollgestopft mit Twists und Turns. Die Action ist viel zu drüber und der Humor will nicht so recht zünden. Die ein oder andere Szene ist nach wie vor ganz nett, aber insgesamt driftet das alles viel zu sehr in eigenartige Fantasygefilde mit umgedrehten Schiffen und 100-Meter-Voodoo-Frauen ab. Der Reihe hätte es eindeutig gut getan, wenn man da etwas bodenständiger geblieben wäre. Geisterpiraten und Fischmonster sollten doch eigentlich reichen. Nun, scheinbar nicht.

THE PIRATE MOVIE

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PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES

Die Reihe ist an diesem Punkt schon weit über ihren Zenit hinaus, aber trotzdem kann ich dem Streifen ein paar positive Aspekte abgewinnen. Das liegt vor allem daran, dass man den ganzen Over The Top Kram hier im Vergleich zu Teil 3 wieder etwas runtergeschraubt hat. Klar, man hat wieder übernatürlichen Krempel und Szenen, die jeglichen physikalischen Gesetzen strotzen. Aber eben alles etwas runtergedampft. Frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“ hat mich der Film deshalb ein Stück mehr unterhalten.
Ansonsten übernimmt der Streifen aber quasi die Probleme und wartet mit einer recht langatmigen Story und laschem Humor auf, der nur noch selten zündet. Was vor allem fehlt, ist der Spaß auf hoher See. Der Großteil spielt sich im Dschungel ab. Da fehlt dann auch einfach das richtige Piratenfeeling, das in den Vorgängern zumindest immer aufkam.
Viel Neues gibt es sonst aber auch nicht zu sehen. Frische Ideen standen hier eindeutig nicht weit oben auf der Liste. Die Meerjungfrauen sind ganz nett, aber die halbgare Lovestory ist zäh wie Lebertran. Ian McShane und Penelope Cruz passen ins Setting und machen ihre Sache gut. Ansonsten wirkt aber alles recht abgenutzt. Wie die Reihe selbst eben auch. Was einfach schade ist, denn ehrlich gesagt, habe ich lieber solchen Abenteuerspaß als stumpfes Rumgeballer oder Gekloppe in den immer gleichen Settings. Man hat es nur natürlich auch hier geschafft, die Reihe recht schnell zu versenken. Dabei hätte die Welt noch Potenzial für einige spaßige Abenteuer.

PS: Am Ende sieht man wunderbar, warum moderne Blockbuster meist eine ganze Ecke schwächer sind, als die „Klassiker“, wenn es quasi die Indiana Jones Heilige Gral Szene in modern gibt. Also mit viel mehr Effekten und in beschissen.
PPS: Und natürlich teast man eine Fortsetzung an, weil man ja einfach nichts mehr einfach mal für sich stehen lassen kann heutzutage.

SHAMELESS – SEASON 9

Nicht so ganz passend zum Piratenmonat, aber immerhin hatte Carl in einer Folge ein Piratenkostüm an, also passt das schon. Ansonsten gab es wieder den üblichen Wahnsinn, durch den vor allem Frank stolpert, während der Rest der Familie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist. Das Ende hatte tatsächlich einen sehr starken Touch von Serienfinale. Sollte die Serie also ohne die ausgestiegenen Figuren plötzlich kacke werden (was eigentlich nicht zu befürchten steht), könnte man für sich persönlich auch einfach hier den Stecker ziehen und hätte einen durchaus versöhnlichen Abschluss. Ich hingegen freue mich jetzt schon auf die nächsten Geschichten rund um die Familie Gallagher und die Nachbarschaft. Es ist einfach immer noch die beste Serie, die momentan zu finden ist.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES

Irgendwann während der Dreharbeiten zu Teil 4 fiel einem Mitglied der Filmcrew auf, dass man absolut keine neuen Ideen mehr hat. Also hatte er einen genialen Einfall: Einfach den ganzen alten Kram wieder aus der Versenkung holen. Also haben wir hier den nächsten Geisterpiraten (wohlgemerkt gut gespielt von Javier Bardem; die Villains und vor allem deren Darsteller waren wirklich nie das Problem der Reihe), dem man immerhin eine Hintergrundstory verpasst hat und der Captain Jack Sparrow ans Leder will und Zombiehaie, die in Superzeitlupe durch die Gegend fliegen. Und ja, das ist genau so schlecht, wie es sich anhört.
Aber irgendwie muss man sich ja immer wieder etwas aus den Fingern saugen, um noch einen unnötigen Film hinzuschludern, bei dem man besser nicht den großen Fehler macht, über Kontinuität und Logik innerhalb der Reihe nachzudenken, denn das führt unweigerlich zu Knoten im Hirn.
Nebenbei habe ich den Eindruck, dass das alles immer billiger aussieht. Hatte ich auch bei Teil 4 schon, der durch sein begrenztes Dschungelsetting schon so eine Art Direct-To-Video-Sequel-Vibe hatte. Hier sind es eher die Effekte, die auf mich nicht gerade auf dem Level der ersten Teile wirken. Das mag aber auch einfach an mir liegen. Effekte sind ja ohnehin nicht meine Stärke und ich finde fast alles zum Kotzen, das aus dem Computer kommt. Nun ja, und die Kostüme von Barbossas Crew sehen aus wie beim Karneval, aber lassen wir das. Viel schlimmer ist, dass man es tatsächlich irgendwie geschafft hat, selbst Barbossa langweilig zu machen.
Und damit ist dann auch wirklich der Punkt erreicht, wo ich nur noch aus vollster Überzeugung sagen kann: Es reicht jetzt wirklich. Lasst das Franchise wo es ist. Abgesoffen am Meeresgrund.

JOLLY ROGER: MASSACRE AT CUTTERS COVE

Filmschrottbeitrag folgt

CAPTAIN PHILLIPS

Moderne Piraten sind im Gegensatz zu den traditionellen Freibeutern der Meere ja irgendwie unspektakulär. Man könnte es natürlich Romantisierung nennen, aber Piraten mit Holzbeinen, Hakenhänden und Papageien haben in meinen Augen einfach mehr Stil als irgendwelche Typen auf Motorbooten, die mit den ursprünglichen Piraten nur noch die schlechten Zähne gemein haben. Aber das mal nur so am Rande, denn die Piraten in diesem Film wirken durchgehend wie absolut bedrohliche Typen, die selbst nicht so recht wissen, was sie als nächstes tun werden. Und eine Gruppe unberechenbarer Irrer ist wohl die größte Bedrohung, die einem begegnen kann. Vor allem mitten im Nirgendwo wie hier.
Im Mittelpunkt steht natürlich der titelgebende Captain Phillips, grandios gespielt von Tom Hanks, dem man die sich steigernde Anspannung und Panik durchgehend anmerkt und der ganz zum Schluss nochmal eine gehörige Portion darstellerische Glanzleistung oben drauf legt.
In der Mitte geht der Nummer leider etwas die Puste aus und insgesamt hätten 20-30 Minuten weniger dem Film vielleicht ganz gut getan. Aber das mag auch einfach an meiner völlig zerstörten Aufmerksamkeitsspanne liegen. Insgesamt macht der Film jedenfalls vieles richtig gut und wenn moderne Piraten schon nicht cool mit den Säbeln rasseln, dann sollen sie immerhin so wie hier dargestellt werden. Als verzweifelte Männer, die selbst nicht wissen, was sie tun.

WATERWORLD

Kultschrottbeitrag folgt

AGAINST ALL FLAGS – GEGEN ALLE FLAGGEN

Der Film beginnt damit, dass Errol Flynn eher gelangweilt wirkt, während ihn ein theatralisch rumhantierender Hansel auspeitscht. Man muss sich hier also ganz schnell klar machen, dass man heute anderes gewohnt ist. Grundsätzlich ist das aber natürlich kein Problem, wobei ich persönlich Filme aus dieser Zeit oft einfach zu „clean“ finde. Die Sets sind dermaßen sauber, dass sie aussehen, wie … nun … Sets.
Aber das ist ein subjektives Problem und irgendwie zeigt es ja auch schön den Ursprung der darstellerischen Kunst beim Theater auf, woran man sich damals natürlich noch mehr als heute orientiert hat.
Die Darsteller sind aber durchaus in ihrem Element hier und schwingen fröhlich die Säbel, wenn es die Szene verlangt. Wenn nicht, dümpelt die Geschichte so dahin. Die dreht sich um Undercover-Flynn, der beim Piratenkapitän Anthony Quinn anheuert und sich in die Piratenbraut Maureen O’Hara verliebt. So wie es klingt, läuft es auch ab. Nichts besonders Aufregendes, aber mit knapp 80 Minuten dann auch nicht zu lang. Gibt aber eindeutig bessere Vertreter des Genres aus der Zeit.

THE GOONIES

Ich werde nie verstehen, wie das Genre des Blagen-und-Jugendliche-die-völlig-einen-an-der-Waffel-haben-begeben-sich-auf-ein-gefährliches-Abenteuer-und-müssen-sich-gegen-Bösewichte-die-ebenfalls-komplett-einen-an-der-Waffel-haben-behaupten aussterben konnte. Vielleicht war die Bezeichnung einfach zu lang, um zu überdauern.
Wenn man es positiv sehen will, kann man zumindest sagen, dass uns dadurch weitere unfassbar beschissene Cyndi Lauper Songs erspart geblieben sind.

Wenn ich Filme wie diesen gucke, bin ich immer etwas traurig, dass es heute scheinbar niemand mehr gebacken kriegt, solche Filme zu machen. Ihr wisst schon, Filme, die durchgehend Spaß machen, ein wunderbares Abenteuergefühl vermitteln und dabei auch noch eine gewisse Düsternis mitbringen, weil sie wissen, dass man auch jüngeren Zuschauern mehr zutrauen kann als nur weichgespülten Kindergartenkram. Heute wäre der Film natürlich Ab 16, schon alleine, weil die Autoren jeden billigen „One Eyed Willy“-Gag mitnehmen würden, der ihnen einfällt. Also alle drei. Und mehr Humor würde es natürlich nicht geben, weil das den Horizont der Autoren übersteigen würde.
Genau wie die Charakterzeichnung. Die mag hier zwar auch nicht das Non plus ultra sein, aber es reichen für jede Figur nur wenige Sekunden zu Beginn, während die Antagonisten mal kurz auf der Flucht vor der Polizei vorbeifahren, um ihr etwas Profil zu geben. Innerhalb von 5 Minuten gelingt hier also das, was den meisten Filmen heute in über 2 Stunden nicht gelingt: Dem Zuschauer vermitteln, mit wem er es hier so zu tun hat. Einem Haufen Irren. Und das macht eine Menge Spaß.

PS: Ich werde nie verstehen, wie man aus dem grandiosen Duo „Chunk & Sloth“ nicht noch mindesten fünf Fortsetzungen machen konnte.

 

Den KRIEG DER EISPIRATEN hatte ich eigentlich auch noch geplant, aber leider ist meine DVD hinüber und lässt sich auf keinem Gerät mehr abspielen. Man kann halt nicht alles haben.

Monatsrückblick Februar 2019

Kurz und knapp, das hat es im Februar auf meinen Bildschirm geschafft:

SPIDER-MAN 2 (REWATCH)

Als ich den Film vor Jahren das erste Mal sah, war ich gar nicht mal so überzeugt von dem Ding. Aber ich muss sagen, der Streifen besteht den Test der Zeit doch recht gut. Klar, die ein oder andere Szene wirkt angestaubt (nein, hier folgt jetzt mal nicht meine übliche CGI-Hasstirade), aber insgesamt kann sich das alles noch sehen lassen. Zumal die Action auch nicht so überbordend ausfällt, dass man vor lauter Getöse komplett den Überblick verliert.
Probleme habe ich aber nach wie vor mit den Charakteren. Doc Ock ist zwar recht cool und sorgt auch gut für Action, aber diese „die Tentakel kontrollieren seinen Geist“-Nummer ist mir als Motivation dann doch zu wenig. Und Kirsten Dunst ist immer noch nur die Frau, die gerettet werden muss, was man mal machen kann, beim zweiten Mal aber einfach uninteressant und langweilig ist. Maguire macht seine Sache als Loser vom Dienst wieder gut, aber das hatten wir halt schon. Die Zweifelstory ist hingegen aber nett, sorgt allerdings auch wieder für einen Fallback zu Teil 1, wo er mit seinen Kräften klarkommen musste. James Franco, der zum neuen Goblin wird ist zumindest nachvollziehbar, aber ist halt auf das nötigste herunter gebrochen. Da hätte man in meinen Augen gerne etwas mehr mit machen können.
Der Ausblick auf einen dritten Teil ist nach der Geschichte hier natürlich auch irgendwie unnötig. Peters Geschichte ist eigentlich erzählt, Spider-Man selbst gibt dann halt auch nix mehr her und bis eben auf die Rache von Harry, bleibt da nicht mehr viel, um nochmal 2 Stunden zu füllen. Wie wir alle wissen, hat man das ja dann auch gemerkt.
Für mich persönlich ist Teil 2 nicht so stark, wie ihn viele Fans sehen, aber als Nicht-Comicleser gehe ich da wohl auch etwas anders ran. Trotzdem ist es der beste der Trilogie. Kann man heute immer noch hervorragend angucken und hat seinen Spaß. Am besten macht man dann vor den Endcredits aus, damit einem nicht die Ohren von dem grauenhaften Kuschelrockgedudel im Abspann anfangen zu bluten. Immerhin hat man nicht wieder den Ohrenkrebs Nickelback engagiert wie im Vorgänger.

SPIDER-MAN 3 (REWATCH)

Viel halbgarer Kram hier. Der Streifen wirkt viel zu vollgestopft und so, als wollte man nochmal schnell für alle Fans der Comics möglichst alles reinballern, was da ist. Venom ist nur da, um Spidey was zu tun zu geben, wenn er nicht gerade Ärsche tritt und irgendwie auch, um ihn zu einem unsympathischen Arschloch zu machen. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, wenn man diese völlig langweilige und absolut ausgelutschte Amnesie-Story mit Harry weggelassen hätte, die dann zusätzlich auch noch dafür sorgt, dass die eigentlich interessante Story zwischen Harry und Peter viel zu schnell abgehandelt wird und zum absoluten Nebenschauplatz verkommt, nachdem man sie zuvor über zwei Filme aufgebaut hat. Dazu kommt dann die völlig uninteressante Eddie Brock Geschichte, die auch nur wie ein Zeitfüller wirkt. Und das jetzt plötzlich der Sandmann der Killer des Onkels gewesen sein soll, ergibt auch wenig Sinn. Irgendwo wirft man dann noch eine Eifersuchtsgeschichte mit Mary Jane mit da rein, um das typische Liebesdreieck wieder aufleben zu lassen, was ihre Rolle aber immerhin mal etwas ausbaut und über die Prinzessin in Not am Ende hinausgeht. Nicht, dass man das hier nicht auch zum dritten Mal bringen würde. Es wirkt einfach alles wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, damit man irgendwie die Zeit gefüllt kriegt. Und diese Zeit beläuft sich dann unnötigerweise auch noch auf zu lange fast 2 1/2 Stunden.
Viel zu viel in viel zu lang und jede Story wirkt nur wie ein Nebenschauplatz, was dann zu einem großen Ganzen zusammengestückelt wurde.

SILENT HILL (REWATCH)

Videospielverfilmungen haben ja im Grunde ein großes Problem: Sie sind scheiße. Aber wie bei allem, bestätigt auch in diesem Fall die Ausnahme die Regel.
Dieser Streifen ist sicher kein Meisterwerk, aber man merkt durchaus, dass da jemand am Werk war, der sich mit der Vorlage beschäftigt hat und auch ein gewisser Fan davon ist. Allerdings schlägt das dann positiv und negativ auf den Film über. Auf der einen Seite erzeugt der Film eine wirklich gute Atmosphäre und bietet den teilweise echt creepigen Shit aus den Spielen. Auf der anderen Seite wirkt er aber auch teilweise eher vollgestopft mit einfach allem, was die Reihe so hergibt, damit man auch wirklich jeden Fan glücklich macht. Dadurch gibt es die ein oder andere Szene, die eher überflüssig wirkt. Die Effekte sind auch nicht gerade das Maß der Dinge, aber darüber muss man halt hinwegsehen.
Immerhin schafft der Film das, was den meisten Videospielverfilmungen nicht gelingt: Er unterhält und erzählt dabei noch eine interessante, wenn auch etwas verworrene Geschichte. Am Ende haut er zwar etwas zu sehr auf die Kacke, aber selbst dabei bietet er noch freakige Bilder.
Lässt sich heute noch gut weggucken und eine bessere Videospieladaption lässt immer noch auf sich warten.

SILENT HILL: REVELATION

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I DRINK YOUR BLOOD

Filmschrottbeitrag folgt

BRAVEHEART (REWATCH)

Historische Stoffe leben in der Regel davon, dass man die Wahrheit in einem gewissen Maße so verdreht, dass man nicht kompletten Scheiß erzählt, aber die ganze Sache unterhaltsam und spannend gestaltet. In meinen Augen gelingt das diesem Film überhaupt nicht, denn eigentlich ist das hier reine Fiktion. Aber es ist mir völlig egal. Ich mag die Darsteller und Charaktere. Und diese dreckige Epoche, in der die sich bekriegen wie die Irren. Dabei stechen vor allem die Schlachten hervor, wo man von der Inszenierung her wirklich alles gegeben hat.
Die politische Ebene ist natürlich nicht weniger wichtig, allerdings muss ich sagen, dass mir die „Höheren“ hier doch zu sehr wie Lappen hingestellt werden und die Szene, in der Wallace bei dem einen da ins Schlafzimmer reitet, fand ich schon immer irgendwie banane und wirkt wie eine Szene aus einem Horrorfilm. Und die ganze Story um die angehende Königin und Wallace ist ziemlich blah.
Ansonsten macht der Streifen aber vieles richtig und vor allem eine Menge Spaß beim Schauen.
Der Film nimmt sich jede Menge FREIHEIT!!! bei der historischen Wiedergabe, aber ich bin kein Historiker und schaue mir lieber unterhaltsame historische Fiktion an, als mich durch akkurate Langeweile zu quälen. Denn ehrlich: So spannend waren die ganzen Geschichten in Wahrheit vermutlich eh nicht.

OUTLAW KING

Historisch akkurater als „Braveheart“ (was nun wirklich keine Kunst ist) erzählt man hier die Story um Robert The Bruce weiter. Also in dem Sinne, dass der Großteil der Geschehnisse nach den Geschehnissen aus genanntem Film stattfinden, nicht, dass das hier eine Fortsetzung wäre. Es behandelt eben nur die gleiche geschichtliche … Geschichte. Nun, Historie schön und gut, aber da muss dann eben auch die Verpackung stimmen. Ja, Robert The Bruce war sicher ein interessanter Mann, aber der Streifen hätte sich ruhig etwas mehr Zeit nehmen können, um seine Geschichte zu erzählen. Es geht alles doch recht schnell und die Charaktere (so nah sie wohl an den realen Vorbildern sein mögen) kommen dadurch größtenteils zu kurz und es entsteht keine richtige Fallhöhe für den Einzelnen. Wie die Geschichte ausgeht, weiß man ja ohnehin schon, also ist da eh keine vorhanden.
Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern. Die Darsteller machen ihre Sache gut und Sets und Kameraarbeit sind top. Wenn es zur Sache geht, dann geht es auch so richtig zur Sache und es wird so richtig schön geschnetzelt, wie es sich für diese Zeit gehört.
Letztlich lässt sich der Film gut weggucken, aber so richtig gepackt hat mich das alles nicht. Dazu fehlte einfach die Zeit und die Ausarbeitung der Charaktere innerhalb der Geschichte. Historie ist eben nur so spannend, wie sie vom Erzähler gestaltet wird.

FAR OUT MAN

Filmschrottbeitrag folgt

Monatsrückblick Januar 2018

Ich und Filme sind zwar nach wie vor Freunde, aber unsere Wege kreuzen sich in letzter Zeit eher selten. Ich habe einfach zu viel zu tun, um mich wirklich mal hinzusetzen und einen Film in vollen Zügen zu genießen. Alternativ weiche ich dann zumindest hin und wieder mal auf etwas aus, dass man auch mehr oder weniger nebenbei laufen lassen kann, ohne irgendwas zu verpassen. Diesen Monat kam dabei folgendes auf den Bildschirm:

THE NIGHT COMES FOR US

Für gewöhnlich passt die Story von Martial Arts Filmen locker auf einen Bierdeckel. Hier ist das anders. Ein Bierdeckel wäre viel zu groß. Die „Handlung“ dient schlicht dazu, innerhalb von Sekunden von einem Action-Set-Piece zum nächsten zu gelangen und so gibt es hier durchgehend Rumgeballer, Rumgekloppe und Rumgeschlachte. Das alles in einer Brutalität, die heutzutage ihresgleichen sucht.
Das ist nicht sonderlich spannend, weil einem absolut nichts an den Figuren (von Charakteren zu sprechen wäre schon übertrieben) liegt, die alle paar Minuten in den Mix geworfen werden. Aber nett anzuschauen ist es allemal. Mit 2 Stunden allerdings auch etwas lang geraten. So nach der Hälfte hatte ich mich dann an dem Gesplatter auch irgendwie satt gesehen. Im Finale haut man aber dann noch mal so richtig auf die Kacke und wenn man ein bisschen was mit strunzdoofer, aber guter Action, bei der der Hauptteil des Budgets fürs Kunstblut draufging, anfangen kann, macht man hier nichts verkehrt. Ich kann das zwar nur selten, aber manchmal macht sowas halt einfach Spaß.
Nebenbei wäre das Teil so niemals ungeschont durch die FSK gekommen. Zumindest ein Grund, Netflix mal etwas Positives abzugewinnen, denn denen scheint das scheißegal zu sein und sie haben diese Schlachtpatte einfach so rausgehauen.

SLAUGHTERHOUSE ROCK

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz.

SULLY

Wenn ein Film mit einer Traumsequenz beginnt, bin ich ja meist schon raus aus der Nummer. Das ist mittlerweile so eine ausgenudelte Sache, dass ich direkt das Interesse verliere. Wenn dann noch das ebenfalls komplett durchgelutschte Schema dazu kommt, den Film chronologisch wild durcheinander zu würfeln, habe ich erst recht keinen Bock mehr. Mal ehrlich: Die Chronologie von dem Streifen vermischt mit irgendwelchen Tagträumen ist die reinste Katastrophe. Okay, passt natürlich irgendwie zu einem Flugzeugabsturz, der ja auch eine Katastrophe ist. Aber selbst, wenn das eigene Leben bei so einem Absturz vor dem inneren Auge vorbei ziehen sollte, springt es vermutlich nicht so hin und her, wie dieser Film, mit seinen ständigen Sekunden-Szenen. Immerhin kann man der Geschichte trotzdem noch ganz gut folgen, auch wenn ich immer wieder das Gefühl hatte, dass man die ein oder andere Szene nur reingeschmissen hat, um ein bisschen Länge zu gewinnen.
Was der Film definitiv auf seiner Seite hat, sind die Darsteller. Hanks spielt mal wieder sehr überzeugend und Aaron Eckhardt macht seine Sache auch sehr gut. Beide tragen ihren Schnauzbart mit Stolz.

Insgesamt ganz nett, aber so richtig mitreißend war das jetzt alles nicht wirklich.

ORANGE IS THE NEW BLACK – SEASON 6

Angefangen habe ich die Staffel schon irgendwann im November, aber da ich nun mal kein Bingewatcher bin (was schon daran liegt, dass das Wort „binge“ einfach scheiße klingt ohne Ende), hat es bis zum Januar gedauert, mir alle 13 Folgen anzugucken. Nun, was soll ich sagen. Der Cast ist mittlerweile irgendwie viel zu groß und viel zu sehr verstreut, um wirklich alle gescheit unterzubringen. So hat die ein oder andere hier auch nur eine Alibi-Story, um mal hin und wieder aufzutauchen. Insgesamt mag ich die Serie immer noch, aber so langsam ist die Luft raus. Ich bin also nicht all zu traurig, dass man den Spaß mit der nächsten Staffel beendet, auch wenn das Staffelfinale wieder mal super war, mit seiner Mischung aus Wahnsinn, Überraschung, Spaß, Tragik und Hoffnung.

PASSENGERS

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz.

APOLLO 13 (REWATCH)

Ich finde die Raumfahrt ja nach wie vor einfach nur faszinierend. Ich meine, wenn man sich mal so anschaut, was da alles passieren muss, damit so eine Rakete überhaupt den Mond erreicht, mit dem ganzen Absprengen von Einzelteilen und der Berechnung und dem ganzen Quark, weiß ich schon, warum ich schreibe und das Rechnen anderen Leuten überlasse. Hier bekommt man einen wirklich interessanten Einblick in die ein oder andere Vorgehensweise „hinter den Kulissen“ und ich raffe absolut nichts davon. Das macht aber nichts.
Die Darsteller sind top, die Geschichte in all ihrer Wahrheit interessant und faszinierend und der Film zeigt auch interessante Vorgänge bei Notsituationen. Das alles zusammen ergibt einfach einen sehr unterhaltsamen Film, dem es letztlich aufgrund des Vorwissens, wie alles ausgeht, nur etwas an der nötigen Spannung mangelt. Die zieht der Film dann eher aus der „Wie zur Hölle wollen die aus der Scheiße wieder rauskommen?“-Situation. Aber man weiß eben, dass sie es schaffen. Wahre Geschichten haben nun mal diesen minimalen Nachteil und es braucht einfach richtige Könner, um das dann trotzdem spannend und unterhaltsam zu erzählen. Ron Howard und seine Crew sind da scheinbar in diesem Fall genau die richtigen Leute gewesen.

Eine Frage hat mich aber die ganze Zeit beschäftigt: Wenn Gary Sinise mit geflogen wäre und hätte dann wirklich im Weltraum die Masern gekriegt, wäre das nicht eine unfassbar großartige Möglichkeit gewesen, etwaige außerirdische Bedrohungen bereits im Vorfeld auszurotten, indem man die Masern einfach da oben verstreut? Das muss doch definitiv der Weg sein, sich zu schützen: Ein großes Masernfeld um die Erde herumziehen und schon kann uns keine Bedrohung von außen mehr was anhaben. Ich weiß, ich bin ein echtes Genie …

BLAIR WITCH (REWATCH)

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GODS OF EGYPT

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2020 TEXAS GLADIATORS

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz

BIRDMAN (OR THE UNEXPECTED VIRTUE OF IGNORANCE)

Ein durchdrehender Michael Keaton, ein wahnsinniger Edward Norton, eine rehabilitierende Emma Stone, jede Menge Getrommel, fantastische Kameraarbeit und ganz großes Theater. Das alles zusammengenommen ergibt Birdman. Und ich habe das Gefühl, nicht wirklich gerafft zu haben, was da eigentlich abgeht. Das spricht absolut für den Film. Den werde ich nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Monatsrückblick Oktober 2018

Im Oktober bin ich tatsächlich mal wieder dazu gekommen, mehr als eine handvoll Filme und Serien zu schauen, einfach weil ich mir mal die Zeit dafür genommen habe. Gewöhnlicherweise ist der Oktober ja der Monat, in dem ich ohnehin einen ganzen Haufen Horrorfilme im Rahmen des Horrorctober gucke. Das war dieses Jahr nicht drin, aber ein bisschen Horror gab es dann trotzdem.

FILME

Den Anfang machte einer der meiner Meinung nach besten Horrorfilme der letzten Jahre:

THE WITCH – 2015

Durch die Zweitsichtung steigt der Film nochmal etwas in meiner Gunst. Fand ich ihn schon im Kino sehr gut, aber vom Ende runtergezogen, wusste ich jetzt schließlich genau, was mir bevorsteht und so stört mich dann auch nicht mehr, dass der Film leider durch ein paar wenige Szenen den kompletten Interpretationsspielraum wegwirft, den er eigentlich hervorragend hätte bieten können. Dann wäre er für mich vermutlich sogar mit der Höchstnote belegt worden. So muss ich aber ein bisschen was abziehen. Zusätzlich auch für die extrem nervige Mutter und die beiden Kackblagen, die ständig den armen Ziegenbock ärgern, nur weil er schwarz ist … Moment mal, versteckt sich da etwa noch irgendwo eine Anti-Rassistische Botschaft? Ähm … wollen wir das mal nicht überinterpretieren.
Tolle Atmosphäre, durchgehend spannend und am Ende eben ein bisschen zu sehr standard für meinen Geschmack. Das macht ihn aber immer noch zu einem der besten Horrorfilme der letzten Jahre und ich wünschte mir, es würde mehr davon geben, als den immer gleichen Jumpscaregalore vom Fließband.

Dann gab es eine Art Klassiker des Psycho/Bodyhorrors zu sehen:

VIDEODROME – 1983

Hach, die 80er. Es ist doch einfach alles traumhaft. Man bekam schnell Brüste zu sehen, die Leute rauchten alle drei Packungen Kippen am Tag, Männer waren noch echte Männer, die nur vom Ficken halluzinierten und die Effekte waren einfach nur großartig. Cronenberg hat für seine Filme ja scheinbar ohnehin immer Spezialisten versammelt, die aus jedem praktischen Effekt noch den letzten Würgreiz herausholen. Alleine dafür lohnt sich der Streifen.
Aber auch die ständig mitschwingende Medienkritik und die Geschichte um einen angeblichen Snufffilm, der angeblich für eine Gehirnwäsche sorgt oder so, gibt genug her, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Cronenberg präsentiert das ganze als langsam steigenden Wahnsinn, bei dem weder der Protagonist noch der Zuschauer genau weiß, was eigentlich abgeht.
Alles in Allem also ein sehr guter Streifen. Cronenberg war in den 80ern einfach der Knaller, mit interessanten Geschichten und Effekten, wobei ja immer die Gefahr besteht in den ultimativen Trashbereich abzudriften. Aber Cronenberg ist eben ein echter Könner und deshalb kriegt man stattdessen einen starken Film.

Neben den üblichen Schrottfilmen gab es dann auch noch einen Streifen, der besser hätte sein können …

THE BABYSITTER – 2017

Gute Effekte. Humor … stets bemüht. Spannung nicht vorhanden, was aber vorher klar war. Der Rest besteht größtenteils aus nervigen Klischees, schlecht eingewürfelten Filmzitaten und überflüssigen Texteinblendungen, deren Sinn sich mir zu keinem Zeitpunkt erschlossen hat.
Zwischendurch gabs mal den ein oder anderen unterhaltsamen Moment und habe ich schon erwähnt, dass die Effekte nett sind? Mehr ist es aber eben alles auch nicht und größtenteils einfach langweilig.

… und einen, der wirklich totale Kacke war:

THE PYRAMID – 2014

Kruder und vor allem sterbenslangweiliger Mix aus Found Footage-Standard und Horror-Standard, ohne jegliche Höhepunkte. Die Charaktere sind alle sowas von uninteressant und saudoof, dass es nicht im geringsten tangiert, was mit ihnen passiert. Dabei hätte man mit diesem sogar recht unverbrauchten Setting so einiges anstellen können. Oder man macht eben die typische Lahmarschkacke draus, die man schon tausendmal gesehen hat. Nach 5 Minuten kann ich mich quasi schon an absolut nichts mehr erinnern, was in dem Streifen passiert ist. Zum Glück schreibe ich den Kram hier immer schon während dem Film, sonst hätte ich nur eins schreiben können: Selbst für den Filmschrottplatz zu scheiße.

SERIE

Ja, auch ein paar Serien gab es, bei denen ich mich dann mehr oder weniger zum Bingewatching (wie ich diesen Begriff hasse) habe hinreißen lassen, weil mir klar war, dass ich sonst ohnehin nie zum Ende kommen werde.

Zum Beispiel die nie enden wollende Geschichte um die Winchester-Brüder:

SUPERNATURAL – SEASON 13

Was soll ich dazu noch groß sagen? Es ist eben Supernatural und somit ist klar, was man kriegt. Eine dahindümpelnde Handlung, die in dieser Staffel zumindest in fast jeder Folge aufgegriffen wurde und zwischen all dem typischen Gedöns 1-2 interessante Folgen. Highlight war ganz klar ScoobyNatural, das Crossover mit Scooby-Doo. Für solchen Quatsch mag ich die Serie immer noch. Lowlight hingegen eindeutig die Spin-Off-Folge Wayward Sisters, die nur dazu diente, besagtes Spin-Off einzuleiten, dass dann aber doch nicht in Serie ging, wodurch die Folge nicht nur total langweilig sondern im Nachhinein auch absolut überflüssig ist. Es wäre wirklich schön, wenn man mal ein Ende für die Serie ankündigen würde, damit man mal darauf zusteuern kann und sich nicht immer nur noch im Kreis dreht und mich mit ein paar guten Folgen pro Staffel bei der Stange hält.

Und diese Horror-Anthologie:

CHANNEL ZERO – SEASON 2

Die Staffel stand unter dem Titel „No-End House“ und ich fand die Grundidee recht interessant. Mehr aber auch nicht, denn bereits nach der ersten Folge war bei mir die Luft schon raus. Irgendwie hat mich das alles nicht gepackt und Staffel 1 hat mir ne ganze Ecke besser gefallen. Aber gut, bei solchen Anthologie-Serien hat man ja den Vorteil, dass man auch nach einer schwachen Staffel wieder auf Besserung hoffen kann.  Also werde ich mir auch Staffel 3 dann irgendwann mal geben.

Und sogar was ohne Horror:

BETTER CALL SAUL – SEASON 4

Die in meinen Augen beste Staffel der Serie bisher. Okay, es sind zugegeben alle gut, aber man schafft es sehr gut, sich dann doch jedes Jahr zu steigern. Jimmy bzw. Saul steht zwar zur Zeit etwas im Hintergrund und ich habe das Gefühl, dass man sich vermehrt auf Mike konzentriert, aber das wird wohl nötig sein, um dann die Handlungsstränge zusammenzuführen, was ich in der nächsten Staffel dann langsam erwarte. Gerade für ein Prequel macht man hier sehr viel richtig, was gar nicht so leicht ist, da man als Zuschauer ja genau weiß, wo die Charaktere letztlich landen werden. Kann gerne noch 2-3 Staffeln weitergehen. Dann sollte man allerdings auch den Anschluss an Breaking Bad finden und entweder zum Ende kommen oder mit einem Zeitsprung in die Zeit nach Walter Whites Aufstieg und Fall springen.

Monatsrückblick – Juni 2018

Der Juni stand bei mir im Zeichen des Schreibens. So wird es vermutlich auch im Juli sein. Und vielleicht auch im August. Ich habe mir nämlich vorgenommen, über den Sommer mal schnell einen Roman zu schreiben. Darunter hat das große Filmegucken natürlich zu leiden. Ein paar Ausnahmen gab es aber natürlich doch, denn ganz ohne geht nun mal nicht. Wenn ich beispielsweise einen anstrengenden Tag hatte, greife ich ganz gerne mal zu Highschool-Komödien:

10 THINGS I HATE ABOUT YOU – 10 DINGE DIE ICH AN DIR HASSE

Sind wir ehrlich. Der Film macht weitaus mehr Spaß, als er es eigentlich dürfte. Und das liegt vor allem an dem grandiosen Cast. Ledger, Stiles, Gordon-Levitt, Janney … die machen hier einfach das Beste draus, was man aus so einer recht generischen Highschoolkomödie machen kann. Man muss aber auch sagen, dass jeder Charakter hier zumindest im Ansatz Eigenschaften verpasst bekam, mit denen die Darsteller eben auch arbeiten können. Von der Erotikroman verpeilten Rektorin bis hin zum von ungewollten Schwangerschaften besessenen Vater. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass ich das Genre trotz des großen Bullshits, den es meist hervorbringt, irgendwie mag. Abzüge gibt es natürlich für den grauenhaften Soundtrack, der für das Genre leider auch üblich ist. Und in der Mitte hängt die Nummer etwas durch, was in der Mitte auch oft üblich ist. Aber der Streifen macht halt einfach Spaß und mehr will man von sowas ja auch gar nicht.

MEAN GIRLS – GIRLS CLUB: VORSICHT BISSIG!

Ich kann mich vage erinnern, den Streifen schon mal gesehen zu haben. Damals, als ich einfach alles geguckt habe … Moment mal, hat sich ja bis heute nicht geändert. Jedenfalls hatte ich kaum noch Erinnerung an den Streifen. Um genau zu sein gar keine.
Lindsay Lohan ist kein guter Lead, wenn man mich fragt. Sie ist jetzt nicht komplett schlecht, aber sie gibt mir irgendwie nix, außer diesen „Joa, die ist schon süß“-Vibe. Die Zeiten, wo mir sowas reicht, sind dann aber doch lange vorbei. Wenn sie überhaupt jemals vorhanden waren. Ansonsten ist der Cast halt gut, aber nicht unbedingt überragend. Für so einen Film aber absolut ausreichend. Lizzy Caplan hat mir gut gefallen, hätte aber ein paar mehr gute Szenen verdient gehabt. Amanda Seyfried und Neil Flynn sind hier ohnehin absolut verschenkt und auch Amy Poehler und Tina Fey stechen nicht gerade heraus. Rachel McAdams ist noch ein Lichtblick, aber ihre Rolle gibt halt auch nicht mehr her, als den üblichen Kram.
Nun denn, was so einen Film letztlich ausmacht, ist der Spaß, den man damit hat. Der Film hat seine Momente, aber der Humor hat bei mir überhaupt nicht gezündet und die ganze Story rund um die Plastics war halt auch nichts, was mich jetzt großartig begeistert hätte. Mit der komischen Afrika-Nummer hätte sich vielleicht was machen lassen, aber die läuft auch nur darauf hinaus, dass hin und wieder ein paar Leute wie Affen durch die Gegend hüpfen.
So läuft der Film eben so daher und konnte mich zu keiner Zeit wirklich abholen. Immerhin habe ich mich nicht gelangweilt, aber das wars dann auch.

Und natürlich gibt es auch so Filme, die ich einfach alle paar Jahre mal wieder gucken muss:

GOODFELLAS

Ich kann ja nicht anders, als dieses Meisterwerk alle paar Jahre mal in den Player zu schieben und die volle Mafiadröhnung zu genießen.
Letztlich brauche ich hier wohl nicht viel zu sagen. Nicht mal Ray Liotta in der Hauptrolle kann das hier kaputt machen, weil Scorsese einfach das Beste aus ihm herausholt. De Niro und Pesci sind natürlich ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Und gerade der Cast ist natürlich immens wichtig, um so einen Film noch ein oder zwei Level höher zu heben, ansonsten kann so eine Story vom Aufstieg bis zum tiefen Fall auch schon mal recht zäh werden. Das ist hier aber gar nicht der Fall, da eben nur Profis am Werk waren.
Wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann vielleicht die wechselnden Voice-Overs. Aber ich bin von diesem Stilmittel ohnehin kein großer Fan. Dass hier 3 Jahrzehnte porträtiert werden, sieht man den Darstellern auch nicht immer an. Gerade anfangs wirken die meisten Akteure nicht so jung, wie sie in der Geschichte sein sollten. Aber das tut dem Spaß nun auch keinen Abbruch (und ist vermutlich immer noch besser, als die geplante CGI-Verjüngungskur bei „The Irishman“, aber das bleibt abzuwarten).
Scorseses bester Film. Der beste Gangster/Mafia-Film. Und eben ein absolutes Meisterwerk von Anfang bis Ende.

Gesamt: 4

Rewatches: 3

Schrott: 1

Monatsrückblick – Mai 2018

Der April macht bekanntlich was er will. Und was er wollte, war, mir keine Zeit zum Filmgucken zu geben. Deshalb gab es letzten Monat keinen Monatsrückblick, denn ich habe nur 2 Filme gesehen und die gibt es ohnehin hier auf dem Filmschrottplatz nachzulesen. Aber, alles neu macht der Mai. Was auch immer das bedeuten mag. Zumindest bedeutet es, dass ich ein bisschen mehr gucken konnte. Wenn auch nicht viel.

CAPTAIN FANTASTIC

Aragorn, der alte Hippie, fährt mit seinen sechs Kindern im Bus durch die Walachei und das Ganze macht mehr Spaß, als es eigentlich dürfte.
Mortensen ist super hier und die Kids machen ihre Sache auch sehr gut. Zwischen Jagd und Aufklärungsgespräch wächst einem die Familie ziemlich schnell ans Herz. Dieses „gerade heraus die Welt erklären“ ist einfach unglaublich sympathisch. Ich finde ja ohnehin, dass man Kindern ruhig auch mal die Wahrheit über die Dinge sagen kann und nicht immer auf „alles ist toll“ machen sollte. Richtig gut wird das natürlich dann, wenn man Eltern dabei hat, die das nicht so sehen oder wenn man eine der besten Grabreden aller Zeiten hält. Die zweite Hälfte des Films steht also sehr stark unter dem Aspekt der gegensätzlichen Ansichten, dem Hinterfragen seines eigenen Weltbilds und dem Kennenlernen einer neuen „Welt“. Und das macht so einen Film dann eben auch interessant … nein, menschlich.
Und als Bonus gibt es auch noch eine grandiose Version von „Sweet Child O‘ Mine“ obendrauf. Ein … nun ja, fantastischer Film.

Dann gab es zwecks Vorbereitung auf vermutlich ganz großen Müll für den Filmschrottplatz noch eine Trilogie:

JURASSIC PARK

Ein ruhiger Beginn. Der Film nimmt sich Zeit, um die Charaktere einzuführen und diese mit Überschwänglichkeit, Begeisterung aber auch Skepsis auszustatten. Dazu haben die Figuren auch ihre kleinen Eigenheiten, die sie zu mehr machen, als menschlichen Hüllen. Eine Kunst, die heute oft vergessen wird, aber unerlässlich für eine gute Geschichte ist. Alan Grant mag keine Kinder und keine Computer und hat einen coolen Hut. Ian Malcolm ist der ewige Skeptiker. John Hammond hingegen ein Optimist aller erster Güte. Und so weiter. Selbst die Nebencharaktere haben ihre kleinen Macken wie Ketterauchen und Fresssucht.
Was ebenso wichtig ist: Der Film erklärt, wie Dinge funktionieren. Man wird nicht einfach in die Geschichte geworfen und muss sich dann eben zusammenreimen, wie, wo und was da eigentlich passiert. Es gibt eine klare Linie, die sich langsam steigert und so einen Spannungsbogen erzeugt, den man heute im Film nur noch selten findet. Alleine bis man die ersten Dinosaurier in voller Pracht zu sehen kriegt, vergeht fast eine halbe Stunde. Bis die, ebenfalls typisch für die Reihe, nervigen Kinder auftauchen, dauert es glücklicherweise noch etwas länger.
Weitere Kleinigkeiten runden das Bild ab. Ich meine, hey, selbst das Wasserglas aus der berühmten Szene wird bereits vorher im Film eingeführt. Und der Score ist vom allerfeinsten.
Richtig los geht es dann erst in der zweiten Hälfte, mit einer der wohl besten filmischen Szenen aller Zeiten. Wenn der T-Rex aus seinem Gehege ausbricht, folgt selbst diese Szene der klaren Linie. Dinge werden erklärt und Begeisterung wird zu Skepsis wird zu Panik und endet im absoluten Chaos. Besser kann man das einfach nicht machen. Ab da geht dann natürlich nach und nach die Party ab und die Dinos werden zur absoluten Bedrohung aufgebaut. Charakterentwicklung gibt es zwar nur wenig und beschränkt sich größtenteils auf Grant, der seine Einstellung zu Kindern zumindest etwas ändert (aber Computer sicher immer noch scheiße findet), aber das kann man dem Film dann auch verzeihen, denn es ist eine wilde Achterbahnfahrt, die mitreißt, unterhält und sich auch Zeit für ruhige Momente lässt.
Wenn man etwas bemängeln wollte, dann wohl das veraltete CGI, das hier aber genau in den richtigen Mengen genutzt wird und deshalb nicht negativ auffällt. Und natürlich, dass das Bild der BluRay ein absoluter Witz ist und ich auch einfach meine alte VHS hätte behalten können. Aber da kann ja der Film nichts für.
Abschließend bleibt zu sagen: Man hat hier keine Kosten und Mühen gescheut,um den besten Blockbuster aller Zeiten abzuliefern.

THE LOST WORLD: JURASSIC PARK

Nachdem Jeff Goldblum im ersten Teil in der zweiten Hälfte ein bisschen aufs Abstellgleis gestellt wurde, darf er hier die Hauptrolle übernehmen. Leider findet man von seinen interessanten Charaktereigenschaften des Vorgängers nicht mehr wirklich etwas hier und er wird zum besorgten Vater degradiert, was natürlich dann auch die Teilnahme des, für die Reihe typischen, nervigen Blags rechtfertigt. Julianne Moore ist quasi eine etwas abgewandelte Version von Laura Dern im Vorgänger und Vince Vaughn ist halt auch dabei, fällt aber nicht weiter auf, auch wenn er seine Sache gut macht. Der Rest des Casts glänzt größtenteils durch unglaubliche Blödheit und dämliche Entscheidungen.
Die Story ist natürlich auch bei weitem nicht so ausgefeilt wie noch im ersten Teil und eigentlich hat man hier einfach einen Grund zusammengeschustert, um nach dem „Höher, Schneller, Weiter“-Prinzip möglichst viele Leute auf die Insel zu bringen. Denn mehr Leute, bedeutet mehr Action, oder so.
An sich ist das aber alles durchaus unterhaltsam, bis man zum Ende kommt und den Dino durch die Stadt schickt. Auf dem Papier sicher eine ganz lustige Idee, aber irgendwie … nee. Natürlich flasht eine Fortsetzung dann auch nicht mehr so und es fehlen wirklich ikonische Szenen, die der Erstling zur Genüge hatte. Stattdessen wiederholt man einige Elemente in etwas angepasster Form und macht zum Teil aus den Dinos reine Killermaschinen, was schon aus Prinzip eigentlich Schwachsinn ist.
In allen Belangen mindestens 2 Ecken schwächer als Teil 1, aber trotzdem noch ein ordentlicher Film, der unterhält. Im Vergleich zu der Grütze, die danach folgen sollte, sogar fast noch ein Meisterwerk.

JURASSIC PARK III

Es gibt bei diesem Film von Beginn an so ein paar Dinge, die ich nicht verstehe. Warum muss Alan Grant immer noch auf Theorien über Raptoren zurückgreifen, wenn die Viecher doch lebendig auf einer Insel herumrennen? Warum sehen die Raptoren hier anders aus, als in den Vorgängern? Ja, man mag ja zwischen den Teilen tatsächlich neue Erkenntnisse über das vermutliche Aussehen erlangt haben, aber deshalb kann man doch eine etablierte Sache nicht einfach ändern. Wenn man herausgefunden hätte, dass der T-Rex sich teleportieren konnte, kann man das ja auch nicht einfach im dritten Teil mal eben neu einführen. Und die wichtigste Frage: Warum hat sich Sam Neill für diese Scheiße überhaupt hergegeben?
Eigentlich ist der Text hier jetzt schon zu lang für diesen Müll. Deshalb fasse ich mich ab hier mal kurz: Der Film bietet vor allem jede Menge nervige Sachen. Das nervige Blag gehört ja schon zur Reihe dazu. Aber nervige Handyklingeltöne, nervige Raptorentröten und nervige Frauenfiguren im Kate-Capshaw-Indy-Gedenk-Modus (nur rumschreien und im Notfall nach einem starken Mann rufen, der ihr den Arsch rettet) sind dann doch neu für die Reihe. Und sie wären besser da geblieben, wo sie sind.
Der neue Riesensaurier ist auch absolut unnötig, da der T-Rex einfach ein hervorragender Gegner war, der keine Ablösung benötigte. Da man aber nur Scheißideen für neue Elemente hatte, bediente man sich bei allem anderen bei den Vorgängern. „Hey, wisst ihr noch, wie im zweiten Teil der Camper von den Dinos umgeschmissen wurde, was schon nur eine andere Variante der Jeepzerstörung aus Teil 1 war? Wie können wir da noch einen draufsetzen?“ „Wir nehmen ein Flugzeug und schmeißen das um.“ „Bombenidee!“ Wo man schon dabei war, hat man natürlich auch das Verhältnis von praktischen zu CGI-Effekten auf den Kopf gestellt und dadurch wirkt der Film zusätzlich veraltet, was die Sache auch alles andere als besser macht.
Nicht umsonst ist der Dinoschinken schon lange auf dem Filmschrottplatz verewigt.

Gesamt: 9

Rewatches: 4

Schrott: 6

Auf Netflix gab es außerdem noch die erste Staffel „Haus des Geldes“ und das macht schon großen Spaß. Hat ein bisschen was von „Prison Break“ bevor es zu kompletter Scheiße wurde. Leider habe ich die Befürchtung, dass dieser Serie das auch passieren könnte. Staffel 2 ist wohl schon bestellt und eigentlich hätte es völlig gereicht, die Geschichte nach einer Staffel abzuschließen.

Monatsrückblick – März 2018

Der März ist da! Und ich komme trotzdem zu nichts. Aber ein paar wenige Filme habe ich immerhin zu sehen gekriegt. Den Anfang machte der mittlerweile monatlich erscheinende „Netflix tötet das Kino Rumgeflenne“-Film:

ANNIHILATION – AUSLÖSCHUNG

Fühlen Sie sich doof? Merken Sie selbst, wie Ihr Intelligenzquotient ständig abnimmt? Gehen Sie etwa gerne ins Kino?
Dann haben Sie Glück. Denn da ist kein Platz mehr für Filme, die über simples BÄM-KRACH-POW hinausgehen. Kündigen Sie einfach ihren Netflix-Account und Sie werden davon verschont bleiben, über das Gesehene nachdenken zu müssen. Den Hollywood-Studios – allen voran Paramount – sei Dank, können Sie sich einfach im Kinosessel zurücklehnen, andere Leute mit Popcorn bewerfen, wie es von jemandem mit Ihrem Intellekt verlangt wird, und die dröhnenden Explosionen genießen.

Alle anderen hingegen gucken dann auch mal einen Film wie „Annihilation“. Dieser, vom Produzenten solcher filmischer Granaten wie „Geostorm“ und „Terminator: Genisys“ als zu intelligent fürs Kino eingestufte, Film, erfordert sicher etwas Aufmerksamkeit seitens des Zuschauers. Aber letztlich kann man der Sache ganz gut folgen, auch wenn ich auf das Hin- und Herspringen zwischen den Zeiten durchaus hätte verzichten können. Das liegt aber auch eher daran, dass ich persönlich kein großer Fan davon bin, wenn man immer wieder zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her springt. Es ist aber nun auch nicht so, dass das für so große Verwirrung sorgt, dass man den Faden verliert. Die Darstellerleistungen sind durchgehend top und eigentlich zieht nur das CGI den Eindruck etwas runter, was bei mir aber nun mal in der Natur der Sache liegt.

Die große Frage hier ist aber eigentlich folgende: Was ist der „Shimmer“? Und darauf kann man nur antworten: „Shimmer Shimmer Ya, Shimmer Yam, Shimmer Yay“. Denn letztlich ist es keine Frage nach der richtigen Antwort, sondern eine Frage nach der eigenen Interpretation, was es mit allem auf sich hat. Und das ist doch der große Reiz an so einem Film. Man will nicht alles vorgekaut kriegen. Man will sich selbst Gedanken machen. Man will, dass einen so ein Film nachhaltig beschäftigt. Man will den Film mehrmals gucken, um neue Dinge zu entdecken.

Aber vielleicht bin ich da auch einfach eine Minderheit. Eine aussterbende Spezies von Menschen, die Filme nicht immer nur wegen dem Unterhaltungswert gucken, sondern auch gerne mal eine Erfahrung darüber hinaus erleben. Es ist nur traurig zu wissen, dass solche Filme in Zukunft wohl als „Direct-to-VoD“-Phänomen hingeschludert werden. Aber wie wir wissen, wiederholt sich Geschichte nun mal. „Video killed the Radiostar.“ Und „Hollywood kills the Cinemastar.“ Müssen wir nur noch abwarten, wer oder was dann letztlich Hollywood killt, damit wir mehr solcher Filme kriegen. Solange denke ich über den „Shimmer“ nach …

Dann habe ich einfach mal zur Entspannung einen alten Knaller reingeschmissen, der heute vermutlich etwas in Vergessenheit geraten ist:

NO ESCAPE – FLUCHT AUS ABSOLOM

Ausnahmen bestätigen die Regel, sagt man. In diesem Fall ist das so. Denn der deutsche Titel „Flucht aus Absolom“ klingt einfach tausendmal cooler als das lahme Original „No Escape“.
Ausnahmen bestätigen auch die Regel, wenn man eigentlich davon ausgehen müsste, dass einem eine absolute Actiongurke der 90er bevorsteht, dann aber ein durchaus unterhaltsamer Quark herauskommt, der zwar nicht so richtig Sinn ergibt, aber dafür eine Menge Spaß macht.
Ausnahmen bestätigen ebenfalls die Regel, wenn nicht mal Ray Liotta in der Hauptrolle (in der er ausschließlich unter der Regie von Martin Scorsese überzeugen konnte) so einen Film zerstören kann. Denn sind wir mal ehrlich: Liotta ist nun nicht gerade eine Charismagranate, für den man als Zuschauer mitfiebert. Dafür wird er hier aber von den Schauspielkoryphäen Lance Henriksen und Ernie Hudson unterstützt, die eigentlich nicht mal ansatzweise Koryphäen sind, aber passt halt schon. Die Show stiehlt ohnehin Stuart Wilson als Antagonist, der Weihnachtslieder trällert.

Hier funktioniert das komischerweise alles. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich solche dystopischen Escape-B-Movies einfach cool finde.

Insgesamt: 8

Rewatches: 1

Schrott: 6

Der Schrott überwiegt diesen Monat stark. Das liegt einfach daran, dass ich kaum Zeit habe und für den Filmschrottplatz etwas vorarbeiten muss, damit es hier auch immer den wöchentlichen Schrottfilm zu genießen gibt. Alles andere bleibt dabei erst mal auf der Strecke.

Im Serienbereich habe ich mal mit „Dark“ auf Netflix angefangen. Nach zwei Folgen kann ich bisher nur sagen, dass die Darsteller zum Teil besser nicht reden sollten, da es dann recht anstrengend wird. Preisverdächtige Leistungen sucht man da eher vergeblich.

Monatsrückblick – Februar 2018

Der kurze Monat birgt durch seine Kürze auch immer das Problem, dass man weniger gucken kann. Zudem habe ich momentan jede Menge zu tun und so blieben Filme und Serien etwas auf der Strecke. Ein bisschen was habe ich aber natürlich trotzdem in den Player geschoben.

Zur Einstimmung auf den Super Bowl gab es den einzig wahren Football-Film:

LAST BOY SCOUT

Shane Black zementiert ja auch heutzutage immer mal wieder seinen Status als König der Buddy-Action-Komödie. Und dieser Film zeigt mal wieder hervorragend, warum er diesen Titel absolut verdient hat. Denn wo man heute lieber mit dem „Star und sein Sidekick“-Schema um die Ecke kommt, bei der keine Figur über die Rolle des Witzelieferanten hinaus geht, sind die Figuren hier gleichberechtigt in ihrer Schlagfertigkeit, haben einen Charakter und tragen zu gleichen Teilen zum Erfolg ihres „Auftrags“ bei.
Das funktioniert zudem so hervorragend, weil Bruce Willis und Damon Wayans eine fantastische Chemie aufweisen. Eigentlich hätte Wayans am besten nur mit Willis zusammen Filme gedreht, denn ansonsten hat er gar keine Chemie, soweit ich das beurteilen kann. Etwas nervig fällt die Tochter aus, aber auch ein Shane Black ist nun mal nicht fehlerfrei, und er hat mit „The Nice Guys“ dann Jahre später bewiesen, dass er auch so eine Figur durchaus hinkriegt, ohne dass sie nervt.
Man muss natürlich der Zeit entsprechend über Machogehabe und Fettwitze hinwegsehen, aber sowas interessiert mich ohnehin nicht die Bohne.
Also ein rundum gelungener Spaß mit coolen Sprüchen am Fließband und guter Action. Sowas konnte Tony Scott einfach. Im Endeffekt hat er dadurch auch mehr gute Filme gemacht, als sein überbewerteter Bruder.

Auf Netflix gab es im Februar das große Paramount-traut-sich-nicht-mehr-Filme-ins-Kino-zu-bringen-also-kaufen-wir-sie-einfach-von-dem-eierlosen-Pissverein-Schaulaufen. Direkt am Anfang des Monats gab es ganz überraschend:

THE CLOVERFIELD PARADOX

Na, da hat man sich ja meisterhaft alle Türen für tausend weitere Cloverfield-Filme offengehalten, bei denen man jetzt gar nichts mehr erklären muss.

ACHTUNG MINI-SPOILER vom Anfang des Films: Monster und Aliens aus allen Dimensionen und allen Zeiten können zu jeder Zeit und in jeder Dimension die Erde angreifen.

So hat man jetzt natürlich in Zukunft freie Bahn für alles mögliche Gelöt, ohne dass man in der Not wäre, zu viele Überschneidungen bringen zu müssen.
Der Rest des Films ist auch nicht einfallsreicher. Man mischt hier fröhlich alle Versatzstücke vom Space-Horror und lässt die Geschichte recht seicht vor sich hindümpeln. Die Darsteller machen auch nur das Nötigste und niemand sticht wirklich heraus. Hat mich nicht gelangweilt, aber viel mehr fällt mir dazu dann auch irgendwie nicht ein. Kann man mal gucken, wenn man das Cloverfield-Universum, oder wie auch immer man das nennen will, mag. Viel erwarten sollte man aber besser nicht.

In diesem Zusammenhang hatte ich eigentlich noch mit „Annihilation“ auf Netflix gerechnet, aber der kommt jetzt doch erst im März. Und viel mehr zu erwähnen gibt es dann auch nicht dieses Mal. Serien blieben eigentlich komplett auf der Strecke, bis auf ein oder zwei Folgen von … irgendwas. Kann mich selbst nicht mehr erinnern, also kann es so gut nicht gewesen sein. Kann eigentlich nur besser werden im März. Wobei ich auch da sicher nicht mehr Zeit haben werde. Aber mal schauen.

Insgesamt: 6

Rewatches: 1

Schrott: 2