Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schrott Awards 2018

Zum mittlerweile vierten Mal werden hier auf dem Filmschrottplatz heute die Schrott Awards verliehen. Natürlich haben wir wieder keine Kosten und Mühen gescheut. Gut, Kosten schon, aber keine Mühen. Es sind wieder jede Menge illustre Gäste aus allen Zeiten geladen, um diesem Event beizuwohnen. Und natürlich ist auch unser Außenreporter Thorsten Trümmer wieder da. Thorsten, kannst du mich hören?

„Leider. Ich stehe dieses Jahr direkt an der Bühne, die in handwerklicher Kleinarbeit zusammengeschustert wurde und droht, jeden Moment zusammenzubrechen. Zum Glück muss ich nicht darauf und kann davor stehen bleiben.“

Wir freuen uns schon alle auf deine einmaligen Interviews, Thorsten.

„Du bist nach wie vor ein schlechter Lügner.“

Man sieht, es hat sich nichts geändert. Spaß und Spannung sind also garantiert. Und hier ist unser Gastgeber, der uns gekonnt durch die Preisverleihung leiten wird: Uwe Boll!

„Ich kann einfach nicht glauben, dass ich mich hierzu habe breitschlagen lassen. Die Filme sind doch alle komplette Scheiße!“

Ja, äh, Uwe, genau darum geht es ja hier.

„Hätte ich das vorher gewusst, hättet ihr mich am Arsch lecken können.“

Nun, jetzt musst du da durch. Vertrag ist Vertrag.

„Was denn für ein Vertrag? Ich wurde hier her gelockt, unter dem Vorwand, dass man mir die Filmrechte am Videospiel „Space Invaders“ verkaufen will.“

Ja, äh, darüber reden wir später. Jetzt ist es erstmal Zeit für unsere erste Kategorie. Und Thorsten Trümmer hat jemanden zum Interview an der Bühne.

„Einen tollen Interviewpartner habt ihr mir da wieder an die Seite gestellt. Was soll mir dieser gigantische Riesentruthahn aus dem Film „The Giant Claw‘ bitte erzählen?“

KRAAA!

„Ja, genau das habe ich mir gedacht.“

KRAAA KRAAA!

„Äußerst interessant.“

KRAAHAAA!

„Ich denke mal, er hofft, dass er den Preis gewinnt. Was weiß ich. Zurück zu Uwe.“

„Was für eine sinnlose Scheiße ist diese Veranstaltung eigentlich? Lächerlicher geht es ja kaum noch. Das wird ein langer Abend. Damit wir die Kacke schnell hinter uns bringen, ist hier der Preisverleiher für die ELEGANTESTEN EFFEKTE. Jemand, der seit Jahren nur noch Scheißfilme macht und perfekt hier hin passt: James Cameron!“

„Effekte sind die Essenz jedes guten Films, der ansonsten absolut nichts zu bieten hat. Wie „Avatar“, ein arschlangweiliges Franchise, dem ich den Rest meines Lebens verschrieben habe. Die Filme bei dieser Preisverleihung kommen natürlich nicht ganz an die grandiosen Spektakel heran, die ich mache. Freut euch schon mal auf „Avatar 42“. Aber jetzt erstmal zum diesjährigen Gewinner in der Kategorie ELEGANTESTE EFFEKTE. Der Gewinner ist: FLESH GORD… was? Oh, okay, ähm … es liegt hier wohl ein kleiner Fehler vor. Der Gewinner ist: INVASION OF THE SAUCER MEN!“

Den Preis übernimmt ein Saucer Men, der mit vorgehaltener Laserpistole die Bühne betritt. Ohne etwas zu sagen, reißt er sich die goldene Mülltonne unter den Nagel und verschwindet wieder hinter der Bühne. Unten vor der Bühne gibt es einige Diskussionen über diesen kleinen Fehler. Thorsten Trümmer ist für uns mittendrin. Thorsten, was kannst du berichten?

„Hier unten wird gerade wild diskutiert, was da falsch gelaufen sein könnte. Vor allem das Team von Flesh Gordon ist ziemlich enttäuscht. Ich konnte das Penismonster abfangen und es brüllte etwas unverständliches in mein Mikrofon, was sich vermutlich ungefähr mit „das ist eine Frechheit, ich gehe mich erleichtern“ übersetzen lässt. Ich bleibe an der Sache dran und versuche, weitere Stimmen einzufangen.“

Danke, Thorsten. Wir geben dann wieder auf die Bühne an Uwe Boll.

„Den Scheiß habt ihr doch bei den Oscars abgeguckt, oder? Besser schlecht kopiert, als richtig scheiße selbst gemacht, was? Warum mache ich bei dieser Scheiße noch mal mit? Egal. Kommen wir schnell zur nächsten Kategorie, damit wir den Kack hier schnell hinter uns bringen. Den Preis für STILVOLLSTES SETDESIGN überreicht … wer ist das denn? Und warum schleppt er diese Pappaufsteller mit sich herum?“

Uwe, das ist Hans-Peter Gnöttgen. Der hat vor 2 Jahren den Preis auch schon überreicht.

„Aha. Was für ein Arschloch. Na dann, viel Spaß.“

„Hallo, mein Name ist Hans-Peter Gnöttgen und ich habe heute ein paar meiner neuen Setdesigns mitgebracht. Dieser Baum aus Pappe sieht täuschend echt aus …“

Ähm, Hans. Bist du sicher, dass du den nicht aus einem Looney Tunes Comic ausgeschnitten hast.

„Natürlich. Es war ein Garfield Comic. Aber guck mal, wie gut das Grün der Blätter ist. Und das Braun des Stamms. Täuschend echt, nicht wahr?“

Na ja, also in einer realen Umgebung fällt das schon auf, würde ich sagen.

„Es soll ja auch auffallen. Ein gutes Set muss herausstechen. Sonst kann man doch direkt in einer realen Umgebung drehen. Aber das wäre ja völlig verrückt. Guckt euch diesen lebensgroßen Mann aus Pappe an. Man kann ihn überall im Bild platzieren, wenn man ein belebtes Hintergrundbild benötigt. Man braucht nur jemanden, der ein bisschen an der Pappe wackelt und es sieht aus, als würde er sich bewegen.“

Hans-Peter, warum ist der Mann nackt?

„Das ist doch gerade das Geniale daran. Ich kann ihm beispielsweise diese Jogginghose ankleben, wenn die Szene auf einem Sportplatz spielt. Oder ich klebe ihm dieses weiße Hemd an, falls es sich um eine Dinnerparty handelt. Und bei Szenen auf Sexparties lässt man ihn einfach nackt. Guckt mal hier, sein Gemächt lässt sich separat bewegen …“

Äh, ja, das ist ganz wunderbar Hans-Peter. Wir müssen dann aber langsam weiter machen.

„Oh, ja, natürlich. Der Preis für das STILVOLLSTE SETDESIGN geht an: THE RING THING!“

ZAPP

Oh mein Gott. Die Saucer Men haben Hans-Peter mit ihrem Laser erschossen und von ihm ist nur ein Haufen Asche übrig. Einer von ihnen kommt auf die Bühne und nimmt die goldene Mülltonne mit. Irgendetwas eigenartiges geht hier vor. Immerhin wird uns Hans-Peter in Zukunft nicht mehr mit seinen Set-Vorstellungen nerven. Thorsten, hast du neue Informationen für uns?

„Hier vor der Bühne werden die Leute etwas unruhig. Hans-Peter Gnöttgen fanden zwar alle zum Kotzen, aber niemand will mehr auf die Bühne gehen. Ich habe hier den komischen Typen im Drachenkostüm von „The Ring Thing“, der gerade um einen Preis betrogen wurde. Er ist sehr aufgebracht und will die Saucer Men abfackeln. Genau kann ich es nicht sagen. Aus irgendeinem Grund kriege ich heute nur Gestalten ans Mikrofon, die nicht sprechen können.“

Äh, ja, Thorsten, ich glaube das liegt daran, dass die Menschen Angst haben, in deiner Nähe zu stehen.

„Was? Wieso das denn?“

Nun ja, du hast den Ruf ein Pechvogel zu sein.

„Das liegt nur daran, dass ihr mich ständig in die Scheiße reitet. Aber nicht dieses Jahr. Ich bleibe hier vor der Bühne stehen und da wird mir ganz sicher nichts passieren.“

Nun, hoffen wir das Beste. Wir geben dann erstmal wieder ab an Uwe.

„Was für ein Scheißladen ist das hier eigentlich? Hier ist ja niemand sicher. Ihr habt doch wohl alle den Arsch offen. Wo ist mein Auto? Ich haue ab hier.“

Tut mir leid, Uwe, aber wir befinden uns auf einem Schrottplatz. Du kannst dir sicher vorstellen, wo dein Auto ist. Ich glaube, es ist das dritte von unten da hinten in dem Autowrackstapel.

„Ihr habt doch alle Lack gesoffen, ihr Penner. Macht euern Scheiß doch alleine hier und ruft selbst den nächsten Arsch auf die Bühne.“

Okay, der nächste ist … äh, ich habe keine Ahnung. Uwe, komm zurück! Hier weiß doch kein Mensch, was abläuft.

„Also gut. Hinter der Bühne tummeln sich ohnehin nur diese Untertassenärsche. Also bleibe ich lieber hier auf der Bühne stehen und zu mir kommt jetzt endlich mal jemand, der nicht scheiße ist, sondern ein ganz Großer seines Fachs. Hier ist Tom Savini, um den Preis für das KULTVERDÄCHTIGSTE KOSTÜMDESIGN zu präsentieren.“

„Diese Alienviecher sollen ruhig kommen. Ich habe meine Schrittwumme dabei. Ich bin heute nicht Tom, ich bin ‚Sexmachine‘. Und wenn die Pisser mir zu nahe kommen, brauchen die hinterher auch einen Maskenbildner, um ihre hässliche Visage wieder zu richten. Jedenfalls geht der Preis für das KULTVERDÄCHTIGSTE KOSTÜMDESIGN an … verdient, sie wurden schon eines Preises beraubt, aber den hier werden sie mit nach Hause nehmen: FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS!!!“

Es traut sich niemand mehr auf die Bühne, also reicht Tom … entschuldigung, ich meine natürlich „Sexmachine“ den Preis herunter zu den Leuten von „Flesh Gordon“. Sie freuen sich scheinbar sehr. Sogar das Penismonster kann seine Freude nicht zurückhalten. Glücklicherweise haben wir für den Fall, dass es regnen sollte, Regenschirme verteilt.

„Ist ja unfassbar. Hier läuft ja hin und wieder doch mal etwas ganz normal ab. Also, so normal wie man es von einer Scheißveranstaltung wie dieser erwarten kann.“

Wir haben unsere Momente, Uwe.

„Ihr habt komplett einen an der Murmel und sonst gar nichts. Lasst uns mal fertig werden hier. Als nächstes wird der CHARISMATISCHSTE CHARAKTER gekürt. Und den Preis überreicht: Uwe Boll? Wollt ihr mich verarschen? Jetzt muss ich auch noch zusätzliche Arbeit leisten hier? Ja, komm hier: Diese scheißhässliche Mülltonne geht an JON VOIGHT für sein grandioses Overacting in ANACONDA? Ein Preis für diesen Kackfilm? Na gut, Voight ist eh nicht hier, also können wir das Teil auch wegschmeißen.“

Oh, einer der Saucer Men hat sich die goldene Mülltonne geschnappt. Damit haben sie jetzt schon drei. Und ich höre gerade, dass hinter der Bühne ein Kampf zwischen den Saucer Men und dem Team von „Flesh Gordon“ entbrannt ist und sie sich um die goldene Mülltonne bekämpfen. Thorsten, du musst hinter die Bühne und davon berichten.

„Keine Chance. Ich bleibe genau hier stehen. Hier vor der Bühne bin ich sicher.“

Also gut. Da sich niemand mehr auf die Bühne traut, könntest du dann wenigstens den Gewinner für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN verkünden?

„Ich soll einen der Preise verleihen?“

Ja.

„Das ist mein großer Moment. Endlich zahlen sich all die Qualen aus. Also gut, der große Preis für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN geht dieses Jahr an einen absolut großartigen Schrottfilm, der es mehr als verdient hat, diesen hochdotierten Preis mit nach Hause zu nehmen. Und der Gewinner ist …“

Moment mal, Thorsten. Hinter der Bühne geht es drunter und drüber. Die Saucer Men haben sich den Preis von „Flesh Gordon“ geschnappt und feuern wild mit ihren Lasern durch die Gegend.

„Mir egal. Das hier ist meine große Stunde. Der SCHROTTIGSTE STREIFEN ist …“

„Erdlinge, hört her!“

Wer zum Geier spricht da?

„Ich, der Froschmutantenharemskönig. Letztes Jahr habt ihr uns besiegt, aber ich habe gesagt, dass ich wiederkomme. Und ich habe die Saucer Men mitgebracht, die ich zufällig auf meinem Weg mit meiner Rakete durchs Weltall getroffen habe. Ihr habt keine Chance. Ergebt euch.“

„Halt die Fresse, du Arsch.“

„Wer hat das gesagt?“

„Ich, Uwe Boll. Verpiss dich jetzt, damit wir hier fertig werden. Ich will nach Hause.“

„Du wirst nicht nach Hause kommen. Denn ihr werdet alle sterben.“

„Ach ja? Ich denke nicht. Leute, reißt ihnen den Arsch auf.“

Uwe Boll hat scheinbar nichts verlernt. Seine Regieanweisungen werden nach wie vor befolgt. Das ganze Publikum stürmt die Bühne und überrennt Thorsten Trümmer. Er hätte vielleicht nicht vor der Bühne stehen bleiben sollen. Ein unfassbarer Kampf entbrennt. Überall fliegen Laserstrahlen herum. Überall fliegen Stühle herum. Überall fliegen goldene Mülltonnen herum. Und da kommt der Froschmutant mit einer Kettensäge. Das könnte übel enden. Es wird langsam dunkel. Ich schalte mal die Lichtstrahler an.

KNIPS

„Nein, nicht das Licht!“

Der Froschmutant scheint nicht begeistert von dem Licht zu sein. Oh, was ist das?

„Die Saucer Men vertragen kein Licht. Warum, weiß kein Mensch und kein Froschmutant, aber es ist so. Sie sterben.“

Ja, tut mir wirklich leid. Das hatte ich nicht bedacht.

„Und jetzt bin ich ganz alleine.“

Oh oh, die Leute gehen alle auf den Froschmutanten zu. Der Froschmutant lässt die Kettensäge fallen und läuft weg. Und er läuft direkt auf eine Wand von Monstern zu. Der Riesentruthahn, das Penismonster, Big Foot mit seinem Ghettoblaster, der Trottel im Drachenkostüm. Eieiei, ein ganz schönes Blutbad. Von dem Froschmutant ist nicht mehr viel übrig.

„Sind wir dann fertig hier?“

Fast, Uwe. Wir müssen noch den Sieger für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN verkünden. Throsten Trümmer wird das vermutlich nicht mehr schaffen. Ich rufe ihm später einen Krankenwagen.

„Also gut. Der SCHROTTIGSTE STREIFEN ist THE GIANT CLAW! Kann ich jetzt nach Hause gehen?“

Ja, natürlich. Oh, der Riesentruthahn hat sich vor Freude Thorsten Trümmer geschnappt und fliegt mit ihm davon. Bin gespannt, ob wir die beiden jemals wieder sehen. Falls es nochmal die Schrott Awards geben wird, stehen die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht. Das wird die Zeit zeigen.

Advertisements

Monatsrückblick – Februar 2018

Der kurze Monat birgt durch seine Kürze auch immer das Problem, dass man weniger gucken kann. Zudem habe ich momentan jede Menge zu tun und so blieben Filme und Serien etwas auf der Strecke. Ein bisschen was habe ich aber natürlich trotzdem in den Player geschoben.

Zur Einstimmung auf den Super Bowl gab es den einzig wahren Football-Film:

LAST BOY SCOUT

Shane Black zementiert ja auch heutzutage immer mal wieder seinen Status als König der Buddy-Action-Komödie. Und dieser Film zeigt mal wieder hervorragend, warum er diesen Titel absolut verdient hat. Denn wo man heute lieber mit dem „Star und sein Sidekick“-Schema um die Ecke kommt, bei der keine Figur über die Rolle des Witzelieferanten hinaus geht, sind die Figuren hier gleichberechtigt in ihrer Schlagfertigkeit, haben einen Charakter und tragen zu gleichen Teilen zum Erfolg ihres „Auftrags“ bei.
Das funktioniert zudem so hervorragend, weil Bruce Willis und Damon Wayans eine fantastische Chemie aufweisen. Eigentlich hätte Wayans am besten nur mit Willis zusammen Filme gedreht, denn ansonsten hat er gar keine Chemie, soweit ich das beurteilen kann. Etwas nervig fällt die Tochter aus, aber auch ein Shane Black ist nun mal nicht fehlerfrei, und er hat mit „The Nice Guys“ dann Jahre später bewiesen, dass er auch so eine Figur durchaus hinkriegt, ohne dass sie nervt.
Man muss natürlich der Zeit entsprechend über Machogehabe und Fettwitze hinwegsehen, aber sowas interessiert mich ohnehin nicht die Bohne.
Also ein rundum gelungener Spaß mit coolen Sprüchen am Fließband und guter Action. Sowas konnte Tony Scott einfach. Im Endeffekt hat er dadurch auch mehr gute Filme gemacht, als sein überbewerteter Bruder.

Auf Netflix gab es im Februar das große Paramount-traut-sich-nicht-mehr-Filme-ins-Kino-zu-bringen-also-kaufen-wir-sie-einfach-von-dem-eierlosen-Pissverein-Schaulaufen. Direkt am Anfang des Monats gab es ganz überraschend:

THE CLOVERFIELD PARADOX

Na, da hat man sich ja meisterhaft alle Türen für tausend weitere Cloverfield-Filme offengehalten, bei denen man jetzt gar nichts mehr erklären muss.

ACHTUNG MINI-SPOILER vom Anfang des Films: Monster und Aliens aus allen Dimensionen und allen Zeiten können zu jeder Zeit und in jeder Dimension die Erde angreifen.

So hat man jetzt natürlich in Zukunft freie Bahn für alles mögliche Gelöt, ohne dass man in der Not wäre, zu viele Überschneidungen bringen zu müssen.
Der Rest des Films ist auch nicht einfallsreicher. Man mischt hier fröhlich alle Versatzstücke vom Space-Horror und lässt die Geschichte recht seicht vor sich hindümpeln. Die Darsteller machen auch nur das Nötigste und niemand sticht wirklich heraus. Hat mich nicht gelangweilt, aber viel mehr fällt mir dazu dann auch irgendwie nicht ein. Kann man mal gucken, wenn man das Cloverfield-Universum, oder wie auch immer man das nennen will, mag. Viel erwarten sollte man aber besser nicht.

In diesem Zusammenhang hatte ich eigentlich noch mit „Annihilation“ auf Netflix gerechnet, aber der kommt jetzt doch erst im März. Und viel mehr zu erwähnen gibt es dann auch nicht dieses Mal. Serien blieben eigentlich komplett auf der Strecke, bis auf ein oder zwei Folgen von … irgendwas. Kann mich selbst nicht mehr erinnern, also kann es so gut nicht gewesen sein. Kann eigentlich nur besser werden im März. Wobei ich auch da sicher nicht mehr Zeit haben werde. Aber mal schauen.

Insgesamt: 6

Rewatches: 1

Schrott: 2

Batman Staffel 1 Episoden 15 und 16

Er ist zurück. Batman reitet wieder. Nee, wartet. Batman reitet ja gar nicht. Batman fliegt wieder. Wobei, fliegen tut der ja eigentlich auch nicht. Batman gleitet wieder. Ja, das ist es.

STAFFEL 1 EPISODE 15 – THE JOKER GOES TO SCHOOL(VERTEUFELTE AUTOMATEN – TEIL 1)

Die Schule von Gotham City sieht abgefuckter aus, als der Rest der ganzen Stadt. Man könnte fast meinen, dass der Zerfall der Stadt in der Schule begann und dadurch dann das spätere, düstere Gotham entstand, das wir mittlerweile kennen. Und aus einem Milchautomaten kommen Silberdollar. Es kann nur ein Mann dahinter stecken: Der Joker. Warum? Was weiß denn ich. Bei Silberdollars denke ich zuerst an Two-Face. Und bei Milchautomaten an … Milkman. Aber wie man dabei auf den Joker kommt, weiß ich absolut nicht. Fragt Commissioner Gordon. Der weiß natürlich auch, wen er auf den Fall ansetzt:

BATMAN! BATMAN! BATMAN! NA NA NA NA NA NA NA NA! BATMAAAAAAAAAN!

Bruce Wayne soll Bürgermeister werden, aber daran hat er natürlich absolut kein Interesse. Deshalb vertröstet er Mr. Vandergilt auf Morgen und eilt zum Polizeirevier. Der Joker wurde wohl vor einer Woche aus dem Gefängnis entlassen und hat direkt große Anteile an einer Automatenfirma erstanden. Ich stelle jetzt mal nicht in Frage, warum der Joker aus dem Knast entlassen wird und woher er das Geld hat, diese Anteile zu kaufen.

In der Bibliothek spuckt der Kaffeeautomat ebenfalls Klimpergeld aus. Batman eilt zum Tatort und parkt sein Batmobil. Da er noch einen wichtigen Anruf erwartet, sagt er den dort anwesenden Studentinnen, dass sie ihm Bescheid geben sollen, wenn das Batmobil klingelt. Dick Grayson aka Robin ist ebenfalls in der Bücherei mit ein paar Freunden. Batman klärt sie alle auf, dass der Joker dahinter steckt, der nebenbei auch noch ein Meister der Tarnung ist und genau 50 Verkleidungen hat. Dann taucht der Joker sogar auf und Batman will ihn wegen Hausfriedensbruchs verhaften. Aber der Joker klärt alle auf, dass Hausfriedensbruch erst nach 2 Minuten in Kraft tritt und haut nach 1,59 Minuten ab. Es ist mal wieder alles absolut grandios.

Während eine Musikbox eine Cocktailbar ausräumt, kriegt Batman seinen Anruf. Bevor er losfährt, sagt er noch allen, dass sie wieder in den Unterricht gehen sollen, denn im Leben kriegt man nichts geschenkt. Diese Serie ist einfach das mit weitem Abstand beste, das jemals produziert wurde.

Joker ist in der Automatenfabrik und es wird an weiteren Automaten rumgetüftelt. Susi, die Cheerleaderin aus der Bücherei, gehört zum Joker und hat ihm die Examensarbeiten aus dem Schulsafe geklaut. Zur Belohnung kriegt sie ein Armband, einen Schal und etwas Parfüm. Damals waren die Frauen einfach viel leichter zufriedenzustellen. Was zum Kuckuck er mit den Examensarbeiten vorhat, bleibt erstmal ungeklärt.

Robin sitzt in der Bathöhle und lernt für sein Examen, als Batman zurück kommt. Da er davon ausgeht, dass der Joker etwas in der Schule vorhat, wollen sie die Schule rund um die Uhr überwachen. Susi lockt die beiden natürlich direkt in eine Falle und Batman und Robin werden mit KO-Gas ausgeschaltet. Genau 12 1/2 Minuten später sitzen sie in einem Lastwagen auf elektrischen Stühlen. Mit einem Stimmverzerrer – warum auch immer er den nutzt – erklärt der Joker, dass sie an dem Spielautomaten spielen müssen, um sich zu befreien. Bei drei Glocken sind sie frei, bei drei Zitronen werden sie mit 50.000 Volt gegrillt.

Es kommt eine Zitrone. Und eine zweite Zitrone. Wird es auch eine dritte Zitrone geben, oder kann sich das dynamische Duo noch rechtzeitig befreien? Die Antwort bringt:

STAFFEL 1 EPISODE 16 – HE MEETS HIS MATCH, THE GRISLY GHOUL (VERTEUFELTE AUTOMATEN – TEIL 2)

Es ist … Stromausfall!!! Na, das war ja nochmal knapp. Der Joker und seine Schergen hauen ab und die Polizei kann Batman und Robin befreien. Die untersuchen dann eine Tonbandaufnahme von dem Stimmenverzerrer, um herauszufinden, wer die Partner des Joker sind. Ich erwähne jetzt mal nicht, dass außer dem Joker niemand auch nur ein Wort gesagt hat. Trotzdem ist natürlich Susi auf dem Tonband. Da heute Schulfrei ist, müssen sie Susi woanders suchen. Robin weiß, wo Susi immer rumhängt. Im Süßwarenladen. Das glaubt euch doch keine Sau, dass die Cheerleaderin im Süßwarenladen ist. Die isst doch sicher nur Salat ohne Dressing.

Robin aka Dick Grayson soll sich undercover in die Gruppe von Susi einschleichen und ich kann nur sagen: Lederjacken-Dick ist einfach der Knaller. Hoffentlich taucht der noch öfter auf. Susis Freund Nick ist aber direkt klar, dass das nur eine Falle ist und schickt Dick deshalb um 3 in die Cocktailbar, um ihm dort selbst eine Falle zu stellen. Da Susi nicht darauf gekommen ist, will der Joker sie loswerden und schenkt ihr mal wieder Parfüm, das aber ziemlich sicher nicht gut riecht.

Batman und Robin warten in der Cocktailbar und werden von der Musikbox überfallen. Batman sprengt sie mit einer Batgranate. Batman hat natürlich alles vorausgesehen und jetzt müssen sie Susi retten.

Joker kriegt einen Anruf aus Las Vegas von Steve dem Schweden. Kann man sich nicht ausdenken. Joker schließt eine Wette auf das heutige Basketballspiel ab. Batman und Robin kommen zu spät und Susi wird ins Leichenschauhaus gebracht. Der Joker ist nicht sehr traurig. Er jubelt dem Basketballteam die Examenslösungen unter und jetzt dürfen sie natürlich nicht spielen und haben keine Chance mehr, das Spiel zu gewinnen. Aber da sind ja noch Batman und Robin, die alles wussten, denn Susi hat es ihnen verraten und sie haben die Examenslösungen gefälscht und es folgt BANG! BOOM! POW! Der Joker wirft zwar mit Niespulver, aber Batman hat vorher Anti-Niespulver genommen und schaltet ihn aus.

Susi muss ins Jugendgefängnis und Bruce Wayne hält noch eine Rede über das Leben und die Zukunft. Er ist quasi der Doc Brown seiner Generation. Aber vor allem ist er natürlich:

BATMAN! BATMAN! BATMAN! NA NA NA NA NA NA NA NA! BATMAAAAAAAAAN!

Fortbildung in monogamischer Burgerbrutzelei

Hier auf dem Filmschrottplatz werden ja absolut berechtigterweise die Achtziger derbe abgefeiert. Aber wie wir alle wissen, hat alles Gute auch immer seine Schattenseiten. Und in den Achtzigern wie in den Neunzigern wie in den Zweitausendern … also wie eigentlich schon immer, waren das grauenhafte Komödien, die absolut nicht lustig sind und diesen Umstand mit möglichst vielen Titten ausgleichen wollen. Was allerdings die Achtzigerkomödien von den anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass man sich aus irgendeinem Grund dachte, dass es ein marketingtechnisch genialer Schachzug wäre, diese nach Fast Food zu betiteln. Es gab Filme benannt nach Wurst im Brötchen oder nach Frikadellen. Und auch folgendes Meisterwerk der absoluten Ideenlosigkeit:

HAMBURGER: THE MOTION PICTURE – USA – 1986 – 90 Min.

Wie zu erwarten beginnt der Spaß mit Bildern von tausend Burgerbratbuden, von der eine versiffter ist als die andere, und dazu gibt es ein unfassbar grauenhaftes Hamburger-Lied, gesungen von jemandem, der sich anhört, als würde er bei der Ernährung zugunsten von palettenweise Bourbon auf Burger komplett verzichten.

Dann gehen wir aber erstmal in die Damendusche am College, denn woran denkt man, wenn man nicht gerade ans Fressen denkt? Genau: An nackte Weiber. Russell wird beim Liebesspiel mit einer Blondine unter der Dusche erwischt und direkt zur Ärztin geschickt. Er durfte sich nicht mal abtrocknen und steht jetzt mit Handtuch im Büro der Ärztin. Die ist der Meinung, dass es nicht gut ist, nur ans Ficken zu denken, deshalb will sie, dass er seine Spritze zwischen ihre Tupfer schiebt, aber der Direktor kommt rein und Russell fliegt vom College.

Die irren Eltern sind nicht begeistert und nachdem sie ihren Sohn etwas verdroschen haben, schicken sie ihn zur Busterburger University, in der man innerhalb von nur 12 Wochen lernen kann, wie man richtig Burger brutzelt. Und das absolut kostenlos. Es ist jetzt schon alles unglaublich schlimm und hirnlos. Aber man setzt noch schnell einen drauf, indem man eine alte Oma im Drive-In an einem Herzinfarkt verrecken lässt, nachdem sie von dem Typen in der Sprechanlage zur Sau gemacht wurde. Tote Omas waren in den 80ern eben ganz besonders lustig.

Oh, sie haben noch einen zweiten Hamburger-Song, der genau so scheiße ist wie der erste, aber dieses Mal von irgendwelchen Ischen gesungen wird, die klingen, als würden sie nur darauf warten, dass sie endlich eine große Bulette zwischen ihre Brötchenhälften kriegen.

Auf der Busterburger University trifft Russell natürlich direkt mal den absoluten Vollnerd, der so dämlich ist, dass man nur vermuten kann, dass er in einem Selbstexperiment sein Gehirn durch einen Hamburger ersetzt hat. Eine Nonne ist auch da, weil alle gerne Burger braten wollen. Und der Ausbilder ist selbstverständlich eine Mischung aus Saddam Hussein und Sgt. Slaughter (was ja auch irgendwie treffend ist, wenn man genauer darüber nachdenkt). Dann haben wir da noch die Einwanderin, die kein Englisch spricht, einen Knacki, der zur Burgerbratausbildung gezwungen wird, einen dicken Fatzken mit Teddybär und einen Typen, der sich für ganz besonders toll hält. Großer Spaß ist also garantiert ausgeschlossen.

Russell und der ganz besonders tolle Hecht haben ein Zimmer zusammen. Immerhin haben sie getrennte Betten, die beide wie Burger aussehen. Der tolle Hecht heißt Fred und hat alles mögliche eingeschmuggelt, von Zigaretten über Pornomagazine bis zu Kondomen. Für alles gerüstet der Typ.

Abends gibt es eine Willkommensparty von Direktor Vunk, einem alten Sack, dem alles gehört. Unter anderem auch eine junge, heiße Blondine, an die sich Fred direkt ran macht. Russell tanzt hingegen mit Tochter Vunk. Der fette Typ ist für einen Running Gag mit Elektroschocks zuständig, den ich nicht verstehe und deshalb ab hier komplett ignoriere. Genau so, wie die folgende Montage von unfassbar aufregenden und lustigen Unterrichtsstunden.

Russell muss bei Sgt. Hussein an der Burgermaschine sein Talent unter Beweis stellen, was nicht so ganz gelingt, da er Sergeant die Maschine auf Turbomodus stellt. Dafür wird Russell mit dem Gesicht in die Sauce getunkt. Sauce im Gesicht war in den 80ern ein echter Brüller.

Russell und Fred schleichen sich in die Stadt, um mal was gescheites zu essen und treffen dort die Vunk Frauen. Als Sergeant Schlachthaus vorbei kommt, müssen sich die Jungs unterm Tisch verstecken. Fred stellt fest, dass Frau Vunk kein Höschen trägt und schlabbert etwas zwischen ihren Burgerhälften rum. Sollte klar sein, dass das dann nach gefühlt drei Stunden auch mal Sergeant Schnellmerker auffällt. Zur Strafe kommen sie in die gefürchtete Saucenkabine, in der sie wehrlos mit Sauce übergossen werden.

Der Vollnerd hat sich als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt und ist jetzt ein Huhn, oder so. Ich kapiere es nicht und will auch nicht weiter darüber nachdenken, wenn ich ehrlich bin.

Oh, es gibt noch ein drittes Lied. Das Burger Buster Burgerlujah. Ich gebe auf. Das wird nichts mehr hier.

Conchita kann doch etwas Englisch und will Russell knallen. Wenn ich dem Film eine Sache zu Gute halten muss, dann die, dass die Mädels hier alle normal ausgestattet sind und nicht ausschließlich Weiber mit Monstermelonen hier rumrennen, die in zehn Jahren ganz fürchterliche Rückenprobleme haben werden. Russell zieht aber sein Monogamiegelübde knallhart durch und Conchita ist verärgert. Fred treibt es derweil mit Frau Vunk im Hubschrauber. Kurz bevor der abhebt springt noch schnell der Knasti auf, weil er sich dadurch Freiheit erhofft. Es sollte klar sein, auf wessen Auto sie versehentlich landen. General Motors ist jetzt richtig angepisst.

Der Vollnerd legt ein Ei und ich verstehe es immer noch nicht.

Russell wirft seine Monogamie jetzt doch über Bord und macht mit Tochter Vunk rum. Sergeant Keinautomehr sieht das und wir springen in die Montage zur Abschlussprüfung, die genau so aufregend ist, wie die Montage mit dem Unterricht zuvor, also lassen wir das.

Als endgültige Abschlussprüfung müssen die ganzen Saftnasen jetzt einen Buster Burger Laden für 8 Stunden schmeißen. Unter der Aufsicht von Sergeant Rotkäppchen natürlich.

Natürlich kommt der städtische Fressclub der übergewichtigen Fettärsche vorbei und man muss sich richtig ranhalten. Fette Leute waren ein absoluter Brüller in den 80ern. Um die fette Bande loszuwerden füllt man Abführmittel in ihre Shakes. Das führt aber nur dazu, dass sie die Toiletten sprengen. Und wenn ich „sprengen“ sage, dann meine ich das wortwörtlich. Also im Sinne von, die Rückwand vom Lokus explodiert.

Sergeant Affenarsch versucht natürlich durchgehend, die Prüfung zu sabotieren und gibt sich am Drive-In als Manager aus und verärgert einen Cop. Der fährt dann seine Freunde holen, während der Sergeant schon sein nächstes Ass zieht und den benachbarten Rockerclub in die Bude schickt, um diese abzureißen. Die Bullen kommen vorbei und unterstützen den Abriss.

Der Film will einfach nicht enden und der Sergeant rast auf einen Hühnertransporter zu, damit der in den Buster Burger Schuppen ausweichen muss. Haben wir es dann mal langsam hier, oder was?

Nein, Russell ist nicht bereit aufzugeben und will die Bude aufräumen. Als ob das was bringen würde. Allerdings kommt die Vunk Familie in diesem Moment angefahren. Und wie wir das ja nun mal kennen, können die Schüler noch ihren Hals aus der Schlinge ziehen. Und zwar dadurch, dass die Nonnen zufällig einen dämlichen Slogan raushaut, der Mr. Vunk gefällt. Es ist alles sowas von einfallslos. Ach so, wo wir schon dabei sind: Den Sergeant degradiert man durch einen Elektroschock von dem fetten Schüler, wodurch der Sergeant einen Shake über Mr. Vunk schüttet. Und jetzt muss er die Bude ganz alleine wieder auf Vordermann bringen.

Mit der Verleihung der Zertifikate geht die Grütze dann zu Ende und man muss schon sagen, dieser Film ist quasi die absolute Werbung für vegetarische Ernährung. Wer nach dieser Scheiße noch Bock auf einen Burger hat, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Ich gehe einen Burger essen …

Wir haben uns wieder mal ein paar Gedanken zu Objekten im Film gemacht. Dieses Mal: Der Spiegel.

Der Spiegel – eine Einleitung von Franziska von Adoring Audience Es ist diese eine Szene, die jahrelang für Kopfzerbrechen sorgte. Die Spiegelszene aus CONTACT (1997) ist wohl eine der handwerklich großartigsten Spiegelszenen in der gesamten Filmhistorie. Spiegel finden sich immer wieder in Filmen. Spiegel werden zerbrochen, bilden ein Portal in eine andere Welt oder zeigen…

über Filmische Objekte: Der Spiegel — Adoring Audience

Unterwasserforschung am lebenden Objekt

Guillermo del Toro ist ja wohl eindeutig ein großer Fan von Fischmutantenfilmen. Also so wie ich. Wir hatten hier ja schon einige Mutationen, was Mensch gekreuzt mit Meeresbewohner angeht. Wer erinnert sich nicht mit großer Freude an den Jellyfishman und den grandiosen Jellyfish-Song? Nun kommt also del Toros „The Shape Of Water“ in die Kinos. Also in manche. Hier im Umkreis natürlich nicht, denn sonst könnte ich mir den ja angucken. Aber gut, da ich mit den Kinos ohnehin abgeschlossen habe, die sich einfach mal derbe ficken und von mir aus alle den Bach runter gehen können, muss ich eben andere Fischmutantenfilme gucken. Mal schauen, was dieser hier so kann:

KAITEI DAISENSO – THE TERROR BENEATH THE SEA – Japan – 1966 – 79 Min.

Die NAVY führt ihr neues Torpedo-U-Boot „Bloodhound“ vor und ich muss schon sagen, der Presseraum ist schon eine grandiose Abstellkammer. Passen ganze 10 Leute rein. Jedenfalls erklärt der Kommandant, dargestellt von Franz Gruber, dem Bruder von Hans, dass das U-Boot unbemannt ist und ferngesteuert wird. Und so nebenbei besteht eine zwanzigprozentige Chance, dass sie die KI des Boots gegen die Menschen stellt, aber darum sollte man sich keine Sorgen machen. Was mich mal interessieren würde: Wer taucht eigentlich neben dem U-Boot her, um das alles zu filmen, damit sich die Presse das alles auf einem Monitor angucken kann? Und wie viele Kameras haben die vorher unter Wasser installiert, damit man auch noch mehrere Kameraeinstellungen bieten kann?

Die Torpedos treffen dann das eigene U-Boot und zwischendurch schwimmt noch ein undefinierbares Schwimmobjekt durchs Bild und niemand weiß, was das wohl war. Spannend.

Sonny Chiba, dem ein oder anderem hier vielleicht bekannt als Hattori Hanzo aus „Kill Bill“, spielt Ken und er war bei der grandiosen Vorführung anwesend. Zusammen mit Jenny, gespielt von Peggy Neal in ihrem ersten Film von insgesamt drei, geht er tauchen und Jenny verliert ihre Kamera. Macht aber nichts, denn kurz darauf findet sie sie wieder. Und mit „kurz darauf“ meine ich, nach gefühlt 10 Minuten völlig uninteressanter Tauchszenen, in denen absolut gar nichts passiert, außer, dass die Musik nervt ohne Ende. Und dann kommen die Fischmutanten und erschrecken Jenny zu Tode.

Leider ist der einzige Beweis für die Existenz der Fischmutanten auf ihrer Kamera, die sie dooferweise erneut verloren hat und so glaubt ihr keine Sau auch nur ein Wort. Eindeutiger Fall von Sauerstoffmangel lautet die Diagnose. Könnte man natürlich auch über den ganzen Film sagen, aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Der Plan ist klar: Ken und Jenny gehen wieder tauchen und suchen die Kamera. Aber natürlich finden sie nur die Fischmutanten und werden entführt.

Die NAVY sucht die Vermissten und findet die Kamera. Was für ein Zufall. Offensichtlich findet hier niemand, wonach er sucht, aber jeder findet irgendwas. Nachdem die NAVY das Bild des Fischmutanten gesehen hat, ist die Lage klar: Seek & Destroy. Dann gibt es doch einen Umschwung und man macht einfach gar nichts. Der Kommandant kann es nicht fassen und will trotzdem tauchen gehen, darf aber nicht.

In einem Labor wird Kens Hirn gescannt und ich frage mich gerade, wer die Leute da sind. Das sind ja normale Menschen. Wo sind die geilen Fischmutanten hin? Der Anführer mit der Sonnenbrille heißt Dr. Rupus Moore und er lebt hier in einer Unterwasserstation, in der er das Leben der Zukunft plant und dazu gehören offenbar auch Fischmutanten. Ken soll ihm bei Forschungen helfen, hat aber mal so gar keinen Bock. Um ihn doch zu überzeugen, darf er bei der Fischmutation eines Menschen zugucken und da zieht man wirklich alle Register der Stop-Motion, die man für 5 Mark so auftreiben konnte.

Eine Viertelstunde später, ist die Mutation dann auch mal fertig und Dr. Moore zeigt, was die Fischmutanten, oder wie er sie nennt „Cyborgs“, so können, indem er ihnen über Computer Befehle wie „arbeiten“ und „kämpfen“ gibt. Und was für ein Kampf es ist. Wie zwei Fische, die an Land zappeln.

Die NAVY findet einen ganzen Haufen von radioaktiven Fässern unter Wasser und … keine Ahnung. Man fährt wieder zurück.

Ken und Jenny starten einen grandios ausgeklügelten Fluchtversuch. Also, man läuft einfach los. Es sollte klar sein, wie erfolgsversprechend das ist. Nebenbei haben die Fischmutanten auch noch einen Professor von der NAVY entführt und jetzt haben die natürlich so richtig Bock, denen in den Arsch zu treten.

Jenny wird zur Mutantin gemacht und das kann eigentlich nur bedeuten, dass ich mir die grandiosen 5-Mark-Effekte noch mal angucken darf. Mann, Jenny verkraftet es gar nicht gut, dass ihr gerade die Haut weggammelt. Ken hingegen ist irgendwie die Ruhe in Person. Als hätte er noch nie was anderes als weggammelnde Haut bei seiner Freundin gesehen. Aber gut, wer weiß schon, wie weit die Beauty-Industrie damals war. Vielleicht gehörte weggammelnde Haut auch einfach zum Alltag.

Tara, tara, die NAVY ist da. Und natürlich ballern sie Torpedos auf die Station, ohne vorher irgendjemanden daraus zu retten. Dr. Moore hat allerdings die besten Abwehrmechanismen am Start und wehrt den Angriff locker ab. Aber es entbrennt ein Unterwasserkampf unglaublichen Ausmaßes und dabei nehmen sowohl U-Boot als auch Unterwasserstation erheblichen Schaden. Dummerweise geht auch der Computer kaputt, mit dem die Fischmutantencyborgs gesteuert werden und die laufen jetzt Amok. Dadurch fliegt dann ein Großteil der Station in die Luft.

Die NAVY sieht das und der Kommandant hat natürlich den Plan der Pläne: „I’m going in!“ Immerhin haben sie die Gewaltgeilheit des Militärs ganz gut eingefangen hier.

Nach einigen weiteren fantastischen Kampfszenen zwischen Mensch und Fischmutant wollen Ken, Jenny und der Professor aus der Basis fliehen, was zu weiteren fantastischen Kampfszenen zwischen Mensch und Fischmutant führt. Und dann zu Kampfszenen zwischen Mensch und Mensch, als man noch schnell Dr. Moore erledigt. Durch dessen Fluchtfahrstuhl verlässt man dann die Station, aber Jenny fällt in die Hände von irgendeinem anderen Typen und den muss man dann auch noch schnell umkloppen. Sekunden bevor die Station in die Luft fliegt, kann man sich mit einer Rettungskapsel in Sicherheit bringen und wird von der NAVY aus dem Wasser gefischt.

Spaßiger Spaß mit Fischmutanten. Herrliche Kämpfe, grandiose Effekte, beknackte Story. Was will man mehr? Ich gehe meine Fische füttern …

Geheiminfiltration in unbequemer Nachbarschaft

Na, mal wieder so richtig Bock auf einen wilden Mix aus tausend Filmen, die geil sind, verwurstet zu absolut grandiosem Quatsch? Dann seid ihr heute genau richtig hier auf dem Filmschrottplatz. Denn heute gibt es eine wunderbare Mischung aus Granaten wie „Escape From New York“, „Running Man“ und „Mad Max“. Also alles, was ein guter Film braucht.

NEW CRIME CITY – USA – Peru – 1994 – 86 Min.

Es ist das Jahr 2020 und ein Erdbeben hat die Stadt Los Angeles in Schutt und Asche gelegt. Durch Nahrungs- und Wasserknappheit haben Aufstände die Stadt ins absolute Chaos gestürzt. Donald Trump ist Präsident, was will man also auch anderes erwarten. Okay, in dieser Zukunftsvision ist er es vermutlich nicht, denn so geisteskrank waren nicht mal die Neunziger. Aber mal schauen, wie LA in 2 Jahren so aussieht. Jedenfalls wurde ein Teil der Stadt abgeschottet und mit elektrischen Barrieren umzäunt, um die Bewohner in diesem Bereich zu halten. Offiziell heißt dieser Bereich „Southeast L.A. Internment Zone“, aber besser bekannt ist der Name: New Crime City. Wissen wir ja jetzt alle bescheid, also kanns losgehen. Ich finde ja nebenbei diese „Tell don’t show“ Attitüde bestehend aus schlichten Texttafeln immer ganz angenehm. Anstatt 20 Minuten mit sinnlosem Rumgedödel zu verschwenden, kann man so direkt in die Geschichte einsteigen. Macht heute irgendwie auch keiner mehr. Ein weiterer Grund, warum neue Filme meist scheiße sind.

Ein paar Bilder von der Verwüstung, die das Erdbeben hinterlassen hat und den anschließenden Aufständen, kriegt man aber doch zu sehen und da es sich dabei offensichtlich um Originalaufnahmen von irgendwas handelt, bringt der anschließende Cut zum eigentlichen Film direkt mal einen erheblichen Verlust der Bildauflösung mit sich. Stellt euch vor, ihr guckt eine BluRay an und mittendrin kommt eine Szene, die direkt von der VHS übernommen wurde. So ungefähr sieht das aus. Mit anderen Worten: Wie die beschissene BluRay-Version von „Jurassic Park“.

Anthony Ricks, dargestellt von Rick Rossovich, den der ein oder andere hier sicher als den Stecher von Sarah Connors Mitbewohnerin in „Terminator“ kennt, ist ein ehemaliger Cop, soll in der Gaskammer hingerichtet werden. Aber Wynorski, gespielt mit Akzent von Stacy Keach, kommt noch kurz vorbei, um sich zu verabschieden und hat nach der – für die Medien erfolgreich dargestellten – Hinrichtung ein Angebot für ihn. Er soll sich nach New Crime City begeben, um ein Virus sicherzustellen, dass von einem Typen namens Ironhead entwickelt wurde, bevor der damit Schaden anrichten kann. Natürlich hat er nur bestimmte Zeit, sonst fliegt er durch eine Bombe an seinem Knöchel in die Luft und New Crime City wird weggebombt, damit das Virus nicht freigesetzt werden kann. Man kennt das ja.

Zusammen mit anderen „Abgeschobenen“ geht es durch einen Tunnel nach New Crime City, wo direkt die Irren angreifen und quasi jeder stirbt außer Ricks. Dann kommt Ironhead in seinem karierten Sakko vorbei und alle Irren hauen ab. Hat scheinbar einen schlechten Ruf der Vogel. Er sucht ein paar Leute aus, die er mitnimmt, der Rest wird erschossen. Ricks hat sich derweil versteckt gehalten und latscht jetzt alleine durch die verwüstete Stadt. Er trifft Darla, grottenschlecht gespielt von Sherrie Rose, die aus irgendeinem Grund trotz ihres nicht vorhandenen Talents immer noch im Geschäft ist. Die beiden schließen sich zusammen, weil Ricks ihr verspricht, sie aus der Zone rauszuholen.

Wynorski telefoniert mit irgendjemandem und es ist klar, dass er etwas Zwielichtiges im Schilde führt. Spannung und so.

Ricks und Darla wollen Waffen von Carlos besorgen, weil in solchen Filmen der Waffenhandel immer von einem Typen namens Carlos geleitet wird. Das geht recht einfach und anschließend klaut man einer Gang von Vollidioten das Auto, was fast genau so einfach ist, da Ricks sich als absoluter Scharfschütze herausstellt. Aber dann kommt Juice, Exstecher von Darla, angefahren und es gibt Probleme. Denn wie das so üblich ist, nimmt Juice die beiden mit auf ein schlechtes Rockkonzert von untalentierten Saftnasen, damit ihnen die Ohren abfallen. Damit sie sich diese nicht zuhalten können, werden sie an Zäune gekettet und Darla muss auch noch einen Sado-Maso-Fummel anziehen. Juice ist ein echter Held der Massen und brutzelt mit seinen Elektrostäben ein paar Leute weg, bevor dann Ricks und ein anderer Typ bis zum Tode gegeneinander kämpfen müssen. Ihr wisst schon, wie in der Donnerkuppel. Ricks macht kurzen Prozess und in der Donnerkuppel war das alles irgendwie spektakulärer. Etwas aufregender ist dann schon der anschließende Kampf gegen Juice und seine Elektrostäbe, aber so richtig Donnerkuppel war das jetzt auch nicht. Der Sieger sollte klar sein.

Ricks und Darla hauen dann ab und klauen noch ein Auto. Es folgt eine Wahnsinnsverfolgungsjagd mit Juices Strandbuggys, bei der man komplett auf größere Karambolagen verzichtet, denn Autos verschrotten kann schließlich jeder. Zwischendurch wird noch schnell getankt und eine Nonne aufgegabelt, mit der man dann zu einem Kloster oder so fährt. Da sind alle irre, deshalb hauen sie wieder ab. Okay, das war erstmal komplett sinnlos.

Wynorski telefoniert mit der Präsidentin und verliert gegen den Computer im Schach.

War wohl doch nix mit dem Abhauen und Ricks liegt gefesselt im Klosterkeller. Er soll wohl geschlachtet werden und der Plan für Darla lautet wohl Versklavung. Aber Maria befreit Ricks und erklärt, dass sie auch gefangen genommen und gezwungen wurde, ihren eigenen Mann zu essen. Ricks befreit Darla und ich kann nur sagen, dass Kannibalenmönche auch nicht mehr das sind, was sie mal waren.

Ricks erzählt Darla, dass er eine Tochter hatte, aber sie und seine Frau sind tot. Darla ist die Definition des Mitgefühls und sagt, dass sie das schade findet, denn sie hätte gerne jemanden, der es wert wäre, verloren zu werden. Ich lasse das mal so stehen.

Ironheads Gebiet ist nicht bewacht, da sich niemand mit ihm anlegt. Den Typen mit seinem Campingwagen an der Straße und dem Gewehr in der Hand hat man offensichtlich nicht in die Rechnung mit einbezogen und Ricks wird angeschossen. Nach der Verarztung wird natürlich rumgevögelt, während der gleiche Soundtrack läuft, den man hier auch für die Actionszenen nutzt. Ich weiß nicht, was mir das sagen soll. Immerhin ist Ricks schnell fertig.

Um in Ironheads Hauptquartier zu kommen, gibt man vor, dass Ricks Darla als Versuchskaninchen ins Labor bringen will. Also genau der gleiche Plan wie in „Hell Comes To Frogtown“. Wenn man schon klaut, dann wenigstens bei den richtig geilen Streifen. Natürlich dauert es genau drei Sekunden, bis man wieder mal gefesselt in der Ecke sitzt. Der Wizard, gespielt von Denis Forest, nicht bekannt aus „Cliffhanger“ und „Eraser“, ist Ironheads Chemiker und ein alter Bekannter von Ricks. Er will weg von Ironhead und sich mit Ricks zusammenschließen. Er verrät ihnen, was er weiß und das Ironhead das Virus mit einer Rakete von einem hohen Gebäude abschießen will.

Also muss man zu einem hohen Gebäude, was irgendwie nicht nach einem durchdachten Plan klingt. Um mehr zu erfahren, stellt Ricks im Labor dann Ironhead, während Darla den Wizard wegbringen soll. Der Plan war ebenso wenig durchdacht, denn Darla wird natürlich zum tausendsten Mal in diesem Film gefangen genommen und Wizard hat natürlich nur Scheiß erzählt und steht doch auf der Seite von Ironhead.

Darla soll natürlich Ironheads Sexsklavin werden und Ricks muss im großen Strandbuggylanzenrennen antreten. Da Ironhead mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, gibt es dann wieder Autoverfolgungsballerasction ohne jegliche Blechschäden. Oh, doch da, ein Überschlag. Und noch einer. Mörderaction hier.

Mit nur noch 5 Minuten auf der Uhr, bevor die Bombe hochgeht, verfolgt Ricks Ironhead auf ein Dach, der sich dabei verhält, wie ein Endboss aus einem Computerspiel und immer wieder dämlich lacht, während er auf seinen Verfolger wartet. Aus irgendeinem Grund kotzt er dann orangenes Zeug aus und stirbt. Ricks entschärft die Bombe und hat das Virus. Er ruft Wynorski an und der will trotzdem die Bombe zünden. Das geht aber nicht, also verspricht er Ricks alles was er will, wenn er ihm das Virus gibt.

Wynorski fliegt mit seinem Hubschrauber los und trifft sich mit Ricks auf dem Dach. Wynorski will Ricks natürlic verarschen, aber der schießt die Rakete ab. Dann trinken beide was vom Gegenmittel, oder so. Ich raffs nicht ganz. Ah, Wynorski kaspert ab und kotzt vermutlich gleich orangenes Zeug aus. Aber was hat Ricks dann gesoffen? Ich checks nicht. Aber wen interessiert es schon. Sinn sucht man hier ja eh vergeblich.

Durchaus unterhaltsamer Spaß, der überall kopiert und sich meist genau bei den schlechten Sachen bedient. Ich gehe mir einen Chemiker suchen …

Monatsrückblick – Januar 2018

Für den Dezember gab es keinen Rückblick, einfach weil ich in dem Monat gerade mal 5 Filme gesehen hatte und diese auch alle entweder bereits auf dem Filmschrottplatz aufgetaucht sind oder es noch werden. Also geht es weiter mit dem Januar, wo wieder mehr los war was Filme angeht.

Zum Jahresstart kam mir der Gedanke, dass es ja eigentlich der perfekte Zeitpunkt ist, um mal wieder ein bisschen durch die Zeit zu reisen. Schließlich spielt Zeit zu keinem Zeitpunkt im Jahr so eine große Rolle wie beim Jahreswechsel. Behaupte ich jetzt zumindest einfach mal so. Und deshalb gab es nach langer Zeit mal wieder:

BACK TO THE FUTURE – ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Eigentlich muss man zu diesem fantastischen Streifen ja gar nichts mehr sagen. Bis ins kleinste Detail ist hier einfach alles hervorragend durchdacht, man wird immer wieder angeteast auf Dinge, die später noch wichtig werden und die ganze Story ist einfach unglaublich rund für eine Zeitreisegeschichte. Klar, wenn man nach Logiklücken sucht, findet man sie auch, aber hier muss man sich bei der Suche schon sehr anstrengen. Und wenn man dann was findet, sind es auch eher Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass George und Lorraine scheinbar nicht im Geringsten verwundert darüber sind, dass ihr Sohn genau so aussieht, wie „Calvin Klein“ aus der Vergangenheit. Und warum können eigentlich die ganzen Schüler in 1955 so grandios zu Johnny B. Good tanzen, wenn sie sowas vorher noch nie gehört haben?
Zudem ist der Cast über jeden Zweifel erhaben und überzeugt einfach zu jeder Sekunde. Ob in der alten oder der jungen Version, in der alle außer Marty McFly auftreten.
Dazu dann guter Humor und ein bisschen Action und man hat einen meisterhaften Blockbuster.

BACK TO THE FUTURE PART II – ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 2

Wenn man den Fehler macht und sich bei einem Zeitreisefilm von den Logiklöchern den Spaß verderben lässt, dann dürfte man hier gewaltige Probleme kriegen. Während sich im ersten Teil die Fehler eher auf Kleinigkeiten bezogen, die für die Story nicht relevant sind, bietet dieser Streifen ein gewaltiges Plothole, das größer ist, als jedes Paradoxon, das so eine Zeitreise mit sich bringen kann. Aber gut, wenn man eben mehrmals in der Zeit hin und her springt, lässt sich das einfach kaum vermeiden. Und wenn man darauf scheißt, so wie ich, dann hat man trotzdem einen Riesenspaß mit dem, was der Film sonst so zu bieten hat.
Die Darsteller sind wieder über jeden Zweifel erhaben und dieses Mal darf Michael J. Fox als Ausgleich dafür, dass er in Teil 1 der einzige war, der nicht in verschiedenen „Rollen“ zu sehen war, gleich mehrere McFly-Versionen verkörpern. Und Thomas F. Wilson darf hier mal so richtig Gas geben in all seinen Verkörperungen, was einfach nur eine pure Freude ist. Schade ist natürlich, dass man damals Crispin Glover nicht wieder verpflichten konnte, um noch ein paar weitere Georges zu zeigen, aber der Mann hat nun mal seinen eigenen Kopf.
Die Zukunft wirkt aus heutiger Sicht natürlich etwas schwachsinnig, aber das macht ja gerade den Spaß bei solchen Visionen aus.
Ansonsten kriegt man aber wieder den geballten BTTF-Spaß, für den man Teil 1 auch schon so liebt. Insgesamt ist diese Fortsetzung also nur geringfügig schwächer als der Vorgänger und einfach hervorragende Unterhaltung. Geschichte wiederholt sich eben, wie dieser Film auch in vielen Szenen zeigt.

BACK TO THE FUTURE PART III – ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 3

Für mich der schwächste Teil der Reihe. Das liegt zum einen daran, dass die Lovestory vom Doc und Clara doch sehr dröge ist und ich mit dem Westernsetting nicht so viel anfangen kann. Aber trotzdem ist das hier immer noch ein toller Film. Nachdem man im zweiten Teil wirklich alle Register gezogen hat und quer durch die Geschichte und zurück reist, holt man hier alles wieder etwas auf den Boden zurück und konzentriert sich auf ein Setting. Zudem steht Doc Brown hier im Mittelpunkt des Konflikts, was noch mal zusätzlich Abwechslung rein bringt.
Insgesamt also ein runder Abschluss der Trilogie, der in meinen Augen ein paar Pacing-Probleme mit sich bringt und zeitweise etwas zäh daher kommt. Dafür ist es aber sogar irgendwie der lustigste Vertreter der Reihe. Aber eine Frage bleibt am Ende offen und die stelle ich mir seit ich den Film zum ersten Mal gesehen habe: Wie zum Kuckuck hat Doc im Jahr 1885 aus der Lokomotive eine Zeitmaschine gebaut?

Dann hab ich mich mal etwas mit spanischen Produktionen auf Netflix beschäftigt.

CONTRATIEMPO – DER UNSICHTBARE GAST

Wenn man mal darüber hinwegsieht, dass die Täter in diesem Thriller, bei dem Versuch, sich unverdächtig zu verhalten, sich selbst einfach so unglaublich verdächtig machen, dass es schon fast weh tut, aber erstmal keiner um sie herum rafft, dass sie die Täter sind, was schon haarsträubend schwachsinnig ist, kriegt man hier einen durchaus unterhaltsamen Film, mit vielen Wendungen und guter Spannungskurve. Sinn und Unsinn darf man bei sowas halt einfach mal nicht hinterfragen, sonst zerstört sich das Konstrukt direkt von selbst. Wenn man darüber hinwegsehen kann, kriegt man aber einiges geboten und wird bis zur letzten Sekunde gut ins Grübeln gebracht, was denn jetzt eigentlich genau passiert ist. Das Ende selbst ist dann zwar nicht so der Knaller und sowas in die Richtung hatte ich mir schon gedacht, aber darüber kann man nach der arg konstruierten Geschichte auch hinweg sehen.

EL BAR – FRÜHSTÜCK MIT LEICHE

Irgendwelche Honks sitzen in einer Bar fest, während draußen ein Virus umgeht, oder so. Die Leute in der Bar sehen zum Teil auch schon ganz krank aus. Das hat aber scheinbar nichts mit der Geschichte zu tun, sondern einfach damit, dass sie so aussehen. Und auch sonst sieht man hier nicht viel, was irgendwie interessant wäre. Und hört auch nichts, was irgendwie interessant wäre. Die Charaktere sind ziemlich uninteressant, was natürlich schwer wiegt, wenn es gerade um diese und ihr Verhalten untereinander geht. Die Dialoge sind auch einfach nur extrem konstruiert, um mal schnell einen Konflikt hinzubasteln, der dann auch im Nichts mündet. Die Versuche, hin und wieder Humor einzustreuen scheitern auch ziemlich kläglich. So dümpelt das dann also fast zwei Stunden dahin und wird mit jeder Szene langweiliger, bis dann das Ende kommt, das auch einfach komplett Nichtssagend ist. Einfach nur belanglos das Ganze.

Dann habe ich endlich mal einen Film nachgeholt, der schon sehr lange auf meiner Liste stand:

THE MAJESTIC

Carrey ist natürlich wie immer großartig, wird aber hier von Landau noch in den Schatten gestellt, der einfach absolut fantastisch ist. Bruce Campbell rockt selbst in einem 5 Sekunden Cameo als Sandpirat. Dazu gibt es einen der dämlichsten Autounfälle, die ich jemals bestaunen durfte und eine Verwechslungsgeschichte, die jetzt nicht gerade Innovation an allen Ecken bietet, aber solide funktioniert. Dazu wirkt der Film herrlich altmodisch in seinem Stil und ist im Verbund mit der Story um das titelgebende „Majestic“ eine Liebeserklärung an das Kino bzw. den Film an sich. Das Ende zieht sich dann zwar wie Kaugummi und verkommt im absoluten Pathos, aber bis dahin macht der Film eigentlich nichts verkehrt. Der Streifen ist sicher kein Meisterwerk, aber dass er scheinbar komplett untergegangen und mittlerweile fast aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden ist, hat er absolut nicht verdient. Frank Darabont kann offensichtlich mehr, als nur Stephen King zu verfilmen.

Und Musik (naja, im  engeren Sinne) gab es auch noch:

THE POLKA KING

Wie schafft man es, einen Film mit Jack Black als Polkafritze, der seine Fans bescheißt, zu verkacken? Fragt die Netflix Filmabteilung, die kriegt alles kaputt. Mal ernsthaft, es ist ja schön und gut, dass Netflix bei seinen Produktionen niemandem reinlabert, aber hin und wieder (und vor allem bei ihren Filmen) wäre es doch mal sinnvoll, vorher mal ins Drehbuch zu gucken und vielleicht mal die ein oder andere Anmerkung zu machen.
Ein weiterer, mit viel Wohlwollen, durchschnittlicher Streifen des Streamingdienstes. Jack Black gibt zwar alles, aber das reicht halt auch nicht, um den Film zu retten. Einziges Highlight ist Jason Schwartzman an der Flöte. Der geht richtig ab. Sonst aber leider nichts so wirklich in dem Streifen.

Insgesamt: 17

Rewatches: 3

Schrott: 5

Bei den Serien gab es die zweite und leider wohl auch letzte Staffel „Dirk Gentlys Holistic Detective Agency“, die wieder ein großer Spaß war, auch wenn mir die Story weniger gefallen hat, als in der ersten Staffel.

Und dann noch die achte Staffel „Shameless“, die ebenfalls wieder gut war, auch wenn mir teils die Figuren etwas zu sehr in den immer gleichen Handlungen fest hängen. Dafür hat man für andere dann doch immer noch neue Ideen, die auch immer irgendwie organisch und nicht aufgezwungen wirken. Man sollte aber vielleicht langsam mal zumindest ein Ende anstreben, auf das man hinarbeiten kann. Es grenzt ohnehin an ein Wunder, dass man auch nach acht Jahren immer noch so eine tolle Serie fabriziert.

Aufgehobene Beschränkung von Themengebieten durch räumliche Dacherweiterungen

So, nach kleiner Winterpause geht es weiter mit dem Schrott hier. Und wir beginnen das schrottige Jahr mit dem Magnus Opus des Schrottfilms. Und ich muss schon sagen, ich erwarte eine ziemlich großer Herausforderung, diesem Streifen hier gerecht zu werden. Normalerweise schreiben sich die Berichte hier ja fast von selbst. Aber hier muss man wohl wirklich ins Detail gehen, denn der heutige Film trieft nur so vor Schrott. Passend zum Kinostart von „The Disaster Artist“ handelt es sich natürlich um den Knaller schlechthin:

THE ROOM – USA – 2003 – 99 Min.

Irgendwie ist ja der Anfang schon bemerkenswert. Wir sehen eine Brücke irgendwo in Amerika und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um ein Foto handelt. Und dann wird groß der Titel THE ROOM eingeblendet. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen Raum zu zeigen? Der Film heißt schließlich nicht THE BRIDGE und es würde mich doch stark wundern, wenn diese Brücke irgendeine Rolle in diesem Streifen spielt. Genau so wenig übrigens wie der Bootsteg, die Insel und das Meer, die man anschließend zu sehen kriegt. Immerhin ist es aber kein Stillleben.

Ah, die Stadt. Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Eine Straßenbahn. Ist das San Franciso? Und ist das überhaupt wichtig? Sicher nicht, also kommen wir lieber zum eigentlichen Film:

Tommy Wiseau kommt nach Hause zu seinem blonden „Babe“ und hat ihr ein Geschenk mitgebracht. Die darstellerischen Abgründe, die hier zum Tragen kommen, entfalten sich bereits, aber es wird wie wir alle wissen noch viel schlimmer werden. Das Geschenk ist ein rotes Kleid. Johnny, so Wiseaus Name hier, ist natürlich der gefeierte Held bei seinem „Babe“ Lisa, die das Kleid auch direkt anprobiert. Johnny findet, dass sie super aussieht, könnte aber nicht gelangweilter wirken.

Denny kommt rein und findet Lisa auch hot und wird dann von den Beiden stehen gelassen, weil sie zusammen nach oben gehen. Denny isst einen Apfel und geht hinterher, um die lahmste Kissenschlacht aller Zeiten zu unterbrechen, was alle ganz besonders lustig finden. Also sind die jetzt in einer Dreierbeziehung, oder ist Denny einfach nur ein perverser Beischlafunterbrecher, der Äpfel isst und dann mit Kissen auf Blondinen einprügelt? Ah, er würde gerne zugucken. Johnny meint aber, „2 are great, but 3 is a crowd“. Hat der denn nicht zugehört? Denny will nur zugucken. Also ist er das Publikum. Hoffentlich hat er noch nen Apfel in der Tasche. Denny versteht aber, dass die beiden alleine sein wollen und muss sowieso noch Hausaufgaben machen. Äh, wie alt ist der denn? Also ist er nicht nur pervers, er ist auch noch minderjährig. Irgendetwas eigenartiges geht hier vor sich. Oder es hat einfach keine Sau darüber nachgedacht, als man den Quatsch hier gedreht hat.

Die folgende Montage aus Kissenschlacht, Tanzen, Bettgekicher und Rumgeknutsche unterlegt von Schnulzenmusik ist das pure Grauen und viel zu lang. Und sie führt natürlich zu absolut gar nichts. Und wo kommt dieses Wasser her? Soll das andeuten, dass es draußen regnet, oder haben die einen Wasserfall im Schlafzimmer? Die Darstellerin hat für diesen Quark sogar ihre Tüten gezeigt, was sie sicher bis heute bereut. Anschließend wird gepennt und Tommy hatte nach dem Dreh sicher tierische Nackenschmerzen. Kein Mensch liegt so verdreht in seinem Bett.

Der Wecker klingelt und Johnny steht auf, um an einer Rose zu riechen. Diese Figuren sind definitiv komplett aus dem wahren Leben gegriffen. Jeder riecht ja morgens erstmal an einer Rose, bevor er zur Arbeit geht.

Lisas Mutter kommt zu Besuch und erklärt ganz genau, was in dieser Szene passiert. „Lass uns zur Couch gehen.“ Sie gehen zur Couch. „Lass uns hinsetzen.“ Sie setzen sich hin. Mama fragt, was es Neues gibt und Lisa platzt direkt damit heraus, dass sie Johnny arschlangweilig findet. Mutter ist entsetzt, denn Johnny ist wundervoll und wird bald befördert. Den kann man doch nicht einfach so in den Wind schießen. Lisa ist überzeugt und damit ist das erstmal durch und Mama muss wieder abhauen, weil sie ja schon ganze 2 Minuten da war. Johnny sollte ihr von seinem vielen Geld mal einen Terminkalender kaufen, damit sie nicht immer so in Eile ist.

Lisa ruft ihren Stecher „Baby“ an, der von Greg Sestero gespielt wird und Mark heißt. Immerhin haben hier alle einen Namen, sonst würden die ganzen „Babys“ noch zu Verwirrung führen. Lisa erklärt ihm, dass ihre Mutter eine Schlampe ist, die ihr Leben bestimmen will und verabredet sich am nächsten Tag mit Mark. Es ist scheinbar direkt der nächste Tag, denn Mark kommt vorbei und Lisa ist megascharf auf ihn und will ihn mit Wein abfüllen, während sie sich auszieht. Mark braucht einen Moment, um zu kapieren, was hier los ist. Spätestens als Lisa ihn „Lover Boy“ nennt, sollte der Groschen fallen. Mark ist Johnnys bester Freund und hat deshalb Bedenken, ob das hier richtig ist und will gehen. Aber Lisa liebt ihn und will Johnny nicht heiraten. Ein bisschen rummachen geht bei Mark wohl immer und es folgt die nächste Montage des Grauens mit Schnulzenmusik.

Johnny geht Rosen kaufen und ist verantwortlich für die großartigste Blumenladenszene, die jemals auf Zelluloid gebannt wurde. Ein halbes Dutzend Sätze innerhalb von 20 Sekunden runtergerattert und auch noch den Hund gestreichelt. Das ist Timemanagement im Film. Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Das Einsteigen ins Auto dauert länger, als die ganze Szene im Laden. Muss man auch erstmal schaffen.

Lisa bestellt Pizza und dann kommt Denny vorbei, der jetzt klingelt. Vorhin ist er noch einfach reingelatscht. Da Johnny nicht da ist, will er Lisa küssen, aber die will nicht, dabei ist sie doch sonst auch eine Nutte. Vielleicht hat man sich doch Gedanken um die Minderjährigjkeit gemacht. Denny haut wieder ab. Johnny kommt mit den Blumen nach Hause und hat die Beförderung nicht gekriegt und ist echt traurig. Lisa hat eine super Idee und macht Drinks fertig, obwohl Johnny gar nicht trinkt. Aber er kommt schnell auf den Geschmack und das Besäufnis kann beginnen. Die Figuren besoffen macht die Sache irgendwie erträglicher. Die hätten die ganze Zeit saufen sollen.

Es wird mal wieder Zeit für eine Sexmontage mit Schnulzenmusik. Das ist jetzt die Dritte und der Film läuft gerade mal 26 Minuten. Ich muss mich hier noch auf einiges gefasst machen, fürchte ich. Immerhin ist diese Montage recht kurz.

Lisa organisiert eine Party für Johnnys Geburtstag. Mama ist auch eingeladen und palavert was von ihrem Haus, das ihr Bruder haben will, oder so. Es wird sicher absolut keine Rolle mehr spielen. So, wie Mutter es rüberbringt, wird ihre Brustkrebsdiagnose auch nicht mehr wichtig werden. Sie könnte es wohl nicht weniger interessieren. Selten hat jemand so gelangweilt auf eine Krebsdiagnose reagiert. Fehlt nur noch das Schulterzucken. Lisa erklärt dann, dass Johnny sie geschlagen hat, aber Mutter meint, dass er ihre finanzielle Absicherung ist, da kann man sich auch mal verwemsen lassen. Diese Dialogszenen sind absolut fantastisch. Siebzig Themen in 2 Minuten gequetscht ohne Zeit für irgendeinen Übergang zwischen den Themen zu verschwenden.

Wer sind denn die beiden jetzt? Irgendein Typ und eine Frau mit Schokolade. Ich sehe schon die vierte Sexmontage vor mir. Die bleibt aber zum Glück aus, denn Lisa und Mama kommen nach Hause und Mutter fragt zu Recht, wer diese „Charaktere“ sind. Lisa erklärt, dass Mike und Michelle gerne ihre Hausaufgaben hier machen. Sagt mal, kann da jeder einfach in die Wohnung rein und rauslatschen, wie er lustig ist? Wo zur Hölle wohnen die da, dass die scheinbar ihre Tür nicht abschließen und einfach irgendwelche Leute ihre Hausaufgaben in deren Wohnung machen können? Mal schauen, welche tiefgründigen Erkenntnisse Mutter als nächstes parat hält. Ah, Denny kommt reingelatscht und Mutter stellt die Frage der Fragen: „Wie viele Leute latschen hier täglich ein und aus?“ Ich frage es mich auch, Mutter, ich frage es mich auch. Denny will sich alle Zutaten für „Backe, Backe Kuchen“ leihen, aber kommt dann lieber später nochmal wieder. Lisa erzählt dann, dass Johnny Denny adoptieren will – also den Jungen, der vorhin noch mit ihm gemeinsam seine Freundin flachlegen wollte – und ihm die Wohnung gegenüber bezahlt, bis Denny mit der Schule fertig ist. Mutter kommt dadurch wieder auf die Beziehung zu sprechen und muss dann natürlich wieder nach Hause gehen.

Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Schauplatz des Films neben THE ROOM, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, um welchen Raum es hier eigentlich geht. Denny steht auf THE ROOF und wird von einem Typen mit einer Waffe bedroht, der sein Geld will. Wie zum Geier ist der Typ auf das Dach gekommen? Kann wirklich jeder einfach in das Haus rein und raus latschen, wie er will? Johnny und Mark kommen gerade rechtzeitig, um den Typen zu überwältigen und zur Polizei zu bringen. Lisa und Mutter wollen wissen, warum Denny dem Typen Geld schuldet. Natürlich geht es um Drogen und um grottenschlechte Darstellerleistungen. Johnny und Mark sind zurück, was nur bedeuten kann, dass die Polizeiwache direkt unter der Wohnung liegt.  Diese komplette Geschichte wird nebenbei absolut keine Rolle mehr spielen, also vergessen wir einfach, dass das gerade passiert ist.

Nach diesen dramatischen Ereignissen telefoniert Lisa mit Mark, weil sie seine sexy Stimme hören will. Mark rafft gar nix. Ich nebenbei auch nicht. Waren die mal zusammen, oder warum sagt Mark, dass es zwischen ihnen aus ist? Ach komm, egal. Viel wichtiger ist die nächste Szene, die wohl jeder kennt. Johnny kommt aufs Dach und brabbelt vor sich hin, dass er Lisa nicht geschlagen hat. „I did not hit her. It’s bullshit. I did naaaaht. Oh, hi Mark.“ Mark sitzt auf dem Dach und denkt nach, was natürlich wieder einen brachialen Themenwechsel mit sich bringt, bei dem es um Untreue und Freundschaft und Frauen und Mark und Geheimnisse und einen Football geht. Mark haut ab und Denny kommt vorbei, um mit Johnny Football zu spielen. Oh, und Johnny zu sagen, dass er Lisa megageil findet. Ich denke, die Kissenschlacht vom Anfang hätte Johnny einen Hinweis geben können. Johnny hält eine Ansprache über Liebe und Familie und wie Lisa Denny als einen Freund oder Sohn liebt. Und da Johnny Lisa vertraut, macht er sich keine Sorgen. Außerdem liebt Denny ja auch Beth, die er heiraten und schwängern will. Wie viele Ischen hat der Typ bitte am Start, auf die er scharf ist? Sicher, dass der Typ mit der Waffe wegen Drogen da war? Ich glaube eher, das war ein Pimp, dem Denny alle Weiber weggeschnappt hat.

Lisa erzählt Michelle davon, dass Johnny sie geschlagen hat und ihn nicht mehr heiraten will. Michelle ist wie Lisas Mutter und findet es gar nicht gut, dass Lisa Johnny nicht mehr will und stattdessen Mark pimpert. Und wenn sie es Johnny nicht sagt, wird etwas schlimmes passieren. Wieso interessiert es eigentlich keine der Frauen, dass Johnny scheinbar der große Weiberdrescher ist? Auch, wenn Lisa nur Scheiße erzählt, muss die das doch irgendwie tangieren, oder? Geldgeile Schlampen. Dann lasst euch halt von euren Stechern vermöbeln. Habt es auch nicht besser verdient. Johnny kommt nach Hause und Michelle macht sich lieber vom Acker. Lisa sagt Johnny, was abgeht und Johnny will ihr das Leben erklären. Glücklicherweise wird uns dieser Monolog erspart und Lisa geht pennen. Was zum Kuckuck war denn das für eine Schwachsinnsszene?

Mike und Johnny treffen sich in einer zwielichtigen Gasse. Ich gehe mal davon aus, dass Denny hier die Drogen gekauft hat. Mike erzählt Johnny, dass er Michelle in Johnnys Wohnung flachgelegt hat und dann kommt Denny vorbei, damit alle einen Football durch die Gegend werfen können. Mark kommt auch dazu und wirft mit. Mike fällt in Mülltonnen und die Szenen werden tatsächlich immer noch beknackter.

Johnny hört, wie Lisa ihrer Mutter erzählt, dass sie mit einem anderen in der Kiste war. Johnny hat den Masterplan und stellt einen Kassettenrekorder auf, um von jetzt an alles aufzunehmen, was in seiner Wohnung passiert.

Johnny trifft sich mit Peter (wer auch immer das ist) und sagt ihm, dass er vermutet, dass sie ihm untreu ist. Ah, Peter ist ein Psychologe, den jeder der Beteiligten hier gut gebrauchen könnte. Warum kommt der Psychologe eigentlich zu ihm nach Hause? Ist der mit ihm befreundet? Mark kommt natürlich auch vorbei und jetzt haben wir das Todesdreieck zusammen. Und natürlich geht es wieder um tausend Sachen in fünf Sätzen. Johnnys Imitation eines Huhns ist das absolute Highlight der Szene. Als Lisa und Denny nach Hause kommen, hauen Mark und Peter ab … und treffen sich zehn Sekunden später auf dem Dach wieder. Ist das jetzt einen Tag später, oder sind die einfach aufs Dach gelatscht und Peter kam nicht ganz so schnell die Treppen hoch? Die beiden streiten sich wegen Wasweißich und Mark will Peter vom Dach werfen. Also für eine Sekunde. Dann will er ihm sein Herz ausschütten und erzählt, was mit Lisa abgeht. Peter ist sicher, dass Lisa eine Soziopathin ist, die niemanden lieben kann. Sollte er das nicht vielleicht dann auch mal Johnny erzählen? Nebenbei hätte Mark ihn eh nicht vom Dach werfen können, da alle Dachszenen aus irgendeinem Grund vor Greenscreen gedreht wurden. Warum weiß Wiseau allein.

Alle haben Anzüge an. Ist das jetzt der Hochzeitstag? Vermutlich nicht, denn sie gehen in ihren Anzügen Football spielen. Für 10 Sekunden, dann legt sich Peter auf die Fresse und sie gehen nach Hause. Szene vorbei. Das hat uns jetzt wirklich unglaublich vorangebracht.

Johnny und Mark gehen Kaffee trinken. Okay, jetzt mal ernsthaft, diese Themenwechsel sind doch nicht ernst gemeint, oder? Mark fragt Johnny, wie es auf der Arbeit läuft. Der erzählt, dass sie einen neuen Klienten haben. Mark will wissen, wer der Klient ist. Johnny: „I can’t tell you. That’s confidential. Anyway, how is your sexlife?“ Wenn ich Mark wäre, würde ich auch keine Antwort geben. Johnny muss weg. Hat keiner hier eine Uhr? Wieso hängen die überall nur für zwei Minuten rum, wenn sie dann zu einem Termin müssen.

Oh, da ist sie: Sexmontage Nummer 4 starring Mark und Lisa.

Wenn die Typen hier gerade nicht nach zwei Minuten zu einem wichtigen Termin müssen, werfen sie einen Football durch die Gegend. Und keine dieser Szenen führt zu irgendwas. Wenn der Football nicht noch eine wichtige Rolle spielt, hätte man den Film auf 30 Minuten kürzen können.

Lisa fegt mit THE BROOM, als Mark anklopft. Sexmontage Nummer 5 bleibt aus, denn Michelle klopft an und Mark muss gehen, damit die Mädels sich bekichern können. Nach einigen Szenen, bei denen sich alles nur noch im Kreis dreht (also Football, Ich will Johnny nicht mehr heiraten, Oh hi, Mark) steht dann Johnnys Geburtstagsparty an.

Alle haben eine tolle Zeit, es gibt Kuchen und Wein und alles, was dazu gehört. Lisa schickt dann alle raus, damit sie mit Mark rummachen kann, aber irgendein Typ kommt rein. Äußerst überraschend. Ich schmeiße doch auch keine Party und schicke dann mal alle anwesenden auf den Balkon, damit ich mal eben fremdficken kann. Wie doof sind die eigentlich alle hier? Und wer zum Kuckuck ist das jetzt? Jedenfalls sieht er was abgeht, erzählt Johnny aber erstmal nichts. Nebenbei kündigt Johnny dann mal kurz an, dass Lisa schwanger ist, oder so. Wie sich herausstellt, hat Lisa das aber nur erfunden, wie sie gerade Michelle und dem Typen ohne Namen erklärt.

Johnny und Mark geraten dann aneinander, und schubsen sich für drei Sekunden durch die Gegend, bevor sie sich die Hand geben und alles wieder gut ist. Intensives Drama geht anders, aber man muss hier nun mal nehmen, was man kriegen kann. Eine Minute später geraten sie wieder aneinander und es entbrennt ein unfassbarer Kampf mit noch unfassbarerem Trashtalk. Johnny bringt sogar seine unnachahmliche Huhnimitation.

Die Party ist vorbei und Johnny hat sich im Bad eingeschlossen. Lisa will zu Mark gehen, aber Johnny hat noch ein Ass im Ärmel und holt die Kassette hervor, mit der er alles aufgezeichnet hat. Wozu braucht der eigentlich noch die Kassette, wenn doch absolut klar ist, was da abgeht? Johnny kann es nicht fassen, dass sie ihn mit Mark betrogen hat. Er wollte doch nur THE GROOM sein. Und jetzt hat er keine Freunde mehr. Lisa interessiert das alles nicht und sie geht.

Tommy Wiseau mobilisiert jetzt seine ganze schauspielerische Begabung und brennt ein Feuerwerk der darstellerischen Kunst ab, während er die Bude auseinander nimmt. Er zerreißt das schöne rote Kleid und hat irgendwoher eine Waffe. Natürlich hat er eine Waffe. Der Film spielt in Amerika. Er bläst sich selbst das Hirn raus und wird später von Lisa und Mark gefunden. Mark hasst Lisa dafür, dass sie das alles angerichtet hat. Und dann kommt Denny auch noch vorbei und blah. Der Film ist vorbei und wir wissen, dass ihr alle Trottel seid. Also Ende jetzt.

Tja, was soll man sagen. Mein Text wird dem Film natürlich in keiner Weise gerecht. Das muss man einfach selbst gesehen haben. Zum Teil zwar wirklich zäh, aber mit einigen Knallerszenen wird man immer wieder wachgerüttelt. Ich gehe meinen Raum verwüsten …

Schrott Awards 2018 – Filmwahl

Die Oscar-Nominierungen sind raus und das bedeutet natürlich, dass auch die Schrott Awards mal wieder bevorstehen. Wie jedes Jahr wird mitten in der Awardseason dieser prestigeträchtige Preis verliehen werden. Dieses Jahr wird es allerdings etwas undemokratischer ablaufen als bisher gewohnt. Ich habe schon im letzten Jahr festgestellt, dass meine Filmauswahl dieses Mal nicht ganz so viel hergibt, um in jeder Kategorie mehrere Nominierungen vorzunehmen. Aber die Beteiligung ließ ohnehin immer zu wünschen übrig, also gibts wohl schlimmeres. Ob da jetzt halt 3 Leute den Sieger wählen oder ich das mal schnell selbst mache, ist dann auch nicht so relevant Ich hatte auch kurz überlegt, die Schrott Awards einfach komplett abzublasen, aber das ist dann irgendwie doch keine Option. Auch wenn ich mir das für die Zukunft offen halte, da es doch etwas viel Arbeit macht für das Bisschen Resonanz, die der Spaß dann letztlich jedes Jahr kriegt.

In der Königskategorie sind die Besucher des Filmschrottplatzes aber natürlich wieder gefragt. Also bei den Schrottfilmen. Ihr dürft wieder zwischen allen Filmen wählen, die im Jahr 2017 ihren Platz auf dem Filmschrottplatz eingenommen haben. Dieses Jahr wird das Wahlsystem wie im letzten Jahr verlaufen. Ihr dürft gleich 3 Filme wählen. Dabei gebt ihr bitte eine Reihenfolge an. Durch ein kleinlich ausgeklügeltes mathematisch kompliziertes Punktesystem wird dann der Sieger ermittelt. Eure Nummer 1 bekommt 3 Punkte, die Nummer 2 kriegt 2 Punkte und die Nummer 3 noch 1 Punkt. Der Film mit den meisten Punkten wird dann am Ende natürlich den Sieg einheimsen und damit in die Geschichte eingehen, als absolutes Meisterwerk des filmischen Bullshits.

Zur Erinnerungsauffrischung hier nochmal alle Streifen mit kurzer Inhaltsbeschreibung und Link zum jeweiligen Eintrag.

BODY SLAM

Face vom A-Team und Roddy Piper wrestlen und rocken um die Wette.

SHADOW WARRIORS: ASSAULT ON DEVILS ISLAND

Hulk Hogan und sein Billigtoupet kämpfen gegen böse Buben.

THE DENTIST

Der Zahnarzt bohrt hier ganz besonders tief.

AMERICA 3000

Wer würde nicht gerne in einer postapokalyptischen Zukunft leben, in der Big Foot mit seinem Ghettoblaster durch die Gegend tanzt?

THE RING THING

Mittelerde liegt direkt in der Schweiz. Und da wäre es besser auch geblieben.

THE ADVENTURES OF BUCKAROO BANZAI ACROSS THE 8TH DIMENSION

Buckaroo Banzai und die Hong Kong Cavaliers müssen die Welt vor irren Aliens retten. Und nicht nur die sind irre, sondern der ganze Film.

MANOS: THE HANDS OF FATE

Eine verirrte Familie, ein Sektenführer mit coolem Umhang und tanzende Frauen. Alles, was ein guter Film braucht.

DIRTY DEEDS

Die größte Herausforderung des Lebens in der Highschool ist es, diesen Film zu überstehen.

FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS

Penismonster und Kackmenschen sind nur einige Probleme, denen sich Flesh Gordon mit seinem Riesenschlong auf seinen Abenteuern im Weltall stellen muss.

ELIMINATORS

Ein Mandroid und eine … Frau schippern übern Fluss.

THE MILLENIUM BUG

Ein Riesenkäfer tapert durch den Wald und killt Hillbillies und andere Idioten.

MASSACRE IN DINOSAUR VALLEY

Titten, Kannibalen und Sklavenhändler im Amazonas.

PIRATENMASSAKER

Amateurpiraten gegen Kannibalenmönche.

SHARK LAKE

Dolph Lundgren gegen Haie im Nichtschwimmersee.

KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE

Clowns aus dem Weltall wollen alle Menschen in Zuckerwatte einwickeln.

DIE MUMIE: DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS

Tiefpunkt der Trilogie mit Brendan Fraser ganz ohne Mumie.

ODD JOBS

Paul Reiser und andere Hirnis ziehen um.

DRIVE-IN MASSACRE

Der Autokinomörder geht um und trotzdem knutschen alle weiter rum.

SURF NAZIS MUST DIE

Surfende Nazis machen den Stand unsicher und nur eine schwarze Oma kann sie aufhalten.

ANACONDA

Völlig überforderte Darsteller und Jon Voight gegen eine Riesenschlange.

SCREWBALLS

Pubertäre Flachwitze mit Wurst.

HOLIDAYS

Horrorkurzfilme ohne Horror rund um die besten Feiertage.

MOST LIKELY TO DIE

Auf diesem Klassentreffen ist der dauerbesoffene Mädchengrabscher noch das kleinste Problem.

FEAR ISLAND

Der Inselkiller geht um und keinen interessierts.

GHOST SHIP

Auf einem Schiff spukt es so sehr, dass selbst der Film selbst sich am Ende in die Hose macht und sich nichts mehr traut.

THE WIZARD OF GORE

Zauberei vom Feinsten. Nicht mal der Zuschauer kapiert, wie der Film funktioniert.

DARK NIGHT OF THE SCARECROW

Die Vogelscheuche geht um und schubst böse Typen in Silos.

THE GIANT CLAW

Ein Risentruthahn aus dem Weltall greift die Stadt an. King Kong kann einpacken.

EXETER

Nicht mal rückwärts zu ertragen.

SPOOKIES

Die große Monsterversammlung im Haus an der Friedhofsmauer.

ROAD TRAIN

Ist es ein Zug? Ist es ein LKW? Oder ist es eine Metzgerei auf Reifen?

THE THIRSTY DEAD

Bluttrinkende Fanatiker hängen in Höhlen ab.

MUNCHIES

Atommüll, Puppen und Gestörte.

THIR13EN GHOSTS

Das durchsichtigste Spukschloss aller Zeiten beherbergt tödliche Geister.

THE MUMMY

Nochmal die Mumie, aber dieses Mal mit noch mehr Action, noch weniger Verstand und ein bisschen Tom Cruise.

ZIEMLICH BESTE FREUNDE

Omar Sy schiebt einen Rollstuhl.

THE BARBARIANS

Die Zwillingsbarbaren vom Wanderzirkus retten das Land.

AFTER EARTH

„Will Smith mir gehen?“ „Kann nicht, mein Bein ist gebrochen.

ZAAT

Der Catfishman terrorisiert den Badesee.

THE A-TEAM

Actionheldenausgrabung ohne Rücksicht auf die Vorlage.

INVASION OF THE SAUCER MEN

Gut beleuchtete fliegende Untertassen bringen großhirnige Außerirdische mit sich. Es werde Licht.

LOVE ACTUALLY

Ein Haufen Arschlöcher will zu Weihnachten saudumme Trullas flachlegen, denn das ist dann Liebe.

 

Ballert eure Top (oder Flop) 3 einfach in die Kommentare und wartet gespannt auf die große Preisverleihung im Februar, wenn der Gewinner in einer pektakulären Extravaganza gekürt wird. Die Wahl ist offen bis zum 15. Februar.