Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kategorie-Archiv: Die Listen

Die 5 Besten … Filmkreaturen

Letzte Woche war ich bei Goranas 5 Besten nicht dabei, einfach weil ichs irgendwie verpasst habe. Und Freitag hatte ich dann keine Zeit und so war das dann halt einfach nicht drin. Aber über Serien habe ich hier ja eh schon oft genug gequatscht. Guckt einfach „Shameless“ und dann habt ihr den geilsten Scheiß am Start. Heute ist das Thema ohnehin viel cooler, denn es geht um

DIE 5 BESTEN FILMKREATUREN

Wenn da der Filmschrottplatz nicht die absolut richtige Anlaufstelle ist, dann weiß ich auch nicht.

5 Die große Kralle aus „The Giant Claw“

Leider noch nicht auf dem Filmschrottplatz verewigt, aber eine Kreatur die aussieht wie der ultimative Todestruthahn muss natürlich in die Liste.

4 Die Mogwais aus „Gremlins“

Wenn man die Regeln beachtet das wohl süßeste Haustier der Welt. Wenn man sie bricht das wohl tödlichste Haustier der Welt. Ich will einen haben, auch wenn ich die Regeln sicher nicht beachten würde.

3 Xenomorphs aus „Alien“

Ich habe lange überlegt, aber sie müssen dann doch rein, weil die Viecher einfach der absolute Horrorshit sind. Sie sehen furchteinflößend aus, sie verhalten sich furchteinflößend und sie sind einfach furchteinflößend in allen Belangen.

2 Der Jellyfishman aus „Sting Of Death“

Wenn eine Killerkreatur aus einem mit Algen behangenem Taucheranzug und einem aufgeblasenen Müllbeutel besteht, sollte ziemlich klar sein, dass sie ganz weit oben in so eine Liste gehört.

1 Die Froschmutanten aus „Hell Comes To Frogtown“

Das sollte ja jetzt wirklich niemanden überraschen. Froschmutanten sind einfach die besten. Quak, ihr Affen.

HONORABLE MENTIONS: Der Pinata Dämon aus „Demon Island“, die Tremors, die Critters, Pulgasari, der Toxi Avenger, Predator

 

Die 5 Besten … Filmzitate

Schon wieder Donnerstag und wieder fragt Gorana nach den 5 Besten. Dieses Mal ein Thema, das mir durchaus liegt. Und das beste daran: Das hier wird ausnahmsweise mal kurz und unausschweifend.

Die 5 Besten Filmzitate

„Man, if my fuckin‘ ex-wife asked me to take care of her fuckin‘ dog while she and her boyfriend went to Honolulu I’d tell her to go fuck herself.“ – The Big Lebowski, 1998

„The greatest trick the devil ever pulled was convincing the world he didn’t exist.“ – The Usual Suspects, 1995

„This is your life and it’s ending one minute at a time.“ – Fight Club, 1999

„When you want something in life, you just gotta reach out and grab it.“ – Into The Wild, 2007

„If you can’t laugh at yourself, life is going to seem a whole lot longer than you’d like.“ – Garden State, 2004

Wow, das war kurz.

Monatsrückblick – April 2017

Im April haben wir natürlich vornehmlich unsere Kriegsfilmreihe weitergeführt. Aber es gab auch ein bisschen was anderes.

THE BRIDGE AT REMAGEN – DIE BRÜCKE VON REMAGEN

Gute Action, ein paar unfreiwillig komische Situationen und keine Schwarz/Weiß-Malerei. Die Amis hier sind nicht nur gut und die Deutschen nicht nur böse. Sicher kein Meisterwerk, aber ein guter Antikriegsfilm. Zur Abwechslung geht es mal um eine Brücke. Das hat man ja so selten im Kriegsfilm.

Diesen Film hatte ich vor ein paar Monaten schon mal geguckt, aber Krieg ist die Hölle, da muss man den dann halt auch noch mal gucken:

STALINGRAD

Krieg, so wie er ist. Dreckig und unschön und ohne Pathos. Einfach die Hölle.
Die erste halbe Stunde des Films ist leider etwas zäh. Gerade, weil die Darsteller teils im Overact-Modus sind und dadurch alles etwas lächerlich und billig wirkt. Wenn man diese Phase überstanden hat, spielt der Film aber seine Stärken aus und zeigt den Wahnsinn und die Ruchlosigkeit des Krieges. Gegen Ende führt man dann natürlich noch so ein paar Handlungsstränge zusammen, was dann doch wieder eher etwas gewollt wirkt, aber das muss man nun mal in Kauf nehmen.
Einer dieser Kriegsfilme, die wirklich zeigen, was für ein Irrsinn das alles ist und das es keine Helden gibt; nur Verlierer.

Dann ging es mal in etwas düstere Gefilde:

8MM

Es ist wirklich schade, dass Autor Andrew Kevin Walker nicht weiter auf den Psychothrillerpfaden gewandelt ist, auf denen er sich in den 90ern scheinbar so wohlgefühlt hat. Nach „Se7en“ lieferte er hier das nächste Drehbuch ab, bei dem es in die Untiefen der Geisteskrankheiten des menschlichen Daseins geht.
Anfangs ist das alles genau so bedrückend und zermürbend. Immer tiefer dringt man ein in eine Welt aus Perversionen. Leider verlässt der Film diese Seite dann vor dem letzten Drittel und verkommt zum recht stringenten Rachethriller. Ich schiebe das mal auf die vom Studio geforderten Änderungen, die Joel Schumacher dann am Drehbuch vornahm. Walker hat den Film angeblich bis heute nicht gesehen, weil er sich gegen die Änderungen weigerte. Recht hatte er scheinbar damit.
Immerhin sind die Darsteller durchgehend hervorragend. Das rettet das letzte Drittel aber leider auch nicht. Da war deutlich mehr drin.

Alle Jubeljahre kriege ich es ja in die Birne und hole mal einen Klassiker nach, bei dem mir schon im Vorfeld klar ist, dass er vermutlich größtenteils anstrengend aber trotzdem gut wird. An Ostern gab es deshalb (als Ersatz ür den eigentlich geplanten „Cleopatra“, den Netflix aber 2 Tage vorher aus dem Programm genommen hat; deshalb halte ich nebenbei nix von dem ganzen Streamingscheiß und kaufe mir lieber alles auf Scheibe):

LAWRENCE OF ARABIA – LAWRENCE VON ARABIEN

Knapp 4 Stunden sind im Normalfall einfach zu lang, um mich bei der Stange zu halten. Und auch bei diesem Film ging irgendwo in der Mitte mal zwischendurch meine Konzentration flöten. Und dann habe ich überlegt, warum es wohl so wenige Filme über Kamele gibt. Die wirken immer so tollpatschig und sind schon aus Prinzip irgendwie lustig. Aber vielleicht ist es nicht leicht, mit Kamelen zu drehen. Vielleicht kann man die nicht richtig trainieren. Obwohl die immer so aussehen, als ob denen eh alles kackegal ist.
Lawrence und seine Gang reiten also durch die Wüste und ich habe überlegt, dass die Wüste ja ein echt cooles Setting für einen Film ist. Jeder Shot sieht in der Wüste einfach aus Prinzip gut aus. Und die ständige Gefahr sorgt für die nötige Spannung. Aber so ein Ritt durch die Wüste ist eben auch anstrengend und lang. Und genau so ist dieser Film. Also quasi der perfekte Wüstenfilm.

Und noch einen Klassiker, den ich zwar vor gefühlten Ewigkeiten schon mal gesehen habe, aber keine Erinnerung mehr dran hatte, gab es auch noch:

PSYCHO

Anthony Perkins ist fantastisch. Janet Leigh zwar nicht so, aber duschen kann sie gut. Alfred Hitchcock war ohnehin ein Visionär, der diesen Titel auch verdient … nicht so wie heute, wo jeder Heinz, der ein Remake macht, schon als Visionär gilt, obwohl er absolut nichts geleistet hat. Bei Hitchcock war es halt so, dass der Mann Ideen hatte, aber seine Filme sich nicht darauf ausruhen. Der Film dreht sich nicht um ein Stilmittel, sondern das Stilmittel wird flüssig in den Film eingearbeitet. Klar, die Duschszene ist die berühmteste Szene des Films. Sowas gab es damals noch nicht. Aber sie funktioniert organisch innerhalb des Komplettpakets. Heute würde man alles andere um die Duschszene herum zusammenfuckeln. Hauptsache, man hat diese eine gute Szene. Dieser Film besteht nur aus guten Szenen und deshalb ist er ein Meisterwerk und Horrorfilme von heute eben scheiße. Aber Hauptsache alles ist irgendwie „visionär“.

Insgesamt gesehen: 11

Davon Schrott: 2

Rewatches: 4

Außerdem gab es noch „Das Boot“ allerdings in der Serien-Version, die meiner Meinung nach die einzig Wahre ist. Außerdem gehen „Fargo“, „Better Call Saul“ und „The Leftovers“ weiter. Mein Serienkonsum ist also angestiegen und dadurch gab es weniger Filme zu sehen. Aber insgesamt eine bunte Mischung im April. Passend zum Wetter.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

Die 5 Besten beeindruckenden Filmszenen

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Gorana nicht ganz durchdacht hat, dass der Titel „Die 5 Besten“ nicht immer so ganz auf die Fragestellung passen könnte, mit weiterem Voranschreiten dieses kleinen Frage-Antwort-Projekts. Aber keine Sorge, ich kriege das immer irgendwie hingebogen. Diese Woche ist die Frage nach den

5 besten Filmszenen, die mich beeindruckt haben (und die ich nie wieder vergessen werde)

Ich setze den zweiten Part mal in Klammern, weil mir ungefähr achttriliarden Filmszenen in der Birne rumschwirren, die ich nie wieder vergessen werde. Beeindruckend sind die aber nicht unbedingt alle. Ich werde mich hier auf Szenen konzentrieren, die mich in meinem Filmkonsum und Filmgeschmack beeinflusst haben. Und ich kann schon mal sagen, dass das äußerst actionreich wird.

5 Titanic (1997)

James Cameron ist ein Affe. Aber hin und wieder hat er auch mal was richtig gemacht. Und wenn er was richtig macht, dann macht er es offenbar richtig gut.  Einer dieser seltenen Fälle ist der Untergang der Titanic. Ich weiß noch, wie geflasht ich damals war, als es nach oben ging … und dann brach das Schiff in der Mitte durch und es ging nach unten … und dann wieder hoch … hui, was für ein Spaß. Der Rest des Films war halt, naja, Cameron halt, aber der Untergang der Titanic hat sich in mein Hirn gebrannt, weil es einfach fantastisch inszeniert war.

4 Eine Szene aus einem der „Reitende Leichen“ Filme?

Vielleicht ist sie auch aus etwas völlig anderem. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Ich habe absolut keine Erinnerung an irgendwas aus dem Film, außer einer Szene. Und selbst die nur so halb: Ein Ritter, oder besser gesagt, ein halber Ritter, liegt am Ufer eines Flusses und röchelt vor sich hin. Es könnte auch ein Zombie mit Ritterschild oder sowas sein. Wie dem auch sei: Diese Szene könnte mehr oder weniger meine Liebe für praktische Effekte entfacht haben. Ich weiß nämlich noch, wie unglaublich eklig aber eben auch cool ich das Bild fand, das mir da präsentiert wurde. Vom Ritter war nur noch der Oberkörper übrig und überall Blut und Gedärme und geiler Scheiß.

3 Saving Private Ryan (1998)

Fast 20 Jahre später ist dieser Film immer noch mein beeindruckendstes Kinoerlebnis. Allen voran natürlich der Beginn, der Sturm auf die Normandie, das große Gemetzel, der geballte Wahnsinn des Krieges, die Hektik, die Brutalität, die gebrochenen Männer. Im Gesamtpaket bringt diese Szene das alles zusammen und man fühlt sich, als wäre man mittendrin in diesem Irrsinn.

2 Die Hard (1988)

Dieser Film dürfte meine Liebe für das Actiongenre wie kein zweiter geprägt haben. Und eine Szene hat mich damals so richtig weggehauen. John McClane will ein Zeichen setzen, schmeißt das C4 von Hans in den Fahrtuhlschacht und bombt dadurch das halbe Nakatomi Plaza weg. Später setzt man zwar noch einen drauf und sprengt das Dach, aber die erste große Explosion hatte eindeutig den größeren Impact auf mich. Vielleicht mein erster „WTF“-Moment.

1 Jurassic Park (1993)

Nochmal Spielberg. Der war halt mal richtig gut. Jurassic Park ist ja ohnehin immer noch ein unfassbar starker Blockbuster. Aber eine Szene sticht für mich ganz besonders heraus: Der T-Rex, der den Jeep mit den Kindern drin zerlegt. Von der langsam aufgebauten Spannung, bis der T-Rex aus seinem Gehege kommt, bis zum kompletten zerficken der gesamten Szenerie, ist das hier die Blaupause für das Einführen eines bedrohlichen Monsters, vor dem man sich einfach in die Hose scheißt. Und auch heute, 25 Jahre später, sieht das trotz CGI immer noch einfach nur gut aus. Jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit der Entstehung von heutigen Blockbustern zu tun hat, sollte sich diese Szene angucken, um zu sehen, wie man das einfach verfickt noch mal richtig macht.

Honorable Mentions: Jackie Chan verkloppt Typen mit einer Klappleiter in „First Strike“ (wobei fast alles von Chan hier reinpassen würde), der Drill Sergeant macht Private Paula für einen Krapfen zur Sau in „Full Metal Jacket“, die Inhaftierten von Shawshank stehen versammelt still auf dem Gefängnishof und lauschen einer Schallplatte in „The Shawshank Redemption“, Willem Dafoes Tot in „Platoon“, die erste große Schlacht in „Braveheart“, die Kuh in „Twister“

 

 

Monatsrückblick – März 2017

Letztes Jahr habe ich zusammen mit meinem Cousin über das Jahr verteilt mehr oder weniger alle Disney Zeichentrickfilme geguckt. Dieses Jahr machen wir da weiter, wo wir aufgehört haben und gucken passend dazu jede Menge Kriegsfilme. Okay, viel größer könnte der Kontrast kaum sein, aber wir bereiten uns damit auf „Dunkirk“ vor. Im März haben wir endlich den Anfang gemacht. Ursprünglich sollte der Start Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“ sein, aber Kinos … ihr wisst schon. Also haben wir als Ersatz einfach das nächstbeste genommen für den Startschuss zur großen Kriegsfilmreihe 2017.

WE WERE SOLDIERS – WIR WAREN HELDEN

Gibson betet, dass Gott die heidnischen Gebete seiner Gegner nicht erhört und sie sie zum Teufel jagen können. Genau so stelle ich mir Soldaten vor, kurz bevor sie blutgeil und abgefuckt in den Krieg ziehen. Sehr realistisch das Ganze. Bis auf … nun ja, fast alles andere. Dafür aber mal wieder patriotisch wie es eben nur Amerika kann.
Mel Gibson ist hier der wohl lässigste und coolste Colonel, der jemals ein Schlachtfeld betreten hat. Dem kann einfach gar nix was anhaben. Da fliegen ihm die Kugeln nur so um die Ohren, aber er muss erst mal in aller Ruhe seine Kommandos geben, bevor er auch mal rumballert.
Der Nebenplot mit den Frauen bietet immerhin einen guten Kontrast zur Daueraction, allerdings kratzt man hier bei wirklich allem nur an der Oberfläche. Zwischendurch wirft man mal noch willkürlich ein paar Stilmittel ein. So alle 45 Minuten gibts zum Beispiel mal ein Voice-Over, einfach weils gerade passt.
Aber alles egal denn ich mag Kriegsfilme prinzipiell. Ich stehe irgendwie auf dieses taktische Geschwurbel, auch wenn ich absolut nix davon verstehe.

Alle paar Monate stolpere ich mal wieder über einen Film in meinem Regal, der da schon ewig steht und den ich schon immer mal gucken wollte, aber aus welchen Gründen auch immer (nee, jetzt kein Bock drauf) nie gesehen habe. In vielen Fällen ist dieser Film dann auch noch von den Coen Brothers, was es eigentlich noch dämlicher macht, dass ich ihn noch nicht geguckt habe. Dies ist so ein Fall.

MILLER’S CROSSING

Die Coens sind so unfassbar gut darin, interessante Charaktere und Geschichten zu kreieren, dass sie es sogar schaffen, mich für einen Film zu begeistern, der in den Zwanzigern spielt, einer Ära, mit der ich eigentlich nicht wirklich was anfangen kann. Aber die Coens schaffens eben immer wieder. Toller Film mit einem tollen Hut.

Im weiteren Rahmen der Kriegsfilme 2017 gabs dann einen Oscargewinner, der mal wieder völlig zu Unrecht den Preis geholt hat, weil:

THE HURT LOCKER – TÖDLICHES KOMMANDO (nebenbei cooler deutscher Titel … für einen Steven Seagal Film)

Ein Bombenentschärfungskommando, gesegnet mit dem schlechtesten Humor aller Zeiten, entschärft halt Bomben. Klingt langweilig und ist auch irgendwie nicht viel aufregender, als es eben klingt. Die Charaktere sind ein Haufen pseudocooler Arschlöcher, die mir von der ersten Sekunde an tierisch auf den Sack gingen. Dann habe ich 2 Stunden damit verbracht zu hoffen, dass sie alle in die Luft fliegen. Immerhin hat mich das vom Abschalten abgehalten.

Wo wir schon bei coolen Steven Seagal Filmen sind, gabs da dann auch mal welche:

UNDER SIEGE – ALARMSTUFE ROT

Zu keiner Zeit in meinem Leben war ich ein Fan von Steven Seagal. Eher das Gegenteil ist der Fall. Selbst damals mit so 12 oder 13 Jahren (ja, ja, ich hab schon immer Filme geguckt, die nichts für mich sind, und trotzdem bin ich nicht amokgelaufen; ich klopfe mir mal selbst auf die Schulter dafür), als ich seine Filme entdeckte, war das für mich immer nur ein komischer Typ mit Zopf, der halt irgendwelchen Leuten in die Fresse haut.
Das ist auch hier nicht anders, keine Frage. Aber irgendwie schafft es der Regisseur tatsächlich, sowas wie Charisma aus Seagal rauszukitzeln – zumindest für ungefähr 20 Sekunden – und alleine dafür hätte er mit Preisen überschüttet werden müssen. Selbstverständlich wird er trotzdem von allen anderen an die Wand gespielt. Allen voran Tommy Lee Jones als Möchtegernrockstar und Gary Busey als … na ja, der typische böse Militärfritze, der eben den Protagonisten überhaupt nicht leiden kann und sich zwischendurch wie eine Dragqueen anzieht. Die beiden zusammen sind ein absolutes Topgespann.
Der Rest ist sinnlose Action mit grottenschlechten coolen Sprüchen und einem Plot, für den man nicht mal einen Bierdeckel braucht. Und mehr will ich auch gar nicht von so einem Film. Mir scheißegal was alle sagen, der hier ist nicht schlechter als „Die Hard With A Vengeance“.

UNDER SIEGE 2: DARK TERRITORY – ALARMSTUFE ROT 2

Steven Seagal macht noch mal den John McClane für arme und rettet den Tag zum zweiten Mal. Dieses Mal statt auf einem Schiff auf einem Zug und statt mit guten Darstellern als gute Antagonisten mit einem Supporting-Cast, der vom Talent her Seagal auf Augenhöhe begegnet. Mit anderen Worten: Jeder mehr oder wenige wichtige Charakter wird von einer völlig überforderten Person gespielt. Die wirklich guten Darsteller wie Jonathan Banks mit Haaren dürfen nur den Zug fahren oder anderen belanglosen Kram machen, der nicht mal einen Soapdarsteller fordern würde.
Im Endeffekt ist hier alles einfach eine Ecke schwächer als im Vorgänger. Aber es ist immer noch unterhaltsame 90er Action. Ihr wisst schon, nicht diese Kindergartenlarifariactiongrütze aus diesem Jahrtausend. Hier werden Leute einfach umgenietet, wie sich das gehört. Und das CGI ist noch so richtig scheiße. Also nicht nur scheiße wie heute, sondern so richtig für den Arsch. Genau so scheiße wie heute war damals schon Katherine Heigl, aber das Fass mache ich jetzt besser gar nicht erst auf. Film macht Bock, ist aber natürlich kein Meisterwerk. Und das Ende ist … einfach unbeschreiblich …

Manchmal muss man selbst im Krieg den Humor finden.

M*A*S*H

Absolut nicht politisch korrekt der Spaß. Muss die Hölle für die ganzen selbsternannten Weltverbesserer von heute sein, sich so einen Film anzugucken. Ich gebe da zum Glück einen Fick drauf. Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt. Also auch im MASH.
„Ende der Durchsage.“

Und manchmal den absoluten Wahnsinn.

APOCALYPSE NOW REDUX

Der Boottrip in den absoluten Wahnsinn Vietnams ist immer wieder faszinierend. Irrsinn, Zähigkeit und Unmenschlicheit geben sich die Klinke in die Hand.
Ich bin ja einer der wenigen, der die Redux Version mindestens genau so gut findet wie den Original Cut. Ja, der Film ist länger, aber für mich trägt das zur bedrückenden, nie enden wollenden Atmosphäre des absoluten Kriegsgräuel bei, die sich immer weiter steigert, während man weiter den Fluss aufwärts schippert.
Je nach Bock, gucke ich dann halt mal die längere oder kürzere Variante. Beides sind absolute Meisterwerke.

Insgesamt gesehen: 15

Davon Schrott: 2

Rewatches: 7

Kino: 1

Zum ersten Mal in diesem Jahr im Kino gewesen und ein paar Schrottfilme geguckt. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

Monatsrückblick – Februar 2017

Der Februar ist prinzipiell immer ein eher schwacher Filmmonat bei mir. Es steht einfach zu viel anderer Kram an. Anfang des Monats ist der SuperBowl. Ende des Monats sind die Oscars. Irgendwo dazwischen versuche ich noch meinem Geburtstag zu entgehen (und vor allem den Leuten, die mir mit Glückwünschen auf den Sack gehen wollen). Trotzdem habe ich natürlich ein bisschen was gesehen.

Anfang des Monats hatte ich einen Abend spontan Bock auf 80er Jahre Quatsch mit Tom Hanks. Und da gibt es natürlich vor allem folgende Kandidaten:

THE MONEY PIT – GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER

Tom Hanks und Shelley Long kaufen ihr Traumhau, das sich dann von selbst in Schutt in Asche legt. Mehr ist es nicht und mehr will es auch nicht sein. Das hier ist Slapstickgalore vom Feinsten. Hanks gibt alles, Long nervt auch nicht unbedingt und Alexander Gudonov – besser bekannt als Karl aus „Die Hard“ – ist der King in jeder seiner Szenen.
Der Film macht einfach eine Menge Spaß und wer bei der Badewannenszene nicht lacht hat einfach keinen Humor.
Ich könnte mir das stundenlang angucken, denn im Gegensatz zu heutigen Filmen entsteht der Humor aus der Situation heraus und nicht andersherum. Klar, man reiht auch hier die Gags der zusammenbrechenden Bruchbude aneinander, aber es wirkt organisch und ergibt sich aus den Situationen. Heute würde man die Charaktere einfach sinnlos von Raum zu Raum schicken, damit da das nächste Teil auseinanderfallen kann, ohne dass man jemals erfährt, was zur Hölle sie überhaupt in dem Raum wollen. Das gibt es hier eher selten. Es gibt eigentlich am laufenden Band was zu lachen. Mal mehr, mal weniger, aber es wird nie langweilig. Was will man mehr von einer Komödie?

THE ‚BURBS – MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN

Hanks, Dern, Fisher, Feldman. Alle hier mit ihrem A-Game auf der Suche nach der Wahrheit um die neuen mysteriösen Nachbarn.
Joe Dante war einfach mal der Gott der Horrorkomödie. Sein bester ist das hier nicht ganz, denn nichts toppt Gremlins. Aber alles an diesem Film ist einfach eine pure Freude anzuschauen. Guter Humor, eine gute Portion Mystery, dazu etwas düstere Atmosphäre und Sozialkritik.
Die Frage ist: Wer sind wirklich die Irren in der Nachbarschaft? Am Ende ist man es immer selbst. Egal wie irre der Nachbar auch sein mag.

Es gibt ja bekanntlich gute Filme und dann gibt es schlechte Filme. Aber die schlimmsten Filme sind die, die irgendwo dazwischen liegen. Ich nenne sie mal spontan die „Rumdümpler“. Halt nicht gut, aber auch nicht schlecht genug für den Filmschrottplatz, weil einfach komplett uninteressant. Einer davon ist:

DØD SNØ – DEAD SNOW

Zombies. Nazis. Saudoofe Blagen. Das sind drei Dinge, die ich in Filmen nun wirklich nicht mehr brauche. Und das sind genau die drei Dinge, die dieser Streifen hier vereint.
Zombies sind ja ohnehin aus irgendeinem Grund seit Jahren der heiße Scheiß. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen einen guten Zombiefilm einzuwenden. Aber mittlerweile hat man einfach alles gehabt. Zombies, Zombienazis, Zombietiere, Marathonzombies, was auch immer World War Z sein sollte … es langweilt halt einfach nur noch.
Dieser Film bildet da absolut keine Ausnahme. Er ist einfach belanglos und langweilig wie die tausend anderen Zombiefilme, die jedes Jahr rauskommen. Man hat sich nicht mal die Mühe gemacht, die Charaktere nach den üblichen Klischees zu formen. Man hat sie einfach gar nicht geformt. Sie sind allesamt einfach nur komplett uninteressante Arschkrampen, die nichts darstellen. Dazu dann die unglaubliche Horrorfilmseuche namens CGI-Blut und das Desaster ist perfekt. Wenn der Film dabei wenigstens lustig und unterhaltsam wäre, wäre das ja noch zu verschmerzen. Ist er aber nicht. Er ist einfach nur da in seiner komplett langweiligen Belanglosigkeit.

Irgendwann gabs dann noch den hier:

FALLING DOWN

Michael Douglas hat einen echt beschissenen Tag. Aber scheinbar hat er Gott auf seiner Seite. Anders kann ich mir jedenfalls nicht die ganzen Szenen erklären, die er nur durch reinen Zufall überlebt oder nur durh Deus Ex Machina entkommt.
Wenn man darüber hinwegsieht, hat man hier aber einen durchaus interessanten sozialkritischen Streifen, mit einem tollen Douglas nahe des Wahnsinns und einem starken Duvall nahe des Columbos.
Nebenbei interessant, dass man hier ohne große Gewaltorgien auskommt dabei aber trotzdem recht gewalttätig vorgeht. Das ist auch eine Kunst, die man heutzutage irgendwie verlernt hat. Entweder ist alles Splatter oder alles Cartoon. Dazwischen gibts heute scheinbar nix mehr. Das größte Opfer hier ist eine Telefonzelle. Zu schade, da die schon zu der Zeit vom Aussterben bedroht waren.

Nach Ewigkeiten habe ich mir auch mal wieder folgenden kleinen Geheimtipp angeschaut, der immer noch sehr gut unterhält:

11:14

Ein feiner kleiner Film, voller kleiner feiner Leichen, mit feinen kleinen Storys, die sich zu einem feinen kleinen Ganzen zusammenfügen.
Die Jungsarsteller machen hier alle einen ziemlich guten Job und sind mittlerweile fast ausnahmslos in der Versenkung verschwunden. Eigentlich schade, aber Talent setzt sich dann eben doch nicht immer durch.

Und dann gab es da ja noch die große Nachricht. JACK NICHOLSON will wieder in einem Film mitspielen. Und alle so: YEAH! Und zwar im Toni Erdmann Remake, das kein Mensch braucht. Und alle so: FUCK HOLLYWOOD!

ONE FLEW OVER THE CUCKOO’S NEST – EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST

Das erste, was mir jedes Mal zu diesem Film einfällt, ist die Tatsache, dass ich echt Probleme damit habe, das Wort Kucucu… Kucuck…Kuckcuc…Kcukccu…Kuckcuck…Kuckcuck…Kuckckcukc…Kuckcuck…Kuckuckc…Kuckckcu…Kuckuck an der Tastatur zu schreiben. <— das waren alles echte uneditierte Versuche. Keine Ahnung, was da los ist.
Zweitens hätte Nicholsons Frisur in dem Film einen eigenen Preis verdient. Ich habe ständig das Gefühl, dass die ein Eigenleben entwickelt und sich in alle Richtungen ausbreiten will, um den Irrsinn zu verbreiten, der von Nicholsons Charakter hier ausgeht. Denn sind wir mal ehrlich: Auch wenn McMurphy nur so tut, als wäre er irre, ist er eigentlich einer der Beklopptesten in dem Laden.
Was soll ich sonst groß sagen. Fantastischer Film. Lustig, dramatisch, behämmert, gemein. Alles, was ein Topfilm braucht. Dazu hervorragende Darsteller in jungen Jahren, die man kaum erkennt – ich meine DAS soll Danny DeVito sein?

Und das Waschbecken ist auch ganz gut.

Im Zuge der Oscarverleihung habe ich dann noch einen Klassiker nachgeholt, da ich da ja noch einige Lücken habe, wie wir hier feststellen mussten:

IN THE HEAT OF THE NIGHT – IN DER HITZE DER NACHT

Sidney Poitier war mir bisher aus genau einem einzigen Film bekannt: „The Defiant Ones“ aka „Flucht in Ketten“. Ein leider etwas in Vergessenheit geratener Film, habe ich das Gefühl. Darin muss er sich mit einem rassistischen Mithäftling rumplagen, an den er gekettet ist. „In The Heat Of The Night“ geht zwar einen völlig anderen Weg, aber wieder muss sich Poitiers Charakter dem Rassismus stellen, der ihm entgegenschlägt. Hier nicht in Form eines Mannes, sondern gleich einer ganze Kleinstadt.
Knapp 10 Jahre liegen zwischen den beiden Filmen und es hat sich augenscheinlich nichts geändert, wie von der ersten Sekunde klar wird.
Und selbst heute, 50 Jahre später, ist das Thema so aktuell wie damals. Wenn uns ein Zeitdokument wie dieses eins zeigt, dann, dass die Leute schon immer dämlich waren und es immer sein werden.

Ach so, der Film ist übrigens super. Großartig gespielt, Steiger hat zu Recht den Oscar abgeräumt und dabei noch die Kaugummiindustrie unterstützt so gut er konnte,

Insgesamt gesehen: 11

Davon Schrott: 1

Rewatches: 8

Sehr wenig Schrott.Und sehr wenig neues. Das muss natürlich wieder besser werden.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

Die 5 Besten … Schauspieler ohne Oscar

Mann, was bin ich froh, dass Gorana diese Frage nicht letztes Jahr vor den Oscars gestellt hat. Denn da wäre natürlich von allen Seiten die gleiche Antwort gekommen. Jetzt gestaltet sich das schon etwas schwerer.

Die 5 Besten Darsteller ohne Oscar

5 Alan Rickman

Beginnen wir mit einem Mann, der vermutlich keinen Oscar mehr gewinnen wird. Man weiß natürlich nie, was die Zukunft bringt. Vielleicht animiert man ihn für ein Harry Potter Prequel und dann gewinnt seine animierte Version den Oscar. Ist aber eher unwahrscheinlich und einfach schade, denn … Moment mal … Alan Rickman war noch nicht mal für einen Oscar nominiert? Wie soll ich den Schwachsinn jemals wieder ernst nehmen?

4 Johnny Depp

Machen wir weiter mit einem Mann, der vermutlich keinen Oscar mehr gewinnen wird. Man weiß natürlich nie, was die Zukunft bringt. Vielleicht sagt er ja doch irgendwann: „Fick Captain Jack Sparrow und die ganzen Kackrollen, die alle gleich sind.“ Und vielleicht dreht er dann wieder gute Filme. Es wäre wünschenswert.

3 Joaquin Phoenix

Aus irgendeinem Grund sieht Phoenix ja immer entweder aus wie ein Penner, oder als hätte er seit zwei Wochen nicht geschlafen. Ich sehe auch immer so aus. Also wie beides. Deshalb ist mir der Typ wohl so sympathisch.

2 John Cusack

Irgendwie ist der ja mal komplett in der Versenkung verschwunden. Was ist da passiert? Der war mal richtig gut dabei und dann … weg. Steht hier stellvertretend für einige andere, denen es ähnlich ergeht.

1 Jim Carrey

Das dürfte jetzt wenig überraschend kommen für alle, die mich hier schon länger verfolgen. Für mich ist Carrey der wohl unterbewertetste Darsteller der letzten 20 Jahre. Klar, er macht viel Comedy, aber wenn man ihn dann mal ins Dramafach wechseln lässt, ist er einfach immer der absolute Wahnsinn. Um so trauriger, dass diese wenigen Chancen, die er hatte nicht ein mal belohnt wurden.

HONORABLE MENTIONS: Matt Dillon, Edward Norton, Tom Cruise, Samuel L. Jackson (Motherfucker), Brad Pitt (der immerhin einen als Produzent hat)

 

Die 5 Besten … Oscarfilme

Ich machs kurz heute, weil mir etwas die Zeit fehlt. Ich habe eindeutig zu wenige Oscarfilme gesehen. Da habe ich wirklich sehr viel Nachholbedarf. Trotzdem hier, wie von Gorana verlangt. die meiner Meinung nach

5 Besten Oscargekrönten Filme in der Kategorie „Bester Film“

5 The Departed (2006)

Jetzt denkt ihr sicher: „Ist der irre? Mit einem beschissenen Remake fängt der an?“ Ja, tue ich. Und ja, ich bin irre. Ich fand den super, allerdings kenne ich auch das Original nicht. Das wird sich aber vermutlich auch nicht mehr ändern, denn wenn ein Remake so gut ist, kann das Original in der Nachbetrachtung dann eigentlich nur verlieren.

4 Ben Hur (1959)

Man soll ja nicht schlecht über die Toten reden, deshalb lasse ich hier jetzt mal unerwähnt, dass ich den Film unfassbar gut finde, obwohl Charlton Heston ein Riesennaziwaffenlobbyarschloch war. Alleine der Anfang und das Wagenrennen reichen, um den Film in diese Liste zu bringen.

3 Braveheart (1995)

Damals, als Mel Gibson noch kein antisemitischer Alki war, pinselte er sich die Visage mit Blaubeermarmelade an und hielt eine der besten Filmansprachen aller Zeiten. Und seine Freiheit hat ihm immer noch niemand genommen.

2 Platoon (1986)

Damals, als Charlie Sheen noch kein … ach, komm, lassen wir das. Es ist einfach ein super Film. Und definitiv einer der besten Antikriegsfilme.

1 One Flew Over The Cuckoos Nest (1975)

Jack Nicholsons Kampf gegen ein Waschbecken ist einfach unvergesslich.

Liebster Award von Friedl von Grimm – (Mehr oder weniger) intelligente Antworten auf interessante Fragen #16

Mitten in den Vorbereitungen zu den SchrottAwards (hier könnt ihr noch wählen) kommt plötzlich ein Franzi angerauscht und ballert mich mal wieder mit Fragen im Rahmen des „Liebster Award“ zu. Da muss ich natürlic auch brav antworten. Die letzte Fragerunde gab es nebenbei nicht hier, sondern auf dem Blog vom Selbsternannten Schriftsteller. Ja, Crosspromo kann ich.

1 In welcher Situation hast du dich das letzte Mal so richtig typisch deutsch gefühlt?

Was ist denn typisch deutsch? Currywurst? Hatte ich lange nicht. Ach, warte mal. Man sagt ja, Deutschland sei ein Land der Nörgler. Nun, ich finde ja bekanntlich alles scheiße. Da habta eua Deutsch!

2 Hattest du eine Eigenart als Kind, die dir jetzt im Nachhinein doch recht exzentrisch vorkommt?

Ich glaube nicht. Ich hab eigentlich immer das gemacht, was alle anderen auch gemacht haben. Also Fußball gespielt. He-Man Figuren gesammelt. Plastiksoldaten abgefackelt … Alles normal.

3 In welchen Filmwelten/Serienwelten fühltest du dich als Kind zuhause? Was hast du mit Freunden oder auf dem Schulhof nachgespielt?

Ich habe als Kind mit meinem besten Freund größtenteils Cartoons nachgezeichnet. Überwiegend die Looney Tunes. Meine Zeichenkünste kennst du ja von ein oder zwei Briefen. Sind etwas eingerostet. Aber ich habe mir vorgenommen, da demnächst mehr zu machen. Auch hier auf dem Filmschrottplatz.

Auf dem Schulhof habe ich eigentlich nicht so wirklich was nachgespielt. Wir hatten mehr Spaß an sinnlosen Diskussionen über Videospiele, die damals halt gerade im Kommen waren. Heute diskutiere ich immer noch, nur eben über Filme. Hat sich nicht viel geändert.

4 Welche Legende werden wir in 20, 30 Jahren betrauern? Oder gibt es dann nur noch Youtube- und Realtity-TV-Stars und musikalische Eintagsfliegen?

Na ja, ein paar gibt es da ja schon noch. Die DiCaprios und Depps sind schließlich auch nicht unsterblich. Nur bei Tom Cruise bin ich mir nicht sicher, ob der nicht vielleicht einen Immortal-Deal mit Lord Xenu eingegangen ist und uns auf ewig erhalten bleibt.

Interessant ist aber natürlich schon, dass vor allem YouTube-Stars schon etwas eher neues sind und wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass die halt auch irgendwie da bleiben und sich das nicht irgendwann einfach abnutzt, dann wird man auch auf die irgendwann Nachrufe lesen können und alle sagen dann, wie scheiße das Jahr 2066 war, weil irgendein LetsPlayer von seiner Spielkonsole erschlagen wurde, die ein Eigenleben entwickelt haben wird und Bibi an einer Nagellackvergiftung verreckt sein wird.

5 Was ist dein Lieblingsgericht? Und warum?

Ich weiß nicht, ich fand die Gerichtsshows immer scheiße. Ich sage einfach mal mein Lieblingsgericht ist Barbara Salesch, weil da immer die dämlichsten Stories abliefen. Wichskeks beim Bund und abgeschnürte Hoden im Domina-Dungeon und so. Halt die ganz normale Nachmittagsunterhaltung der privaten Fernsehsender.

6 Hälst du dich für einen intelligenten Menschen? Warum?

So Selbstbeweihräucherungsfragen sind ja gar nicht meins. Ich sags mal so:

Ich kann kein Mathe. Also bin ich nicht so intelligent wie der gute Will Hunting.

Aber ich kann lesen und schreiben. Damit bin ich zumindest intelligenter als alle Reality-TV-Stars.

Ich kann mir keine Namen von Leuten merken, die ich gerade kennen gelernt habe. Also bin ich nicht so intelligent wie das Telefonbuch.

Aber ich kann mir Charaktere ausdenken, deren Namen ich mir merken kann. Damit bin ich zumindest intelligenter als E.L. James‘ Kackbücher.

Ich kann nicht in dieZukunft blicken. Also bin ich nicht so intelligent wie Nostradamus.

Aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Zukunft vermutlich die gleiche Grütze bringt wie Vergangenheit und Gegenwart. Damit bin ich zumindest intelligenter als der Seher aus Asterix.

Ich kann nicht auf Bäume klettern. Also bin ich nicht so intelligent wie ein Affe.

Aber ich kann mich davon abhalten, meine Scheiße durch die Gegend zu werfen. Damit bin ich zumindest intelligenter als ein Affe.

Am Ende gleicht es sich wohl einfach alles aus … und wir sind alle gleich doof. Und Affen.

7 Wann hat dich das letzte Mal ein Mensch durch sein Verhalten etc. überrascht?

Ich glaube, das kam noch nie wirklich vor. Menschen sind zu berechenbar. Außerdem sind wir alle Arschlöcher, also wäre es eigentlich nur überraschend, wenn mal jemand was tut, ohne irgendeinen Selbstzweck. Das kam in der Geschichte der Menschheit aber generell vermutlich nur ungefähr zweieinhalbmal vor.

8 Gibt es etwas (ein Gedicht, ein Zitat etc.), was du jederzeit aufsagen kannst?

Vermutlich könnte ich jetzt ein paar Filmzitate raushauen, aber wirklich bewusst merken tue ich mir sowas nicht. Aber als Überleitung zur nächsten Frage fällt mir das hier ein: „This is what happens when you find a stranger in the Alps!“

9  Welche Themen des unnützen Wissens haben sich den größten Platz in deinem Hirn verschafft?

Das Zitat stammt nämlich aus „The Big Lebowski“ und es spiegelt hervorragend wieder, wie viel #nutzlosesFilmwissen ich über die Jahre angehäuft habe. Denn dieses Zitat gibt es ausschließlich in der Flugzeugversion des Films, die auf internationalen Flügen gezeigt wurde. Das Originalzitat ist natürlich: „This is what happens when you fuck a stranger in the ass!“ Zensur über internationalen Gewässern und so. Solches Wissen wurschtelt ohne Ende in meiner Birne rum und wuselt durchgehend meine Gedanke durcheinander. Ich arbeite beispielsweise an irgendwas und plötzlich ploppt irgendeine Filmanekdote in meinen Kopf, die absolut nichts mit dem zu tun hat, was ich gerade tue.

 

Sowas hier:

Wusstet ihr beispielsweise, dass beim Film „The Defiant Ones“, hier bekannt als „Flucht in Ketten“, ein Berater am Set war, der in den Credits nicht genannt wurde, weil er sich während des Drehs tatsächlich auf der Flucht befand?

Oder das hier: In den USA verklagte eine Frau das Filmstudio des Films „Drive“, weil der Trailer einen actionreichen Film versprochen hatte, der Film ihr aber zu ruhig war.

Oder hier: Richard Harris war ein Riesenfan von Marlon Brando. Bei den Dreharbeiten zu „Mutiny On The Bounty“ bzw. „Meuterei auf der Bounty“ änderte sich das allerdings, da Brando Harris mit seinen Starallüren so dermaßen auf die Eier ging, dass Harris sich irgendwann weigerte, weitere Szenen mit ihm zu drehen.

Oder: Der erste Dialog in einem Film war im Film „The Jazz Singer“. Der Dialog war komplett improvisiert und stand nicht im Drehbuch. Es sollte wie damals halt üblich ein reiner Musikfilm werden.

Roy Scheider hat den Dialog „You’re Gonna Need A Bigger Boat“ in „Jaws“ aka „Der weiße Hai“ improvisiert und sollte eigentlich nur geschockt gucken.

Joss Whedon, der von allen aus irgendeinem Grund abgefeiert wird, hat die grauenhaften Dialoge im Film „Speed“ verbrochen.

Erinnert ihr euch an „Friends“? Da gibt es eine Folge, in der herauskommt, dass Joey in einem Porno mitgespielt hat. Darsteller Matt LeBlanc hat tatsächlich in einem Softporno mitgewirkt.

Ebenfalls in Pornos waren Sylvester Stallone, David Duchovny und Jackie Chan!!!

Nintendo besitzt die Rechte an den Pornofilmen „Super Hornio Bros. 1 und 2“ mit Ron Jeremy.

Ich höre jetzt besser auf, sonst sitzen wir morgen noch hier. Und jetzt sind wir ja alle spitz wie Nachbars Lumpi, also machen wir besser schnell weiter um wieder runterzukommen.

10 In welche Richtung soll die Unterhaltungsindustrie in Zukunft gehen?

Bevor ich jetzt hier zum tausendsten Mal runterpredige, dass die Unterhaltungsindustrie eigentlich nur den Weg der Kreativität gehen kann, wenn sie auf lange Sicht bestehen will, sage ich es einfach mal so: Wenn die großen Bosse weg sind und die nachfolgende Generation am Hebel sitzt, also so in 10-20 Jahren, wird endgültig alles im Arsch sein, denn die haben Kreativität und Innovation nie erlebt. Ein anderes Szenario kann ich mir leider kaum vorstellen.

Und nur um das mal klar zu stellen: Ich weiß, wie schwierig es ist, etwas neues zu machen. Ich scheitere selbst gerne daran. Aber „neu“ heißt ja nicht, dass etwas von Grund auf entwickelt werden muss. Es ist absolut okay, bewährte Muster und Vorlagen zu verwenden. Aber man muss ihnen eben einen eigenen Stempel aufdrücken. Nur zu kopieren und absolut nichts eigenes einfließen zu lassen ist auf lange Sicht der Tod jedes Mediums.

Es ist schließlich einfach der Fall, dass man momentan komplett versäumt, etwas neues zu schaffen, auf dem man dann in Zukunft aufbauen kann. Man gräbt momentan einfach jeden Kram aus, der schon mal da war, aber in ein paar Jahren, wenn man damit durch ist, hat man keine eigenständigen Franchises mehr zur Verfügung. Superhelden und Co. kann man da nicht zählen, denn das sind keine ursprünglichen Filmfranchises. Anstatt weitere Die Hards und Indys und Star Wars zu machen, sollte man lieber zusehen, dass man schnellstens neue Reihen etabliert. Sonst hat man bald ein ernsthaftes Problem.

11 Wann und durch was hat dich das letzte Mal ein Medium deiner Wahl (oder medienrelevante Person) richtig in Rage gebracht?

Das passt hier nur so halb hin, weil es nicht um das Medium an sich geht, sondern eher den Vertrieb davon, aber ich könnte gerade mal wieder dauerhaft über die Kinobetreiber hier in der Umgebung abkotzen.

Ich war ja nie ein großer Kinogänger, aber hin und wieder hat man ja doch mal Bock. Letztes Jahr habe ich es immerhin rekordige 12 mal ins Kino geschafft. Dieses Jahr werde ich das aber ganz sicher nicht wiederholen, was vor allem an der Filmauswahl liegt. Nicht, dass keine vielversprechenden Filme kämen. Sie kommen nur scheinbar nicht hier.

Hacksaw Ridge – nominiert für 6 Oscars – läuft hier nicht

Manchester By The Sea – nominiert für 6 Oscars – läuft hier nicht

La La Land – nominiert für 14!!! Oscars – läuft hier nicht

Fick die verfickten Kinobetreiber. Ich sehe nicht ein, ein System zu unterstützen, bei dem nur generische Grütze geliefert wird und alles, was auch nur ansatzweise in eine andere Richtung geht, komplett ignoriert wird. Ja, ich weiß, die müssen sich ja finanzieren und das geht nur über Mainstreamfilme und blah. Mir scheißegal. Fick die Wichser. Wenn ich in diesem Multiplexxpisskomplex ein Dutzend Säle mit Leinwand zur Verfügung habe, muss es ja wohl möglich sein, mal in einem nicht Star Squad V Super Marvel für 18 Wochen zu zeigen und auch dem Zuschauer, der nicht nur CGI-Krachbummgewichse in 3D haben will, sondern gute Filme, in einem Saal einen dieser guten Filme zu zeigen. Also Fick die Arschkrampen vom Kino.

Den ein oder anderen Film werde ich aber wohl dann doch wieder mitnehmen, weil ich nicht anders kann. Vorausgesetzt natürlich, dass sie auch irgendwo laufen.

Monatsrückblick – Januar 2017

Aus irgendeinem Grund lieben die Leute ja einfach Rückblicke – ich nebenbei auch. Das merkt man vor allem immer zum Ende des Jahres, wenn es Rückblicke nur so hagelt. Und weil ich hier ja insgeheim darauf aus bin, so viele Klicks zu generieren, dass ich damit irgendwann die Weltherrschaft anstreben kann, mache ich jetzt auch Rückblicke. Ich hatte erst überlegt, ob ich wöchentliche Rückblicke machen soll, aber dann dachte ich: „Nee, das ist doch Schwachsinn. Ich mache jeden Tag einen.“ Allerdings habe ich schon am 1. Januar festgestellt, dass es nichts zum rückblicken gab, also habe ich mich für eine monatliche Rückblickreihe entschieden. Freut euch also auf filmische Rückblicke immer am Ende des Monats (oder halt am Anfang des nächsten Monats) – inklusive ausgewählter Kurzreviews von meinem Letterboxd Account.

JANUAR 2017

Die ersten Filme habe ich am 03. Januar geguckt. Und weil ich da ja ganze 2 Tage keinen Film gesehen habe, habe ich mir direkt 5 am Stück reingepfiffen.

Leider begann es direkt mit einer Enttäuschung.

WISH I WAS HERE

„Der absolute Indieoverkill des Zach Braff. Indiefilmstory mit Indiedarstellern in Indiefilmumgebung und dem üblichen Indiesoundtrack.
Leider ist Indie um des Indies Willen auch nix weiter als Durchschnittskost. Und in diesem Fall wirkt das auch noch sehr belanglos.“

Zum Ausgleich habe ich mir was mit Ellen Page angeguckt, denn die enttäuscht eigentlich nie.

WHIP IT – ROLLER GIRL (Ich verzichte mal auf den grandiosen deutschen Untertitel: „Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“)

„Nix besonderes, aber Ellen Page ist halt immer top und die Sportart ist unverbraucht. Jetzt kann man das natürlich theoretisch noch mit gefühlt 4200 anderen Sportarten wiederholen, die auch nie in einem Film behandelt wurden. Voraussetzung ist halt, dass man Ellen Page immer an Bord hat. Dann gucke ich mir das an.“

In den Folgetagen gab es ein echtes Highlight.

MOON

„Zaphod Beeblebrox aufm Mond.
One-Man-Shows sind ja immer ein schmaler Grat, finde ich. Da muss schon alles passen, damit ich nicht schnell das Interesse verliere. Aber Sam Rockwell … rocks it well … hahahahuhuhuhtihihihi … ich gehe meinen Mantel holen …



… und dann denke ich über „Moon“ nach. Denn komplett gerafft hab ich den nicht. Ich glaube, deshalb hat der mir auch so gefallen.“

Und ein absolutes Lowlight.

SLEEPLES IN SEATTLE – SCHLAFLOS IN SEATTLE

„Wenn man einen Film mit Meg Ryan aus den Neunzigern guckt und dabei den unglaublich großen Fehler macht, ihren Namen in eine Suchmaschine einzugeben, um mal zu gucken, was die eigentlich mittlerweile so treibt, ist die erste Erkenntnis, die man erhält, dass plastische Chirurgie mitnichten der Freund des Menschen ist. Und der von Meg Ryan schon gar nicht. Meine Fresse, hat diese ehemals wunderschöne Frau sich verunstalten lassen.
Aber zum Film: Ryan ist hier eine besessene Stalkerin … und schön, der Sohn ist Stiernacken … und heute vermutlich Bärenwrestler, Hanks ist durch seine pure Anwesenheit das beste am Film … und eben Hanks, Pullman ist auch da. Zusammen ergibt das jede Menge Rumgedümpel. Immer gerade so auf einem Level, dass ich nicht versucht war, den Quark direkt auszuschalten. Allerdings wurde es mit jeder Sekunde knapper. Vor allem da die Rolle von Ryan sekündlich unsympathischer wird und ich der einfach gar nix gegönnt habe.
Die Message, dass man seinen sympathischen Freund für irgendeinen Stecher, den man im Radio gehört hat, verlassen sollte, ist natürlich auch nicht so geil, aber die Lösung ist ja einfach: Wenn wir was zum Ficken wollen, müssen wir halt zum Radio.“

In der Mitte des Monats gabs dann etwas Durchschnitt …

THE BIG SHORT

„Ich bilde mir ja ein, von fast allem zumindest ein bisschen Ahnung zu haben. Finanzen gehören aber definitiv nicht dazu. Vermutlich bin ich deshalb auch immer kurz davor, eine Karriere als Straßenpenner zu beginnen. Zum Glück gibt es Margot Robbie, die mir ganz genau erklären kann, was auf dem Finanzmarkt abgeht, während sie Champagner in der Badewanne säuft. Sinnlos, aber kann man wohl mal machen. Ich stehe ja nicht auf diese Chiceria-Schnicksen, die Champagner in der Badewanne saufen, aber jedem das Seine.
Wo war ich? Ach ja, Finanzen. Nix mit zu tun. Ich hab keine. Aber trotzdem ist der Film durchaus interessant und geht das Thema mit der nötigen Lockerheit an, die mich davon abhält, völlig desinteressiert abzuschalten.
Am Ende ist mir das aber alles zu lang geraten. Eine halbe Stunde weniger hätte es wohl auch getan.
Nicht mein Thema, deshalb war ich irgendwann einfach gelangweilt. Bestimmt kein schlechter Film, aber nicht meins.
Laaaaaaaaaang …“

… eine Überraschung aus Indien …

RAMAN RAGHAV 2.0 – PSYCHO RAMAN

„Wenn ich die Worte „Indien“ und „Film“ in einem Satz höre, denke ich als erstes an tanzende Honks, die Namen haben, die wie eine Mischung aus He-Man Handlanger und böser Filmkönig klingen. Dieser Film hier hingegen ist düster, dreckig, atmosphärisch und einfach böse. Nicht das, was man aus Indien erwartet.
Leider spreche ich kein Hindi und die deutschen Untertitel wirkten teils eher schnell hingerotzt. Ich sollte wirklich einfach ALLE Sprachen lernen, um solche Filme besser wertschätzen zu können. Trotzdem fand ich ihn ziemlich gut. Wenn ich irgendwann Hindi sprechen sollte, werde ich vermutlich die Wertung noch etwas nach oben korrigieren. Also nie, deshalb haue ich einfach jetzt schon die vermutliche Höchstwertung dafür raus.“

… und zum Ende des Monats noch ein Remake.

EVIL DEAD

„Irgendwie checke ich nicht, warum dieser Film von vielen so gefeiert wird. Nicht, dass er besonders schlechte wäre. Er ist nur auch nicht besonders gut. Er ist einfach da.
Belanglos und ausgelutscht. Nichts neues. Kann man machen. Braucht aber halt eigentlich keine Sau. Es ist einfach „Evil Dead 4 – More Blood, Less Anything Else“.“

Insgesamt gesehen: 23

Davon Schrott: 4

Rewatches: 1

Verhaltener Start ins neue Jahr. Wenig Schrott, nur ein Rewatch. Aber 23 Filme in einem Monat sind schon mal nicht verkehrt. Mal schauen, ob sich das alles noch ausbauen lässt.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.