Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Kultschrott – Waterworld

Für ein paar Jahre, Anfang bis Mitte der Neunziger, führte in Hollywood fast kein Weg an einem Mann vorbei: Kevin Costner. Er hat sie alle gespielt: Robin Hood, Wolftanzkarl, Kennedymordermittlerheinz, Beschützerbob und viele mehr. Aber irgendwann begann der Ruhm doch etwas zu schwinden und ein Film hatte daran vermutlich einen bedeutenden Anteil. Schließlich gilt er bis heute als eine der größten Geldverbrennungsmaschinen, die Hollywood jemals umgesetzt hat. Und das will was heißen, wenn man sich mal anschaut, wie viel Kohle die jährlich mit Scheißfilmen vernichten. So ganz gerecht wird dieser Ruf dem Film aber ohnehin nicht, denn eigentlich ist er erstens gar nicht so kacke und zweitens hat er sich durch seinen Namen eine Art Kult aufgebaut, der dann doch bis heute noch einiges an Geld in die Kassen gespült hat. Die Rede ist natürlich nicht von THE POSTMAN, denn der hat die Knete tatsächlich übelst verbraten und nie wieder einen Cent eingespielt. Nein, es geht natürlich um das große Wasserspektakel mit Freizeitpark- und Apokalypsefeeling vom Feinsten:

WATERWORLD – USA – 1995 – 135 Min.

Regisseur Kevin Reynolds hatte nach diesem ilm ähnlich viel Erfolg wie Costner, mit dem er zuvor schon ROBIN HOOD inszenierte. Aber so alle paar Jubeljahre macht er noch einen Film oder mal ne Serie. Er ist also noch im Geschäft. So schlimm kann dieser Film also wirklich nicht gewesen sein.
Okay, für Drehbuchautor Peter Rader ging danach wirklich nicht mehr viel. Aber sein Co-Autor David Twohy liefert noch regelmäßig Drehbücher ab und schreibt die ganzen RIDDICK/PITCH BLACK-Streifen für Vin Diesel, wenn der mal eine Abwechslung vom Autofahren braucht.
Bei den Darstellern glänzt wie bereits erwähnt Kevin Costner als Fischmann mit Kiemen und wasserabweisender Frisur. Sein Gegenspieler ist natürlich Dennis Hopper, der wie immer absolut fantastisch in einfach jeder Sekunde ist. Jeanne Fucking Tripplehorn hatte zu dieser Zeit auch ihre 5 Minuten Ruhm. Michael Jeter ist uns hier schon in JURASSIC PARK III begegnet und er hätte einfach besseres verdient gehabt. Nebenbei schwimmen auch Kim Coates, den man eventuell aus SONS OF ANARCHY kennt, Lee Arenberg, den man bestimmt aus PIRATES OF THE CARIBBEAN kennt und Jack Black, den man ganz sicher von irgendwas anderem kennt, mal durchs Bild. Also einiges los hier im Schwimmbecken der Geisteskranken.

Die Polarkappen sind geschmolzen und die Erde steht unter Wasser. Die Überlebenden haben sich den Bedingungen angepasst und leben jetzt in dieser Wasserwelt, in der man destillierten Eigenurin zum Frühstück trinkt und jede Menge Zeit zum Angeln hat. Der Mariner angelt nicht. Vermutlich, weil er selbst halb Fisch ist mit seinen Kiemen. Stattdessen betreibt er eine Art Tauschhandel auf seinem selbstgebsauten Gleitsegelbootding, inklusive Apfelbaum. Als ihm die Äpfel geklaut werden, sieht er rot und geht auf Rachefeldzug … nee, wartet, das wäre die Story, wenn der Film heute im ideenlosen Hollywood rauskäme. Hier geht es um die Smoker, angeführt von Dennis Hopper aka Deacon, die die Wasserwelt in Angst und Schrecken versetzen.

Der Mariner erreicht eine Stadt oder sowas und tauscht dort den wertvollen Dreck ein, den er auf seinen Reisen gesammelt hat und lernt Helen und die kleine Enola kennen, auf deren Rücken sich eine Tätowierung befindet, die angeblich den Weg zum sagenumwobenen Dryland zeigt. Ähm, wie sinnvoll ist bitte eine Karte, wenn alles unter Wasser steht? Was soll darauf zu sehen sein? Viel blau und der Schriftzug „Dryland liegt im Norden“? Okay, es sind irgendwelche Schriftzeichen und ein Pfeil, der nach Norden zeigt. Auch nicht viel besser.

Der Mariner wird gefangen genommen, denn er ist ein Fischmutant und soll in irgendeinem Sumpfloch ertränkt werden. Müsste der da drin nicht auch atmen können? Egal. Die Smokers kommen und Panik macht sich breit. Nebenbei weiß der Mariner wohl, wie man die Karte deutet, was den neugierigen Gregor noch neugieriger macht, aber das erstmal nur so am Rande, denn jetzt ist Smoker-Action angesagt. Die ballern aus allen Rohren und machen aus der Wasserstadt im Handumdrehen Kleinholz. Die Action voller Jetskis und Rampen und Jack Black im Flugzeug kann sich nebenbei durchaus sehen lassen.

Gregor fliegt mit seinem Ballon davon und Helen lässt den Mariner aus dem Käfig, damit der sie und Enola aus der Stadt und in Sicherheit bringt. Wo zum Geier hat Deacon eigentlich die Zigaretten her? Wo soll denn in dieser Welt noch Tabak – oder was auch immer der raucht – wachsen? Der ist natürlich gar nicht begeistert, dass der Mariner einfach so abhauen will und die Smoker machen Randale, also muss der Mariner sie alle platt machen, was nicht schwierig ist, denn sie sind absolute Vollidioten.

Wenig überraschend will Deacon das Mädchen mit dem Kartentattoo haben. Und der Mariner weiß, wo Dryland ist. Wozu dann die dämliche Karte? Das denkt sich auch der Mariner und will sie direkt mal wegmetzeln, um Trinkwasser auf dem Weg zu Dryland zu sparen. Helen rettet sie, indem sie sich nackig macht. Der Fischmann ist aber nicht interessiert an ihr und kloppt sie mit einem Paddel um. Immerhin lässt er die beiden vorerst am Leben.

Deacon raucht Kette und braucht ein neues Glasauge. Eine Augenklappe tut es vorerst aber auch. Der Mariner stellt derweil mal klar, dass er sich nicht gerne von kleinen Mädchen vollquatschen lässt und wirft Enola ins Meer. Da er aber im Kern natürlich doch ein netter Kerl ist, rettet er sie. Und dann kommt Jack Black angeflogen und es wird rumgeballert. Helen harpuniert den Flieger, was keine so schlaue Idee war, denn das Seil an der Harpune ist fest mit dem Boot verbunden, das durch diese Aktion stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nachdem der Mariner das Problem gelöst und sich den Schaden angeschaut hat, schneidet er zur Strafe seinen Begleiterinnen die Haare. Ich bin mir noch nicht sicher, ob er die Eintauschen will oder ob er einfach einen Fetisch hat.

Kim Coates will einen Tausch machen, der vor allem die Frauen betrifft. Der Mariner geht erst darauf ein, da Kim ihn aber bescheißen will, muss er ihn umnieten und geht dann Fischen, was in dieser Welt bedeutet, sich von einem Riesenfisch fressen zu lassen und den dann von Innen abzuballern. Wer nebenbei bis hierher noch nicht gerafft hat, dass der Mariner eine Beziehung zu den beiden Frauen aufbaut, dem wird die Szene helfen, in der er Enola das Schwimmen beibringt.

Die Smokers planen einen Hinterhalt, aber der Mariner ist zu schlau für sie und entkommt. Deacon steht bisher wie der letzte Trottel da, muss ich sagen. Ein Antagonist kann hin und wieder auch mal einen Erfolg vertragen, damit die Bedrohung ernst genommen werden kann.

Der Mariner verrät, dass er nie in Dryland war und seinen ganzen coolen Krempel wie den Apfelbaum und die Musikbox vom Meeresgrund geholt hat, wo er Helen die versunkenen Städte zeigt. Das führt mich zu der Frage: Gibt es eigentlich gute Filme über Atlantis? Und nein, den von Disney fand ich eher nicht so geil.

Enola sitzt alleine auf dem Boot und die Haie kommen, was natürlich saudoof war, denn Deacon und die Smokers sind zur Stelle und hier gibt es vielleicht doch mal den Erfolg. Tatsächlich kann er Enola mitnehmen und das Boot des Mariners abfackeln. Der und Helen retten sich ins Meer und aus der Unterwasser-Beatmung wird Rumgeknutsche.

Während Deacon Enola Zigaretten anbietet und herausfinden will, wie man die Karte liest, kommt beim verbrannten Boot zufällig Gregor in seinem Ballon vorbei und rettet die Schiffbrüchigen. Der Mariner nimmt seine geliebte Zeitschriftensammlung mit. Gregor hat eine neue Stadt gefunden und plant eine Rettungsmission für Enola, der sich niemand anschließen will. Außer der Mariner natürlich, der eh Rache für sein Boot will und sich auf den rostigen Öltanker schleicht, wo Deacon gerade Essen an die hungrigen Massen verteilt und eine famose Ansprache hält.

Als Smoker verkleidet assassiniert sich der Mariner zu Enola vor. Deacon veranlasst derweil, dass der Tanker losrudert, um Dryland anzusteuern. Der Mariner hat aber was dagegen und wirft eine Leuchtfackel ins Öl, wodurch der ganze Tanker abfackelt. Deacon flieht natürlich mit Enola in Jack Blacks Flugzeug, der scheinbar gerade Kaffeepause macht, aber der Mariner hat aus der Seilharpunennummer gelernt und bringt den Flieger damit zum Absturz.

Gregor Ballon kommt wieder mal vorbei und rettet den Mariner und Enola. Deacon landet im Wasser und der Tanker geht unter. Deacon hat aber noch ein paar Smoker auf Jetskis gefunden, die alle auf Enola zurasen. Natürlich prallen sie aufeinander und sind im Arsch.

Gregor entschlüsselt mal schnell die Karte und steuert Dryland an. Und tatsächlich, da ist es. Voller plätschender Gewässer und trabender Pferde und toten Skeletten in alten Hütten. Ein idyllisches Paradies. Mit sowas kann der Mariner natürlich gar nichts anfangen und er segelt weiter, denn er ist halb Mann und halb Fisch und er gehört auf den Ozean. Trotzdem nimmt er ein paar Zitronenbäume mit.

Sets und Action stimmen soweit. Der Film hat in erster Linie ein Problem mit dem Pacing, aber das macht ihn lange nicht schlecht. Vielleicht mangelte es einfach an der richtigen Vision. Ich behaupte einfach mal, mit einem George Miller im Regiestuhl wäre das hier richtig geil geworden. So ist es eben nur okay und unterhaltsam, schöpft aber einfach sein Potenzial nie aus. Ich gehe segeln …

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Heldenlose Diktaturenzerschlagung in nicht ferner Zukunft

Blicken wir doch mal wieder in die unmittelbar bevorstehende Zukunft. Was wird uns im Jahr 2020 erwarten? Wird die italienische Post-Apokalypse endlich eintreten und wir alle nur noch in Wüstengebieten gegeneinander kämpfen? Laut dem heutigen Film ist die Antwort ein klares: Ja. Aber die Zukunftsvisionen der italienischen 80er sahen irgendwie alle so aus, also kann man sich wohl ein paar berechtigte Zweifel bewahren.

ANNO 2020: I GLADIOTORI DEL FUTURO – 2020 TEXAS GLADIATORS – Italien – 1982 – 91 Min.

Regie bei diesem Spaß führte Joe D’Amato, der vor allem mit Pornos sein Geld verdiente, bei denen sich die Leute (einschließlich mir) bis heute fragen, warum es dafür eigentlich einen Regisseur braucht.
Drehbuchautor George Eastman schrieb unter anderem den eventuell bekannten ANTROPOPHAGUS. Co-Autor Aldo Florio brachte nichts Erwähnenswertes zu Papier.
Darsteller Al Cliver bekämpfte für Lucio Fulci Zombies in ZOMBI 2. Harrison Muller begegnete uns hier vor langer Zeit schonmal im wunderbar bekloppten SHE. Peter Hooten ist niemand geringeres als der originale DR. STRANGE. Hal Yamanouchi hat auf der ganzen Welt mal seine Visage in die Kamera gehalten. Unter anderem drehte er mit Wes Anderson und dem italienischen KOMMISSAR REX. Donald O’Brien war IM NAMEN DER ROSE dabei und Geretta Geretta hat einen interessanten Namen.

Natürlich beginnt der Streifen mit Dudelmusik und einem Mann, der in einem alten Gemäuer Leute schnetzelt wie Rambo an seinem schlechtesten Tag. Sein Ziel ist es selbstverständlich, eine unschuldige Brünette aus den Klauen der scheinbar religiösen Bösewichte zu befreien. Moment, es sind sogar 5 Männer und nicht nur eine Frau. Das macht die Sache natürlich einfacher und die Mission gelingt. Nach erfolgreicher Rettung will einer von ihnen eine halbnackte Blondine vergewaltigen, aber das kann Nisus nicht zulassen. Weil er den Eid gebrochen hat, wird Catch Dog, so der Name des Vergewaltigers, aus der Gruppe geschmissen. Ich schätze mal, er ist dann später der Antagonist hier. Die Blondine ist die absolute Pazifistin, was in einer Welt wie dieser wohl nicht die größten Überlebenschancen mit sich bringt.

Blondie bringt die Gruppe auf ihren Mopeds zu irgendeiner Firma, wo irgendwas hochexplosives gemacht wird, das irgendwie Gefahr droht, irgendwie zu explodieren, wenn man es nicht irgendwie verhindert, was Nisus natürlich irgendwie tut. Ich sage es, wie es ist: Ich habe absolut keine Ahnung, was genau die da machen, aber 2 Minuten später ist Alarm und eine Motorradgang kommt angefahren und es wird wild rumgeballert. Dann kommt Glatzengerd mit seinem Panzerwagen voller Spezialeinheiten inklusive Schilden angefahren und das Geballer nutzt nichts mehr. Rückzug ist die Devise und nach minutenlanger Action, wähend der unschuldigen Frauen das Oberteil geklaut wird, und kleine Jungen zum Oralsex gezwungen werden (zumindest sah das so aus), sind fast alle tot und nur Blondie, Nisus und ein kleiner Junge (nicht der Orallutscher, sondern noch viel jünger) sind noch übrig. Die werden gefangen genommen und Blondie soll mal wieder vergewaltigt werden. Diesesmal von einem Snake Plissken für Arme. Catch Dog schaut sich das ganze an und Nisus schwört natürlich Rache und so.

Glatzengerd erklärt den Überlebenden (sind doch ein paar mehr), dass sie die „New Order“ sind und sie gefälligst tun, was sie ihnen sagen. Nisus hält davon natürlich überhaupt nix, stürmt wie ein Irrer auf Glatzengerd los und sticht den ab, wofür er selbst erschossen wird. Blondie ist untröstlich. Man hat also jetzt schon gekonnt jeden hier gekillt, der einen Namen hatte. Perfektes Writing.

Im Hauptquartier der „New Order“ wird geflippert und Russian Roulette gespielt, was nicht jeder überlebt. Vor allem nicht der Möchtergern-Vietnam-Veteran, der aussieht, als hätte er zu oft DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN gesehen. Ein Fremder kommt rein und fordert den Möchtergern-Cowboy heraus, mit ihm zu spielen und bescheißt irgendwie, was zu Gedresche führt und er muss 10 Jahre in der Mine arbeiten.

Der Film ist übrigens schon zur Hälfte durch und ich habe immer noch keine Ahnung, was hier eigentlich die Handlung oder wer der Protagonist sein soll. Läuft.

In der Mine verreckt ein Opa und niemand darf ihm helfen. Das findet Bartbob richtig scheiße und wird vermöbelt. Der Roulettebescheißer hilft ihm dann raus aus der Mine und irgendein Asiate ist auch noch dabei. Gemeinsam mit Blondie hauen sie dann in einem Auto ab und ich frage mich, ob die drei Typen eventuell schon bei der Rettungsmission am Anfang dabei waren. Namen wären echt hilfreich hier. Dafür bleibt aber keine Zeit, denn Mopeds, angeführt von Catch Dog, nehmen die Verfolgung auf. Ich checke es nicht. Irgendwie werden das immer mehr Leute, die anschließend in einem Canyon rumballern. Ich glaube, einer von ihnen hat sogar eine Laserwaffe.

Es passiert ewig und drei Tage absolut gar nichts und alle hängen nur in dem Canyon rum. Unsere namenlosen Helden klettern unbemerkt einen Hügel hoch, was eigentlich nur zeigt, dass die Bösen offensichtlich Brillen brauchen und Catch Dog löst dann eine Explosion aus und denkt, die Helden sind alle tot. Dafür wird er von General Glatze mit etwas Klimpergeld entlohnt.

Die Gruppe tapert derweil durch einen Wald und treffen auf Indianer, die keinen weißen Männern trauen. Darf ich mal kurz in den Raum werfen, dass da eine Frau und ein Asiate neben stehen, die nicht wirklich als „weißer Mann“ durchgehen? Wie auch immer, im Indianerdorf zeit Bartbob, was für ein töfter Kämpfer er ist und deshalb werden die Indianer sich dem Kampf gegen General Glatze anschließen.

Der hat gerade irgendwie herausgefunden, dass Catch Dog sie doch nicht gekillt hat und trägt ihm auf, den Job endlich zu erledigen. Der große Showdown steht also bevor und dafür trifft man sich auf einer Wiese zum Duell zwischen Mopeds und Autos, was natürlich einen Haufen Rumgeballer mit sich bringt. Die Schildspezialeinheit sichert schon mal General Glatze ab, damit der bloß nicht zu Schaden kommt. Mit den Indianern hat aber selbst der nicht gerechnet und aus irgendeinem Grund sind deren Pfeile viel wirkungsvoller gegen die Schildtypen, als es Gewehrkugeln jemals sein könnten.

Im alten Gemäuer kämpfen sie dann alle. Blondie ballert Catch Dog weg, Bartbob stirbt einen unspektakulären Tod, die Indianer erlegen die Schildheinis mit Pfeil und Bogen und Jeanswestenjohn beweist, dass er nicht nur beim Russian Roulette bescheißen, sondern auch General Glatze mit einer Wurfaxt killen kann, obwohl der scheinbar einen unüberwindbaren Laserschild vor sich hält.

Alle freuen sich ihres Lebens. Sogar die Indianer sind gut drauf und reiten fröhlich davon. Ich gehe in der Mine nach Salz suchen …

Göttliche Übernahme veralteter Kulturen unter Zuhilfenahme veralteter Computertechnik

Es ist mal wieder Blockbustertime hier auf dem Filmschrottplatz. Mittlerweile ist es ja tatsächlich so, dass die Millionenproduktion die viel größere Scheiße abliefern, als die vermeintlich kleinen Filme, die früher (in der guten alten Zeit) dafür verantwortlich waren, uns unsere regelmäßige Dosis an Bullshit zu liefern. Heute werden direkt Unmengen an Kohle verblasen, um uns so richtig große Grütze zu bieten. Der heutige Film ist dafür ein sehr gutes Beispiel:

GODS OF EGYPT – USA – Australien – 2016 – 127 Min.

Regisseur Alex Proyas hat schon so einigen guten Kram abgeliefert. Allem voran den leider eher unbekannten DARK CITY (unter anderem mit Rufus Sewell, der in diesem Schinken hier auch dabei ist). Oder auch THE CROW. Er ist also eigentlich kein schlechter. Aber das wird hier natürlich auch nicht helfen.
Die Drehbuchautoren Matt Sazama und Burk Sharpless arbeiten scheinbar gerne zusammen. Unter anderem bei DRACULA UNTOLD, THE LAST WITCH HUNTER und POWER RANGERS. Noch Fragen? Nein? Ich auch nicht.
Das Staraufgebot des Streifens kann sich wirklich sehen lassen. Da hätten wir Gerard Butler. Ihr wisst schon, der Typ, der immer die gleiche, ausgelutschte und sterbenslangweilige Rolle als der bullige Klopper spielt. Angefangen mit 300, hat sich daran bis heute nicht wirklich viel geändert. Was Nikolaj Coster-Waldau in Zukunft noch so leisten wird bleibt abzuwarten. Bisher kennen wir ihn natürlich in erster Linie aus GAME OF THRONES und hoffen alle, dass er seine Schwester killt. Chadwick Boseman ist BLACK PANTHER und somit vermutlich einfach nur noch in Marvelfilmen zu sehen in der näheren Zukunft. Geoffrey Rush kennen wir sicher alle aus PIRATES OF THE CARIBBEAN, dem meiner Meinung nach letztem wirklich guten Blockbuster, oder dem Oscar Gewinner THE KINGS SPEECH, der zwar gut ist, aber Oscar … lassen wir das. Auf weiblicher Seite haben wir Elodie Yung, die als Elektra in den Netflix Marvel Serien durch die Gegend turnt. Courtney Eaton war in MAD MAX: FURY ROAD dabei, als … eine Frau. Die anderen Darsteller sind noch weniger erwähnenswert. Aber ich denke, das reicht dann auch. Stars ohne Ende, versprechen Grütze ohne Ende. Also rein in den Spaß:

Ägyptische Historie für Laien: Ägypten war einst ein großes Königreich und wurde zwischen den Göttern Osiris und Set aufgeteilt. Aber dann gab Osiris den ganzen Kram seinem Sohn Horus und alles ging den Bach runter. Denn Horus war zwar ein Lappen, aber man sollte niemals einen Mann unterschätzen, der für etwas kämpft, das so mächtig ist wie die Götter: Die Liebe. Ich kotze jetzt schon.

Horus pennt den halben Tag, weil es im Palast sowieso nichts besseres zu tun gibt. Abgesehen natürlich davon, sich von den Dienerinnen waschen zu lassen. Nach etwas Techtelmechtel im palastinischen Swimmingpool trägt Horus seine schnieke goldene Rüstung und guckt der Freundin beim Weinsaufen zu. Coster-Waldau macht also fast das gleiche wie in GAME OF THRONES, mit dem Unterschied, dass die Säuferin nicht seine Schwester ist. Glaube ich. Wer weiß schon genau, was im alten Ägypten so abging.

Die ganzen Götter stellen sich Horus vor und das ganze Volk feiert die Nummer derbe ab. Horus wird also zum Pharao gekrönt und Set kommt zu spät, weil er drei Tage gebraucht hat, die Wüste zu durchqueren. Er hat ein Geschenk dabei: Ein Horn von irgendeinem Vieh, mit dem man ganz tolle Blasmusik machen kann. Aber die Ohrenkrebspolizei kommt vorbei und stellt sich hinter Set, der Bruder Osiris absticht. Denn Set ist der einzig wahre Pharao und so. Wir kennen das. Die Götter und Sterblichen knien vor Set und irgendwie raffe ich nicht, warum die den nicht einfach platt machen. Ist der irgendwie unverwundbar oder sowas?

Set und Horus kämpfen in einem Kampf voller Kamerafahrten, Zeitlupen, CGI-Gedöns und Schnittgewitter und irgendwelche Monsterviecher mischen auch mit, was zu noch mehr CGI-Gedöns, Schnittgewitter und einstürzenden Neubauten führt. Vermisst ihr eigentlich auch die Zeiten, in denen man in Actionszenen was erkennen und der ganzen Sache folgen konnte? Set gewinnt natürlich und nimmt Horus seine Augen. Ägypten war halt schon immer ein hartes Pflaster. Um Horus zu retten, bietet sich seine Freundin Set als Sexsklavin oder sowas an.

Mitten in dem ganzen Getümmel war der junge Dieb Bek, der zusammen mit seiner Freundin Zaya den genialen Plan hat, die Augen zu klauen und Horus wiederzugeben. Set lässt sich derweil richtig große Gebäude bauen. Vermutlich, um etwas zu kompensieren. Bek hüpft an diesen tollen CGI-Gebäuden vorbei in eine CGI-Goldkammer voller CGI-Statuen, weil man heutzutage selbst leblose Objekte nicht mehr praktisch herstellen kann und findet, nachdem er durch einige CGI-Fallen gehampelt ist, eins der Augen, das glücklicherweise so schön leuchtet, dass er damit die Skorpione abhalten kann.

Gebäudeplaner Urshu hat den Plan allerdings durchschaut und will Bek und Zaya an die Schakale verfüttern. Glücklicherweise leuchtet das Auge des Horus noch stärker und blendet alle Wachen. Zaya wird trotzdem von einem Pfeil getroffen und stirbt. Bek will aber alles wieder richtigstellen und bringt Horus sein Auge. Horus vergammelt nebenbei in einem Tempel am Arsch der Heide. Das Auge will er ihm aber nur geben, wenn er Zaya wiederbelebt. Nachdem er ein bisschen seinen Speer geschwungen hat, lässt sich Horus darauf ein, aber er kann nichts tun und deshalb ruft er Anubis, damit der Zaya mit in die Unterwelt nimmt. Bek gibt ihm das Auge, aber Horus zeigt sich nicht sehr dankbar und will auch sein zweites Auge haben. Bek hat einen Plan, wie er das Auge bekommt und Set killen kann, aber den verrät er nur, wenn Horus Zaya rettet. Ähm, war das nicht schon vom Tisch? Also gut, wenn Horus Set besiegen kann, bevor Zaya das Tor zur Unterwelt durchschreitet, kann er sie vielleicht retten. Klingt ja unfassbar vielversprechend.

Set ist alles andere als begeistert von dem Augenklau und setzt irgendein komisches Ochsenvieh darauf an, den Dieb zu finden. Architekt Urshu hat da so eine Idee, wer dafür verantwortlich ist und Set ist sehr interessiert.

Horus und Bek klettern rum und Horus sieht mit seiner Augenklappe aus wie Solid Snake. Wenn man noch einen Darsteller für eine Verfilmung von METAL GEAR SOLID sucht, hier ist er. Horus will mit Großvater Ra sprechen, denn die Alten sind selbst dann weise, wenn sie auf einem beschissen animierten Raumschiff durchs All fliegen. Bevor Ra helfen kann, muss er noch schnell was erledigen und kämpft gegen eine riesige Gewitterwolke mit Zähnen. Ra sagt, dass Horus stärker werden muss, wenn er Set ohne seine beiden Augen besiegen will und blah.

In Ägypten fackelt unterdessen die Erde und Set setzt seinen Green Goblin Helm auf, um in die Schlacht zu ziehen. Dem Special Effects Team ging hier endgültig die Kohle aus und sie haben einfach Zwischensequenzen von der PlayStation 3 kopiert. Zumindest sieht es so aus. Kann natürlich auch sein, dass sie die Animationen schon jahrelang auf der Festplatte liegen hatten. Set tötet die Libellenfrau, deren Namen ich nicht mitgekriegt habe, die aber wohl eine große Nummer war, und Solid Horus und Bek landen irgendwo im Dschungel.

Nach einem tatsächlich ganz lustigem Dialog zwischen Bek und Horus über Wasser, kommt der Ochsenmann vorbei und kloppt Bek durch die Gegend. Horus muss gegen einen Haufen Nulpenviecher kämpfen, was natürlich wieder Zeitlupen, CGI-Gewichse und andere Unerträglichkeiten mit sich bringt. Das kann man aber noch unterbieten mit einer Wasserfallszene aus der Computerhölle.

Ochsenmann erzählt Set, was sie vorhaben und der schickt die Ex-Freundin/aktuelle Sexsklavin in einem Sandsturm durch die Gegend, um mal abzuchecken, was bei Horus eigentlich so abgeht. Die findet Horus immer noch geil, auch mit Augenklappe und flieht durch ein Sandloch oder sowas, bevor Set sie schnetzeln kann. Dann tapert sie durch die Wüste irgendwohin. Ich habe das Gefühl, die ganze Nummer hier ist unnötig überladen. Immerhin kann man der Story trotzdem ganz gut folgen.

Horus und Bek werden von Wächtern auf Riesenschlangen gejagt, die natürlich auch noch Feuer spucken, damit man noch mehr Getöse auf den Bildschirm schludern kann. Die Ex-Sexsklavin rettet den Tag, indem sie der letzten Schlange befiehlt, sich selbst abzufackeln. Die drei latschen dann zu Thoth, mit dessen Hilfe sie das Rätsel der Sphinx lösen wollen, die Sets Feuer bewacht, dass sie löschen wollen, um diesen zu schwächen. Nach etwas Palaver lässt der sich überreden und jetzt latschen sie zu viert durch die Wüste.

Die Schlangenflüsterin veranstaltet eine kleine Sandseance, damit Bek mal schnell mit Zaya labern kann, die kurz davor steht, das Boot zu betreten, dass sie zur Unterwelt bringen wird.

Nachdem das Rätsel der Sphinx (die nebenbei absolut kacke aussieht) gelöst wird, soll das Feuer gelöscht werden, aber Set taucht auf und verhindert das. Er killt Thoth und nimmt dessen Gehirn mit und natürlich stürzt dann mal wieder alles ein und die Darsteller müssen vorm GreenScreen rumhampeln, um sich aus der Pyramide zu befreien. Nebenbei gibt es hier noch den unausweichlichen „Zerfall der Freundschaft“, weil Set Bek verraten hat, dass niemand die Toten zurückholen kann, auch nicht Horus. Bek findet das natürlich richtig scheiße. Die Göttin der Liebe (schön zu erfahren, wer sie eigentlich ist), macht mal schnell einen Deal mit Anubis, damit Bek Zaya noch einmal sehen darf. Horus bleibt also alleine in der Wüste zurück.

Zaya muss gerade irgendwas auf eine Unterweltwaage legen, weil nur die Reichen ein geiles Leben nach dem Tod kriegen und die Armen am Arsch sind. Bek kommt gerade noch rechtzeitig, um ihr irgendeinen Goldkram zu bringen oder so. Ich verliere langsam das Interesse an der ganzen Nummer hier.

Set lässt sich währenddessen mit den Libellenflügeln, dem Auge des Horus und dem Gehirn von Thoth zu einem Supergott machen. Anschließend killt er Ra und nimmt dessen Speer mit. Außerdem ist jetzt natürlich niemand mehr da, der die Gewitterwolke bekämpfen kann und deshalb fällt die über Ägypten her und säuft den Nil leer.

Horus und Bek müssen den ganzen Quark natürlich aufhalten und es kommt zum großen Kampf zwischen Horus und Set, während Bek sich mit Gebäudebauer Urshu battlet. Natürlich ist das alles nicht sonderlich aufregend und vor allem viel zu viel animierter Scheiß. Ich vermisse einfach die Zeiten, in denen nicht absolut alles möglich war und sich die Filmemacher noch was einfallen lassen mussten, um ihre Vision auf die Leinwand zu kriegen. Das sah nämlich nie so scheiße aus wie das hier.

Horus erlangt die Erkenntnis, dass Rache kacke ist und sein Job ist, seine Leute zu beschützen, deshalb erlangt er außerdem seine Kräfte zurück. Natürlich besiegt er Set im großen Flugduell und bringt Ra seinen Speer zurück, der dadurch wieder zum Leben erweckt wird und die Gewitterwolke daran hindern kann, den ganzen Nil leerzusaufen.

Bek wurde tödlich verwundet. Ra will ihm einen Wunsch erfüllen, also erweckt er Bek und Zaya wieder zum Leben und Horus regiert mit ihnen an seiner Seite das Land Ägypten wie der neue Menschenkenner, der er durch die ganze Scheiße geworden ist.

Man, die Nummer hatte tatsächlich Potential. Wir haben eine Hauptfigur, die einen Wandel durchmacht, es gibt ein paar durchaus unterhaltsame Szenen zwischen den einzelnen Charakteren, aber leider wird das alles komplett von der überbordenden und beschissen umgesetzten Actiongrütze übertönt, die den Film auch noch unnötig in die Länge zieht. Ich gehe meine Augen waschen …

Wunschschrott – Master Of The Flying Guillotine

Hin und wieder trudeln bei mir ja auch mal Filmwünsche ein. Meine treuen Leser besuchen den Filmschrottplatz schließlich nicht nur, um sich an dem filmischen Wahnsinn zu ergötzen, den ich hier präsentiere, sondern haben auch meist selbst ihre eigenen geliebten Schrottfilme. Frau Argh beispielsweise scheint etwas für alte Martial Arts Schinken übrig zu haben. Das ist zwar nicht gerade mein bevorzugtes Genre (wenn man mal von den guten alten Jackie Chan Knallern absieht), aber das macht die Sache um so interessanter. Genau genommen gilt der heutige Film auch nicht mal als Schrott, sondern als eine Art Meisterwerk des Filmgekloppes aus Asien. Jetzt habe ich euer Interesse wirklich geweckt, was? Dann schauen wir mal, was uns erwartet, bei:

DU BI QUAN WANG DA PO XUE DI ZI – MASTER OF THE FLYING GUILLOTINE – ONE ARMED BOXER 2 – Taiwan – Hong Kong – 1976 – 81 Min.

Regie, Drehbuch und Hauptdarsteller ist Jimmy Wang Yu. Der lässt also gar nichts anbrennen und übernimmt einfach mal alles, was zur Verfügung steht. Vermutlich hat er auch das Catering selbst organisiert. Wenn ein Mann einfach alles übernimmt, bin ich ja schon aus Prinzip skeptisch. Andererseits kann er so natürlich seine eigene Vision auch genau nach seinen Vorstellungen umsetzen. Und die sieht dann so aus:

Der Wind in den Bergen bringt Nebel mit sich. Der Nebel erreicht ein einsames Haus. Vor diesem einsamen Haus sitzt ein alter Opa, der genau so aussieht, wie wir sie aus solchen Filmen kennen. Lange, weiße Haare, langer, weißer Bart, lange, weiße Augenbrauen und blind ist er auch. Als Lama verkleidet zog er sich hierher zurück, um … Martial Arts-mäßig auf dem Berg herumzuhampeln und einer Taube bei der Landung zuzuschauen. Die Taube hat eine Nachricht von seinen Schülern dabei. Die sind alle tot und wurden vom einarmigen Boxer ermordet. Rache ist natürlich Ehrensache, wenn man auf einem Berg am Arsch der Welt lebt und so bricht Opa zu monströsen Klängen auf, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Und weil es dafür eine gehörige Portio Coolness benötigt, macht man das natürlich am besten, indem man einfach durch sein eigenes Strohdach springt, ein paar Puppen mit seiner Kettenguillotine enthauptet und das Haus niederbrennt. Die Epicness kennt keine Grenzen hier.

Kampfkunsttraining im Dojo gehört ja aus Prinzip in so einen Film und das ist auch hier nicht anders. Immer wieder … spannend? Trainer Einarmboxer bringt den Schülern heute das Springen auf einen Korb bei, auf dem die Schüler dann balancieren müssen. So lernt man nämlich das richtige Atmen. Aha. Wenn ich mal Atembeschwerden kriegen sollte, besorge ich mir auch so einen Korb. Anschließend zeigt er, wie man an die Decke springt und kopfüber daran entlang latscht. Die Physik komplett auszuhebeln gehört nebenbei auch prinzipiell in so einen Film.

Der Meister bekommt eine gute Nachricht, denn sein Dojo ist zu einem Wettkampf der Schulen eingeladen. Dieses Turnier wird vom Obermeister der Adlerklaue-Kampfschule organisiert und der muss sich gerade mit Stirnbandelvis herumschlagen, der auch teilnehmen will. Dafür muss er aber mal eben beweisen, dass er würdig ist und tritt einen Stein zu Klump. Das scheint soweit zu reichen. Das komische Getanze im Anschluss ist nur ein Bonus. Und dass er die Schüler alle vertrimmt wohl auch. Adlerklaues Tochter will Stirnbandelvis dann die Fresse polieren, aber Adlerklaue geht dazwischen und gibt Stirnbandelvis ein Zimmer.

Die Regierung schmuggelt mit der Hilfe von Fung Sheng (das ist der Opa vom Anfang) einige Teilnehmer ins Turnier und ich habe jetzt schon komplett den Faden verloren. Was hat der Opa mit der Regierung zu tun? Und was interessiert die Regierung überhaupt das Turnier? Und warum schnetzelt Fung Sheng nicht alle nieder, um seine Schüler zu rächen?

Wartet mal. Da ist ja noch ein einarmiger Boxer. Dann ist der Trainer gar nicht der richtige? Oder doch? Fung Sheng köpft den Honk und schwört, einfach alle einarmigen umzubringen. Lässt nichts anbrennen, der Opa. So lobe ich mir das.

Papa Adlerhorst hat Bedenken, ob seine Tochter am Turnier teilnehmen sollte, denn Stirnbandelvis könnte sie verletzen. Denn sonst hat noch niemand die Einladung zum Turnier angenommen. Da aber nun mal alles vorbereitet ist, findet es einfach mal morgen statt. Und irgendwie sind da doch schon ein paar Kämpfer am Start. Irgendwelche Krampen eröffnen den Spaß und einer gewinnt halt. Der Mann, der ohne Messer kämpft, besiegt Das schnelle Schwert, indem er ihn mit einem Messer absticht. Der Mann mit dem Zopf und Der Mongole sind als nächstes dran und ich bin ehrlich: Das interessiert mich alles nicht die Bohne. Lasst wenigstens die Leute kämpfen, die vorher schon eingeführt wurden und nicht irgendwelche Honks, die ohnehin keine Rolle spielen. Nach Der Teufelskerl gegen Die Eisenhaut darf die Adlertochter gegen den Affenman ran und besiegt ihn, indem sie ihm die Hose auszieht. Meine Fresse, zeigen die jetzt einfach das ganze verdammte Turnier oder was? Wie viele Kämpfe sollen das denn noch werden? Vorhin hieß es noch, dass keine Sau teilnehmen wollte.

Adlerauge entdeckt den einarmigen Boxer im Publikum und will, dass der am Turnier teilnimmt. Der hat aber keinen Bock und haut ab. Also müssen sich weitere namenlose Heinis die Fressen polieren. Irgendwann greift dann auch mal Stirnbandelvis ins Geschehen ein und gewinnt nicht gerade unerwartet. Nach dem nächsten Kampf kommt dann endlich mal Opa Sheng vorbei und köpft jemanden. Adlerklaue findet das richtig kacke, denn der Opa hat sein Turnier versaut. Also gibt es zur Abwechslung mal einen Kampf. Adlerpapa und Adlertochter gehen drauf und Opi fackelt einfach mal alles ab, was sich dafür anbietet. Oh, ich glaube Adlertochtet lebt noch, denn der Alte nimmt sie mit. Das Turnier dürfte damit nebenbei vorbei sein und hat mich nur eine halbe Stunde meines Lebens gekostet, um dann zu absolut gar nichts zu führen.

Der einarmige Trainer erzählt seinen Schülern, was eigentlich geschah. Wir wissens schon, also spare ich mir das an dieser Stelle. Er hat die Schüler gekillt und Opi will jetzt Rache. Stirnbandelvis kommt reingetanzt und nervt einfach unglaublich mit seinem Scheißgetröte. Nicht nur mich und es wird gekämpft. Dann taucht auch noch Großvater Guillotine auf und alle hauen ab. Außer Stirnbandelvis, denn der hat wohl nix zu befürchten.

Ach, Tochter Adlerei wurde gar nicht von Opa mitgenommen, sondern vom Mann, der ohne Messer kämpft (aber dann seine Gegner bescheißt und mit einem Messer absticht). Der will sie mit nach Japan nehmen, aber die hat keinen Bock. Einarmboxer kommt vorbei und hilft ihr bei der Flucht. Woher zum Geier wusste der überhaupt, dass sie da war?

Nach und nach bastelt man die ganzen überlebenden Turnierteilnehmer in die Story ein und das führt selbstverständlich in erster Linie zu Gekloppe, ohne Sinn dahinter. So kämpft der einarmige Boxer gegen den Inder mit den ausfahrbaren Todesarmen, weil der ein heiliges Bild abfackelt. Stirnbandelvis hingegen hat sich aus einem Grund, der zu keiner Zeit erwähnt wurde, mit dem Guillotinengreis verbündet und jetzt suchen sie gemeinsam nach dem einarmigen Boxer, was auch nicht wirklich Sinn ergibt, weil sie ja vorhin schon bei dem waren. Aber lasst uns nicht anfangen, hier nach Logik zu suchen.

Weil irgendein Holzfäller im Wald es nicht gebacken kriegt, mit seiner Axt einen Bambusast abzuschlagen, wird der Plan entwickelt, mit eben diesem Bambus die Klingenguillotine unschädlich zu machen. Vorher wird noch Stirnbandelvis gegrillt und Meckie-ohne-Messer fordert mal schnell den Boxer zum Kampf heraus, damit Messer Jockel dann auch raus ist hier.

Das große Finale mit Bambus und Guillotine verlagert sich in die örtliche Vogelzucht, was tatsächlich gar nicht mal so doof ist, hat der blinde Opa da doch arge Probleme, seinen Gegner zu hören, vor lauter Geflatter und Gezwitscher. Generell ist der Kampf ziemlich intelligent, muss ich sagen. Der Boxer sorgt dafür, dass die Guillotine sich selbst mit zurückschleudernden Äxten verletzt und schaltet dann auch die Waffe aus. Das anschließende Gekloppe dauert mir aber dann doch zu lange und ich bin froh, als es vorbei ist.

Der Boxer hat nebenbei gewonnen, also war er hier wohl der Gute. Irgendwie war das zu keinem Zeitpunkt wirklich klar. Aber sonst im Film ja auch nix. Ich gehe meinen Arm amputieren …

Militärische Rettungsaktion mit schwerverbrechenden Rekruten

Bei meinem Versuch, hier auf dem Filmschrottplatz nach und nach jedem großen, kleinen und absolut gescheitertem Actionhelden der 80er und 90er mindestens einen Beitrag zu widmen, fiel mir neulich mal wieder einer ein, der hier völlig zu Unrecht noch gar nicht präsent war. Das muss sich natürlich ändern und deshalb gibt es heute:

SOLDIER BOYZ – USA – 1995 – 90 Min.

Louis Morneau führte Regie und ich muss schon sagen, der Mann hat durchaus ein paar brauchbare Filme in seinem Repertoire. Okay, eigentlich nur einen: RETROACTIVE. Aber JOYRIDE 2 und THE HITCHER 2 klingen auch … ähm … aufregend.
Autor Darryl Quarles hat unter anderem BIG MOMMAS HOUSE verbrochen, wofür wir ihn ewig hassen sollten.
Hauptdarsteller Michael Dudikoff kennen wir natürlich alle aus Knallern wie AMERICAN NINJA Teil 1 bis 42. Cary-Hiroyuki Tagawa begegnete uns hier schon als Shang Tsung in der MORTAL KOMBAT Verfilmung. Der restliche Cast ist nicht unbedingt der Rede wert, auch wenn der ein oder andere durchaus mal eine Mini-Rolle in bekannteren Filmen hatte. Aber ich habe jetzt keinen Bock, das alles aufzulisten. Ich will jetzt coole, toughe Typen sehen, die böse, arschlochige Typen wegballern. Also los:

Die Story hier ist natürlich ganz schnell abgehakt. In Vietnam lässt der unfassbar böse Vinh Moc ein Flugzeug von den vereinten Nationen abschießen. Als absoluter König der schlechten One-Liner ballert er dann noch ein paar Typen weg. Zum Beispiel: „Wir wollen Ihrem Volk helfen.“ „Ich bin das Volk.“ Peng. „Sir, wir machen zu viele Fehler.“ „Du bist der Fehler.“ Peng. Ich hoffe, dass sein gesamter Dialog in diesem Film nur aus solchen Sprüchen besteht.

In dem Flugzeug saß die Tochter von dem hohen Tier Prescott und der will jetzt Major Toliver aus dem Knast holen, damit der sie rettet. Dudikoff hat aber keinen Bock und mischt sich lieber in einen Bandenkrieg im Knast ein. Einer der Gangs hat das mit der Tochter mitgekriegt und bietet sich an, die Tochter zu finden. Alle anderen haben auch Bock und Toliver hat eine geniale Idee: Er will den Auftrag nur annehmen, wenn er ein paar Knastis mitnehmen darf und alle Überlebenden nach dem Einsatz begnadigt werden. Dazu veranstaltet er eine Art Casting, bei dem er alle Knastis interviewt. Warum ist da eigentlich eine Frau bei? Sind die Geschlechter im Knast etwa nicht mehr getrennt?

Toliver baut sich also sein eigenes Spezialkommando aus Mördern, Vergewaltigern und anderen Arschlöchern zusammen, die sich allesamt nicht gerade reumütig zeigen. Mit anderen Worten: Als unparteiischer Zuschauer kann ich ihnen allen nur einen grausamen Tod wünschen.

Ich gehe jetzt mal nicht auf die Flashbacks der einzelnen Mitglieder ein, die nur noch mehr vorheben, dass sie alle Arschlöcher sind, die, einfach mal so nebenbei, Leute umgebracht haben. Und sie finden sich alle gegenseitig absolut zum Kotzen. Läuft ja jetzt schon super. Dudikoff zeigt mal kurz, wer der Boss ist und haut allen vor die Fresse und drillt die Truppe dann, indem er ihnen die Eier quetscht.

Nach und nach zeigen dann auch mal ein oder zwei von den Arschlöchern ein bisschen Dankbarkeit bei Toliwer, für diese zweite Chance. Natürlich darf die unausweichliche Szene, in der die Gruppe zu Dudelmusik durch die Walachei tapert, nicht fehlen. Weil sich die Truppe natürlich wie die letzten Trottel anstellt, fallen sie direkt mal den Terroristen – oder was auch immer die sein sollen – in die Arme, aber können sich mit einer grandiosen Rettungsaktion, voller Geballer und Schlangen den Kopf abbeißen, befreien.

Am Abend wird gefeiert und eigentlich finden sich alle immer noch scheiße, bandeln aber langsam an. Die Terroristen kommen vorbei und knallen ein paar Dorfbewohner ab, um die Amis rauszulocken. Als Ass im Ärmel haben sie auch noch eine Geisel von Tolivers Trupp. Den müssen sie natürlich befreien, also wird rumgeballert. Lopez stirbt und … er war ein Arschloch, also was solls? Oh, Ziegen. Und sie spielen ihre Rolle besser, als alle anderen in dem Schwachsinn hier.

Als ein Helikopter angreift, retten sich Toliver und seine Leute in eine Kirche. Also die, die noch am Leben sind oder nicht gerade im offenen Gelände herumstehen und eigentlich dem Feind auch fröhlich zuwinken könnten, um noch besser abgeknallt werden zu können. Also verlässt man die Kirche wieder und rennt in den Wald. Taktik sieht auch irgendwie anders aus, aber Toliver weiß sicher, was er tut. Schließlich war er mal Major. Oder ist es immer noch. Wie zur Hölle er diesen Rang erreicht hat, ist mir immer noch nicht klar. Klar, seine Truppe ist nicht die Feinste auf Erden, aber deshalb muss er ja nicht jedesmal mit denen stur ins Verderben rennen.

Nazibob mit seinem Hakenkreuztattoo auf der Brust hat einen Nervenzusammenbruch, der ihm leider nicht das Leben kostet, also muss ich ihn weiter ertragen. Vinh Moc brabbelt die entführte Tochter voll, weil er will, dass sie Waffen für ihn ins Land schmuggelt, oder so. Ach nee, viel zu kompliziert. Sie soll natürlich eine Botschaft vorlesen, die Vinh Moc auf Video aufnimmt. Das kleine Terroristen-Einmaleins muss hier schließlich noch schnell abgearbeitet werden.

Im Dschungel latscht einer der Honks auf eine Mine und Toliver muss sie entschärfen. Der Rest der Truppe muss derweil den ankommenden Feind ablenken, da sie sonst den Minentreter entdecken. Der Naziheinz rennt also los und es gibt die Willem-Dafoe-in-Platoon-Gedenkszene in so richtig schlecht. Man muss es einfach lieben. Jetzt sind also nur noch vier übrig. Toliver, der Minenlatscher, der Schwarze und die Frau. Was für eine Mischung. Das Finale wird sicher grandios.

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Toliver will die Tochter befreien, während die anderen drei möglichst viele von den Gegnern abknallen, die eindeutig in der Überzahl sind. Ich sags ja: Toliver ist ein absolutes Taktikgenie. Es wird also ohne Ende rumgeballert und überall fliegt Krempel in die Luft. Der Schwarze ist natürlich ein Meister darin, Autos kurzuschließen und so ist es kein Problem, mit einem Jeep abzuhauen. Vinh Moc verfolgt diesen aber mit seinem Helikopter und Toliver muss ihn mit einer Panzerfaust vom Himmel holen.

Mission erfolgreich. Alle fliegen nach Hause und denken zurück an saudumme, aber ganz coole Action. Ich gehe mich mit Arschlöchern im Knast anfreunden …

Feministisch aufgeklärte Dschungelexpedition

Es gibt ja so Filmtitel, da weiß man direkt, das kann nix werden, denn der Titel ist einfach zu großartig, um dem Film selbst auch nur ansatzweise gerecht zu werden. So einen Vertreter betrachten wir heute:

CANNIBAL WOMEN IN THE AVOCADO DJUNGLE OF DEATH – KANNIBALINNEN IM DSCHUNGEL DES TODES – USA – 1989 – 90 Min.

Regisseur und Autor dieses Streifens war J.F. Lawton, der uns hier schon als Autor der Videospielverfilmung DOA: DEAD OR ALIVE begegnete. Aber er hat auch andere Drehbücher verfasst. Unter anderem ALARMSTUFE ROT mit Steven Seagal und PRETTY WOMAN. Wenn das mal nicht eine absolut grandiose Mischung ist, weiß ich es auch nicht.
Bei der Darstellerriege hat man ebenfalls alles aufgefahren, was zu der Zeit möglich war (also alles, was nicht gerade doch was besseres zu tun hatte). Shannon Tweed spielt Dr. Margo Hunt und ist natürlich bekannt aus langweiligen Seifenopern und spannenden Bildern im Playboy. Bill Maher, der eigentlich eher für seine politischen (unkorrekten) Shows bekannt ist, spielt hier Jim. Adrienne Barbeau ist Dr. Kurtz (Ähnlichkeiten mit APOCALYPSE NOW sind nicht rein zufällig) und hat in ihrer Karriere durchaus in einigen nennenswerten Produktionen mitgewirkt. Zum Beispiel THE FOG und ARGO. Eventuell noch erwähnenswert ist, dass Brett Stimely bereits zweimal Präsident Kennedy verkörpert hat: In WATCHMEN und in TRANSFORMERS: DARK OF THE MOON. Hat natürlich auch nicht geholfen. Genau so wenig wie er hier als Jean-Pierre (Nachname vermutlich Kennedy) helfen wird.

Wie nicht anders zu erwarten, befinden wir uns im Dschungel und dudelnde Abenteuermusik begleitet uns und zwei Abenteurer, die ein paar Frauen beim Nacktbaden und Wasserballspielen beobachten. Sam ist ein echter Draufgänger und will sich den Mädels direkt mal vorstellen. Die erschießen ihn allerdings mit ihren Bögen und verfolgen den anderen Abenteurer durch das Gehölz. Lange müssen sie ihn nicht jagen, denn er läuft in eine Falle und hängt kopfüber an einem Baum.

An der Schule unterrichtet Dr. Margo Hunt Gleichberechtigung und wird von der lispelnden Bunny vollgeseiert. Irgendwelche Regierungsmitglieder kommen vorbei und erklären, dass Avocados sehr wichtig für die Sicherheit der Nation sind. Allerdings gibt es Probleme bei der Ernte und Dr. Hunt soll in den Dschungel der Avocado-Bucht in Kalifornien reisen, um dort nach den sagenumwobenen Piranha-Frauen zu suchen, die eine emanzipierte Gruppe sind, die sich in den Dschungel zurückgezogen haben, um dort Männer zu grillen und zu essen. Selbst die Armee konnte nichts ausrichten und die Piranha-Frauen töteten sie alle, da das Militär mit den altmodischen Waffen der Amazonen nicht klar kam. Klingt alles unfassbar logisch.

Es wurde bereits eine andere Emanzipierte in den Dschungel geschickt. Dr. Kurtz, die deutsche Autorin des Werkes „Frauen sind klug und Männer Idioten“ kam aber nicht zurück. Bei so einem Buchtitel wundert es schon fast, dass sie überhaupt den Weg dahin gefunden hat. Dr. Hunt nimmt den Auftrag an und nimmt Bunny mit, damit die nicht auf eine Sex-Party mit den männlichen Schülern geht. Bunnys saudummes Gelispel geht mir nebenbei jetzt schon tierisch auf die Klötze. Wenn das nicht für eine Art Charakterentwicklung genutzt wird, dann … warum glaube ich überhaupt, dass das für irgendwas genutzt wird, außer für saudumme Comedy? Vergessen wir den Gedanken einfach.

In einer Bar rekrutieren die Frauen einen Dschungelführer. Nachdem sich ein paar irre Vietnam-Veteranen, Ninjas und Gewichtheber beworben haben, entscheidet sich Margo für den echten Abenteurer Jim, der sich erstmal auf die Fresse legt. Margo und Jim kennen sich und waren mal ein Paar, bevor Margo zur Feministin wurde oder sowas in der Art. Okay, es war nur ein One-Night-Stand, aber Jim hat Margo nie vergessen. Herrjeh, ist das alles schlimm und unlustig.

Und so geht es auch im Dschungel weiter mit grausamen Unterhaltungen und Bunny, die einen Gepard streichelt und Jim, der in den Fluss fällt, weil er ein absolutes Navigationstalent ist. MIt einem zusammengeflickten Boot schippern sie am nächsten Morgen über den Fluss. Und dann greift ein Flusspferd an. Und Margo knallt es mit ihrem Revolver ab. Tierschützerin ist sie offensichtlich nicht. Jim wird von einem Stein am Kopf getroffen und die Crew schaut mal nach, wer denn da im Dschungel hockt.

Es ist ein Stamm von … Männern, mit bescheuerten Hüten und zum ersten Mal sagt Jim etwas wahres, als er darauf hindeutet, dass die Typen „Schwachsinnige“ sind. Margo erklärt, dass die Männer aufgrund dessen, was ihnen angetan wurde (was auch immer das sein mag), so drauf sind, aber Jim will davon nichts hören, denn für ihn müssen Männer stark und kantig sein. Also beschließt er, aus ihnen richtige Männer zu machen, indem er sich mit ihnen ein Six-Pack Bier teilt und ihnen Anmachsprüche wie „Hey, Sexy Mama, willst du mal auf meinen Schoß“ beibringt. Bunny wird dann beinahe zum ersten Opfer des neugeborenen Vergewaltiger-Stamms, aber Margo kann schlimmeres verhindern.

Nachdem ich gelernt habe, dass Katzenhaie auf Eiweiß stehen und Margo ihre Periode in 2 Wochen kriegt, will Margo Jim knallen und ich verstehe einfach nicht, was zum Geier dieser Film mir vermitteln will … warum glaube ich überhaupt, dass mir der Streifen überhaupt etwas vermitteln will? Vergessen wir den Gedanken einfach.

Die Kannibalinnen tauchen auf und bringen die Gruppe zu Dr. Kurtz. Die ist die Kaiserin des Avocado-Dschungels und regiert die Piranha-Frauen. Dr. Kurtz erklärt, dass die Avocados nur ein Vorwand waren, denn eigentlich ist Margos Mission, die Piranha-Frauen zu vernichten. Aber Kaiserin Kurtz lässt das natürlich nicht zu, denn es herrscht Krieg zwischen Männern und Frauen und die einzige Lösung ist der Kannibalismus. Da sich Dr. Hunt nicht anschließen will, soll Jim mariniert werden, was der gar nicht gut findet, weil es krebserregend ist. Die Kaiserin gibt Margo ein Ultimatum bis morgen früh, um sich zu entscheiden sich ihnen anzuschließen, sonst sterben sie alle.

Butler Jean-Pierre soll Margos Opfer sein. Aber sie will ihn nicht töten und essen. Stattdessen schlägt sie vor, Jean-Pierre zu knallen. Kaiserin Kurtz ist nicht überzeugt von der Idee. Ich nebenbei auch nicht. Was ist das hier alles für ein Käse? Bunny will sich den Piranha-Frauen aber anschließen und soll Jim töten. Irgendwie resultiert daraus die Flucht für Margo, bei der auch Jean-Pierre hilft. Diese Flucht ist aber nicht wirklich erfolgreich und Margo fällt in die Hände der Barracuda-Frauen, die im Konflikt mit den Piranha-Frauen stehen, weil sie sich nicht auf die richtige Sauce für Männerfleisch einigen konnten. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das alles tatsächlich irgendwie lustig sein könnte, wenn es nicht so schlecht wäre.

Margo kehrt mit den Barracudas zurück zu den Piranhas, um dort eine Rettungsaktion zu starten. Die kommt auch im richtigen Moment, denn Bunny will gerade Jim erdolchen. Aber sie kann es nicht durchziehen, da sie sich in Jim verliebt hat. Also sollen beide ins Piranha-Becken geworfen werden. Margo fordert Kurzt zum Kampf heraus und es folgt der mit weitem Abstand schlechteste Endkampf der Filmgeschichte. Margo sticht Kurtz ab und die hält noch schnell einen grauenhaften Sterbedialog, bevor sie ins Piranha-Becken fällt. „Der Horror … der Horror“ ist dieser Film, der jetzt auch noch Colonel Kurtz zitiert.

Margo stellt dann noch schnell die Typen zur Rede, die sie in den Dschungel geschickt haben und dann heiraten Bunny und Jim, weil am Ende muss eben immer geheiratet werden. Ist schließlich ein Frauenfilm hier. Oder was auch immer das überhaupt sein sollte. Ich gehe meine Piranhas füttern …

Günstige Körper-wechsel-dich-Action an der Pforte zur Hölle

Ich versuche ja trotz des Horrorthemenmonats Oktober immer ein bisschen Abwechslung reinzubringen. Deshalb fügen wir dem Horror heute noch Fantasy und Action hinzu. Und das alles mit einem großen Star verziert, der ein Garant für Schrottfilme ist.

THE MINION – DER RITTER DER APOKALYPSE – USA – Kanada – 1998 – 95 Min.

Regie führte Jean-Marc Piché, der hier seine erste Regiearbeit ablieferte und innerhalb von 20 Jahren insgesamt auf 5 kommt, die allesamt vermutlich kein Mensch kennt. Karriere ausbaufähig.
Das Drehbuch ist eine Gemeinschaftsarbeit von Ripley Highsmith, der sonst nix gemacht hat, und Matt Roe, der sonst größtenteils erfolglos als Schauspieler unterwegs war. Klingt also vielversprechend.
Aber Dolph Lundgren wird das natürlich alles rumreißen. Die Unterstützung von Roc LaFortune oder Francoise Robertson (die beide vermutlich sowieso niemand kennt) hat er dabei natürlich gar nicht nötig, aber sie sind trotzdem dabei.

Die Wüste am 22. Dezember 999. Ein Mann tapert durch den Sand und findet eine Fahne, die von zwei Tempelrittern stammt, die ebenfalls am 22. Dezember 999 durch die Wüste tapern. Ich gehe jetzt mal besser nicht darauf ein, dass der Templerorden erst im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Ritter des Templerordens herbergen den Schlüssel zu Satans Gefängnis, oder so. Aber der „Minion“ ist frei und beißt den Mann, der plötzlich topfit ist und die beiden übriggebliebenen Tempelritter verfolgt. Einer ist ein Held und stellt sich dem Mann entgegen. Der andere soll den Schlüssel für die nächsten 1000 Jahre verstecken. Soweit, so simpel. Ich vermute mal, komplizierter wird es auch nicht werden.

Der wärmste Winter aller Zeiten in New York im Jahr 1999 wird natürlich dem Treibhauseffekt in die Schuhe geschoben. Ich erwarte Klimawandelleugner an jeder Ecke in diesem Film. Warum wünschen sich die Leute da eigentlich bereits am 22. Dezember schon „Frohe Weihnachten“? Das bringt doch bestimmt Pech. Und zack, da fallen die beiden Weihnachtsfans auch schon in ein Loch im U-Bahn-Tunnel und finden ein Skelett. Dr. Whatshername kennt sich aus und stellt fest, dass es sich um einen Templer handelt. Irgendein Opa greift an, aber Pastor Dolph kommt mit seinem Stahlhandschuh vorbei und macht ihn platt. Er nimmt den Schlüssel des Skeletts mit und Dr. Wieauchimmer folgt ihm. Die will aber den Schlüssel haben, denn sie wollte schon immer die größte Archäologin aller Zeiten werden. Sie muss Lara Croft wirklich abgrundtief hassen.

Der Weihnachtsheinz heißt übrigens Dante und ist jetzt von dem Minion besessen oder sowas und verfolgt Dolph und Dr. AhsieheißtKaren. Handschuhdolph erledigt auch ihn und Karen flieht, weil sie Dolph jetzt für einen Killer hält oder so. Vielleicht hat sie auch den Schlüssel geklaut. Habs nicht genau gesehen, weil alles so unglaublich spannend ist.

Eine unfassbar sympathische Polizistin erklärt gerade einem Mexikaner, dass sie die Einwanderungsbehörde ruft, wenn er nicht Englisch mit ihr spricht. Der Minion drückt ihr die Augen aus dem Kopf und wir müssen sie wohl nicht weiter ertragen. Ach so doch, denn der Minion ist jetzt in ihr und verfolgt Karen, die den Schlüssel hat. Die Dialoge sind nebenbei wirklich unfassbar schlecht. Das Schauspiel natürlich sowieso. Dolph kann es auch nicht mehr ertragen und boxt sie mit seinem Stachelhandschuh aus dem Fenster. Ich schätze mal, dass er und Karen jetzt auch noch von der Polizei verfolgt werden.

Dolph heißt übrigens Lukas und erklärt Karen den ganzen Kram mit Satan und der Apokalypse und den Templern. Und, dass er zum Flughafen muss, um den Schlüssel zu verstecken. Ich schätze mal, in einem Schließfach, denn da würde ein Dämon niemals suchen. Karen hat eine bessere Idee: Da der Minion eine menschliche Hülle braucht, will sie den Schlüssel irgendwo verstecken, wo kein Mensch hin kann. Und zwar in einer alten Mine in einem Indianerreservat, die voller Giftmüll und Atommüll ist. Wie sie das als Mensch anstellen will, bleibt offen.

Der Mexikaner erklärt dem ermittelnden Cop, was passiert ist und der will mit Dr. Schulman sprechen, der scheinbar Experte für … irgendwas ist. Der erklärt die Historie der Templer und auch von Karen, die bei ihm studiert hat. Ähm … interessant.

An einer Tankstelle palavern Lukas und Karen ewig und drei Tage rum und bremsen den Film dadurch noch mehr aus, als es ohnehin schon der Fall ist. Und dann werden sie verhaftet, damit hier gar nichts in die Gänge kommt.

Beim Cop und Schulman ist es auch nicht besser. Die recherchieren, was Lukas so für ein Typ ist und finden heraus, dass er einer Spezialeinheit angehörte und Blah. Wen interessiert diese ganze Scheiße? Ich will jetzt Dämonen und Action und Action mit Dämonen und Dämonen in Action und Dolph mit seinem Todeshandschuh, der Leuten die Fresse poliert sehen. Dafür guckt man diese Kacke schließlich.

Ah, da ist der Minion ja und ballert alle Bullen nieder. Das ist zwar nicht sonderlich spektakulär, aber besser, als das lahme Rumgelaber seit ner halben Stunde. Lukas und Karen machen den Minion mal wieder platt und können abhauen. Auf der Fahrt wird wieder rumgelabert und Karen hat Visionen oder sowas, weil das auf keinen Fall fehlen darf.

Der Cop und Schulman checken das Gemetzel und Schulman weiß, wo Karen hin will, weil … er es einfach weiß. Karen und Lukas kommen derweil schon im Reservat an, wo Opa Großer Bär Tee kocht. Grauer Adler will helfen und ich komme einfach nicht auf diese Klischeenamen klar. Wenn die Drehbuchautoren für diesen Krampf länger als 5 Minuten gebraucht haben, wundert es mich nicht, dass sie nie wieder was geschrieben haben.

Natürlich haben sich Großer Bär und Grauer Adler den Umständen angepasst und arbeiten in dem Atommülllager, für das ihr Reservat verseucht wurde. Denn wie wir alle wissen, geben die amerikanischen Ureinwohner einen Scheiß auf ihr Land und die Natur und alles andere. So können sie Lukas und Karen einschmuggeln und Großer Bär will den Schlüssel selbst wegbringen, weil Lukas und Karen zu auffällig sind. Ist sicher was dran, nur ist Opa zu alt, um gegen den Minion zu kämpfen und kriegt vors Fressbrett. Und er ward tot.

Der Minion hat also den Schlüssel und jetzt wird die Zeit knapp, denn er wartet nur noch auf den Fahrstuhl. Es kommt also zum großen Endkampf am verseuchten Wasserbecken. Der Minion hat nebenbei die Gestalt von Schulman angenommen, was aber halt auch einfach kackegal ist, wie alles andere hier auch. Der Cop kommt auch vorbei und auch das ist völlig wumpe, denn der ganze Handlungsstrang mit ihm hat nicht die geringste Bewandnis gehabt.

Der Minion kann tatsächlich mit dem Schlüssel entkommen und es war noch gar nicht der Endkampf. Schade. Der Minion will natürlich nach Jerusalem und Lukas und Karen brauchen mal schnell gefälschte Pässe von Grauer Adler, der das scheinbar innerhalb von 2 Minuten mal eben erledigen kann. Die Kunst der Dokumentfälschung war auch mal eine andere.

Der Minion kommt in Jerusalem im alten Tempel an und es folgt der wohl lahmste Shootout seit der Erfindung des Schwarzpulvers. Einer der Templer kann den Minion dann mal eben so töten, aber der fährt natürlich in seinen Körper und er öffnet die Tür zur Hölle oder was auch immer das jetzt genau sein soll.

Jetzt aber: Endkampf! Und ja, er ist genau so unspektakulär wie alles andere in diesem Film. Nur mit Schwertern. Wir wissen, wie es ausgeht: Am Ende ist die Welt gerettet und ich habe es endlich hinter mir.

Eigentlich hätte das hier mit etwas mehr Budget und damit verbundener besserer Action sogar ganz unterhaltsam sein können. So war es aber einfach nur billige Scheiße ohne jegliche Höhepunkte. Ich gehe meinen Minion beschwören …

Generalisierte Rettungsaktion in den asiatischen 80ern

Heute geht es nach Asien, wo man in den 80ern, in einem Anfall von überbordender Kreativität, einen Film zusammengeschustert hat, dessen Idee jede Menge Spaß verspricht. Ob er das einhalten kann, werden wir sehen:

FANTASY MISSION FORCE – MI NI TE GONG DUI – DRAGON ATTACK – DIE SUPERFAUST – SHADOWMAN 2 (warum auch immer) – Taiwan – Hong Kong – 1983 – 90 Min.

Regie führte bei dem Spaß Yen-Ping Chu, den wir alle trotz seiner 66 Regiearbeiten vermutlich nicht kennen.
Das Drehbuch wurde von Hsin Wei verfasst, den wir alle trotz seiner 26 Schreibarbeiten vermutlich nicht kennen.
In der Darstellerriege tummeln sich Koryphäen wie Yu Wang, Yueh Sun und David Tao, die vermutlich nur echten Fans des asiatischen Kinos ein Begriff sind. Brigitte Lin kennen wir aber natürlich alle aus POLICE STORY von und mit Jackie Chan. Und auch Jackie Chan selbst (hier noch unter dem Namen Jacky Chan unterwegs) darf hin und wieder mal durchs Bild hüpfen, was heutzutage natürlich dafür reicht, ihn groß und breit aufs Cover zu drucken, mit einem Bild, das aus dem Film DER RECHTE ARM DER GÖTTER stammt und mit dem hier besprochenen Film absolut nichts zu tun hat. Man muss die Marketingmaschinerie einfach lieben.

Es geht direkt los mit der Knalleraction und jede Menge Soldaten fliegen durch die Gegend, als ein Militärstützpunkt angegriffen wird. Die Generäle sind sich nicht einig, wie weit die Japaner bereits vorgerückt sind. Die Antwort kommt prompt, als die Japaner die Generäle gefangen nehmen. Natürlich muss schnell gehandelt werden und nur die Besten der Besten können die Generäle retten. Allerdings sind die Besten der Besten gerade verhindert, denn James Bond ist auf einer anderen Mission, die Klapperschlange ist seit 3 Jahren tot und Rocky hat sich den Grünen angeschlossen. Warum ausgerechnet der Boxer Rocky auf deren Söldnerliste steht, weiß ich zwar nicht, aber ein Film, in dem Rocky, Ivan Drago und Apollo Creed gegen die Japaner kämpfen wäre in den 80ern sicher der absolute Knaller gewesen.

Die letzte Hoffnung ist Captain Irgendwas, der gerade durch ein Minenfeld fährt, gegnerische Soldaten mit seiner Peitsche durch die Gegend schleudert und den Job natürlich annimmt, weil er die Coolness in Person ist.

Nach einem grauenhaften Song im Restaurant mit Bier und Steaks lernen wir irgendeinen Revolverhelden kennen, der im Auftrag des Captains irgendwas machen soll und dann geht es in einen Canyon, wo sich irgendwelche Vollidioten rumprügeln. Einer der Gefangenen flieht und findet zufällig mitten im Wald ein Drei-Gänge-Menü. Das gehört dem Captain, der ihn in seiner Truppe haben will, denn er ist Sprengstoffexperte und Ausbrecherkönig. Damit wären es also schon mal 3 und ich kenne von keinem den Namen. Läuft ja wieder super.

Nach einem gefühlt vierzigminütigem Wrestlingkampf und einem Trinkspiel, bei dem es darum geht, sich zu besaufen und gleichzeitig einer leicht bekleideten Dame, die Klamotten mit einer Pistole vom Leib zu schießen, haben wir dann hoffentlich langsam mal das Team zusammen.

Nein, vorher muss es noch eine schlechte Slapstickeinlage beim schottischen Regiment geben und Lulu will noch ihren Stecher rausholen, was zu weiterem schlechten Slapstick führt. Weil sie schon mal da ist, darf sie sich der Truppe dann anschließen, damit ihr Stecher nicht während der Mission mit anderen Mädels rummacht.

Latzhosen-Jackie und seine Freundin überfallen die Gruppe, aber sind natürlich zu doof. Immerhin werden sie laufen gelassen, weil der Captain keine Volltrottel gebrauchen kann. Am See wird rumgeballert und die Kapuzen-Reiter greifen auch noch an. Also bleibt nur die Flucht.

Ich sage es, wie es ist: Der Streifen kommt einfach nicht in die Gänge und wenn es mal Action gibt, dauert sie nur 5 Sekunden, um dann wieder schlechten Slapstick zu bringen. In diesem Fall kriegt jemand einen Pfeil in den Arsch.

Die Kapuzenreiter haben ihre Pferde gegen Leopardenkostüme getauscht und greifen mit bunten Bändern an. Aha, es sind Amazonen und die Anführerin kann übers Wasser laufen. Irgendein Typ im Anzug gehört auch zu ihnen und ist wohl Künstler. Zumindest behauptet er das selbst von sich. Statt Action gibt es aber natürlich wieder Quatsch am Fließband und Lulu wird durch die Landschaft gezogen. Jackie Chan fängt ein Huhn und bekämpft die Amazonen mit Huhn auf dem Arm. Lulu ist beeindruckt und geht zurück zu den Männern, um diese im Alleingang zu retten. Endlich gibt es mal längere Action, die zwar auch absolut dämlich ist, aber man muss hier nehmen was man kriegen kann.

Weil wir das noch nicht hatten, übernachtet man in einem Geisterhaus mit Geistern, die durch die Gegend hüpfen wie Kängurus. Einer der Truppe spielt mit den Geistern Mahjong, ein anderer findet eine heiße Trulla und es dürfte klar sein, dass daraus wieder jede Menge lahmer Slapstickmüll entsteht. Und dann kommt Lulu und rettet die Kerle. Irgendwo hier versteckt sich immerhin eine feministische Botschaft, glaube ich.

Weiter geht es zum Nazilager voller toter Nazis. Und da kommen … sollen das die Nazis sein, die da mit Leuchtfackeln in Gladiatorenkluft auf Rennautos angefahren kommen? Nee, ich glaube, es sind die Japaner und sie haben die Geiseln. Und wollen Geld. Jackie und seine Freundin sind auch wieder da und wollen heiraten. Toll.

Am nächsten Morgen soll es den Austausch der Geiseln gegen Geld geben, oder so. Ich kann der ganzen Nummer nicht wirklich folgen, wenn ich ganz ehrlich bin, denn ich habe die letzten 10 Minuten aus Langeweile noch nebenbei was anderes gemacht. Jedenfalls gibt es keinen Austausch, sondern Rumgeballer. Auf Rumgeballer folgt Rumgekloppe und der Versuch von Dramatik, als ein paar der Mitstreiter abnippeln. Wäre natürlich alles packender, wenn die Figuren irgendwie interessant wären. Am Ende überleben nur Jackie und seine Freundin und der Revolverheld, der aber vom Captain erschossen wird, weil man hier noch schnell einen sinnlosen Twist einbauen musste. Der Captain will das Geld natürlich nicht teilen, deshalb knallt er auch Jackies Freundin ab. Der hüpft dann zwischen den Autos umher und der Captain will ihn mit einer Planierraupe plätten. Im finalen Säbelkampf kann Jackie natürlich den Sieg erringen, indem er den Captain in die Luft jagt und hat das Geld jetzt für sich alleine. Ach nee, seine Freundin lebt auch noch, also steht der Traumhochzeit wohl nichts mehr im Weg.

Nun ja, man hat hier versucht, möglichst viel Schwachsinn in einen Film zu klatschen, was eigentlich durchaus unterhaltsam werden kann. Leider langweilt das Ergebnis aber die meiste Zeit und der Humor zündet nicht. Die pseudolustige Synchro gibt dem ganzen dann den Rest, denn das hier ist alles andere als Spencer/Hill-Niveau. Ich gehe eine eigene Kampftruppe rekrutieren …

Cybernetische Fluchtversuche mit hochexplosiven Vehikeln

In den 90ern gab es ja so einige Action-„Stars“, die nie so recht den großen Durchbruch schafften. Allerdings musste man das in den 90ern auch gar nicht. Die Action-Film-Ecke der örtlichen Videotheken war gespickt von Knallerstreifen, die nicht die ganz großen Stars am Start hatte, aber trotzdem eine Menge Spaß versprachen. Schön billig mussten sie sein. Und möglichst hölzern mussten sie gespielt sein. Und möglichst viele Explosionen mussten sie haben. Und möglichst zusammengeklaut musste die Story sein. Und für all das hatte man die Actionhelden aus der zweiten Reihe. Der heutige Film ist ein Paradebeispiel für genau dieses Filmmaking:

CYBER TRACKER – USA – 1994 – 91 Min.

Regisseur Richard Pepin ist ein ganz großer, wenn es um billige Action geht. Über 100 Filme hat er produziert und einer klingt besser als der andere. Regie führte er immerhin bei knapp einem Dutzend Streifen, die genau so toll klingen.
Drehbuchautor Joe Hart hat auch noch anderen Kram geschrieben, der genau so wenig erwähnenswert ist, wie das Drehbuch zu diesem Knaller.
Auftrumpfen tut der Film bei den famosen Darstellern. Don „The Dragon“ Wilson ist Eric und es sollte klar sein, dass diese Rolle ihm direkt auf den Leib geschrieben ist. Mit anderen Worten: Er spielt so schlecht wie immer, aber es ist vollkommen egal. Richard Norton spielt Ross und Norton ist natürlich allen hier bekannt aus MAD MAX: FURY ROAD, wo er den Prime Imperator gibt. Und nein, ich weiß auch nicht, wer das in dem Film war. Stacie Foster kennt kein Mensch, aber sie spielt Connie. Joseph Ruskin war der ewige Seriennebendarsteller, durfte hier dann aber auch mal in einem Billigfilm mitmachen und ist Rounds. Die anderen Nasen kennt auch keine Sau, aber sie sind absolut richtig in diesem Film aufgehoben. Ach so, der Cyber Tracker selbst wird von Jim Maniaci verkörpert, der später immerhin ein paar 3 Sekunden Auftritte in Filmen wie THE ROCK und ARMAGEDDON ergattern konnte.

Bars voller bewaffneter Punks mit Drachenfigur auf dem Dach, die durch einen Strahl ein Hologram projiziert, das dann alle in die Bar einlädt, sieht man auch nur in den 90ern. Einer der Punks wird vom Cyber Tracker gestellt, der nichts anderes ist, als ein schlechter Terminator-Klon, und wegen Mordes zum Tode verurteilt. Seine Unschuldsbeteurungen nützen wenig, denn der Cyber Tracker ballert ihn fachgerecht über den Haufen, denn er ist das Gesetz. Schätze ich. Zumindest hat er eine Polizeimarke. Und einen Raketenwerfer, mit dem er noch schnell einen Fluchtwagen wegsprengt. Scheinbar waren alle in dem Laden zum Tode verurteilt.

Senator Dilly hält eine Rede über die Firma CyberCorp, die den Cyber Tracker wohl gebaut hat. Eric ist Dillys Bodyguard und steht doof rum. Die Zuhörer sind natürlich nicht auf der Seite von Dilly, da sie diese zukünftige Technologie für zu gefährlich hält. Die Punks aus der Bar würden sicher zustimmen, wenn ihr Arsch nicht immer noch in Flammen stünde. Es sollte klar sein, dass eine terroristische Gruppe von langhaarigen Hippies versucht, den Sentor zu killen. Nichtmal Eric kann das verhindern, dabei rollt niemand so schön über den frisch gemähten Rasen wie er. Immerhin wird der Senator gerettet und es explodiert mal wieder ein Auto. Und ein Hubschrauber.

Ich verzichte mal auf die Rückblenden, in denen Eric über seine Vergangenheit als verheirateter Mann sinniert und gehe darauf ein, dass er Alexa zu Hause hat, mit der er sich scheinbar gerne unterhält. Amazon hat diesen Film ganz sicher gesehen und sich davon inspirieren lassen. Alexa! Lösche alle Rückbenden. Die nerven.

Überraschung! Senator Dilly ist ein richtig böser Typ und erschießt eine Frau, die wohl mit den CyberCorp Gegnern zusammenarbeitet. Don The Eric Wilson kann das nicht gutheißen und verdrischt Dillys Lakaien, um die Flucht zu ergreifen. Natürlich wird er jetzt von allen gesucht. Den Cops. Dem Secret Service. Senator Dilly. Alexa ist sicher auch schon einsam. Und es wir wissen, dass es nicht lange dauern wird, bis der Cyber Tracker auf ihn angesetzt werden wird.

Nachdem mal wieder ein paar Autos explodiert sind, ruft Eric von einem Hot Dog Stand irgendwo an und dadurch kommt ihm der Cyber Tracker direkt auf die Spur. Beim Schootout wird Eric angeschossen. Und ein Auto explodiert. Aus irgendeinem Grund erschießt der Cyber Tracker zwei Cops, lässt Eric aber mit einem Feuerwehrwagen entkommen. Vermutlich wollte er schon immer mal auf der Leiter herumklettern. Eric springt ab und ja, der Leiterwagen rammt ein Auto und explodiert.

Die Terrorhippies schnappen sich Eric und entfernen einen Chip, damit er nicht mehr geortet werden kann, oder so. Das wird den Cyber Tracker natürlich nicht aufhalten. Die Terroristen planen nebenbei einen Einbruch bei CyberCorp, um … irgendwas zu machen.

Mike Rounds, der der neue Oberbodyguard von Senator Dilly ist, scheint den Fähigkeiten des Cyber Tracker nicht zu trauen und will sich gerne selbst um Eric kümmern. Eine der Terroristinnen hat eine Tochter, die gerade übers Intercom anruft und aussieht, als würde sie bei einer Theateraufführung von „Elfen – Jetzt ganz in Weiß“ mitspielen. Warum zum Kuckuck steht die da mitten im Wald? Der Hacker der Gruppe findet heraus, dass der Cyber Tracker aus einem Material besteht, dass alle Grenzen der Wissenschaft sprengt. Interessieren tut das nicht wirklich jemanden, aber vermutlich kommen noch Aliens vor, oder irgendwas anderes, was für diese Technologie verantwortlich ist.

Der Cyber Tracker findet das Geheimversteck und es wird rumgeballert ohne Ende. Interessanterweise hat niemand in der Bude ein Auto geparkt, das explodieren könnte. Dafür fackelt der Cyber Tracker ab. Überlebt haben nur Eric und Connie und Connie ist ganz traurig, dass alle ihre Freunde tot sind. Eric will trotzdem noch den Einbruch durchziehen.

Mike Rounds kann Dilly davon überzeugen, dass er doch der richtige Mann ist, um Eric umzulegen, denn im Gegensatz zur Maschine hat er Überlebenswillen. Äußerst einleuchtendes Argument, wenn man mich fragt. Statt ihn umzunieten, bringt er ihn und Connie aber zu CyberCorp. Es sollte klar sein, dass sie entkommen und sich durch die Firma ballern. Dann kommt es zum großen Kampf zwischen Eric und Rounds und es wird kaum jemanden überraschen, dass Rounds am Ende einem Roundhousekick zum Opfer fällt.

Dummerweise wurde ein neuer Cyber Tracker losgelassen und Eric wird von ihm durch die Gegend geworfen. Aber zum Glück gibt es Granaten, mit denen man den Cyber Tracker sprengen kann. Was für ein Zufall, dass er dabei direkt neben einem Auto steht, das auch gleich mit hoch geht. Und ich hatte schon befürchtet, man hätte hier bereits den gesamten Fuhrpark aufgebraucht.

Zum Schluss erschießt Eric noch schnell Senator Dilly und OH MEIN GOTT er ist ein Roboter wie der Cyber Tracker. Was für ein Schocker zum Ende. Und es ist nicht mal ein Auto dabei explodiert. Ich gehe meine Cyberspuren suchen …

Ungemütlicher Klassenausflug mit krimineller Intensität

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie sehr ich die Schule gehasst habe? Aber wisst ihr, was noch schlimmer war als Schule? Klassenfahrten. Meine Fresse, ist das eine grauenhafte Erfindung, die nur dazu dient, die Schüler noch mehr zu quälen und ihnen endgültig irreparable psychische Schäden zuzufügen. Dementsprechend grauenhaft dürfte der heutige Film ausfallen, denn wir gehen zusammen auf einen Schulausflug:

THE CHAPERONE – USA – 2011 – 103 Min.

Triple H aka Ray Bradstone ist im Knast und ruft kurz vor seiner Entlassung nochmal schnell im Radio an. Und haut irgendeinem Typen in die Fresse. Dann gibt er seinem Lieblingswachmann noch eine Kiste mit seinen Lieblings-Dinosaurier-Büchern und kann dann endlich nach Hause gehen. Sein Freund Phillip Larue, gespielt von Kevin Corrigan, will ihn abholen, aber Ray klaut ihm einfach die Karre, denn er ist ein „Fahrer“. Also so wie Steve McQueen. Oder Ryan Gosling. Oder Ryan O’Neal. Nur eben in beschissen, sonst hätte er wohl nicht sieben Jahre lang im Knast gesessen.

Ray rasiert sich und sieht jetzt wie ein Trottel aus, weshalb seine Ex-Frau keinen großen Bock auf ihn hat und seine Rose nicht haben will. Er ist halt nicht der Bachelor. Tochter Sally kommt gerade nach Hause und will den Teddybären nicht haben. Er ist halt nicht der Typ vom Kirmesschießstand. Ray stalkt Sally, was die Sache auch nicht besser macht. Ray trennt dann zwei Blagen, die sich wegen Knallfröschen kloppen und lernt die Direktorin kennen. Sally will nicht, dass jemand von Ray Knastaufenthalt erfährt. Nebenbei wird Ray mal schnell zur Aufsichtsperson für einen Schulausflug ins Dinosaurier-Museum gemacht. Denn er liebt Dinosaurier, wie wir durch die Bücher wissen.

Neben Dinsoaurier-Büchern liest Ray auch jede Menge Philosophie-Krempel, den ich nicht kapiere. Larue kommt vorbei und will wieder gut machen, dass er damals Ray hat hängen lassen, wodurch der im Knast landete. Er will ihn zu einem Coup überreden, aber Ray hat absolut keinen Bock drauf. Larue meint aber, dass er seine Meinung sicher noch ändern wird, denn einmal kriminell immer kriminell und so.

Ray lernt Dr. Marvin Etman, den neuen Stecher seiner Ex, kennen und hält ihn zu Recht für einen ziemlichen Lappen. Ray will eine zweite Chance bei seiner Tochter und so weiter. Man kennt das. Der Schulausflug wird sicher top. Ray will erstmal beweisen, dass er verantwortungsbewusst ist und bewirbt sich um ein paar Jobs, aber kriegt natürlich keinen, weil er nach sieben Jahren die Welt nicht mehr versteht. Alle fahren Smarts und sind vegetarisch. Wie soll man in so einer Welt klar kommen? Ich weiß es auch nicht, Ray.

Rays Absteige fackelt ab und es sollte uns allen klar sein, dass Larue das Feuer gelegt hat. Ray hat das natürlich noch nicht kombiniert und geht zu Larue, um sich von dem neuen Coup erzählen zu lassen. Dieser findet rein zufällig am selben Tag wie der Schulausflug statt. Also lässt er seine Partner einfach hängen und fährt mit ins Museum. Sally kriegt das kalte Kotzen. Wer will schon mit seinen Eltern auf Klassenfahrt gehen. Rays Kumpels verlieren zufällig die Tasche mit dem Geld direkt am Bus und die geht mit auf die Reise. Es sollte klar sein, dass die Kumpels das Geld suchen werden. Nebenbei wären hier Regieanweisungen wie „Leute, spielt mal so, als wenn euch das nicht alles scheißegal wäre“ durchaus hilfreich gewesen. Aber gut, wer soll bei dieser Scheiße auch wirklich Bock haben?

Die Cops finden auf dem Autoschlüssel Rays Fingerabdruck, also werden wohl auch die den Bus verfolgen. Mann, ist das alles aufregend.

Ray macht den Blagen mal kurz klar, dass sie die Fresse zu halten haben und ihm nicht auf den Sack gehen sollen. Dann gibt er Stanley noch kurz Tipps, wie er an Direktorin Miller rankommen kann und quakt wieder mit Sally rum. Es stellt sich heraus, dass sie scharf auf Josh ist. Das wird leider vermutlich noch wichtig.

Am Museum angekommen macht Ray nochmal den Dicken vor den Blagen und Sally würde am liebsten sterben. Da der Museumsführer krank ist, springt Ray mal schnell ein und leitet die Führung. Dabei kann man noch so einiges lernen. Zum Beispiel, dass Hunde alles vollkacken. Leider wird diese grandiose Lehrstunde von Larue und seinem Kameraden unterbrochen und Ray muss den Feueralarm auslösen, um alle in Sicherheit zu bringen und Larue zu vermöbeln. Dabei erfährt er noch so nebenbei, dass das Geld im Bus ist.

Busfahrer Nick ist gerade nicht da, aber glücklicherweise ist Ray ja der Fahrer und tritt selbst aufs Gas. Während die Kids sich durch eine Stadtbesichtigung quälen, findet Ray das Geld im Bus. Er will Larue das Geld geben, damit er die beiden Vögel endlich los ist, aber genau in dem Moment kommen die Cops angefahren. Larue hat jetzt endgültig die Schnauze voll und wendet sich an einen alten Kollegen namens Kevin. Zusammen mit dessen Gang wollen sie Ray erledigen.

Sally und Josh hören die selbe grauenhafte Kackmusik. Sie haben ja so viel gemeinsam.

Man merkt, man ist im Mittelteil eines langweiligen Films, wenn zehn Minuten lang quasi nix passiert, außer, dass die Gruppe beim Hotel ankommt. Nick ist auch wieder da und war offenbar zu Fuß genau so schnell wie die anderen mit Bus.

Nach etwas Palaver verbringt Ray etwas Zeit mit seiner Tochter und sie reden über Musik und Ray singt auch noch. Die Tiefpunkte in diesem Film sind nicht mehr messbar. Gleichzeitig erfährt Direktorin Miller, wer Ray wirklich ist, als die Cops sie ansprechen. Nach und nach erfahren dann alle, dass er von der Polizei gesucht wird und Sally ist echt angepisst. Irgendwie überzeugt er sie dann aber, dass er nichts mit der Sache zu tun hatte und nur Larue das Geld bringen muss, damit sich alles aufklärt. Klingt unglaublich plausibel.

Sally wird dann von Larue entführt und wir wissen, wo das alles hinführen wird. Ray verkloppt die Gang von Larues Freund und dann kriegt er den Anruf, dass Larue seine Tochter hat. Also kommt es zum Austausch Geld gegen Sally und blah. Natürlich hat Ray noch ein Ass im Ärmel und bringt eine falsche Tasche mit. Sally kann mit dem Taxi abhauen und erklärt dann den Cops und Josh, dass ihr Vater unschuldig ist.

Sally, Josh und Co. planen dann eine große Rettungsaktion mit Ablenkung durch Knallfrösche und dem Klauen des Busses. Oh mann, es wird einfach immer schlimmer. Und warum müssen da unbedingt alle Blagen bei sein? Die haben doch alle nix mit Ray zu tun. Und dann hält Sally auch noch eine fürchterliche Ansprache, um die anderen zu überzeugen, ihm zu helfen.

Ray ist gefesselt und wird verdroschen, während sich die Kids in das Lagerhaus, oder was auch immer das ist, schleichen. Sieht aus wie das Lager des Faschingkostümverleihs um die Ecke. Knallfrösche sorgen für die nötige Ablenkung und Ray ruft währenddessen versehentlich bei der Radiopsychologin vom Anfang an, damit die alles mithören, was gerade passiert. Die rufen natürlich die Bullen, die dann im letzten Moment den Tag retten.

Ray ist kurz darauf Radiopsychologe und kommt auch wieder mit seiner Ex zusammen. Moment mal, was ist denn aus dem Lappen Dr. Marvin geworden? Hat der gemerkt, dass er in totaler Scheiße mitspielt und in der Mitte die Flucht ergriffen? Nachvollziehbar. Ich gehe einen Bus klauen …