Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Rückblendenverstopfte Mutprobenaneinanderreihung zur Geburtstagsfeier

Dreiköpfige Hunde sind ja eher selten in Filmen. Eine traurige Sache. Es sollte viel mehr dreiköfige Hunde geben. Was man damit alles machen könnte. Nun ja, auch nicht viel mehr als mit einköpfigen Hunden, aber der Versuch wäre es wert. Auch der heutige Film hat keinen dreiköpfigen Hund. Stattdessen gibt es Mutproben von strunzdämlichen Teenagern. Wisst ihr, was eine coole Mutprobe wäre? Einen dreiköpfigen Hund bekämpfen. Aber gibt es hier ja nicht. Also müssen wir eben nehmen, was wir kriegen können. Und Schuld ist natürlich Kanada.

TRIPLE DOG – Kanada – 2010 – 95 Min.

Regie führte Pascal Franchot und den kennt man natürlich überhaupt nicht, wenn man auch nur ansatzweise etwas für Filme übrig hat. Allerdings hat er einen Film namens „How Superman defeated the KKK“ gemacht, was generell schon mal nicht verkehrt ist. Aber sicher auch nicht gut.
Barbara Marshall schrieb den Krampf und hat später unter anderem für Blumhouse den Schinken „Viral“ verfasst.
Britt Robertson spielt Chapin Wright. Was für ein Name. Chapin. Kreativer wird es heute nicht mehr werden. Alexia Fast ist Eve und hat sogar in der ein oder anderen Hollywoodstangenware wie „Jack Reacher“ mitgewirkt. Scout Taylor-Compton, hier als Liza unterwegs, hatte ihre 5 Minuten Ruhm in den „Halloween“-Remakes, die niemand haben wollte. Janel Parish ist Cicely und bekannt aus der Serie „Pretty Little Liars“, vorausgesetzt, man kennt die Serie, was ich nicht tue. Ein paar weitere Mädels und irgendwelche Typen, die kein Schwein kennt, sind auch noch dabei. Mit anderen Worten: Man kennt niemanden. Macht aber nichts, denn das wird den Film ohnehin nicht beeinflussen.

Die coolen Kids von heute. Liegen den ganzen Tag auf ihrem Bett und rollen an den Rollen ihres Skateboards rum und hören beschissene Emo-Musik. Oder sie stürzen sich von einer Brücke. Beide Punkte schon mal abgehakt. Die Skateboarderin steigt aus dem Fenster und haut ab. Eve schminkt sich für … irgendwas. Ah, es ist ihr Geburtstag und meine Herren ist das eine steile Party. Ein paar Mädels sitzen rum und langweilen sich zu Tode. Liza macht das einzig Richtige und stopft sich mit Kuchen voll, um die Lahmarschparty zu ertragen. Liza ist jetzt schon mein Favorit. Die ultracoole Skateboarderin Chapin kommt auch vorbei und die Dialoge sind ein Traum aus Worten wie „Gay“, „Whazup“ und „Shiz“, was auch immer das bedeuten mag. Das hier könnte fast die nächste Stufe des selbsterfundenen Jugendslangs aus dem Megan Fox Desaster „Jennifers Body“ werden.

Chapin und Liza können sich nebenbei nicht ab, denn vor 4 Tagen gab es weitere Dialoge mit „Zup“ und „Totes“. Ja, es ist die Weiterführung des selbsterfundenen Jugendslang, da bin ich ganz sicher. Oder sprechen die heute wirklich so? Können die Jugendlichen heute keine Worte mehr komplett aussprechen? Ist die Linguistik dem Untergang geweiht? Ach so, Liza und Chapin übrigens: Wird hier nicht erklärt.

Chapin hat berechtigterweise keinen Bock mehr auf die Lahmarschparty und will abhauen. Aber Eve schlägt vor, irgendwas zu machen. Und zwar Triple Dog zu spielen. Chapin ist begeistert und ich weiß absolut nicht, was Triple Dog überhaupt ist.

Vier Tage zuvor erklärt irgendeine Trulla, wie weiter wasweißichwieviele Tage zuvor Stacy Acid von einem Typen mit blauen Haaren nahm und Schmetterlinge sah und sich dann von der Brücke stürzte. Es ist Rückblendenception und ich habe jetzt schon die Schnauze voll.

Also Triple Dog. Keine Ahnung, was das ist, aber Chapin braucht eine Videokamera und eine Harrschneidemaschine dafür. Alle müssen ihre Taschen leeren und es sammelt sich etwas Geld, ein MP3-Player und das „Gossip Girl“ DVD-Set an. Die Regeln sind irgendwie so: Einer stellt eine Mutprobe und wenn man sie nicht macht, kriegt man eine Glatze rasiert. Sarah hat absolut keinen Bock, also muss sie als erstes ran und zwar nackt durch die Straßen laufen. Nach einigen Einwänden zieht sie es durch.

3 Tage vorher … Chapin und Liza prügeln sich in der Bücherei, weil Liza denkt, Chapin hätte sie mit Gummibärchen beworfen. Herrjeh, ist das eine grandiose Auflösung. Aber man kann natürlich noch einen drauf setzen, denn Liza hat nur einen Freund und zwar eine Ratte, die sie in ihrem Rucksack mit sich herum trägt. Chapin wird für 3 Tage von der Schule beurlaubt. Die Rattenlady darf bleiben.

Liza muss als nächstes beim Triple Dog ran. Sie muss in einem Cheerleaderoutfit im Schrank von Eves Bruder bis Mitternacht rumstehen. Während Liza also im Schrank steht, muss Nina im Big Wangs Country-Karaokeschuppen einen Schlaganfall vortäuschen oder sowas. Ich checke es nicht. Passt also perfekt zum Rest des Films. Eves Bruder guckt sich zusammen mit seinen Kumpels einen Porno an. Liza ist nicht begeistert und kriegt dann einen Anruf auf ihr Handy von Chapin. Die Jungs finden sie natürlich und Liza muss Eves Bruder in den Finger beißen, damit sie nicht aus dem Schrank geschmissen wird.

Die anderen Trullas quatschen mit einem Automechaniker und irgendwas über eine Party, auf die sie alle nicht eingeladen sind. Also wollen sie die Party crashen. Vorher muss aber erstmal Cecily beim Triple Dog antreten und davor müssen wir erstmal 2 Tage zurückspringen, weil hier nichts zu lange chronologisch erzählt werden darf, sonst versteht man den Film nicht. Hat nebenbei absolut nichts geholfen, dieser Trick.

Also, 2 Tage vorher erzählte Liza Eve, dass einige Tage davor Chapin Stacey von der Brücke geworfen hat.

Cecily muss bei jemandem vor die Haustür pissen. Tolle Sache. Liza guckt zu, wie Eves Bruder Rockband auf der PlayStation spielt und fängt an zu flennen. Nachvollziehbar, denn er spielt richtig scheiße. Es sollte klar sein, dass Liza mitspielt und die beiden sich langsam anfreunden oder sowas. Chapin ist an der Reihe und muss irgendwas aus einem Laden klauen, dessen Besitzer Cecilys Vater ist. Das funktioniert natürlich am besten mit Ablenkung durch eine explodierende Dose Erbsensuppe in der Mikrowelle. Chapin räumt den halben Laden aus und dann muss Eve als letzte ran. Und zwar muss sie Whisper – wer auch immer das ist – einen kauen.

Diese ganze Stacey von der Brücke Sache wird auch immer wieder zur Sprache gebracht, aber irgendwie interessiert mich das alles nicht die Bohne. Es sollte wohl klar sein, dass die beim Triple Dog spielen verreckt ist. Viel spannender ist, dass Sarah irgendeinem bekifften Typen Stricken beibringt. Ach so, man ist jetzt nebenbei auf der Party angekommen und natürlich hängen dort nur Affen rum. Also Eves Bruder und seine Kumpels. Liza hat sich wie erwartet mit ihm angefreundet und besäuft sich jetzt mit ihm. Eve hat ein Problem, denn Whisper will eigentlich Chapin poppen, also kann sie die Bepustung nicht durchziehen. Chapin stellt Whisper zur Rede und will ihn durch einen Kuss dazu überreden, sich von Eve einen lutschen zu lassen. Was für ein genialer Plan.

Die große Auflösung ist am Start: Chapin hat Stacey beim Triple Dog herausgefordert, von der Brücke zu springen. Wow. Was für eine Überraschung. Chapin springt dann selbst von der Brücke, weil … sie es kann. Und sie kann auch überleben. Aufregend ist anders. Jedenfalls wird Chapin zur Siegerin von Triple Dog gewählt und ich wähle diesen Film offiziell zum vorhersehbarsten und gleichzeitig undurchsichtigsten Quark aller Zeiten.

Ach so, Eve kriegt natürlich noch die Glatze rasiert. Auf eigenen Wunsch. Und Sarah fängt an zu flennen. Ich auch gleich, deshalb beende ich den Quatsch hier und gehe mir spannende Mutproben ausdenken …

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Schwarzgetarnte Rammattacken auf frei befahrbaren Schnellstraßen

Heute gibt es Autoaction, mit einem unbekannten Killer, der Frauen mit seinem Van überfährt. Klingt ein bisschen nach Steven Spielbergs „Duel“. Und ist mit Sicherheit nicht mal ansatzweise so gut. Der Umstand, dass es sich um einen TV-Film handelt, macht die Sache vermutlich nicht viel besser. Aber ich habe Bock, denn der Titel rockt mal wieder derbe:

DEATH CAR ON THE FREEWAY – USA – 1979 – 91 Min.

Regie führte natürlich nicht Spielberg, sondern Hal Needham, der zwar nicht für große Regiearbeiten bekannt ist, aber immerhin als Stuntman in Knallern wie „Smokey And The Bandit“ oder auch „Chinatown“ zugegen war. Hier auf dem Filmschrottplatz ist er uns immerhin schon als Regisseur des Rock’n’Wrestling-Krachers „Body Slam“ begegnet.
Das Drehbuch stammt von William Wood, der noch ein paar weitere TV-Filme schrieb, die kein Mensch kennt.
Shelley Hack spielt Jan. Und wir können uns sicher sein, dass sie uns hier in Zukunft nochmal begegnen wird, denn irgendwann muss „Troll“ ja nun mal auf den Filmschrottplatz aufgenommen werden. Frank Gorshin kennen wir bereits als den Riddler aus der fantastischen „Batman“ Serie und er spielt hier Ralph Chandler, der leider keine Rätsel auf Lager hat. Peter Graves war der Kapitän des „Airplane!“. Hier ist er Lieutnant Haller. Das soll dann auch mal reichen. Film ab!

Ganz schön was los, auf den Freeways von Los Angeles. Deshalb darf man sich erstmal minutenlang die Autos auf dem Freeway beim Fahren angucken. Spannend. Becky fährt mit ihrer gelben Graupelkarre tanken und unterhält sich kurz mit dem Tankwart. Scheinbar sind sie beide Schauspieler, denn das hier ist nun mal LA und da ist man entweder Schauspieler oder obdachloser Penner. Becky ist in ihrem neuen Film nebenbei das erste Opfer und damit steht natürlich auch schon fest, welche Rolle sie in diesem Streifen hier spielt. Richtig geraten: Das erste Opfer. Ich verstehe aber auch nicht so ganz, warum sie sich ein Wettrennen mit einem schwarzen Van auf dem Freeway liefert, der sie von der Straße rammen will, anstatt einfach rechts ran zu fahren oder wenigstens mal etwas vom Gas zu gehen. Dumm, Becky, dumm. Du wärest völlig zu Recht gestorben. Allerdings überlebt sie den Unfall und kann anschließend ein Interview geben und erklären, was passiert ist. Der Reporter ist auch eine ganz helle Leuchte und stellt die dämlichste Frage, die man stellen kann: „Warum denkst du, dass der Fahrer des Vans dich umbringen wollte?“ Ähm, keine Ahnung, vielleicht, weil er sie bei Tempo 280 von der Straße gerammt hat, du Schmierlappen? Werd Schauspieler. Oder obdachloser Penner. Als Reporter taugst du offensichtlich nichts.

Immerhin glaubt Reporter Ace Durham – ja er heißt Ace und damit ist zu dem Honk auch alles gesagt – Beckys Geschichte und will der Sache genauer auf den Grund gehen. Seine Chefin glaubt aber, dass Becky nur geschauspielert hat, schließlich ist sie eine Darstellerin. Hallo? Ihre beste Rolle bisher ist das erste Opfer in einem billigen Horrorfilm. Dafür war die Performance dann wohl doch etwas zu glaubwürdig.

Jan und Ray flirten rum und gucken TV, wo Steffi Grafs Mutter mal kurz eine Pause vom Tennisspielen macht und auch ein Interview gibt, in dem sie von dem Van berichtet. Scheint sie ja nicht gerade traumatisiert zu haben, wenn sie direkt danach Tennis spielen gehen kann. Den Fahrer hat sie nicht gesehen, denn der Van hat schwarze Scheiben. Damit ist nebenbei auch schon so ziemlich alles an Plot in diesem Film erklärt: Nach und nach deckt Jan mehr Einzelheiten über den Van auf, die absolut niemandem weiterhelfen. Außer Jan, die sowas von investigativ ist, dass sie mit jeder noch so sinnlosen Information etwas anfangen kann.

Jan will der Sache auf den Grund gehen. So wie Ace. Und bisher machen beide absolut gar nichts, was darauf hindeuten würde, dass sie der Sache wirklich auf den Grund gehen wollen. Auf dem Freeway wird derweil eine weitere Frau terrorisiert. Kann vielleicht mal jemand in dem Film darauf eingehen, dass der Typ immer am helllichten Tag zuschlägt, während auf dem Freeway achttausend Leute unterwegs sind? Man könnte zum Beispiel mal nach Zeugen suchen oder sowas. Oder wollen die mir erzählen, dass jetzt keiner gesehen hat, wie die Karre mit der unschuldigen Frau drin mitten auf dem Freeway explodiert?

Wie zur Hölle hat die Frau das bitte überlebt? Die ganze Karre war am Fackeln. Nun ja, jetzt liegt sie im Krankenhaus und kann Jan Antworten geben. Und die sind allesamt äußerst hilfreich, denn sie erzählt genau den gleichen Kram, wie alle anderen. Außer der neuen Erkenntnis, dass der Fahrer des Vans Country Musik hört. Danke. Sehr hilfreich. Wir ermitteln dann auf der Ranch von Dolly Parton weiter.

Ray will Jan poppen, aber die denkt nur über den schwarzen Van nach. Ray ist traurig und dankt heimlich vermutlich bereits Gott für das Aufkommen des Pornofilms in den 70ern, damit er zuhause noch was zu tun hat. Am nächsten Tag ist Jan die Story los und der Verdacht liegt nahe, dass Ray dafür verantwortlich ist, weil er vor lauter Geilheit Jan eins Auswischen wollte. Männer, die Entscheidungen bei Geilheit treffen, entscheiden selten gut. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich treffe alle Entscheidungen so. Unter anderem die, diesen Film zu gucken.

Jan lässt sich dadurch natürlich nicht beeindrucken und stellt dem ermittelnden Kommissar ein paar Fragen. Zwei weitere tote Frauen und Jan hat eine Psychiaterin in ihrer Nachrichtensendung. Der Killer heißt inzwischen nebenbei „The Fiddler“, weil er Country Musik mit Geigen spielt oder so. Bisher hörte sich hier gar nichts nach Country oder Geigen an, aber ich bin nun wahrlich kein Musikexperte, also wird das wohl schon passen. Die Psychiaterin rät, den Vanfahrer nicht zu provozieren. Danke für den Tipp. Sonst noch was? Vielleicht noch davor warnen, ihn auf einen Kaffee einzuladen?

Jan macht einen Defensiv-Fahrkurs, was so viel bedeutet wie, sie lernt, wie man andere Autofahrer von der Straße rammt. Vielleicht sollte man mal recherchieren, ob der Fiddler auch in der Fahrschule war. Während dieser mal wieder auf dem Freeway Frauen jagt, möchte ich nur mal kurz darauf hinweisen, dass sein Van jetzt weiß ist. Die Musik hat er aber nicht gewechselt und ich höre da immer noch kein Country raus. Und Geigen auch nicht. Oh, da kommen die Cops und sie kriegen wirklich alle absolut nichts auf die Reihe. Die Tussi rammt die Bullen und alles explodiert und dann fährt noch ein Motorradcop in die Unfallstelle. Der Fiddler entkommt natürlich.

Warum ist der Fiddler eigentlich nicht Frank Gorshin? Das hätte sich doch absolut angeboten. Riddler—>Fiddler. Und dann hätte er sich als der Riddler enttarnt und dann wäre Batman gekommen und der Film wäre schlagartig viel besser geworden. Aber natürlich ist Frank Gorshin hier … wo ist der überhaupt? Ich glaube, der ist bisher nicht mal durchs Bild gelaufen. Trinkt vermutlich Kaffee mit Reporterlusche Ace, der glücklicherweise auch keine Rolle mehr spielt.

Ray hat Blumen für Jan mitgebracht. Wird er heute zum Schuss kommen? Oder wird er weiterhin das Aufbäumen der Pornoindustrie unterstützen? Die Antwort überlasse ich eurer Fantasie.

Jan darf die Oberreporterin während deren Urlaubs vertreten. Ray macht sich Sorgen um Jan, weil sie sich in Gefahr bringt, durch ihre Ermittlungen gegen den Fiddler. Aber Jan glaubt, dass Ray sie nur unten halten will und haut wütend ab.

In einem Anflug von Gesellschaftskritik folgt ein Bericht von Jan über die Unfallstatistik der USA, die mehr Tote gefordert hat, als alle Kriege, an denen die USA jemals beteiligt war. Klingt … falsch. Anschließend folgt ein Anflug von Feminismus, als Jan Ray erklärt, dass sie seine Hilfe nicht braucht und alles tun kann was sie will. Und sie will folgendes tun: Einen anonymen Anrufer besuchen, der angeblich weiß, wer der Fiddler ist. Klingt … Falle.

In Bobbys Autowerkstatt erklärt Bobby, dass er und seine Kumpels niemanden töten wollen. Aha. Sehr beruhigend. Ganz ehrlich, wenn mich jemand in seine Autowerktatt lotsen würde und das Erste, was er zu mir sagt, wäre, dass er niemanden töten will, wäre ich direkt wieder weg. Aber Jan ist natürlich auf Infos aus und bleibt. Der Fiddler wollte wohl in ihren Club, aber sie wollten ihn nicht. Aber sie wissen, dass er John heißt und Countrymusik hört. Meine Fresse, das ist doch alles scheißegal. Ah, er hat immer bei einem Schrottplatz geparkt. Da könnte man ja mal die Umgebung auschecken. Schrottplatzbesitzer Eddie gibt ihr dann die Adresse von John Evans und Jan fährt hin und guckt sich seine Wohnung an. Weil dort zufällig ein Telefon herumsteht, ruft sie die Cops an, damit diese die Wohnung durchsuchen können.

Ah, da! Geigen! Also doch der Fiddler. Und er verfolgt natürlich Jan auf dem Freeway. Die hat aber beim Defensiv-Fahrtraining gut aufgepasst und trickst den Fiddler aus, der in eine Straßensperre fährt und explodiert. Wir werden also nie erfahren, wer John Evans war und warum er Frauen töten wollte. Aber darum ging es in dem Film ja auch nicht. Schließlich ging es hier um … ähm … ja … Ich gehe meinen Van putzen …

Klaustrophobische Schuldzuweisungen in zusammengeschusteter Figurenkonstellation

Ich bin ja kein großer Fan von Aufzügen. Nicht, dass ich generell ein sportlicher Typ wäre, der immer in Bewegung bleiben will. Aber aus irgendeinem Grund nehme ich doch lieber die Treppe. Alleine der Umstand, dass man im Aufzug scheinbar nicht reden darf, ist mir schon suspekt. Und die Vorstellung mit einem Haufen Leuten in so einem engen Raum eingesperrt zu sein, während sich der Keller immer weiter entfernt, ist halt auch nicht so geil. Wie der heutige Film zeigt, kann das auch ganz schnell zu Problemen führen.

ELEVATOR – USA – 2011 – 84 Min.

Autor Marc Rosenberg hat seit den 80ern ganze 7 Filmscripts geschrieben. Das alleine sollte wohl klar machen, dass da nicht viel gescheites bei rumkommen kann.
Regisseur Stig Svendsen hat auch nicht wirklich viel auf der Liste, aber scheint zumindest noch im Geschäft zu sein.
Den Cast, bestehend unter Anderem aus Christopher Backus (Don), Anita Briem (Celine), John Getz (Henry), Shirley Knight (Jane), Amanda und Rachel Pace (Madeline) und Devin Ratray (Martin) könnten dem ein oder anderem vielleicht mal in einer Nebenrolle in der ein oder anderen Serie begegnet sein. Spricht alles zumindest nicht für große Leistungen vor und hinter der Kamera. Aber mal schauen:

Wenn das Produktionsstudio QUITE NICE PICTURES heißt, kann man sich eigentlich schon sicher sein, dass genau das nicht der Fall sein wird. Es ist Unerträgliches zu erwarten. Das wird auch schon klar, wenn am Anfang die Charaktere eingeführt werden, die alle einfach nur da sind und eben in den Aufzug steigen, weil sie eben mit dem Aufzug fahren wollen. Aber ehrlich gesagt, was will man da auch groß draus machen?

Da wären ein Sicherheitstyp, Don mit seiner neuen Ische, Martin, George der Comedian, der netterweise den arabischen Sicherheitsmann als Terrorist bezeichnet und die Frage, wohin die mit dem Aufzug eigentlich fahren wollen. Ist da irgendeine Swingerparty am Start, auf der George dann schlechte Witze erzählt? Der Opa mit seiner Enkelin und die Alte im Blümchenkleid passen irgendwie nicht ins Bild, aber wer weiß schon, welchem Fetisch die alle so frönen. Celine kommt in letzter Sekunde auch noch dazu und George hat schon jetzt Klaustrophobie.

Dann beginnt die wilde Fahrt, wenn man das bei einem Fahrstuhl so nennen kann und in Etage 24 kriegt George langsam Komplexe. Wieso nimmt der Trottel nicht einfach die Treppe? Die Enkelin findet das alles ganz lustig und drückt bei Etage 49den Stop-Knopf. George kackt die Kleine an und macht sich damit weiter beliebt. Immerhin muss man ihm zugute halten, dass er der einzige hier ist, der sowas wie einen Charakter hat. Er ist zwar ein humorloses Arschloch, aber Charakter bleibt Charakter.

Natürlich kriegt man die Kiste nicht wieder zum Laufen und Jane packt den Whisky aus. Über das Intercom ruft man den Sicherheitsdienst an, was bei mir die Frage aufwirft, wozu eigentlich der Sicherheitsfritze im Fahrstuhl ist.George packt auch den Flachmann aus und kackt noch mal das Mädel an, um sich weitere Freunde zu machen. Opa drückt derweil auf allen Knöpfen rum, wovon der Sicherheitsmann abrät. Also dafür ist der da. Könnte man nicht einfach ein Schild dahin hängen, auf dem steht, dass man nicht die Knöpfe drücken soll.

Opa erzählt, dass er heute seinen Rücktritt verkünden wird, nachdem er, im Gegensatz zu 45 Millionen Leuten, sein ganzes Leben gearbeitet hat. Netter Typ. Don schlägt vor, dass der Sicherheitsmann über sein Funkgerät Hilfe ruft, aber die Batterien sind leer. Was zur Hölle ist das für ein unfähiger Horst? Ich stimme George zu, der ist bestimmt ein Terrorist.

Jane bricht zusammen. War wohl ein Whisky zu viel. George pfeift sich den Rest rein und fängt an Witze zu erzählen, die keine Sau witzig findet und älter sind als der Opa neben ihm. Wie zum Geier ist der Typ Comedian geworden? Um noch ein paar mehr Lacher zu kriegen, legt er sich wieder mal mit dem Sicherheitsheinz an. Währenddessen pinkelt Celine in ihre Handtasche. Der Streifen lässt wirklich gar nichts aus.

Jane hält das für den richtigen Zeitpunkt ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Meine Fresse, wo bleiben die Techniker? Hat der Schuppen keine Treppen, über die sie zu dem Fahrstuhl laufen können? Wer ist der Architekt von der Bude? Archibald Aufzug? Janes Mann hat sich übrigens umgebracht und sie erzählt das, weil das wohl unmittelbar mit Don und dem Opa zu tun hat, die ihn abgezogen haben, oder so. Sind halt geldgeile Säcke in der Firma mit 800 Stockwerken. Was für eine Überraschung. Aber warum zur Hölle geht die dann da auf eine Party? Und jetzt hat sie auch noch einen Herzinfarkt. Sollte der Sicherheitsmann nicht eine Ahnung von Wiederbelebung haben? Der Typ ist wirklich absolut nutzlos.

Dons Perle hat eine hervorragende Idee und nimmt Handyvideos auf. Celine hat eine noch bessere Idee und durchsucht Janes Handtasche. Falls sie nochmal pissen muss, hat sie wenigstens ein neues Behältnis. Zur Beruhigung aller Anwesenden findet sie keine Bombe, sondern nur ein Portemonnaie und den Beweis, dass sie die Wahrheit gesagt hat und ihr Mann sich erschossen hat. Martin ist noch nicht überzeugt und schlägt vor, unter ihrer Bluse nach der Bombe zu suchen. Meine Herren, sind das alles abgefuckte Idioten. Ist ja schlimm. Hoffentlich ist da wirklich eine Bombe und die Affen werden einfach weggesprengt, damit die Scheiße hier ein Ende hat. Juhu, da ist die Bombe. Los jetzt. BOOM! BOOM! BOOM! Ich habe keinen Bock mehr.

Don kommt auf die Idee, durch eine Luke aus dem Aufzug zu klettern. Das fällt dem ja unfassbar früh ein. Klappt aber eh nicht und Celine geht zum Kettenrauchen über. Daraus resultierend erfährt man, dass sie von Don schwanger ist und ich kann mir gar nicht oft genug gegen die Stirn schlagen, um diesen ganzen Schwachsinn in die Birne zu kriegen.

Nebenbei kann hier jeder mit seinem Handy telefonieren, was man aber nicht nutzt, um Hilfe zu rufen, sondern um Oma anzurufen und alles in den Medien zu verbreiten. Ernsthaft, die sind live in den Nachrichten, aber keiner kriegt es gebacken, die aus dem Scheißfahrstuhl zu holen? Was ist das für ein Saftladen, in dem die Arbeiten?

Don und Mr. Safety kriegen die Türen auf und Don versucht mit Opas Spazierstock außen auf den Knopf zu drücken. Währenddessen fummelt das Pissblag aus der Hölle an den Knöpfen im Fahrstuhl rum. Wir wissen, wo das hinführt: Don, dein Arm liegt in Etage 49, falls du ihn suchst.

Martin ruft zum achten mal den Notruf an, aber wir wissen, dass das auch nichts bringen wird. Das ist dann der Moment, in dem plötzlich alle Georges schlechten Witz von zuvor kapieren. Ernsthaft? Das ist der Moment, in dem ihr über so eine Scheiße lacht? Ich kapiere hier gar nichts mehr.

Der Bombenbastler meldet sich im Fernsehen zu Wort und sagt, dass das Teil in 10 Minuten hoch gehen wird. Warum? Das Teil hat keinen Counter und nichts dergleichen. Das ergibt alles absolut keinen Sinn.

George hat den absoluten Masterplan. Die Leiche von Jane in zwei Stücke schneiden, damit man die Bombe abkriegt und in den Fahrstuhlschacht werfen kann. Warum nicht einfach die ganze Leiche in den Schacht werfen? Immerhin gibt es eine ganz lustige Stelle, als George Dons Ex fragt, ob sie mit ihm schläft, wenn sie das überleben. Sie sagt Nein und George findet das gut, weil das bedeutet, dass sie noch Hoffnung hat, dass sie diesen Scheiß überleben. Meine Hoffnung, dass ich den Scheiß hier überlebe, hängt allerdings am seidenen Faden.

Nachdem jeder mal etwas an der Leiche rumgeschnippelt hat, macht George noch einen Deal mit Opa klar, der jedem eine Million verspricht, wenn sie da raus kommen. Ich hätte auch eine Million verdient, dafür, dass ich den Müll hier ertrage, aber mich fragt natürlich keiner. Bevor man den Plan dann komplett umgesetzt hat, kommt das Bombenkommando und rettet alle außer Martin, der nicht durch den Türspalt passt.

Martin ist also der einzige, der der Bombe zum Opfer fällt und alle anderen sind gerettet, was nicht gerade ein Happy End ist, bei dem Haufen Arschlöchern. Ich gehe die Treppe nehmen …

Mexikanisches Geschnetzeltes nach Satansart

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.“ Nun, außer Donald Trump. Und vielleicht liegt er ja doch nicht so verkehrt mit seiner Idee. Denn Mexiko ist ein gefährliches Pflaster. Einwanderer, Drogenschmuggler und Satanisten ohne Ende tummeln sich da. Das beweist der heutige Film:

BORDERLAND – USA – Mexiko – 2007 – 105 Min.

Regie führte Zev Berman, der sonst nicht viel gerissen hat bisher. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Eric Poppen, der schon seit den 90ern Drehbücher schreibt, aber auch nichts gerissen hat.
Beim Cast hingegen konnte man einen relativ großen Namen gewinnen mit Sean Astin, bekannt aus GOONIES und DER HERR DER RINGE, der hier Randall spielt. Rider Strong, der hier als Phil unterwegs ist, begegnete uns auf dem Fimschrottplatz schon bei CABIN FEVER. Martha Higareda, hier Valeria, spielte im mexikanischen Remake von FACK JU GÖHTE mit. Na, Glückwunsch dazu. Alle anderen sind halt auch dabei und auch keine darstellerischen Koryphäen.

Der Streifen basiert wohl auf wahren Begebenheiten. Das sieht man schon an der mexikanischen Polizei, die, wenn keiner die Haustür aufmacht, einfach durch die Hintertür ins Haus latscht. Was ist das spanische Wort für Durchsuchungsbefehl? No Necesitamos. Im Haus finden sie eine Ziege. Und eine Gruppe von blutrünstigen Mexikanern, mit denen nicht zu spaßen ist. Das wird spätestens in dem Moment klar, wo sie einem von ihnen die Augen rausschneiden. Immerhin sieht er nicht mehr, wie diese in einem ekelhaften Einmachglas verstaut werden. Der andere wird wohl am Leben gelassen, damit er seinen Polizeifreunden erzählen kann, was für harte Typen diese Mexikaner sind. Ich glaube, die wissen das ohnehin schon und haben deshalb nur die zwei Saftnasen dahin geschickt.

Ein Jahr später in Texas ist Strandparty. Es dauert nur wenige Sekunden, bis mir die Charaktere alle auf die Nüsse gehen. Die Freude wird groß sein, wenn sie zerhackt werden. Sie fahren natürlich nach Mexiko, weil … einfach so und gehen erstmal saufen. Wir wissen alle, wie das hier ablaufen wird. Alle besoffen und dann landen sie bei den Schnetzelhonks. Okay, noch nicht. Erstmal legt sich Eddie mit einem Typen in der Bar an, weil der die Barkeeperin grob anfasst und wird dafür mit einem Messer geritzt.

Wer sind denn jetzt die Ficker mit dem Baby? Hier will man mir doch wohl nicht ernsthaft irgendeine beschissene Lovestory präsentieren?

Alles zieht sich ewig hin und es geht im Drogenrausch auf die Kirmes. Meine Herren, ist das alles schlimm. Wo bleiben denn jetzt die Schnetzeltypen? Immerhin gibt es eine heiße Mexikanerin beim Tanzen an einer brennenden Tonne zu sehen. Erotik pur, der Film. Nur will das hier doch kein Mensch sehen. Holt die Machete raus jetzt.

Es geht noch schlimmer, denn eine Szene auf dem Friedhof inklusive Blumenriechen langweilt noch etwas weiter. Mal ehrlich, wenn man schon uninteressanten Quark veranstaltet, dann sollte man das wenigstens nutzen, um dem Zuschauer die Figuren etwas näher zu bringen. Das passiert hier aber auch absolut nicht. Es ist alles nur Blah ohne Substanz. Und dann wird irgendein Typ entführt und keinen scheint es zu jucken. Top.

Der Typ hängt gefesselt in einer Scheune und da ist der Goonie. Er gibt ihm was zu trinken und sagt, dass er nur nach ihm rufen muss, wenn er irgendwas braucht. Wie wäre es mit Freiheit?

Eddie und Phil wollen ihren Freund als vermisst melden, aber niemand bei der Polizei spricht Englisch, also müssen sie selbst suchen. Oh, da ist der Cop vom Anfang und er hat scheinbar die Ziege aus dem Haus der Killer mitgenommen. Oder die läuft da einfach nur zufällig rum.

Randall erklärt dem Entführten, warum er entführt wurde. Und ich kapiere es nicht ganz. Irgendwas mit einem Pablo, der ihn braucht, um mit den USA zu verhandeln. Vermutlich ein Geiselaustausch, oder sowas. Ein gescheiterter Fluchtversuch darf natürlich nicht fehlen.

Irgendwie erfahren Eddie und Phil davon, wer ihren Freund entführt hat und statt zur Polizei zu gehen, wie Eddie es vorschlägt, will man ihn natürlich auf eigene Faust retten. Hilfe bekommen sie vom Cop des Filmbeginns, der zuvor das Gelände ausgespäht hat und den Jungs verklickert, dass ihr Freund noch lebt. Dem wird gerade eine Locke abgeschnitten von der Frau des Obermackers hier. Ist wohl doch nichts mit Geiselaustausch. Keine Ahnung, was Randall da gequakt hat. Vielleicht sollte es auch nur ein Ablenkungsmanöver sein. Denn natürlich geht es hier um nichts geringeres, als satanistische Messen und Menschenopfer und Blutcocktails und allem, was eben so dazu gehört. Ich hoffe insgeheim darauf, dass sich der Antagonist noch einen coolen Umhang besorgt, wie der in MANOS: THE HANDS OF FATE.

Valeria findet ihre Freundin weggeschnetzelt im Bett und verkommt somit direkt zur panischen Nervtrulla, nachdem sie bis hier hin eigentlich als recht starke Persönlichkeit gezeigt wurde. Aber das kann man bei einer Frau natürlich unmöglich bis zum Schluss durchziehen.

Phil wird von einer Gruppe Irrer abgeschnetzelt und ich bin mir absolut nicht sicher, ob die zu dem Satantypen gehören, oder einfach nur ganz alleine einen an der Waffel haben.

Eddie und seine neuer Copbuddy brechen zur großen Rettungsmission auf, während auf der Satanfarm alles für die Messe vorbereitet ist. Und die sieht so aus, dass der Entführte etwas rumgeschubst wird, bevor man ihm die Zunge abbeißt. Ich verstehe nichts von solchen Ritualen, aber irgendwie fallen mir einfachere Methoden ein, um an jemandes Zunge zu kommen. Zange. Messer. Ihn zum Piercer bringen. Aber gut, muss wohl so sein.

Nach so einer Messe muss man erstmal baden gehen und der Cop stellt den Satantypen in der Wanne mit seiner Schrotflinte. Aber er ist ein Cop und drückt natürlich nicht ab. Das ist selbstverständlich sein Ende, denn Satantyps Freundin sticht ihn ab. Er kann aber doch noch Satantyp erschießen und durch die Gegend stolpern, um weitere Schergen abzuknallen. Irgendwie war das jetzt alles schon sehr sinnlos, oder kommt mir das nur so vor?

Eddie bringt den Cop zum Fluchtwagen, den Valeria fährt, aber der Cop nippelt ab und der Film ist immer noch nicht vorbei. Was kommt denn da jetzt noch? Sind doch alle tot. Ach so, die Schergen vom Satantypen wollen Rache und es wird noch etwas rumgeballert. Randall ist auch dabei und vermöbelt Valeria nach Strich und Faden. Spannend ist das alles natürlich ganz und gar nicht und deshalb mache ich es kurz: Alle Bösen tot. Eddie und Valeria nicht. Feierabend hier.

Was für eine langweilige Grütze. Bis auf ein oder zwei gute Goreeffekte gibt der Film einfach mal gar nix her. Ich gehe ein Menschenopfer suchen …

Streng geheime Infiltrationen mit aller Gewalt

Ray. Death Ray. Das ist nicht der Name eines Agenten, auch wenn er absolut fantastisch wäre. Nein, Death Ray ist eine unfassbar gefährliche Waffe. Und wie das mit unfassbar gefährlichen Waffen so ist, gibt es immer einen bösen Typen, der diese unfassbar gefährliche Waffe haben will. Und wie das mit bösen Typen, die unfassbar böse Waffen haben wollen so ist, gibt es auch immer einen Geheimagenten, der diesen bösen Typen davon abhalten will, mit dieser unfassbaren gefährlichen Waffe die Welt zu erobern. Klar soweit? Gut, denn hier kommt:

IL RAGGIO INFERNALE – DANGER!! DEATH RAY – Italien – Spanien – 1967 – 93 Min.

Der deutsche Titel lautet MIKE MORRIS JAGT AGENTEN IN DIE HÖLLE. Da ich aber die englische Version gucke und der Held nur in der deutschen Version Mike Morris heißt, ergibt das jetzt gerade wenig Sinn. Denn eigentlich heißt der Held natürlich Bart Fago und wird von Gordon Scott gespielt, der Ende der 50er Jahre vor allem als Tarzan durch die Gegend schwang. Der Rest des Casts ist nicht der Rede wert.
Geschrieben hat den Spaß Jaime Comas Gil, der unter anderem auch am Drehbuch zu FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR mitarbeitete. Das Drehbuch war eine Teamarbeit zusammen mit Aldo Cristiani und Domenico Paolella, die jeweils nichts weiter erwähnenswertes auf der Liste haben. Für die US-Version überarbeitete Juan Antonio Cabezas das Drehbuch, um wohl ein paar Szenen in andere Reihenfolge zu bringen. Warum das nötig war, ist nicht überliefert, aber geholfen hat es offensichtlich nicht.
Regie führte Gianfranco Baldanello, der ansonsten noch ein paar Western inszenierte. Unter anderem den Knaller mit dem deutschen Titel AUF DIE KNIE, DJANGO – UND LECK MIR DIE STIEFEL.

Die Nacht war so dunkel, dass man kaum die Scheinwerfer der Autos auf der Straße erkennen konnte. Niemand knipste das Licht an und der Zuschauer erkannte absolut gar nichts. Erst an einer Schranke erbarmte sich ein Mann mit einem Suchscheinwerfer die Szenerie zu erhellen, damit man sehen konnte, wie ein paar Motorradcops erschossen wurden. Der Mann an der Orgel hatte einen guten Tag und orgelte fröhlich herum, um die Szene mit völlig unpassender Musik zu füllen. Dann wieder Dunkelheit.

Die bösen Copumnieter sind natürlich Abgesandte vom Antagonisten, die im, aus blauer Pappe zusammengeschusterten, Labor von Professor Carmichael ankommen. Der stellt seine neuste Erfindung vor. Den Death Ray. Ein radioaktiver Strahl, oder so, den er nebenbei laut eigener Aussage nicht entwickelt hat, um Krebs zu heilen, sondern um ihn als Waffe einzusetzen. Ist ja ein unfassbar sympathischer Typ. Die bösen Abgesandten entführen Professor Carmichael und zerstören den Killerstrahl. Hä? Erstens: Warum müssen sie einen Professor entführen, der sowieso aufs Töten aus ist. Zweitens: Warum zerstören sie die Waffe, die doch sicher der Grund ist, warum sie den Professor entführen. Drittens: Warum nimmt der Typ da seine Brille ab, bevor er jemanden erschießt? Kann er dann besser zielen?

Nach dieser unfassbaren Mörderaction inklusive Verfolgungsjagd und viel Geballer in völliger Dunkelheit, was scheinbar einfach der Stil dieses Films ist, braucht man natürlich erstmal eine Verschnaufpause. Auftritt Geheimagent Bart Fargo, der im Bett liegt und von zwei Frauen geweckt wird, die ihn zum Boss abholen. Seine Einwände, dass er gerade erst einen Job erledigt hat, hilft nix und er wird aus dem Bett gezerrt. Boss Senor Raymond erklärt ihm den Job und lässt in einem Nebensatz noch fallen, dass er Fargo schon längst aus dem Weg geräumt hätte, wenn der nicht sein bester Mann wäre. Ein gesundes Arbeitsverhältnis sieht anders aus, wenn man mich fragt. Aber ich bin ja auch kein Geheimagent.

Fargo und sein Partner Mr. Carver schauen sich das Video der Death Ray Vorführung an und Fargo erkennt darauf direkt Frank und Gary, die wohl mit einem Typen namens Scarface zusammenarbeiten. Und er weiß, wo sich dieser Scarface aufhält. Und ich weiß, dass es sicher nicht Al Pacino ist. Auf meine Bestätigung muss ich nicht lange warten, denn Fargo infiltriert das Versteck von Scarface in einer der dämlichsten Aktionen der Filmgeschichte. Scarface ist aber nicht da, denn der Boss hat ihn weggerufen. Bevor der Vogel noch weiter singen kann, wird er aber mit einem Wurfmesser erlegt und Fargo verfolgt den Killer zu wunderbarer Dudelmusik, die perfekt in jede Komödie passen würde. Moment mal, soll dass hier vielleicht alles lustig sein?

Fargo ist echt die absolute Axt im Walde und tritt ein paar Türen ein, um herauszufinden, wo die Bösewichte sich aufhalten. Das Ziel ist: Barcelona. Also, nur damit ich das richtig verstehe: Die Bösen entführen in Rom einen Professor, verfrachten den auf ein U-Boot und fahren damit nach Barcelona? Also, ich bin ja wahrlich kein geografischer Experte, aber ist man da nicht fast schneller, wenn man den Bus nimmt?

In einer Bar in Barcelona, was sich wohl einfach angeboten hat, wegen der Anfangsbuchstaben, kloppt sich Fargo direkt mal mit den Henchmen des immer noch unbekannten Antagonisten und wird durch Barcelona gejagt. Ich muss ja schon sagen, langweilig wird es hier nicht. Action am Fließband und das Music Department hatte auch merklich seinen Spaß. Fargo versteckt sich bei Lucille, einer Malerin, die so freundlich ist, ihm ihren Schrank zur Verfügung zu stellen. Fargo verteilt zum Dank Zigaretten und bietet ihr einen kleinen Ritt in seinem Hotelzimmer an, aber Lucille hat einen Freund und verzichtet.

Gut so, denn wir hatten schon 90 Sekunden lang keine Action mehr und jemand muss Fargo in seinem Zimmer mit einer Waffe überfallen. Oh, es ist Scarface. Oh, und er ist ein absoluter Trottel, der aus dem Fenster stürzt, weil Fargo einen Schritt zur Seite geht. Oh, und es war nicht Al Pacino. Eigentlich schade. Bei einem Remake sollte man Pacino fragen, ob er sich für diesen überaus dämlichen 10 Sekunden Auftritt zur Verfügung stellt.

Fargo wird in seinem Sportwagen von der Straße und eine Klippe runter gedrängt. Im Meer schwimmt es sich schlecht mit so einem Sportwagen, aber natürlich überlebt er und geht zu Lucille, um sich da abzutrocknen, auszuziehen und aufzuwärmen. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge.

Irgendwie nimmt das hier schon cartoonische Züge an. Fargo und Lucille gehen tanzen und die bösen Typen sind natürlich auch direkt wieder zur Stelle. Hat Fargo einen Peilsender am Arsch kleben, oder wo kommen die ständig her. Was ist eigentlich aus Lucilles Freund geworden? Vor 5 Minuten hatte sie noch keinen Bock und jetzt knutscht sie mit Fargo auf einem Hügel vor der Stadt rum, wie Teenager in den 50ern.

Zeit für Action, denn Fargo wird mal wieder in seinem Zimmer angegriffen und muss mal wieder einen Typen umkloppen, der immerhin nicht aus dem Fenster springt wie ein Vollidiot. So kann Fargo ihn verhören. Dabei wird er von einer Frau unterbrochen, die an seine Tür klopft. Da der Gefangene die Chance zur Flucht nutzt, bittet Fargo die Frau herein und … ist klar, ne. Zur Erholung fahren die beiden am nächsten Tag mit dem Boot raus. Und natürlich ist es mal wieder Zeit für Action und sie können sich noch so gerade retten, bevor das Boot explodiert.

Fargo findet die Frau nicht wieder, aber in seinem Zimmer den Typen, der geflohen ist. Der will die Seiten wechseln und erzählt, wo Fargo hin muss. Dann ruft Lucille an und ist sowas von scharf auf Fargo, dass er sich an ihrer Haut schneiden könnte.

Wir hatten Action und Sex. Was fehlt also noch für einen richtigen Agentenfilm? Genau. Kartenspielen. Mr. Carver wird dabei aber von Fargo unterbrochen, der mit ihm reden muss. Wenn er nicht Karten spielen kann, dann eben Billard. Natürlich kommen die Schergen um die Ecke und oh mein Gott Carver ist der böse Gegenspieler. Und Fargo gratuliert ihm zu dem Wahnsinnsmove, den Professor zu entführen. Ich kapiere immer noch nicht, warum das ein so toller Move gewesen sein soll. Und was sie eigentlich mit dem Professor wollen, den man seit dem Anfang des Films nicht mehr gesehen hat.

Fargo ist natürlich Vollprofi und befreit sich kurzerhand aus der Gefangenschaft. Zusammen mit dem Seitenwechsler fährt er zum geheimen Geheimversteck. Also einem Haus im Wald. Fargo wäre nicht Fargo, wenn er nicht direkt jedem in die Fresse hauen würde, der ihm über den Weg läuft. So prügelt er sich gemütlich durch die Villa und zerlegt nebenbei noch die Inneneinrichtung. Dann hat er genug von dem Gekloppe und geht zum Geballer über. Dabei zerlegt er dann auch den Außenbereich des Grundstücks, damit es sich dem Inneren wieder anpasst.

Carver flieht in seinen geheimen Bunker und heizt Fargo mit seinen automatischen Schussanlagen ein. Ach so, und Lucille hat er auch noch entführt. Vermutlich, weil er mit ihr genau so viel anzufangen weiß wie mit dem Professor. Der ist immerhin auch anwesend und macht … nix. Fargo ballert sich gekonnt durch den Flur vor zum Bunker und Carver will ihn mit dem Death Ray grillen, der genau so aussieht, wie der vom Anfang des Films. Allerdings schießt er damit nur ein Loch in die Tür und so kann Fargo rein. Carver wird umgenietet und der Death Ray brennt ein Loch in die Decke. Lucille und der Professor sind gerettet und Fargo zieht bei Lucille ein, oder so.

Na, der Streifen hatte ja mal alles. Action. Sex. Eine völlig sinnlose Story. Mehr kann man nicht mehr verlangen. Ich gehe meinen Todesstrahl polieren …

Pseudopolitischer Freiheitskampf

„Theeeeeeeeeeeeee Laaaaaaaaaaaaand Of The Freeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee, And The Home Of The Braaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaave!“ – Randomsänger bei irgendeinem US-Sportevent

Findet ihr es eigentlich auch immer so unfassbar grausam, wenn diese Heulbojen vor Sportveranstaltungen die Nationalhymne jaulen, bis einem der Schädel platzt? Am Sonntag ist es wieder so weit, denn dann startet der SuperBowl. Das hat absolut nichts mit diesem Film zu tun, aber ich wollts halt mal erwähnt haben.

LAND OF THE FREE – USA – 1998 – 100 Min.

William Shatner weiß nicht nur, wie man Spinnen entkommt, sondern auch, was die Leute, die nicht unter einer Spinnenapokalypse zu leiden haben, wollen. Deshalb hält er gerade eine Wahlansprache. Mit seinem Gequatsche macht er sich aber nicht nur Freunde, denn ein Attentäter eröffnet das Feuer. Der Sicherheitsdienst nimmt die Verfolgung auf. Alles Hochsportler hier, denn die rennen 5 Minuten lang ohne Pause durch den Straßenverkehr und liefern sich dann noch nen Boxkampf auf offener Straße. Der Attentäter wird dann abgeknallt und es stellt sich heraus, dass es sich um ein Alien handelt. Zumindest ist das meine Vermutung, denn das Blut ist violett. Da keiner darauf eingeht, scheint es aber völlig normal zu sein. Schade, keine Aliens. Die hätten den Film bestimmt aufgewertet.

Aidan Carvell, so Shats Name hier, hat auch noch ein Buch geschrieben. Es heißt wie dieser Haufen Müll auf Zelluloid. Interview mit politischem Gebrabbel, das mir absolut am Arsch vorbei geht.

Frank Jennings hingegen … hat auch irgendeine Funktion. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube der organisiert die Wahlkampagne. Was ihn dafür qualifiziert, ist wohl seine Kampfsportausbildung, die er in einer Tiefgarage unter Beweis stellt, als er verfolgt wird. Er macht zwei FBI-Fritzen platt, aber bringt sie nicht direkt um, denn sie weisen sich dann doch mal aus. Das FBI glaubt, dass Carvell nur an die Macht will, um irgendeine militärische Übernahme zu starten. Jennings will der Sache auf den Grund gehen und dem FBI dann bescheid sagen, was abgeht.

Ne Frau hat er übrigens auch und er liebt sie. Um das klar zu machen wurden gerade 5 Minuten mit sinnlosem Geschnulze verplempert. Toll. Nehmt euch ein Zimmer.

Jennings Freund Fitz hat sich ein Zimmer genommen und turnt dort gerade mit ner Blonden durch die Betten. Jenings quatscht ihm auf den Anrufbeantworter, aber Fitz wird die Nachricht nicht mehr zu hören bekommen, denn Attentäter killen ihn und die Blondine unter der Dusche. Schade um das Mädchen. Fitz hingegen ist mir egal. Kannte den ja nicht und der sah nicht so gut aus, wie seine Freundin, also was interessierts mich.

Jennings Büro ist völlig verwüstet und der Sicherheitsdienst will ihm ans Leder. Aber als Kampfsportexperte kann er natürlich alle umhauen und aus dem Gebäude fliehen, indem er, wie John McClane, an einen Feuerwehrschlauch gebunden, vom Dach springt. Der abrupte Halt, als das Ende des Schlauchs erreicht ist, bricht ihm wunderlicherweise nicht die komplette Wirbelsäule in 42 Teile, und er kann ohne Rückenschmerzen weiterlaufen.

Franks Frau ist nicht begeistert, von seiner Zusammenarbeit mit dem FBI und dass er jetzt gejagt wird. Noch weniger begeistert ist sie, als sie ihren Hund am Baum erhangen findet.

Jennings stellt Carvell zur Rede, aber der ist unbeeindruckt.

4 Monate später ist Frank im Zeugenschutzprogramm und Carvell muss sich mit schlechter Publicity rumschlagen. In einem Interview erklärt er aber, dass er trotzdem erfolgreich sein wird und bla.

Frank Jennings heißt jetzt Jack Springer und wird, zusammen mit seiner Frau und Sohn, von irgendwelchen Typen verfolgt. Zum Schutz hat er eine Shotgun zu Hause, mit der er die Eindringlinge erledigt, die sich als Polizisten ausgewiesen haben. Keine Verschwörung ohne bestechliche Cops.

Jack telefoniert dann mit irgendwem und wird mal wieder durch die Stadt gejagt. Viel Geballer und Gekloppe und Gerenne und Gelangweile später, ist er wieder in einer Tiefgarage. Ab in die Karre, in der seine Familie wartet und es gibt eine Verfolgungsjagd, mit der lahmsten Musik, die ich jemals in einer Actionszene gehört habe. Und ihr wisst, ich habe schon so manches unpassendes gehört. Den Verfolger kann er abhängen, indem dieser durch einen Wohnwagen fliegt und abfackelt. Immerhin sah der Autostunt cool aus.

Wisst ihr, was lange nicht kam? Jack läuft durch die Stadt und vermöbelt Sicherheitsbeamte. Ah, ich dachte schon, die hätten vergessen, worum es hier eigentlich geht. Nun ja, er hat wieder allen das Fressbrett poliert und flieht mit einem Schulbus, damit man auch direkt die nächste Autoverfolgungsjagd anhängen kann.

Die Autostunts sind nebenbei gar nicht mal schlecht und wisst ihr warum? Weil die alle aus anderen Filmen geklaut und hier reingeschnitten wurden. Genial, was?

Jack oder Frank oder Horst, scheißegal wie er heißt, muss dann seine Familie aus den brennenden Bus retten, was natürlich kein Problem ist, und so kriegt man vor allem auch noch den unausweichlichen „Held in Front der gewaltigen Explosion Shot“ untergebracht.

Die Familie halb tot im Krankenhaus, aber Frank hat keinen Kratzer, obwohl er minutenlang an einem fahrenden Bus hing, vors Maul gekriegt hat und dann aus dem Bus geschleudert wurde. Das ist ein wahrer Held.

Frank beschließt, gegen Carvell auszusagen. Ich dachte, das hätte er schon längst gemacht. Wieso ist der denn sonst im Zeugenschutzprogramm? Jedenfalls folgt direkt die Gerichtsverhandlung, in der Carvell freigesprochen wird.

Frank hat kein Verständnis und kauft nen Fernseher. Fragt nicht, ich sage nur, wie es ist. Nachdem er das Carvell-Anwesen ausspioniert hat, besorgt er sich ein paar Detonatoren. Der Verkäufer will ihm helfen, weil er gerne Scheiße in die Luft jagt, aber Frank verzichtet.

Frank bombt noch eben zwei Typen weg, die ihm ins Hotel gefolgt sind, dann startet er die Attacke auf das Carvell-Grundstück. Ninja-mäßig wird der Gärtner umgenietet . Im Haus werden die Bomben an strategisch sinnvollen Stellen platziert. Also unter dem Bett und im Küchenschrank. Der Zeitzünder ist angebracht und Frank will ungesehen die Brenne machen. Aber das wird nichts, weil er ewig braucht, um sich zu entscheiden, welches Cabrio er aus der Garage klauen soll.

Carvell sitzt derweil schon im Helikopter nach irgendwo.

Die Bude geht hoch und Frank verfolgt den Hubschrauber über Feld und Wiese. Er hängt sich an den Heli und zieht Carvell runter. Beide hängen rum, Frank lässt sich fallen, hat aber zuvor eine Bombe am Hubi angebracht. Carvell springt auch ab und guckt zu, wie das Teil ungefähr ne Viertelstunde später hochgeht.

Frank wurde angeschossen und es kommt zum Bosskampf mit Carvell, der zur Verstärkung eine Zaunlatte mitgebracht hat. Die hilft aber nichts, denn Frank haut ihm vors Maul und ertränkt ihn im See.

Zu patriotischer Scheißmusik latscht Jennings zurück ins Krankenhaus, um mit seiner Familie zu feiern.

Ich feiere nur, dass dieser Scheiß hier endlich vorbei ist. Aber immerhin haben wir gelernt, dass man Stuntszenen ganz hervorragend wiederverwerten kann.

Theoretische Schießübungen – Fortgeschrittenenkurs

„Concentrate, it’s pay day!“ – Sabotage, 2014

Bevor Arnie sabotierte, taten das auch schon Mark Dacascos, seines Zeichens Action-B-Star der 90er, Carrie-Anne Moss, alias die Schnitte von Neo und Tony Todd, bekannt als Süßwarenverkäufer, der nur kommt, wenn man ihn fünf mal ruft. Deshalb handelt es sich hier nicht um den Arnie-Schinken, sondern einen der … äh, genau so scheiße ist.

SABOTAGE – USA – 1996 – 99 Min.

Wir befinden uns direkt im Kriegsgebiet, wo ein Scharfschütze im Busch liegt und ein Haus inspiziert. Soldaten pirschen sich langsam ran und erschießen fast einen streunenden Hund. Hätten sie auch besser, denn dieser zieht die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich und man muss losballern und Genicke brechen. Ein unbekannter Soldat kommt vorbei und knallt einfach alle ab, die da sind: Terroristen, Soldaten, Geiseln, nur den Hund lässt er freundlicherweise am Leben. Der Typ heißt nebenbei Sherwood, wie der Wald, in dem Robin Hood sein Unwesen treibt. Ich warte auf erste Anspielungen darauf, dass er Geld an die Armen verteilt.

Michael Bishop ist beim Personenschutz, oder sowas, schätze ich. Warum sollte er sonst mit irgendwelchen reichen Arschlöchern in ihrem Privatflugzeug durch die Gegend fliegen? Ich würde mir das freiwillig jedenfalls nicht antun, wegen akuter Gefahr, den versnobten Pissern einen in die Fresse zu hauen. Aber ich will mich nicht aufregen.

Jedenfalls landet das Flugzeug und Sherwood knallt mit einem Scharfschützengewehr die Bodyguards ab. Michael weiß, wo er ist und rennt zu einem Gebäude. Als er ankommt, ist Sharp-Shooting-Sherwood allerdings schon weg.

Um Himmels willen, Kindergeburtstag. Der Alptraum von jedem, der mal einen erlebt hat. Leider kann Louise Castle nicht lange bleiben, denn sie muss zum Tatort, was ihre Tochter natürlich richtig kacke findet. Es war doch gerade so lustig, mit den ganzen unkontrollierbaren Blagen. Es folgt ein kurzes Gespräch mit Michael, der dann Professor Follenfant besucht, um gegen ihn beim Schach zu verkacken.

Sherwood und ein Komplize schleichen sich durch den Wald zum Haus von der vesnobten Millionärin, die das erste Attentat überlebt hat. Da Michael auch Adlerauge genannt werden könnte, sieht er den Schützen im Busch liegen und rettet die Tussi. Allerdings kann Sherwood den Job dann doch noch erledigen. Bishop und Castle verfolgen die Attentäter durch den Wald und Michael kann zumindest den Komplizen umnieten.

Castle führt die Ermittlungen, lässt sich aber etwas von Bishop helfen, der weiß, wie man ein Scharfschützengewehr benutzt. Was das hier für eine Rolle spielt, weiß ich zwar gerade nicht genau, aber gut zu wissen, dass er helfen kann.

Bishop wird zum Verdächtigen, weil er erst kurz für die abgeknallten Bonzen gearbeitet hat. Castle hat ihre Zweifel daran, dass er etwas mit den Attentaten zu tun hat.

Bishop turnt derweil in irgendeinem Hotel rum und kann beweisen, dass er nicht nur schießen kann, sondern auch kämpfen, indem er ein paar Typen vermöbelt und einen von ihnen aus dem Fenster kickt. Das scheint den aber nicht so recht zu stören, denn nachdem er drei Stockwerke runtergesegelt und auf einem Autodach gelandet ist, macht er sich einfach vom Acker. Was Michael in dem Hotel wollte, ist nebenbei mal wieder völlig unklar.

Bishop besorgt sich einen Ausweis, um zu Castle zu kommen. Die erklärt ihm, dass der Fall durch ist, nachdem der Killer erschossen wurde. Hä? Ich dachte, Bishop wäre einer der Verdächtigen und jetzt haben die den Fall einfach zu den Akten gelegt? Macht mal wieder sehr viel Sinn, das ganze. Castles Boss kommt jedenfalls rein und erzählt ihr, dass Michael verdächtigt wird, gestern im Hotel jemanden getötet zu haben. Als er weg ist, erklärt Michael, dass es professionelle Killer waren. Castle will ihm helfen, weil … keine Ahnung. Ist in Filmen eben so. Am Computer finden sie ein Bild von Sherwood, der Michaels selbstverständlich bekannt ist.

Auf den Straßen geht die Action ab, als Michael und Castle attackiert werden. Bishop kann die Karre der Schützen mit einem gezielten Schuss in den Reifen zerlegen, und findet heraus, wo Sherwood ist. Die Hütte wird natürlich direkt gestürmt und es folgt wildes Rumgeballer, wie es sich für 90er Action gehört. Innovationslos, aber blutig.

Bishop und Castle verfolgen Sherwood und Nottingham – oder wie auch immer, der andere Typ heißen mag, der bei ihm ist – in ein Eishockeystadion, das wohl zufällig in der Nachbarschaft war. Obwohl die Umgebung nicht im geringsten danach aussah, dass irgendjemand da ein Stadion hinbauen würde. Bishop verkloppt Nottingham. Sherwood entkommt.

Michael und Louise kennen das Ein-mal-Eins der schlechten Filme und wissen, dass Sherwood zu Castles Blagen gehen wird. Sie kommen zu spät, denn die Kids sind schon weg. Castle tickt aus und ballert ihren Boss und ein paar andere Cops weg. Woher sie dann wissen, dass Sherwood mit den Blagen in einer Hütte im Wald ist, weiß keiner. Vielleicht ist es der Sherwood Forest. Ha, ich wusste doch, dass ich den noch irgendwo unterbringen kann. Jedenfalls bombt er die Hütte weg, aber Castle und Bishop können sich und die Kinder natürlich vorher retten.

Da Bishop  der Oberscharfschütze vom Dienst ist, bastelt er sich schnell im MacGyver-Style ein Gewehr zusammen und erschießt den davon fahrenden Sherwood durch die Heckscheibe.

Wie sich das für einen guten schlechten Film gehört, fahren Michael und Louise gemeinsam in den Sonnenuntergang – oder zumindest eine Straße runter, denn Sonne ist nicht wirklich zu sehen – und das war’s dann.

Typische 90er Billig-Action hier. Aber immerhin haben wir gelernt, wie man ein Scharfschützengewehr benutzt. Auch, wenn ich es schon wieder vergessen habe.

Wer sein Gedächtnis noch mal auffrischen will, findet hier den Grundkurs.

Ein Film viele Blogger – Amsterdamned

Der nächste Film in der Reihe Ein Film Viele Blogger des Intergalactic Apeman steht auf dem Programm. Heute gibt es einen Thriller aus Amsterdam. Ich habe, so weit ich mich erinnern kann, noch keinen holländischen Film gesehen – wenn man mal von den Flodders absieht. Aber der Quatsch wird wohl nicht wirklich repräsentativ sein, für das Filmschaffen unserer Nachbarn. Deshalb bin ich durchaus gespannt, was mich hier erwarten wird.

Und denkt dran: The Netherlands are dark and full of Spoilers!

AMSTERDAMNED – Verfluchtes Amsterdam – NL – 1988 – 109 Min.

Starring: Huub Stapel, der mir zwar nicht unbekannt ist, den ich aber nie wirklich registriert habe, in den Nebenrollen der Filme, die ich mit ihm gesehen habe. Immerhin hat er vor einigen Jahren in einem Kurzfilm namens Titten mitgespielt. Kann also nur gut sein, der Typ.

Ein Fluss in Amsterdam. Da ich ein geografisches Desaster bin, ist mir der Name des Flusses nicht bekannt, wird aber wohl auch nicht so wichtig sein. Jedenfalls taucht ein Taucher – was sonst – in dem Fluss und erreicht ein China-Restaurant, in dem gerade Peking-Ente á la carte zubereitet wird. Das spielt aber absolut keine Rolle, denn er taucht weiter zu einer Stelle, an der gerade ein Typ vor die Fresse kriegt und im Fluss versenkt werden soll. Da ihn das auch nicht im Geringsten tangiert, taucht er weiter zum Bordell nebenan, wo gerade eine Nutte mit nem Taxi in den verdienten Feierabend fährt. Der Taxifahrer ist weniger geldgeil, als geil an sich und will die Nutte knallen. Die beißt ihm aber in den Steuerknüppel und wird dafür aus dem Taxi gekickt. Taucher Theo nutzt die Chance und killt die Hure, um sie dann im Fluss zu versenken. Eine Obdachlose ist Zeugin der Tat, greift aber natürlich nicht ein, weil sie dann ihren Einkaufswagen, mit irgendwelchem Scheiß drin, unbeaufsichtigt lassen müsste.

Die Leiche wird, von einer Brücke hängend, von einem Boot gefunden, in dem gerade eine Schulklasse über den Fluss schippert. Panik ist vorprogrammiert.

Ein Typ in der Badewanne, seine Tochter will nicht zu spät in die Schule kommen. Wie ist die denn drauf? Jeder andere wäre froh, wenn er dort so wenig Zeit wie möglich verbringen müsste. Eric muss dann die Wanne doch verlassen, denn er muss zum Tatort. Auf dem Weg dahin nimmt er noch schnell nen Typen beim Bäcker fest, weil, Hobby und so.

An der Brücke angekommen erzählt die Obdachlose von einem Monster, das den Mord begangen hat. Kommissar Eric hegt berechtigte Zweifel an dieser Theorie.

Zu Hause will Willy, der Freund von Erics Tochter, Kontakt mit den Toten aufnehmen, scheitert aber auf ganzer Linie.

Auf dem Fluss nehmen zwei Typen Wasserproben in der Nähe einer Firma, von der sie vermuten, dass sie irgendeine Scheiße ins Gewässer pumpen. Falls sie Beweise gefunden haben, werden sie es niemandem mehr verraten können, denn Taucher Tim macht sie einen Kopf kürzer.

Eric ist mal mit der Freundin von John, der bei der Wasserschutzpolizei arbeitet, durchgebrannt. Sie legen ihre Streitigkeiten innerhalb von Sekunden ab und ermitteln jetzt zusammen. Nachdem sie einen Teil der Taucherausrüstung gefunden haben, lassen sie sich eine Liste von allen Tauchern in Holland geben, um die Verdächtigen einzugrenzen. Auf ungefähr 10.000. Na, da sind sie ja nah dran, an der Lösung des Falls.

Der Gerichtsmediziner findet die Spitze eines Messers in der Nutte. Das bringt die Ermittlungen auch nicht wirklich voran. Deshalb macht sich Eric auf zum Tauchclub, wo er Martin und Laura kennenlernt, deren Palaver aber zu nichts führt.

Eine Tussi, die Spenden für die Heilsarmee sammelt, stellt das nächste Opfer dar und wird am nächsten Morgen aus dem Fluss gefischt.

Erics nächster Ort auf seiner Touristentour, die er aus den Ermittlungen zu machen scheint, ist das Museum. Da arbeitet Laura, mit der er sich zum Essen verabredet. Beim Abendessen quatschen die beiden jede Menge Quark.

Willy findet mit Hilfe seiner Geistesgabe heraus, wo der Killer rumhängt. Zusammen mit Erics Tochter, deren Namen ich irgendwie nicht mitgekriegt habe, latschen sie zum Fluss, wo Willy ins Wasser fällt, aber mehr nicht passiert.

Eine Blondine treibt auf ner Matratze. Der Schlitzer taucht vorbei und verlängert mit seinem Messer den Schlitz zwischen ihren Beinen.

Der Bürgermeister ist nicht zufrieden mit den bisherigen Ermittlungen und will einen neuen Kommissar auf den Fall ansetzen.

Laura ist bei Psychiater Martin und labert mit ihm über Eric und die Morde, und Zigaretten, und unbequeme Sofas, und die Liebe, und bla.

Ein Polizist erschießt in einer todesmutigen Aktion … eine Ente.

Eric und John folgen einem Tipp, der auf einen ehemaligen Kapitän hinweist, oder sowas. In dessen Wohnung finden sie einen Taucheranzug und eine vollgeschissene Kloschüssel. Der Typ selber ergreift auf einem Motorrad die Flucht.

Verfolgungsjagd mit Mopeds, Autos und Pferden. Yeah! An einer Brücke wird der Flüchtige erwischt. Allerdings ist er nicht sehr redselig und rotzt Eric in die Visage, dem daraufhin der Kaffee nicht mehr schmeckt. Um sich etwas abzuregen, besucht er Laura und schlägt ihr vor, die Stadt zu verlassen. Vorher muss aber noch gevögelt werden, ist ja klar.

Ein alter Sack auf nem Hausboot, hat seine letzte Oper gehört, weil Taucher Till den Kahn versenkt.

John taucht runter zum Wrack. Nebenbei wird erwähnt, dass bei Tauchern ein mal an der Leine ziehen bedeutet, dass alles in Ordnung ist, während FÜNF mal ziehen für Gefahr steht. Und was ist, wenn man gar keine Zeit hat, fünf mal zu ziehen? Wie dem auch sei, John findet die Leiche und kurz darauf auch den Taucher, was das Ende für John einleitet.

Den Luftblasen des Tauchers folgend, gibt es eine der großartigsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte, in der ein Typ langsam nen Kanal runterschwimmt und ihm ein Boot mit 5 kmh folgt, bis sie ihn an einer Schleuse in eine Sackgasse gedrängt haben.

Dummerweise finden sie, nach dem Leerpumpen des Kanals, nur die Sauerstoffflasche. Zum Glück gibt es direkt den nächsten Tipp, über einen Typen, der in einen Schuppen eingebrochen ist, was natürlich nur der Todestaucher sein kann. Das stellt sich dann auch als wahr heraus, aber er kann mit einem Motorboot fliehen. Eric, der noch nie ein Boot gefahren ist, nimmt trotzdem die Verfolgung auf. Während der stellt sich auch heraus, dass das Boot von ganz alleine fährt, während Eric an nem Seil hinten dran hängt. Wozu braucht man da noch nen Bootsfahrschein?

Eine ganz cool inszenierte Verfolgungsjagd durch die Grachten später, macht der Tauchmeister einen Fehler und fährt in ein anderes Boot, was selbstverständlich zur unausweichlichen Explosion führt.

Eric latscht bewaffnet in einen Abwasserkanal. Der Taucher lebt natürlich noch und schießt mit einer Harpune auf ihn. Eric kann ihn aber abknallen und wacht kurz darauf im Krankenhaus auf. Der Taucher ist scheinbar wieder entkommen, obwohl Eric ihm mitten in die Fresse geschossen hat.

Laura findet heraus, dass Martin der Killer ist, da dieser seine angeschossene Taucherbrille zu Hause liegen lassen hat. Sie ruft im Krankenhaus an, aber Eric pennt noch, deshalb kriegt er die Nachricht etwas verspätet. Laura nimmt die Sache selbst in die Hand und vermöbelt Martin mit einem Paddel. Problem ist aber, dass er gar nicht der Taucher ist, denn dieser taucht plötzlich auf (ich weiß, knaller Wortspiel) und versucht sie, ins Wasser zu ziehen. Eric ist aber rechtzeitig zur Stelle und eröffnet das Feuer.

Der Taucher schleppt sich zu seinem Geheimversteck.

Martin erzählt von einem alten Freund, der durch einen Tauchunfall mit chemischen Stoffen völlig entstellt wurde, der natürlich der Killer ist. Der wählt den Freitod durch einen Harpunenpfeil in den Mund, was Eric und die Bullen nicht mehr verhindern können.

Mit Eric und Laura, die auf einem Treetboot durch die Gegend schippern und dem vielleicht unpassendsten End-Song aller Zeiten, endet der Spaß dann.

Ganz guter Film, der leider unter schwachen Nebendarstellern und einer noch schwächeren Auflösung zu leiden hat. Die Synchronisation ist nebenbei auch mehr schlecht als Recht. Und von der Musik fang ich gar nicht erst an.

Multitasking unter Tage

„Fire In The Hole“ – Justified, 2010

Heute wird’s heiß hier. Denn der Stollen brennt. Wobei das eigentlich eher unbedeutend ist, aber es wird halt mal erwähnt. Viel wichtiger ist, dass wir es mit einem absoluten Multitalent zu tun bekommen. Denn hier kommt ein Martial-Arts-Experte, Redenschwinger, Typenverklopper, Handwerker, Kerleverprügler, Gitarrenspieler, Hobbydetektiv, Arschaufreißer, Umweltaktivist, Copvermöbler, Schlangenfänger, Eiertreter, Scharfschütze und Tänzer. Aber ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Lest selbst:

FIRE DOWN BELOW – USA – 1997 – 105 Min.

Starring: Der Kampfsporttyp, der mittlerweile selbst den Radius eines Roundhousekicks aufweist

Frank ist Steven Seagals bester Freund. Gewesen, denn er ist tot. Angeblich war es ein Unfall, aber Seagals Chef glaubt das nicht. Steven, der hier den einfallsreichen Namen Jack trägt, will der Sache auf den Grund gehen und fliegt mit einem kleinen Flugzeug in ein Südstaatenkaff, wo er sich mit einem Prediger trifft, der zu seiner Überraschung keinen weißen Kragen trägt, aber Gitarre spielen kann.

Jack schleust sich undercover als Handwerker in dem Kaff ein und labert mit irgendwelchen Kindern über … nix erwähnenswertes. Der kleine Walter hat einen ekelhaften Ausschlag, was Jack sehr verdächtig findet. Man sollte vielleicht erwähnen, dass er für die Umweltbehörde arbeitet.

Im Dorf macht sich Jack an die Zwillinge ran, die den kleinen Tante Emma Laden an der Ecke führen. Anschließend nimmt er ein paar Wasserproben aus nem Bach im Wald und verfolgt nen Jungen. Er trifft auf drei Marijuanazüchter, denen er mal kurz die Fresse poliert, einfach weil sie ihm im Weg standen, oder so.

Oh nein, Kirchengesang. Ist mir schlecht. Der Priester stellt der Gemeinde Jack vor. Dann gibts ein Kirchenpicknick, mit viel Essen und Getanze. Walter erzählt Jack von geheimnisvollen Lichtern, die er nachts auf nem Hügel sieht. Der Sheriff hält Jack für nen besoffenen Penner, weil nur besoffene Penner Handwerker werden. Ah ja, wenn das so ist. Dann werden wohl nur fette Arschlöcher Sheriff in Kackkäffern am Arsch der Welt. Jack quatscht noch kurz mit Sarah, die im Dorf nicht sehr beliebt ist, weil … man weiß es nicht.

Jack fährt zu den Kellogs, ja, kein Witz, die Familie heißt KELLOGS! Ich weiß nicht, ob das nur schlechtes Product Placement ist. Vielleicht taucht auch noch Familie Coke auf. Mal sehen. Die Szene führt nebenbei in die absolute Leere.

In seiner kleinen Hütte wird Jack von einer Schlange angegriffen, aber da er Action Jackson ist, fängt er die Schlange mit bloßen Händen, als sie gerade zubeißen will und platziert sie im Pick Up Truck von den Typen, die ihm die Schlange in die Bude gebracht haben.

Sarah kauft ein und wird von allen Bewohnern ignoriert, denn sie … hat wahrscheinlich irgendwas ganz schlimmes getan. Ich erwarte nicht unbedingt ne Antwort während des Films. Jedenfalls verkauft sie Honig im Laden, der aber wie Blei in den Regalen liegt. Jack kauft dann einfach alle Gläser auf. Jack nimmt dann Sarah ein Stück mit. Die erklärt ihm, das in der Nähe ein Kohlebergwerk schon seit über zwölf Jahren brennt. Heißt das Kaff zufällig Silent Hill?

Die Zwillinge kacken Jack an, dass der einfach den ganzen Honig gekauft hat, weil Sarah … ist das pure Böse. Vielleicht auch nicht. Wenn das ein Running Gag werden soll, ist der irgendwie schlecht. Ich hör jetzt auf damit.

Jack haut acht Typen vors Maul, weil die ihn nicht im Dorf haben wollen. Der Sheriff will Jack verhaften, aber der Priester spielt den Zeugen und sagt es war Notwehr. Orin, der wohl irgendwie der Obermacker im Kaff ist, ist nicht begeistert von Jack und ruft seinen Vater an. Ja, so regelt man das. Immer schön die Alten anrufen, wenn die Gefahr besteht, dass einem jemand das Spielzeug wegnehmen will.

Jack fährt zur bösen Sarah und ihren lieben Bienen, um ihre Treppe zu reparieren. Sarah findet zufällig ne Knarre in Jacks Auto und lädt ihn zum Essen ein. Scheint wirklich absolut evil zu sein, die Gute. Oder sie steht auf Typen mit dicken … Wummen. Jack findet Zeitungsausschnitte vom Bergwerkbrand, der angeblich von Sarah gelegt worden sein soll. Heftig drauf, die Frau. Andererseits wurde sie freigesprochen, warum also der ganze Hass?

Jack gesteht Harry, dass er von der Umweltbehörde ist. Der ist beeindruckt und will, dass Jack seine Veranda und seine Treppe repariert, weil das das erste ist, wonach man einen Umweltfritzen fragt. Harry zeigt Jack tote Fische, die wohl durch Giftmüll verreckt sind.

Orin besucht seinen Vater, der nicht beeindruckt ist, von seinem Sohn. Vater Orin schlägt vor, Jack etwas anzuhängen, um ihn loszuwerden.

Harry wird von den bösen Jungs besucht, Jack dinniert bei Sarah, der bösesten Frau im Süden. Deren Bruder Earl taucht auf und es gibt sinnlosen Smalltalk. Als Jack weg ist, stellt sich Earl als ziemlich misstrauisch heraus, denn er traut Jack nicht.

Harry wird verletzt aufgefunden und von Jack zum Arzt gebracht. Die Bullen wollen Jack festnehmen, aber der vermöbelt alle und erklärt, wer er wirklich ist. Sarahs Vertrauen geht jetzt auch in die Brüche. Am nächsten Tag hat sie es sich aber schon wieder anders überlegt und gibt Jack einige Karten von der Umgebung, damit er sich mal überall umschauen kann. Daraus wird aber so schnell nix, denn er wird von einem LKW verfolgt, der nach kurzer zeit eine Klippe hinabstürzt und Jacks Wagen mit sich reißt. Jack saß natürlich nicht mehr drin.

Jack hält dann eine ganz tolle Ansprache zum Umweltschutz und gegen Reiche Säcke in der Kirche. Er ruft zum Widerstand auf und kann immerhin den Pastor überzeugen.

Orin Junior und Orin Senior planen weitere Methoden gegen Jack. Senior will sich den Typen mal selbst zur Brust nehmen.

Tanzfest im Kohlekaff (sorry, ich hab irgendwie den Namen von dem Ort nicht mitgekriegt). Viel Countrymucke und Getanze eben. Orin Senior kommt vorbei und verteilt Freikarten für sein Casino. Da der Bandgitarrist besoffen ausfällt, übernimmt Jack für ihn. Währenddessen schmeißt sich der junge Orin an Sarah ran und kriegt dafür vors Maul. Dann trifft sich Jack mit Orin senior, der ihn bestechen will. Der ist aber natürlich absolut unbestechlich, deshalb will Orin ihn im Bergwerk begraben.

Earl weiß, wo die Giftmüllfässer sind. Sarah will ihn überreden, es zu verraten. Earl will es sich überlegen. Jack und Sarah schwingen erst mal das Tanzbein, werden aber unterbrochen, weil die Kirche gerade abfackelt. Das überzeugt Earl davon, zu verraten, was er weiß. Er will Jack zu dem Ort führen, wo heute zufällig die nächste Ladung Gift ankommt.

Earl bringt Sarah nach Hause, und wechselt die Seiten. Oder auch nicht, ich fand der war von Anfang an ein Arsch. Jedenfalls haut er Sarah eine runter und fackelt ihre Bienenstöcke ab. Nachdem er Sarah in der Vorratskammer eingeschlossen hat, trifft er sich mit Jack und man fährt zur Mine. Jack hat voll den Durchblick und stellt die Theorie auf, dass Earl Sarah als Kind missbraucht hat, deren Vater das rausfand und er dafür sterben musste. Damit liegt er goldrichtig. Earl ruft seine Handlanger dazu und es folgt das obligatorische Geballer, inklusive gesichtwegätzendem Giftmüll. Die Bad Guys haben keine Schnitte, aber Orin Junior hat Plan B und sprengt die Mine. Irgendwie bringt’s das aber nicht, denn Jack entkommt absolut problemlos, indem er einfach ganz lässig aus der Mine latscht. Spannung pur.

Jack ruft seinen Boss an, denn die Lage ist prekär. Giftmüll im eingestürzten Stollen und Sarah muss ins Zeugenschutzprogramm. Die beiden Typen, die Sarah abholen sollen, sind dummerweise nicht, was sie zu sein vorgeben und entführen die Zeugin. Jack nimmt die Verfolgung auf und rettet Sarah mit seinen Scharfschützenskills. Und mit Scharfschützenskills meine ich: Ein bewegliches Ziel, von zwei Zentimeter Größe, aus einer Entfernung von dreißig Metern, zwei Mal hintereinander mit einer simplen Handfeuerwaffe zu treffen. Macht mal nach.

Wir springen zur Gerichtsverhandlung, bei der Orin nur eine Geldstrafe aufgebrummt wird. Jack kündigt seinen Job, damit er sich nicht mehr an irgendwelche Regeln halten muss. An was für Regeln hat der sich denn bisher gehalten? Naja, egal. Jack tritt Orin Juniors Gang in die Eier – und zwar jedem Einzelnen, hat er wohl Spaß dran – und überredet Junior, gegen seinen Vater auszusagen.

Zum Abschluss haut er noch einem Türsteher von Orins Casino in die Klöten und verhaftet Senior. Denn er ist doch noch bei der Umweltbehörde. Äh, okay, pure Verwirrung. Was soll’s, Jack quatscht Orin voll, der ihn umlegen will, stattdessen wird er aber selbst abgeknallt. Allerdings ist Jack ja sowas von scharfschützig, dass er ihm nur in den Arm schießt, damit er noch in den Knast wandert.

Nebenbei hat das Multitalent ein paar neue Bienenstöcke für Sarah gebaut, und versucht nun, ihre Eierstöcke in Wallung zu bringen. Erfolg garantiert.

Immerhin haben wir gelernt, dass Seagal ein absolutes Multitalent ist. Der kann einfach alles. Wenn der mal nen Film mit Chuck Norris dreht, startet die nächste Eiszeit, vor geballter Coolnes.

Schmerzfreies Gedächtnistraining

„There are two kinds of pain …“ – House Of Cards, 2013

Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Arten des Schmerzes. Aber heute schlagen wir uns mal wieder mit dem Schmerz herum, den grottenschlechte Filme beim Anschauen verursachen. Aber: Keine Panik! Hier geht es um ein Schmerzmittel in Form einer Frau. Wer würde das nicht gerne haben?

PAINKILLER JANE – USA – 2005 – 106 Min.

Starring: Ein Schönheitschirurg und Shaft

Jane schaukelt. Carla kommt vorbei und will mit ihr quatschen, aber Jane meint, dass ihre Mutter durch Rumlabern auch nicht wieder lebendig wird. Äh, okay, herrlich sinnfreier Beginn.

Jane führt dann irgendein Spezialkommando an, dass ein Heroinlabor hochgehen lassen will. Technische Störungen im Funk sorgen für Ohrenschmerzen. Obwohl ihr Kollege eine Vorahnung hat, dass hier was nicht mit rechten Dingen zugeht, führt die Schmerz tötende Jane die Jungs in das Heroinlabor, das gar keins ist. Jane stellt fest, dass hier was nicht stimmt – hätte sie mal auf ihren Partner gehört – und man findet irgendwelche Typen, die gerade elendig am Verrecken sind. Jane hat eine Eingebung und weiß jetzt, dass man es hier mit Biowaffen zu tun hat. Alle fangen an, aus der Nase zu bluten. Draußen wird das Team von maskierten Typen in Empfang genommen und weggeballert.

Jane wacht im Krankenhaus auf. Alle anderen sind tot. Was für ein Zufall. Die Erklärung ist simpel: Jane ist plötzlich unverwundbar.

Dr. Graham Knight kommt zu Besuch und will herausfinden, was mit Jane abgeht. Die will gerne aus dem Hospital raus, um herauszufinden, was passiert ist. Das wird aber nix, denn sie wird erst mal, wie eine Laborratte, einigen Tests unterzogen. Graham findet durch diese Tests heraus, was sowieso schon jeder weiß. Jane ist unverwundbar.

Jane wird in ein Zimmer gesperrt. Immerhin bringt Graham ne Pizza vorbei.

Irgendein hohes Tier von der Armee will natürlich wissen, wie man diese ganze Sache für ihre Soldaten nutzen kann.

Jane sieht komische schwarze Punkte, oder Buchstaben, oder was auch immer. Dann bekommt sie Besuch von ihrer Schwester aus der ersten Szene des Films, auf die Jane aber gar keinen Bock hat. Carla ist Ärztin und schlägt vor, dass sie den Militärdoktoren einfach irgendwelchen Mist erzählt. So einen Rat will man von nem Arzt hören.

Mrs. Nomorepainforme ist nicht nur unverwundbar, sondern kann auch rennen wie der Road Runner. Um mal zu testen, wie unfassbar unverwundbar sie eigentlich ist, haut sich Jane nen Ast durch die Hand. Die Wunde schließt sich selbstverständlich nach Sekunden. Der Colonel ist nicht erfreut. Allerdings weiß er, was mit Super-Jane los ist. Bei nem Diaabend erklärt er, was Sache ist. Die Antwort: Irgendein Russe hat mit Biowaffen rumgedoktort und Janes Team wurde unter falschem Vorwand in sein Labor geschickt. Jane will den Typen finden, aber Colonel Whatshisname lässt sie nicht gehen.

Über-Jane kann aber auch durch Wände gucken und sieht auf nem Flughafen ein Motorrad und macht die Brenne. Allerdings muss sie das Moped mit Besitzer Eric Dane teilen. Es folgt eine Verfolgungsjagd mit Kameraschnitten, die jeden Epileptiker das Leben kosten würden, und man erreicht eine Lagerhalle, in der Eric wohnt. Der ist von Beruf Wohlstandsumverteiler. Also ein Dieb. Jane wurde bei der Verfolgungsjagd angeschossen und wird ohnmächtig. Der hauseigene Räuberarzt will Jane zusammenflicken, aber das erledigt sich von selbst. Eric Dane heißt hier Nick und findet es echt nicht toll, dass jetzt die Army hinter ihm her ist.

Der Arzt, mit dem einfallsreichen Namen Blue, findet Jane eigenartig. Die bestätigt das, indem sie mal kurz ein Schachspiel vorhersagt. Squeak gehört auch zur Diebesgilde und treibt sich ständig in der Kanalisation rum. Immerhin bringt er chinesisches Essen mit.

Der Oberarmeetyp erklärt dem Colonel, dass er Jane finden muss, denn sie ist wichtig. Und wenn die Armee sie nicht kriegt, dann auch niemand anders. Denn, nicht vergessen, Jane ist unverwundbar. Keine Ahnung, wie oft das jetzt in dem Streifen erwähnt wurde, aber so langsam sollte es jeder kapiert haben.

Nick kann bügeln. Jane kann’s besser. Die Szene selbst bringt gar nix. Jane hat Albträume, weil das zu so nem Streifen einfach dazugehört. Jane verschwindet heimlich und zieht den Dieben ihr Geld ab. Zum Trost hinterlässt sie ein Entschuldigungsschreiben. Wird wohl eher ein geringer Trost sein.

Jane hat sich ne hässliche Perücke besorgt, um unerkannt zu bleiben. Sie findet heraus, dass Dr. Graham Knight ein Betrüger ist, denn der eigentliche Dr. Knight ist schon ungefähr achthundert Jahre alt. Und seit knapp siebenhundert Jahren tot. Also besucht sie den Betrüger in seinem Hotel. Die Megawende steht an, als Fake-Knight erzählt, dass der Typ der angeblich mit Biowaffen experimentiert hat, gar nicht existiert, sondern nur eine Tarnung für den Colonel ist. Ja, so ist das eben …

Der Colonel findet Nicks Diebesversteck. Der erzählt kurz, was abgelaufen ist und das war’s an der Stelle.

Über-Jane trifft sich mit Clara und zeigt ihr ihre Narben. Die will sie gerne genauer untersuchen. Damit es niemand vergisst, wird noch mal kurz darauf hingewiesen, dass Jane unverwundbar ist. Jane hat nen ganz tollen Plan, der ihre Schwester involviert. Wie der Plan aussieht, erfährt man allerdings noch nicht.

Jane bittet Nick um Hilfe. Der wird aber natürlich beschattet.

Clara erklärt dem Colonel, wo er Jane finden kann. Der fährt los und wird von Squeak durch die Kanalisation zum Arsch der Welt geführt. Oder besser gesagt: In ein Kaufhaus. Jane schickt die Diebesgilde weg und hält einen Plausch mit dem Colonel. Der beteuert natürlich, auf ihrer Seite zu stehen. Er behauptet, dass es nicht seine Tarnung war, sondern die von Fake-Knight. Der kommt dann auch vorbei und ballert durch die Gegend. Den Colonel erwischt’s. Jane nimmt die Verfolgung von Knight auf, wird ausgeknockt und wacht im Hubschrauber mit Knight auf. Es folgt etwas Palaver von Knight, das absolut nix erklärt, dann gibt’s ne Klopperei und beide fallen aus dem Helikopter.

Der Colonel lebt und steht am Grab von Jane. Die lebt aber natürlich auch noch – Schock! Hätte fast vergessen: Die ist ja unverwundbar. Der Colonel besorgt ihr eine neue Identität und die schmerzfreie Jane kann in den Sonnenuntergang segeln.

Das war mal wieder … Moment! … Fake-Knight lebt auch noch und will in seinem Labor mit Janes DNA rumexperimentieren, damit hier wirklich überhaupt keine Frage beantwortet wurde. Aber immerhin haben wir gelernt, dass Unverwundbarkeit zu Gedächtnislücken führen kann, wenn man es nicht oft genug erwähnt. Also, sprecht mir nach: Jane ist unverwundbar.