Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Juni 2019

Strukturen und Konzepte

Ich habe es schon mal ein wenig durchscheinen lassen hier: Der Filmschrottplatz muss momentan ein wenig darunter leiden, dass mir die Zeit fehlt, regelmäßig Schrott zu gucken. Zudem mangelt es ein wenig an Motivation, denn ich habe das Gefühl, dass sich mein Konzept hier abnutzt. So viel Spaß es mir immer noch macht, den ganzen Krampf anzuschauen und hier runterzuschreiben, so gering fällt die Resonanz dazu aus. Klickzahlen sind mir ja glücklicherweise scheißegal, sonst wäre das auch ein Problem.

STRUKTUR

Es wäre also sinnvoll, den Laden hier mal auf Vordermann zu bringen. Frischer Wind muss rein. Deshalb versuche ich mal, etwas die Struktur zu ändern. Die wöchentlichen Schrottfilme sind ohnehin vorbei, wie ihr sicher bereits gemerkt habt. Hier und da wird es immer mal wieder einen Beitrag zu dem wunderbaren Müll geben, der da draußen auf seinen Eintrag wartet und auch der Kultschrott wird weitergehen. Nur eben nicht mehr so regelmäßig, wie bisher.

Stattdessen versuche ich die Beiträge ab jetzt größtenteils unter einer Art Event-Banner veröffentlichen. Soll heißen: Es kommen mehrere Filme – vermutlich dann wieder im wöchentlichen Rythmus, weil das generell ganz gut funktioniert – unter einem Thema, dafür aber nicht mehr durchgehend, sondern nur, wenn ich mir ein Event aus den Fingern sauge. Quasi wie der Horrorctober, bei dem ich ja 1-2 mal teilgenommen habe. Die Beiträge werden in dem Fall nach dem altbekannten Prinzip der Nacherzählung stattfinden. Ich hänge zu sehr an dem Konzept, um es einfach so wegzuschmeißen, egal, ob es noch jemand liest oder nicht.

Das erste Event wird schon bald starten und bringt uns den BLOCKBUSTER-SOMMER 2019 mit jeder Menge beschissener Millionenproduktionen der letzten Jahre. Wer mich kennt, weiß, was ich von diesen Filmen halte.

KONZEPTE

Neben den üblichen Beiträgen habe ich noch die ein oder andere Idee im Hinterkopf, die ich hier gerne mal testen würde und die über den eigentlichen Schrott hinausgeht. Eine Idee wäre es, sich die ersten großen Produktionen gestandener Hollywoodgrößen mal näher anzuschauen. Ironischerweise haben viele in eher schlechten Horrorproduktionen ihr Debut gegeben oder als Regisseure bei renommierten B-Movie-Studios begonnen, also würde das wieder zum Filmschrottplatz passen.

Oder wie wäre es mit Filmen, die als Kind oder Jugendlicher gut waren, aber heute unerträgliche Grütze sind. Würde auch irgendwie passen.

Vielleicht kommt mir noch die ein oder andere Idee und auch „gute“ Filme will ich gerne vermehrt hier im Blog einfügen. Und das alles soll dann vom Stil her auch anders aussehen, als die bekannten Nacherzählungen.

Die Zukunft soll abwechslungsreicher und wieder etwas kreativer werden. Schauen wir mal, was ich so umgesetzt kriege. Der schwierigste Faktor ist nach wie vor die Zeit, aber nach und nach wird das schon werden. Freuen wir uns erstmal auf die ganzen beschissenen Blockbuster, die bald bevorstehen und dann sehen wir weiter.

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Mal aktuell: Good Omens

Mittlerweile sollte bekannt sein, dass ich großer Fan von Terry Pratchetts Werken bin. Auch wenn ich das Wort Fan nicht mag. Ich sammele keine Fedorahüte, weil Terry die gerne trug oder habe eine Kiste, die ständig hinter mir herläuft. Aber ich mag seine Schreibe und seine Kreativität und mehr oder weniger jedes Wort, das er jemals geschrieben hat. Um so schweriger gestaltet es sich natürlich, mich mit einer Adaption seines Werks zu überzeugen. Da in diesem Fall aber Neil Gaiman persönlich die arbeit übernahm, sein und Terrys Werk auf die Bildschirme zu bringen, habe ich wenig Sorgen. Hoffentlich berechtigt.

GOOD OMENS

Vorweg eine Sache, die sich für mich niemals ändern wird: Buchhumor lässt sich nicht gut auf ein visuelles Medium übertragen. Vor allem nicht, wenn es sich um Humor im Stile eines Terry Pratchett oder Douglas Adams handelt. Da hilft auch Frances McDormand als göttliche Erzählerin nicht. Mit anderen Worten: Das Voice-Over hat mich größtenteils genervt und mir wäre es lieber gewesen, man hätte die paar Szenen, wo es wirklich nützlich ist, mit den Darstellern abgedreht oder sich was anderes einfallen lassen, um die Lücken zu füllen. Ich brauche in einer Serie keine lustigen Charakterbeschreibungen und Hintergründe, denn die kann man genau so gut zeigen.

Dementsprechend quälend fiel für mich die erste Folge aus. Neben der ganzen Exposition hat sich vor allem das Baby-wechsel-dich-Spiel gefühlt ewig hingezogen.

Die Geschichte ist natürlich schön bekloppt und steigert sich mit jeder Szene zu größerem Irrsinn. Die Darsteller machen ihre Sache durch die Bank gut bis hervorragend und man merkt ihnen an, dass sie so richtig Bock auf die Nummer hier hatten. Vor allem David Tennant, Michael Sheen und Jon Hamm stechen heraus. Letzterer in der Rolle des Engels Gabriel, die für diese Serie im Vergleich zum Buch etwas größer angelegt wurde. Dafür hat man die Szenen mit den SIE eingedampft, was ein wenig Schade ist, da dadurch der ganze Verschwörungsquatsch aus dem Buch wegfällt, der ja zu dem ganzen Chaos irgendwie dazugehört und einiges erst heraufbeschwört.  Aber da das nicht groß was zur Story beigetragen hat, ist es schon okay so. Dummerweise bleiben so der „Antichrist“ und seine Freunde aber sehr blass hier und er und seine Freunde wirken bis zum Schluss nur wie ein Plotelement, das dann plötzlich wichtig wird.

Lobend erwähnen muss man natürlich auch den Queen-Soundtrack, der besonders für Kenner des Buchs ein schöner Insider-Gag ist. Weitere kleine Gags ziehen sich durch die Serie und es gibt einiges zu entdecken für die absoluten Fans der Vorlage. Alleine die Opneing Credits sind eine wahre Fundgrube an Details. Der ein oder andere Cameo ist auch dabei. Neil Gaiman und Terry Pratchett tauchen in gewisser Form ebenfalls auf.

Absolutes Highlight ist Episode 3, die größtenteils aus Szenen besteht, die nicht im Buch vorkommen. Da ich kein großer Befürworter von direkten Adaptionen und immer auf der Suche nach dem anderen Weg, eine Geschichte erneut zu erzählen bin, hat mir die Folge richtig Spaß gemacht. Den kleinen Zusatz am Ende mochte ich dementsprechend ebenfalls. Ich hoffe nur inständig, dass man sich hier nicht bewusst, eine Tür für eine Fortsetzung offen gehalten hat. Das würde sicher schiefgehen.

Nach schwierigem Start also ein schöner Spaß, der nicht immer den Humor des Buchs trifft, dafür aber mit tollen Darstellern trumpfen kann. Die ein oder andere Rolle kommt dabei zwar zu kurz, aber im Buch waren Erziraphael und Crowley auch schon das Highlight, also kann ich mich kaum beschweren, dass man ihnen hier noch mehr Zeit eingeräumt hat.

Monatsrückblick – Mai 2019

Den Mai habe ich genutzt, um mal ein paar Serien zu beenden, die ich irgendwann mal angefangen habe. Da sammelt sich hin und wieder schon mal was an, aber eine Serienfolge guckt sich oft eben auch leichter weg, als ein ausgewachsener Film.

ARTHURS GESETZ – MINI-SERIE

Eine Mini-Serie aus Deutschland mit Jan Josef Liefers, die ein wenig an FARGO erinnern soll. Da musste ich mal reinschauen. Und ja, die sechs Episoden sind teils schon schwarzhumorig und Liefers liefert natürlich mal wieder ab. Allerdings hat die Serie ein Problem, dass ich oft bei deutschen Produktionen feststellen muss: Die Dialoge sind zum Teil einfach nur grottenschlecht geschrieben und alles unterhalb der Hauptdarsteller (und selbst da) wirkt wie die Laientheatertruppe von der Grundschule Hinterwaldingen. Ansonsten bietet die Geschichte aber kurzweiligen Spaß rund um Mord und Totschlag.

POPCORN

Hier gehts zum Filmschrottbeitrag

KIDDING – SEASON 1

Jim Carrey hat seine eigene Puppenshow, aber wird langsam irre, nachdem sein Sohn bei einem Unfall gestorben ist. Die Kombination Jim Carrey und Michel Gondry, der hier bei einigen Episoden Regie führte, ist bei mir seit ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND quasi unfehlbar. Und auch hier liefern sie. Die Geschichte behandelt wunderbar die verschiedenen Wege mit Schmerz umzugehen, während sie zusätzlich von der „Kinder müssen in einer watteverpackten Ladidadiwelt aufwachsen und man darf sie nicht mit den schmerzhaften Wahrheiten des Lebens konfrontieren“ abweicht. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt und ich freue mich jetzt schon auf weitere Nervenzusammenbrüche.

GAME OF THRONES – SEASON 8

Fick die Autoren!!!

DOCTOR WHO – SEASON 11

Dass ich hier so lange gebraucht habe, liegt nicht nur daran, dass ich wenig Zeit zum Gucken habe. Der Funke will einfach nicht mehr überspringen. Das Problem hatte ich auch schon bei Capaldi, was aber nicht an ihm lag, sondern einfach an den unspektakulären Geschichten. Mit dem Showrunner-Wechsel und der ersten weiblichen Doctorin, dachte ich, es geht vielleicht wieder aufwärts. Leider nicht. Ich habe durchgehend das Gefühl, alles bereits gesehen zu haben. Die Luft ist einfach raus, fürchte ich. Nach so vielen Jahren aber vielleicht auch nicht aufzuhalten.

YOU’RE THE WORST – SEASON 5

Leider – oder vielleicht zum Glück, denn oft ist es besser, etwas zu beenden, bevor es nervig wird – die letzte Staffel, dieser sympathischen kleinen Serie über ein Paar, das sich in seiner kompletten Abgefucktheit nur lieben und hassen kann. Passend zum Serienabschluss geht es hier um Hochzeitspläne und bei diesen Charakteren beinhaltet das in erster Linie, nochmal so richtig die Sau rauszulassen. Die Serie wankt immer zwischen Liebe und Leid der Figuren hin und her und bringt die Geschichte zu einem guten Abschluss.

BROOKLYN NINE-NINE – SEASON 6

Der Senderwechsel hat der Serie zum Glück nicht geschadet und NBC scheint den Autoren nicht reinzuquatschen (kennen sich ja auch schon von „Parks & Recreation“). Was soll man groß sagen. Die Serie macht einfach ne Menge Spaß, die Vergangenheit einiger Charaktere wird etwas beleuchtet und generell passt diese irre Truppe einfach wunderbar zusammen. Auf diesem Level kann es ruhig noch mal 6 Staffeln geben.