Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: März 2018

Streng geheime Infiltrationen mit aller Gewalt

Ray. Death Ray. Das ist nicht der Name eines Agenten, auch wenn er absolut fantastisch wäre. Nein, Death Ray ist eine unfassbar gefährliche Waffe. Und wie das mit unfassbar gefährlichen Waffen so ist, gibt es immer einen bösen Typen, der diese unfassbar gefährliche Waffe haben will. Und wie das mit bösen Typen, die unfassbar böse Waffen haben wollen so ist, gibt es auch immer einen Geheimagenten, der diesen bösen Typen davon abhalten will, mit dieser unfassbaren gefährlichen Waffe die Welt zu erobern. Klar soweit? Gut, denn hier kommt:

IL RAGGIO INFERNALE – DANGER!! DEATH RAY – Italien – Spanien – 1967 – 93 Min.

Der deutsche Titel lautet MIKE MORRIS JAGT AGENTEN IN DIE HÖLLE. Da ich aber die englische Version gucke und der Held nur in der deutschen Version Mike Morris heißt, ergibt das jetzt gerade wenig Sinn. Denn eigentlich heißt der Held natürlich Bart Fago und wird von Gordon Scott gespielt, der Ende der 50er Jahre vor allem als Tarzan durch die Gegend schwang. Der Rest des Casts ist nicht der Rede wert.
Geschrieben hat den Spaß Jaime Comas Gil, der unter anderem auch am Drehbuch zu FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR mitarbeitete. Das Drehbuch war eine Teamarbeit zusammen mit Aldo Cristiani und Domenico Paolella, die jeweils nichts weiter erwähnenswertes auf der Liste haben. Für die US-Version überarbeitete Juan Antonio Cabezas das Drehbuch, um wohl ein paar Szenen in andere Reihenfolge zu bringen. Warum das nötig war, ist nicht überliefert, aber geholfen hat es offensichtlich nicht.
Regie führte Gianfranco Baldanello, der ansonsten noch ein paar Western inszenierte. Unter anderem den Knaller mit dem deutschen Titel AUF DIE KNIE, DJANGO – UND LECK MIR DIE STIEFEL.

Die Nacht war so dunkel, dass man kaum die Scheinwerfer der Autos auf der Straße erkennen konnte. Niemand knipste das Licht an und der Zuschauer erkannte absolut gar nichts. Erst an einer Schranke erbarmte sich ein Mann mit einem Suchscheinwerfer die Szenerie zu erhellen, damit man sehen konnte, wie ein paar Motorradcops erschossen wurden. Der Mann an der Orgel hatte einen guten Tag und orgelte fröhlich herum, um die Szene mit völlig unpassender Musik zu füllen. Dann wieder Dunkelheit.

Die bösen Copumnieter sind natürlich Abgesandte vom Antagonisten, die im, aus blauer Pappe zusammengeschusterten, Labor von Professor Carmichael ankommen. Der stellt seine neuste Erfindung vor. Den Death Ray. Ein radioaktiver Strahl, oder so, den er nebenbei laut eigener Aussage nicht entwickelt hat, um Krebs zu heilen, sondern um ihn als Waffe einzusetzen. Ist ja ein unfassbar sympathischer Typ. Die bösen Abgesandten entführen Professor Carmichael und zerstören den Killerstrahl. Hä? Erstens: Warum müssen sie einen Professor entführen, der sowieso aufs Töten aus ist. Zweitens: Warum zerstören sie die Waffe, die doch sicher der Grund ist, warum sie den Professor entführen. Drittens: Warum nimmt der Typ da seine Brille ab, bevor er jemanden erschießt? Kann er dann besser zielen?

Nach dieser unfassbaren Mörderaction inklusive Verfolgungsjagd und viel Geballer in völliger Dunkelheit, was scheinbar einfach der Stil dieses Films ist, braucht man natürlich erstmal eine Verschnaufpause. Auftritt Geheimagent Bart Fargo, der im Bett liegt und von zwei Frauen geweckt wird, die ihn zum Boss abholen. Seine Einwände, dass er gerade erst einen Job erledigt hat, hilft nix und er wird aus dem Bett gezerrt. Boss Senor Raymond erklärt ihm den Job und lässt in einem Nebensatz noch fallen, dass er Fargo schon längst aus dem Weg geräumt hätte, wenn der nicht sein bester Mann wäre. Ein gesundes Arbeitsverhältnis sieht anders aus, wenn man mich fragt. Aber ich bin ja auch kein Geheimagent.

Fargo und sein Partner Mr. Carver schauen sich das Video der Death Ray Vorführung an und Fargo erkennt darauf direkt Frank und Gary, die wohl mit einem Typen namens Scarface zusammenarbeiten. Und er weiß, wo sich dieser Scarface aufhält. Und ich weiß, dass es sicher nicht Al Pacino ist. Auf meine Bestätigung muss ich nicht lange warten, denn Fargo infiltriert das Versteck von Scarface in einer der dämlichsten Aktionen der Filmgeschichte. Scarface ist aber nicht da, denn der Boss hat ihn weggerufen. Bevor der Vogel noch weiter singen kann, wird er aber mit einem Wurfmesser erlegt und Fargo verfolgt den Killer zu wunderbarer Dudelmusik, die perfekt in jede Komödie passen würde. Moment mal, soll dass hier vielleicht alles lustig sein?

Fargo ist echt die absolute Axt im Walde und tritt ein paar Türen ein, um herauszufinden, wo die Bösewichte sich aufhalten. Das Ziel ist: Barcelona. Also, nur damit ich das richtig verstehe: Die Bösen entführen in Rom einen Professor, verfrachten den auf ein U-Boot und fahren damit nach Barcelona? Also, ich bin ja wahrlich kein geografischer Experte, aber ist man da nicht fast schneller, wenn man den Bus nimmt?

In einer Bar in Barcelona, was sich wohl einfach angeboten hat, wegen der Anfangsbuchstaben, kloppt sich Fargo direkt mal mit den Henchmen des immer noch unbekannten Antagonisten und wird durch Barcelona gejagt. Ich muss ja schon sagen, langweilig wird es hier nicht. Action am Fließband und das Music Department hatte auch merklich seinen Spaß. Fargo versteckt sich bei Lucille, einer Malerin, die so freundlich ist, ihm ihren Schrank zur Verfügung zu stellen. Fargo verteilt zum Dank Zigaretten und bietet ihr einen kleinen Ritt in seinem Hotelzimmer an, aber Lucille hat einen Freund und verzichtet.

Gut so, denn wir hatten schon 90 Sekunden lang keine Action mehr und jemand muss Fargo in seinem Zimmer mit einer Waffe überfallen. Oh, es ist Scarface. Oh, und er ist ein absoluter Trottel, der aus dem Fenster stürzt, weil Fargo einen Schritt zur Seite geht. Oh, und es war nicht Al Pacino. Eigentlich schade. Bei einem Remake sollte man Pacino fragen, ob er sich für diesen überaus dämlichen 10 Sekunden Auftritt zur Verfügung stellt.

Fargo wird in seinem Sportwagen von der Straße und eine Klippe runter gedrängt. Im Meer schwimmt es sich schlecht mit so einem Sportwagen, aber natürlich überlebt er und geht zu Lucille, um sich da abzutrocknen, auszuziehen und aufzuwärmen. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge.

Irgendwie nimmt das hier schon cartoonische Züge an. Fargo und Lucille gehen tanzen und die bösen Typen sind natürlich auch direkt wieder zur Stelle. Hat Fargo einen Peilsender am Arsch kleben, oder wo kommen die ständig her. Was ist eigentlich aus Lucilles Freund geworden? Vor 5 Minuten hatte sie noch keinen Bock und jetzt knutscht sie mit Fargo auf einem Hügel vor der Stadt rum, wie Teenager in den 50ern.

Zeit für Action, denn Fargo wird mal wieder in seinem Zimmer angegriffen und muss mal wieder einen Typen umkloppen, der immerhin nicht aus dem Fenster springt wie ein Vollidiot. So kann Fargo ihn verhören. Dabei wird er von einer Frau unterbrochen, die an seine Tür klopft. Da der Gefangene die Chance zur Flucht nutzt, bittet Fargo die Frau herein und … ist klar, ne. Zur Erholung fahren die beiden am nächsten Tag mit dem Boot raus. Und natürlich ist es mal wieder Zeit für Action und sie können sich noch so gerade retten, bevor das Boot explodiert.

Fargo findet die Frau nicht wieder, aber in seinem Zimmer den Typen, der geflohen ist. Der will die Seiten wechseln und erzählt, wo Fargo hin muss. Dann ruft Lucille an und ist sowas von scharf auf Fargo, dass er sich an ihrer Haut schneiden könnte.

Wir hatten Action und Sex. Was fehlt also noch für einen richtigen Agentenfilm? Genau. Kartenspielen. Mr. Carver wird dabei aber von Fargo unterbrochen, der mit ihm reden muss. Wenn er nicht Karten spielen kann, dann eben Billard. Natürlich kommen die Schergen um die Ecke und oh mein Gott Carver ist der böse Gegenspieler. Und Fargo gratuliert ihm zu dem Wahnsinnsmove, den Professor zu entführen. Ich kapiere immer noch nicht, warum das ein so toller Move gewesen sein soll. Und was sie eigentlich mit dem Professor wollen, den man seit dem Anfang des Films nicht mehr gesehen hat.

Fargo ist natürlich Vollprofi und befreit sich kurzerhand aus der Gefangenschaft. Zusammen mit dem Seitenwechsler fährt er zum geheimen Geheimversteck. Also einem Haus im Wald. Fargo wäre nicht Fargo, wenn er nicht direkt jedem in die Fresse hauen würde, der ihm über den Weg läuft. So prügelt er sich gemütlich durch die Villa und zerlegt nebenbei noch die Inneneinrichtung. Dann hat er genug von dem Gekloppe und geht zum Geballer über. Dabei zerlegt er dann auch den Außenbereich des Grundstücks, damit es sich dem Inneren wieder anpasst.

Carver flieht in seinen geheimen Bunker und heizt Fargo mit seinen automatischen Schussanlagen ein. Ach so, und Lucille hat er auch noch entführt. Vermutlich, weil er mit ihr genau so viel anzufangen weiß wie mit dem Professor. Der ist immerhin auch anwesend und macht … nix. Fargo ballert sich gekonnt durch den Flur vor zum Bunker und Carver will ihn mit dem Death Ray grillen, der genau so aussieht, wie der vom Anfang des Films. Allerdings schießt er damit nur ein Loch in die Tür und so kann Fargo rein. Carver wird umgenietet und der Death Ray brennt ein Loch in die Decke. Lucille und der Professor sind gerettet und Fargo zieht bei Lucille ein, oder so.

Na, der Streifen hatte ja mal alles. Action. Sex. Eine völlig sinnlose Story. Mehr kann man nicht mehr verlangen. Ich gehe meinen Todesstrahl polieren …

Advertisements

Bestattungsunternehmerische Geschichten als Mittel zum Zweck

Na, so richtig Bock auf üble Alien-Action? Am besten aus einem Jahrzehnt, als Filme noch nicht scheiße waren? Dann muss ich euch enttäuschen. Denn, obwohl der Titel des heutigen Schrottfilms genau das verspricht, bietet er nichts davon.

ALIEN ZONE – USA – 1978 – 90 Min.

Im Rahmen eines genialen Schachzugs wurde dieser Film während der Produktion achtzigmal umbenannt und letztlich kam man auf „Alien Zone“, was absolut nichts mit dem Film zu tun hat. Das erste Drehbuch von David O’Malley trug noch den Namen „Five Faces“ woraus dann „Five Faces Of Terror“ wurde, was beides auch keinen Sinn ergibt, da es sich um einen Episodenfilm mit 4 Geschichten handelt. Nachdem man festgestellt hat, dass „Alien Zone“ auch kein guter Titel ist, benannte man das Ganze noch mal um in „The House Of The Dead“. Zwar ein einfallsloser Titel, aber er passt immerhin eher zum Film.
Regie führte Sharron Miller, die hiermit ihren ersten und letzten Langfilm ablieferte. Danach gabs nur noch Serienepisoden. Da es sich hierbei um einen Episodenfilm handelt, ist wohl die Frage erlaubt, ob die Regisseurin überhaupt in der Lage war, sich auf etwas zu konzentrieren, das länger als 30 Minuten dauert.
Darsteller John Ericson, der Talmudge spielt, heißt eigentlich Joseph Meibes und kommt aus Deutschland. Und wir alle wissen, was passiert wenn deutsche Darsteller in amerikanischen Filmen mitspielen: Sie werden scheiße. Also die Filme. Die Darsteller sind es meist schon vorher. Ivor Francis, hier als Bestatter unterwegs, kommt nicht aus Deutschland, wird das hier aber natürlich trotzdem nicht retten können. Die ganzen unbekannten Fatzken in den einzelnen Episoden ohnehin nicht.

Talmudge ist ein richtig cooler Typ. Deshalb betrügt er seine Frau mit einer anderen Trulla. Ich glaube zwar nicht, dass das auch nur ansatzweise wichtig ist, aber so beginnt nun mal der Film. Anschließend fährt Talmudge im Taxi durch die Gegend und labert mit dem Taxifahrer über das Wetter. Aufregender Beginn hier. Vielleicht können sie noch einbauen, wie er sich eine Schale Pommes kauft, um das spannungsgeladene Bild abzurunden. Talmudge wird aus irgendeinem Grund in der falschen Straße rausgelassen, was ja auch irgendwie an ihm selbst liegt, würde ich sagen. Ich meine, der wird ja wohl wissen, wo er hin wollte. Da kann man ja mal aus dem Fenster gucken, bevor man aussteigt und das Taxi davonfahren lässt.

Talmudge klingelt an einer willkürlich ausgewählten Tür und der Bestatter lässt ihn rein. Sieht mehr aus wie ein Butler bei einer Familie, die ihren Sommerurlaub damit verbringt, Köpfe in Koffern zu sammeln, aber er ist Bestatter und sammelt Leichen auf Tischen. Nachdem man wieder über das Wetter, Freundschaft und Kaffee palavert hat, zeigt der Bestatter seinem Besucher seinen Keller voller Leichen. Und zu jeder dieser Leichen gibt es eine Geschichte.

Zum Beispiel Miss Sibiler. Sie war Lehrerin. Und soweit ich das in den ersten Sekunden dieser Episode beurteilen kann, hasste sie Kinder wie die Pest. Kein Wunder, dass sie Lehrerin geworden ist. Wie kann man den Blagen schließlich besser das Leben zur Hölle machen, als mit schlechten Schulnoten, die ihnen komplett am Arsch vorbei gehen. Scheinbar leidet sie unter Verfolgungswahn und guckt alle drei Sekunden aus ihrer Haustür. Vielleicht wartet sie aber auch nur auf Besuch. Im Radio läuft das austauschbarste Gedudel, das man sich vorstellen kann. Immerhin hier ist der Film absolut realistisch.

Der Film hakt mal schnell die Duschszene ab und ich frage mich ja eine Sache: Was ist der Sinn von Duschhauben? Ich meine, wie schlimm ist es bitte, wenn die Haare nass werden? Mal davon abgesehen, dass die Frisur ohnehin an allen Seiten aus der Haube quillt. Dürfte die nutzloseste Erfindung seit dem Telefon sein. Die Duschszene ist kurz, denn Miss Sibiler hat einen plötzlichen Anfall von Wasweißich und guckt geschockt aus dem Fenster. Warum, weiß ich immer noch nicht und ich habe so ein Gefühl, dass ich es auch nie erfahren werde.

Miss Sibiler bewaffnet sich mit einem Messer und tapert durch die ganze Bude, während absolut gar nichts passiert, außer, dass ein Mann an der Geige scheinbar plötzliche Arthritis erleidet. Oh mein Gott, es sind Kinder mit Clownsmasken. Und einer sieht aus wie He-Man mit Dauerwelle. Aber scheinbar sind es gar keine Kinder, wie sich herausstellt, als sie ihre Masken abnehmen. Es sind … Gelöts mit schiefen Zähnen, die Miss Sibiler fressen wollen, oder so. Jedenfalls machen sie die Lehrerin kalt und damit ist diese unglaublich spannende Episode auch schon vorbei.

Talmudge glaubt den Quatsch natürlich nicht. Aber der Bestatter kriegt laut eigener Aussage die interessantesten Fälle rein. Mr. Growski war beispielsweise ein ganz eigenartiger Kerl, dessen Hobby das Fotografieren war. Ja, klingt wirklich eigenartig.

Mr. Growski hat ein Date und hat extra eine Filmkamera aufgestellt. Sein Date ist kein großer Fan von Fotografie. Aber sie mag Zaubertricks. Also zeigt er ihr einen, indem er sie erwürgt. Sein nächstes Date erwürgt er ohne Zauberei, weil sie die Kamera entdeckt. Die Dritte will telefonieren und das geht natürlich gar nicht, also muss auch sie dran glauben. Und das war die ganze Epsiode. Äh …

Der Bestatter betrachtet alle seine Leichen als seine Kunden. Zum Beispiel einen Typen, der sich erhängt hat.

Oder erhängt wurde. Jedenfalls ermittelt die Polizei am Tatort, während der Typ da rumhängt. Inspector Toliver kombiniert, dass er umgebracht wurde, denn er hat Haare gefunden, also war der Tote beim Frisör. Äh, also heißt das jetzt, dass er nicht zum Frisör gegangen wäre, wenn er sich hätte erhängen wollen? Ich nehme das einfach mal so. Und den Killer hat er auch schon, denn es ist irgendein bekannter Gangster. Fertig.

Inspector Toliver wird aufgrund seiner unfassbaren Kombinationsgabe von Inspector McDowal besucht, der sich mit ihm um den Titel des weltbesten Kriminologen streitet. Beim gemeinsamen Essen beweisen beide ihre Weinkenntnisse. Dann erklärt McDowal, wie er den großen Postzugraub aufgeklärt hat. Es folgt der große Schwanzvergleich und eine Nachricht für Toliver. Niemand weiß, woher die Nachricht kommt. Darin ist davon die Rede, dass in drei Tagen jemand sterben wird, wenn Toliver es nicht verhindert. McDowal schließt sich den Ermittlungen an. Mich wundert, dass Toliver mit seinen unfassbaren Fähigkeiten nicht direkt anhand der Nachricht herausgefunden hat, wer der Täter ist.

Toliver untersucht die Nachricht im Labor und findet nichts heraus. McDowal nervt eigentlich nur rum und ist keine große Hilfe. Am Abend erklärt Toliver, dass er selbst das Opfer sein soll und McDowal ist der Täter. Keine Ahnung, wie er da drauf gekommen ist. Aber er wird ohnehin von McDowal erschossen. Aber Toliver war natürlich vorbereitet und erschießt McDowal. Toliver hat sich mit einer kugelsicheren Weste geschützt und ist jetzt ganz alleine der beste Kriminologe der Welt. Hurra.

Allerdings hätte er McDowals Bombenkoffer nicht öffnen sollen. Jetzt ist die Stelle wieder frei.

Der Bestatter nennt seine nächste Leiche selbst „Nummer 4“. Was für ein Zufall, dass es die vierte Geschichte ist.

Stan von der Zeitung will mit Ian von der Zeitung essen gehen, aber der hat keinen Bock. Stattdessen geht er lieber Kaugummi kaufen. Aber es gibt kein Kaugummi am Zeitungsstand und Ian ist nicht gut drauf deswegen. Nachdem er einen Bettler abgewimmelt hat, wird er irgendwo eingeschlossen. Wobei ich mich frage, was der überhaupt da drin wollte? Was ist das überhaupt für ein Ort? Und warum ist Ian ein Volltrottel und fällt in einen Fahrstuhlschacht? Kurz, bevor er von dem Fahrstuhlschacht zerquetscht wird, kann er sich befreien.

Dann wird er aber in einer Kammer eingeschlossen, über der „Notausgang“ steht. Ich weiß immer noch nicht, was zur Hölle das für ein Schuppen sein soll. Die Stachelwand, die plötzlich aus dem Nichts erscheint und auf ihn zufährt, hilft mir da auch nicht wirklich weiter. Kurz bevor er aufgespießt wird stoppt die Wand und fährt wieder zurück.

Jemand rollt eine Flasche herein und Ian betrinkt sich. Würde ich jetzt auch gerne machen. Dann wäre das wohl alles erträglicher. Kurz darauf wird er frei gelassen und ist gar nicht gestorben.

Der Bestatter erklärt, dass er irgendwann starb. Ja, ist klar. Aber ging es hier nicht darum, zu erzählen, wie? Und wäre das nicht der viel interessantere Ansatz gewesen, damit zu spielen? Die Grundidee ist ja nicht mal verkehrt, aber es wäre doch spannend gewesen, die Figuren immer knapp dem Tod entgehen zu lassen, bis man dann sieht, wie sie ins Gras beißen. Quasi so wie in „Final Destination“. Stattdessen kriegt man hier eine Aneinanderreihung von völlig uninteressanten Geschichten serviert, die an Langeweile kaum zu überbieten sind. Immerhin wird Talmudge vom Bestatter noch erledigt, der natürlich hinter allem steckte, oder so. Ich gehe mich bestatten lassen …

Pandoraistische Abenteueraction rund um die Welt

Videospielverfilmungen haben ja in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Also, nicht im Sinne von „sie sind beschissener geworden“, denn das war kaum möglich. Aber ich habe das Gefühl, dass es nicht mehr so viele Videospielverfilmungen gibt, wie es mal der Fall war. Vielleicht hat man in Hollywood gemerkt, dass man nicht jeden Scheiß verfilmen muss, der mal irgendwie zusammengepixelt wurde. Aber jetzt kommt eine Abenteurerin daher und will zeigen, dass auch Videospielverfilmungen gut sein können. Man wird sehen, ob sie Recht behält. Der erste Versuch, diese Figur auf die Leinwand zu bringen, war jedenfalls eher mäßig. Für eine noch grauenhaftere Fortsetzung hat es aber dennoch gereicht. Die Rede ist natürlich von:

LARA CROFT TOMB RAIDER: THE CRADLE OF LIFE – Die Wiege des Lebens – 2003 – USA – Deutschland – Japan – UK – 117 Min.

Als Regisseur für den Spaß hat man sich damals Jan de Bont rangeholt, der in den Neunzigern mit „Speed“ und „Twister“ immerhin zwei durchaus unterhaltsame Actionstreifen fabriziert hat. Danach ging es dann bergab und nach diesem Film hier war es dann ganz vorbei mit der Regiekarriere. Das alleine sollte schon aussagekräftig genug sein.
Geschrieben wurde der Quatsch von Dean Georgaris, der immerhin auch für „The Manchurian Candidate“ die Feder geschwungen hat, der aber hiermit rein gar nichts zu tun haben dürfte. Die Story stammt von James V. Hart, der schon „Bram Stokers Dracula“, „Hook“ und „Sahara“ schrieb und von Steven E. De Souza, der unter anderem den besten Actionfilm aller Zeiten „Die Hard“ schrieb. Wie konnte bei diesem Film bloß so eine Grütze herauskommen?
Um aber überhaupt nichts dem Zufall zu überlassen und eine absolute Gurke zu garantieren, hat man einen Cast versammelt, der wirklich seinesgleichen sucht. Lara Croft wird natürlich von Angelina Jolie verkörpert, die damals eben aussah wie Lara Croft, was vermutlich der einzige Grund ist, warum sie diese Rolle gekriegt hat, denn an ihrem Talent kann es sicher nicht liegen. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie grauenhaft ich Jolie vor der Kamera finde? Nein? Der Film wird mir sicherlich die ein oder andere Gelegenheit dazu bieten. Gerard Butler, seines Zeichens einer von 300 Spaten und völlig austauschbarer Actionheinz, spielt Terry Sheridan. Und um das ganze abzurunden, hat man noch Til Schweiger als Sean verpflichtet, der so wichtig ist, dass er nicht mal einen Nachnamen hat. Na, wenn das mal nicht ein großer Spaß wird …

Partytime in Griechenland. Ist das eine Hochzeit? Ja, sie haben einen DJ, der nur Scheiße spielt und alle Gäste nervt. Es muss eine Hochzeit sein. Ein Erdbeben beendet den Reigen allerdings. Es ist nicht übermittelt, ob die beschissene Musik für die tektonischen Verschiebungen verantwortlich ist, aber die Vermutung liegt nahe. Hoffentlich ist der DJ draufgegangen.

Irgendwelche griechischen Typen schippern auf einem Boot rum und Lara Croft kommt auf ihrem Jet Ski vorbei und zieht eine Megashow ab. Das ist also Lara Croft. Immer schön einen auf dicke Hose machen, damit jeder sie knallen will. Top Darstellung der Figur, muss ich sagen. Die Gamer der 90er wollten ja auch alle die Videospielfigur nackt sehen. Ich glaube, es ist bis heute nicht geklärt, ob es wirklich einen Nacktcheat gab, durch den man die dreieckigen Polygontüten von Lara im Spiel sehen konnte. Jedenfalls suchen sie irgendeinen Schatz von Alexander dem Großen und tauchen deshalb ab.

In einem Unterwassertempel klettert Lara etwas rum und dann kommen irgendwelche asiatischen Typen und killen Laras griechischen Freunde. Lara wird angeschossen und fällt ins Wasser und die Asiaten klauen den Schatz. Natürlich kann Lara sich retten, indem sie aus der Höhle taucht und einem Hai eins in die Fresse haut, an dessen Rückenflosse hängend sie dann an die Oberfläche schwimmt. Bei einer Serie wäre das wohl bereits der Jump The Shark Moment. Und das nach gerade mal 15 Minuten.

Wie sich herausstellt, geht es in diesem Film wohl um die Büchse der Pandora und den MI6. Brauchte man wirklich Til Schweiger, um das zu erklären? Lara trainiert mit irgendeinem Honk und reitet zwei Sekunden später durch einen Wald. Ach so, ist auch Training. Dann kommt aber ein Helikopter angeflogen und das MI6 klärt Lara auf, dass Chen Lo ein ganz böser Typ ist und Lara ihn aufhalten soll, oder so. Warum hat Lara eigentlich diesen Akzent, den ich keinem irdischen Land zuordnen kann? War bestimmt eine idee von Jolie, so zu labern. Bringt der Figur wohl mehr Tiefe und so. Oder es nervt einfach.

Lara hat jedenfalls Ahnung ohne Ende und erzählt was Alexander dem Großen, Pandoras Büchse und der Wiege des Lebens und irgendwie ist das alles miteinander verwoben. Ich mag ja solchen geschichtlichen Humbug. Bei Indy hat man sich ja auch immer was aus den Fingern gesogen. Nur waren die Filme besser, als dieser Käse es bisher ist. Oder erinnert sich noch jemand an die Nicolas Cage Filme mit der Schnitzeljagd nach irgendwelchen historischen Sachen? Ich bin vermutlich der Einzige, der die wirklich mag.

Lara braucht Hilfe und holt Terry aus dem Knast. Dann geht es nach China und Lara kennt eine Abkürzung nach Chen Lo und man heizt mit Mopeds über die chinesische Mauer. Und weil man sonst nichts zu tun hat, liefert man sich noch ein kleines Rennen. Ich ignoriere hier nebenbei bewusst alles, was irgendwie in Richtung „Lara und Terry werden noch ficken“ geht. Wir wissen alle, dass es passieren wird.

Til Schweiger nimmt einen Asiaten in die Mangel und sprüht ihm irgendwas in die Augen. Da er nichts erzählt wird er abgestochen. Chen Lo sagt irgendwelchen asiatischen Typen, dass sie Croft nicht unterschätzen sollen. Die wird gerade zusammen mit Terry von irgendwelchen asiatischen Typen gefangen genommen. Es gibt einfach viel zu viele asiatische Typen in diesem Film. Wer zur Hölle sind die ganzen Affen? Es wird irgendwas verhandelt oder besprochen oder einfach nur rumpalavert und dann wird gekämpft und natürlich gewinnen Lara und Terry und Lara erfährt, wo sie hin müssen. Ich checke gar nichts hier. Wer waren diese asiatischen Typen jetzt genau?

In Shanghai verhindern Lara und Terry die Übergabe einer Kiste an Chen Lo. Ich denke mal, dass darin die Büchse der Pandora ist, aber so wirklich gesagt wurde das nicht. Lara bringt in einem Am-Helikopter-Herumschwing-Move einen Sensor daran an und so können sie Chen Lo verfolgen. In dessen Labor, oder was auch immer das ist, kommt es zum Schusswechsel mit Til Schweiger. Und es wäre wirklich besser gewesen, wenn der einfach seine Fresse gehalten hätte, statt schlechte Sprüche rauszuhauen. Und leider überlebt er auch noch, denn Lara erschießt ihn nicht, sondern knockt ihn nur aus. Dann hackt sie sich in einen Computer, um irgendwas zu machen. Ach so, Chen Lo will einen Virus verbreiten. Ist ja einfallsreich. Wartet mal, das Labor war mitten in einem Kaufhaus? Was ist das denn wieder für ein Quatsch? Dieser Film macht mich fertig.

Lara und Terry fliehen und Til steht auch wieder und nimmt die Verfolgung auf. Aber mit einer Paraglidingaktion vom Dach können sich unserer Helden retten und jetzt haben sie die goldene Kugel, die eine Karte oder sowas sein soll. Lara traut Terry aber nicht mehr und kettet ihn an den Tisch, weil der Bryce getötet hat. Keine Ahnung, wer Bryce nochmal war, aber Lara mochte ihn scheinbar.

Kommen wir zum einzigen Highlight des Films: Eine Familie auf einem Fischerboot guckt „Sponge Bob“ auf Mandarin. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum Lara sich ausgerechnet bei denen einnistet, um mit einer Webcam und der goldenen Kugel eine Verbindung zu Bryce herzustellen. Hä, ich dachte, Bryce ist tot. Labert hier wirklich jeder nur gequirlte Scheiße? Und muss man wirklich tausend Leute einführen, die völlig nichtssagend sind, die dann angeblich tot sind, aber doch wieder da, um den Zuschauer alle fünf Minuten zu verwirren? Jedenfalls zeigt die Kugelkarte auf Afrika und da muss Lara hin. Bryce wird nebenbei von Chen Lo gefangen genommen. Und Terry fragt auf dem Fischerboot, wo Lara hin ist. Woher weiß der, dass sie überhaupt da war? Das ergibt alles keinen Sinn!!!

Djimon Hounsou versucht durch seine Anwesenheit in Afrika zu retten, was ohnehin bereits verloren ist. Er führt Lara zu einem Stamm, der die Wiege des Lebens kennt. Sie wollen, dass Lara abhaut, aber sie erklärt, dass irgendwelche asiatischen Typen kommen werden, also muss sie die Wiege des Lebens retten, oder sowas. Auf dem Weg zur Wiege des Lebens kommen diese bösen Typen dann auch und es wird rumgeballert. Lara wird mal wieder gefangen genommen und Chen Lo will, dass sie ihm hilft, die Büchse der Pandora zu finden. Als Druckmittel hat er Bryce dabei und natürlich hilft Lara. Es ist eben das kleine Story Einmaleins. Simpel, aber es funktioniert. Brauchte es da vorher wirklich die achtmillionen sinnlosen Schwachsinnszenen, die nicht mal Sinn ergeben würden, wenn man noch achtzehn Fortsetzungen mit Erklärungen drehen würde?

In der Höhle der Pandora lauert scheinbar etwas horrormäßiges und killt Chen Los Leute. Ja gut, wir hatten hier halt noch keine Ungeheuer aus einer anderen Dimension oder sowas und man muss nun mal die Schwachsinnsskala bis zum Anschlag füllen, also passt das schon. Da darf natürlich auch die Szene, in der sich einer der Söldner in die Hose pisst, nicht fehlen. Lara wirft die goldene Kugel in ein Loch und dadurch zerfallen die komischen Viecher zu Staub, was natürlich keinerlei Erklärung bedarf. Für Til kam die Hilfe allerdings zu spät, denn er fällt den Dingern noch zum Opfer.

Terry ist wieder da und spielt erstmal keine Rolle, denn Lara und Chen Lo kloppen sich und Lo fällt in die Wiege des Lebens, die aus schwarzer Säure besteht. Damit ist Lo hinüber und Terry kann noch schnell ihre Wunden verarzten. Er will die Büchse der Pandora mitnehmen, aber Lara ist dagegen und dieser Film endet einfach nie. Lara erschießt ihn und es folgt der Abspann, der passend zum Film nie endet und siebentausend Songs in 10 Minuten quetscht. Es könnte glatt die Halftimeshow beim SuperBowl sein. Ich gehe die Büchse der Pandora öffnen …

Media Monday #350

Zur Nummer 350 bin ich auch mal wieder beim Media Monday dabei.

1. Nun, da die Oscars auch wieder hinter uns liegen bin ich froh, dass erstmal wieder ein Jahr Pause ist. Die Veranstaltung war einfach wieder unfassbar dröge und langatmig. Es wird höchste Zeit, dass in den Laden mal etwas mehr Saft reinkommt. Es verkommt jedes Jahr mehr zur Qual, sich dafür die Nacht um die Ohren zu schlagen.

2. Die Leipziger Buchmesse steht ja auch schon wieder vor der Tür und vielleicht wird dort eine Kurzgeschichte voller knisternder Erotik vorgelesen. Okay, eigentlich ist es eine Geschichte voller Quatsch, aber vorgelesen wird sie vielleicht trotzdem. Wenn ihr dazu beitragen wollt, könnt ihr hier für meine Geschichte „Olala“ abstimmen.

3. Die Serienadaption von „Dirk Gentlys Holistic Detective Agency“ hätte gerne noch ein wenig weitergehen können, denn es war wunderbar schräg und einfach mal was anderes. Aber leider setzt sich eben immer nur der Einheitsbrei durch und somit wird es wohl keine dritte Staffel geben.

4. Wenn alle wieder über Superheldenverfilmungen reden, tangiert mich das kaum, schließlich sind es immer noch viel zu viele. Aber ich habe mir trotzdem vorgenommen, sie alle zu gucken. In der chronologischen Reihenfolge. Vier von Achttausend habe ich immerhin schon geschafft. Und es war gar nicht mal so gut. Demnächst mehr dazu.

5. „Hell Comes To Frogtown“ ist auch so ein Film zum immer wieder anschauen, denn Froschmutanten sind nun mal viel zu unterrepräsentiert in der Filmlandschaft. All Hail The Frogking!!!

6.Mich würde ja mal interessieren, wie es sein kann, dass Talent- und Charismavakuen wie Megan Fox (die habe ich echt lange nicht erwähnt) und Jai Courtney immer noch Rollen bekommen. Sind denn Muskeln und Titten wirklich alles? Man sollte das trennen. Die ganzen talentlosen Affen in die Kackfilme, wo sich der Zuschauer ohnehin nicht für die Darsteller interessiert und man auch einen Sack Mehl hinstellen könnte und die guten Darsteller in die guten Filme. Alle drei, die im Jahr noch rauskommen. Die hätten dann wenigstens ein richtiges Staraufgebot.

7. Zuletzt habe ich mal wieder viel zu wenig von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte und das war wie immer kacke, weil so viel zu tun, aber so wenig Zeit.

Die 5 Besten … Lieblingslieder

Heute wird es mal musikalisch hier, denn Gorana fragt im Rahmen der 5 Besten am Donnerstag nach den

5 aktuellen Lieblingsliedern

Ich beschäftige mich ja eher wenig mit Musik, aber natürlich höre ich trotzdem welche. Und entgegen meiner teils sehr speziellen Filmvorlieben, kann ich mit Schrott bei Musik herzlich wenig anfangen. Diese ganze 90er-Kacke, die gemeinhin als musikalischer Trash gilt, gibt mir gar nichts. Auch wenn es da natürlich bemerkenswerte Geschichten gibt. Zum Beispiel die der Band „E-Rotic“, die in den 90ern noch mit Granaten wie „Max don’t have Sex with your Ex“ oder „Fritz love my tits“ für Ohrenkrebs sorgten, später dann aber zu einer ABBA-Coverband mutierten. Kannste dir nicht ausdenken. Und auch der übliche Pop-Scheiß, der den ganzen Tag im Radio hoch und runter gedudelt wird, bei dem ein Lied klingt wie das andere und man nicht mal unterscheiden kann, wo das Lied vor einer Stunde aufgehört und das vor 20 Minuten angefangen hat, bringen mich nur zum kotzen. Mit anderen Worten: Bei Musik mag ich es dann doch eher „gut“.

„Aktuelle“ Lieblingslieder sind dabei aber auch so eine Sache. Denn eigentlich habe ich nur eine Reihe von All-Time-Favorites, die sich auch nie wirklich ändern und nur hin und wieder die Reihenfolge wechseln. Und „aktuell“ ist dabei sowieso eigentlich gar nichts. Ich bin da sehr im 20. Jahrhundert verwurzelt. Aber trotzdem haue ich mal eine Top 5 raus, mit den Songs, die ich mir einfach immer wieder anhören kann.

5 The Doors – Riders On The Storm (weil er so schön zwischen düster und melancholisch hin und her schwingt)

4 Journey – Don’t Stop Believin‘ (weil es einfach das Aufbaulied schlechthin ist und einen immer erinnert, dass man alles erreichen kann)

3 David Bowie – Life On Mars (weil es so eine gut verpackte Medienkritik ist, dass selbst ich sie nicht kapiere)

2 Queen – Bohemian Rhapsody (weil Freddie halt der King war und man dabei so schön über Leben und Tod sinnieren kann)

1 Genesis – Supper’s Ready (weil es ein episches musikalisches Meisterwerk über den Kampf zwischen Gut und Böse ist, das mal eben ganze 23 Minuten andauert)

Honorable Mentions:

Derek And The Dominoes – Layla

Genesis – The Knife

Queen – The March Of The Black Queen

Jimi Hendrix – Hey Joe

Led Zeppelin – What Is And What Should Never Be

Internationale Organisation von Männern gegen die Herrschaft der Amazonen

Superhelden sind nach wie vor in aller Munde. Ob das nun gut oder schlecht ist, müssen andere entscheiden. Aber ich gebe zumindest einen Denkanstoß: Es ist schlecht. So, hätten wir das auch geklärt. Wenn wir aber schon von den Supermännern und Wunderfrauen erschlagen werden, kann der Filmschrottplatz das natürlich nicht komplett ignorieren. Deshalb gibt es hier heute einen Film voller Supermänner und Wunderfrauen, der absolut nichts mit Superheldenfilmen zu tun hat. Super wird es aber trotzdem:

SUPERUOMINI, SUPERDONNE, SUPERBOTTE – Super Stooges VS The Wonder Women – Sie hauen alle in die Pfanne – 1974 – Italien – Hong Kong – Mexiko – 105 Min.

Die Musik in den Opening Credits könnte direkt aus einem Zirkus stammen, wenn 42 Clowns in einen VW Käfer gequetscht in die Arena fahren. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen ist. Der Kontrast durch die folgende ernsthafte Musik, während man in einem Dorf von Gladiatorinnen einige Bogenschützinnen killt, macht es nicht besser. Wer auch immer die Musik hier zusammengestellt hat, muss sich in einer eigenartigen Phase seines Lebens befunden haben. Der Kampf der Gladiatorinnen, inklusive Stacheln auf dem Boden, in die man besser nicht fallen sollte, erinnert an den Tanzunterricht im Atenheim, um die Senioren bei Laune zu halten. Spektakuläre Action sollte man hier also wohl besser nicht erwarten.

Die Amazonenkönigin will jedenfalls das heilige Feuer haben, oder so. Irgendwo verbirgt sich hier also tatsächlich auch eine Story. Mal schauen, ob die in der Kellerbar voran geht, in der ein schwarzer Mann sich gerade irgendetwas wirklich widerlich aussehendes reinschaufelt. Irgendwelche Fatzken machen einen auf dicke Hose und der Schwarze macht sie alle platt. Ach so, und er hat scheinbar eine Superkraft, mit der er jeden einfach wegpusten kann. Also im Sinne von Wind und so. Und er kann einen Mann dribbeln wie einen Basketball. Ob das als Superkraft durchgeht, weiß ich aber nicht genau. Die Soundeffekte sollen dabei wohl sowas wie Comedy reinbringen. Hat bei Bud Spencer und Terence Hill eindeutig besser funktioniert. Wieso haben die eigentlich nie einen Gladiatorenfim gemacht? Das wäre doch sicher der absolute Knaller gewesen.

Zwei Typen in einem Baum bespannen einen Asiaten, die durch die Gegend reitet. Einer von ihnen fällt vom Baum und wo man schon mal auf Augenhöhe ist, ruft er seine Schergen zusammen, um den Asiaten auszurauben. Der säbelt ihnen aber allen die Hosen auf und versohlt ihnen den Arsch. Soll wohl etwas Comedy reinbringen. Hat bei Jackie Chan eindeutig besser funktioniert. Wieso hat der eigentlich nie einen Film zusammen mit Bud Spencer und Terence Hill gemacht? Das wäre doch sicher der absolute Knaller gewesen.

Nach dem lahmsten Kung Fu Kampf der Filmgeschichte zwischen dem Asiaten und einer Asiatin wird rumgeturtelt und ich verstehe immer noch nicht, was zum Geier in diesem Film eigentlich die Handlung sein soll. Vielleicht kann mir dabei ja die Gruppe von Amazonen helfen, die gerade durch die Gegend reitet und ein Dorf mit genau drei Einwohnern in Angst und Schrecken versetzt. Die Amazonenkönigin hat sich ein paar Tipps bei der Mafia geholt und sagt, dass das Dorf jetzt unter ihrem Schutz steht. Aber dann kommt Dharma vorbei, der sich offensichtlich durch Rauchwolken beamen kann, wie ein Zauberkünstler im ersten Jahr mit Zauberkasten aus dem Supermarkt. Für die anschließende Verfolgungsjagd durch die Wüste holt man die Clown-Musik wieder raus verfällt dann aber in einen Kampfgesang, sodass man nur Indianer um die nächste Ecke erwarten kann. Es kommen aber keine. Stattdessen verschwindet Dharma einfach in einer weiteren Rauchwolke. Dharma ist nebenbei der Gott von dem Dorf, oder so. Er sieht zwar eher aus wie eine Mischung aus Ritter, Henker und Superman, aber wer weiß schon, wie Götter wirklich aussehen. Dharma verspricht jedenfalls, das Dorf vor den Amazonen zu beschützen und das heilige Feuer zu bewahren, das da seit Ewigkeiten brennt.

Es folgt jede Menge Quark, wie eine Frau die vom Pferd fällt, Badespaß im See und Geknutsche im Wald. Zum Glück stolpert dann ein Typ aus einem Gebüsch und warnt vor den Amazonen, bevor er stirbt. Dharma wurde ebenfalls aufgespießt und gibt sein Amt an seinen Lehrling weiter. Ja, der angebliche Gott Dharma ist eigentlich nur ein Bauer mit einem Knecht, der jetzt das Ritterhenkersupermankostüm anziehen darf, um das Dorf vor den Amazonen zu retten.

Ich muss jetzt mal kurz innehalten, während der neue Dharma jede Menge Saltos schlägt, was er ganz besonders toll kann, und fragen, was hier eigentlich die Handlung sein soll. Dharma und die Amazonen verstehe ich ja noch so einigermaßen, aber was hat es mit dem Asiaten und dem Schwarzen auf sich, die man seit einer Viertelstunde nicht mehr gesehen hat und die jetzt zufällig in der Stadt rumhängen, in der Dharma gegen irgendwelche Affen kämpft, von denen ich nicht mal weiß, was ihre Agenda ist. Das ergibt alles keinen Sinn.

Machen wir mal einen Cut und versuchen, ab jetzt dem Krampf hier zu folgen. Dharma zeigt dem Asiaten und dem Schwarzen das ewige Feuer und … warum arbeiten die jetzt mit ihm zusammen? Nur, weil er in der Stadt so tolle Saltos gezeigt hat? Egal. Der Schwarze kann einfach so in das Feuer greifen, also hat er wohl noch mehr Superkräfte als das große Blasen. Der Asiate verbrennt sich direkt die Flossen. Dharma faselt dann was von Unsterblichkeit und dem Feuer und den Amazonen und so richtig weiterhelfen tut mir das auch alles nicht. Ich denke, ich muss mich damit abfinden, dass es hier einfach um Männer gegen Frauen geht. Simpel, aber einprägend.

Man will erstmal alle umliegenden Dörfer mobilisieren, damit sie gemeinsam gegen die Amazonen antreten. Zwischendurch wird noch rumgeschnulzt, aber das spare ich mir hier jetzt mal. Sonst wird die Story noch zu komplex und das wollen wir ja nicht.

Wir hatten lange keine Saltos mehr, also greift Dharma das Amazonendorf an. Wollten die nicht erstmal eine Armee aufstellen, bevor sie gegen die Amazonen kämpfen? Ach nee, ich habe ja ganz vergessen, dass hier absolut nichts irgendeinen Sinn ergibt.

Die zwei Typen ausm Baum versorgen die Amazonen mit der Information über einen geheimen Weg zum Dorf, den niemand kennt, oder so. Die Amazonenkönigin überlegt, ob man Dharma nicht besser lebend fängt und ihn zu einem Verbündeten macht, damit man hinter das Geheimnis des ewigen Feuers und seiner Unsterblichkeit kommen kann. Dharma schlägt derweil wieder mal Saltos ohne Ende und wird dann gefangen genommen. Ein paar Minuten später wird er natürlich von seinen beiden Buddys befreit und springt mit einem Salto von einer Schlucht. Meine Hoffnung, dass jetzt endlich mal der Endkampf kommt ist also dahin.

Einige Minuten später ist es dann aber doch soweit und es gibt Saltos, Explosionen, Rumgewurschtel und Clowns-Musik im großen Finale. Was es nicht gibt, sind die Superkräfte, bei denen ich immer noch nicht weiß, wozu sie überhaupt eingeführt wurden, wenn sie nie genutzt werden. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat das Gute natürlich gesiegt und alle Frauen sind tot. Ich weiß nicht, ob das die Aussage ist, die der Film machen wollte, aber vermutlich wollte er gar nichts aussagen und es ist mir auch einfach scheißegal. Hauptsache, es ist vorbei. Ich gehe Saltos schlagen …

Schrott Awards 2018

Zum mittlerweile vierten Mal werden hier auf dem Filmschrottplatz heute die Schrott Awards verliehen. Natürlich haben wir wieder keine Kosten und Mühen gescheut. Gut, Kosten schon, aber keine Mühen. Es sind wieder jede Menge illustre Gäste aus allen Zeiten geladen, um diesem Event beizuwohnen. Und natürlich ist auch unser Außenreporter Thorsten Trümmer wieder da. Thorsten, kannst du mich hören?

„Leider. Ich stehe dieses Jahr direkt an der Bühne, die in handwerklicher Kleinarbeit zusammengeschustert wurde und droht, jeden Moment zusammenzubrechen. Zum Glück muss ich nicht darauf und kann davor stehen bleiben.“

Wir freuen uns schon alle auf deine einmaligen Interviews, Thorsten.

„Du bist nach wie vor ein schlechter Lügner.“

Man sieht, es hat sich nichts geändert. Spaß und Spannung sind also garantiert. Und hier ist unser Gastgeber, der uns gekonnt durch die Preisverleihung leiten wird: Uwe Boll!

„Ich kann einfach nicht glauben, dass ich mich hierzu habe breitschlagen lassen. Die Filme sind doch alle komplette Scheiße!“

Ja, äh, Uwe, genau darum geht es ja hier.

„Hätte ich das vorher gewusst, hättet ihr mich am Arsch lecken können.“

Nun, jetzt musst du da durch. Vertrag ist Vertrag.

„Was denn für ein Vertrag? Ich wurde hier her gelockt, unter dem Vorwand, dass man mir die Filmrechte am Videospiel „Space Invaders“ verkaufen will.“

Ja, äh, darüber reden wir später. Jetzt ist es erstmal Zeit für unsere erste Kategorie. Und Thorsten Trümmer hat jemanden zum Interview an der Bühne.

„Einen tollen Interviewpartner habt ihr mir da wieder an die Seite gestellt. Was soll mir dieser gigantische Riesentruthahn aus dem Film „The Giant Claw‘ bitte erzählen?“

KRAAA!

„Ja, genau das habe ich mir gedacht.“

KRAAA KRAAA!

„Äußerst interessant.“

KRAAHAAA!

„Ich denke mal, er hofft, dass er den Preis gewinnt. Was weiß ich. Zurück zu Uwe.“

„Was für eine sinnlose Scheiße ist diese Veranstaltung eigentlich? Lächerlicher geht es ja kaum noch. Das wird ein langer Abend. Damit wir die Kacke schnell hinter uns bringen, ist hier der Preisverleiher für die ELEGANTESTEN EFFEKTE. Jemand, der seit Jahren nur noch Scheißfilme macht und perfekt hier hin passt: James Cameron!“

„Effekte sind die Essenz jedes guten Films, der ansonsten absolut nichts zu bieten hat. Wie „Avatar“, ein arschlangweiliges Franchise, dem ich den Rest meines Lebens verschrieben habe. Die Filme bei dieser Preisverleihung kommen natürlich nicht ganz an die grandiosen Spektakel heran, die ich mache. Freut euch schon mal auf „Avatar 42“. Aber jetzt erstmal zum diesjährigen Gewinner in der Kategorie ELEGANTESTE EFFEKTE. Der Gewinner ist: FLESH GORD… was? Oh, okay, ähm … es liegt hier wohl ein kleiner Fehler vor. Der Gewinner ist: INVASION OF THE SAUCER MEN!“

Den Preis übernimmt ein Saucer Men, der mit vorgehaltener Laserpistole die Bühne betritt. Ohne etwas zu sagen, reißt er sich die goldene Mülltonne unter den Nagel und verschwindet wieder hinter der Bühne. Unten vor der Bühne gibt es einige Diskussionen über diesen kleinen Fehler. Thorsten Trümmer ist für uns mittendrin. Thorsten, was kannst du berichten?

„Hier unten wird gerade wild diskutiert, was da falsch gelaufen sein könnte. Vor allem das Team von Flesh Gordon ist ziemlich enttäuscht. Ich konnte das Penismonster abfangen und es brüllte etwas unverständliches in mein Mikrofon, was sich vermutlich ungefähr mit „das ist eine Frechheit, ich gehe mich erleichtern“ übersetzen lässt. Ich bleibe an der Sache dran und versuche, weitere Stimmen einzufangen.“

Danke, Thorsten. Wir geben dann wieder auf die Bühne an Uwe Boll.

„Den Scheiß habt ihr doch bei den Oscars abgeguckt, oder? Besser schlecht kopiert, als richtig scheiße selbst gemacht, was? Warum mache ich bei dieser Scheiße noch mal mit? Egal. Kommen wir schnell zur nächsten Kategorie, damit wir den Kack hier schnell hinter uns bringen. Den Preis für STILVOLLSTES SETDESIGN überreicht … wer ist das denn? Und warum schleppt er diese Pappaufsteller mit sich herum?“

Uwe, das ist Hans-Peter Gnöttgen. Der hat vor 2 Jahren den Preis auch schon überreicht.

„Aha. Was für ein Arschloch. Na dann, viel Spaß.“

„Hallo, mein Name ist Hans-Peter Gnöttgen und ich habe heute ein paar meiner neuen Setdesigns mitgebracht. Dieser Baum aus Pappe sieht täuschend echt aus …“

Ähm, Hans. Bist du sicher, dass du den nicht aus einem Looney Tunes Comic ausgeschnitten hast.

„Natürlich. Es war ein Garfield Comic. Aber guck mal, wie gut das Grün der Blätter ist. Und das Braun des Stamms. Täuschend echt, nicht wahr?“

Na ja, also in einer realen Umgebung fällt das schon auf, würde ich sagen.

„Es soll ja auch auffallen. Ein gutes Set muss herausstechen. Sonst kann man doch direkt in einer realen Umgebung drehen. Aber das wäre ja völlig verrückt. Guckt euch diesen lebensgroßen Mann aus Pappe an. Man kann ihn überall im Bild platzieren, wenn man ein belebtes Hintergrundbild benötigt. Man braucht nur jemanden, der ein bisschen an der Pappe wackelt und es sieht aus, als würde er sich bewegen.“

Hans-Peter, warum ist der Mann nackt?

„Das ist doch gerade das Geniale daran. Ich kann ihm beispielsweise diese Jogginghose ankleben, wenn die Szene auf einem Sportplatz spielt. Oder ich klebe ihm dieses weiße Hemd an, falls es sich um eine Dinnerparty handelt. Und bei Szenen auf Sexparties lässt man ihn einfach nackt. Guckt mal hier, sein Gemächt lässt sich separat bewegen …“

Äh, ja, das ist ganz wunderbar Hans-Peter. Wir müssen dann aber langsam weiter machen.

„Oh, ja, natürlich. Der Preis für das STILVOLLSTE SETDESIGN geht an: THE RING THING!“

ZAPP

Oh mein Gott. Die Saucer Men haben Hans-Peter mit ihrem Laser erschossen und von ihm ist nur ein Haufen Asche übrig. Einer von ihnen kommt auf die Bühne und nimmt die goldene Mülltonne mit. Irgendetwas eigenartiges geht hier vor. Immerhin wird uns Hans-Peter in Zukunft nicht mehr mit seinen Set-Vorstellungen nerven. Thorsten, hast du neue Informationen für uns?

„Hier vor der Bühne werden die Leute etwas unruhig. Hans-Peter Gnöttgen fanden zwar alle zum Kotzen, aber niemand will mehr auf die Bühne gehen. Ich habe hier den komischen Typen im Drachenkostüm von „The Ring Thing“, der gerade um einen Preis betrogen wurde. Er ist sehr aufgebracht und will die Saucer Men abfackeln. Genau kann ich es nicht sagen. Aus irgendeinem Grund kriege ich heute nur Gestalten ans Mikrofon, die nicht sprechen können.“

Äh, ja, Thorsten, ich glaube das liegt daran, dass die Menschen Angst haben, in deiner Nähe zu stehen.

„Was? Wieso das denn?“

Nun ja, du hast den Ruf ein Pechvogel zu sein.

„Das liegt nur daran, dass ihr mich ständig in die Scheiße reitet. Aber nicht dieses Jahr. Ich bleibe hier vor der Bühne stehen und da wird mir ganz sicher nichts passieren.“

Nun, hoffen wir das Beste. Wir geben dann erstmal wieder ab an Uwe.

„Was für ein Scheißladen ist das hier eigentlich? Hier ist ja niemand sicher. Ihr habt doch wohl alle den Arsch offen. Wo ist mein Auto? Ich haue ab hier.“

Tut mir leid, Uwe, aber wir befinden uns auf einem Schrottplatz. Du kannst dir sicher vorstellen, wo dein Auto ist. Ich glaube, es ist das dritte von unten da hinten in dem Autowrackstapel.

„Ihr habt doch alle Lack gesoffen, ihr Penner. Macht euern Scheiß doch alleine hier und ruft selbst den nächsten Arsch auf die Bühne.“

Okay, der nächste ist … äh, ich habe keine Ahnung. Uwe, komm zurück! Hier weiß doch kein Mensch, was abläuft.

„Also gut. Hinter der Bühne tummeln sich ohnehin nur diese Untertassenärsche. Also bleibe ich lieber hier auf der Bühne stehen und zu mir kommt jetzt endlich mal jemand, der nicht scheiße ist, sondern ein ganz Großer seines Fachs. Hier ist Tom Savini, um den Preis für das KULTVERDÄCHTIGSTE KOSTÜMDESIGN zu präsentieren.“

„Diese Alienviecher sollen ruhig kommen. Ich habe meine Schrittwumme dabei. Ich bin heute nicht Tom, ich bin ‚Sexmachine‘. Und wenn die Pisser mir zu nahe kommen, brauchen die hinterher auch einen Maskenbildner, um ihre hässliche Visage wieder zu richten. Jedenfalls geht der Preis für das KULTVERDÄCHTIGSTE KOSTÜMDESIGN an … verdient, sie wurden schon eines Preises beraubt, aber den hier werden sie mit nach Hause nehmen: FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS!!!“

Es traut sich niemand mehr auf die Bühne, also reicht Tom … entschuldigung, ich meine natürlich „Sexmachine“ den Preis herunter zu den Leuten von „Flesh Gordon“. Sie freuen sich scheinbar sehr. Sogar das Penismonster kann seine Freude nicht zurückhalten. Glücklicherweise haben wir für den Fall, dass es regnen sollte, Regenschirme verteilt.

„Ist ja unfassbar. Hier läuft ja hin und wieder doch mal etwas ganz normal ab. Also, so normal wie man es von einer Scheißveranstaltung wie dieser erwarten kann.“

Wir haben unsere Momente, Uwe.

„Ihr habt komplett einen an der Murmel und sonst gar nichts. Lasst uns mal fertig werden hier. Als nächstes wird der CHARISMATISCHSTE CHARAKTER gekürt. Und den Preis überreicht: Uwe Boll? Wollt ihr mich verarschen? Jetzt muss ich auch noch zusätzliche Arbeit leisten hier? Ja, komm hier: Diese scheißhässliche Mülltonne geht an JON VOIGHT für sein grandioses Overacting in ANACONDA? Ein Preis für diesen Kackfilm? Na gut, Voight ist eh nicht hier, also können wir das Teil auch wegschmeißen.“

Oh, einer der Saucer Men hat sich die goldene Mülltonne geschnappt. Damit haben sie jetzt schon drei. Und ich höre gerade, dass hinter der Bühne ein Kampf zwischen den Saucer Men und dem Team von „Flesh Gordon“ entbrannt ist und sie sich um die goldene Mülltonne bekämpfen. Thorsten, du musst hinter die Bühne und davon berichten.

„Keine Chance. Ich bleibe genau hier stehen. Hier vor der Bühne bin ich sicher.“

Also gut. Da sich niemand mehr auf die Bühne traut, könntest du dann wenigstens den Gewinner für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN verkünden?

„Ich soll einen der Preise verleihen?“

Ja.

„Das ist mein großer Moment. Endlich zahlen sich all die Qualen aus. Also gut, der große Preis für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN geht dieses Jahr an einen absolut großartigen Schrottfilm, der es mehr als verdient hat, diesen hochdotierten Preis mit nach Hause zu nehmen. Und der Gewinner ist …“

Moment mal, Thorsten. Hinter der Bühne geht es drunter und drüber. Die Saucer Men haben sich den Preis von „Flesh Gordon“ geschnappt und feuern wild mit ihren Lasern durch die Gegend.

„Mir egal. Das hier ist meine große Stunde. Der SCHROTTIGSTE STREIFEN ist …“

„Erdlinge, hört her!“

Wer zum Geier spricht da?

„Ich, der Froschmutantenharemskönig. Letztes Jahr habt ihr uns besiegt, aber ich habe gesagt, dass ich wiederkomme. Und ich habe die Saucer Men mitgebracht, die ich zufällig auf meinem Weg mit meiner Rakete durchs Weltall getroffen habe. Ihr habt keine Chance. Ergebt euch.“

„Halt die Fresse, du Arsch.“

„Wer hat das gesagt?“

„Ich, Uwe Boll. Verpiss dich jetzt, damit wir hier fertig werden. Ich will nach Hause.“

„Du wirst nicht nach Hause kommen. Denn ihr werdet alle sterben.“

„Ach ja? Ich denke nicht. Leute, reißt ihnen den Arsch auf.“

Uwe Boll hat scheinbar nichts verlernt. Seine Regieanweisungen werden nach wie vor befolgt. Das ganze Publikum stürmt die Bühne und überrennt Thorsten Trümmer. Er hätte vielleicht nicht vor der Bühne stehen bleiben sollen. Ein unfassbarer Kampf entbrennt. Überall fliegen Laserstrahlen herum. Überall fliegen Stühle herum. Überall fliegen goldene Mülltonnen herum. Und da kommt der Froschmutant mit einer Kettensäge. Das könnte übel enden. Es wird langsam dunkel. Ich schalte mal die Lichtstrahler an.

KNIPS

„Nein, nicht das Licht!“

Der Froschmutant scheint nicht begeistert von dem Licht zu sein. Oh, was ist das?

„Die Saucer Men vertragen kein Licht. Warum, weiß kein Mensch und kein Froschmutant, aber es ist so. Sie sterben.“

Ja, tut mir wirklich leid. Das hatte ich nicht bedacht.

„Und jetzt bin ich ganz alleine.“

Oh oh, die Leute gehen alle auf den Froschmutanten zu. Der Froschmutant lässt die Kettensäge fallen und läuft weg. Und er läuft direkt auf eine Wand von Monstern zu. Der Riesentruthahn, das Penismonster, Big Foot mit seinem Ghettoblaster, der Trottel im Drachenkostüm. Eieiei, ein ganz schönes Blutbad. Von dem Froschmutant ist nicht mehr viel übrig.

„Sind wir dann fertig hier?“

Fast, Uwe. Wir müssen noch den Sieger für den SCHROTTIGSTEN STREIFEN verkünden. Throsten Trümmer wird das vermutlich nicht mehr schaffen. Ich rufe ihm später einen Krankenwagen.

„Also gut. Der SCHROTTIGSTE STREIFEN ist THE GIANT CLAW! Kann ich jetzt nach Hause gehen?“

Ja, natürlich. Oh, der Riesentruthahn hat sich vor Freude Thorsten Trümmer geschnappt und fliegt mit ihm davon. Bin gespannt, ob wir die beiden jemals wieder sehen. Falls es nochmal die Schrott Awards geben wird, stehen die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht. Das wird die Zeit zeigen.

Monatsrückblick – Februar 2018

Der kurze Monat birgt durch seine Kürze auch immer das Problem, dass man weniger gucken kann. Zudem habe ich momentan jede Menge zu tun und so blieben Filme und Serien etwas auf der Strecke. Ein bisschen was habe ich aber natürlich trotzdem in den Player geschoben.

Zur Einstimmung auf den Super Bowl gab es den einzig wahren Football-Film:

LAST BOY SCOUT

Shane Black zementiert ja auch heutzutage immer mal wieder seinen Status als König der Buddy-Action-Komödie. Und dieser Film zeigt mal wieder hervorragend, warum er diesen Titel absolut verdient hat. Denn wo man heute lieber mit dem „Star und sein Sidekick“-Schema um die Ecke kommt, bei der keine Figur über die Rolle des Witzelieferanten hinaus geht, sind die Figuren hier gleichberechtigt in ihrer Schlagfertigkeit, haben einen Charakter und tragen zu gleichen Teilen zum Erfolg ihres „Auftrags“ bei.
Das funktioniert zudem so hervorragend, weil Bruce Willis und Damon Wayans eine fantastische Chemie aufweisen. Eigentlich hätte Wayans am besten nur mit Willis zusammen Filme gedreht, denn ansonsten hat er gar keine Chemie, soweit ich das beurteilen kann. Etwas nervig fällt die Tochter aus, aber auch ein Shane Black ist nun mal nicht fehlerfrei, und er hat mit „The Nice Guys“ dann Jahre später bewiesen, dass er auch so eine Figur durchaus hinkriegt, ohne dass sie nervt.
Man muss natürlich der Zeit entsprechend über Machogehabe und Fettwitze hinwegsehen, aber sowas interessiert mich ohnehin nicht die Bohne.
Also ein rundum gelungener Spaß mit coolen Sprüchen am Fließband und guter Action. Sowas konnte Tony Scott einfach. Im Endeffekt hat er dadurch auch mehr gute Filme gemacht, als sein überbewerteter Bruder.

Auf Netflix gab es im Februar das große Paramount-traut-sich-nicht-mehr-Filme-ins-Kino-zu-bringen-also-kaufen-wir-sie-einfach-von-dem-eierlosen-Pissverein-Schaulaufen. Direkt am Anfang des Monats gab es ganz überraschend:

THE CLOVERFIELD PARADOX

Na, da hat man sich ja meisterhaft alle Türen für tausend weitere Cloverfield-Filme offengehalten, bei denen man jetzt gar nichts mehr erklären muss.

ACHTUNG MINI-SPOILER vom Anfang des Films: Monster und Aliens aus allen Dimensionen und allen Zeiten können zu jeder Zeit und in jeder Dimension die Erde angreifen.

So hat man jetzt natürlich in Zukunft freie Bahn für alles mögliche Gelöt, ohne dass man in der Not wäre, zu viele Überschneidungen bringen zu müssen.
Der Rest des Films ist auch nicht einfallsreicher. Man mischt hier fröhlich alle Versatzstücke vom Space-Horror und lässt die Geschichte recht seicht vor sich hindümpeln. Die Darsteller machen auch nur das Nötigste und niemand sticht wirklich heraus. Hat mich nicht gelangweilt, aber viel mehr fällt mir dazu dann auch irgendwie nicht ein. Kann man mal gucken, wenn man das Cloverfield-Universum, oder wie auch immer man das nennen will, mag. Viel erwarten sollte man aber besser nicht.

In diesem Zusammenhang hatte ich eigentlich noch mit „Annihilation“ auf Netflix gerechnet, aber der kommt jetzt doch erst im März. Und viel mehr zu erwähnen gibt es dann auch nicht dieses Mal. Serien blieben eigentlich komplett auf der Strecke, bis auf ein oder zwei Folgen von … irgendwas. Kann mich selbst nicht mehr erinnern, also kann es so gut nicht gewesen sein. Kann eigentlich nur besser werden im März. Wobei ich auch da sicher nicht mehr Zeit haben werde. Aber mal schauen.

Insgesamt: 6

Rewatches: 1

Schrott: 2