Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: August 2016

Mal aktuell: Lights Out

Wirklich viel gibt es zum heutigen Film gar nicht zu sagen. Schließlich ist es einer dieser typischen Horrorfilme mit einem Monster, das es halt zu erledigen gilt. Aber ein paar Sätze will ich dann doch dazu schreiben.

LIGHTS OUT – USA – 2016 – 81 Min.

Wie wohl mittlerweile jeder weiß, basiert der Film auf einem Kurzfilm des gleichen Regisseurs, der vor 3 Jahren im Netz rauf und runter lief. Die interessanteste Frage für mich war hier eigentlich, ob es gelingt, diese Idee auch über Spielfilmlänge aufrechtzuerhalten.

Das gelingt tatsächlich ganz gut. Etwas Zeit geht natürlich dafür drauf, die übliche Hintergrundgeschichte aufzudecken. Die ist nicht sonderlich originell und führt zudem dann auch noch zum leider recht lahmen Ende. Da fehlte mir zum Schluss einfach noch ein guter Kniff, um mich wirklich vollends von der Geschichte zu überzeugen. Aber gut, von einem Horrorfilm sollte man mehr wohl auch nicht erwarten.

Was der Film ganz gut macht, ist das Spiel mit dem Licht aus/Licht an-Gedanken, auf dem die ganze Idee nun mal beruht. Besonders gut hat mir gefallen, wie das Monster immer wieder verschwindet, wenn ein Schuss aus einer Pistole auf sie abgefeuert wird, weil es ja für den Bruchteil einer Sekunde hell wird. So richtig hat diese ganze Geschichte am Ende aber leider keine Bewandnis mehr. Soll heißen, die Bezwingung des Monsters hängt nicht im Geringsten davon ab, ob es nun hell oder dunkel, oder was auch immer ist.

Was man leider überhaupt nicht macht – und was ich mir hier ehrlich gesagt erwartet hatte – ist mit der Idee zu spielen, ob da überhaupt wirklich ein Monster in der Dunkelheit lauert, oder nicht. In der ersten Szene des Films lässt man diese Herangehensweise mal kurz aufblitzen, wirft das dann aber direkt über Bord. Der Rest sind dann größtenteils Jumpscares. Dazu muss man aber auch sagen, dass sich ein Monster wie dieses halt ohne Jumpscares kaum bis gar nicht umsetzen lässt.

Gruselig wurde es dadurch aber nun mal auch nie so richtig. Echte Horroratmosphäre kommt nie auf.Liegt aber wohl auch daran, dass ich das alles so schon tausend Mal gesehen habe.

Am Ende bleibt halt ein kurzweiliger Horrorschinken, der nicht wirklich schlecht ist, aber leider auch einiges an Potenzial liegen lässt. Kann man sich aber durchaus mal angucken.

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Schrottsommer 2016 – Sommerferienlager

Ich bin ehrlich: Als ich den heutigen Film für den Schrottsommer ausgesucht habe, dachte ich eigentlich, das wäre so eine grottenschlechte Feriencampkomödie mit ein paar Titten, notgeilen Jungs und den üblichen schlechten Witzen. Nachdem ich dann aber den Alternativtitel „Bloody Pom Poms“ gesehen habe – und ich feststellen musste, dass menstruale Aufklärungsfilme doch eher was aus den 70ern waren – dämmerte mir, dass es sich um etwas anderes handeln könnte. Ein Blick auf das Cover des Films unterstrich diese Vermutung, denn Totenkopfcheerleaderinnen sind wohl eher weniger zu schlechten Witzen aufgelegt. Wie sich herausstellte ist es ein grottenschlechter Camp-Slasher mit ein paar Titten, notgeilen Jungs und den üblichen schlechten Witzen. Ist ja auch nicht verkehrt, denke ich. Und mit etwas Glück wird es mal wieder so lächerlich, dass man mehr zu lachen hat, als es bei einer schlechten Ferienlagercomedy jemals der Fall sein könnte.

CHEERLEADER CAMP – USA – Japan – 1988 – 89 Min.

Direkt die erste Szene stellt mal klar, dass das hier total lahme Grütze wird. In einem Traum cheerleadet irgendeine Tussi rum und verkackt alles. Ihre Eltern stehen auf der Tribüne und sind extrem enttäuscht. UNd dann wird die Tuse von ihren Pom Poms angegriffen. Kein Film, der mit einer Traumsequenz anfängt, kann gut werden.

Die Cheerleadertruppe fährt also zum Camp und der fette Timmy hält seinen Arsch aus dem Fenster und steckt dann fest. Wow. Doch ne schlechte Comedy? Ms. Tipton begrüßt sie dann alle und wir erfahren die Namen der Hauptdarsteller. Äh, Alison und noch ein paar andere halt. Letztlich sowieso egal, da sich die Ischen eh alle auf gleiche Weise anzicken.

Timmy bespannt die Tussis beim großen Tittenvergleich und kommt dann als fette Hausfrau verkleidet angelatscht. Die Weiber bedecken schnell ihre Tüten und werfen ihn in den See. Also bisher hat das wirklich mehr von einer grausamen Komödie.

Der Sheriff guckt durch sein Fernglas und wird vom alten Pop angelabert, was zu absolut gar nix führt.

Alison findet Susan mit aufgeschlitzten Pulsadern. Ms. Tipton palavert was von Susans inneren Dämonen und etwas später machen die Mädels aus Trauer eine Kissenschlacht.

Eine schnöde Sache wie ein Selbstmord kann echte Cheerleaderinnen natürlich nicht davon abhalten, den bevorstehenden Contest trotzdem ernster zu nehmen, als alles andere, was jemals irgendwie ernst genommen wurde.

Alison ist nebenbei depressiv, glaube ich. Erst hatte sie am Anfang den komischen Traum und jetzt glaubt sie, dass ihre Visage komplett blutverschmiert ist. Und dann latscht sie durch ein dunkles Lager, um einen Schluck Milch zu trinken und die Leiche von Susan, die im Regal neben der Milch liegt, fällt auf sie drauf. Und dann geht der Oscar an die Leiche, die in ihrer Starre mehr Facetten aufweist, als es die Darstellerin von Alison zu Lebzeiten jemals könnte. Daniel Radcliffe hat sich da sicher einiges abgeschaut.

Ms. Tipton hat ihre Titten rausgeholt um mit dem Sheriff zu vögeln. Timmy guckt sich das natürlich alles an, weils lustig ist, oder so.

Zwischenfazit: Schöne Brüste hier im Film. Nichts übertrieben-aufgepumptes. Wirkt alles sehr echt. So kann es weiter gehen … ach, und der Rest ist lahme Scheiße.

Ms. Tipton hält eine Ansprache über die Würde, die nur Cheerleader aufbringen können. Ich erspare mir an dieser Stelle mal jeden Kommentar. Der Satz spricht wohl für sich. Timmy zeigt dann ein Video von Tiptons Bettabenteuer mit dem Sheriff und alle feiern es derbe ab. Würde und so. Ist klar.

Alison und Brent machen rum, aber Alison hat Migräne, oder so. Im Traum vögeln sie aber trotzdem rum und alle gucken zu. Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ich Traumsequenzen hasse? Dieser Film ist also genau das richtige für mich, wie es scheint.

Alle gehen schwimmen. Und am Ende sind dann doch nur noch Alison und Brent im See und machen rum. Aber Alison hat Migräne, oder so … ich habe ein Deja Vu. Brent haut dann ab. Ich kanns verstehen. Alison hat bestimmt schöne Titten, aber sie weigert sich einfach strikt, diese auch mal rauszuholen.

Theresa oder so ähnlich wird mit einer Heckenschere durch den Nacken abgestochen. Alison hat dann einen Traum, in dem sie Theresa mit ihren Pom Poms aufschlitzt, weil die mit Brent rummacht. Nur so ein Gdanke, Alison: Aber vielleicht hat Theresa Brent mal ihre Möpse gezeigt. Wenn du gleichziehst, hat er keinen Grund mehr fremdzugehen.

Cory, die aus irgendeinem Grund durchgehend im Krokodilkostüm rumlatscht, weckt Alsion, weil gleich der Maskottchenwettbewerb ansteht. Cory rockt die Bude mit ihrem Crocodile Rock Dance und wird dann von Ms. Tipton um den Sieg beschissen, da die einfach das Huhn zum Sieger erklärt. Willkommen in der fantastischen Welt der Cheerleadersommerferienlager. Warum zur Hölle war ich nie da?

Timmy und Brent verkacken dann die einstudierte Nummer, weil Pam (so hieß die Heckenscherenhenne also) fehlt. Ms. Tipton ist nicht erfreut über diese Zirkusnummer. Alison geht mal frische Luft schnappen.

Bonnie wird zur Queen gekürt und es gibt grauenhaften 80er-Jahre-Rock. Live. Von einer grauenhaften 80er-Jahre-Rockband. Und die Leute tanzen dazu. Grauenhaften 80er-Jahre-Tanz. Es ist einfach grauenhaft.

Alison latscht durch den Wald und sucht Pam und Theresa (ich wusste doch, dass es hier eine Theresa gibt). Die findet gerade Pam und schreit. Und schreit. Und schreit. Und dann wird sie von nem Auto überfahren, oder sowas in der Art. Habs nicht gerafft.

Die anderen suchen immer noch nach den beiden. Außer Timmy, der sich zu den grauenhaften Klängen der grauenhaften 80er-Jahre-Rockband mit grauenhaftem Fusel besäuft und eine Tussi abknutscht, die nicht abgeneigt ist. Ms. Tipton macht nebenbei ähnliches.

Ms. Tipton wird im Wald … ich weiß auch nicht … erschossen? Mit einem Bogen? Ich habe keinen Plan. Jedenfalls stolpert sie minutenlang durch den Wald und findet Alison in einer Hütte, wo sie dann endlich zusammenbrechen kann. Ah, sie hat ein Hackebeil im Rücken. Der Mörder ist also ganz eindeutig: HACKEBEIL HARRY! Nee, wartet, der hätte sie mit einem Dildo umgebracht. Müssen wir wohl weiter raten.

Massenpanik bricht aus und alle hauen mit ihren Autos ab. Wisst ihr, das ist doch eigentlich schon der pure Unrealismus. Zu einem echten Cheerleadercamp würde man doch ganzsicher mit einem Bus anreisen. Nur das Alison-Dance-And-Cheer-Team-Of-Desaster bleibt zurück. Weil jemand das Batteriekabel des Vans durchgeschnitten hat. Also beschließt man, die 40 Meilen bis zur Zivilisation zu laufen. 40 Meilen? In was für einem Wald an welchem Arsch der Welt haben die das Camp bitte gebaut?

Die Gruppe trifft auf Pop und hält ihn für den Killer. Also rennen sie zurück. Außer Timmy, der ganz hervorragend in einen Blockbuster dieses Jahrtausends passen würde. Ihr wisst schon, diese Kackfilme, in denen alles zu Bruch geht, tausende von Leuten sterben, aber die Charaktere trotzdem alles mit dämlichen Sprüchen kommentieren und sowieso nicht den Hauch von echten Menschen darstellen. Timmy passt da gut rein, denn während alle anderen um ihr Leben rennen, filmt er sich beim Kacken.

Die anderen finden dann seine Kamera und sehen darauf nicht nur Timmy beim Scheißen, sondern auch, wie der mit einer Axt weggeschnetzelt wird. Brent baut eine geniale Bärenfallenfalle über der Tür zur Hütte, in die der Sheriff latscht, weil er helfen will. Brent läuft also in den Wald und trifft auf Pop, der ihn abknallen will. Aber Cory ist plötzlich ebenfalls bewaffnet und erschießt Pop.

Alison, Brent, Cory und Bonnie sitzen am Lagerfeuer und trinken Tee. Brent will Alison knallen, aber die hat Migräne, oder so.Cory sagt dann, dass Brent der Killer ist, weil … Cory das halt sagt. Ich machs jetzt kurz, das ergibt doch sowieso alles keinen Sinn: Cory drückt Alison den Revolver in die Hand, von dem ich immer noch nicht weiß, wo sie ihn eigentlich her hat. Alison und Cory suchen Brent. Der hat gerade Bonnie gekillt. Also ballert Alison Brent weg und die Bullen kommen dann auch mal vorbei, um die Zeugen zu befragen. Cory hofft, dass Alison sich ihre Träume erfüllen kann und joggt davon.

Alison wird in den Krankenwagen verfrachtet und der Cop fragt, warum sie all die Leute getötet hat. Cory steht auf einem Hügel und cheerleadet rum, während ich mich frage, was mir dieser Film eigentlich vermitteln wollte, außer, dass der Drehbuchautor selbst keine Ahnung hatte, wer denn eigentlich der Killer ist. Gebt mir ein S. Gebt mir ein C. Gebt mir ein H. Gebt mir ein R. Gebt mir ein O. Gebt mir zwei T … Ich kapiere es immer noch nicht ….

Mal aktuell: Ghostbusters

Normalerweise starten meine Beiträge hier im Blog ja mit einer kurzen Einleitung, die oft auch nicht mal wirklich etwas mit dem eigentlichen Thema zu tun hat, dass in dem Blogpost besprochen wird. Ich verliere mich nun mal gerne in geistigem Schwachsinn, der einfach so aus mir heraussprudelt. Der Film, den ich jetzt besprechen werde bietet was das angeht so viele Punkte, über die ich jetzt ewig palavern könnte.

Normalerweise würde ich das nicht tun, da ich in meinem unnötigen Wirrwarr trotz allem versuche, schnell auf den Punkt zu kommen. Aber der Film, den ich jetzt besprechen werde, verlangt einfach danach, erst mal durch den großen Themensalat der Geisteskrankheiten getrieben zu werden, bevor man das eigentliche Machwerk überhaupt bestaunen konnte.

Normalerweise ist es nämlich so, dass die Leute zwar doof sind, sich aber trotz allem noch irgendwo eine Grenze setzen, was das Nach-Außen-Tragen dieser geistigen Beschränktheit betrifft. Der Film, den ich jetzt besprechen werde, bildet da aber eine gewaltige Ausnahme. Denn wenn ich Leute sage, meine ich wirklich ALLE Leute. Von Kritikern, über Pseudo-Fans, bis hin zum Produktionsteam und die Marketingabteilung. Alle haben sich, was diesen Film angeht, verhalten, wie die letzten gehirnamputierten Kindergartenblagen auf Crack.

Und da kann ich dann einfach nicht meine Fresse halten und muss etwas ausführlicher darauf eingehen, wie komplett banane einfach alles ist, was mit diesem Film zu tun hat. (Mal abgesehen vom Film selbst, der wahrscheinlich einfach Müll ist, aber dazu später mehr).

Alles begann damit, dass Bill Murray ein Arschloch ist, und sich mit Harold Ramis verkrachte, als sie zusammen an Groundhog Day arbeiteten. Okay, ihr denkt jetzt sicher: „Ist der Typ irre? Fängt der mit alten Lapalien von vor 30 Jahren an. Lyncht den Affen.“ Aber warter ab, denn das ist nicht ganz unwichtig.

Bill Murray und Harold Ramis, beide Stars der Original-Ghostbusters, hatten sich also verstritten. Und so stand einer weiteren Fortsetzung des Franchises lange Zeit genau dieser Streit im Weg. Murray weigerte sich strikt, einen weiteren Film um die Geisterjäger zu drehen.

Vor allem Dan Aykroyd allerdings versuchte immer wieder, einen weiteren Aufguss voranzutreiben. Wahrscheinlich, weil er merkte, wie seine Karriere den Bach runter ging – und sein Verstand ebenfalls, aber das haben wohl nur Außenstehende gemerkt und er selbst nicht.  Jedenfalls gab es jede Menge, von Aykroyd inszenierte Versuche, das Franchise neu zu beleben. Aber Murray schmetterte alle Versuche ab. Er wollte Partout keinen weiteren Ghostbusters machen. Bis er dann – nach kurzen Flirts mit der Idee eines Animationsfilms, der wohl auch scheiße gewesen wäre – doch zusagte, bei dem Projekt dabei zu sein. Eventuell hatte ihn die Mitwirkung an dem Videospiel wieder auf den Geschmack gebracht. Wie auch immer, er war im Boot und alle Segel waren gesetzt und dann …

… starb Harold Ramis. Und das Projekt mit ihm. Und das natürlich auch zu Recht. Ohne Ramis hätte es einfach keinen Sinn gemacht, eine Fortsetzung zu machen, genau so, wie es zuvor ohne Murray sinnlos gewesen wäre.

Die originalen Geisterjäger waren also raus aus der Nummer. Aber wir wissen alle, wie Produktionsstudios sind. Man hatte das Franchise, mit dem sich jede Menge schnelle Kohle machen lässt, also muss man da einfach was mit anstellen. Und dann kam die Ankündigung: Es kommt ein neuer Ghostbusters! Mit einem rein weiblichen Cast.

Ja, das geht nicht anders. Es müssen Frauen sein. Keine Männer. Kein gemischtes Team – weil das ja sogar fast schon innovativ wäre heutzutage. Nein, Frauen! Und so begann es …

Ein gewaltiger Shitstorm wurde losgetreten, durch die Ankündigung, dass die geliebten Geisterjäger plötzlich weiblich sein sollten. „Das geht ja gar nicht“, dachten sich die schwanzgesteurten Mega-Super-Duper-Fans dieses Franchises, das aus einem guten und einem mittelmäßigen Film bestand, die 30 Jahre alt waren. „Titten können keine Geister fangen“, dachten sich die selbsternannten Experten, die genau verstanden hatten, dass selbstverständlich nur ein Mann Übung darin haben kann, eine Strahlenkanone in der Hand zu halten. Nun ja, kein Wunder, dass diese Leute das dachten, wenn ihr mich fragt.

Damit aber nicht genug, denn diese Hasstirade gegen Frauen lieferte den ebenso kurzsichtigen Machern des Films ein Totschlagargument, wie man noch keines zuvor gesehen hatte.

Generell muss man an dieser Stelle mal sagen, dass dieses ganze Frauenhassargument auch sowas von übertrieben groß gemacht wurde von den Beteiligten, dass man sie alle kastrieren sollte. Was man nämlich hier mal ganz gekonnt übersehen hat, ist die Tatsache, dass die Mehrheit nicht gegen die Frauen war, sondern generell gegen einen neuen Cast. Und ich kann es absolut nachvollziehen. Es gibt nun mal Dinge, die sich nicht so einfach ändern lassen: Sylvester Stallone ist Rocky. Bruce Willis ist John McClane. Harrison Ford ist Indiana Jones. Und das geht nebenbei auch bei den Frauen so weiter: Sigourney Weaver ist Ellen Ripley. Carrie-Anne Moss ist Trinity. Kate Beckinsale ist Selene. Und Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis und Ernie Hudson sind verdammt noch mal die Ghostbusters. Es liegt doch einfach in der Natur der Sache, dass die Fans der Originalfilme erst mal dagegen sind, dass man „ihr“ Franchise eventuell verschandeln könnte, durch irgendeinen Kackfilm, der nur dazu da ist, Knete zu machen. Als Tom Hardy als neuer Mad Max verkündet wurde, waren auch erst mal alle am Kotzen. Da wurde aber auch kein Fass aufgemacht, dass alle Tom-Hardy-feindlich sind. Und am Ende wurde das Ergebnis sogar so heftig gefeiert, dass ich bis heute nicht weiß, ob ich bei dem Film irgendwas nicht verstanden habe. (Obwohl ich ihn wohlgemerkt auch gut fand; mehr aber eben auch nicht). Das aber nur mal so nebenbei. Zurück zum Text:

Eine Zeit lang wurde es sogar verhältnismäßig ruhig um das Thema. Bis dann die ersten Bilder der neuen Ghostbusters veröffentlicht wurden. Wenig konstruktiv wurde kritisiert, dass die Anzüge scheiße aussehen und überhaupt das alles nicht gut rüber kommt. Wie gesagt: wenig konstruktiv. Antwort der Filmemacher angeführt von Paul Feig: „Ihr seid doch alle frauenfeindlich.“

Diese Setfoto-Debatte gab den Startschuss für einen nie dagewesenen Kleinkrieg zwischen völlig kleingeistigen Kasperköppen auf beiden Seiten. Nachdem weitere Bilder und anschließend auch Trailer veröffentlicht wurden, begann die Kritik an dem ganzen durchaus konstruktiver zu werden. Schlechte Gags, schlechter Style, wirkt lieblos etc. Man kennt die üblichen Kritikpunkte ja. Ich selbst habe die ja auch oft genug gebracht, denn was das angeht, stehe ich voll auf der Seite der Kritiker. Ich finde die Trailer unlustig, lieblos, unstylisch, zu bunt, einfach scheiße. Laut Paul Feig bin ich deshalb ein Frauenhasser.

Noch nie habe ich erlebt, dass sich erst Kritiker und anschließend Macher in einer Blase der offenbar völligen Unangreifbarkeit befinden. Egal, welche Kritik dem Film entgegentrat, es wurde alles auf Frauenhass geschoben. Natürlich eine ganz hervorragende Methode, mit Kritik umzugehen. Und sie zeigt mal wieder sehr gut, dass nicht nur die Zuschauer ahnungslose Arschlöcher sind. Nein, die Leute hinter den Filmen haben auch absolut keine Ahnung, was sie da treiben.

So ging es also hin und her. Aus jeder kleinen Scheiße wurde eine Sexismus-Debatte. Und jedem ging das Ganze nur noch tierisch auf die Nerven. Was macht man also als Marketingabteilung des Films? Genau. Man zwingt den Leuten das Thema auf, indem die neuen Ghostbusters einfach überall auftauchen. Quasi genau so nervig wie Deadpool. Und genau so scheiße. Und eigentlich hatte dann überhaupt niemand mehr Bock auf den ganzen Quark und es gab eigentlich nur noch ein leises Aufstöhnen, wenn das Thema aufgebracht wurde.

Paul Feig, der zwischendurch noch kurz alle Nerds als Arschlöcher bezeichnet hat, musste aber als Gottes Geschenk an die Feministinnen dieser Welt immer mal wieder betonen, wie toll sein Film doch geworden ist und das es daran absolut nichts auszusetzen gibt. Er hat also einen perfekten Film gemacht, an dem nichts kritisiert werden darf. Und wer das doch tut, ist ein Frauenhasser und steht direkt auf seiner Abschussliste.

Huiuiui. Zum Glück halte ich mich mit Kritik ja immer vornehm zurück. Da kann mir ja nichts passieren.

Ach kommt, wem mache ich was vor. Bevor ich mich dem eigentlichen Film widme – den ich wohlgemerkt so gut wie möglich abseits dieses ganzen hirnlosen Vorgeplänkels bewerten werde – sage ich schon mal im Voraus:

FICK DIE SCHWANZLOSEN FRAUENHASSER, DIE DEN FILM UNNÖTIG KRITISIEREN!

FICK ALLE, DIE MEINEN, DASS DURCH EIN BESCHISSENES REMAKE IHRE KINDHEIT ZERSTÖRT WIRD!

FICK PAUL FEIG, WEIL ER GENAU SO EIN UNEINSICHTIGES ARSCHLOCH IST, WIE DIE KRITIKER AUCH!

FICK SONY, DIE MAL WIEDER MIT ALLER MACHT EINEN FILM DURCHDRÜCKEN MUSSTEN, NUR UM DAMIT DIE GROßE KNETE ZU MACHEN (WAS NEBENBEI OFFENBAR SCHEITERT IHR FICKER! HA HA HA!)

UND FICK BILL FUCKING MURRAY DAFÜR, DASS ER SO EIN STURES SACKGESICHT IST, DER MIT FRÜHEREM MITWIRKEN AN EINER FORTSETZUNG DIESEN GANZEN SCHEIß HÄTTE VERHINDERN KÖNNEN INDEM ER SICH EINFACH MAL NICHT WIE EIN ARSCH VERHÄLT UND ÜBER SEINEN EIGENEN SCHATTEN SPRINGT!

So genug gefickt. Jetzt will ich Frauen sehen … äh … ihr wisst schon was ich meine:

GHOSTBUSTERS – USA – 2016 – 116 Min.

Beginnen wir mal mit dem Positiven: Die Darsteller. Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Mädels richtig Spaß mit ihren Rollen hatten.  Und auch alle anderen machen ihre Sache gut. Ja, überraschend, nicht wahr? Der Film ist nicht kacke, weil er mit Frauen ist, sondern weil er einfach kacke ist.

Problem ist nur, dass ihnen quasi nichts gegeben wurde, mit dem sie arbeiten können. Die Charaktere sind entweder einfach nervig (McCarthy), stereotyp (Jones) oder halt einfach da, weil sie nun mal da sind (McKinnon und Wiig). Und da haben wir halt auch mal wieder das bekannte Problem. Keine Sau in dem Film hat irgendwelche Eigenschaften, die ihn greifbar machen. Am ehesten wohl noch Leslie Jones, deren Charakter scheinbar viel über die Geschichte von New York weiß. Tolle Sache. Bringt in dem Film nur leider auch absolut gar nix. Man hätte das ja mal sinnvoll einbauen können, aber das würde ja fähige Writer voraussetzen. Oder einen Regisseur mit Gespür für mehr als billige Gags.

Dazu kommt dann natürlich, dass auch kein Mensch in dem Film irgendwie Interesse daran zeigt, was eigentlich abgeht. Niemand nimmt irgendwas ernst. Da wird zum Beispiel beim Konzert der Sänger von einem Geist weggekloppt und fast um die Ecke gebracht, aber seine Bandmitglieder spielen einfach weiter, als gehöre das alles zur Show. Wenn es schon in dem Film kein Schwein intererssiert was passiert, warum soll mich das dann tangieren?

Und da sind wir beim größten Problem, das ebenfalls kein neues ist. Das Writing ist sowas von lahm und nach Schema F und überraschungsarm, dass man eigentlich durchgehend nur da sitzt und innerhalb von einer Hundertstelsekunde tausend Ideen hat, wie man jede Szene besser und lustiger hätte machen können. Dieses grausame hinrotzen von völlig belanglosem Scheiß ist einfach eine absolute Seuche im Blockbusterkino und alleine dafür gehört dieser Film gehasst. Wie jeder andere dieser beschissenen hingeschluderten Pissfilme auch. Nichts hier ist neu oder frisch. Was aber ja auch nicht zu erwarten war. Nachdem aber Feig so große Töne gespuckt hat, dass er keine Kopie des Originals sondern seine eigene Vision der Ghostbusters machen will, frage ich mich, was aus dieser angeblichen Vision geworden ist. Denn  das hier ist nichts weiter als ein schlechter Remix aus den beiden Original-Filmen ohne neue Ideen. Nur eben mit Frauen. Was aber auch völlig egal ist. Ob da jetzt Frauen, Männer, Transvestiten oder tollwütige Orang Utans die Hauptrolle spielen, macht für den Verlauf des Films überhaupt keinen Unterschied.

Und dieses verschenkte Potenzial ist eigentlich das traurigste daran. Man weiß ja mittlerweile, auf was für dünnem Eis sich Remakes bewegen. Immer wird versucht, es den Old-School-Fans recht zu machen, dabei aber etas neues zu erzählen. Hier hatte man die einmalige Situation, dass man auf die alten Fans überhaupt keine Rücksicht hätte nehmen müssen. Egal, wie das Ergebnis ausgesehen hätte, diese Old-School-Fans hätten sowieso alles scheiße gefunden. Trotzdem strotzt der Film nur so vor Verweisen auf die alten Filme und vergisst dabei komplett, irgendwas neues zu machen. Also ist man auf beiden Ebenen gescheitert, anstatt einfach die Chance zu nutzen und etwas komplett neues zu erzählen.

Absolut bemerkenswert war übrigens Bill Murrays Cameo. Noch nie habe ich eine so lustlose Performance gesehen. Wie gesagt, halte ich Bill für ein ziemliches Arschloch. Ich mag aber seine Filme, einfach weil er trotz allem ein guter Darsteller ist. Aber hier merkt man zu jeder Sekunde, dass er einfach nichts mit dieser Sache zu tun haben wollte. Und wer kann es ihm verdenken? Schließlich war gerade er es, der sich 30 Jahre lang gegen eine Fortsetzung gewehrt hat. Und da fragt man sich doch wirklich: Wenn jemand keine Lust hat, warum zwingt man ihn dann MIT ANWÄLTEN!!!!!!! bei dem Müll mitzumachen. Hätte es irgendeinen Unterschied gemacht, wenn Murray nicht im Film gewesen wäre? Eben. Oder mal was ganz intelligentes: Warum nutzt Feig diese Lustlosigkeit nicht dafür, ihm eine Rolle auf den Leib zu schneidern, die dazu passt. Irgendein Selbstmordgefährdeter oder sowas. Aber das würde ja vom Regisseur erfordern, Improvisationstalent an den Tag zu legen.

Und dann haben wir da ja noch die große Sexismusdebatte. Vielleicht sollte mal jemand diesem selbstgefälligen Arschloch Paul Feig sagen, dass Sexismus in beide Richtungen funktioniert. Nicht, dass mich das großartig interessieren würde, aber sollte es jetzt den Hatern den Spiegel vorhalten, dass JEDER Mann in dem Film ein Trottel ist? Angeführt von einem so doofen Charakter (der zudem auch noch Kevin heißt), dass man nicht mal mehr von Parodie oder Satire sprechen kann. Das ist nichts anderes, als weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Darin scheint Paul Feig schließlich ein echter Meister zu sein.

Ihr seht, das Problem mit diesem Film sind nicht die Frauen. Die sind tatsächlich noch das Highlight, da sie einfach mit Spielfreude durch dieses grausam einfallslose Drehbuch springen und das beste aus dem wenigen machen, dass ihnen gegeben wird.

Das Problem sind übrigens auch nicht die CGI-Effekte, die gar nicht so scheiße sind, wie ich nach den Trailern dachte. Gruselig wird es allerdings auch zu keiner Zeit, weil trotzdem alles zu bunt ist. Aber es hätte schlimmer sein können. Nur am Ende übertreibt man es natürlich mal wieder dermaßen mit dem CGI-Overkill, dass ich persönlich nur das kalte Kotzen kriegen kann. Aber das ist nun mal meiner generellen Abneigung gegenüber CGI geschuldet und sicher nicht das größte Problem an dem Film.

Nein, das größte Problem ist ein Mann: PAUL FEIG. Ob ich jetzt mit seiner generellen Art von Humor, oder der des Filmemachens was anfangen kann, sei mal dahingestellt. Dies ist der erste Film, den ich von ihm sehe. Und ich spreche ihm erstens jedes Gespür fürs Geschichtenerzählen und für Atmosphäre ab und zweitens halte ich ihn für ein riesiges Arschloch, dass genau wie die Kritiker, die er die ganze Zeit kritisiert, eine einzige kurzsichtige Meinung hat. Nämlich seine eigene. Und daran lässt er auch nicht kratzen. Und dazu hat er eine unfassbar große Fresse, kann am Ende aber nicht mal ansatzweise was liefern, was dies berechtigt, oder die Kritiker verstummen lassen könnte. Nein, er gibt allen Kritikern mit diesem Film nur neues Futter und bestätigt zudem, dass sie alle recht hatten, dass der Film eben nur ein weiteres komplett überflüssiges Remake von der Stange wird.

Der Film selber ist halt einer dieser lieblos hingeschleimten (pun intended) Blockbuster ohne Herz, die keinen anderen Zweck erfüllen sollen, als den Beteiligten die Taschen mit Geld zu füllen. Das macht ihn aber noch nicht zum schlechtesten Film des Jahres. Den Titel hat sich Independence Day 2 reglich verdient. Ghostbusters sichert sich einen guten zweiten Platz.

Mal aktuell: Independence Day – Wiederkehr

Nun ist es also soweit. Die Fortsetzung auf die niemand gewartet hat ist endlich da. Da ich den ersten Teil nach wie vor für ungewöhnlich unterhaltsam halte und Roland Emmerich bei mir irgendwie immer funktioniert, mit seinen Abrissfilmen, musste ich mir das doch mal genauer angucken. Ohne Erwartungen war ich also in:

INDEPENDENCE DAY: RESURGENCE – USA – 2016 – 120 Min.

Und was soll ich sagen: Was war das für eine langweilige Grütze!

Fangen wir mal mit der „Story“ an. Da war natürlich schon der Vorgänger kein Exemplar von unfassbarer Kreativität. Was macht man also? Genau: Man erzählt einfach genau die gleiche unkreative Scheiße noch mal. Nun ja, und irgendwo in diesem Gewühl von Szenen, die man quasi genau so auch schon im ersten Film gesehen hat, gibt es dann eben noch ein paar „neue“ Ideen, die sich in Innovationslosigkeit in der selben Reihe anstellen.

Nun könnten es natürlich die Charaktere retten, aber die sind auch nur Abziehbilder und so dermaßen langweilig und uninteressant, dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, warum mich überhaupt tangieren soll, ob die jetzt ihren Arsch retten, oder eben nicht. Nicht mal die Charaktere, die aus Teil 1 wieder dabei sind, können auch nur ansatzweise irgendwas dazu beitragen, dass man hier mitfiebert. Dazu sind einfach alle Beteiligten zu egal. Humor sucht man nebenbei auch vergeblich. Während es im Erstling zumindest noch ein paar coole Sprüche gab, die das ganze etwas auflockern, findet man hier einen Rohrkrepierer nach dem anderen.

Aber vielleicht können es ja die Effekte retten. Im ersten Teil hat man ja damals die Städte nachgebaut, um diese dann richtig abzufackeln. Und man, war das geil oder was? Was haben wir hier? Hingeschludertes CGI war ja zu erwarten, aber hier ist mal wieder gar nichts echt. Die Darsteller hüpfen vor GreenScreens rum, was sowas von offensichtlich ist, dass man sich fragt, ob wir mittlerweile den Punkt erreicht haben, wo es den Filmemachern einfach scheißegal geworden ist, ob ihre Kackfilme noch zumindest ansatzweise realistisch aussehen. Vom Aussehen der grauenhaften CGI-Alienkönigin fange ich besser gar nicht erst an.

Zum Schluss gibt es dann natürlich noch den Verweis auf den nächsten Teil. Dann mit noch mehr Scheißeffekten. Und noch mehr lahmen Arschlöchern. Und noch uninspirierter, als alles, was wir bisher gesehen haben. Wuhu!

Tja, ich habe nichts erwartet und habe noch weniger gekriegt. Reife Leistung. Schade, denn ich hätte durchaus mal wieder Lust auf einen dummen, aber unterhaltsamen Blockbuster mit viel Getöse gehabt. So macht das aber überhaupt keinen Spaß. Der Eintrag hier im Blog wird sicher irgendwann folgen.