Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: November 2017

Zwillingsbarbarerei im Zwist um juwelische Schmuckstücke

Machen wir uns nichts vor: Wenn ein verrückter Wissenschaftler zu uns käme, der eine Zeitmaschine entwickelt hat, und durch die Zeit zurückreisen will, um alle Filmproduktionen zu zerstören, aber wir können ein Land in einem Jahrzehnt beschützen, es ist ziemlich klar, welches das wäre, nicht wahr? Genau: Italienische (Co-)Produktionen der 80er. Mann, was haben die einen grandiosen Scheiß produziert. Ohne Rücksicht auf Verluste. Egal ob Horror, Post-Apokalypsen, Giallos, hirnlose Kannibalenstreifen, Bud Spencer und Terence Hill, alles was ein gutes Filmjahrzehnt braucht, kommt aus Italien in den 80ern. Und natürlich auch Fantasy vom Feinsten. Und darum geht es heute. Spaß und Spannung sind garantiert, denn hier kommen:

THE BARBARIANS – DIE BARBAREN – ITALIEN – USA – 1987 – 87 Min.

Es dürfte wirklich schwierig sein, ein Jahrzehnt zu finden, in dem so unpassende Musik für Filme ausgewählt wurde, wie in den 80ern. Wer kam bitte auf die Idee, dieses komische Pop-Trance-Gedudel für einen Barbarenfilm zu verwenden? Ach ja, es ist ein Cannon Film und die hatten eben nur drei Songs für alle ihre Filme zur Verfügung. Nevermind.

Zur Vorgeschichte: Es gibt da einen magischen Stein, einen Rubin um genau zu sein, der von Rednecks (so heißen hier offenbar umherziehende Unterhalter aka der Zirkus) besessen wurde, die dann zwei Jungs und ein Mädel bei sich aufnahmen. Und der Stein wurde von Generation zu Generation weitergegeben, bis eine Königin in den Besitz des Steins kam und da sind wir jetzt und sie sind immer noch vom Zirkus. Nur die Wiesen sind grüner. Und die Barbaren sind hässlicher als jemals zuvor. Zumindest gehe ich da stark von aus, denn es ist unmöglich, dass jemals etwas hässlicheres existiert hat, als diese Barbaren.

Diese hässlichen Barbaren verfolgen zu epischer Musik, die tatsächlich zur Szene und zum Setting passt, den Wanderzirkus und eine Verfolgungsjagd ungeahnten Ausmaßes entbrennt auf weiter freier Steppe. Ich gehe jetzt mal nicht auf die grandiosen Kampfszenen mit Messern und Äxten während dieser Verfolgungsjagd ein, da keine Worte in meinem Duden dieser Dramatik und actiongeladene Epicness gerecht werden können. Die Barbaren sind nebenbei nicht nur hässlich, sondern auch völlig unfähig. Und so verrecken erstmal ungefähr 3000 von ihnen. Aber wen wunderts auch, wenn der Zirkus doch grandiose Kämpfer wie den Feuerspucker hat, der einfach sinnlos Feuer in der Gegend rumspuckt ohne auch nur eine Fliege zu treffen. Er ist quasi der Vorreiter zu dem sinnlosen Gitarrenfatzken in „Mad Max: Fury Road“. Das Zirkusvolk entkommt also mit ihren Planwagen in den Canyon, aber am großen Penisfelsen lauert ein barbarischer Hinterhalt und auch wenn die Königin noch versucht zu verhandeln, indem sie darauf hinweist, dass sie doch nur Jonglierer und Geschichtenerzähler sind, ist der Tot aller Schausteller an dieser Stelle gewiss. Alle, außer einem, den die Königin schlauerweise zuvor weggeschickt hatte. Vermutlich mit dem magischen Stein, weil ansonsten hätte das ja keinen Sinn. Der sollte sicher keine Brötchen holen gehen.

Die Königin konnte immerhin erreichen, dass die Zirkuswanderer am Leben bleiben und einfach als Sklaven gehalten werden. Ein voller Erfolg in Sachen Verhandlungsgeschick, würde ich sagen. Und dafür musste sie dem Anführer nur versprechen, alles zu tun, was er will. Nun, der Anführer ist auch nur ein Mann und konnte das Angebot natürlich unmöglich ablehnen. Er arbeitet zusammen mit Dreadlockia aus der dunklen Höhle und ihrer Armee von Einhörnern. Und wenn ich Einhörner sage, meine ich selbstverständlich glatzköpfige Typen, die ein Stirnband mit einem Horn vorne dran tragen. Dreadlockia hat jedenfalls magische Kräfte und weiter interessiert uns das hier erstmal nicht.

Die Zeit vergeht und die Zirkusfritzen werden zu Barbaren erzogen,weil man das eben so macht, während die Königin in einem Käfig gehalten wird. Die beiden jungen Zirkusbarbaren werden gespielt von David Paul und Peter Paul. Mary hatte leider keine Zeit. Sie müssen dann gegeneinander kämpfen und verbünden sich dabei, um die Flucht zu ergreifen. Im Wald treffen sie auf einen Indianderstamm oder sowas. Völkerbeschreibung ist nicht die Stärke des Drehbuchs. Und dann versucht der Film auch noch witzig zu sein, was ich an dieser Stelle mal lasse. Jedenfalls sind sie scheinbar die Typen, auf die der Indianerstamm schon lange gewartet hat. Keine Ahnung warum, sie sind eben die Auserwählten, oder sowas.

In der Nacktbar um die Ecke will man sich Waffen beim hiesigen Händler aus Russland besorgen. Und das macht man am besten mit Armdrücken und anschließender Kneipenwemserei. Nach langem hin und her durch Kneipen, Lager und Höhlen gelangen die beiden Barbarenbrüder direkt zum geheimen Frauenlager des Oberschurken Kadar, wo Königin Canary immer noch im Käfig sitzt. Irgendwo ist da doch ein Gag versteckt, den ich nicht verstehe, oder?

Jedenfalls schickt Canary die beiden zum Grab des alten Königs, da sie da die Waffen finden werden, die sie für ihre Rettung benötigen. Hinter einem Wasserfall finden sie eine geheime Höhle, hinter der wohl die geheimen Waffen im geheimen Grab des Königs liegen. Ihre weibliche Begleitung rafft es auch nicht, warum also sollte ich es …

Die Königin wird unterdessen von Michael „Unicorn“ Berryman gepeitscht, bis sie verrät, wo der Rubin ist. Haben die das jetzt jahrelang so gemacht und ausgerechnet heute verrät sie dann mal so nebenbei, wo das Teil ist, das der böse Kadar unbedingt haben will? Kommt mir doch arg seltsam vor. Offensichtlich hatte der Autor einfach keine Ideen mehr und wollte langsam mal zum Ende kommen. Was eine ganz gute Idee ist, wenn man mich fragt, denn langsam wirds doch langweilig.

In der Höhle greift eine Hand das Mädchen an, aber die beiden Barbaren können sie natürlich retten. An anderer Stelle holt sich Dreadlockia den Rubin und Einhornman kreischt laut, als ein Monster angreift, dass der Special Effects Abteilung sicher alles Können abverlangt hat. Und das Können war ohnehin schon begrenzt, muss man sagen. Vermutlich hat man das Monster deshalb auch einfach wieder gestrichen und lässt jetzt die Barbaren in Goldrüstung antanzen, um gegen die verbliebenen Streitkräfte von Dreadlockia zu kämpfen. Ach nee, da ist das Monster doch wieder. Sieht aus wie Gumby in Schlangenform, nachdem man ihm die Haut abgezogen und ihn gegrillt hat. Also gute Arbeit hier von allen Beteiligten. Natürlich machen die Barbaren das Vieh platt und finden Dreadlockia tot in der Höhle. Und haben so den Rubin. Das war jetzt halt schon etwas einfach, oder?

Ich muss hier mal kurz auf die Dialoge eingehen, die die beiden Brüder miteinander führen. Sie sind einfach nur grausam. In diesem Moment streiten sie sich um den Rubin und machen sich gegenseitig den Vorwurf, ihn in der Höhle vergessen zu haben, während sie das Monster killten. Ihre Begleitung steht die ganze Zeit mit dem Rubin in der Hand daneben, was die Sache nur noch lächerlicher macht. Humor ist nun wirklich nicht die Stärke des Drehbuchs. Falls ich die Stärke finde, lasse ich es euch übrigens wissen.

Königin Canary zaubert etwas rum im Wald um Kadar zu verarschen, aber irgendwie bringts das nicht so richtig und er sticht sie ab. Warum hocken die überhaupt in dem Wald rum? Erklärungen sind nicht die Stärke des Drehbuchs, aber lassen wir das. Apropos Erklärungen, mit dem Rubin findet der Indianerhäuptling heraus, dass man eine neue Königin bestimmen kann und zwar scheinbar, indem man ihr den Rubin in den Bauchnabel steckt. Wenn er hängen bleibt, ist man die Königin. Überraschung: Es ist das Mädchen, dass die ganze Zeit mit den Barbaren unterwegs war. Und die absolut keinen Bock hat, Königin zu sein. Obwohl dann doch und sie zeigt noch schnell ihr Tattoo im Nacken, wodurch sich herausstellt, dass sie Kara ist, was bei allen Anwesenden zu Jubelstürmen und bei mir zu einem desinteressierten Schulterzucken führt, da ich keine Ahnung habe, wer zum Geier Kara ist.

Im Canyon kommt es zum großen Showdown zwischen Kadar und den beiden Barbaren. Irgendwie unfair wenn man mich fragt. Zwei gegen Einen. Immerhin sitzt Kadar auf einem Pferd und hat sein Megablendungsschild dabei, dass die Special Effects Abteilung scheinbar endgültig in den Wahnsinn getrieben hat. Hilft ihm aber natürlich alles nicht und die Barbaren spießen ihn mit ihren Goldschwertern auf.

Zusammen mit der neuen Königin Kara reisen die beiden Barbaren anschließend wanderzirkusmäßig durch die Gegend und streiten sich wie kleine Kinder bis der Abspann kommt. Und die Frage bleibt, wer denn jetzt eigentlich wirklich die Barbaren in diesem Film waren. Definitionen sind nicht die Stärken des Drehbuchs. Ich gehe Barbarpapa gucken …

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Media Monday #333

Damit habt ihr jetzt nicht gerechnet, was? Der Filmschrottfritze macht mal wieder beim Media Monday mit. Aber gewöhnt euch nicht dran. Ich konnte nur einfach der Zahl nicht widerstehen. 333. Das ist die halbe Nummer des Teufels. Da muss ich halt als bekennender Satanist einfach mitmachen. Okay, ich bin natürlich kein Satanist. Was aber in erster Linie daran liegt, dass ich absolut keinen Bock habe, mir nachts nochmal ne Hose anzuziehen, um dann auf dem Friedhof eine Jungfrau zu schlachten und ihr Blut zu trinken. Also auf zur 333. Schnaps für alle. Und nen Halben für den Teufel.

1. Jetzt, wo die Tage kürzer werden und es draußen zusehends ungemütlicher wird werden die Arbeitstage gefühlt um so länger. Bei dem Kackwetter hab ich erstens absolut keinen Bock überhaupt vor die Tür zu gehen und da ich in einer Firma arbeite, die genau so gut als Kühlkammer für den Metzger herhalten könnte, wird es wieder so richtig scheiße da, die nächsten 3-4 Monate. Aber irgendwie muss ich ja die ganzen Schrottfilme finanzieren, die ich hier bespreche. Also muss ich mich wohl auch morgen wieder aufraffen.

2. Fast jeder Horrorfilm (vor allem die modernen) bedient ja wirklich so ziemlich jedes Klischee, das jemals in einem Horrorfilm angewandt wurde. Mich langweilt das ja immer mehr. Um so trauriger ist es dann, wenn Filme, die mal eine etwas andere Richtung einschlagen nicht wirklich den Erfolg haben, den sie verdienen. Interessant ist es natürlich, wenn die Macher mit genau diesen Klischees spielen, aber auch das kommt viel zu selten vor, weil die Filmemacher heutzutage eigentlich ohnehin nur noch Standardware abliefern. Die Filmwelt versauert zunehmend im Einheitsbrei. Deshalb habe ich mir vorgenommen, diesen Monat mal wieder ein paar ältere Streifen nachzuholen. Was daraus wird, wird man sehen. Vermutlich gar nix. Denn im Pläne schmieden bin ich gut. Im Umsetzen nicht so.

3. Dieser Hype um das staffelweise „Verschlingen“ von Serien, auch als Binge Watching bekannt hat sich nie so recht auf mich übertragen. Ich bin eher Verfechter der Wochenrythmus und selbst bei Serien auf DVD oder per VoD halte ich das meist ein. Ausnahmen sind Comedys und Serien, die mich eh nur geringfügig interessieren wie „Stranger Things“, die ich dann so nebenbei laufen lasse, während ich schreibe.

4. Fast gar nicht mehr heute ist in meinen Augen so erfrischend anders, da wie schon angesprochen alles nur noch dem Schema F folgt. Ich warte geduldig auf einen Umschwung, oder suche nach den verborgenen Perlen, die es hin und wieder mal gibt, nach denen man aber eben erstmal suchen muss.

5. Ich glaube ja nicht, dass ich mich noch einmal für Disney als Konzern werde erwärmen können, denn wenn man mich fragt, ist dieser Verein der geldgeilste Pissladen, der in Hollywood existiert. Und das will nun wirklich was heißen, denn die Messlatte ist sehr niedrig. Mit ihren Methoden, den Kinos irgendwelche Auflagen aufzudrücken und ihnen die Einnahmen bewusst zu kürzen, werden sie über kurz oder lang für das Aussterben des Privatkinos sorgen und das kann ich (auch wenn ich nicht mehr ins Kino gehe) einfach nicht gutheißen und schon gar nicht unterstützen. Nun haben sie ja im Falle von „Star Wars Episode VIII – The Last Jedi“ mal wieder so richtig über die Stränge geschlagen, mit einer Gewinnbeteiligung von 65%, was fast 20% mehr sind als üblich. Damit aber nicht genug, denn als Auflage muss ihr Kackfilm auch noch 4 Wochen lang im größten Saal laufen, scheißegal, ob den Film noch jemand guckt oder nicht. Nun mag das natürlich für die großen Ketten nicht unbedingt ein Problem darstellen. Ihren Gewinn machen die eh vorwiegend durch ihren überteuerten Fresskram und wenn man 20 Säle hat, kann man da eben auch mal einen für etwas längere Zeit reservieren. Das kleine Kino um die Ecke mit 2 Sälen kann sich das aber keinesfalls leisten. Also können sie wählen: Entweder den Film nicht zeigen und das wahrscheinliche Risiko eingehen, dass die Leute nicht kommen, weil sie eben genau diesen Film sehen wollen. Oder den Film ins Programm nehmen und das wahrscheinliche Risiko eingehen, dass nach spätestens 2 Wochen der Film ohne Publikum läuft, aber eben den Saal belegt, in dem man dann keinen anderen Film zeigen kann. Disney zerstört die kleinen Kinos mit ihrem geldgeilen Scheiß und man sollte den Pissern nicht mehr einen verfickten Cent geben.

Aber natürlich ist das ein Kampf gegen Windmühlen, denn wo Disney ist, sind eben auch die Heuchler nicht weit. Erst kotzen alle rum, dass sie den Kinos diese Auflagen aufdrücken. „Buh, Disney!“ „So ein Bullshit, Disney!“ „Boykottiert Disney!“ Und dann geraten alle in Jubelstürme, weil Disney 21st Century Fox kaufen und dadurch seine Macht noch vergrößern will, damit sie demnächst quasi alle Auflagen durchdrücken können, die sie wollen, weil die Konkurrenz nicht mehr vorhanden ist. „Geil! Disney will Fox kaufen. Die X-Men im Marvel Universum!“ „Disney und Fox wäre der Hammer. Endlich kann man alle Marvelhelden zusammenführen!“ „Disney und Fox? Ich gehe dreimal onanieren. Hoffentlich werde ich nicht blind davon, damit ich dann die grandiosen Scheißfilme noch alle gucken kann!“.

Nun, ich sage „Fick Disney!“ und hoffe, dass die Arschgeigen den Bach runter gehen. Wird natürlich nicht passieren, aber ficken können sie sich trotzdem und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Laden einfach irgendwann mit allen Entscheidungsträgern drin abfackelt.

6. So mancher Film aus den 80ern ist so abgedreht, dass es kaum verwundert, dass es nie ein geileres Filmjahrzehnt gab und geben wird. Damals hat man halt nicht lange überlegt, sondern gemacht. Scheißegal, wie bescheuert die Idee war, sie wurde umgesetzt. Das muss natürlich nicht immer gut sein, aber man war kreativ und hatte positiv einen an der Murmel. Also das genaue Gegenteil von heute.

7. Zuletzt habe ich mir fürs Wochenende viel Schreibarbeit vorgenommen und das war wie üblich überflüssig, weil ich wie üblich kaum was davon geschafft habe. Der nächste Plan ist jetzt, den ganzen Dezember alles andere hinten anzustellen, damit ich mal so richtig was getan kriege. Also wenig Filme und Serien im Dezember und dafür viel Schreiben. Gerade durch die Feiertage bietet sich das an, da ich da ja eh zuhause rumhänge, während alle anderen beschissene Lieder trällern und sich mit Glühwein besaufen. Wird sicher ein voller Erfolg, dieses Vorhaben. Denn ihr wisst ja: Im Pläne schmieden bin ich gut. Im Umsetzen nicht so.

 

Wunschschrott – Ziemlich beste Freunde

Okay, das hier wird interessant. Ende letzten Jahres hatte ich euch gefragt, welche Filme ihr gerne auf dem Filmschrottplatz verewigt sehen wollt. Ohne irgendwelche Beschränkungen. Und somit gibt es heute einen Film, den ich persönlich eigentlich ganz gut finde. Okay, eigentlich trifft das auf ungefähr 90% der hier vertretenen Filme zu. Aber dieser Fall ist dann doch etwas speziell, denn er gilt auch allgemein als guter Streifen. Und wenn die Allgemeinheit und ich uns mal einig sind, dann muss da ja mal wirklich was dran sein. Oder wir irren uns einfach alle. Jedenfalls stelle ich mich hier erstmals der Herausforderung, einen Film auf den Schrottplatz aufzunehmen, an dem ich eigentlich nicht mal auf ironische Weise etwas Schlechtes sehe. Ich habe halt einfach was übrig für diese Streifen, die das Leben feiern. Vermutlich, weil das Leben als Filmschrottplatzbetreiber selbst so kacke ist. Also schauen wir mal, was das hier gibt.

INTOUCHABLES – ZIEMLICH BESTE FREUNDE – Frankreich – 2011 – 112 Min.

Gewünscht von: Aktion Morgenluft

Okay, okay, okay, ich kann dem Film doch direkt etwas vorwerfen. Er beginnt nicht am Anfang. Ich hasse ja mittlerweile dieses komplett ausgelutschte „Mitten im Film anfangen und dann an den Anfang springen, um zu zeigen, wie wir dorthin gekommen sind“. Bleh. In diesem Fall flüchtet Omar Sy zusammen mit Philippe vor den Bullen. Als er dann angehalten wird, täuscht Philippe einen orgasmischen Anfall vor, damit sie weiter fahren können und werden dann zum Krankenhaus eskortiert.

Musste man wirklich „Earth, Wind & Fire“ über die Credits packen? Der Film spielt ja nicht in den 70ern. Und in die Disco gehen die auch nie. Warum also nicht was modernes an Musik einbauen? „Atemlos durch die Nacht“ oder so.

Zack und da sind wir am Anfang des Films. Omar und irgendwelche anderen Lackaffen bewerben sich um den Job, dem komplett gelähmten Philippe den Arsch abwischen zu dürfen. Okay, um genau zu sein, bewerben sich alle, außer Omar, der eigentlich gar keinen Bock auf den ganzen Quark hat und nur eine Unterschrift fürs Arbeitsamt haben will. Aus irgendeinem Grund entsteht daraus eine Diskussion über „Kool & The Gang“, „Earth, Wind & Fire“ und Zuul aus dem ersten „Ghostbusters“ Film. Ich frage mich, wer von den beiden Honks hier der Schlüsselmeister und wer der Torwächter ist …

Ich mag Pianomusik in Filmen. Wollte ich nur mal so erwähnt haben, weil Omar gerade eh nur durch die Gegend latscht.

Zuhause herrscht das reinste Chaos. Omar, dessen Namen man im Film nebenbei noch nicht erfahren hat, aber er heißt Driss, also übernehme ich das jetzt mal, lebt zusammen mit seinen tausend Geschwistern. Scheinbar war er ein halbes Jahr weg und jetzt ist Mama echt angepisst. Sie hat keine Hoffnung mehr für Driss und schmeißt ihn raus. So viel dazu. Ich glaube, im Großen und Ganzen war es das mit der Familie hier in diesem Film. Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.

Weil er zuhause rausgeflogen ist, nimmt Driss dann doch den Job bei Philippe an, da der quasi mit eigener Wohnung kommt. Anfangs stellt er sich natürlich etwas dämlich an und beim „Arschausleeren“ zieht er dann doch mal die Grenze. Ich kann es nachvollziehen. In einer der üblichen Collagen wird dann beleuchtet, wie die beiden sich langsam anfreunden.

Nachdem Driss den Nachbarn, der immer die Einfahrt zuparkt, mal kurz durch die Mangel gedreht hat und seine Expertise zu einem Kunstwerk abgegeben hat, stellt Philippe fest, dass Driss genau der richtige Mann für den Job ist. Fragt mich nicht warum. Scheinbar hat Philippe einen Haufen aufgestauter Aggression, die er versucht, durch Schläger-Driss zu kompensieren.

Während Driss sich an die Sekretärin ranschmeißt, wird Philippe über die kriminelle Vergangenheit seines neuen Pflegers aufgeklärt. Ich zitiere: „Es ist mir scheißegal.“ Guter Mann. Er erklärt noch kurz, dass er Driss mag, weil der ihn nicht bemitleidet. Da haben wir dann auch schon mal die Aussage des Films: Behandele alle wie Menschen, egal wie behindert sie sind. Das gilt auch für die Nachbarin, die jeden Morgen besoffen in den Hausflur kotzt und den Typen von gegenüber, der Rattenscheiße in Plastiktüten sammelt. Eine gute Message, finde ich. Auch wenn ich den Teil mit der Alkoholikerin und dem Rattenscheißemann erfunden habe.

Philippe vertreibt seine Zeit mit Brieffreundschaften mit irgendwelchen Frauen. Bei einem nächtlichen Ausflug erklärt Philippe, wie er Sex mit seinen Ohren hat und kifft sich einen mit Driss rein. Anschließend erzählt er seine Lebensgeschichte mit Frau und Fehlgeburten und toter Frau und Paraglidingunfall, der ihn in den Rollstuhl gebracht hat.

Neuigkeiten: Es kam noch nie eine Miss Frankreich aus Dünkirchen. Driss hat wirklich die absolut wichtigen Infos am Start.

Driss in der Oper ist ungefähr das, was ich auch in der Oper wäre. Die Scheiße kann man einfach nicht ernst nehmen. Außer natürlich in „The 5th Element“, aber da opert auch eine blaue Alientussi rum, die aus der Nähe von Pandora kommt. Und der Krampf geht 4 Stunden. Wie zur Hölle hält irgendjemand das durch?

Driss kriegt sich mit Philippes Tochter in die Köppe. Philippe will mit seiner Tochter reden und nutzt Driss‘ Worte, um ihr die Leviten zu lesen. Apropos Lesen: Driss malt jetzt. Kunst. Und es gibt die nächste aneinandergereihte Collage mit Rollstuhlpimping und Ohrenmassagen,

Den üblichen Beziehungsquark mit Herzensbruch der Tochter und so weiter lasse ich mal außen vor und genieße lieber das große Klassische Musik Medley. Ganz ehrlich, teilweise ist klassische Musik ja einfach nur die pure Epikness. Aber teils auch einfach nur einschläfernd ohne Ende. Aber alles davon ist besser, als die grauenhafte Disco-Dudel-Kacke, die Driss dann anmacht.

Ein bisschen Blah und Bleh und Blub und dann wird Philippe von seiner Brieffreundin versetzt und Driss guckt traurig seiner Mutter beim Fensterputzen zu und dann gehen sie zusammen Paragliden.

Nachdem Driss dann Besuch von seinem Bruder kriegt, der in Schwierigkeiten steckt, ist Philippe der Meinung, dass es reicht und er sich besser um seine Familie kümmern sollte. Okay, die Spannung steigt: Wie kommt es jetzt noch zu der unglaublichen Verfolgungsjagd mit den Cops? Ich kann es kaum erwarten …

Es sollte klar sein, was als nächstes kommt. Philippe findet seine neuen Pfleger alle kacke und Driss wurschtelt halt rum. Irgendjemand ruft dann aus irgendeinem Grund irgendwie bei Driss an, der dann auch irgendwann kommt und irgendwas passiert dann, damit wir bei der Verfolgungsjagd ankommen. Und der absolute Knaller ist: Keine Sau weiß, was! Also nur, um das mal kurz auseinanderzudröseln: Der Film beginnt mit einer Szene aus der Mitte des Films, springt dann zurück, um uns zu zeigen, wie es zu dieser Szene kam und zeigt uns dann einen absoluten Scheiß. Wow. Das nenne ich mal konsequent durchdachtes Writing.

Nun ja, dann sitzt man halt am Meer rum und hat noch etwas Spaß mit Philippes Bart, bevor Driss Philippe in ein Date mit seiner Brieffreundin zwingt. Philippe hat später geheiratet und zwei Kinder gekriegt. Und Driss ging in seinem schwarzen Kapuzensweater den Strand entlang, als wäre er der Tod persönlich auf Urlaub. Ich weiß nicht, ob er das für den Rest seines Lebens gemacht hat, aber mehr erfährt man halt nicht.

Puh, Herausforderung bewältigt, würde ich sagen. Ich kann nicht anders, ich mag den Film immer noch. Aber da mir euer Wunsch Befehl ist, ist er jetzt halt hier auf dem Filmschrottplatz verewigt. Ich gehe aus Spaß vor den Bullen flüchten …

Monatsrückblick – Oktober 2017

Der Oktober steht ja traditionell ganz im Zeichen des Horror. Ganz vorne steht dabei natürlich der Horrorctober mit 13 möglichst schlechten Vertretern des Genres. Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht (auch wenn beim Horror oft die Dunkelheit im Vordergrund steht). Deshalb habe ich natürlich auch ein paar bessere Filme geguckt.

Direkt zu Beginn des Monats gab es einen Streifen, den ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben habe:

EL LABERINTO DEL FAUNO – PANS LABYRINTH

Wenn die Leute Guillermo del Toro als großen Regisseur abfeiern kann ich ja immer nur mit den Schultern zucken und ein „joa, ist ganz gut“ rausknirschen. Das liegt in erster Linie daran, dass ich sein gesamtes Werk bisher nicht betrachtet habe. Ich kenne „Blade II“, der halt okay ist, ich kenne „Hellboy“, der mir ziemlich gut gefallen hat, ich kenne „Pacific Rim“, den ich zum einpennen langweilig fand und das wars dann auch schon. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir bisher nicht gerade seine besten Streifen ausgesucht habe, um mir ein Bild von seinen Fähigkeiten zu machen. Oder es liegt wieder mal daran, dass die Leute alles und jeden abfeiern und ich das nur in seltenen Fällen nachvollziehen kann.

Also habe ich mich mal an diesen Streifen hier gewagt, weil mich die Geschichte ansprach und der Stil auf den Bildern, die ich so gesehen hatte, mir auch sehr zusagten. Und was soll ich sagen. Der Film ist einfach nur wunderbar fantasievoll und düster und erzählt seine Geschichte durchgehend hervorragend, mit gelungenen Charakteren und einer noch besser gelungenen Welt. Genau das macht ein modernes Gruselmärchen aus. Und genau das ist es, was es heutzutage viel zu selten gibt. Zwischendurch hätte man zwar auch noch mehr auf praktische Effekte zurückgreifen können, was einfach besser ins Gesamtbild gepasst hätte, aber da drücke ich mal ein Auge zu. Immerhin sind die Kostüme grandios und da kann man dann auch mal darüber wegsehen, wenn eine Explosion mal nicht echt ist.

Der Film macht mich zwar nicht automatisch zum Guillermo-Fan, aber ich kann zumindest besser verstehen, warum er so hochgelobt wird.

Dann hab ich mal eine alte Reihe wieder ausgegraben:

FINAL DESTINATION

Als dieser Film rauskam, war er für mich eine kleine Offenbarung, da er sich schon sehr von den damals üblichen Teenie-Slashern abhebt und eine frische Idee ins Genre brachte. Und auch heute hat er nicht viel von seinem Reiz für mich verloren. Ich mag die Idee und diese „Der Tod lauert an jeder Ecke“-Atmosphäre kommt ziemlich gut rüber.
Über kleinere Schwächen muss ich aber auch heute noch hinwegsehen. Die Darsteller bewegen sich irgendwo zwischen ganz gut und völlig überfordert. Vor allem Hauptdarsteller Sawa kann ich so gar nix abgewinnen. Die Dialoge sind zum Teil auch eher dämlich als alles andere. Meine Hassszene war zudem schon immer der Tod von Todd, da hier die Regeln des Films komplett gebrochen werden, nur damit es wie ein Selbstmord aussieht. Das hätte man auch anders lösen können. Und gegen Ende wird es dann doch ein bisschen zu … ich sage mal „überproduziert“.
Trotzdem macht der Film immer noch Spaß und einiges richtig und ist doch recht gut gealtert, was man längst nicht über alle Vertreter aus dieser Zeit behaupten kann.

FINAL DESTINATION 2

Teil 1 in grün. Macht noch Spaß, aber man weiß natürlich ganz genau, was einen erwartet. Das übliche Horrorfortsetzungsschema. Gleiche Story, zusammengeschusterte „Weiterentwicklung“ der Idee, härtere Kills, wohlgemerkt mit ein paar netten Einfällen, bei denen man merkt, dass die Autoren vor allem daran ihren Spaß hatten, sich diese Kettenreaktionen auszudenken.
Immerhin hat man hier auch noch eine Verbindung zum Vorgänger, die den weiteren Teilen dann völlig fehlt. Trotzdem fand ich schon vor 14 Jahren, dass der Film einfach viel zu sehr den ersten Teil kopiert, um wirklich eigenständig zu wirken. Hinzu kommt, dass die Charaktere einfach komplett uninteressant sind und die Verbindung zueinander natürlich auch nicht vorhanden ist wie im Vorgänger.
Insgesamt noch unterhaltsam, aber schon hier ist klar, dass die Reihe durch ist.

Über die restlichen Streifen der Reihe hülle ich hier mal den Mantel des Schweigens. Nur so viel: Die Reihe wurde mit jedem Teil alles andere als besser.

Bei all dem Horror darf der Spaß natürlich nicht auf der Strecke bleiben:

PIRANHA

Joe Dante hatte seiner Zeit einfach ein unfassbar grandioses Gespür dafür, wie man Horror/Splatter mit Comedy mischt, dass es mich jedes Mal etwas traurig macht, wenn ich mir seine Filmographie der letzten 25 Jahre anschaue.
„Piranha“ stellt Dantes erste alleinige Spielfilmregiearbeit dar und auch wenn der Film noch nicht der abgedrehte Spaß ist, den er später mit „Gremlins“ abliefern sollte, merkt man schon hier, seine Liebe für B-Movies und Gesplatter. Natürlich ist hier alles so billig wie möglich und man muss schon auf sowas stehen, aber dann hat man hier eine Menge Spaß. Sicher kein Meisterwerk, aber das will er auch zu keiner Sekunde sein. Es ist eben ein B-Movie ein absoluter Reinform. Ein „They don’t make them like this anymore“-Film. Und zum Teil liegt das vielleicht auch daran, dass man Joe Dante nicht mehr machen lässt.

LITTLE EVIL

Da ich Eli Craigs „Tucker And Dale VS Evil“ ja ziemlich großartig fand, konnte ich nicht anders und musste seinem neuen Werk auch eine Chance geben, obwohl ich dem „Evil Child“-Motiv weitaus weniger abgewinnen kann als dem „Backwood Slasher“, der ja zuvor von ihm so humorvoll auf den Kopf gestellt wurde. Was kann hier also schon groß schief gehen?
Nun, es könnte natürlich passieren, dass in dieser Horrorcomedy weder Horror noch Comedy aufzufinden ist. Oder zumindest so rar gesät, dass es absolut nicht davon ablenkt, dass der Streifen einfach nur 90 Minuten lang ziemlich langweilig ausgefallen ist. Das Spannendste ist es eigentlich, die ganzen Referenzen zu Horrorfilmen zu entdecken. Da ich da aber jetzt auch nicht der Megaexperte bin, reicht das noch lange nicht, um mich bei der Stange zu halten. Zumal sich sowas auch nach einigen Minuten abnutzt und irgendwann nur noch extrem aufgezwungen wirkt. Am Ende bleibt dann nicht viel mehr als ein Film, der aus seiner Idee leider viel zu wenig macht.

Eklig werden darf es natürich auch hin und wieder mal:

THE FLY – DIE FLIEGE

Mit David Cronenberg verbindet mich ja absolut überhaupt nix. Ich glaube, ich habe nie einen Film von ihm gesehen. Nicht mal zu meiner „ich gucke die ganze Nacht den Krampf, der geschnitten im Privatfernsehen läuft“-Zeit. Also war jetzt mal etwas Nachholung angesagt.
Und was soll ich sagen? Wenn es einen Film gibt, mit dem man immer für praktische Effekte und gegen seelenloses CGI werben kann, dann ist es dieser. Grandiose Effekte, die einen fast zum Kotzen bringen. Starke Darsteller, die einen fast selbst in den Wahnsinn treiben. Und Jeff Goldblums Haare, die fast ein Eigenleben zu führen scheinen. Das Leben findet nun mal einen Weg. Egal ob Haar oder Fliege.

Insgesamt gesehen: 27

Davon Schrott: 14

Rewatches: 4

Außerdem habe ich endlich mal die mittlerweile 12. Staffel von „Supernatural“ nachgeholt und sie war wie zu erwarten okay, wie die vorherigen Staffeln auch. Die Luft ist da einfach raus, aber es macht schon noch Spaß die Winchesters bei ihrem Kampf gegen das Böse zu begleiten.

Die zweite Staffel „Ash VS Evil Dead“ hab ich mir dann auch mal reingepfiffen. Und hier gilt leider schon jetzt das gleiche. Es macht schon noch Spaß, aber neue Ideen sucht man absolut vergeblich.

Staffel 2 von „Scream Queens“ war mir leider zu bescheuert. Die erste mochte ich ja ganz gerne, aber das wirkte, als ob die Writer zu viel „Theme Hospital“ gespielt haben, während nebenbei ein Slasherfilm lief. Bin also nicht traurig, dass es keine dritte Staffel gibt. Aber immerhin muss man hier die Darsteller loben, die noch das Beste daraus machen und für einige Lacher sorgen. Allen voran Jamie Lee Curtis und Emma Roberts, die in ihren Rollen einfach großartig sind. Traurig, dass es keine dritte Staffel geben wird, bin ich aber hier nach nicht.

Dann gabs noch die erste Staffel von „Slasher“. Und was für ein Spaß das doch ist. Dünne Story, saudoofe Charaktere, geile Effekte, neugierige Nachbarn, 80ies Homeporn … und das ist nur die erste Folge. Wirkt schön oldschoolig, macht dabei aber nicht gewollt auf 80er und nimmt sich wunderbar ernst. Dabei wird wirklich jedes noch so bescheuerte Klischee untergebracht, dabei aber völlig ernsthaft verkauft, so dass ich immer wieder nur grinsend den Kopf schütteln konnte.

Die zweite Staffel „Stranger Things“ war auch noch da und sie war eben genau das: Da. Ich bin ja ohnehin kein großer Fan der Serie, fand Season 1 aber ganz unterhaltsam und mochte die Darsteller. Staffel 2 war aber ziemlich zäh und irgendwie hat es mich kaum noch interessiert, was da passiert. Sean Astin war aber ganz cool. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er quasi sich selbst spielt, also ist das auch keine große Leistung.

Über den Anfang der neuen „Walking Dead“ Staffel sage ich besser nichts. Da ergibt wirklich gar nix mehr irgendeinen Sinn. Immerhin viel Action, denn zu mehr sind die Macher ohnehin nicht in der Lage. So unterhät es aber wenigstens.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

Horrorctober 2017 Bonus – The Mummy

Dieses Jahr gibt es noch einen kleinen Bonus im Horroctober. Denn die liebe Sandra hat mir den einen recht aktuellen Film zur Verfügung gestellt. Und da konnte ich einfach nicht lange warten, um den hier auf den Filmschrottplatz aufzunehmen. Erwartet den puren Horror in Filmform.

THE MUMMY – Die Mumie – USA – 2017 – 110 Min.

Wie wohl bekannt sein dürfte, bildet dieser Film den Anfang des „Dark Universe“ von Universal, das plant, die klassischen Filmmonster in modernem Gewand wiederzubeleben. Und wie mittlerweile ebenfalls bekannt sein dürfte, war der Start so beschissen, dass man den nächsten Film direkt mal auf Eis gelegt hat, um das ganze Unterfangen noch mal zu überdenken. Schauen wir mal, ob das eine notwendige Entscheidung war, oder ob der Film gar nicht so kacke ist … ach, kommt, wem mache ich was vor? Wir wissen alle, dass er nur ganz große Scheiße sein kann. Also hinein ins Vergnügen.

Selbstverständlich beginnt ein Film über eine Mumie mit den Tempelrittern. Wie auch sonst? Vielleicht hätte ich ihn doch am Freitag dem 13. gucken sollen. Da haben die ja ihren ganz besonders schlechten Tag. Jedenfalls halten die Fackeln in der Hand und machen sonst nicht viel. Denn dann springen wir in der Zeit nach vorne und Russel Crowe, auch bekannt als Dr. Henry Jekyll, erzählt dann erstmal die Geschichte von Ahmanet, die von Sofia Boutella gespielt wird und vermutlich das einzig ansehnliche an dieser Grütze sein wird. Die hat halt irgendwelche Kacke gebaut und wurde deshalb verflucht und plötzlich hatte sie überall Tätowierungen in der Visage, was ihr so gar nicht gefiel und deshalb hat sie alle Ägypter geschnetzelt, die ihr so über den Weg liefen. Dafür wurde sie lebendig mumifiziert und liegt jetzt weit von Ägypten entfernt in einem Sarkophag rum und wartet darauf, dass sie erweckt wird. Denn der Tod ist eine Tür und die Vergangenheit kann nicht für immer vergraben bleiben, wie Jekyll erklärt. Nun, man könnte sie einfach nicht ausgraben, aber das scheint keine Option zu sein.

Nick Morton, dargestellt von Tom Cruise, und Chris Vail, gespielt von Jake Johnson, sind in der Wüste und gucken irgendwelchem Geballer zu. Also will Nick da runter und einen Schatz suchen. Chris ist nicht überzeugt, aber kommt halt mit. Schnitt und Geballer in der Stadt. Chris fordert Luftunterstützung an und dieses Gespann geht mir jetzt schon tierisch auf den Zeiger. Die beiden kriegen nen Anschiss, weil sie in Kriegsgebieten nach Antiquitäten suchen und dann kriegt Nick noch eine von der Blondine Jenny geballert, weil er ihre Karte geklaut hat, nachdem er sich mit ihr im Hotel vergnügte.

In einem Krater, der sich mitten in der Stadt aufgetan hat, finden sie ägyptische Hieroglyphen und so, was ungewöhnlich ist, hier im Irak, oder wo auch immer die rumturnen. Dass man versehentlich die Mumie befreit, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Und wo man schon dabei ist, nicht wirklich kreativ zu sein, kann man auch noch schnell ein paar Tom Cruise Halluzinationen einbauen.

Mit dem Flugzeug gehts nach Hause. Denke ich. Vielleicht fliegt man auch ganz woanders hin. Erklärt wird hier ja kaum was. Jedenfalls schafft man es gerade so abzuheben, bevor der Megasandsturm kommt. Der Flug wird aber recht unruhig, denn die Mumie übernimmt den Körper von Chris um einen Soldaten abzustechen und dann geht ein Vogelschwarrm gigantomanischen Ausmaßes auf Kollisionskurs mit dem Flieger. Nick und Jenny müssen mit dem Fallschirm abspringen. DEr Flugzeugabsturz ist natürlich mal wieder die Krönung der CGI-Grütze.

Nick wacht in der Leichenhalle auf und ist gar nicht tot. Irgendwo versteckt sich da ein liegengelassener Monty Python Gag.

Die Mumie erledigt ein paar Wachmänner und baut sich wohl eine Zombiearmee zusammen. Na, das wird ja sicher wieder richtig interessant.

Nick und Jenny turteln ein bisschen beim Essen rum und Nick hat Erscheinungen von Chris, der eigentlich tot sein sollte. Aber hier kann man sich ja nicht so sicher sein. Jenny erzählt von den Tempelrittern, die irgendwelche Steine und einen kaputten Dolch vergraben haben. Dafür brauchten sie vermutlich die Fackeln am Anfang des Films. Auf der Damentoilette hat Nick einen kurzen Plausch mit Zombie-Chris, der ihm erklärt, dass sie beide verflucht sind. Jenny telefoniert kurz mal mit Jekyll, damit auch der Letzte rafft, dass sie natürlich ein falsches Spiel spielt.

Nach einer Rattenattacke glaubt Nick auch an den Fluch und geht mit Jenny in eine alte Kirche, wo er von der Mumie betatscht wird, was ihm sichtlich ganz gut gefällt. Jenny kommt zufällig rein, kurz bevor Nick geopfert werden soll und die beiden müssen um ihr Leben rennen und kämpfen und hüpfen und überhaupt und sowieso. Nick hat den Dolch von Seth, aber der Stein fehlt, was auch immer das für einen Unterschied macht.

Nach reiflicher Überlegung einigt man sich darauf, dass die Mumie in Nicks Kopf ist und ihn so zu sich lockt. Nach etwas Straßen- und Waldaction werden sie von Jekylls Team gerettet. Der erklärt, dass Jenny für ihn arbeitet, was für Nick natürlich ein echter Schock ist. Und dann wird die Mumie mit Quecksilber vollgepumpt, damit man sie untersuchen kann, oder so. Cruise labert dann mit der Mumie und erfährt, was damals so abging. Also Mord an Vater, weil der seine Frau tötete und so weiter. Wir kennen das. Ein ganz normaler Tag in Ägypten eben.

Rumgeturtel zwischen Nick und Jenny, dann geht sich Nick mit Jekyll besaufen, der nebenbei erklärt, was sie eigentlich da treiben. Also Monster suchen und fangen. Ziemlich simpel, wenn man mich fragt. Jedenfalls ist der Plan, Nick von dem Fluch zu befreien, indem man ihn mit dem Dolch absticht. Ich kapiere es auch nicht ganz, aber klingt plausibel genug für mich.

Die Mumie schickt ihre Spinnen los, um Leute in Zombies zu verwandeln und sie zu befreien. Ach, und Jekyll verwandelt sich nebenbei mal einfach so in Hyde, weil er vergessen hat, seine Pillen zu nehmen, oder sowas. Mit anderen Worten: Lahme Action überall.

Die verlegt sich dann in die Stadt, die von der Mumie abgerissen wird. Nick folgt Zombie-Chris, weil der weiß, wo der Stein ist. Jenny folgt wiederum Nick und natürlich werden sie alle von Zombies verfolgt. Die Mumie findet unterdessen den Stein und setzt ihn in den Dolch ein. Nick und Jenny kommen vorbei und Jenny stirbt. Nick kämpft mit der Mumie und klaut ihr den Dolch. Dann zerstört er den Stein und mutiert zum Gott und killt die Mumie, weil er halt der Oberkillergott ist, oder sowas.

Jenny lebt natürlich wieder und Nick quatscht sie voll und verschwindet dann, weil er sich für sie geopfert hat. Jekyll und Jenny sprechen darüber, dass Nick ihr größter Verbündeter im Kampf gegen die Monster sein könnte, weil „Dark Universe“ und so. Nick hat Chris wiederbelebt und reitet jetzt mit ihm durch die Wüste, auf der Suche nach neuen Abenteuern und ich bin einfach nur froh, dass dieses Abenteuer vorbei ist.

Nicht einfach nur scheiße, sondern vor allem langweilig. Wenn ein Unviersum so beginnt, kann es eigentlich nur aufwärts gehen. Ich gehe schöne Frauen mumifizieren …