Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: November 2017

Zukunftsorientierter Nepotismus in menschenfeindlicher Umgebung

Die Smiths auf der Nachhererde wird sicher ein geiles Konzert. Ich bin zwar nicht der größte Fan der Band aber hey, wenn man schon mal die Chance hat, die live zu … was? Es geht gar nicht um die Band? Es geht um Will und seinen talentbefreiten Sohn Karate Kid? Oh nee, warum hat mir das keiner gesagt? Ich habe jetzt schon keine Lust mehr. Ich wollte doch so gerne singen.

„Und immer wenn wir traurig waren …
… und traurig waren wir ziemlich oft …
… gingen wir zu dir nach Hause …
… und da hörten wir die Smiths …“

Lord Xenu, steh mir bei …

AFTER EARTH – USA – 2013 – 100 Min.

Die Erde ist im Arsch. Man muss es einfach auch mal ungeschönt sagen. Die Menschheit hat das getan, was unvermeidlich scheint und den Planeten zerstört. Also musste man evakuieren. Und dann wurde man von Aliens angegriffen und alles war erneut im Arsch. Aber es gibt da den Ghost. Einen Mann, der absolut furchtlos ist und so die Menschheit retten wird. Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich höre, dass jemand furchtlos ist, denke ich als erstes an Vollidioten, die Taser an ihren Eiern ausprobieren und anschließend von einer Klippe springen. Mit anderen Worten: Ein furchtloser „Ghost“ ist in meiner Welt der erste, der den Löffel abgibt.

Kitai Raige ist so ein richtiger Streber und Angeber. Ihr wisst schon, so ein Typ, der beim Sport die Runden immer etwas schneller als alle anderen läuft, um zu zeigen, was für ein toller Hecht er ist. Oder kurz gesagt: Ein Arschloch. Sein Vater Cypher ist auch nicht besser, habe ich das Gefühl, aber er ist mehr einer dieser Respektspersonen und Disziplinfanatiker. Oder kurz gesagt: Ein Arschloch. Mutter Faia ist auch da und ich habe keine Ahnung, wie sie es so lange mit diesen Arschlöchern ausgehalten hat, aber da sind sie jetzt, sitzen am Tisch und Kitai hat es nicht geschafft, zum Ranger befördert zu werden.

Weil er unbedingt so ein hohes Tier und noch größeres Arschloch wie Papa sein will, nimmt der seinen Sohn mit auf eine Tour nach Ergejhskjdvhudsbg, oder so ähnlich. Hab den Namen nicht verstanden und da sie da ja eh nicht ankommen werden, ist es auch einfach scheißegal. Und selbst wenn sie ankämen, wäre es das. Also weiter.

Kitai liest „Moby Dick“. Ich dachte, ich erwähne das mal, weil das jetzt schon zweimal zur Sprache kam und vielleicht noch eine Rolle spielt. Des Nachts guckt sich Kitai die Ladung des Schiffs an. Scheinbar handelt es sich um irgendein … Ding, das für das Ghost-Training verwendet wird. Ich kann mich nicht auf die Story konzentrieren, weil alleine die dämliche Fresse von Jaden Smith bei mir Kopfschmerzen verursacht. GUCK DOCH MAL SO, ALS WÜRDE DICH DAS ALLES IMMERHIN ANSATZWEISE INTERESSIEREN, DU ARSCHKRAMPE!!!! Ach so, und Will Smith wirkt auch dermaßen bocklos, dass man sich fragt, warum dieser Scheiß überhaupt erst gedreht wurde.

Irgendwann stürzt die Kiste dann halt ab und wir sind auf der Nachhererde. Nur noch Kitai scheint am Leben zu sein. Mit etwas Glück wird er einfach von einem Tiger gefressen und ich kann dann 90 Minuten einfach dem Tiger beim Pennen zugucken. Aber leider passiert das natürlich nicht, denn M. Night Shyamalan hasst alle Zuschauer und liebt es, sie mit seinem Müll zu quälen. Also findet er Papa Cypher, der irgendwo in der Ecke liegt.

„Will Smith mir gehen?“ „Kann nicht, mein Bein ist gebrochen.“ So, damit haben wir diesen Knallergag auch hinter uns gebracht und können uns jetzt uneingeschränkt auf den Rest dieses Machwerks aus der M. Night Shyamalan Schatulle des Gehirnbreis konzentrieren. Denn der Spaß fängt ja gerade erst an. Da man das Schiff nämlich nicht so ohne Weiteres reparieren kann und auch keinen Notfunkspruch gesendet kriegt, muss Kitai aufbrechen und das verlorene Leuchtsignal finden, da sie sonst verrecken.

Eigentlich verspricht das ja jede Menge Abenteuer und Spannung und Spaß und Entdeckungen auf der unbekannten Erde der Zukunft. Aber wenn es das gäbe, wären wir jetzt nicht hier, nicht wahr? Stattdessen gibt es nämlich erstmal die wohl dämlichste Ansprache seit langem, als Cypher erklärt, dass hier auf der Erde einfach ALLES die Menschen töten will. Weil genau so funktioniert die Natur. Eine von der Natur geschaffene Spezies zerstört die Natur, also entwickelt die Natur ausschließlich Killermechanismen, um diese Spezies auszurotten. Hätten wir alle mal besser in Biologie aufgepasst, dann wüssten wir das und müssten es uns nicht von Will Smith erklären lassen. Der ist für den weiteren Verlauf nebenbei über Funk in Kitais Ohr vertreten. Der klettert erstmal auf einen Berg, um sich einen Überblick zu verschaffen und wenn Cypher recht hat, stürzt sich der Schwarm Vögel über ihm jetzt direkt auf ihn und pickt ihm die Augen aus, damit die Natur ihre Rache kriegt.

Leider nein. Cypher macht weiter den Professor und erklärt, dass nachts die ganze Erde einfriert. Außer ein paar Hot Spots, an denen Kitai dann die Nacht verbringen muss. Zwischendurch nervt man dann noch mit nem Flashback rum, den ich aber einfach ignoriere, da das auch so schon alles langweilig genug ist.

Hach, die Zukunft. Die Technologie da ist schon geil. So wird Kitais Anzug schwarz, wenn eine Affenbärhyäne in der Nähe ist. Und weil er ein absoluter Trottel ist, wirft er dem Vieh einen Stein in die Fresse und dann wird er umzingelt und verpisst sich wie das feige Arschloch, dass er nun mal ist. Nur sein Tod kann diesen Film retten. Eine Blutegelmotte könnte meinen Wunsch erfüllen, aber trotz großem Geflenne schafft es Kitai noch schnell, sich zu heilen.

Cypher erklärt, dass Angst nicht real ist. Angst ist eine Wahl. Er ist schon echt ein harter Hund. Und labert eine unfassbare Scheiße. Nur sein Tod kann diesen Film retten.

Kitai kommt zu einem Wasserfall und es geht nicht weiter. Blahblahblah Streit zwischen Vater und Sohn, darstellerisch das absolute Grauen, Cypher will, dass Kitai zurück zum Schiff kommt, aber der springt einfach von der Klippe runter und schwebt dann mit seinem Allzweckanzug durch die Gegend. Und wird dann von einem Megahühnerhabicht angegriffen. Foghorn Leghorn wäre stolz. Kitai wacht also im Habichthort auf und das wird ausgerechnet in diesem Moment von einer Herde Säbelzahntiger angegriffen, die alle aussehen wie Diego aus „Ice Age“. Kitai ist natürlich der Kämpferkönig und macht die Tiger platt. Anschließend macht er die Brenne und lässt den Habicht machen, was ein Habicht eben so macht.

Der Funkkontakt ist ausgefallen und Kitai muss ohne weitere biologische Aufklärung und Monologe über die Einbildung von Ängstlichkeit durch die Pampa latschen. Cypher zeichnet derweil eine Nachricht für seine Frau auf: „Nachricht Anfang – Ich habe den Kontakt zu unserem Sohn verloren – Nachricht Ende.“ Bloß nicht mit langen Erklärungen aufhalten, sonst macht sie sich am Ende noch Sorgen.

Kitai tapert durch Höhlen, latscht durch die Walachei, paddelt über Flüsse und pennt auf Flößen. Und dann erscheint ihm seine Schwester in einem Traum, oder einer Vision, oder einer unwahrscheinlichen aber möglichen Teleportationsfehlfunktion, die den Geist seiner Schwester zu ihm teleportiert hat, während ihr Körper irgendwo im Sternengürtel Orion gestrandet ist, oder Wasauchimmer. Blahblah und dann wacht er auf und latscht weiter durch den Busch. Es ist alles so unglaublich aufregend, dass ich gar nicht weiß, wo ich mit den Beschreibungen der spannenden Szenen anfangen soll. Ich versuchs mal so: Es passiert absolut gar nix von Interesse. Und dann passiert weiterhin absolut gar nix von Interesse. Und dann, nach einiger Zeit, in der nix von Interesse passiert ist, passiert weiterhin nix von Interesse. Und dann ist der Megahühnerhabicht tot. Und ich wusste nicht mal, dass der überhaupt noch da ist. Oder ist das ein anderer Megahühnerhabicht? Hat sich vielleicht die ganze Rasse der Megahühnerhabichte auf die Seite von Kitai und gegen die Natur gestellt. Kein Wunder, dass der Megahühnerhabicht tot ist. Wer sich mit den Menschen verbündet, wird unweigerlich ausgerottet, denn so will es die Natur. Denn der Mensch ist der Feind.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Kitai dann mal beim Rest des Schiffs an, wo ja dieses Leuchtsignal sein soll, oder was auch immer genau er sucht. Erstmal findet er aber einen coolen Kampfstab Marke Darth Maul (nur ohne Lichtschwerteffekt) und geht damit in Kampfpose, um absolut nichts zu bekämpfen, da einfach nichts da ist, was man bekämpfen könnte. Hauptsache mal kurz cool mit nem Kampfstab auf der Wiese gestanden.

Kitai funkt Cypher an. Dem geht es gar nicht gut. Aber er kann keinen Funkspruch zurückschicken, weil das Signal halt im Arsch ist, oder so. Also muss Kitai mit dem Rettungssignal auf den Berg klettern. Aber er wird auch noch von einem komischen Vieh verfolgt. Ein Riesenspinnenchamäleon jagt ihn in eine Höhle, wo er den Kampf aufnehmen muss und beweist, dass er mit einem Kampfstab nur cool posen aber nicht gut kämpfen kann. Irgendwie wuselt er sich aber natürlich trotzdem auf den Berg und sendet das Signal und wird dann von dem Spinnenchamäleon durch die Gegend geschmissen, weil er einfach nur ein Vollidiot ist, der offenbar nicht in der Lage ist, ein Problem nach dem anderen anzugehen und lieber alles gleichzeitig macht.

Aber wir kennen das: Am Ende wächst er über sich hinaus und kann den Tag retten, indem er das Vieh mit dem Kampfstab wegkloppt und mit seinen Säbeln absticht, die er scheinbar die ganze Zeit dabei hatte, aber nie auf die Idee kam, mal einzusetzen. Dann wird endlich das Leuchtsignal gesendet, das bis hoch zur Milchstraße reicht und natürlich werden Vater und Sohn gerettet. Es ist alles so traurig. Hätten die nicht einfach sterben können? So richtig qualvoll? Aber nein, Arschlöcher leben eben immer am längsten. In Scheißfilmen erst recht. Ich gehe meinen Kampfstab polieren …

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Blogger Recognition Award

Awards waren ja eine Zeit lang der richtig heiße Scheiß im Bloggerumfeld. Irgendwann war dann jeder ein Dutzend Mal an der Reihe und man hat entschieden, dass es auch mal reicht. Und das ist auch gut so. Denn so hat dann eine Nominierung auch wieder einen gewissen Stellenwert und man muss sich nicht alle drei Tage irgendwelchen Quatsch aus den Fingern saugen, obwohl einem gar nichts mehr einfällt (was mir als sprudelnder Quell von Kreativität natürlich nicht passieren könnte).

Und jetzt ist ein neuer Award am Start. Und weil sich das reimt und weil Schlopsi von den Infernal Cinematic Affairs mir das Ding freundlicherweise zugeschustert hat, geht es jetzt mal wieder in die Vollen hier. Vielen Dank dafür Schlopsi. Und dann hat mich auch direkt noch Bullion vom Moviescape nominiert, was den Druck natürlich noch mal etwas erhöht. Aber damit kann ich natürlich locker umgehen … ich … also … waaaaaaaaaaaaaaaahhhhhh!

Es handelt sich um den Blogger Recognition Award und wie der Name schon sagt, bedeutet das, dass ich der Größte bin … zusammen mit den anderen Nominierten … und allen anderen, die das Teil schon gekriegt haben … und denen, die es noch kriegen werden … Na, wenn das mal keine Ehre ist, weiß ich auch nicht mehr.

Die erste Aufgabe bei diesem Award lautet:

Erzähle kurz wie du mit dem Bloggen angefangen hast.

Kurz? Okay. Ich hab mich hingesetzt und los geschrieben. War ganz spaßig, also bin ich dran geblieben.

Vielleicht doch etwas länger? Na gut. Also, das war nämlich so:

Ich saß so rum und ging meiner liebsten Beschäftigung nach. Masturb…äh, Filme gucken. Und da ich halt schon immer jemand war, der so ziemlich jedem Film etwas abgewinnen kann, hatte ich mal wieder irgendwelchen Trash in den Player geschmissen. Ich weiß nicht mehr, welcher Film es genau war, aber vermutlich was mit Zombies. Oder Haien. Oder Haizombies. Oder Zombiehaien. Ach nee, das war ja gar nicht gestern, als es nichts anderes mehr auf dem Trashmarkt gab. Das ist ja schon etwas länger her. Also war es vermutlich was mit … was anderem. Und natürlich war es ein Riesenspaß auf allen Ebenen des Wahn- und Schwachsinns. Damals (wie heute) turnte ich regelmäßig in einem Forum rum. Ihr wisst, schon diese aussterbende Form des Miteinanders, die nach und nach von den sozialen Netzwerken ausgerottet wird. Da ich den Film so fantastisch und völlig bekloppt zugleich fand, wollte ich mal erfahren, was denn andere so darüber denken. Nur leider hatte den Film offenbar niemand gesehen. Also dachte ich mir, ich gucke mal im Rest des Internets nach, ob es Leute gibt, die den Film auch so geil finden. Das war ja damals noch nicht so groß. Also im Verhältnis. Okay, ist Quatsch, das Internet war schon damals ein unübersichtlicher Haufen Scheiße voller Arschlöcher. Und keins dieser Arschlöcher und auch keiner der coolen Leute hatte etwas über diesen Film geschrieben. Das ging natürlich überhaupt nicht klar für mich. Also beschloss ich, eine eigene Website zu basteln, auf der ich über diesen grandiosen Film und weitere ähnlich grandiose Vertreter schreiben kann, damit diese die Ehre erhalten, die ihnen gebührt.

Okay, ich muss zugeben, nicht jeder Film der hier auf dem Filmschrottplatz seinen Beitrag gekriegt hat, hat wirklich Ehre verdient. (Eine Liste mit allen Filmen findet ihr übrigens hier) Aber verdient haben sie ihren Eintrag alle, denn auf irgendeine Art und Weise sind sie alle Schrott. Manche eben nur so richtig. Also in nicht unterhaltsam und einfach nur scheiße. Die anfängliche Idee, mich hier nur auf die eher unbekannten Meisterwerke zu konzentrieren habe ich nebenbei direkt verworfen, weil der Mainstream im Normalfall die noch größere Grütze abliefert. Und so gibt es hier eben alles „Von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.“

Nun ist es ja so: ich wurde doppelt nominiert, aber irgendwie wäre es ja dämlich, die gleiche Geschichte zweimal zu erzählen. Also gibt es alternativ noch eine Möglichkeit, wie ich auch zum Bloggen hätte kommen können. Das wäre nämlich so gewesen:

Ich hätte mal wieder auf meinem Schrottplatz rumgesessen und wäre meinem liebsten Hobby nachgegangen.  Die Nachbarin bespann … äh, schlechte Filme gucken, während ich auf meine nicht vorhandene Kundschaft warte. Und der Film wäre so richtig schlecht gewesen. Also nicht so ein unterhaltsamer Trash sondern so ein richtig langweiliges Rumgedümpel. Und dann wäre ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Film eingeschlafen. Und dann wäre mir im Traum ein Froschmutant erschienen und hätte gesagt:

„Was machst du bloß? Guck dich mal an. Lungerst den ganzen Tag auf deinem Schrottplatz ohne Kundschaft rum. Niemand kennt dich. Und keiner kennt die Scheißfilme, die du dauernd guckst. Wie kannst du dein Leben nur so verschwenden?“

„Du hast recht. Ich muss etwas ändern. Danke für den Hinweis.“

„Keine Ursache. Quak du Affe.“

Und dann wäre ich aufgewacht und hätte festgestellt, dass der Film immer noch langweilig ist. Trotzdem hätte ich ihn natürlich erstmal zu ende geguckt, bevor ich mich aufgerafft hätte, um eine große Werbekampagne für den Schrottplatz zu starten. Ich hätte Flyer drucken lassen, Plakete aufgehängt und mir einen von diesen Kackkarren gekauft, mit denen die Schrottsammler immer durchs Dorf fahren und mit ihrem Scheißgedudel nerven. Natürlich hätte meine Karre nicht gedudelt, weil es mir so auf den Sack geht und deshalb hätte immer noch keine Sau gewusst, wer eigentlich der Spaten da ist, der plötzlich den ganzen Tag mit seiner Gammelkarre durch die Straßen fährt und ständig auf die Bürgersteige und in die Einfahrten glotzt, als würde er Ausschau nach Vergewaltigungsopfern halten. Und dann wäre ich verhaftet worden auf den Verdacht hin, dass ich ein irrer Vergewaltiger bin, der sich extra eine geräumige Scheißkarre zugelegt hat, um seine Opfer direkt vor Ort misshandeln zu können. Und da es im Knast durchaus mal langweilig werden kann, hätte ich dann die ganze Zeit damit verbracht, komplett verrückt zu werden. Nach der Auflösung des Missverständnisses und meiner Entlassung hätte ich mich zurück zu meinem Schrottplatz begeben, der mittlerweile noch heruntergekommener wäre als zuvor. Und ich hätte gemerkt, dass das mit dem Schrott nichts mehr wird. Aber mit den Filmen vielleicht. Also hätte ich den nächsten Scheißfilm angemacht und festgestellt, dass ich im Knast gelernt habe, über verrückten Quatsch zu schreiben. Und dann wäre mir ein Licht aufgegangen und ich wäre eine Brieffreundschaft mit einer imaginären Froschmutantin eingegangen, die mir natürlich nie geantwortet hätte. Nach einigen Jahren der völligen Desillusion wäre ich über einen Stapel Papier gefallen, der seit Jahren unbeschriftet auf dem Schrottplatz gelegen hätte. Und da zur gleichen Zeit ein schlechter Film mein Resthirn noch weiter zu Brei verarbeitet hätte, hätte ich den Fernseher angeschrien: „Was ist das für eine Scheiße! Das muss die Welt erfahren.“ Und dann hätte ich angefangen, über den Film zu schreiben. Nachdem der Papierstapel voll gewesen wäre, hätte ich nach einer anderen Möglichkeit gesucht, meine wirren Gedanken zu den Filmen niederzuschreiben und hätte das Bloggen für mich entdeckt. War aber halt nicht ganz so.

Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.

Als absoluter Blogprofi mit ungefähr einem Dutzend Lesern nach 4 Jahren bin ich natürlich absolut prädestiniert für diese Aufgabe.

Das Wichtigste ist natürlich die Lust am Schreiben, aber das wäre als Tipp wohl zu simpel. In erster Linie sollte man natürlich ein Thema finden, das einen wirklich interessiert. Es können auch mehrere Themen sein, aber da sollte man dann zwei Dinge beachten. Wenn man seinen Blog „Chauvinistus Porno-Reviews“ nennt, wird sich mit ziemlicher Sicherheit keiner der Leser für die Gartenarbeiten von Chauvinistu interessieren. Wenn das also auch im Blog stattfinden soll, wäre wohl „Chauvinistus Porno-Garten“ besser als Name. Dann aber wiederum kann man nicht über die Flugstunden schreiben, die man letzte Woche  begonnen hat. „Also „Chauvinistus fliegender Porno-Garten“. Moment, was ist mit der Vorliebe für Gebäck? „Chauvinistus fliegender Porno-Garten voller Plätzchen“. Und natürlich schreibt man auch immer mal wieder über das Wetter. „Chauvinistus fliegender Porno-Garten voller Plätzchen in der Sonne“.  Und dann will man ja auch noch über Geschenke schreiben, die man hin und wieder bekommt. „Chauvinistus fliegender Porno-Garten voller Plätzchen in der Sonne mit Geschenken“. Ach ja, es steht ja Weihnachten vor der Tür. „Chauvinistus fliegender Porno-Garten voller Plätzchen in der Sonne mit Geschenken unterm Weihnachtsbaum“. Könnte etwas lang sein. Also wäre ein allgemeinerer kurzer Titel wohl nicht verkehrt. Und wenn man über alles schreiben will, dann sollte man das auch möglichst früh dem Leser klar machen.

Zweitens: Selbst wenn der Blogtitel recht allgemein ist, wenn die ersten 20 Beiträge nur Pornoreviews sind, ist die Gefahr hoch, dass sich die Leser nicht mehr für die Gartenarbeit interessieren. Deshalb gilt zu Beginn ohnehin: Ausprobieren, was funktioniert und was Spaß macht. Im ersten Jahr wurde hier auf dem Filmschrottplatz fast täglich etwas gepostet. So entwickelt man schnell ein Gefühl dafür, was ankommt und was nicht und vor allem, was einem Spaß macht und was nicht. Und wenn es keinen Spaß macht, dann muss es weg. Ein Blog, selbst wenn er nur ein Hobby ist, ist nun mal Arbeit. Man sollte regelmäßig posten. Das muss nicht täglich sein. Einmal die Woche reicht völlig. Aber wenn man es sich zum Ziel setzt, regelmäßig Content abzuliefern, sollte das nicht zur Qual werden, weil man gar keinen Bock darauf hat, jetzt gerade einen bestimmten Beitrag zu schreiben. Spaß sollte immer vorne stehen.

Und dann entwickelt man am besten eine gesunde „Mir scheißegal“-Einstellung. Erstens wird es immer Leute geben, die das, was man schreibt scheiße finden und das auch genau so sagen. Da muss man dann einfach denken „fuck it“, und weiter machen. Denn Hater gibt es immer. Konstruktive Kritik kann und sollte man natürlich durchaus als Denkanstoß nehmen, aber man muss trotz allem bei den Dingen bleiben, die einem liegen. Es ist einfach nicht möglich, alle zufrieden zu stellen. Und zweitens wächst ein Blog nicht mal eben so zu einem Imperium heran, bei dem die Leute Schlange stehen, um den neuen Content zu lesen und direkt nach Veröffentlichung durch den Riesenauflauf der Massen die Server crashen. Es gibt gute Phasen und es gibt schlechte Phasen. Und die meiste Zeit schwebt man irgendwo dazwischen mit einem Hang zur schlechten Phase. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Nicht jeder Beitrag wird mit Likes und Kommentaren zugebombt und bekommt die Aufmerksamkeit, von der man eigentlich der Meinung ist, dass er sie verdient. Das wiegt natürlich um so schwerer, wenn man in einen Beitrag viel Arbeit gesteckt hat, aber so ist es nun mal. Deshalb gilt auch beim Bloggen: „Schreib für genau eine Person. Dich selbst.“ Die Leser kommen dann schon irgendwann.

Und als Bonustipp (weil ich schließlich so cool bin, dass ich gleich doppelt nominiert wurde) noch eine Anmerkung, die zwar eher für Autoren von Geschichten gilt, aber auch beim Bloggen alles andere als verkehrt ist. Als Autor ist das Erste, was man sich aneignen sollte eine eigene „Stimme“. In klaren Worten ein eigener Schreibstil, den man mit dem Autoren verbindet. Jeder Horrorautor kann einen Horrorroman schreiben, aber nur ein Horrorautor kann Romane wie Stephen King schreiben. Nämlich Stephen King. Das gleiche gilt bei Fantasy für Tolkien. Bei Science Fiction für Asimov und so weiter. Das kann im besten Fall auch für einen Blogger gelten. Wenn man die Texte direkt mit dem Autor verbindet und sie sich nicht lesen wie von jedem anderen Heinz um die Ecke im Internet, dann baut man sich durchaus eine Leserschaft auf, weil sie eben mehr in diesem Stil lesen wollen. Natürlich kann man sich dabei inspirieren lassen. Man hat ja seine Vorbilder. Aber inspirieren lassen ist nicht kopieren. Und am besten findet man diese eigene Stimme, indem man schreibt. Nicht indem man versucht zu schreiben wie jemand anderes, den man bewundert, sondern indem man einfach so schreibt, wie man es selbst am besten kann und es einem am meisten Spaß macht. Ein zusätzlicher Nebeneffekt ist zudem, dass einem die Texte dann viel leichter von der Hand gehen. Man sollte keine Wissenschaft aus dem Schreiben machen. Nicht versuchen, sich in ein Gewand zu pressen, dass nicht passt. Wenn es einem nicht liegt, hochintelligente Texte zu schreiben, dann lässt man es eben und schreibt kompletten Quatsch, der aber unterhält. Die Leser sind nicht doof und merken, wenn man versucht, besonders klug zu klingen, es aber nicht gebacken kriegt. Es ist auch absolut in Ordnung „nur“ zur Unterhaltung zu schreiben. Denn „Intelligenz“ heißt nicht direkt Erfolg. Das gute Abschneiden der Erotik-Romane dieser Welt bestätigt das.

Mann, das klingt irgendwie nach hundert Tipps verpackt in drei. Aber hey, ich bin so geil, dass ich zweimal nominiert wurde, da kann man auch mal etwas ausschweifen.

So und jetzt muss ich 15 Blogs nominieren. 15!!! Oder eigentlich sogar 30. Weil ich ja zweimal nominiert wurde, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte. Ich sage es, wie es ist. Das wird nix werden. Nach einem kurzen Blick in meinen Reader hat sich ergeben, dass ich niemals so viele zusammen kriege. Also beschränke ich mich einfach mal auf ein paar, die das Teil hier dann ja selbst an andere 15 weitertragen können. 15 … unfassbar … tststs …

Franziska von Adoring Audience (die ich regelmäßig beim Projekt „Filmische Objekte“ unterstütze)

Jana von Cinematographic Tides (der ich kürzlich ihren Schrottwunsch erfüllt habe)

Maren von Neues vom Schreibtisch (die mich vor einiger Zeit für ein Radiointerview nominiert hatte)

Gina von Passion Of Arts (in deren Facebookfilmgruppe ich immer meinen Senf zu allem abgeben kann)

Stefanie aka Miss Booleana (deren Namen ich immer noch nicht aussprechen kann)

Gorana von der Ergothek (damit die auch mal wieder zum Schreiben gezwungen wird)

Die Pö (bei deren Mitmachprojekt, dass sie gemeinsam mit …)

Herba (… organisiert, ich demnächst mal wieder mitmachen muss)

Da soll nochmal jemand sagen, ich würde nichts für die Damenwelt tun, was? Nur Frauen nominiert. Ich bin schon ein echter Aufreißer hier. Wenn ich das doch auch nur im wahren Leben wäre *seufz*

Hier jedenfalls übersichtlich die Regeln dieses Awards, an die ihr euch unbedingt halten müsst, denn sonst … habt ihr halt gegen die Regeln verstoßen:

1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
2. Schreibe einen Beitrag um deinen Award zu präsentieren.
3. Erzähle kurz wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
5. Nominiere 15 andere Blogger für diesen Award.
6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award.

Viel Spaß mit dem Ding. Vielleicht seid ihr ja auch so unglaublich grandios, dass ihr sogar zweimal nominiert wurdet. Und wenn nicht, seid nicht traurig. Kann halt nicht jeder so famos sein wie ich.

Zwillingsbarbarerei im Zwist um juwelische Schmuckstücke

Machen wir uns nichts vor: Wenn ein verrückter Wissenschaftler zu uns käme, der eine Zeitmaschine entwickelt hat, und durch die Zeit zurückreisen will, um alle Filmproduktionen zu zerstören, aber wir können ein Land in einem Jahrzehnt beschützen, es ist ziemlich klar, welches das wäre, nicht wahr? Genau: Italienische (Co-)Produktionen der 80er. Mann, was haben die einen grandiosen Scheiß produziert. Ohne Rücksicht auf Verluste. Egal ob Horror, Post-Apokalypsen, Giallos, hirnlose Kannibalenstreifen, Bud Spencer und Terence Hill, alles was ein gutes Filmjahrzehnt braucht, kommt aus Italien in den 80ern. Und natürlich auch Fantasy vom Feinsten. Und darum geht es heute. Spaß und Spannung sind garantiert, denn hier kommen:

THE BARBARIANS – DIE BARBAREN – ITALIEN – USA – 1987 – 87 Min.

Es dürfte wirklich schwierig sein, ein Jahrzehnt zu finden, in dem so unpassende Musik für Filme ausgewählt wurde, wie in den 80ern. Wer kam bitte auf die Idee, dieses komische Pop-Trance-Gedudel für einen Barbarenfilm zu verwenden? Ach ja, es ist ein Cannon Film und die hatten eben nur drei Songs für alle ihre Filme zur Verfügung. Nevermind.

Zur Vorgeschichte: Es gibt da einen magischen Stein, einen Rubin um genau zu sein, der von Rednecks (so heißen hier offenbar umherziehende Unterhalter aka der Zirkus) besessen wurde, die dann zwei Jungs und ein Mädel bei sich aufnahmen. Und der Stein wurde von Generation zu Generation weitergegeben, bis eine Königin in den Besitz des Steins kam und da sind wir jetzt und sie sind immer noch vom Zirkus. Nur die Wiesen sind grüner. Und die Barbaren sind hässlicher als jemals zuvor. Zumindest gehe ich da stark von aus, denn es ist unmöglich, dass jemals etwas hässlicheres existiert hat, als diese Barbaren.

Diese hässlichen Barbaren verfolgen zu epischer Musik, die tatsächlich zur Szene und zum Setting passt, den Wanderzirkus und eine Verfolgungsjagd ungeahnten Ausmaßes entbrennt auf weiter freier Steppe. Ich gehe jetzt mal nicht auf die grandiosen Kampfszenen mit Messern und Äxten während dieser Verfolgungsjagd ein, da keine Worte in meinem Duden dieser Dramatik und actiongeladene Epicness gerecht werden können. Die Barbaren sind nebenbei nicht nur hässlich, sondern auch völlig unfähig. Und so verrecken erstmal ungefähr 3000 von ihnen. Aber wen wunderts auch, wenn der Zirkus doch grandiose Kämpfer wie den Feuerspucker hat, der einfach sinnlos Feuer in der Gegend rumspuckt ohne auch nur eine Fliege zu treffen. Er ist quasi der Vorreiter zu dem sinnlosen Gitarrenfatzken in „Mad Max: Fury Road“. Das Zirkusvolk entkommt also mit ihren Planwagen in den Canyon, aber am großen Penisfelsen lauert ein barbarischer Hinterhalt und auch wenn die Königin noch versucht zu verhandeln, indem sie darauf hinweist, dass sie doch nur Jonglierer und Geschichtenerzähler sind, ist der Tot aller Schausteller an dieser Stelle gewiss. Alle, außer einem, den die Königin schlauerweise zuvor weggeschickt hatte. Vermutlich mit dem magischen Stein, weil ansonsten hätte das ja keinen Sinn. Der sollte sicher keine Brötchen holen gehen.

Die Königin konnte immerhin erreichen, dass die Zirkuswanderer am Leben bleiben und einfach als Sklaven gehalten werden. Ein voller Erfolg in Sachen Verhandlungsgeschick, würde ich sagen. Und dafür musste sie dem Anführer nur versprechen, alles zu tun, was er will. Nun, der Anführer ist auch nur ein Mann und konnte das Angebot natürlich unmöglich ablehnen. Er arbeitet zusammen mit Dreadlockia aus der dunklen Höhle und ihrer Armee von Einhörnern. Und wenn ich Einhörner sage, meine ich selbstverständlich glatzköpfige Typen, die ein Stirnband mit einem Horn vorne dran tragen. Dreadlockia hat jedenfalls magische Kräfte und weiter interessiert uns das hier erstmal nicht.

Die Zeit vergeht und die Zirkusfritzen werden zu Barbaren erzogen,weil man das eben so macht, während die Königin in einem Käfig gehalten wird. Die beiden jungen Zirkusbarbaren werden gespielt von David Paul und Peter Paul. Mary hatte leider keine Zeit. Sie müssen dann gegeneinander kämpfen und verbünden sich dabei, um die Flucht zu ergreifen. Im Wald treffen sie auf einen Indianderstamm oder sowas. Völkerbeschreibung ist nicht die Stärke des Drehbuchs. Und dann versucht der Film auch noch witzig zu sein, was ich an dieser Stelle mal lasse. Jedenfalls sind sie scheinbar die Typen, auf die der Indianerstamm schon lange gewartet hat. Keine Ahnung warum, sie sind eben die Auserwählten, oder sowas.

In der Nacktbar um die Ecke will man sich Waffen beim hiesigen Händler aus Russland besorgen. Und das macht man am besten mit Armdrücken und anschließender Kneipenwemserei. Nach langem hin und her durch Kneipen, Lager und Höhlen gelangen die beiden Barbarenbrüder direkt zum geheimen Frauenlager des Oberschurken Kadar, wo Königin Canary immer noch im Käfig sitzt. Irgendwo ist da doch ein Gag versteckt, den ich nicht verstehe, oder?

Jedenfalls schickt Canary die beiden zum Grab des alten Königs, da sie da die Waffen finden werden, die sie für ihre Rettung benötigen. Hinter einem Wasserfall finden sie eine geheime Höhle, hinter der wohl die geheimen Waffen im geheimen Grab des Königs liegen. Ihre weibliche Begleitung rafft es auch nicht, warum also sollte ich es …

Die Königin wird unterdessen von Michael „Unicorn“ Berryman gepeitscht, bis sie verrät, wo der Rubin ist. Haben die das jetzt jahrelang so gemacht und ausgerechnet heute verrät sie dann mal so nebenbei, wo das Teil ist, das der böse Kadar unbedingt haben will? Kommt mir doch arg seltsam vor. Offensichtlich hatte der Autor einfach keine Ideen mehr und wollte langsam mal zum Ende kommen. Was eine ganz gute Idee ist, wenn man mich fragt, denn langsam wirds doch langweilig.

In der Höhle greift eine Hand das Mädchen an, aber die beiden Barbaren können sie natürlich retten. An anderer Stelle holt sich Dreadlockia den Rubin und Einhornman kreischt laut, als ein Monster angreift, dass der Special Effects Abteilung sicher alles Können abverlangt hat. Und das Können war ohnehin schon begrenzt, muss man sagen. Vermutlich hat man das Monster deshalb auch einfach wieder gestrichen und lässt jetzt die Barbaren in Goldrüstung antanzen, um gegen die verbliebenen Streitkräfte von Dreadlockia zu kämpfen. Ach nee, da ist das Monster doch wieder. Sieht aus wie Gumby in Schlangenform, nachdem man ihm die Haut abgezogen und ihn gegrillt hat. Also gute Arbeit hier von allen Beteiligten. Natürlich machen die Barbaren das Vieh platt und finden Dreadlockia tot in der Höhle. Und haben so den Rubin. Das war jetzt halt schon etwas einfach, oder?

Ich muss hier mal kurz auf die Dialoge eingehen, die die beiden Brüder miteinander führen. Sie sind einfach nur grausam. In diesem Moment streiten sie sich um den Rubin und machen sich gegenseitig den Vorwurf, ihn in der Höhle vergessen zu haben, während sie das Monster killten. Ihre Begleitung steht die ganze Zeit mit dem Rubin in der Hand daneben, was die Sache nur noch lächerlicher macht. Humor ist nun wirklich nicht die Stärke des Drehbuchs. Falls ich die Stärke finde, lasse ich es euch übrigens wissen.

Königin Canary zaubert etwas rum im Wald um Kadar zu verarschen, aber irgendwie bringts das nicht so richtig und er sticht sie ab. Warum hocken die überhaupt in dem Wald rum? Erklärungen sind nicht die Stärke des Drehbuchs, aber lassen wir das. Apropos Erklärungen, mit dem Rubin findet der Indianerhäuptling heraus, dass man eine neue Königin bestimmen kann und zwar scheinbar, indem man ihr den Rubin in den Bauchnabel steckt. Wenn er hängen bleibt, ist man die Königin. Überraschung: Es ist das Mädchen, dass die ganze Zeit mit den Barbaren unterwegs war. Und die absolut keinen Bock hat, Königin zu sein. Obwohl dann doch und sie zeigt noch schnell ihr Tattoo im Nacken, wodurch sich herausstellt, dass sie Kara ist, was bei allen Anwesenden zu Jubelstürmen und bei mir zu einem desinteressierten Schulterzucken führt, da ich keine Ahnung habe, wer zum Geier Kara ist.

Im Canyon kommt es zum großen Showdown zwischen Kadar und den beiden Barbaren. Irgendwie unfair wenn man mich fragt. Zwei gegen Einen. Immerhin sitzt Kadar auf einem Pferd und hat sein Megablendungsschild dabei, dass die Special Effects Abteilung scheinbar endgültig in den Wahnsinn getrieben hat. Hilft ihm aber natürlich alles nicht und die Barbaren spießen ihn mit ihren Goldschwertern auf.

Zusammen mit der neuen Königin Kara reisen die beiden Barbaren anschließend wanderzirkusmäßig durch die Gegend und streiten sich wie kleine Kinder bis der Abspann kommt. Und die Frage bleibt, wer denn jetzt eigentlich wirklich die Barbaren in diesem Film waren. Definitionen sind nicht die Stärken des Drehbuchs. Ich gehe Barbarpapa gucken …

Media Monday #333

Damit habt ihr jetzt nicht gerechnet, was? Der Filmschrottfritze macht mal wieder beim Media Monday mit. Aber gewöhnt euch nicht dran. Ich konnte nur einfach der Zahl nicht widerstehen. 333. Das ist die halbe Nummer des Teufels. Da muss ich halt als bekennender Satanist einfach mitmachen. Okay, ich bin natürlich kein Satanist. Was aber in erster Linie daran liegt, dass ich absolut keinen Bock habe, mir nachts nochmal ne Hose anzuziehen, um dann auf dem Friedhof eine Jungfrau zu schlachten und ihr Blut zu trinken. Also auf zur 333. Schnaps für alle. Und nen Halben für den Teufel.

1. Jetzt, wo die Tage kürzer werden und es draußen zusehends ungemütlicher wird werden die Arbeitstage gefühlt um so länger. Bei dem Kackwetter hab ich erstens absolut keinen Bock überhaupt vor die Tür zu gehen und da ich in einer Firma arbeite, die genau so gut als Kühlkammer für den Metzger herhalten könnte, wird es wieder so richtig scheiße da, die nächsten 3-4 Monate. Aber irgendwie muss ich ja die ganzen Schrottfilme finanzieren, die ich hier bespreche. Also muss ich mich wohl auch morgen wieder aufraffen.

2. Fast jeder Horrorfilm (vor allem die modernen) bedient ja wirklich so ziemlich jedes Klischee, das jemals in einem Horrorfilm angewandt wurde. Mich langweilt das ja immer mehr. Um so trauriger ist es dann, wenn Filme, die mal eine etwas andere Richtung einschlagen nicht wirklich den Erfolg haben, den sie verdienen. Interessant ist es natürlich, wenn die Macher mit genau diesen Klischees spielen, aber auch das kommt viel zu selten vor, weil die Filmemacher heutzutage eigentlich ohnehin nur noch Standardware abliefern. Die Filmwelt versauert zunehmend im Einheitsbrei. Deshalb habe ich mir vorgenommen, diesen Monat mal wieder ein paar ältere Streifen nachzuholen. Was daraus wird, wird man sehen. Vermutlich gar nix. Denn im Pläne schmieden bin ich gut. Im Umsetzen nicht so.

3. Dieser Hype um das staffelweise „Verschlingen“ von Serien, auch als Binge Watching bekannt hat sich nie so recht auf mich übertragen. Ich bin eher Verfechter der Wochenrythmus und selbst bei Serien auf DVD oder per VoD halte ich das meist ein. Ausnahmen sind Comedys und Serien, die mich eh nur geringfügig interessieren wie „Stranger Things“, die ich dann so nebenbei laufen lasse, während ich schreibe.

4. Fast gar nicht mehr heute ist in meinen Augen so erfrischend anders, da wie schon angesprochen alles nur noch dem Schema F folgt. Ich warte geduldig auf einen Umschwung, oder suche nach den verborgenen Perlen, die es hin und wieder mal gibt, nach denen man aber eben erstmal suchen muss.

5. Ich glaube ja nicht, dass ich mich noch einmal für Disney als Konzern werde erwärmen können, denn wenn man mich fragt, ist dieser Verein der geldgeilste Pissladen, der in Hollywood existiert. Und das will nun wirklich was heißen, denn die Messlatte ist sehr niedrig. Mit ihren Methoden, den Kinos irgendwelche Auflagen aufzudrücken und ihnen die Einnahmen bewusst zu kürzen, werden sie über kurz oder lang für das Aussterben des Privatkinos sorgen und das kann ich (auch wenn ich nicht mehr ins Kino gehe) einfach nicht gutheißen und schon gar nicht unterstützen. Nun haben sie ja im Falle von „Star Wars Episode VIII – The Last Jedi“ mal wieder so richtig über die Stränge geschlagen, mit einer Gewinnbeteiligung von 65%, was fast 20% mehr sind als üblich. Damit aber nicht genug, denn als Auflage muss ihr Kackfilm auch noch 4 Wochen lang im größten Saal laufen, scheißegal, ob den Film noch jemand guckt oder nicht. Nun mag das natürlich für die großen Ketten nicht unbedingt ein Problem darstellen. Ihren Gewinn machen die eh vorwiegend durch ihren überteuerten Fresskram und wenn man 20 Säle hat, kann man da eben auch mal einen für etwas längere Zeit reservieren. Das kleine Kino um die Ecke mit 2 Sälen kann sich das aber keinesfalls leisten. Also können sie wählen: Entweder den Film nicht zeigen und das wahrscheinliche Risiko eingehen, dass die Leute nicht kommen, weil sie eben genau diesen Film sehen wollen. Oder den Film ins Programm nehmen und das wahrscheinliche Risiko eingehen, dass nach spätestens 2 Wochen der Film ohne Publikum läuft, aber eben den Saal belegt, in dem man dann keinen anderen Film zeigen kann. Disney zerstört die kleinen Kinos mit ihrem geldgeilen Scheiß und man sollte den Pissern nicht mehr einen verfickten Cent geben.

Aber natürlich ist das ein Kampf gegen Windmühlen, denn wo Disney ist, sind eben auch die Heuchler nicht weit. Erst kotzen alle rum, dass sie den Kinos diese Auflagen aufdrücken. „Buh, Disney!“ „So ein Bullshit, Disney!“ „Boykottiert Disney!“ Und dann geraten alle in Jubelstürme, weil Disney 21st Century Fox kaufen und dadurch seine Macht noch vergrößern will, damit sie demnächst quasi alle Auflagen durchdrücken können, die sie wollen, weil die Konkurrenz nicht mehr vorhanden ist. „Geil! Disney will Fox kaufen. Die X-Men im Marvel Universum!“ „Disney und Fox wäre der Hammer. Endlich kann man alle Marvelhelden zusammenführen!“ „Disney und Fox? Ich gehe dreimal onanieren. Hoffentlich werde ich nicht blind davon, damit ich dann die grandiosen Scheißfilme noch alle gucken kann!“.

Nun, ich sage „Fick Disney!“ und hoffe, dass die Arschgeigen den Bach runter gehen. Wird natürlich nicht passieren, aber ficken können sie sich trotzdem und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Laden einfach irgendwann mit allen Entscheidungsträgern drin abfackelt.

6. So mancher Film aus den 80ern ist so abgedreht, dass es kaum verwundert, dass es nie ein geileres Filmjahrzehnt gab und geben wird. Damals hat man halt nicht lange überlegt, sondern gemacht. Scheißegal, wie bescheuert die Idee war, sie wurde umgesetzt. Das muss natürlich nicht immer gut sein, aber man war kreativ und hatte positiv einen an der Murmel. Also das genaue Gegenteil von heute.

7. Zuletzt habe ich mir fürs Wochenende viel Schreibarbeit vorgenommen und das war wie üblich überflüssig, weil ich wie üblich kaum was davon geschafft habe. Der nächste Plan ist jetzt, den ganzen Dezember alles andere hinten anzustellen, damit ich mal so richtig was getan kriege. Also wenig Filme und Serien im Dezember und dafür viel Schreiben. Gerade durch die Feiertage bietet sich das an, da ich da ja eh zuhause rumhänge, während alle anderen beschissene Lieder trällern und sich mit Glühwein besaufen. Wird sicher ein voller Erfolg, dieses Vorhaben. Denn ihr wisst ja: Im Pläne schmieden bin ich gut. Im Umsetzen nicht so.

 

Wunschschrott – Ziemlich beste Freunde

Okay, das hier wird interessant. Ende letzten Jahres hatte ich euch gefragt, welche Filme ihr gerne auf dem Filmschrottplatz verewigt sehen wollt. Ohne irgendwelche Beschränkungen. Und somit gibt es heute einen Film, den ich persönlich eigentlich ganz gut finde. Okay, eigentlich trifft das auf ungefähr 90% der hier vertretenen Filme zu. Aber dieser Fall ist dann doch etwas speziell, denn er gilt auch allgemein als guter Streifen. Und wenn die Allgemeinheit und ich uns mal einig sind, dann muss da ja mal wirklich was dran sein. Oder wir irren uns einfach alle. Jedenfalls stelle ich mich hier erstmals der Herausforderung, einen Film auf den Schrottplatz aufzunehmen, an dem ich eigentlich nicht mal auf ironische Weise etwas Schlechtes sehe. Ich habe halt einfach was übrig für diese Streifen, die das Leben feiern. Vermutlich, weil das Leben als Filmschrottplatzbetreiber selbst so kacke ist. Also schauen wir mal, was das hier gibt.

INTOUCHABLES – ZIEMLICH BESTE FREUNDE – Frankreich – 2011 – 112 Min.

Gewünscht von: Aktion Morgenluft

Okay, okay, okay, ich kann dem Film doch direkt etwas vorwerfen. Er beginnt nicht am Anfang. Ich hasse ja mittlerweile dieses komplett ausgelutschte „Mitten im Film anfangen und dann an den Anfang springen, um zu zeigen, wie wir dorthin gekommen sind“. Bleh. In diesem Fall flüchtet Omar Sy zusammen mit Philippe vor den Bullen. Als er dann angehalten wird, täuscht Philippe einen orgasmischen Anfall vor, damit sie weiter fahren können und werden dann zum Krankenhaus eskortiert.

Musste man wirklich „Earth, Wind & Fire“ über die Credits packen? Der Film spielt ja nicht in den 70ern. Und in die Disco gehen die auch nie. Warum also nicht was modernes an Musik einbauen? „Atemlos durch die Nacht“ oder so.

Zack und da sind wir am Anfang des Films. Omar und irgendwelche anderen Lackaffen bewerben sich um den Job, dem komplett gelähmten Philippe den Arsch abwischen zu dürfen. Okay, um genau zu sein, bewerben sich alle, außer Omar, der eigentlich gar keinen Bock auf den ganzen Quark hat und nur eine Unterschrift fürs Arbeitsamt haben will. Aus irgendeinem Grund entsteht daraus eine Diskussion über „Kool & The Gang“, „Earth, Wind & Fire“ und Zuul aus dem ersten „Ghostbusters“ Film. Ich frage mich, wer von den beiden Honks hier der Schlüsselmeister und wer der Torwächter ist …

Ich mag Pianomusik in Filmen. Wollte ich nur mal so erwähnt haben, weil Omar gerade eh nur durch die Gegend latscht.

Zuhause herrscht das reinste Chaos. Omar, dessen Namen man im Film nebenbei noch nicht erfahren hat, aber er heißt Driss, also übernehme ich das jetzt mal, lebt zusammen mit seinen tausend Geschwistern. Scheinbar war er ein halbes Jahr weg und jetzt ist Mama echt angepisst. Sie hat keine Hoffnung mehr für Driss und schmeißt ihn raus. So viel dazu. Ich glaube, im Großen und Ganzen war es das mit der Familie hier in diesem Film. Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.

Weil er zuhause rausgeflogen ist, nimmt Driss dann doch den Job bei Philippe an, da der quasi mit eigener Wohnung kommt. Anfangs stellt er sich natürlich etwas dämlich an und beim „Arschausleeren“ zieht er dann doch mal die Grenze. Ich kann es nachvollziehen. In einer der üblichen Collagen wird dann beleuchtet, wie die beiden sich langsam anfreunden.

Nachdem Driss den Nachbarn, der immer die Einfahrt zuparkt, mal kurz durch die Mangel gedreht hat und seine Expertise zu einem Kunstwerk abgegeben hat, stellt Philippe fest, dass Driss genau der richtige Mann für den Job ist. Fragt mich nicht warum. Scheinbar hat Philippe einen Haufen aufgestauter Aggression, die er versucht, durch Schläger-Driss zu kompensieren.

Während Driss sich an die Sekretärin ranschmeißt, wird Philippe über die kriminelle Vergangenheit seines neuen Pflegers aufgeklärt. Ich zitiere: „Es ist mir scheißegal.“ Guter Mann. Er erklärt noch kurz, dass er Driss mag, weil der ihn nicht bemitleidet. Da haben wir dann auch schon mal die Aussage des Films: Behandele alle wie Menschen, egal wie behindert sie sind. Das gilt auch für die Nachbarin, die jeden Morgen besoffen in den Hausflur kotzt und den Typen von gegenüber, der Rattenscheiße in Plastiktüten sammelt. Eine gute Message, finde ich. Auch wenn ich den Teil mit der Alkoholikerin und dem Rattenscheißemann erfunden habe.

Philippe vertreibt seine Zeit mit Brieffreundschaften mit irgendwelchen Frauen. Bei einem nächtlichen Ausflug erklärt Philippe, wie er Sex mit seinen Ohren hat und kifft sich einen mit Driss rein. Anschließend erzählt er seine Lebensgeschichte mit Frau und Fehlgeburten und toter Frau und Paraglidingunfall, der ihn in den Rollstuhl gebracht hat.

Neuigkeiten: Es kam noch nie eine Miss Frankreich aus Dünkirchen. Driss hat wirklich die absolut wichtigen Infos am Start.

Driss in der Oper ist ungefähr das, was ich auch in der Oper wäre. Die Scheiße kann man einfach nicht ernst nehmen. Außer natürlich in „The 5th Element“, aber da opert auch eine blaue Alientussi rum, die aus der Nähe von Pandora kommt. Und der Krampf geht 4 Stunden. Wie zur Hölle hält irgendjemand das durch?

Driss kriegt sich mit Philippes Tochter in die Köppe. Philippe will mit seiner Tochter reden und nutzt Driss‘ Worte, um ihr die Leviten zu lesen. Apropos Lesen: Driss malt jetzt. Kunst. Und es gibt die nächste aneinandergereihte Collage mit Rollstuhlpimping und Ohrenmassagen,

Den üblichen Beziehungsquark mit Herzensbruch der Tochter und so weiter lasse ich mal außen vor und genieße lieber das große Klassische Musik Medley. Ganz ehrlich, teilweise ist klassische Musik ja einfach nur die pure Epikness. Aber teils auch einfach nur einschläfernd ohne Ende. Aber alles davon ist besser, als die grauenhafte Disco-Dudel-Kacke, die Driss dann anmacht.

Ein bisschen Blah und Bleh und Blub und dann wird Philippe von seiner Brieffreundin versetzt und Driss guckt traurig seiner Mutter beim Fensterputzen zu und dann gehen sie zusammen Paragliden.

Nachdem Driss dann Besuch von seinem Bruder kriegt, der in Schwierigkeiten steckt, ist Philippe der Meinung, dass es reicht und er sich besser um seine Familie kümmern sollte. Okay, die Spannung steigt: Wie kommt es jetzt noch zu der unglaublichen Verfolgungsjagd mit den Cops? Ich kann es kaum erwarten …

Es sollte klar sein, was als nächstes kommt. Philippe findet seine neuen Pfleger alle kacke und Driss wurschtelt halt rum. Irgendjemand ruft dann aus irgendeinem Grund irgendwie bei Driss an, der dann auch irgendwann kommt und irgendwas passiert dann, damit wir bei der Verfolgungsjagd ankommen. Und der absolute Knaller ist: Keine Sau weiß, was! Also nur, um das mal kurz auseinanderzudröseln: Der Film beginnt mit einer Szene aus der Mitte des Films, springt dann zurück, um uns zu zeigen, wie es zu dieser Szene kam und zeigt uns dann einen absoluten Scheiß. Wow. Das nenne ich mal konsequent durchdachtes Writing.

Nun ja, dann sitzt man halt am Meer rum und hat noch etwas Spaß mit Philippes Bart, bevor Driss Philippe in ein Date mit seiner Brieffreundin zwingt. Philippe hat später geheiratet und zwei Kinder gekriegt. Und Driss ging in seinem schwarzen Kapuzensweater den Strand entlang, als wäre er der Tod persönlich auf Urlaub. Ich weiß nicht, ob er das für den Rest seines Lebens gemacht hat, aber mehr erfährt man halt nicht.

Puh, Herausforderung bewältigt, würde ich sagen. Ich kann nicht anders, ich mag den Film immer noch. Aber da mir euer Wunsch Befehl ist, ist er jetzt halt hier auf dem Filmschrottplatz verewigt. Ich gehe aus Spaß vor den Bullen flüchten …

Monatsrückblick – Oktober 2017

Der Oktober steht ja traditionell ganz im Zeichen des Horror. Ganz vorne steht dabei natürlich der Horrorctober mit 13 möglichst schlechten Vertretern des Genres. Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht (auch wenn beim Horror oft die Dunkelheit im Vordergrund steht). Deshalb habe ich natürlich auch ein paar bessere Filme geguckt.

Direkt zu Beginn des Monats gab es einen Streifen, den ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben habe:

EL LABERINTO DEL FAUNO – PANS LABYRINTH

Wenn die Leute Guillermo del Toro als großen Regisseur abfeiern kann ich ja immer nur mit den Schultern zucken und ein „joa, ist ganz gut“ rausknirschen. Das liegt in erster Linie daran, dass ich sein gesamtes Werk bisher nicht betrachtet habe. Ich kenne „Blade II“, der halt okay ist, ich kenne „Hellboy“, der mir ziemlich gut gefallen hat, ich kenne „Pacific Rim“, den ich zum einpennen langweilig fand und das wars dann auch schon. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir bisher nicht gerade seine besten Streifen ausgesucht habe, um mir ein Bild von seinen Fähigkeiten zu machen. Oder es liegt wieder mal daran, dass die Leute alles und jeden abfeiern und ich das nur in seltenen Fällen nachvollziehen kann.

Also habe ich mich mal an diesen Streifen hier gewagt, weil mich die Geschichte ansprach und der Stil auf den Bildern, die ich so gesehen hatte, mir auch sehr zusagten. Und was soll ich sagen. Der Film ist einfach nur wunderbar fantasievoll und düster und erzählt seine Geschichte durchgehend hervorragend, mit gelungenen Charakteren und einer noch besser gelungenen Welt. Genau das macht ein modernes Gruselmärchen aus. Und genau das ist es, was es heutzutage viel zu selten gibt. Zwischendurch hätte man zwar auch noch mehr auf praktische Effekte zurückgreifen können, was einfach besser ins Gesamtbild gepasst hätte, aber da drücke ich mal ein Auge zu. Immerhin sind die Kostüme grandios und da kann man dann auch mal darüber wegsehen, wenn eine Explosion mal nicht echt ist.

Der Film macht mich zwar nicht automatisch zum Guillermo-Fan, aber ich kann zumindest besser verstehen, warum er so hochgelobt wird.

Dann hab ich mal eine alte Reihe wieder ausgegraben:

FINAL DESTINATION

Als dieser Film rauskam, war er für mich eine kleine Offenbarung, da er sich schon sehr von den damals üblichen Teenie-Slashern abhebt und eine frische Idee ins Genre brachte. Und auch heute hat er nicht viel von seinem Reiz für mich verloren. Ich mag die Idee und diese „Der Tod lauert an jeder Ecke“-Atmosphäre kommt ziemlich gut rüber.
Über kleinere Schwächen muss ich aber auch heute noch hinwegsehen. Die Darsteller bewegen sich irgendwo zwischen ganz gut und völlig überfordert. Vor allem Hauptdarsteller Sawa kann ich so gar nix abgewinnen. Die Dialoge sind zum Teil auch eher dämlich als alles andere. Meine Hassszene war zudem schon immer der Tod von Todd, da hier die Regeln des Films komplett gebrochen werden, nur damit es wie ein Selbstmord aussieht. Das hätte man auch anders lösen können. Und gegen Ende wird es dann doch ein bisschen zu … ich sage mal „überproduziert“.
Trotzdem macht der Film immer noch Spaß und einiges richtig und ist doch recht gut gealtert, was man längst nicht über alle Vertreter aus dieser Zeit behaupten kann.

FINAL DESTINATION 2

Teil 1 in grün. Macht noch Spaß, aber man weiß natürlich ganz genau, was einen erwartet. Das übliche Horrorfortsetzungsschema. Gleiche Story, zusammengeschusterte „Weiterentwicklung“ der Idee, härtere Kills, wohlgemerkt mit ein paar netten Einfällen, bei denen man merkt, dass die Autoren vor allem daran ihren Spaß hatten, sich diese Kettenreaktionen auszudenken.
Immerhin hat man hier auch noch eine Verbindung zum Vorgänger, die den weiteren Teilen dann völlig fehlt. Trotzdem fand ich schon vor 14 Jahren, dass der Film einfach viel zu sehr den ersten Teil kopiert, um wirklich eigenständig zu wirken. Hinzu kommt, dass die Charaktere einfach komplett uninteressant sind und die Verbindung zueinander natürlich auch nicht vorhanden ist wie im Vorgänger.
Insgesamt noch unterhaltsam, aber schon hier ist klar, dass die Reihe durch ist.

Über die restlichen Streifen der Reihe hülle ich hier mal den Mantel des Schweigens. Nur so viel: Die Reihe wurde mit jedem Teil alles andere als besser.

Bei all dem Horror darf der Spaß natürlich nicht auf der Strecke bleiben:

PIRANHA

Joe Dante hatte seiner Zeit einfach ein unfassbar grandioses Gespür dafür, wie man Horror/Splatter mit Comedy mischt, dass es mich jedes Mal etwas traurig macht, wenn ich mir seine Filmographie der letzten 25 Jahre anschaue.
„Piranha“ stellt Dantes erste alleinige Spielfilmregiearbeit dar und auch wenn der Film noch nicht der abgedrehte Spaß ist, den er später mit „Gremlins“ abliefern sollte, merkt man schon hier, seine Liebe für B-Movies und Gesplatter. Natürlich ist hier alles so billig wie möglich und man muss schon auf sowas stehen, aber dann hat man hier eine Menge Spaß. Sicher kein Meisterwerk, aber das will er auch zu keiner Sekunde sein. Es ist eben ein B-Movie ein absoluter Reinform. Ein „They don’t make them like this anymore“-Film. Und zum Teil liegt das vielleicht auch daran, dass man Joe Dante nicht mehr machen lässt.

LITTLE EVIL

Da ich Eli Craigs „Tucker And Dale VS Evil“ ja ziemlich großartig fand, konnte ich nicht anders und musste seinem neuen Werk auch eine Chance geben, obwohl ich dem „Evil Child“-Motiv weitaus weniger abgewinnen kann als dem „Backwood Slasher“, der ja zuvor von ihm so humorvoll auf den Kopf gestellt wurde. Was kann hier also schon groß schief gehen?
Nun, es könnte natürlich passieren, dass in dieser Horrorcomedy weder Horror noch Comedy aufzufinden ist. Oder zumindest so rar gesät, dass es absolut nicht davon ablenkt, dass der Streifen einfach nur 90 Minuten lang ziemlich langweilig ausgefallen ist. Das Spannendste ist es eigentlich, die ganzen Referenzen zu Horrorfilmen zu entdecken. Da ich da aber jetzt auch nicht der Megaexperte bin, reicht das noch lange nicht, um mich bei der Stange zu halten. Zumal sich sowas auch nach einigen Minuten abnutzt und irgendwann nur noch extrem aufgezwungen wirkt. Am Ende bleibt dann nicht viel mehr als ein Film, der aus seiner Idee leider viel zu wenig macht.

Eklig werden darf es natürich auch hin und wieder mal:

THE FLY – DIE FLIEGE

Mit David Cronenberg verbindet mich ja absolut überhaupt nix. Ich glaube, ich habe nie einen Film von ihm gesehen. Nicht mal zu meiner „ich gucke die ganze Nacht den Krampf, der geschnitten im Privatfernsehen läuft“-Zeit. Also war jetzt mal etwas Nachholung angesagt.
Und was soll ich sagen? Wenn es einen Film gibt, mit dem man immer für praktische Effekte und gegen seelenloses CGI werben kann, dann ist es dieser. Grandiose Effekte, die einen fast zum Kotzen bringen. Starke Darsteller, die einen fast selbst in den Wahnsinn treiben. Und Jeff Goldblums Haare, die fast ein Eigenleben zu führen scheinen. Das Leben findet nun mal einen Weg. Egal ob Haar oder Fliege.

Insgesamt gesehen: 27

Davon Schrott: 14

Rewatches: 4

Außerdem habe ich endlich mal die mittlerweile 12. Staffel von „Supernatural“ nachgeholt und sie war wie zu erwarten okay, wie die vorherigen Staffeln auch. Die Luft ist da einfach raus, aber es macht schon noch Spaß die Winchesters bei ihrem Kampf gegen das Böse zu begleiten.

Die zweite Staffel „Ash VS Evil Dead“ hab ich mir dann auch mal reingepfiffen. Und hier gilt leider schon jetzt das gleiche. Es macht schon noch Spaß, aber neue Ideen sucht man absolut vergeblich.

Staffel 2 von „Scream Queens“ war mir leider zu bescheuert. Die erste mochte ich ja ganz gerne, aber das wirkte, als ob die Writer zu viel „Theme Hospital“ gespielt haben, während nebenbei ein Slasherfilm lief. Bin also nicht traurig, dass es keine dritte Staffel gibt. Aber immerhin muss man hier die Darsteller loben, die noch das Beste daraus machen und für einige Lacher sorgen. Allen voran Jamie Lee Curtis und Emma Roberts, die in ihren Rollen einfach großartig sind. Traurig, dass es keine dritte Staffel geben wird, bin ich aber hier nach nicht.

Dann gabs noch die erste Staffel von „Slasher“. Und was für ein Spaß das doch ist. Dünne Story, saudoofe Charaktere, geile Effekte, neugierige Nachbarn, 80ies Homeporn … und das ist nur die erste Folge. Wirkt schön oldschoolig, macht dabei aber nicht gewollt auf 80er und nimmt sich wunderbar ernst. Dabei wird wirklich jedes noch so bescheuerte Klischee untergebracht, dabei aber völlig ernsthaft verkauft, so dass ich immer wieder nur grinsend den Kopf schütteln konnte.

Die zweite Staffel „Stranger Things“ war auch noch da und sie war eben genau das: Da. Ich bin ja ohnehin kein großer Fan der Serie, fand Season 1 aber ganz unterhaltsam und mochte die Darsteller. Staffel 2 war aber ziemlich zäh und irgendwie hat es mich kaum noch interessiert, was da passiert. Sean Astin war aber ganz cool. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er quasi sich selbst spielt, also ist das auch keine große Leistung.

Über den Anfang der neuen „Walking Dead“ Staffel sage ich besser nichts. Da ergibt wirklich gar nix mehr irgendeinen Sinn. Immerhin viel Action, denn zu mehr sind die Macher ohnehin nicht in der Lage. So unterhät es aber wenigstens.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

Horrorctober 2017 Bonus – The Mummy

Dieses Jahr gibt es noch einen kleinen Bonus im Horroctober. Denn die liebe Sandra hat mir den einen recht aktuellen Film zur Verfügung gestellt. Und da konnte ich einfach nicht lange warten, um den hier auf den Filmschrottplatz aufzunehmen. Erwartet den puren Horror in Filmform.

THE MUMMY – Die Mumie – USA – 2017 – 110 Min.

Wie wohl bekannt sein dürfte, bildet dieser Film den Anfang des „Dark Universe“ von Universal, das plant, die klassischen Filmmonster in modernem Gewand wiederzubeleben. Und wie mittlerweile ebenfalls bekannt sein dürfte, war der Start so beschissen, dass man den nächsten Film direkt mal auf Eis gelegt hat, um das ganze Unterfangen noch mal zu überdenken. Schauen wir mal, ob das eine notwendige Entscheidung war, oder ob der Film gar nicht so kacke ist … ach, kommt, wem mache ich was vor? Wir wissen alle, dass er nur ganz große Scheiße sein kann. Also hinein ins Vergnügen.

Selbstverständlich beginnt ein Film über eine Mumie mit den Tempelrittern. Wie auch sonst? Vielleicht hätte ich ihn doch am Freitag dem 13. gucken sollen. Da haben die ja ihren ganz besonders schlechten Tag. Jedenfalls halten die Fackeln in der Hand und machen sonst nicht viel. Denn dann springen wir in der Zeit nach vorne und Russel Crowe, auch bekannt als Dr. Henry Jekyll, erzählt dann erstmal die Geschichte von Ahmanet, die von Sofia Boutella gespielt wird und vermutlich das einzig ansehnliche an dieser Grütze sein wird. Die hat halt irgendwelche Kacke gebaut und wurde deshalb verflucht und plötzlich hatte sie überall Tätowierungen in der Visage, was ihr so gar nicht gefiel und deshalb hat sie alle Ägypter geschnetzelt, die ihr so über den Weg liefen. Dafür wurde sie lebendig mumifiziert und liegt jetzt weit von Ägypten entfernt in einem Sarkophag rum und wartet darauf, dass sie erweckt wird. Denn der Tod ist eine Tür und die Vergangenheit kann nicht für immer vergraben bleiben, wie Jekyll erklärt. Nun, man könnte sie einfach nicht ausgraben, aber das scheint keine Option zu sein.

Nick Morton, dargestellt von Tom Cruise, und Chris Vail, gespielt von Jake Johnson, sind in der Wüste und gucken irgendwelchem Geballer zu. Also will Nick da runter und einen Schatz suchen. Chris ist nicht überzeugt, aber kommt halt mit. Schnitt und Geballer in der Stadt. Chris fordert Luftunterstützung an und dieses Gespann geht mir jetzt schon tierisch auf den Zeiger. Die beiden kriegen nen Anschiss, weil sie in Kriegsgebieten nach Antiquitäten suchen und dann kriegt Nick noch eine von der Blondine Jenny geballert, weil er ihre Karte geklaut hat, nachdem er sich mit ihr im Hotel vergnügte.

In einem Krater, der sich mitten in der Stadt aufgetan hat, finden sie ägyptische Hieroglyphen und so, was ungewöhnlich ist, hier im Irak, oder wo auch immer die rumturnen. Dass man versehentlich die Mumie befreit, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Und wo man schon dabei ist, nicht wirklich kreativ zu sein, kann man auch noch schnell ein paar Tom Cruise Halluzinationen einbauen.

Mit dem Flugzeug gehts nach Hause. Denke ich. Vielleicht fliegt man auch ganz woanders hin. Erklärt wird hier ja kaum was. Jedenfalls schafft man es gerade so abzuheben, bevor der Megasandsturm kommt. Der Flug wird aber recht unruhig, denn die Mumie übernimmt den Körper von Chris um einen Soldaten abzustechen und dann geht ein Vogelschwarrm gigantomanischen Ausmaßes auf Kollisionskurs mit dem Flieger. Nick und Jenny müssen mit dem Fallschirm abspringen. DEr Flugzeugabsturz ist natürlich mal wieder die Krönung der CGI-Grütze.

Nick wacht in der Leichenhalle auf und ist gar nicht tot. Irgendwo versteckt sich da ein liegengelassener Monty Python Gag.

Die Mumie erledigt ein paar Wachmänner und baut sich wohl eine Zombiearmee zusammen. Na, das wird ja sicher wieder richtig interessant.

Nick und Jenny turteln ein bisschen beim Essen rum und Nick hat Erscheinungen von Chris, der eigentlich tot sein sollte. Aber hier kann man sich ja nicht so sicher sein. Jenny erzählt von den Tempelrittern, die irgendwelche Steine und einen kaputten Dolch vergraben haben. Dafür brauchten sie vermutlich die Fackeln am Anfang des Films. Auf der Damentoilette hat Nick einen kurzen Plausch mit Zombie-Chris, der ihm erklärt, dass sie beide verflucht sind. Jenny telefoniert kurz mal mit Jekyll, damit auch der Letzte rafft, dass sie natürlich ein falsches Spiel spielt.

Nach einer Rattenattacke glaubt Nick auch an den Fluch und geht mit Jenny in eine alte Kirche, wo er von der Mumie betatscht wird, was ihm sichtlich ganz gut gefällt. Jenny kommt zufällig rein, kurz bevor Nick geopfert werden soll und die beiden müssen um ihr Leben rennen und kämpfen und hüpfen und überhaupt und sowieso. Nick hat den Dolch von Seth, aber der Stein fehlt, was auch immer das für einen Unterschied macht.

Nach reiflicher Überlegung einigt man sich darauf, dass die Mumie in Nicks Kopf ist und ihn so zu sich lockt. Nach etwas Straßen- und Waldaction werden sie von Jekylls Team gerettet. Der erklärt, dass Jenny für ihn arbeitet, was für Nick natürlich ein echter Schock ist. Und dann wird die Mumie mit Quecksilber vollgepumpt, damit man sie untersuchen kann, oder so. Cruise labert dann mit der Mumie und erfährt, was damals so abging. Also Mord an Vater, weil der seine Frau tötete und so weiter. Wir kennen das. Ein ganz normaler Tag in Ägypten eben.

Rumgeturtel zwischen Nick und Jenny, dann geht sich Nick mit Jekyll besaufen, der nebenbei erklärt, was sie eigentlich da treiben. Also Monster suchen und fangen. Ziemlich simpel, wenn man mich fragt. Jedenfalls ist der Plan, Nick von dem Fluch zu befreien, indem man ihn mit dem Dolch absticht. Ich kapiere es auch nicht ganz, aber klingt plausibel genug für mich.

Die Mumie schickt ihre Spinnen los, um Leute in Zombies zu verwandeln und sie zu befreien. Ach, und Jekyll verwandelt sich nebenbei mal einfach so in Hyde, weil er vergessen hat, seine Pillen zu nehmen, oder sowas. Mit anderen Worten: Lahme Action überall.

Die verlegt sich dann in die Stadt, die von der Mumie abgerissen wird. Nick folgt Zombie-Chris, weil der weiß, wo der Stein ist. Jenny folgt wiederum Nick und natürlich werden sie alle von Zombies verfolgt. Die Mumie findet unterdessen den Stein und setzt ihn in den Dolch ein. Nick und Jenny kommen vorbei und Jenny stirbt. Nick kämpft mit der Mumie und klaut ihr den Dolch. Dann zerstört er den Stein und mutiert zum Gott und killt die Mumie, weil er halt der Oberkillergott ist, oder sowas.

Jenny lebt natürlich wieder und Nick quatscht sie voll und verschwindet dann, weil er sich für sie geopfert hat. Jekyll und Jenny sprechen darüber, dass Nick ihr größter Verbündeter im Kampf gegen die Monster sein könnte, weil „Dark Universe“ und so. Nick hat Chris wiederbelebt und reitet jetzt mit ihm durch die Wüste, auf der Suche nach neuen Abenteuern und ich bin einfach nur froh, dass dieses Abenteuer vorbei ist.

Nicht einfach nur scheiße, sondern vor allem langweilig. Wenn ein Unviersum so beginnt, kann es eigentlich nur aufwärts gehen. Ich gehe schöne Frauen mumifizieren …