Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: März 2016

Kultschrott – The Return Of Captain Invincible

GUESS WHO’S BACK MOTHERFUCKERS! Nein, nicht Samuel L. Jackson sondern euer Lieblingsschrottplatzbetreiber. Ja, die technischen Probleme sind hoffentlich komplett ausgebügelt und jetzt kann der Wahnsinn hier wie gewohnt weiter gehen. Und zu meiner grandiosen Rückkehr habe ich natürlich einen Klassiker rausgeholt, der diesem Anlass auch gerecht wird. Bereitgestellt von der lieben Loretta – danke noch mal – gibt es heute hier den Lieblingsfilm meines Lieblingsautors Terry Pratchett. Na wenn das mal nicht einfach nur großartigen Kultschrott bedeuten kann, weiß ich auch nicht. Also viel Spaß mit:

THE RETURN OF CAPTAIN INVINCIBLE – oder Wer fürchtet sich vor Amerika? – Australien – 1983 – 101 Min.

Einst als großer Held gefeiert, der die Nazis besiegt hat, sank der Stern von Captain Invincible als diesem vorgeworfen wird, ein Kommunist zu sein, der sich mit den Russen verbündet hat. Weitere Vorwürfe beinhalten unerlaubtes Fliegen und Unterhosen in der Öffentlichkeit zu tragen. Der Captain hat genug davon und wandert nach Australien aus. Und das waren nur die ersten 10 Minuten dieses jetzt schon absolut fantastischen Streifens.

Was macht ein ehemalig gefeierter Superheld in Australien? Richtig: Er steht besoffen auf einem Berg und singt.

In Manhattan ist Mr. Midnight bereit für Action; was auch immer das bedeuten mag. Christopher Lee führt hier die wohl eleganteste Truppe von Terroristen, oder Verbrechern, oder Irren auf Freigang, oder Wasauchimmer an, die man jemals gesehen hat. Und er singt als würde er gerade für die Oper proben.

Invincible sitzt sturzbesoffen in Australien rum und rettet eine Polizistin, die von einem Feuer spuckenden VW Käfer verfolgt wird. Nichts, ich wiederhole, absolut NICHTS kann diesen Film jetzt noch zerstören. Und es werden noch 90 Minuten weiterer Großartigkeiten folgen.

Oh nein! Jemand hat die Gigglegun gestohlen und durch ihre Verwendung dafür gesorgt, dass alle Weiber ihre BHs ausziehen und halbnackt vor sich hin kichern. Aber was noch viel schlimmer ist: Die Gigglegun wurde verwendet um den Hypnoray zu stehlen, mit dem man jeden einer Gehirnwäsche unterziehen kann. Die Sache ist klar: Man muss die Diebe mit Atombomben erledigen. Und alle verdächtigen die Russen. Der Premierminister hält das aber für Bullshit, was er ziemlich klar macht, indem er das Wort 42 Mal sagt. Es ist klar: Die Welt braucht einen Helden. Dafür kann ein Premierminister auch mal eine Musicalnummer aufs Parkett legen. Ich sage nur: „Hypnoray Hip-Hip-Hooray!“

Die Polizistin sucht Captain Invincible auf, um ihn zu überreden, wieder ein Superheld zu werden, statt ständig zu saufen. Aber der Captain hat eine bessere Idee und singt einen Country-Song über gut und böse. Trotzdem kann er dann überredet werden, es mal wieder als Superheld zu versuchen und muss dafür erst mal trainieren, da er jahrelang nur gesoffen hat, und nicht mehr weiß wie er seine Superkräfte aktivieren kann. Und nebenbei nicht mal mehr weiß,dass er in Australien ist.

Invincible hat eine Flashback-Attacke und anschließend Dinner mit Polizistin Patty. Vor Geilheit lässt er die Mikrowelle mit seiner Magnetpower explodieren und erzählt, warum er Captain Invincible ist: Seine Eltern wurden während seiner Zeugung von Alienstrahlen beschossen. Mehr Erklärung braucht man manchmal einfach nicht.

Patty singt einen grausamen Song übers Fliegen. Aus irgendeinem Grund animiert das den Captain dann doch mal ausm Arsch zu kommen und sein Cape überzustreifen.

Mr. Midnight ist alles andere als begeistert über die Rückkehr und lässt eine Armee von STAUBSAUGERN angreifen. Nicht nur, dass diese mit ihren Schläuchen zu gefährlichen Würgeattacken fähig sind, nein, sie saugen auch noch den ganzen Sauerstoff aus dem Raum. Patty wird ohnmächtig und der Captain muss handeln – und stellt den Strom ab. Invincible ist sich sicher, dass es einen Verräter in den eigenen Reihen gibt. Zurück im Hauptquartier wurden alle mit der Gigglegun angegriffen. Und der Angriff wird dem Captain in die Schuhe geschoben, also muss er mit Patty vor den Bullen fliehen.

Eine Flugsequenz, die selbst Superman vor Neid erblassen lässt, später, sehen wir Mr. Midnight, der überrascht über die schnelle Rückkehr des Captains ist. Aber wie es sich für einen guten Evildoer gehört, hat er einen Plan: Das Land zerstören, dass der Captain so sehr liebt. Bin mir nicht sicher, ob er die USA oder Australien meint. Oder beide.

Der Captain und Patty stehen verkleidet in der U-Bahn und singen ein Lied. Und auch Mr. Midnight singt mit. Schließlich ist es der Song über Mr. Midnight. „Hold on, sit tight“. Ich stelle jetzt mal nicht in Frage, wie unauffällig es ist, in der U-Bahn rumzuhüpfen und Lieder über Superschurken zu singen. Der Captain wird schon wissen was er tut.

Mr. Midnight hat ein Modell seines bösen Plans gebaut und diniert mit seinem Handlanger Julius. Er ist mal gut drauf, denn in wenigen Stunden wird New York dem Erdboden gleich gemacht.

Captain Invincible ist enttäuscht davon, wie sich Amerika entwickelt hat. Zum Glück war er mit Albert Einstein befreundet, der ihm mal erklärt hat, dass das Universum unendlich ist, sich aber irgendwie zusammenfaltet und sich deshalb Zeit irgendwann wiederholt. Also beschließt Invincible einfach darauf zu warten, dass die 1950er wieder kommen.

Lange wartet er aber nicht und macht sich dann doch auf die Suche nach Mr. Midnight. In einem Restaurant behauptet der Koch zwar, dass er Midnight nicht kennt, aber Invincible überführt ihn, denn der Koch schmiert Mayonnaise auf ein Sandwich, was natürlich nicht normal ist. Der Koch holt einen geladenen Fisch hervor und ballert das Restaurant zu Kleinholz. Invincible kann sich und Patty retten indem er eine Tortenschlacht beginnt. Mit einigen gezielten Würfen gelingt es ihm, den bewaffneten Koch auszuschalten.

Die Freude ist aber nur von kurzer Dauer denn Invincible latscht in ein Loch und fällt sieben Jahre lang Richtung Erdkern zum Versteck von Mr. Midnight. Nachdem er von dessen irren Handlangern verfolgt wurde und alle ausgeschaltet hat, steht er Mr. Midnight endlich gegenüber – und fällt in einen Lüftungsschacht nach dem anderen. Irgendwie schafft er es durch das Labyrinth der Fallen und will jetzt endlich den Hypnoray haben. Midnight hat aber eine bessere Idee und bietet ihm einen Drink an – indem er eine Lobeshymne auf alle alkoholischen Getränke der Welt singt. „If you don’t name your poison, I’ll have to get the boys in. And you’ll never see another Tequila Sunrise!“ Man muss es einfach lieben.

Invincible jedenfalls ist komplett am Ende von dem großartigen Lied. Aber von außen kommt Hilfe, denn die Amerikaner spielen „God Bless America“ und der Captain ist wieder voll da. Midnight macht sich vom Acker und ballert eine Rakete in die Bude, die alles in die Luft jagt. Außer den Captain natürlich. Alles explodiert. Auf dem Land, auf dem Wasser, in der Luft. Selbst Midnights tolles Modell fängt Feuer. Captain Invincible schnappt sich einen 8 Meter großen Globus, der zufällig in Midnights Modellraum steht und erschlägt das Evil Genius damit.

Endlich ist der Captain wieder der strahlende Held und hält eine Ansprache an die Nation und singt seinen Captain Invincible Song während er von dannen fliegt.

Vergesst Batman und Superman. Captain Invincible ist der einzige Held, den diese Welt braucht.

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Technische Probleme – Blog vorrübergehend geschlossen

Wie bereits in meinem anderen Blog erwähnt – ich weiß, ich bin der König der billigen Eigenwerbung – ist mal kurz Blogpause angesagt, weil mein Laptop die Grätsche gemacht hat. Bis ich wieder voll Schreibfähig bin, passiert hier also erst mal nicht viel. Tröstet euch doch mit ein paar Higlights vergangener Tage. Den Schrott Awards zum Beispiel.

Media Monday #245

Ich machs heute mal kurz: Bäh Montag. Yay Media Monday.

1. Als ____ war das wie eine Frischzellenkur, denn ____ . Dazu fällt mir wirklich überhaupt nix ein. Nicht mal irgendwas doofes.

2. Den ein oder anderen Klassiker sollte ich dringend mal wieder einer Sichtung unterziehen, denn damit macht man ja generell nicht viel verkehrt. Ich weiß, ziemlich langweilige und allgemeine Antwort, aber mir fällt kein Beispiel ein.

3. Es ist echt schwer, Gleichgesinnte zu finden, wenn es um das Thema Froschmutanten geht. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, schließlich sind Froschmutanten viel zu unterpräsent in der Medienlandschaft. Deshalb kann ich auch immer wieder nur darauf hinweisen, dass jeder Filmfan mal Hell Comes To Frogtown gesehen haben sollte. Mehr Froschmutantenwahnsinn geht kaum.

4. Eins meiner liebsten Zitate ist aus dem Drehbuch zu Filmschrott – Der Film und stammt natürlich aus der großen Aufbaurede vor der großen Schlacht gegen die Froschmutanten:

EXT MILITÄRGELÄNDE

Soldaten, Zivilisten und alles was sonst noch da ist, stehen vor einer großen Bühne. Die Soldaten sind sauber wie eh und je. Die Zivilisten sehen aus, als hätte man sie aus einer Kloake gezogen und anschließend zum Panieren durch einen Sandkasten voller Katzenkacke gerollt. Auf der Bühne steht ein Podium. Bundeskanzler Heinrich Laba-Backe tritt an das Podium.

HEINRICH LABA-BACKE

(liest von einem Blatt Papier vor sich ab)

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen …

(Pause)

Bevor ich meine Rede halte, will ich nur kurz darauf hinweisen, dass alle meine Redenschreiber entweder von den Froschmutanten getötet wurden, oder zu ihnen übergelaufen sind, um sich mit ihnen den angelegten Harem zu teilen. Deshalb musste ich zum ersten Mal in meinem Leben selbst eine Rede verfassen. Seien Sie mir also nicht zu böse, wenn die Rede nicht den gewohnten Qualitätsmerkmalen entspricht.

(liest von Blatt Papier ab)

Das Leben ist wie ein Penis. Zu kurz. Oft hart. Und irgendwann landet man im Loch. Aber jeder Penis kann selbst entscheiden, wann er ins Loch kommt und deshalb sage ich: Unsere Lochzeit ist noch nicht gekommen. Wir haben längere Pimmel als die Froschmutanten. Also braucht man für uns auch größere Löcher. Aber ich sage: Wir graben nur kleine Löcher, in die nur die Froschmutanten reinpassen. Wir gehen nicht ins Loch. Denn wir haben den Längsten!

SOLDATEN, ZIVILISTEN UND ALLES WAS SONST NOCH DA IST

(mit nach oben gestreckter Faust)

WIR HABEN DEN LÄNGSTEN!

WIR HABEN DEN LÄNGSTEN!

WIR HABEN DEN LÄNGSTEN!

Bundeskanzler Heinrich Laba-Backe geht unter lautem Jubel von der Bühne, wo einige seiner Parteimitglieder warten.

HEINRICH LABA-BACKE

Lief doch ganz gut, nicht wahr?

VERTEIDIGUNGSMINISTER

Auf jeden Fall, Herr Bundeskanzler. Aber sind Sie sicher, dass an den Vorwürfen, dass sie sexsüchtig sind, nichts dran ist?

HEINRICH LABA-BACKE

Sexsüchtig? Ich? So ein Quatsch. Wenn sie mich jetzt entschuldigen würden. Ich muss zu meiner Sekretärin. Ich musste sie wegen der Rede alleine in meinem Büro lassen.

(öffnet den Reisverschluss seiner Hose)

Wer weiß, was sie da drin alleine anstellt.

Der Bundeskanzler holt eine Tube Gleitgel aus seinem Jackett und verschwindet mit einer eingegelten Hand in der Hose in seinem Büro.

VERTEIDIGUNGSMINISTER

Wundert mich, dass er nicht zum Harem übergelaufen ist.

5. Ich glaube ja nicht, dass Eli Roth mit irgendetwas einen derartigen Erfolg gehabt hätte, wenn er nicht mit Quentin Tarantino befreundet und von diesem so ein bisschen gehypet worden wäre. Denn Eli Roth ist der wohl unfähigste Horror-Regisseur den dieser Planet jemals beheimatet hat. Er hat kein Gespür für Timing, Spannung, Charaktere, oder wie man eine Geschichte erzählt. Stattdessen wird einfach nur rumgesplattert und das wars dann auch. Ohne Tarantino wäre der Typ irgendwo im Splatter-Film-Nirvana zwischen den ganzen anderen Hobbyfilmern, wo er hingehört und keine Sau würde ihn kennen. Leider ist dem aber nicht so, also muss ich mir wohl dringend mal vornehmen seine Filme hier auf den Schrottplatz aufzunehmen. Immerhin hat er ja schon so einiges gemacht, aber einen Beitrag gibt es bisher nur zu Cabin Fever. Das reicht natürlich überhaupt nicht. More Of That Shit Coming Soon.

6. Von den Erinnerungen die ich noch daran hatte ausgehend, hatte ich mir ja bei Disneys Pinocchio etwas völlig anderes erwartet, schließlich …

7. Zuletzt habe ich den zuletzt gesehen und das war echt anstrengend, weil viel zu viel gesungen wurde, die Geschichte völlig zusammenhangslos wirkt und das einfach langweiliger war, als ich es erwartet hätte. Das Einzige was ich im Nachhinein echt interessant finde, ist die Tatsache, dass in diesem Film die Bösen gewinnen. Und das mehrfach. Keiner kriegt wirklich die Quittung für das, was er tut. Sehr untypisch für Disney. Gut ist der Film aber trotzdem nicht (mehr).

The Hateful Liebster Award – (Mehr oder weniger) intelligente Antworten auf interessante Fragen #13

Liebe und Hass liegen dicht beieinander. Wer schon mal bei diesem Liebster Award Dauerstock mitgemacht hat, weiß das nur zu gut. Im ersten Moment denkt man: „Oh, Franzi hat mich wieder nominiert. Wie lieb von ihr.“ Und dann sieht man die Fragen und denkt: „Was sind denn das für Kackfragen? Wer soll auf diese Scheiße denn was gescheites antworten? Ich hasse dich, Franzi.“ Aber dann atmet man tief durch und denkt: „Ach, sie hat es ja nur gut gemeint. Ist eben doch ein nettes Mädchen. Etwas neugierig vielleicht, aber was will man machen.“ Und dann setzt man sich hin und schreibt einfach spontan irgendwelchen Quark unter die Fragen. So wie ich jetzt.

Da ja Domhnall Gleeson seit 2012 mir gehört, wer ist dein Lieblingsgleeson? Brian, Fergus oder Rory? Oder doch der gute alte Brendan?

Ich musste mir jetzt erst mal die Mühe machen, mir die Filmografien der ganzen Honks hier anzugucken. Domhnall (was ist das eigentlich für ein Scheißname? Kann doch keine Sau schreiben. Wozu dieses H da mittendrin?) ist mir am ehesten aus The Revenant bekannt, wo er mir auch sehr gut gefiel. Hab zwar auch True Grit, Dredd und die Potters gesehen, aber kann mich an seine Rollen nicht erinnern.

Brian habe ich offenbar mal in einer Folge PrimeEval gesehen. Erinnert sich noch jemand an die Serie? Die war so herrlich schlecht, dass es einfach nur unglaublich gut war. Ich schätze mal, Brian wurde von einem Dino gefressen, also hat er keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Fergus und Rory haben jeweils genau einen Film am Start. Und das ist bei beiden der selbe Film. Und ich habe ihn nicht gesehen. Also sind die Spaten schon mal komplett disqualifiziert.

Brendan hingegen hat jede Menge coolen Scheiß zu bieten. Brügge und so. Ist klar, ne? Da können seine Blagen nicht mal ansatzweise mithalten.

Meine Fresse ist die Antwort lang. Das reicht ja schon fast für einen Beitrag. Das wird ne Menge zu lesen. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Wann und warum bist du das letzte Mal ausgerastet?

Ich bin ja eher der ruhige Typ, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Eigentlich habe ich nur auf der Arbeit regelmäßige Austicker, wenn mir da mal wieder irgendwas tierisch auf die Nüsse geht. Was quasi täglich der Fall ist, was auch kein Wunder ist, wenn man den unterbezahlten Job so sehr hasst wie ich.

Meinen letzten richtigen Austicker hatte ich allerdings zu Hause, als sich mein TV-Receiver im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auflöste. Als dann drei Sekunden später auch noch Knochenkarl (der Hund) durch die offene Haustür verschwand und ich ihn durch die Nachbarschaft jagen musste, empfand ich es als meine Pflicht, den Hund darüber in Kenntnis zu setzen, was für ein Arschloch er ist, die Nachbarschaft wissen zu lassen, wie verfickt scheiße das Leben ist und wie sehr mir die Welt im allgemeinen auf den Sack geht. Ja, meine Nachbarn lieben mich für meine lautstarken Hasstiraden mitten auf der Straße am Sonntag Mittag.

Zehn Minuten später gab es Kuchen.

Was für Musik hörst du, wenn du wütend bist?

Gar keine. Ich schmeiße lieber rhythmisch irgendwelchen Krempel an die Wand. Ansonsten muss es aber einfach rocken. Und damit meine ich nicht: „Dieser Poparsch, der zum dritten Mal mit einer seiner Scheißschnulzen auf dem ersten Platz der Charts gelandet ist spielt ja schon schön Gitarre aka Nickelback.“ Nein, ich meine: „Alter, der Typ schreddelt so genial auf der verfickten Gitarre rum, dass ich darüber nachdenke kleine Gitarrenbabys mit ihm zu zeugen, einfach nur, damit die Welt für immer so einen rockigen Scheiß genießen kann aka Jimmy Page.“

Gibt es Filme, die du nur auf VHS schauen magst/kannst?

Ich hatte mal ne recht große VHS-Sammlung. Und ich bin auch erst sehr spät auf den DVD-Zug aufgesprungen. Mittlerweile habe ich die VHS-Kassetten aber entsorgt bzw. durch Scheiben ersetzt. Irgendwie vermisse ich zwar den täglichen Bandsalsat von damals, andererseits ist das wahrscheinlich besser so für meine Nerven.

Salziges oder süßes Popcorn? Oder gemischt, wie ich es präferiere?

Ich weiß echt nicht, wann ich das letzte Mal Popcorn gegessen habe. War nie großer Fan davon. Und ich kann mich nicht mal erinnern, dass es davon unterschiedliche Sorten gab. Für mich schmeckte das überall gleich. Ich bin aber ja bekanntlich auch kein großer Kinogänger – obwohl ich den Spaß daran gerade neu für mich entdecke udn schon wieder verwerfe, weil die guten Filme ja nicht laufen, weil ja die Superheldenwichse 42 Mal am Tag in jedem Kino laufen muss, aber ich will mich nicht aufregen – und selbst wenn ich im Kino bin, kaufe ich keinen Krempel zum Film. Nur was zu trinken, das reicht. Ich will nicht den ganzen Film damit verbringen Krümel und Popcornreste und anderen Scheiß von meinem Shirt zu wischen. Das lenkt nur vom Film ab.

Welches Verhalten, was eigentlich nicht nett ist, hast du durchaus perfektioniert?

Sarkastische und ironische Kommentare am Fließband. Ich nehme einfach gar nix ernst. Nicht von mir und auch nicht von anderen. Meine Antworten sind eigentlich immer nur dumme Sprüche, die niemandem weiterhelfen. Liegt vielleicht daran, dass ich sowieso niemandem weiterhelfen kann. Ich kriege ja meine eigenen Probleme nicht mal ansatzweise geregelt.

Glaubst du, es gibt Menschen, die der Magie der Beatles nicht erliegen? Wenn ja, wie können wir die Welt denn nur retten?

Als jemand, der der Magie der Beatles nicht erlegen ist, kann ich nur sagen: Rettung nicht nötig. Ich mag ein paar der Beatles-Songs, aber teilweise ist das doch ganz große Grütze. „Yellow Submarine“ und so ein Scheiß. Kann ich mir nicht reinziehen. Oder auch „All You Need Is Love“. Ist doch einfach nur zum kotzen. Und dann erinnert der mich auch noch an Kai Pflaume.  Und dann ist da noch dieser beschissene Kacksong „Help“. Geh mir weg. Aber den ein oder anderen Song mag ich schon. Mir fällt nur kein einziger ein jetzt gerade. Sorry, Franzi, aber da teile ich deine Liebe nicht.

Was ist der Sinn von Homeparties und wo trifft man dich dort meist an?

Vor einigen Jahren wäre meine Antwort noch gewesen: Sich völlig sinnlos zu besaufen, bis gar nix mehr geht. Und man findet mich mittendrin von Anfang bis Ende, denn ich bin immer der Letzte der geht. Oder alternativ, der letzte der noch irgendwo bewegungsunfähig in der Ecke liegt.

Jetzt ist meine Antwort: Sich mit ein paar Leuten unterhalten, bis diese zu besoffen werden und dir nur noch auf die Nüsse gehen. Und man findet mich immer noch mittendrin, nur nicht mehr so lange wie früher, weil ich ab einem bestimmten Alkoholpegel der Gesprächspartner dann einfach weg muss, bevor es zu anstrengend wird.

Deine Top 5 für eine legendäre Karaokesession.

Schwierige Sache. Meine Erfahrungen beschränken sich auf ein paar Singstar-Abende vor einigen Jahren, als das mal „in“ war.

Deshalb ist der erste Song auch der erste, den ich bei Singstar „singen“ durfte:

Wham mit Wake Me Up Before You Go Go

Und danach kommt dann direkt der zweite Song, den ich bei Singstar zum besten geben durfte:

Karma Chameleon von Boy George

Ja, meine Singstar Erfahrungen waren von Anfang an ein Reigen an homosexueller Energie. Und ich war auch noch recht gut darin.

Dazu:

Alabama Song von The Doors

Und dann noch:

Immigrant Song von Led Zeppelin

Nicht fehlen darf der beste Song der Welt, den keine Sau singen kan, wodurch es erst recht spaßig wird:

Bohemian Rhapsody von Queen

Ich weiß, homo und so. Sollte mir zu denken geben.

Gibt es Filme, die du durchaus als ein Teil von dir bezeichnen würdest?

Puh, nee, eigentlich nicht. Ich mag zu viele Filme, habe auch keinen wirklichen Lieblingsfilm. Und natürlich bin ich einfach zu vielseitig, als das ein Film reichen würde, um mich darzustellen. Ich bin wie Samuel L. Jackson. Hey, vielleicht wenn man alle seine Filme nimmt, ergibt das einen Teil von mir. Motherfuckers.

Wann sehen wir uns (mal wieder)?

Geduld. Irgendwann verschlägt es mich bestimmt mal nach Berlin. Oder zumindest in die Nähe. Oder zumindest raus aus diesem Kaff. Dann komme ich zur Karaoke und gemischtem Popcorn vorbei.

Postapokalyptischer Nebencharakteraustausch

Mad Max Fury Road hat ja bei den Oscars gut abgeräumt. Und die Reihe gilt ja gemeinhin als Begründer des Genres der Postapokalypse mit vielen Autos und jeder Menge Schrott. Aber was ist das? Bereits 2 Jahre bevor der irre Max durch die Wüste fuhr, fuhr Hannibal, seines Zeichens Anführer des A-Teams, mit Vollgas über die:

DAMNATION ALLEY – Straße der Verdammnis – USA – 1977 – 91 Min.

Ein kleines Sandfort in der Wüste … Moment mal, wollen die mir gerade verklickern, dass sich in dieser kleinen Sandburg, die jeder Dreijährige mit etwas zu viel Zeit am Strand hätte bauen können eine komplette Basis für Wasweißichwas befindet? Sieht aus wie bei der NASA kurz vorm Raketenstart, wenn alle Honks wie doof auf ihre Bildschirme starren. Hannibal mit Wolfgang Petry Rotzbremse und irgendein Typ latschen durch ein Gebäude. Ich bin nicht sicher ob das auch noch Sandburghausen ist, denn offenbar spielen Größenunterschiede hier ohnehin keine Rolle. Es ist also durchaus möglich, dass in dem kleinen Sandhaufen ein ganzer Gebäudekomplex versteckt ist.

Jedenfalls lag ich mit meiner NASA-Theorie gar nicht so weit daneben, denn die Honks feuern ein paar Atomraketen oder sowas ab, die dann halt überall alles wegbomben und für das Ende der Welt, wie wir sie kennen sorgen. Und damit meine ich natürlich, dass plötzlich alles orange ist. Warum weiß ich nicht. Ich schätze der Kameramann hat damals einfach den Farbfilter entdeckt und sich nen schönen Tag gemacht.

Nach dem dritten Weltkrieg ist also alles im Arsch. Sogar die Erdrotation funktioniert nicht mehr, weil … ich weiß nicht … Superman ein mal zu viel über dem Tempolimit drum herum geflogen ist? Das hat zusätzlich noch für Fluten und Stürme gesorgt, die so einfach nicht vorherzusehen waren. Hätte man sie vorhergesehen, hätte man sich das mit dem dritten Weltkrieg sicher noch mal anders überlegt.

Nun ist der Schaden aber angerichtet und ein Cowboy hängt in der Wüste rum und beobachtet einen Mopedfahrer, der durch eine Horde Riesenskorpione fährt und um seinen Arsch zu retten einfach mal seine Freundin vom Moped stößt, die dann von den Skorpionen angegriffen wird und in Nahaufnahme als Schaufensterpuppe im Sand endet. Soviel schon mal zu den großartigen Effekten hier. Aber wartet ab, der richtige Effekte-Knaller kommt erst später.

Sandburgen fliegt aus irgendeinem Grund in die Luft und jetzt müssen Hanibal und Co. mit ihren Amphibienpanzerfahrzeugen durch die Wüste gurken, um … irgendwohin zu fahren. Ein genaues Ziel wurde bisher nicht definiert, also behaupte ich einfach mal, sie suchen Wasser. Weil das in der Wüste Sinn macht.
Von der Wüste sieht man dann auch jede Menge. Sonst aber nicht viel, denn es passiert eigentlich erst mal überhaupt nichts.

Ah, man will nach Albany, weil von da mal ein Signal kam, oder so. Tanner und Keegan sind übrigens aus der Armee ausgetreten. Ich wette, das spielt absolut keine Rolle, aber irgendwas muss ich hier ja erzählen, um den Text etwas zu strecken, bevor was aufregendes passiert. Zum Beispiel wenn Tanner und Keegan über Funk Gospellieder singen. Oh, und wenn man mitten in eine Ansammlung von Tornados fährt.

Man fährt also einfach mal mitten in den Sandsturm, der eine photoshopische Glanzleistung darstellt, die selbst die Skorpione von vorhin in den Schatten stellt. Stellt euch vor ihr habt ein Stück Pappe und einen Wüstenhintergrund. Jetzt schiebt er das Stück Pappe ganz langsam von rechts über den Hintergrund und filmt das. Tata! Ihr habt einen 1A-Sandsturm. Wenn das Teil hier nicht den Schrott Award für Effekte im nächsten Jahr abräumt, weiß ich auch nicht.

Weil man ja so tolle runde Amphibienpanzer hat, macht ein Überschlag mal so gar nichts aus. Allerdings verliert man den Funkkontakt zueinander. Was macht man also? Genau man schießt eine Rakete ab und sprengt einen Felsen, damit die anderen den Weg finden. Genial diese Militärs. Wissen sich immer zu helfen, so lange genügend Munition da ist.

Keegan hat sich etwas am Bein verletzt und sein Beifahrer Perry ist tot. Da waren es also nur noch drei, die dann in einem Wagen weiterfahren, weil sich ein Zweiter nicht mehr lohnt.

Man erreicht den ZIRKUS! Und dieser Zirkus soll Las Vegas sein. Vegas ist also ein Zirkuszelt voller einarmiger Banditen. Und einer blonden Tussi im Bademantel, die die Besucher beim Spielen stört. Sie ist die letzte Überlebende in Vegas und hat eine ganz tolle Kleidersammlung. Viel mehr aber auch nicht. Sie erzählt, dass der Manager für den Tod von ein paar Leuten verantwortlich war und deshalb an einem Herzinfarkt verreckt ist.

Da Perry seinen Platz frei gemacht hat, nimmt man die Ische mit. An einer Tankstelle am Arsch der Welt entdeckt Keegan eine Riesenkakerlake und Tanner fährt mit der Tussi Moped. Wir wissen wie gut das vorhin ausging.

Angriff der Monsterkakerlaken! Keegan wird direkt mal in die Hand gebissen und kann nicht mal mehr mit einem beherzten Feuerlöschereinsatz durch Hannibal gerettet werden. Der fährt dann mal lieber los und Tanner und die Tuse müssen mit dem Moped aus dem Kaufhausfenster springen und dann in Echtzeit das komplette Parkhaus herunterfahren, damit man auch die 90 Minuten voll kriegt hier.

Irgendwo in der Wüste trifft man dann irgendein Blag, das mit Steinen um sich wirft. Also muss man den Jungen erst mal durch die halbe Wüste jagen, weil … ja, warum eigentlich? Lasst ihn doch Steine werfen, wie er lustig ist. Ich denke, ihr wollt nach Albany. Wenn der Junge keine Abkürzung dahin kennt, war das hier pure Zeitverschwendung.

Da die „Regel der Vier“ besagt, dass immer nur vier Leute in diesem Streifen unterwegs sein dürfen, bin ich mal gespannt wer beim nächsten Stop an der nächsten Tanke drauf geht und wen man stattdessen einsammelt.

Um Himmels Willen es sind hinterwäldlerische Tankstellenbesitzer mit Schrotflinten. Ich schätze, das ganze verkommt nun mit dem Steinschleuderjungen zum waschechten Teenie Horror. Während sich zwei der Hinterwäldler das Amphibienfahrzeug angucken, steinigt der Junge den Dritten und dann wird rumgeballert. Und natürlich fliegt die Tanke in die Luft.

Interessanterweise haben alle überlebt und gurken weiter durch die Wüste. Ich schätze man wollte keinen der Hinterwäldler mit in die Karre setzen, weil das sonst zu spannend geworden wäre.

Der Kameramann hat den Farbfilter mal auf violett gestellt, was wohl bedeuten soll, dass die Sonne aufgeht. In diesem unbeschreiblich schönen Panorama fährt man auf den Schrottplatz. Ich wusste doch, dass der Film noch richtig gut wird. Tanner warnt Blag Billy nicht zu weit wegzugehen, denn hier wimmelt es von Panthern. Was sonst? Wie jedes gute Kind hört Billy natürlich überhaupt nicht und latscht zwischen den Schrottkarren herum. Ein Sturm zieht auf und Tanner muss auf seinem Moped Billy suchen. Der latscht nebenbei durch den Sturm, als wäre er der Windbreaker persönlich, der eine Windstärke 12 nur müde belächelt. Tanner findet ihn und man fährt zurück zum Panzer. Meine Fresse, das war die wohl aufregendste Rettungsaktion, die ich jemals gesehen habe.

Aus irgendeinem Grund wird dann der ganze Schrottplatz geflutet und wir wissen endlich, warum die unbedingt einen Amphibienpanzer durch die Wüste kutschieren mussten. Hannibal beeindruckt das nebenbei offenbar alles überhaupt nicht, denn er guckt durchgehend, als wären irgendwo Titten an die Wand genagelt, von denen er auf keinen Fall den Blick abwenden kann.

Über den Seeweg erreicht man also eine Blumenwiese. Da ist der Radioempfang ganz besonders gut und man hört einen Funkspruch aus Albany. Vor Freude ballert Hannibal in die Luft und gibt einen Funkspruch ab, damit man sie finden kann. Tanner und Billy fahren in die Stadt, um Pizza und Bier zu besorgen. Leider werden sie nicht plötzlich von einer Riesenkakerlake angegriffen. Sie sehen nur zwei Pferde. Nach ungefähr 5 Minuten des harmonischen Die-Straße-entlang-fahren-und-bloß-nicht-für-Spannung-sorgen-jetzt-zum-Schluss ist der Streifen dann leider vorbei und wir werden nie erfahren, ob das hier das erste A-Team war.

Okay, ich geb zu. so richtig Mad Max war das noch nicht. Aber es ging in die Richtung. Würde mich also nicht wundern, wenn George Miller dieses Machwerk ebenfalls gesehen hat und sich dachte: „Cool. Das mache ich auch. Nur in Nicht-Scheiße.“ Wie auch immer. Ich gehe meinen Riesenskorpion füttern …