Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Mal aktuell: Good Omens

Mittlerweile sollte bekannt sein, dass ich großer Fan von Terry Pratchetts Werken bin. Auch wenn ich das Wort Fan nicht mag. Ich sammele keine Fedorahüte, weil Terry die gerne trug oder habe eine Kiste, die ständig hinter mir herläuft. Aber ich mag seine Schreibe und seine Kreativität und mehr oder weniger jedes Wort, das er jemals geschrieben hat. Um so schweriger gestaltet es sich natürlich, mich mit einer Adaption seines Werks zu überzeugen. Da in diesem Fall aber Neil Gaiman persönlich die arbeit übernahm, sein und Terrys Werk auf die Bildschirme zu bringen, habe ich wenig Sorgen. Hoffentlich berechtigt.

GOOD OMENS

Vorweg eine Sache, die sich für mich niemals ändern wird: Buchhumor lässt sich nicht gut auf ein visuelles Medium übertragen. Vor allem nicht, wenn es sich um Humor im Stile eines Terry Pratchett oder Douglas Adams handelt. Da hilft auch Frances McDormand als göttliche Erzählerin nicht. Mit anderen Worten: Das Voice-Over hat mich größtenteils genervt und mir wäre es lieber gewesen, man hätte die paar Szenen, wo es wirklich nützlich ist, mit den Darstellern abgedreht oder sich was anderes einfallen lassen, um die Lücken zu füllen. Ich brauche in einer Serie keine lustigen Charakterbeschreibungen und Hintergründe, denn die kann man genau so gut zeigen.

Dementsprechend quälend fiel für mich die erste Folge aus. Neben der ganzen Exposition hat sich vor allem das Baby-wechsel-dich-Spiel gefühlt ewig hingezogen.

Die Geschichte ist natürlich schön bekloppt und steigert sich mit jeder Szene zu größerem Irrsinn. Die Darsteller machen ihre Sache durch die Bank gut bis hervorragend und man merkt ihnen an, dass sie so richtig Bock auf die Nummer hier hatten. Vor allem David Tennant, Michael Sheen und Jon Hamm stechen heraus. Letzterer in der Rolle des Engels Gabriel, die für diese Serie im Vergleich zum Buch etwas größer angelegt wurde. Dafür hat man die Szenen mit den SIE eingedampft, was ein wenig Schade ist, da dadurch der ganze Verschwörungsquatsch aus dem Buch wegfällt, der ja zu dem ganzen Chaos irgendwie dazugehört und einiges erst heraufbeschwört.  Aber da das nicht groß was zur Story beigetragen hat, ist es schon okay so. Dummerweise bleiben so der „Antichrist“ und seine Freunde aber sehr blass hier und er und seine Freunde wirken bis zum Schluss nur wie ein Plotelement, das dann plötzlich wichtig wird.

Lobend erwähnen muss man natürlich auch den Queen-Soundtrack, der besonders für Kenner des Buchs ein schöner Insider-Gag ist. Weitere kleine Gags ziehen sich durch die Serie und es gibt einiges zu entdecken für die absoluten Fans der Vorlage. Alleine die Opneing Credits sind eine wahre Fundgrube an Details. Der ein oder andere Cameo ist auch dabei. Neil Gaiman und Terry Pratchett tauchen in gewisser Form ebenfalls auf.

Absolutes Highlight ist Episode 3, die größtenteils aus Szenen besteht, die nicht im Buch vorkommen. Da ich kein großer Befürworter von direkten Adaptionen und immer auf der Suche nach dem anderen Weg, eine Geschichte erneut zu erzählen bin, hat mir die Folge richtig Spaß gemacht. Den kleinen Zusatz am Ende mochte ich dementsprechend ebenfalls. Ich hoffe nur inständig, dass man sich hier nicht bewusst, eine Tür für eine Fortsetzung offen gehalten hat. Das würde sicher schiefgehen.

Nach schwierigem Start also ein schöner Spaß, der nicht immer den Humor des Buchs trifft, dafür aber mit tollen Darstellern trumpfen kann. Die ein oder andere Rolle kommt dabei zwar zu kurz, aber im Buch waren Erziraphael und Crowley auch schon das Highlight, also kann ich mich kaum beschweren, dass man ihnen hier noch mehr Zeit eingeräumt hat.

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Monatsrückblick – Mai 2019

Den Mai habe ich genutzt, um mal ein paar Serien zu beenden, die ich irgendwann mal angefangen habe. Da sammelt sich hin und wieder schon mal was an, aber eine Serienfolge guckt sich oft eben auch leichter weg, als ein ausgewachsener Film.

ARTHURS GESETZ – MINI-SERIE

Eine Mini-Serie aus Deutschland mit Jan Josef Liefers, die ein wenig an FARGO erinnern soll. Da musste ich mal reinschauen. Und ja, die sechs Episoden sind teils schon schwarzhumorig und Liefers liefert natürlich mal wieder ab. Allerdings hat die Serie ein Problem, dass ich oft bei deutschen Produktionen feststellen muss: Die Dialoge sind zum Teil einfach nur grottenschlecht geschrieben und alles unterhalb der Hauptdarsteller (und selbst da) wirkt wie die Laientheatertruppe von der Grundschule Hinterwaldingen. Ansonsten bietet die Geschichte aber kurzweiligen Spaß rund um Mord und Totschlag.

POPCORN

Hier gehts zum Filmschrottbeitrag

KIDDING – SEASON 1

Jim Carrey hat seine eigene Puppenshow, aber wird langsam irre, nachdem sein Sohn bei einem Unfall gestorben ist. Die Kombination Jim Carrey und Michel Gondry, der hier bei einigen Episoden Regie führte, ist bei mir seit ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND quasi unfehlbar. Und auch hier liefern sie. Die Geschichte behandelt wunderbar die verschiedenen Wege mit Schmerz umzugehen, während sie zusätzlich von der „Kinder müssen in einer watteverpackten Ladidadiwelt aufwachsen und man darf sie nicht mit den schmerzhaften Wahrheiten des Lebens konfrontieren“ abweicht. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt und ich freue mich jetzt schon auf weitere Nervenzusammenbrüche.

GAME OF THRONES – SEASON 8

Fick die Autoren!!!

DOCTOR WHO – SEASON 11

Dass ich hier so lange gebraucht habe, liegt nicht nur daran, dass ich wenig Zeit zum Gucken habe. Der Funke will einfach nicht mehr überspringen. Das Problem hatte ich auch schon bei Capaldi, was aber nicht an ihm lag, sondern einfach an den unspektakulären Geschichten. Mit dem Showrunner-Wechsel und der ersten weiblichen Doctorin, dachte ich, es geht vielleicht wieder aufwärts. Leider nicht. Ich habe durchgehend das Gefühl, alles bereits gesehen zu haben. Die Luft ist einfach raus, fürchte ich. Nach so vielen Jahren aber vielleicht auch nicht aufzuhalten.

YOU’RE THE WORST – SEASON 5

Leider – oder vielleicht zum Glück, denn oft ist es besser, etwas zu beenden, bevor es nervig wird – die letzte Staffel, dieser sympathischen kleinen Serie über ein Paar, das sich in seiner kompletten Abgefucktheit nur lieben und hassen kann. Passend zum Serienabschluss geht es hier um Hochzeitspläne und bei diesen Charakteren beinhaltet das in erster Linie, nochmal so richtig die Sau rauszulassen. Die Serie wankt immer zwischen Liebe und Leid der Figuren hin und her und bringt die Geschichte zu einem guten Abschluss.

BROOKLYN NINE-NINE – SEASON 6

Der Senderwechsel hat der Serie zum Glück nicht geschadet und NBC scheint den Autoren nicht reinzuquatschen (kennen sich ja auch schon von „Parks & Recreation“). Was soll man groß sagen. Die Serie macht einfach ne Menge Spaß, die Vergangenheit einiger Charaktere wird etwas beleuchtet und generell passt diese irre Truppe einfach wunderbar zusammen. Auf diesem Level kann es ruhig noch mal 6 Staffeln geben.

Vergangenheitsaufarbeitung für Filmfanatiker mit psychischen Schäden

So ein bisschen könnte man sagen, der heutige Film ist ein wenig der Vorreiter von SCREAM. Aber wirklich nur ein bisschen, denn eigentlich hat er absolut nichts damit zu tun.

POPCORN – USA -1991 – 91 Min.

Regisseur Mark Herrier kennt keine Sau, was daran liegt, dass er nur bei diesem Film auf dem Stuhl saß und ansonsten alle Jubeljahre mal vor die Kamera tritt, um eine Nebenrolle in einer Serienfolge zu übernehmen.
Autor Mitchell Smith hat noch weniger geleistet. Aber sein Co-Autor Alan Ormsby, der hat das Drehbuch zu CAT PEOPLE geschrieben und bei MULAN … irgendwas gemacht.
Müssen es wohl die Darsteller Jill Schoelen, Tom Villard oder Derek Rydall retten, die auch kein Schwein kennt. Aber da ist ja noch Dee Wallace und die war überall dabei: E.T. THE HOWLING. CRITTERS. THE HILLS HAVE EYES. Und fast 250 weiteren Produktionen. Ich sage ja: Überall. Mit dieser geballten Erfahrung kann das hier ja wohl kaum schlecht werden. Holt das Popcorn raus, es geht los:

Es beginnt mit einem Traum. Feuerwerk. Ein Mädchen. Eine Fackel. Irgendein Honk, der aussieht wie eine schlechte Kopie von Vigo der Karparte. Habe ich eigentlich schonmal erwähnt, wie grauenhaft ich Traumsequenzen finde? Ganz besonders zu Beginn eines Films. Die Träumerin hat diesen Traum wohl öfter und macht sich Aufzeichnungen, weil sie daraus einen Film machen will. Na, Meta und so, was? Ein bisschen wie SCREAM. Ihre Mutter kriegt derweil einen Anruf von irgendeinem Irren, der mit verzerrter Stimme irgendwelchen Quatsch labert. Erinnert ein bisschen an SCREAM … okay, ich höre jetzt auf, darauf hinzuweisen, ihr merkt es schließlich sicher selbst.

Mark ist sowas von geil auf Maggie, dass er ihr direkt die Zunge in den Hals schiebt. Die will sich aber auf ihr Drehbuch konzentrieren und hat keine Zeit für einen Freund. Wartet … die sind kein Paar und Mark macht hier einfach den Schlabberlappen vom Dienst ohne zu fragen? Wenn noch jemand einen Grund für den verstärkten Feminismus braucht, wendet euch an Mark.

Im Filmkurs werden grandiose Einsichten getätigt. Wusstet ihr beispielsweise, dass in POLICE ACADEMY 5 mehr Charakterentwicklung und sozialer Kommentar steckt als in allen Ingmar Bergmann Filmen? Wieder was gelernt. Die Schüler sind übrigens die Leute, die heute in Hollywood die Filme machen. Hier entscheiden sie aber erstmal, dass früher alles besser war und wollen einen Horror-Kino-Abend veranstalten, bei denen Filme mit Gimmicks aus den 50ern und 60ern gezeigt werden. Also sowas wie Spectrovision oder Geruchskino. Klarer Verweis hier auf William Castle, der gerne mal mit solchen Spielereien herumgefuckelt hat. Nette Sache.

Das alte Kino muss ein wenig auf Vodermann gebracht werden und dazu holt man Dr. M zur Hilfe, der schon Kinos betrieben hat, als es nur Diashows gab. Zu Reggae-Musik wird dann renoviert und ich sollte vielleicht ewähnen, dass der Film in Jamaika gedreht wurde. Warum, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass ich Reggae absolut grauenhaft finde. Ich glaube irgendwo in dieser Montage versteckt sich auch der Humor dieser Horrorkomödie, aber ich finde ihn nicht.

Die Gruppe guckt einen eigenartigen Film names „Possessor“ von Regisseur Lanyard Gates, der seine Familie umgebracht hat und der Typ ist, von dem Maggie dauernd träumt. Das findet Mutti eher beunruhigend und will, dass sie nicht mehr ins Kino geht. Außerdem kriegt sie wieder einen Anruf von dem komischen Typen und der ist scheinbar besagter Lanyard Gates und er will Maggie haben. Keine Ahnung, was Mutti und Lanyard miteinander zu tun haben, aber ich bin sicher, wenn ich es erfahre wird es nicht den geringsten Sinn ergeben. Mutti … träumt die jetzt auch oder was ist das? Sie tapert durchs Kino und Lanyard erscheint au der Leinwand und dann wird sie verfolgt und ich glaube sie stirbt. Eine Sache weniger, um die ich mir Gedanken machen muss.

Der Horror-Film-Abend steht an und zur Feier des Abends haben sich die Filmstudenten in Kostüme geschmissen. Mark kommt auch vorbei und hat irgendeine Schnickse im Arm. Maggie scheint eifersüchtig. Kommt schon, das Fass müsst ihr wirklich nicht aufmachen. Killt Mark einfach und gut ist.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Szenen im Kinosaal sind schon eine feine Liebeserklärung an das Horrorkino der 50er und 60er. Den Moskito-Streifen würde ich mir ohne zu Zögern angucken. Hinter der Leinwand wird der Lehrer durch eine Fehlfunktion von einem Riesenmoskito aufgespießt, der wohl über die Zuschauer fliegen sollte. Ich frage mich gerade, wo die eigentlich das Geld für den ganzen Krempel herhaben. Kino gemietet, Riesenmoskito gebaut, Kostüme ohne Ende usw. Hatte die Uni ein gutes Jahr und zu viel Knete übrig oder wie sollen die das finanziert haben?

Der tote Lehrer wird weggeschleift. Es ist also ein Killer im Kino unterwegs. Wer wird es sein? Maggie? Maggies Mum? Maggies Stiefbruder Lanyard Gates? Das mit dem Stiefbruder ist natürlich nur geraten, aber irgendeine Verbindung gibt es da hundertprozentig.

Maggie macht jedenfalls alle kirre mit ihrer Theorie, dass Gates persönlich im Kino ist und Leute morden will. Da startet nebenbei gerade Film Nummer 2 „The Amazing Electrified Man“. Warum bin ich nicht bei diesem Filmabend dabei? Das klingt alles traumhaft.

Mark kriegt von irgendeinem Typen eine verpasst, der sich neben Marks Blondine gesetzt hat. Die Blondine könnte es nicht weniger tangieren.

Ah, Moment. Lanyard Gates hatte eine Tochter namens Sara und die ist igendwie Maggie und deshalb killt er rum. Also, so reime ich mir das gerade zusammen. Sinn ergibt es ohnehin nicht im Geringsten, was hier passiert. Die Filme im Kino sind viel geiler, glaube ich. Da brutzelt immerhin gerade Elektroman die Bullen weg und lacht böse.

Tina macht mit dem Lehrer rum und ihr ahnt es schon: Der Killer trägt die Gesichter seiner Opfer, weil Leatherface und so. Tina ist natürlich des Todes. Mark und Maggie sind saudoo und sperren sich versehentlich aus. Maggie kommt gerade darauf, dass sich Killer Gates tarnt … sagt mal, habe ich was verpasst oder woher weiß die das erstens alles und warum bleibt sie dabei zweitens so ruhig, als würde sie von einem Picknick im Stadtpark erzählen? Sollte die nicht etwas aufgeregter sein, wenn sie davon überzeugt ist, dass da ein Killer rumläuft?

Im Vorführraum wird der Vorführer gegrillt wie auf dem elektrischen Stuhl. Stromausfall und jemand muss das Licht wieder anschalten. Also tapern alle durch die Finsternis. Um das Publikum zu unterhalten hat man passend zum Horrorabend eine Reggaeband eingeladen die jetzt auftritt und von der aus irgendeinem Grund jeder im Kino die Texte kennt.

Maggie trifft Lanyard Gates und der hält sie für Sara und will sie mit ihrer Mutter zusammenführen und ich raffe es ernsthaft nicht. Hatte die Mutter was mit Gates? Heißt Maggie in Wirklichkeit Sara und niemand hat es ihr verraten? Und warum wirkt hier pötzlich wieder alles wie eine grauenhafte Traumsequenz? Okay, Maggie erinnert sich jetzt: Sie ist wirklich Sara, die einzig Überlebende von Lanyards Mörderaction. Und ihre Mutter war eigentlich ihre Tante und Gates will jetzt den Job beenden.

Bevor er den Job beendet: Kann Lanyard Gates bitte die beschissene Band killen? Dieses fröhliche Gedudel ist einfach nicht zu ertragen.

Oh, der Strom ist wieder da und der dritte Fim kann starten: „The Stench“ im atemberaubenden Aroma-Rama.

Lanyard Gates führt Maggie seine Masken vor und es stellt sich heraus, es ist gar nicht Lanyard Gates, sondern der Filmstudent Toby, der bei Lanyard Gates Mordgemetzel und anschließedem Feuer seine Familie und sein Gesicht verlor und wegen den Verbrennungen Masken tragen muss. Und er gibt natürlich Maggie die Schuld. Und er will die Aufführung von „Possessor“ exakt nachstellen, damit die Dinge wieder in Ordnung sind und seine Familie nicht sterben muss. Für eine Sekunde dachte ich, die sind so grandios und bringen hier echt noch eine Zeitreisestory mit rein. Aber nein, Toby ist einfach nur irre.

Blondine Joy sagt Mark, dass seine Maggie mit Toby rummacht und sie sicher zu ihm gegangen sind. Mark geht zu Toby nach Hause und findet heraus, dass er irre ist.

Das Kino wird passend zum Film mit stinkendem Rauch zugenebelt. Toby unterbricht aber einfach den Film, um seine nachgestellte Premiere durchzuziehen. Mark klettert am Kinoschild hoch, um den Tag zu retten. Die Zuschauer halten es natürlich alles für Show. Der sorgt für den hundertsten Kurzschluss hier und der Moskito segelt von der Decke und spießt Toby auf. Das Publikum ist begeistert.

Ich auch, denn der Streifen ist vorbei. Abgesehen von den netten nachgestellten Horrorklassikern, war das hier irgendwie recht lahm und verworren. Aber eine Liebeserklärung an das Horrorkino von früher kann man nicht komplett abstrafen. Ich gehe den Tingler gucken …

Mal aktuell: Game Of Thrones Season 8 Episode 6

Fast geschafft. Nur noch diese eine Episode, dann hat das Grauen ein Ende. Von Anfang an war wohl mehr oder weniger klar, dass diese Serie in die TV-Geschichte eingehen wird. Und das wird sie zweifelsohne. Der Produktionsaufwand sucht in der TV-Landschaft seinesgleichen. Epische Fantasy erlebt durch sie eine Art neuen Hype. Und selten zuvor hat sich eine Serie so sehr selbst zerstört. Das reicht sogar soweit, dass es eine Petition gibt, um die letzte Staffel nochmal neu zu drehen. Die Leute heutzutage haben halt einfach komplett den Arsch offen und glauben, es muss alles so laufen, wie sie es wollen. Ich hätte mir natürlich auch eine höhere Qualität aus erzählerischer Sicht gewünscht, aber es ist, wie es ist. Warum es meiner Meinung nach so ist, könnt ihr nebenbei auf meinem anderen Blog nachlesen.

Jetzt aber zum großen Finale. Ich erwarte natürlich gar nichts mehr, weil es mir ohnehin scheißegal ist. Aber trotzdem noch schnell meine Gedanken zum weiteren Verlauf, damit ich hinterher sagen kann: „Ich habs euch ja gesagt.“ Oder ihr mir sagen könnt: „Du hast doch absolut keine Ahnung.“

Also: Jon killt Daenerys und verzichtet auf den Thron, da er sich lieber in den Norden zurückzieht. Sansa regiert mit Tyrion als Hand. Alternativ wäre auch noch Gendry eine Möglichkeit für den Thron, was eigentlich ganz lustig wäre, wenn man bedenkt, dass er diesen Anspruch jetzt nur durch Daenerys hat. Nur finde ich Gendry erstens sterbenslangweilig und zweitens hat er im Verlauf der Serie eine viel zu kleine Rolle gespielt, um jetzt am Ende oben zu thronen. Aber mich würde hier gar nichts mehr überraschen. Arya wird als Assassinin durch die Welt streifen und Rächerin der Enterbten, Beschützern von Witwen und Waisen werden.

TODESTIPP: Daenerys (und der Großteil ihres Anhangs, die mal mehr und mal weniger werden, jenachdem, wie viele Unsullied und Dothraki die Autoren gerade brauchen)

TODESTIPP: Die Serie selbst. Okay, die liegt ohnehin in den letzten Atemzügen, aber ich habe so im Gefühl, dass die Autoren heute nochmal so richtig in die Scheiße greifen. Wenn schon untergehen, dann wenigstens richtig, nicht wahr?

Bringen wir die Nummer hinter uns …

THE IRON THRONE

Gab es wohl jemals in der Historie von … der Historie an sich einen schlechteren Berater als Tyrion? Meine Herren, hat der seinen Job mal verkackt, oder was? Und jetzt schaut er sich das Ergebnis dieses Versagens aus der Nähe an. Das wäre auch ganz nett, wenn dieses Ergebnis nicht aus so einer dämlichen Scheiße wie letzte Woche entstanden wäre. Und dann buddelt er seine Geschwister aus und das wäre auch ganz nett, wenn die nicht durch eine so dämliche Scheiße wie letzte Woche gestorben wären und das alles hier mehr Sinn ergeben würde.

Ist Arya nicht letzte Woche aus der Stadt geritten? Wieso ist die jetzt wieder da? Und wie hat es Greyworm geschafft, Jon Snow zu überholen, obwohl er vorher noch Kehlen durchschneiden musste? Und warum ist mir das hier alles so scheißegal? Ach ja … die Autoren sind unfähige Affen. Hatte ich fast vergessen.

Erinnert ihr euch noch an den Night King? Das war dieser untote Eiszombie, der einfach nur böse war und die ganze Welt einfrieren wollte. War der reinste Lappen, wie sich herausstellte. Aber jetzt haben wir Daenerys in der exakt gleichen Rolle. Nur, dass sie die Welt abfackeln will. Tolle Sache. Einen lahmen Handlungsstrang, den man bereits einmal in den Sand gesetzt hat, sollte man wirklich dringend wiederholen. Und am besten in einer Episode abfrühstücken, denn so schreibt man ein Finale. Erst den Night King unspektakulär weghauen und dann durch die Fire Queen ersetzen.

Nur mal so nebenbei: Daenerys tötet jeden, der sie hintergeht oder nicht auf ihrer Seite steht, außer Tyrion. Und wisst ihr warum? Genau. Der darf nicht sterben, denn man braucht ihn gleich noch irgendwann. Mehr Beweise, dass die Autoren hier nicht mal mehr eine Sekunde über Logik und Zusammenhänge nachgedacht haben, braucht man eigentlich gar nicht.

Kommen wir zur absoluten Lächerlichkeit: Jon Snow verteidigt tatsächlich Daenerys‘ Taten. Wollen die mich verarschen? Jon mag ein naiver Mann sein, aber er war nie dumm und hatte immer vor allem eines im Sinn: Ehre. Und ehrenvoll war letzte Woche gar nichts. Wie kann der das bitte gutheißen? Die Autoren haben ACHT VERFICKTE JAHRE LANG mit diesen Charakteren gearbeitet und verstehen sie immer noch nicht. Und kommt mir nicht mit „aber Liebe und so“. FICK LIEBE!!! UND FICK DIE AUTOREN!!!!!!!

Warum liegt der Drache im Schnee? Na, einfach, weil es toll aussieht. Um mehr geht es hier schon lange nicht mehr.

Da steht der eiserne Thron. Jetzt auch mit toller Aussicht, wo die ganzen störenden Wände rundherum weg sind. Hätte eine echt epische Szene werden können, wenn nicht letzte Woche … ach vergesst es …

Jon sticht also mittendrin die Königin ab und Drogon, das Muttersöhnchen, ist nicht erfreut und schmelzt den Thron ein, damit es jetzt um wirklich absolut gar nichts mehr geht in dem Müll hier. Und dann fliegt er mit Mamis Leiche weg und … boah, spielt die End-Credits. Die Scheiße ist ja nicht mal mehr lustig. Das ist doch nur noch Krampf. Nebenbei hat man die Fire Queen damit genau so unspektakulär im Vorbeigehen umgenietet, wie den Night King ein paar Folgen zuvor. Reife Leistung.

Es folgt der Epilog: Das hatte ich ja mehr oder weniger für die ganze letzte Folge vermutet und wurde glücklicherweise nicht komplett bestätigt.

Greyworm ist jetzt … keine Ahnung was. Warum leben Jon und Tyrion immer noch? Das ergibt einfach absolut keinen Sinn. Der eine war schon zum Tode verurteilt von der Königin und der andere hat diese Königin abgestochen. Warum sollten die Unsullied und die Dothraki die am Leben lassen? Sie sind Krieger, die mit Politik nichts am Hut haben und vorhin noch fröhlich ALLE Feinde gemeuchelt und wenn Tyrion und vor alle Jon mal keine Feinde sind, dann weiß ich es auch nicht.

Und jetzt machen die echt den dreiäugigen Bran zum König. Und Sansa kriegt ne Extrawurst, weil … ist eben so. Und Tyrion ist wieder die Hand und ich habe so dermaßen die Schnauze voll von dem ganzen Käse hier.

Unsullied gehen segeln. Jon geht in den Norden, wie vermutet. Arya wird Kartographin. Brienne schreibt die Geschichte von Jaime weiter. Sagt mal, hatten die Autoren keine noch unpassenderen Aufgaben für die Charaktere zum Schluss? Warum nicht gleich Sam zum Staubsaugervertreter machen?

Nee oder, die bringen nicht wirklich den „alles wurde niedergeschrieben und wir nennen es ‚A Song Of ice And Fire'“-Meta-Overkill … Fick die Autoren.

Die Runde am Tisch wäre vor 3-4 Jahren nebenbei noch die pure Unterhaltung gewesen. Jetzt … nix mehr.

Alle gehen also ihrer Wege und es ist überstanden. Ich muss schon sagen: Ich habe wirklich noch nie erlebt, dass eine Serie so sehr aus den Fugen geraten ist, wie es hier der Fall war. Meine Fresse, haben die es verkackt.

 

Am Ende bleibt wohl nur noch zu sagen: Die Serie zum Lied von Eis und Feuer, war zum Schluss scheiße aber teuer.

FICK DIE AUTOREN!!!

Vielleicht auch hier von Interesse: Warum Game Of Thrones in der letzten Staffel so kacke ist.

Eins der größten TV-Ereignisse findet sein Ende. Am Sonntag läuft die letzte Episode von GAME OF THRONES. Und die Gemüter könnten nicht gespaltener sein. Ein Großteil der Zuschauer ist enttäuscht oder regelrecht angepisst über die Entwicklungen. Und auch ich muss sagen, dass das alles einfach nicht mehr geil ist. Um genau zu sein, halte ich […]

über Game Of Thrones und das Schreiben — Marcel Michaelsen

Mal aktuell: Game Of Thrones Season 08 Episode 05

Hätte mir mal jemand gesagt, dass mich zu diesem Zeitpunkt der Serie mehr interessieren würde, welche Schwachsinnigkeiten sich die Autoren für diese Woche haben einfallen lassen, statt wer am Ende auf dem Thron sitzt. Einen Tipp auf den weiteren Verlauf will ich aber trotzdem abgeben: Sansa wird am Ende auf dem Thron sitzen, nachdem Jon Daenerys gemeuchelt hat und der auf den Thron verzichtet, um im Norden rumzuhängen.

Todes-Tipp: Daenerys. Vielleicht erst in der letzten Folge, aber da erwarte ich eigentlich nicht mehr, als einen viel zu langen Epilog. Diese Woche wird es also zur großen Schlacht um Kings Landing kommen, denke ich.

Todes-Tipp: Cersei. Die muss somit auch weg und der beste Kandidat dafür ist natürlich Jaime, der letzte Woche nach einem hingeschluderten Liebesspiel mit Brienne zurück in den Süden ritt. Die Story ist so unglaublich kacke, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Nur mal so nebenbei: Wenn man Jaime einen endgültigen Grund geben wollte, seine Schwester zu erdolchen, warum dann nicht Brienne, deren Geschichte ohnehin abgeschlossen war, in der Schlacht sterben lassen und Jaime dann Cersei dafür verantwortlich machen, weil die nicht geholfen hat? Wäre viel sinnvoller gewesen.

Todes-Tipp: Die Cleaganes. Der Cleagane-Bowl ist wohl unausweichlich. Hab ich zwar keinen Bock drauf, weil es auch nur der Kampf zwischen einem Untoten und einem Lebenden ist und von dem Käse hatten wir jetzt genug, aber das wird ihn wohl kaum verhindern. Ich denke, dass der Hound den Frankenmountain schnetzelt, dabei aber so stark verletzt wird, dass es selbst draufgeht. Vielleicht gibt es noch eine grauenhafte Abschiedsszene mit Arya.

Schauen wir mal, ob ich recht behalte, auch wenn es mir ehrlich gesagt scheißegal ist. Eine Show, in der ein Kaffeebecher das mit Abstand kleinste Problem ist, holt mich halt nicht mehr wirklich ab.

THE BELLS

Varys ist fest entschlossen, das westerosische Postsystem aufrecht zu erhalten und schreibt Briefe. Und er will Jon belabern, doch mal den Thron zu übernehmen jetzt, aber Snow ist die Loyalität im Pelzmantel und steht hinter seiner Königin.

Die wird natürlich immer weiter irre, weil … das muss so sein. Gut, jeder hat sie irgendwie hier betrogen und der Wandel ist nachvollziehbar. Nur eben viel zu schnell.

Varys wird wegen Verrat gebrutzelt und … ähm ja, das war also das. Er stand 20 Episoden lang nur nutzlos in der Ecke rum, bekam letzte Woche wieder sowas wie eine Handlung und wird diese Woche nach 10 Minuten gebraten. Wenn noch jemand einen Beweis brauchte, dass hier für nix mehr Zeit ist, hier ist er.

Tyrion steht ebenfalls bereits auf glühenden Kohlen und der nächste Fehler dürfte sein letzter sein. Vielleicht hätte ich ihn in meine Todesliste mit aufnehmen sollen. Immerhin kann er vorher nochmal seine grandiosen Fremdsprachenkenntnisse zum Besten geben. Und er ist immerhin gewillt, das Richtige zu tun und die Unschuldigen zu retten.

Wieso wird Jaime von den Unsullied gefangen genommen, nachdem er mit ihnen gegen die Toten gekämpft hat? Ich kann mich nicht erinnern, dass er wieder zum Feind erklärt wurde, nachdem er Winterfell verlassen hat. Schöne Szene aber nochmal zwischen den Brüdern, aber dieses ganze Gedödel rund um Jaime und seine Seitenwechsel ist halt einfach Quatsch.

Und wieso ist der dann plötzlich frei? Ich meine, ja, Tyrion hat ihm geholfen, aber wie ist er aus dem bewachten Zelt und aus dem Lager und überhaupt und sowieso entkommen?

Jedenfalls sind jetzt alle in Kings Landing und die Action kann dann wohl gleich abgehen, denn davon hatten wir lange nichts. Fast eine Viertelfolge lang. Wir sind uns nebenbei wohl alle einig, dass das Glockenläuten einen Scheiß bdeuten wird, so oft, wie Tyrion das jetzt erwähnt hat.

Ähm, wieso ballern die Schiffe nicht wie in der letzten Folge ununterbrochen auf den Drachen? So überraschend und vor allem unvorbereitet kam der Angriff ja jetzt nicht. Die Action in dieser Serie ist einfach nur noch so dumm, dass es schon körperlich weh tut, sich das anzugucken. Von der wandzerfetzenden Feuerfontäne fange ich besser gar nicht erst an. Es ist nur noch Style over Substance und alles viel zu einfach. Ein bisschen die Stadt weggefackelt und das wars. Die Truppen ergeben sich und Feierabend. Das können die doch nicht ernst meinen.

Und da läuten die Glocken und die Serie ist vorbei. Ach nee, wartet mal, irgendwas muss hier noch passieren. Mir ist mittlerweile alles so scheißegal, dass ich ganz vergessen habe, dass noch ein paar Leute sterben müssen. Oh, und das Danerys jetzt völlig grundlos noch komplett böse werden muss, was einfach nur kompletter Schwachsinn ist. Wisst ihr noch, als die Serie aus Grauzonen bestand? Vergesst den ganzen Scheiß. Es geht hier nur um Gut gegen Böse.

Menschen gegen Night King – Gut gegen Böse

Norden gegen Cersei – Gut gegen Böse

Jon Snow gegen Daenerys – Gut gegen Böse

Fick die Autoren von dieser unfassbar dämlichen Scheiße und verbrennt sie dafür, dass sie eine Vorlage, die man kaum verhunzen konnte, so eine Farce gemacht haben. D&D steht für Dumm und Dümmer. Unfähige Fatzken, die im Hollywoodsystem gefangen sind und eine gute Story nicht mal erkennen würden, wenn sie ihnen in die Fresse pisst. Schreibt halt verfickte Blockbuster für Dwayne Johnson, ihr Wichser!!!

So, Euron gegen Jaime hat einen einigermaßen dreckigen Vibe. Es könnte alles so schön sein, wenn nicht alles so kacke wäre. Denn Jaime ist insgeheim doch ein Guter und muss deshalb ein unbesiegbarer Superheld sein, der selbst, nachdem er zweimal abgestochen wurde, noch seinen Gegner metzelt. Es ist alles einfach nur noch lächerlich.

Dr. Frankenstein wird mal eben so an die Wand geklatscht, die Cleaganes schwingen mal kurz das Schwert und der Frankenmountain ist irgendwie unsterblich, weil … ist halt so.

Arya will die Leute aus der Stadt führen, weil sie sonst nix zu tun hat und halt eine von den Guten ist.

Jaime ist wieder ein Böser, deshalb darf er jetzt sterben. Vorher zitiert er noch den massentauglichsten Metallica-Song und wenn das mal nicht sinnbildlich ist für diesen Bullshit, dann weiß ich es auch nicht.

Ich bin ja selten sprachlos, aber … meine Fresse … wow … wow . Fick die Autoren.

Kultschrott – Waterworld

Für ein paar Jahre, Anfang bis Mitte der Neunziger, führte in Hollywood fast kein Weg an einem Mann vorbei: Kevin Costner. Er hat sie alle gespielt: Robin Hood, Wolftanzkarl, Kennedymordermittlerheinz, Beschützerbob und viele mehr. Aber irgendwann begann der Ruhm doch etwas zu schwinden und ein Film hatte daran vermutlich einen bedeutenden Anteil. Schließlich gilt er bis heute als eine der größten Geldverbrennungsmaschinen, die Hollywood jemals umgesetzt hat. Und das will was heißen, wenn man sich mal anschaut, wie viel Kohle die jährlich mit Scheißfilmen vernichten. So ganz gerecht wird dieser Ruf dem Film aber ohnehin nicht, denn eigentlich ist er erstens gar nicht so kacke und zweitens hat er sich durch seinen Namen eine Art Kult aufgebaut, der dann doch bis heute noch einiges an Geld in die Kassen gespült hat. Die Rede ist natürlich nicht von THE POSTMAN, denn der hat die Knete tatsächlich übelst verbraten und nie wieder einen Cent eingespielt. Nein, es geht natürlich um das große Wasserspektakel mit Freizeitpark- und Apokalypsefeeling vom Feinsten:

WATERWORLD – USA – 1995 – 135 Min.

Regisseur Kevin Reynolds hatte nach diesem ilm ähnlich viel Erfolg wie Costner, mit dem er zuvor schon ROBIN HOOD inszenierte. Aber so alle paar Jubeljahre macht er noch einen Film oder mal ne Serie. Er ist also noch im Geschäft. So schlimm kann dieser Film also wirklich nicht gewesen sein.
Okay, für Drehbuchautor Peter Rader ging danach wirklich nicht mehr viel. Aber sein Co-Autor David Twohy liefert noch regelmäßig Drehbücher ab und schreibt die ganzen RIDDICK/PITCH BLACK-Streifen für Vin Diesel, wenn der mal eine Abwechslung vom Autofahren braucht.
Bei den Darstellern glänzt wie bereits erwähnt Kevin Costner als Fischmann mit Kiemen und wasserabweisender Frisur. Sein Gegenspieler ist natürlich Dennis Hopper, der wie immer absolut fantastisch in einfach jeder Sekunde ist. Jeanne Fucking Tripplehorn hatte zu dieser Zeit auch ihre 5 Minuten Ruhm. Michael Jeter ist uns hier schon in JURASSIC PARK III begegnet und er hätte einfach besseres verdient gehabt. Nebenbei schwimmen auch Kim Coates, den man eventuell aus SONS OF ANARCHY kennt, Lee Arenberg, den man bestimmt aus PIRATES OF THE CARIBBEAN kennt und Jack Black, den man ganz sicher von irgendwas anderem kennt, mal durchs Bild. Also einiges los hier im Schwimmbecken der Geisteskranken.

Die Polarkappen sind geschmolzen und die Erde steht unter Wasser. Die Überlebenden haben sich den Bedingungen angepasst und leben jetzt in dieser Wasserwelt, in der man destillierten Eigenurin zum Frühstück trinkt und jede Menge Zeit zum Angeln hat. Der Mariner angelt nicht. Vermutlich, weil er selbst halb Fisch ist mit seinen Kiemen. Stattdessen betreibt er eine Art Tauschhandel auf seinem selbstgebsauten Gleitsegelbootding, inklusive Apfelbaum. Als ihm die Äpfel geklaut werden, sieht er rot und geht auf Rachefeldzug … nee, wartet, das wäre die Story, wenn der Film heute im ideenlosen Hollywood rauskäme. Hier geht es um die Smoker, angeführt von Dennis Hopper aka Deacon, die die Wasserwelt in Angst und Schrecken versetzen.

Der Mariner erreicht eine Stadt oder sowas und tauscht dort den wertvollen Dreck ein, den er auf seinen Reisen gesammelt hat und lernt Helen und die kleine Enola kennen, auf deren Rücken sich eine Tätowierung befindet, die angeblich den Weg zum sagenumwobenen Dryland zeigt. Ähm, wie sinnvoll ist bitte eine Karte, wenn alles unter Wasser steht? Was soll darauf zu sehen sein? Viel blau und der Schriftzug „Dryland liegt im Norden“? Okay, es sind irgendwelche Schriftzeichen und ein Pfeil, der nach Norden zeigt. Auch nicht viel besser.

Der Mariner wird gefangen genommen, denn er ist ein Fischmutant und soll in irgendeinem Sumpfloch ertränkt werden. Müsste der da drin nicht auch atmen können? Egal. Die Smokers kommen und Panik macht sich breit. Nebenbei weiß der Mariner wohl, wie man die Karte deutet, was den neugierigen Gregor noch neugieriger macht, aber das erstmal nur so am Rande, denn jetzt ist Smoker-Action angesagt. Die ballern aus allen Rohren und machen aus der Wasserstadt im Handumdrehen Kleinholz. Die Action voller Jetskis und Rampen und Jack Black im Flugzeug kann sich nebenbei durchaus sehen lassen.

Gregor fliegt mit seinem Ballon davon und Helen lässt den Mariner aus dem Käfig, damit der sie und Enola aus der Stadt und in Sicherheit bringt. Wo zum Geier hat Deacon eigentlich die Zigaretten her? Wo soll denn in dieser Welt noch Tabak – oder was auch immer der raucht – wachsen? Der ist natürlich gar nicht begeistert, dass der Mariner einfach so abhauen will und die Smoker machen Randale, also muss der Mariner sie alle platt machen, was nicht schwierig ist, denn sie sind absolute Vollidioten.

Wenig überraschend will Deacon das Mädchen mit dem Kartentattoo haben. Und der Mariner weiß, wo Dryland ist. Wozu dann die dämliche Karte? Das denkt sich auch der Mariner und will sie direkt mal wegmetzeln, um Trinkwasser auf dem Weg zu Dryland zu sparen. Helen rettet sie, indem sie sich nackig macht. Der Fischmann ist aber nicht interessiert an ihr und kloppt sie mit einem Paddel um. Immerhin lässt er die beiden vorerst am Leben.

Deacon raucht Kette und braucht ein neues Glasauge. Eine Augenklappe tut es vorerst aber auch. Der Mariner stellt derweil mal klar, dass er sich nicht gerne von kleinen Mädchen vollquatschen lässt und wirft Enola ins Meer. Da er aber im Kern natürlich doch ein netter Kerl ist, rettet er sie. Und dann kommt Jack Black angeflogen und es wird rumgeballert. Helen harpuniert den Flieger, was keine so schlaue Idee war, denn das Seil an der Harpune ist fest mit dem Boot verbunden, das durch diese Aktion stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nachdem der Mariner das Problem gelöst und sich den Schaden angeschaut hat, schneidet er zur Strafe seinen Begleiterinnen die Haare. Ich bin mir noch nicht sicher, ob er die Eintauschen will oder ob er einfach einen Fetisch hat.

Kim Coates will einen Tausch machen, der vor allem die Frauen betrifft. Der Mariner geht erst darauf ein, da Kim ihn aber bescheißen will, muss er ihn umnieten und geht dann Fischen, was in dieser Welt bedeutet, sich von einem Riesenfisch fressen zu lassen und den dann von Innen abzuballern. Wer nebenbei bis hierher noch nicht gerafft hat, dass der Mariner eine Beziehung zu den beiden Frauen aufbaut, dem wird die Szene helfen, in der er Enola das Schwimmen beibringt.

Die Smokers planen einen Hinterhalt, aber der Mariner ist zu schlau für sie und entkommt. Deacon steht bisher wie der letzte Trottel da, muss ich sagen. Ein Antagonist kann hin und wieder auch mal einen Erfolg vertragen, damit die Bedrohung ernst genommen werden kann.

Der Mariner verrät, dass er nie in Dryland war und seinen ganzen coolen Krempel wie den Apfelbaum und die Musikbox vom Meeresgrund geholt hat, wo er Helen die versunkenen Städte zeigt. Das führt mich zu der Frage: Gibt es eigentlich gute Filme über Atlantis? Und nein, den von Disney fand ich eher nicht so geil.

Enola sitzt alleine auf dem Boot und die Haie kommen, was natürlich saudoof war, denn Deacon und die Smokers sind zur Stelle und hier gibt es vielleicht doch mal den Erfolg. Tatsächlich kann er Enola mitnehmen und das Boot des Mariners abfackeln. Der und Helen retten sich ins Meer und aus der Unterwasser-Beatmung wird Rumgeknutsche.

Während Deacon Enola Zigaretten anbietet und herausfinden will, wie man die Karte liest, kommt beim verbrannten Boot zufällig Gregor in seinem Ballon vorbei und rettet die Schiffbrüchigen. Der Mariner nimmt seine geliebte Zeitschriftensammlung mit. Gregor hat eine neue Stadt gefunden und plant eine Rettungsmission für Enola, der sich niemand anschließen will. Außer der Mariner natürlich, der eh Rache für sein Boot will und sich auf den rostigen Öltanker schleicht, wo Deacon gerade Essen an die hungrigen Massen verteilt und eine famose Ansprache hält.

Als Smoker verkleidet assassiniert sich der Mariner zu Enola vor. Deacon veranlasst derweil, dass der Tanker losrudert, um Dryland anzusteuern. Der Mariner hat aber was dagegen und wirft eine Leuchtfackel ins Öl, wodurch der ganze Tanker abfackelt. Deacon flieht natürlich mit Enola in Jack Blacks Flugzeug, der scheinbar gerade Kaffeepause macht, aber der Mariner hat aus der Seilharpunennummer gelernt und bringt den Flieger damit zum Absturz.

Gregor Ballon kommt wieder mal vorbei und rettet den Mariner und Enola. Deacon landet im Wasser und der Tanker geht unter. Deacon hat aber noch ein paar Smoker auf Jetskis gefunden, die alle auf Enola zurasen. Natürlich prallen sie aufeinander und sind im Arsch.

Gregor entschlüsselt mal schnell die Karte und steuert Dryland an. Und tatsächlich, da ist es. Voller plätschender Gewässer und trabender Pferde und toten Skeletten in alten Hütten. Ein idyllisches Paradies. Mit sowas kann der Mariner natürlich gar nichts anfangen und er segelt weiter, denn er ist halb Mann und halb Fisch und er gehört auf den Ozean. Trotzdem nimmt er ein paar Zitronenbäume mit.

Sets und Action stimmen soweit. Der Film hat in erster Linie ein Problem mit dem Pacing, aber das macht ihn lange nicht schlecht. Vielleicht mangelte es einfach an der richtigen Vision. Ich behaupte einfach mal, mit einem George Miller im Regiestuhl wäre das hier richtig geil geworden. So ist es eben nur okay und unterhaltsam, schöpft aber einfach sein Potenzial nie aus. Ich gehe segeln …

Mal aktuell: Game Of Thrones Season 08 Episode 04

Jawollo. Die lahme Grütze ist vorbei. Jetzt kriegt die Serie hoffentlich wieder die Kurve und bietet noch ein bisschen was vom ursprünglichen Kern der Serie: Intrigen, Überraschungen, Wendungen, Twists und Turns. Vermutlich bietet sie gar nix mehr davon und die völlig unkreativen Hollywoodautoren gehen jetzt einfach den geraden Weg nach Süden, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, wie wir alle wissen. Also gehe ich mal positiv in die Folge, was mir bei den letzten 3 nicht gelungen ist, weil sie mir so dermaßen scheißegal waren (und je mehr ich darüber nachdenke, desto beschissener werden die Episoden; vor allem die von letzter Woche; meine Fresse, war das eine Scheiße). Wo war ich? Ach ja, hey ho Game Of Thrones … verkackt es bitte nicht komplett …

THE LAST OF THE STARKS

Ser Jorah ist immer noch Tod, also ist der Night King wohl tatsächlich besiegt. Wer dachte, das wäre alles nur verarsche, weil es das nach acht Jahren ja wohl echt nicht gewesen sein kann, wird hier enttäuscht werden. Denn auch Theon steht nicht wieder auf. Und auch starke Frauen können weinen. Merkt euch das, denn mehr Botschaft wird die Serie nicht mehr bringen … wie zur verfickten Hölle hat Ghost die Schlacht überlebt? Hat der Zähne aus valyrischem Stahl und Krallen aus Drachenglas oder warum wurde der nicht einfach weggeschnetzelt?

Jon Snow hält die lahmste Ansprache seit Menschengedenken und darf ich an der Stelle mal kurz erwähnen, dass bei der Schlacht vermutlich hunderte Leute draufgegangen sind, aber nur 5 davon ihre Feuerbestattung kriegen? Das mag ja bei einem Ritter wie Jorah oder einer Ladywie Lyanna noch Sinn ergeben, aber Lappen Theon oder vor allem Beric sind doch einfach nur irgendwelche Heiopeis, die eben auch da waren, genau wie tausend andere auch. Wo sind die? Hat man die einfach vor der Burg verscharrt? Wo ist hier die Gleichberechtigung?

Und da ist natürlich auch Zombieschnetzlerin Arya, die irgendwie unbemerkt an allen Toten und Untoten und nicht ganz Toten und Lebenden und einfach allem vorbeigekommen ist und so den Night King unspektakulär abstechen konnte. Ohne Schei, egal was mir irgendwer erzählt, diese Kacke kann man nicht mal ansatzweise so gerade biegen, dass es irgendeinen Sinn ergibt und cool ist es schon gar nicht. Aber gut, Aryahat damit also ihre Bestimmung erfüllt oder so und wird jetzt halt noch drei Episoden lang rumdümpeln, ohne wirklich was zu tun zu haben. So wie vorher auch, weil sie mit dem Night King eigentlich nix am Hut hatte, dann aber von den Autoren aus selbigem gezaubert wurde, um den zu killen, weil … Jon wäre wohl zu offensichtlich und sinnvoll gewesen. Aber ich will mich nicht aufregen …

Daenerys verteilt fröhlich Titel und die Bauern jauchzen. Davos scheint in Melisandres Tot keine Genugtuung zu finden und ich weiß immer noch nicht, was man mit dem hier eigentlich noch machen will? Gleiches gilt auch für Tormund, Brienne und einige andere, die sich hier lustig besaufen.

Schön, dass Sansa und der Hound hier noch einen kleinen Moment kriegen. Man vergisst ja gerne mal, dass auch die eine Geschichte miteinander haben.

Boah nee, Hochzeitsglocken bimmeln in Gendrys Hose und ich kotze ab. Arya hat keinen Bock drauf, aber wir wissen alle, dass da noch was kommen wird.

Und Brienne hat man nach ihrem wunderbaren Höhepunkt mit dem Ritterschlag am Leben gelassen, damit sie noch eine Runde ficken kann? Haben die eigentlich echt den Arsch offen oder was? Was machen die bloß mit dieser einst so großartigen Serie? Verpisst euch nach Hollywood und macht generischen Blockbusterscheiß und überlasst den Jon hier fähigen Autoren, die die Eier in der Hose haben, auch mal was gegen den Strich zu bürsten.

Geknutsche und Gevögel überall. Es ist Geschnulze Of Thrones.

Daenerys macht dann immerhin mal ihren Standpunkt bei Jon klar, der einfach die Backen halten soll. Ich glaube, Jon war glücklicher, als er nichts wusste. Da hat er sich weit weniger dämlich angestellt … obwohl, er war eigentlich schon immer ein Trottel. Jetzt wissen also die Starks wer er wirklich ist.

Ernsthaft? So regeln die die Nummer mit Bronn? Mal schnell verhandelt und weg ist er? Immerhin war die Szene unterhaltsam.

Der Hound und Arya auf dem Weg nach Kings Landing. Der eine will wohl den letzten Untoten in Form seines Bruders killen und Arya hat noch Cersei auf ihrer Liste. Nachdem sie völlig sinnloserweise den Night King töten durfte, wird sie aber sicher nicht auch noch Cersei schnetzeln. Da vermute ich eher Jaime.

Tormund und Ghost hauen ab und werden mit dem Rest der Story wohl nichts mehr zu tun haben. Warum haben die letzte Woche noch mal überlebt?

Dass ich das noch erleben darf: Ein Dialog zwischen Tyrion und Varys ohne Peniswitze.

Alter, die ballern echt mal eben so den zweiten Drachen weg? Kein Budget mehr übrig gehabt oder was? Nein, haben sie nicht, deshalb sehen wir von der Seeschlacht nur eine Minute.

Ich weiß nicht, diese Cersei-Euron-Verbindung ist mir immer noch zu simpel. Ich mag ihn ja irgendwie für seine Theatralik und Überheblichkeit, die ihm noch zum Verhängnis werden wird. Aber er wirkt immer noch wie kurzfristig reingeschludert, damit Cersei nicht zu schwach wirkt gegen Daenerys.

Varys ist endlich wieder in seiner Rolle und macht das Maul auf. Und bei Daenerys zeichnet sich ab, dass ihr langsam alles scheißegal ist, solange sie am Ende auf dem Thron sitzt. Und Varys ist davon nicht begeistert. Schön, dass er jetzt endlich wieder was zu tun hat, nachdem er die letzten Staffeln nur Mitläufer im Hintergrund war.

Jaime ist auch irgendwie … der Charakter ergibt keinen Sinn mehr, wenn man mich fragt.

So, kommt, schmeißt Missandei vom Turm, damit Greyworm mal noch sowas wie Charakter entwickeln kann. Er kann ja dann Euron metzeln. Theon ist ja nicht mehr da, um den Job zu übernehmen. Den Frankenmountain übernimmt der Hound. Jamie metztelt Cersei. Und Tyrion übernimmt den Arzt, dem die Herrscherinnen vertrauen.

Jap, gute Sache. Hin und wieder treffen die Writer also doch noch gute Entscheidungen. Missandei zu meucheln gibt Greyworm mit etwas Glück etwas Profil. Ansonsten ist klar, dass das jetzt halt auf das große Gefackel hinausläuft und bei Daenerys nix mehr gehen wird. Charakter endgültig zerstört.

Irgendwie hat sich die Serie einfach selbst zerstört. Die erste Hälfte der Folge unerträgliche Scheiße, die zweite dann etwas besser und zumindest bei ein oder zwei Charakteren könnte noch was von Interesse passieren. Viele Überlebende der Schlacht stehen auf dem Abstellgleis und beweisen somit ihre Entbehrlichkeit und den fehlenden Mut der Autoren, die Nummer knüppelhart durchzuziehen im Namen von George R.R. Martin. Stattdessen gibt es Hollywoodeinerlei mit Ausbrüchen nach oben, aber eben auch nach ganz weit unten.

Throntipp: Who gives a fuck, die Serie ist im Arsch

Monatsrückblick April 2019

Wenig, aber immerhin etwas geguckt im April, der mit meiner Zeit machte, was er will.

THE WALKING DEAD SEASON 9

Ich gebe zu: Ich gucke den Kram nur noch aus der reinen Freude an der absoluten Unfähigkeit von einfach allen Beteiligten, hieraus ein gutes Drama zu machen, obwohl sie es immer wieder versuchen. Immerhin hat man mit dieser Staffel eine Art Neuanfang eingeleitet und es wirkt wieder etwas frischer. Zum ersten Mal seit Season 3 oder so, hatte ich wieder Spaß an der Serie. Ein Meisterwerk wird das nicht mehr, aber zumindest können sie doch noch unterhaltsam sein in dieser absolut undurchdachten und saudämlichen Zombiewelt.

INDEPENDENCE DAY

Kein Meisterwerk und das war der Film auch nie. Aber irgendwie macht der Quatsch nach wie vor Spaß. Er bringt so einen gewissen B-Movie-Charme mit, bei der kein Charakter irgendwas so richtig ernst nimmt. Trotzdem haben die Leute hier aber tatsächlich sowas wie Eigenschaften, die sie aus der Masse hervorheben. Goldblums Recyclingtick, Wills Zigarre, die schlechten Lügen des Präsidenten … selbst die Tussi, die sich aufs Hochhaus stellt und nur zwei Minuten im Film vorkommt hat mehr Charakter als alle Figuren in der Fortsetzung zusammen. Das ist jetzt keine Glanzleistung, lässt einen aber zumindest ein wenig in diesen Film eintauchen und es ist einem nicht komplett scheißegal, ob die alle verrecken.
Die Effekte bewegen sich irgendwo zwischen gut und böse. CGI ist das Grauen. Die praktischen Effekte sind immer noch nett anzusehen. Vor allem die Feuerwellen, die die Städte umpflügen, die man dafür extra als Modelle nachgebaut hat, sind noch ziemlich cool. Damals hat das natürlich mehr geflasht, aber da hat man sowas auch nicht bereits tausendmal gesehen.
Darstellerisch ist das hier alles eher bleh, aber für ein paar Lacher ist der ein oder andere Dialog durchaus gut und sei es nur, weil es alles so dämlich ist. Emmerich ist halt kein wirklich guter Regisseur und man merkt immer wieder, dass die Darsteller auf sich gestellt sind, während Roland sich darum kümmert, die Erde abzufackeln. Und natürlich, seine Streifen mit dem nötigen Pathos anzureichern. Gelingt ihm jedesmal.
Locker ne halbe Stunde zu lang, aber immer noch unterhaltsam und nett anzuschauen.

THE ALIEN DEAD

Hier gehts zum Filmschrottbeitrag

INDEPENDENCE DAY: RESURGENCE

Filmschrottbeitrag voller Hass folgt

AMERICAN GODS SEASON 2

Nachdem ich die erste Staffel letztlich irgendwie okay aber langweilig fand, habe ich der Serie mit Season 2 noch eine Chance gegeben, mich doch noch von sich zu überzeugen. Nun, das wird wohl nix mehr. Die ganze Nummer ist mir zu zäh und langweilig, die Charaktere interessieren mich nicht die Bohne und selbst Crispin Glover kann das nicht retten. Hin und wieder gibt es mal ganz nette Dialoge, aber das wars dann halt auch. Ich glaube nicht, dass ich mir eine dritte Staffel davon noch antun werde.

 

Wie ihr vielleicht bemerkt, werden die Sichtungen monatlich weniger. Meine Zeit reicht momentan einfach kaum für Filme und Serien. Deshalb könnte es durchaus sein, dass demnächst auch hier auf dem Filmschrottplatz weniger los sein wird. Eventuell poste ich nur noch alle 2 Wochen oder so. Mal schauen, wie ich es hinkriege.

Mal aktuell: Game Of Thrones Season 08 Episode 03

Nun ist es also soweit. Die große Schlacht zwischen Leben und Tod steht bevor. Mir persönlich gibt das alles herzlich wenig und ich hoffe einfach, dass die Targeryans, die ja jetzt wieder doppelt so viele sind wie zuvor (also 2), die Schlacht gewinnen und wir uns dann wieder interessanteren Dingen wie dem Krieg unter den Menschen widmen können, die spannender sind, als irgendwelche lahmarschigen Eiszombies.

Ich erwarte natürlich trotzdem eine große Schlacht, die sicherlich auch nett inszeniert sein wird, aber ich glaube nicht, dass mich die Episode so abholen wird, wie die meisten anderen Zuschauer. Einzig der ein oder andere Tod könnte emotional ins Schwarze treffen und es wird Tote geben, das dürfte klar sein. Deshalb folgt eine lange Liste.

Todestipps:

Brienne Of Tarth – Mit dem Ritterschlag ist ihre Geschichte rund abgeschlossen und sie wird nicht mehr gebraucht. Die Stark-Mädchen können sich mittlerweile um sich selbst kümmern und mit Jaime und Tormund hat man gleich zwei direkt Betroffene, wenn sie abtritt.

Tormund Giantsbane – Und einen davon wird es ebenfalls erwischen. Denn Tormund hat mit dem Krieg der Menschen untereinander wenig am Hut. Für diese Schlacht ist er in der Serie und in dieser Schlacht wird er sein Leben lassen. Und zwar nach Brienne. Ich stelle mir das ungefähr so vor, dass er sieht, wie Brienne gekillt wird und dann austickt und sich blind in die Gegnermassen schnetzelt, was er dann auch nicht überlebt. Jaime wird das ganze aus den Augenwinkeln mitkriegen und Brienne später betrauern.

Jorah Mormont – Die Wildcard. Vielleicht überlebt er auch, um seine Königin noch in der Schlacht gegen Cersei zu unterstützen. Er wird aber die Serie nicht überleben, da bin ich sicher.

Beric Dondarion – Sein letztes Leben und das wird er hier opfern. Er hat mit dem Rest der Story nichts zu tun und wird nach der Schlacht nicht mehr gebraucht.

Gendry – Nochmal kurz gevögelt und seinen Soll erfüllt. Vielleicht gibt man so Arya mal wieder sowas wie Gefühle, was der durchaus gut tun würde.

Theon Greyjoy – Weg mit dem. Nervt eh seit Jahren nur noch. Kann sich jetzt für die Starks opfern und gut ist.

Missandei – Nach dem Abschiedsgespräch mit Greyworm ist klar, dass die beiden nicht gemeinsam am Strand liegen werden. Greyworms Ableben wäre natürlich die offensichtliche Wahl, aber mehr Tiefe gäbe es meiner Meinung nach, wenn stattdessen Missandei stirbt und Greyworm dadurch viel zu spät noch sowas wie Charakter entwickelt. Wäre zudem auch eine kleine Überraschung und besser, als Greyworm einfach auf dem Schlachtfeld zu killen.

Davos Seaworth – In der letzten Episode wurde nochmal explizit darauf hingewiesen, dass der Zwiebelritter entgegen aller Annahmen, einige große Schlachten ohne einen Kratzer überstanden hat. Hier dürfte sein Glück allerdings ein Ende finden und er wird Opfer der Castausdünnung. Einer der vielen Berater kann durchaus mal abtreten und Davos passt da am besten.

The Raven Formerly Known As Brandon Stark – Hier lehne ich mich vermutlich zu weit aus dem Fenster und es ist mehr so ein wenig Wunschdenken oder besser gesagt, was ich schreiben würde. Der Night King tötet den dreiäugigen Raben und sieht wie der Sieger aus, aber dann wird er selbst ebenfalls erledigt. Vielleicht durch eine Unaufmerksamkeit oder Bran kann in einem letzten Move noch irgendwas machen oder Jon kommt auf einem Drachen angeflogen und fackelt im Schock die ganze Landschaft ab. Irgendwie sowas. Jedenfalls wäre es für den Moment nicht verkehrt, wenn der Night King wirklich mal jemanden killt und wie der Sieger erscheint. Ein langweiliger Lappen bleibt er aber natürlich trotzdem.

Night King – Und nur der Vollständigkeit halber natürlich mein Todeswunsch Nummer 1. Weg mit dem Spaten.

Dazu kommen natürlich noch jede Menge Statisten und eventuell auch jemand wie Maester Wolkan oder Ghost, der letzte Woche auch nochmal im Bild war.

Puh, viele Möglichkeiten. Na, dann mal los:

THE LONG NIGHT

Ich weiß jetzt schon, dass es mich tierisch nerven wird, dass es da so stockdunkel ist, dass man kaum was erkennt.  Aber ein wirklich netter Beginn, die wunderbar die vorherrschende Anspannung zeigt.

Guck mal an, Melisandre. Wo war die eigentlich noch mal hin verschwunden und warum kommt sie jetzt mal eben vorbei, um den Fackelzug zu organisieren? Aber schön, sie nochmal zu sehen, auch wenn die unfähigen Autoren natürlich rein gar nichts um sie herum aufgelöst haben.

Warum zum Geier kämpft Ghost mit Jorah und den Dothraki? Also, nicht dass das jetzt grundsätzlich ein Problem wäre, aber wäre es nicht einfach sinniger gewesen, ihn an die Seite irgendeines Starks zu stellen?

Die Drachen bringen mal etwas Licht ins Dunkel und ich erkenne was, aber bevor ich mich darüber freuen kann, kommt der Schneesturm und ich sehe gar nix mehr. Toll.

Oh, Edd, du standest nicht auf meiner Todesliste. Und mehr als so einen Zweisekundenkill hättest du auch irgendwie verdient gehabt nach all der Zeit.

Können wir eigentlich mal kurz darauf eingehen, dass Jon und Daenerys sich aus irgendeinem Grund scheinbar nicht den Arsch abfrieren, während sie auf den Drachen durch einen Schneesturm fliegen. Dass den Dothraki das Wetter da nichts ausmacht ist die eine Sache, aber hier übertreibt man dann doch etwas. Überhaupt scheint das Kackwetter niemandem was auszumachen.

Melisandre darf nochmal Feuer legen und irgendwie rockt das alles noch nicht.

Dafür rockt die Szene zwischen Tyrion und Sansa und ihrem Rückblick auf ihr aufregendes Eheleben. Ohnehin schön, dass man Tyrion nochmal eine etwas neue Richtung gibt, die den Kämpfer hervorbringt. Das ist immerhin besser als der Tyrion der letzten Staffeln, der nichts auf die Reihe gekriegt hat, außer billige Peniswitze zu reißen.

Und dann taucht auch mal der Night King persönlich auf und Jon ist dämlich genug, ihn zu verfolgen. Was mir aber jetzt erst auffällt: Nicht nur der Night King hat bisher durch Abwesenheit geglänzt; die Wights sind auch nicht da. Das riecht doch nach Falle.

Ganz nett, wie hier jeder mal seine Panikattacke haben darf. Zumindest Sam und der Hound. Arya nicht, denn die schnetzelt wie erwartet pseudocool durch die Gegend, aber ich habe mit schlimmerem gerechnet, also ist das wohl okay so.

Die Szene mit dem Riesen hingegen … nee.

Drachenkampf geht auch geiler.

Die kleine Horroreinlage mit Arya hätte es zwar nicht gebraucht, aber immerhin passte das besser zu ihrer Assassininausbildung als … alles, was sie in den letzten 2 Staffeln gemacht hat. Und wenn man schon Zombies hat, kann man sowas ruhig mal machen.

Wisst ihr, was irgendwie interessant gewesen wäre: Wenn man der Staffel eine Folge mehr gegeben und diese Episode in zwei geteilt hätte. Die erste Episode hätte nur die Szenen in der Krypta beinhaltet, wie die Leute da unten nur hören, was passiert. Die zweite Episode wäre dann die Schlacht gewesen. Das hätte nochmal so richtig Spannung generiert, was zur Hölle da draußen eigentlich so abgeht.

Ist es nicht herzallerliebst, wie der Hound für Arya seine Panikattacken mal kurz vergisst? Und das wars für Beric. Wie erwartet hat er hier sein Ende gefunden. In meinen Augen hätte man aber viel mehr mit seinem letzten Leben spielen können. Mal wieder eine verpasste Chance.

Da ist ja der geilere Drachenkampf. Wobei ich mich schon frage, warum Jon nicht einfach den Night King abfackelt, aber ich vermute mal, dass die Drachen ihm nicht wirklich gehorchen. Der Speerwurfwesterosmeister schmiert dann ab und es sollte klar sein, dass er so nicht besiegt werden kann. Mit Drachenfeuer sicher auch nicht, denn das kann es ja nun wirklich nicht gewesen sein. Joa, interessiert ihn nicht die Bohne. Wer wohl den Speer abgekriegt hat? Wäre witzig, wenn der irgendwo in Kings Landing landet.

In der Krypta erwachen dann die Toten und sorry, aber das ist einfach nur dämlich. Wie lange liegen die schon da und was kann von denen noch großartig übrig sein. Die Starks, die in den letzten Jahren gestorben sind, wurden alle nicht da zur Ruhe gelegt, also greift hier wohl Neds Urgroßvater an, von dem eigentlich nur noch ein staubgiger Rest vorhanden sein dürfte.

Und dann kommt die große Deus Ex Machina Extravaganza. Jon wird von Daenerys gerettet, die wird von Jorah gerettet, der aus irgendeinem Grund plötzlich wieder vor Winterfell steht statt drin und irgendwie ist hier immer noch kaum jemand wichtiges gestorben, dafür dass der Night King so eine große Bedrohung sein soll. Und wo ist eigentlich Onkel Ben, der das ultimative DEM darstellt, wenn die Eiszombies angreifen?

Es regnet Zombies und ich sage es, wie es ist: Coole Szene. Da muss halt Game Of Thrones kommen, um zu zeigen, wie geil WORLD WAR Z hätte sein können. Und wie zu erwarten kommt der Tiefpunkt im letzten Drittel und alles scheint verloren.

Theon wird vom Night King persönlich gemeuchelt und ist damit das bisher größte und eigentlich auch einzige Opfer von ihm. Und wir sind an dem von mir beschriebenen Punkt. Der Night King sieht wie der Sieger aus. Ich frage mich nur gerade, wer den da jetzt aufhalten soll, außer Bran persönlich, den er ja meiner Meinung nach töten soll.

Jorah schon mal nicht, denn der blutet mittlerweile aus zu vielen Löchern, würde ich sagen.

Und da kommt Arya angejumpt, wie die stille Assassinin, die sie irgendwie nie so wirklich war. Und da schnappt sich Bran den Dolch und da zersplittern sie alle in tausend Teile und meine Fresse, war das jetzt die geilste oder die lahmste Lösung für den Krampf hier? Ich weiß es wirklich nicht.

Jorah kriegt noch seinen gebührenden Abschied mit der trauernden Daenerys und Melisandre latscht in ihren Tod und ich kapiere es nicht, aber whatever.

Jap, das war halt auch da. Inszenatorisch teils ganz cool, mit dem Zombieregen und dem Drachenkampf und vor allem dem Anfang, wo alles noch eine Taktik verfolgte. Aber mal ehrlich: Ewig hat man jetzt herumgedödelt und diese Schlacht zum absoluten Non plus ultra der Serie aufgebaut und den Night King als die ultimative Bedrohung etabliert und dann sterben hier genau vier Leute, die irgendwie wichtig waren? Der Night King war, ist und wird immer ein Lappen bleiben und ich habe es immer gesagt. Zum Glück ist der jetzt weg.

Throntipp: Bran der Dolchfänger, der sich einen Thron aus Dolchen schmieden lässt