Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kultschrott – Batman Staffel 1 Episoden 27 und 28

Diesesmal kriegt es Batman mit einem neuen Schurken zu tun. Mal schauen, was der drauf hat:

STAFFEL 1 EPISODE 27 – THE CURSE OF TUT (DER VERRÜCKTE PHARAO – TEIL 1)

Im Gotham Central Park liegen die Leute in der Sonne, aber was ist das? King Tut und seine Schergen stellen eine goldene Sphinxstatue auf. Und die kündigt an, dass King Tut regieren wird. Die Polizei hält es für einen Werbegag für die ägyptische Ausstellung im Museum und beschwert sich direkt mal bei Bruce Wayne, der natürlich zum Vorstand des Museums gehört. Der stellt klar, dass es kein Werbegag war. Das kann natürlich nur bedeuten, dass ein Scharlatan dahinter steckt und nur einer kann ihn aufhalten:

BATMAN! BATMAN! BATMAN! NA NA NA NA NA NA NA NA! BATMAAAAAAAAAN!

Der weiß natürlich direkt, dass es sich um King Tut handelt, einfach, weil er Batman ist und alles weiß. Zum Beispiel auch, dass König Tut einst ein angesehener Professor an der Universität von Gotham war, der durch einen Schlag auf den Kopf verletzt wurde und sich seitdem für König Tut hält. Mehr Backstory hier, als in allen modernen Superheldenblockbustern zusammen, schätze ich. König Tut hat sogar seinen eigenen Palast außerhalb Stadt und Untergebene in lustigen Kostümen und ich liebe einfach alles hier.

Die Sphinx hat eine weitere Prophezeiung: Wer sich der Sphinx nähert, wird sterben. Ganz besonders Batman. Der hat natürlich nichts besseres zu tun, als direkt mal auf die Sphinx zu klettern und ihre Fallen auszuschalten. König Tut ist außer sich und lässt seine Handlanger für THWACK! BONK! OUCH! los. Batman durchschaut selbstverständlich dieses simple Ablenkungsmanöver und bricht zum Museum auf.

Dort leitet er als Bruce eine Führung und findet in einem Sarkophag die lebende Mumie von König Tut. Der knockt Wayne aus und entführt ihn in seinen Palast. Absolutes Highlight der Folge ist dann, wie Tut seiner Königin erklärt, dass sich so mächtige Könige wie sie von Nektar ernähren und nicht Hot Dogs. Die zeigt sich unbeeindruckt und beißt nochmal ins Würstchen. Ich liebe dieses Schurkengespann jetzt schon von ganzem Herzen. Hoffentlich tauchen die öfter auf.

Tut will natürlich Forderungen stellen, um Bruce Wayne wieder freizulassen. Robin wartet so lange auf eine Nachricht seines Kumpels. Der rollt gerade auf einer Krankentrage eine Straße runter, weil seine Entführer fahren wie die Irren. Wird Bruce die wilde Abfahrt überleben? Wird Robin ihm zur Hilfe eilen? Und wird die Königin noch einen Hot Dog kriegen? Antworten bringt:

STAFFEL 1 EPISODE 28 – THE PHARAO’S IN A RUT (DER VERRÜCKTE PHARAO – TEIL 2)

Batman rollt also die Straße runter und kann sich natürlich im letzten Moment an einer Schranke festhalten, bevor die Trage in einen Abgrund stürzt. Tut ist außer sich und Batman will nach Ägypten fliegen, um Recherchen anzustellen. Die Königin wird derweil in den Kerker geworfen, weil sie Batman geil findet und den König als Verrückten bezeichnet. Tut hingegen hat Plan B und will … Bruce Wayne entführen. Hatten wir das nicht schon?

Batman hat auch einen Plan. Er will sich als Bruce erneut kidnappen lassen und da Tut denkt, Batman sei in Ägypten, hat er dann das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Und noch besser: Statt sich selbst entführen zu lassen, tut es auch eine Bruce Wayne Puppe. Man muss es ja echt lieben, wie unfassbar dämlich die Schurken in dieser Serie sind. Batman tauscht den Platz mit der Puppe und will Tut direkt bekämpfen. Allerdings landet er im Kerker bei der Königin.

Robin und Alfred basteln derweil irgendwie die Koordinaten zum Palast zusammen. Man hätte natürlich auch so drauf kommen können. So ein Palast ist schließlich kaum zu übersehen. Weil Robin keinen Führerschein hat, muss Alfred fahren.

Tut unterzieht Batman und die Königin einer Gehirnwäsche und die beiden müssen bescheuert tanzen. Bei Batman hat das natürlich nicht gewirkt, denn er hat während der Gehirnwäsche das Einmaleins rückwärts aufgesagt. Robin kommt auch gerade an und ZLOSH! BANG! POW!

Tut entkommt mit dem Batmobil.Aber Batman hat seine Batmobilbatfernbedienung dabei und will den Schleudersitz aktivieren. Das gelingt aber nicht, denn der Sender ist defekt. Tut ist aber ein Schurke in Gotham, also ein Trottel, und löst versehentlich selbst den Schleudersitz aus.

Durch den Schlag ist König Tut wieder der alte Professor und es gibt einen Schurken weniger in Gotham. Schade, dann taucht der wohl nicht wieder auf. Aber wer definitiv schon bald wieder da sein wird ist:

BATMAN! BATMAN! BATMAN! NA NA NA NA NA NA NA NA! BATMAAAAAAAAAN!

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Mal aktuell: Game Of Thrones Season 8 Episode 1

Die Mauer ist gefallen. Die Eiszombies haben Westeros erreicht. Der große Krieg zwischen Leben und Tod steht bevor.

Die große Fantasy-Saga geht dieses Jahr zu ende und nachdem man stark anfing, ging die ganze Nummer so ab der Mitte kontinuierlich den Bach runter. Der Night King ist ein langweiliger Lappen, die Intriganten wurden größtenteils auf möglichst dämliche Weise aus dem Spiel genommen und es deuten sich die üblichen Liebespaare an. Es ist alles so ekelhaft und ich habe eigentlich gar nicht so richtig Bock drauf.

Aber obwohl ich keine Erwartungen mehr habe, bleibt mir noch die Hoffnung, dass man den Night King möglichst schnell abfackelt, Jon dabei draufgeht, damit ich nicht das Geschnulze mit ihm und Daenerys ertragen muss und es dann zur großen geilen alles entscheidenden Endschlacht in Kings Landing kommt, bei der Sansa, die ich unfassbar zum Kotzen finde, ihr eigenes Ding durchzieht und sich am Ende auf den Thron setzt. Denn um ehrlich zu sein, gibt es niemanden mehr, den ich wirklich mag, der für den Thron infrage käme, deshalb hätte ich hier gerne die logische Konsequenz, denn Sansa wurde im Verlauf der Serie quasi perfekt aufgebaut, um am Ende die Queen zu sein. Wäre der konsequente und logische Abschluss ihrer Geschichte. Natürlich mit Arya an ihrer Seite, die zuvor Cersei schnetzelt. Und dann nieder mit dem Patriarchat. Lang lebe das Matriarchat.

Ich laber schon viel zu lange rum hier. Schauen wir mal, wie viele von meinen Wünschen in Erfüllung gehen werden …

WINTERFELL

Wow. Echt einfallsreicher Titel hier zum Staffelauftakt, muss ich sagen. Hoffentlich wird der Rest kreativer …

Daenerys fühlt sich halt echt geil mit ihren Drachen was? Toller erster Eindruck, wenn man direkt mal alle Anwesenden in Angst und Schrecken versetzt. Aber Hochmut kommt vor dem Fall … hoffe ich.

Das große Stark-Familienwiedersehen dann überraschend schnell abgehandelt und Bran sieht Dinge, aber was er wie und wieso sieht und überhaupt, raffe ich immer noch nicht. Leztes Mal musste Sam ihm erst einen Hinweis geben, damit er was sieht, jetzt sieht er ohne Hilfe, dass der Nightking den Drachen hat. Ich schätze mal, zwischen den beiden Lahmärschen besteht eine größere Verbindung unabhängig davon, dass sie beide die pure Langeweile sind.

Irgendwie werden die Häuser in Westeros immer mehr von Kindern geführt. Herbert Grönemeyers Traum hier.

Sansa hegt berechtigte Zweifel an Cerseis Versprechen und zeigt damit mal wieder, dass sie mehr Plan hat, als die meisten ihr zutrauen. Ich sags euch: Die sitzt am Ende auf einem Thron. Entweder dem Eisernen oder sie regiert den Norden.

Ohne Witz, ich weiß absolut nicht, was Aryas Rolle in dieser Staffel sein wird. Ich gehe zwar davon aus, dass sie heiße Kandidatin auf den Cersei-Kill ist, aber bis dahin wird es noch dauern. In der Schlacht gegen den Nightking ist sie als Assassinin aber eher fehl am Platz.

Captain Grinsebart ist ja irgendwie immer noch einer meiner Lieblinge. Der ist so schmierig und arschlochig, dass man es einfach lieben muss. Leider ist seine Story bisher eher bleh und die ganze Nummer um die Greyjoys ohnehin uninteressant. Die hätte man bereits aus der Serie nehmen sollen, um Euron was besseres zu tun zu geben. Stattdessen befreit Theon seine Schwester halt mal so nebenbei und ich bin wieder gelangweilt.

Bronn wird wohl nie die von ihm gewünschte Ruhe im eigenen Schloss finden. Der Auftrag, ausgerechnet die Lannister-Brüder umzunieten, mit denen er quasi die letzten wievieleJahreauchimmerbishervergangen sind, verbracht hat, ist natürlich ein netter Plot. Durchziehen wird er das aber sicher nicht und sich eher dem Kampf gegen die Zombies anschließen, bei dem er dann draufgehen wird.

Boah nee, Davos, du warst doch immer mein absoluter Liebling. Wie kannst ausgerechnet du die langweilige Doppelthronregierung von Feuer und Eis vorschlagen?

Spielt den Drachenflug der Unendlichen Geschichte ein, Jon Snow lernt das Drachenreiten. Wer hätte das gedacht? Also außer mir. Und allen anderen, die die Serie verfolgt haben. Liegt es nebenbei an mir oder waren die Special Effects mehr schlecht als recht hier. Sah teils irgendwie … abgehackt aus.

Der Hound und Arya sind einfach der Knaller zusammen. Lasst die beide überleben und macht ein Spin-Off mit ihnen, wo sie einfach nur durch die sieben Königreiche latschen und sich gegenseitig hasslieben.

Stark gespielte Szene von Sam, als er erfährt, dass sein Vater und sein Bruder tot sind. Generell spielt der hier mal schnell die ganzen Pfeifen wie Snow und Daenerys (bzw. die Darsteller an die Wand). Jon Snow oder The Man Who Wouldn’t Be King erfährt also die Wahrheit und ich weiß immer noch nicht, ob mich das eigentlich tangiert. Der will doch eh nicht König sein, also wozu der ganze Käse.

Tormund und Beric haben den Fall der Mauer wie geahnt überlebt und … wieso hinterlässt der Nightking jetzt plötzlich komische Botschaften? Wartet. Hat er deshalb dreitrillionen Jahre gebraucht, um die Mauer zu erreichen? Musste er sich unterwegs lustige Botschaften überlegen, mit denen er mich verwirren kann? Hoffentlich sind ihm genügend eingefallen. Nicht, dass er jetzt noch zweitrillionen Jahre braucht, um in Winterfell anzukommen.

Da kommt immerhin Jamie schon mal an und sieht als ersten Nicht-Bran. Als Cliffhanger ziemlich lahme Grütze. Brans Fenstersturz interessiert doch eh keine Sau mehr und er selbst wird ja nicht müde zu betonen, dass er nicht mehr Bran ist, ergo wurde er selbst nie aus einem Fenster geworfen und schon gar nicht von Jamie … ich denke schon wieder zu viel nach.

Throntipp: Sam, der herausfindet, dass alles nur gespielt und er der beste Darsteller unter den Nulpen ist

Sumpfige Leichenwanderung unter Abwesenheit von Alligatoren

Graben wir uns doch mal wieder durch die absoluten Untiefen des Genrefilms. Da gibt es so schön viel Müll.

THE ALIEN DEAD – USA – 1980 – 74 Min.

Regie führte hier Fred Olen Ray, ein Mann, der bisher 155 Filme gemacht hat, von deren Titeln in ungefähr 142 das Wort „Bikini“ vorkommt. Es grenzt quasi an ein Wunder, dass ich zufällig einen ohne „Bikini“ genommen habe.
Das Drehbuch hat er gemeinsam mit Martin Nicholas verfasst, der sonst absolut nix geschrieben hat und nur mal als Hausmeister durch einen anderen Film laufen durfte.
Hauptdarsteller Buster Crabbe, der hier Sheriff Kowalski mimt, kann man als einen der ersten B-Movie-Stars bezeichnen. In den 30ern spielte er unter anderem FLASH GORDON und BUCK ROGERS sowie einige Westernhelden wie Billy The Kid in zahlreichen Low Budget Western. Der folgende Krampf ist quasi sein B-Movie-Abgang, denn er starb kurz darauf. Ob dieser Film zur Trauer beiträgt, darf bezweifelt werden.

Journalist Tom Corma tippt auf seiner Schreibmaschine herum und erzählt diese Geschichte aus einem Kaff, in dem niemand jemals vermutet hätte, dass da irgendwas Außergewöhnliches passieren könnte. Nebenbei zeigt das direkt mal die Attitüde, dass alles immer größer sein muss heutzutage. Heute spielen alle Filme in großen Städten, aber hier schippern Mr. und Ms. Griffith durch einen Sumpf am Arsch der Welt und unterbieten sich gegenseitig in ihrer darstellerischen Leistung. Ms. Griffith säuft ab, also muss ich zumindest nur noch einen von beiden ertragen.

Journalisten und Polizisten pokern und labern irgendwelchen Quark, dann kommt Mr. Griffith rein und … Acting.

Eine Blondine wird von einem Zombie … geirgendwast.

Tom ist am See und recherchiert. Dabei überrascht er Ms. Michaels, die gerade schwimmt und eindeutig viel zu viel dabei an hat. Tom ist sowas von investigativ, dass er weiß, dass im Sumpf eigentlich Alligatoren sein sollten, aber die sind alle weg. Mr. Michaels hat keine Erklärung dafür, außer natürlich ein deutsches Flugzeug, dass im zweiten Weltkrieg in den Sumpf gestürzt ist und selbstverständlich haben Indianer auch was damit zu tun und dann ist da ja noch das Riesenopossum … Leider endet der große Verschwörungsdialog und Tom geht spazieren, weil er gerade erfahren hat, dass es Opossum zum Essen gibt.

Eine Brünette und ihr Freund streiten sich und … Acting.

Die Brünette wird von einem Zombie verfolgt und sie stellt sich natürlich absolut dämlich an und stirbt.

Tom und Miss Michaels machen im Busch rum und finden die Leiche von Ms. Griffith. Da der Sheriff nichts unternehmen will, wird Tom persönlich den Sumpf nach Hinweisen absuchen. Vermutlich mit Miss Michaels, denn beim Rumknutschen finden sich Hinweise am besten.

Ein Holzfäller wird von den Zombies … gestreichelt. Okay, er wurde gefressen, es sah nur nicht danach aus. Seine Frau klingt exakt wie die Mutter von Brian von Nazareth, aber ich glaube nicht, dass Terry Gilliam hier mit was zu tun hatte. Sie wird von den Zombies auf eine Mistgabel gespießt und … Acting.

Tom und MM (wie ich Miss Michaels ab jetzt abkürzen werde) knutschen auf einem Boot rum und werden von den Zombies … geschüttelt. Also hauen sie ab. An Land wartet schon der Sheriff und glaubt nicht an Zombies. Stattdessen hat er eine Belohnung auf den Alligator ausgesetzt, der seiner Meinung nach Ms. Griffith gekillt hat. Also wird wohl gleich das gesamte Hinterwäldlerkaff im Sumpf rumballern. Könnte spaßig werden.

Tom zieht einen Biologen zu Rate, der mal checken soll, was das für Zombieviecher sind.

Eine nackte Blondine wird von den Zombies … in den See gedöppt. Eigentlich wäre ein Cop zur Stelle gewesen, der sie die ganze Zeit beim Nacktbaden bespannt hat, aber ausgerechnet kurz vor der Zombieattacke muss er zurück zu seinem Funkgerät. Der Sheriff hat nämlich irgendwas Verdächtiges am Highway, das unbedingt inspiziert werden muss.

Zu Countryklängen aus der Hölle torkeln die Zombies aus dem Wald und fallen über die Leute her, die scheinbar nicht mal in der Lage wären, einer Killerschnecke zu entkommen. Es ist halt schon irgendwie natürliche Selektion, wenn die lahmarschigen Zombies diese nutzlosen Heiopeis erledigen.

Ich glaube, es folgt sowas wie ein Rückblick. Ganz sicher kann man da nie sein, denn hier sieht einfach alles gleich aus. Jedenfalls erinnert sich wohl Ms. Hawkins, dass irgendwas explodiert ist oder so. Ich raffe es absolut nicht, weil man nichts erkennt, nichts gesagt wird und die Effekte komplette Grütze sind. Gehen wir einfach mal davon aus, dass ein Meteor eingeschlagen ist, weil ich das Wort gerade aufgeschnappt habe und hinterfragen nichts mehr.

Viel Zeit zum Hinterfragen bleibt ohnehin nicht, denn wir kommen zum großen Finale, voller lahmer Zombies, kreischender Frauen und einem Typen mit Schrotflinte. Was hier wie die Mörderaction klingt, könnte kaum langweiliger sein. Die letzten Überlebenden verschanzen sich in einer Hütte und schmiedet den genialen Plan, mit dem Auto abzuhauen. Dazu lenkt Miller die Zombies ab, indem er … irgendwas Explodierendes durch die Gegend wirft und sich fressen lässt.

Unser Liebespaar Tom und MM sind die letzten und rennen zum Auto …. wo zur Hölle steht das bitte? Müssen die durch den ganzen Wald? Moment mal, wer hat da jemanden am Baum aufgehangen? Zombies machen sowas nicht. Und warum nehmen die jetzt das Boot? Das war nicht der Plan? Wo ist das Auto? Das ergibt alles keinen Sinn.

Dass der Film dann vorbei ist nebenbei auch nicht, aber immerhin muss ich mich nicht noch länger quälen. Ich gehe im Sumpf nach Leichen tauchen …

Trennungsverarbeitung auf amerikanischen Landstraßen

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, sagte mal irgendein humorloser Fatzke, der vermutlich nie in seinem Leben eine grottige Komödie gesehen hat. Uns geht es da natürlich anders und heute fügen wir eine weitere grottige Komödie hinzu.

FAR OUT MAN – USA – 1990 – 80 Min.

CHEECH & CHONG sind sicher jedem bekannt. Tommy Chong brauchte offenbar mal etwas Abwechslung und schrieb, regissierte und darstellte diesen Streifen. Ich schätze viel mehr müssen wir gar nicht wissen. Vielleicht noch, dass selbstverständlich Cheech Marin ebenfalls dabei ist. Und jede Menge andere Chongs. Und Judd Nelson. Und Tonimitator Nummer 1 Michael Winslow, den wir alle von der POLICE ACADEMY kennen. Spaß ist also garantiert … oder vermutlich eher nicht.

Während der Hippie Far Out Man ein gewaltiges Chaos in der Küche bei der Zubereitung des Frühstücks anrichtet, fährt ein Mädel einen Typen im Anzug zu eben diesem Far Out Man. Sie ist seine Tochter, er ist Dr. Liddledick und er ist der Stecher von der Tochter oder so. Und er will dem Far Out Man ein Geschäft vorschlagen.

Tree, lispelnde Blondine und Mutter von Kyle, muss sich mit dem Direktor der Schule ihres Sohnes treffen, da der gegen die Schulregeln verstoßen hat, indem er nicht den ganzen Tag TV guckt und in Büchern gelesen hat. Der „Humor“ in dem Streifen macht mich jetzt schon völlig fertig.

Liddledick hypnotisiert FOM (wie ich den Far Out Man ab jetzt abkürzen werde) und der erinnert sich an Tree, denn er ist der Vater von Kyle. FOM ist darüber immer noch traurig. In einer Rückblende quält Tree mit ihren nicht vorhandenen Gesangskünsten und FOM erklärt, dass sie ihn verlassen hat, weil er ihr gesagt hat, dass sie nicht singen kann.

FOM eröffnete anschließend den Freizeitpark „Hippieland“, der in einem grottigen Rap-Cartoon erklärt wird. Nach etwas weiterem Blahblah stellt Liddledick die Analyse: FOM braucht einen Job, um sich von Tree abzulenken. Also beschließt FOM ein Roadie zu werden.

Tree hat Spaghetti in den Haaren und weist ihren Sohn Kyle zurecht. Statt zu lesen und Beethoven zu hören, soll er TV gucken und richtige Musik hören, deshalb gehen sie heute gemeinsam auf ein Konzert von „The Fartz“. Ich habe keine Lust mehr.

FOM hilft einem Typen mit Panne und bringt ihn dabei fast um die Ecke. Dafür zeigt der ihm den Weg nach … wo auch immer er hin will. Ich glaube, zum Konzert, auf dem auch Tree rumhängt. Kyle wird dort gerade von ein paar Rockern verfolgt, weil er deren Motorräder versehentlich umgeworfen hat. Er versteckt sich in FOMs Truck und der kriegt direkt den nächsten Auftrag und muss nach Fresno fahren. Im Truck ist auch Cheech und bringt auch keinen Humor mit. Metaquatsch kann hier nun mal auch nix retten.

Bei einer Pinkelpause finden sich Kyle und FOM und bei einer Raststätte prügelt sich FOM mit einem Indianer, weil er die Countrymusik ausgemacht hat. Dann geht es querfeldein weiter, weil FOM selbst zu doof ist, auf die Straße zu achten. In Fresno angekommen ist sein nächster Auftrag, Koks zu besorgen, also geht er in den Drugstore und kauft Mehl oder so. Dem Kokser fällt das nicht im geringsten auf und er ist begeistert.

Tree ist besorgt um ihren Sohn und irgendein Typ ermittelt und bringt Tree auf den neusten Stand, nämlich, dass Kyle mit einem Hippie unterwegs ist und in der Countryraststätte war.

Die hängen auf einer Party ab und da geht der Kokser Lou drauf und muss von FOM wiederbelebt werden. Also elektroschockt man ihn mit einem Verstärker und einer Gitarre, um seine Pumpe wieder in Gang zu bringen.

Auf dem Weg zurück gabelt FOM jede Menge Rockbräute und Anhalter auf, die vermutlich nie wieder eine Rolle spielen werden.

Meine Fresse, ist der Streifen eine Qual. Ich kürze das mal etwas ab: FOM will zum Flughafen, um Tree zu treffen. Für seinen Sohn kauft er ein paar Knarren, aber nicht die billigen Spielzeugdinger, denn die sehen aus wie Spielzeug, sondern echte Gewehre. Mit denen turnt er dann über den Flugplatz und die Bullen kommen, weil man FOM für einen Terroristen hält. Die Polizei hingegen hält ihn für den Fahrer des Abschleppwagens und lässt ihn ein paar Autos aus dem Weg räumen. Dabei trifft er zufällig Tree und deren Stecher, den er für seinen Sohn hält und versehentlich einen Hang hinunterschiebt, weil FOM doof ist, falls das noch nicht klar wurde.

Kyle wirft wieder versehentlich die Mopeds um und nach einigem Geplänkel haut er den Oberrocker um. Wars das dann jetzt bitte? Ach nee, Hippieheinz muss natürlich erst wieder mit Tree zusammenkommen. Oh, cool, das wird in 5 Sekunden abgehandelt. Dann ist ja wohl jetzt Ende, oder? Oder?



Trees Stecher sitzt bei den Bullen und telefoniert mit seinem Manager, der ihm sagt, dass er eine Rolle nicht gekriegt hat und man stattdessen Judd Nelson genommen hat. Stecher tickt aus und selten gab es eine sinnlosere Szene in einem Film. Kurz darauf trifft er Nelson und ich habe mich geirrt: Das ist die sinnloseste Szene in einem Film.

FOM wurde wohl von Tree schon wieder verlassen. Tochter schlägt vor, dass er sie so richtig erobert. Daddy fällt einen Hang runter. Im Krakenhaus kommen er und Tree dann wieder zusammen und gehen auf Tour. Aus irgendeinem Grund kann Tree jetzt sogar singen. Die Musik ist natürlich trotzdem kacke. Ich gehe Mehl kaufen …

Monatsrückblick März 2019

Der März stand bei mir ganz im Zeichen des Jolly Roger. Auf, Piraten, yo ho und so.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL

Als Johnny Depp noch nicht ein abgehalfterter Heiopei war, der nur noch eine Rolle spielt (die ironischerweise hier geboren wurde) und Blockbuster noch aus mehr bestanden, als purem CGI-Getöse, herrschten die Piraten über die sieben Weltmeere. Ja, so lange ist das gefühlt schon her. Und interessanterweise muss man sagen, dass für fast alle Beteiligten seitdem nicht mehr viel läuft. Depp ist nur noch Sparrow. Keira Knightley ist zumindest alle paar Jahre mal irgendwie präsent. Ich habe keine Ahnung, was Orlando Bloom inzwischen so treibt, aber ich bin sicher, dass es absolut belanglos ist.
Was aber ohnehin viel wichtiger ist, ist, was sie hier so gemacht haben. Und das war jede Menge. Denn seht ihr: Blockbuster können tatsächlich auch Charaktere haben. Mehr als einen. Die keine Superhelden sind. Selbst die Nebenrollen hier haben Eigenschaften, die sie aus der Masse herausstechen lassen. Da gibt es den abergläubischen Seefahrer, den eingebildeten Commodore 64, die unfähigen, aber sich irgendwie durchschlagenden Antagonisten-Sidekicks, sogar simple Wachmänner haben hier Charakterzüge.
Und dabei hätte der Film das gar nicht nötig, um erfolgreich zu sein, denn eigentlich weicht der nicht wirklich von der gängigen Blockbusterformel ab. Aber er füllt diese Formel eben mit so viel Abenteuer, Humor, Horror und Action aus, dass er einfach nur unheimlich viel Spaß macht.
Dazu trägt auch der fantastische Soundtrack bei, der einfach perfekt auf den Film passt.
Wenn ich etwas bemängeln wollte, dann ist es wenig überraschend das veraltete CGI. Teils sieht das noch gut aus, teils aber eben auch einfach nur schlecht. Zum Glück hat man den Streifen nicht komplett damit zugemüllt, sodass er auch heute noch wunderbar anschaubar ist und eine gute Zeit bereitet.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MAN’S CHEST

Die Piraten sind wieder auf großer Fahrt. Nachdem der erste Teil doch überraschend gut war und durchgehend für Spaß sorgte, sieht man hier schon die ersten Abnutzungserscheinungen. Oder besser gesagt, die Reihe geht hier bereits in die heute übliche Blockbusterrichtung, in der alles over the top sein muss. Immerhin hält sich der Streifen damit noch einigermaßen zurück und treibt das Ganze erst im dritten Teil komplett auf die Spitze. Teilweise wirkt die ganze Nummer zudem auch einfach albern und das nicht im positiven Sinne, wie es noch im Vorgänger der Fall war. Es ist eben von allem zu viel, aber doch noch so gerade im Rahmen, um nicht zu nerven.
Die Story wirkt unnötig verschwurbelt, aber immerhin hat man wieder für jeden der bekannten Charaktere etwas zu tun und es kommt auch niemand zu kurz. Allerdings ist eben alles auch nur der Aufbau für den nächsten Teil, was dann eben auch immer so eine Sache ist. Man kriegt kein richtiges Ende und so fällt es prinzipiell schwer, das alles zu bewerten, ohne den nächsten Teil miteinzubeziehen.
Insgesamt hat man aber wieder ein paar nette Ideen und Details eingebaut, die zum Teil frisch sind und zum Teil aus Monkey Island geklaut, was für einen Fan der Spiele doppelt lustig ist. Wurde Monkey Island von der Freizeitparkattraktion inspiriert, ist es eigentlich nur fair, wenn die Filme, die auf der Attraktion basieren, wiederum die Spiele zitieren, die von der Attraktion inspiriert wurden und so weiter.
In allen Belangen eine Ecke schwächer als der Vorgänger, aber immer noch eine spaßige Angelegenheit, was wohl auch daran liegt, dass die Charaktere noch nicht völlig nerven und ausgelutscht sind.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD’S END

Die Piraten gehen baden. So lässt sich der „Abschluss“ der Trilogie wohl am besten zusammenfassen.
So gerne ich auch in diese Welt aus Säbelgerassel und Gruselementen eintauche, so wenig gibt mir das Ganze noch was in diesem Film. Und das nicht nur in der Retrospektive. Schon damals im Kino hat mich der Streifen alles andere als begeistert.
Das liegt vor allem daran, dass man hier einfach alles so extrem übertreibt, dass ich daran kaum noch Spaß haben kann. Das fängt mit Captain Jack Sparrow in dieser dämlichen Duplikaten-Hölle an und hört mit dem – nie enden wollenden – Showdown im Orkan auf.
Dazu wirft man hier zum eh schon recht großen Cast weitere Leute hinzu. Geoffrey Rush als Barbossa ist zwar durchaus gerne gesehen, aber seine Rolle wirkt hier auch reichlich überflüssig und nur als Vehikel, um Sparrow einen Grund zu geben, dass er beweisen will, dass er das längere Fernrohr hat. Oh, und natürlich, um eine Hochseehochzeit mitten in einer Orkanschlacht zu vollziehen. Das sorgt dann auch nicht mehr für Lacher, sondern eher Augenrollen. Zudem ist die eigentlich simple Handlung so verworren aufgebaut, dass ich irgendwann einfach den Überblick verloren habe, wer hier jetzt eigentlich gerade welchen Plan verfolgt und wer mit wem und gegen wen arbeitet und wer da wen gerade kontrolliert und warum eigentlich und überhaupt …
Das Finale der Trilogie ist viel zu vollgestopft mit Twists und Turns. Die Action ist viel zu drüber und der Humor will nicht so recht zünden. Die ein oder andere Szene ist nach wie vor ganz nett, aber insgesamt driftet das alles viel zu sehr in eigenartige Fantasygefilde mit umgedrehten Schiffen und 100-Meter-Voodoo-Frauen ab. Der Reihe hätte es eindeutig gut getan, wenn man da etwas bodenständiger geblieben wäre. Geisterpiraten und Fischmonster sollten doch eigentlich reichen. Nun, scheinbar nicht.

THE PIRATE MOVIE

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PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES

Die Reihe ist an diesem Punkt schon weit über ihren Zenit hinaus, aber trotzdem kann ich dem Streifen ein paar positive Aspekte abgewinnen. Das liegt vor allem daran, dass man den ganzen Over The Top Kram hier im Vergleich zu Teil 3 wieder etwas runtergeschraubt hat. Klar, man hat wieder übernatürlichen Krempel und Szenen, die jeglichen physikalischen Gesetzen strotzen. Aber eben alles etwas runtergedampft. Frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“ hat mich der Film deshalb ein Stück mehr unterhalten.
Ansonsten übernimmt der Streifen aber quasi die Probleme und wartet mit einer recht langatmigen Story und laschem Humor auf, der nur noch selten zündet. Was vor allem fehlt, ist der Spaß auf hoher See. Der Großteil spielt sich im Dschungel ab. Da fehlt dann auch einfach das richtige Piratenfeeling, das in den Vorgängern zumindest immer aufkam.
Viel Neues gibt es sonst aber auch nicht zu sehen. Frische Ideen standen hier eindeutig nicht weit oben auf der Liste. Die Meerjungfrauen sind ganz nett, aber die halbgare Lovestory ist zäh wie Lebertran. Ian McShane und Penelope Cruz passen ins Setting und machen ihre Sache gut. Ansonsten wirkt aber alles recht abgenutzt. Wie die Reihe selbst eben auch. Was einfach schade ist, denn ehrlich gesagt, habe ich lieber solchen Abenteuerspaß als stumpfes Rumgeballer oder Gekloppe in den immer gleichen Settings. Man hat es nur natürlich auch hier geschafft, die Reihe recht schnell zu versenken. Dabei hätte die Welt noch Potenzial für einige spaßige Abenteuer.

PS: Am Ende sieht man wunderbar, warum moderne Blockbuster meist eine ganze Ecke schwächer sind, als die „Klassiker“, wenn es quasi die Indiana Jones Heilige Gral Szene in modern gibt. Also mit viel mehr Effekten und in beschissen.
PPS: Und natürlich teast man eine Fortsetzung an, weil man ja einfach nichts mehr einfach mal für sich stehen lassen kann heutzutage.

SHAMELESS – SEASON 9

Nicht so ganz passend zum Piratenmonat, aber immerhin hatte Carl in einer Folge ein Piratenkostüm an, also passt das schon. Ansonsten gab es wieder den üblichen Wahnsinn, durch den vor allem Frank stolpert, während der Rest der Familie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist. Das Ende hatte tatsächlich einen sehr starken Touch von Serienfinale. Sollte die Serie also ohne die ausgestiegenen Figuren plötzlich kacke werden (was eigentlich nicht zu befürchten steht), könnte man für sich persönlich auch einfach hier den Stecker ziehen und hätte einen durchaus versöhnlichen Abschluss. Ich hingegen freue mich jetzt schon auf die nächsten Geschichten rund um die Familie Gallagher und die Nachbarschaft. Es ist einfach immer noch die beste Serie, die momentan zu finden ist.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES

Irgendwann während der Dreharbeiten zu Teil 4 fiel einem Mitglied der Filmcrew auf, dass man absolut keine neuen Ideen mehr hat. Also hatte er einen genialen Einfall: Einfach den ganzen alten Kram wieder aus der Versenkung holen. Also haben wir hier den nächsten Geisterpiraten (wohlgemerkt gut gespielt von Javier Bardem; die Villains und vor allem deren Darsteller waren wirklich nie das Problem der Reihe), dem man immerhin eine Hintergrundstory verpasst hat und der Captain Jack Sparrow ans Leder will und Zombiehaie, die in Superzeitlupe durch die Gegend fliegen. Und ja, das ist genau so schlecht, wie es sich anhört.
Aber irgendwie muss man sich ja immer wieder etwas aus den Fingern saugen, um noch einen unnötigen Film hinzuschludern, bei dem man besser nicht den großen Fehler macht, über Kontinuität und Logik innerhalb der Reihe nachzudenken, denn das führt unweigerlich zu Knoten im Hirn.
Nebenbei habe ich den Eindruck, dass das alles immer billiger aussieht. Hatte ich auch bei Teil 4 schon, der durch sein begrenztes Dschungelsetting schon so eine Art Direct-To-Video-Sequel-Vibe hatte. Hier sind es eher die Effekte, die auf mich nicht gerade auf dem Level der ersten Teile wirken. Das mag aber auch einfach an mir liegen. Effekte sind ja ohnehin nicht meine Stärke und ich finde fast alles zum Kotzen, das aus dem Computer kommt. Nun ja, und die Kostüme von Barbossas Crew sehen aus wie beim Karneval, aber lassen wir das. Viel schlimmer ist, dass man es tatsächlich irgendwie geschafft hat, selbst Barbossa langweilig zu machen.
Und damit ist dann auch wirklich der Punkt erreicht, wo ich nur noch aus vollster Überzeugung sagen kann: Es reicht jetzt wirklich. Lasst das Franchise wo es ist. Abgesoffen am Meeresgrund.

JOLLY ROGER: MASSACRE AT CUTTERS COVE

Filmschrottbeitrag folgt

CAPTAIN PHILLIPS

Moderne Piraten sind im Gegensatz zu den traditionellen Freibeutern der Meere ja irgendwie unspektakulär. Man könnte es natürlich Romantisierung nennen, aber Piraten mit Holzbeinen, Hakenhänden und Papageien haben in meinen Augen einfach mehr Stil als irgendwelche Typen auf Motorbooten, die mit den ursprünglichen Piraten nur noch die schlechten Zähne gemein haben. Aber das mal nur so am Rande, denn die Piraten in diesem Film wirken durchgehend wie absolut bedrohliche Typen, die selbst nicht so recht wissen, was sie als nächstes tun werden. Und eine Gruppe unberechenbarer Irrer ist wohl die größte Bedrohung, die einem begegnen kann. Vor allem mitten im Nirgendwo wie hier.
Im Mittelpunkt steht natürlich der titelgebende Captain Phillips, grandios gespielt von Tom Hanks, dem man die sich steigernde Anspannung und Panik durchgehend anmerkt und der ganz zum Schluss nochmal eine gehörige Portion darstellerische Glanzleistung oben drauf legt.
In der Mitte geht der Nummer leider etwas die Puste aus und insgesamt hätten 20-30 Minuten weniger dem Film vielleicht ganz gut getan. Aber das mag auch einfach an meiner völlig zerstörten Aufmerksamkeitsspanne liegen. Insgesamt macht der Film jedenfalls vieles richtig gut und wenn moderne Piraten schon nicht cool mit den Säbeln rasseln, dann sollen sie immerhin so wie hier dargestellt werden. Als verzweifelte Männer, die selbst nicht wissen, was sie tun.

WATERWORLD

Kultschrottbeitrag folgt

AGAINST ALL FLAGS – GEGEN ALLE FLAGGEN

Der Film beginnt damit, dass Errol Flynn eher gelangweilt wirkt, während ihn ein theatralisch rumhantierender Hansel auspeitscht. Man muss sich hier also ganz schnell klar machen, dass man heute anderes gewohnt ist. Grundsätzlich ist das aber natürlich kein Problem, wobei ich persönlich Filme aus dieser Zeit oft einfach zu „clean“ finde. Die Sets sind dermaßen sauber, dass sie aussehen, wie … nun … Sets.
Aber das ist ein subjektives Problem und irgendwie zeigt es ja auch schön den Ursprung der darstellerischen Kunst beim Theater auf, woran man sich damals natürlich noch mehr als heute orientiert hat.
Die Darsteller sind aber durchaus in ihrem Element hier und schwingen fröhlich die Säbel, wenn es die Szene verlangt. Wenn nicht, dümpelt die Geschichte so dahin. Die dreht sich um Undercover-Flynn, der beim Piratenkapitän Anthony Quinn anheuert und sich in die Piratenbraut Maureen O’Hara verliebt. So wie es klingt, läuft es auch ab. Nichts besonders Aufregendes, aber mit knapp 80 Minuten dann auch nicht zu lang. Gibt aber eindeutig bessere Vertreter des Genres aus der Zeit.

THE GOONIES

Ich werde nie verstehen, wie das Genre des Blagen-und-Jugendliche-die-völlig-einen-an-der-Waffel-haben-begeben-sich-auf-ein-gefährliches-Abenteuer-und-müssen-sich-gegen-Bösewichte-die-ebenfalls-komplett-einen-an-der-Waffel-haben-behaupten aussterben konnte. Vielleicht war die Bezeichnung einfach zu lang, um zu überdauern.
Wenn man es positiv sehen will, kann man zumindest sagen, dass uns dadurch weitere unfassbar beschissene Cyndi Lauper Songs erspart geblieben sind.

Wenn ich Filme wie diesen gucke, bin ich immer etwas traurig, dass es heute scheinbar niemand mehr gebacken kriegt, solche Filme zu machen. Ihr wisst schon, Filme, die durchgehend Spaß machen, ein wunderbares Abenteuergefühl vermitteln und dabei auch noch eine gewisse Düsternis mitbringen, weil sie wissen, dass man auch jüngeren Zuschauern mehr zutrauen kann als nur weichgespülten Kindergartenkram. Heute wäre der Film natürlich Ab 16, schon alleine, weil die Autoren jeden billigen „One Eyed Willy“-Gag mitnehmen würden, der ihnen einfällt. Also alle drei. Und mehr Humor würde es natürlich nicht geben, weil das den Horizont der Autoren übersteigen würde.
Genau wie die Charakterzeichnung. Die mag hier zwar auch nicht das Non plus ultra sein, aber es reichen für jede Figur nur wenige Sekunden zu Beginn, während die Antagonisten mal kurz auf der Flucht vor der Polizei vorbeifahren, um ihr etwas Profil zu geben. Innerhalb von 5 Minuten gelingt hier also das, was den meisten Filmen heute in über 2 Stunden nicht gelingt: Dem Zuschauer vermitteln, mit wem er es hier so zu tun hat. Einem Haufen Irren. Und das macht eine Menge Spaß.

PS: Ich werde nie verstehen, wie man aus dem grandiosen Duo „Chunk & Sloth“ nicht noch mindesten fünf Fortsetzungen machen konnte.

 

Den KRIEG DER EISPIRATEN hatte ich eigentlich auch noch geplant, aber leider ist meine DVD hinüber und lässt sich auf keinem Gerät mehr abspielen. Man kann halt nicht alles haben.

Die 5 schlimmsten Filmfortsetzungen

Diese Runde der 5 Besten – oder besser gesagt: 5 Schlechtesten – ist natürlich eine Steilvorlage für mich, denn was gibt es beschisseneres als Sequels? Ich werde versuchen, nicht nur Fortsetzungen von Franchises zu nennen, die man nach 20 Jahren aufgrund völliger Ideenlosigkeit immer wieder ausgräbt, aber ganz ignorieren kann ich sie nicht, schließlich ist einer davon mein absoluter Hassfilm und muss hier auf der 1 stehen. Gespannt, welcher das ist. Dann mal los:

DIE 5 SCHLIMMSTEN FILMFORTSETZUNGEN

Es ist ja so: Sequels zu ohnehin schon beschissenen Filmen sind natürlich ebenfalls beschissen, aber da erwartet man nichts anderes. Deshalb erwähne ich so Granaten wie TROLL 2 hier mal nur am Rande und konzentriere mich auf die Scheiße, an die ich sowas wie eine zumindest geringe Erwartung hatte. Was war ich naiv …

5 TRAIL OF THE PINK PANTHER – DER ROSAROTE PANTHER WIRD GEJAGT (1982)

Nachdem der großartige Peter Sellers fünfmal in die Rolle des trotteligen Inspector Clouseau geschlüpft war und damit eine Kultrolle schuf, starb er leider viel zu früh. Blake Edwards entschied sich dennoch, einen weiteren Film zu machen. Ob nun Hommage (offiziell) oder Geldmacherei (offensichtlich), das Ergebnis ist einfach nur eine reine Farce und wird weder Sellers noch der Reihe in irgendeiner Weise gerecht.

4 CHRISTMAS VACATION 2: COUSIN EDDIES ISLAND ADVENTURE (2003)

Okay, ich gebe zu, sonderlich hoch waren die Erwartungen hier nicht. Mehr so eine „Wie schlimm kann es schon sein“-Einstellung. Wie sich herausstellen sollte: sehr.

3 JURASSIC PARK III (2001)

Damals hatte ich noch Bock auf Fortsetzungen. Was war ich ein Idiot. Aber hey, es waren Dinosaurier, Teil 1 war der absolute Knaller und Teil 2 war auch noch irgendwie okay. Und ich hatte einfach Bock, nochmal in den Dinopark zu reisen. Gut, in den Park ging es nicht wirklich, aber das war noch das kleinste Problem. Saudumme Scheiße am Fließband mit nervigen Figuren, die mir nur auf den Sack gingen, einem lahmen Kackdino als Antagonist und Raptorengetröte. Was für eine Enttäuschung.

2 S. DARKO (2009)

Direct To Video Fortsetzungen sind natürlich aus Prinzip nicht der Wahnsinn. In diesem Fall allerdings dachte ich im Vorfeld doch, dass da nicht viel verkehrt laufen kann. Schließlich geht es bei Darko nicht um Getöse mit viel Budget und der Megaaction, sondern um Zeitreisen. Wie kann man das bitte verkacken. Nun … so …

1 INDEPENDENCE DAY: RESURGENCE – INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR (2016)

Eigentlich habe ich von diesem Streifen nicht wirklich was erwartet. Er steht einfach nur stellvertretend für das unglaublich ideenlose, lahmarschige, unkreative, lustlose, belanglose, charakterlose, hingeschluderte Hollywoodmoviemaking derzeit. Ein Drehbuch, das in 5 Minuten beim Kacken verfasst wurde, ein Cast, der so gelangweilt ist, dass man befürchten muss, dass er die Alieninvasion einfach verschläft und Effekte, die selbst 1996 nur für Kopfschütteln gesorgt hätten. Aus jedem Negativ tropft hier die pure Lustlosigkeit und es ist klar, dass wirklich jeder, der hieran beteiligt war, nur wegen dem Geld da war. Ich hasse absolut alles und jeden daran und darin. Der Beitrag für den Filmschrottplatz ist überfällig.

HONOURABLE MENTIONS:

PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLDS END

A GOOD DAY TO DIE HARD

BLAIR WITCH

SMOKEY AND THE BANDIT 3

Tollwütige Kleinstadtinvasion der fehlinterpretierten Freiheitsbewegung

Die 70er gelten wohl gemeinhin als Hochphase des Horrorfilms. Oder zumindest kam das Genre dann im Mainstream an. Ob das eine gute Entwicklung war, lasse ich mal dahin gestellt. Ob es anfangs des Jahrzehnts besser war, finden wir heute heraus, mit folgendem Film:

I DRINK YOUR BLOOD – USA – 1970 – 83 Min.

Regisseur und Drehbuchautor David E. Durston hat in seiner relativ kurzen Laufbahn nichts weiter Erwähnenswertes fabriziert.
Gleiches gilt für die Darstellerriege bestehend aus so illustren Namen wie Bhaskar Roy Chowdhury, Riley Mills, Jadin Wong und Rhonda Fultz.
Also alles gegeben für einen guten Schrottfilm.

Irgendein nackter Typ ist Steinbock. Oh, und Satanist. Und Hippie. Ja, hier geht es um satanistische Hippies, die nackig ums Feuer stehen und Blut trinken. Was habt ihr von einem Film aus den 70ern bitte erwartet? Moment mal, warum hat die eine Trulla da ein hässliches Kleid an? Das ist ja mal so gar nicht in Satans Sinne, würde ich sagen. Und Hippies waren ja wohl immer nackt, wie historische Aufzeichnungen eindeutig beweisen. Die ist bestimmt eine Spionin.

Keine Spionin ist Sylvia. Und wenn, dann ist sie keine gute, denn sie wird entdeckt und stolpert am nächsten Morgen ins Dorf, weil … keine Ahnung. Vermutlich haben die Satan-Hippies etwas ganz Schreckliches mit ihr angestellt. In dem Kaff leben nebenbei genau 40 Menschen, aber Ober-Satan-Hippie Horace sagt, dass es bald 48 sein werden. Pfft, solche Unlogik zerstört doch wirklich das Gesamtbild. Als ob Hippies Mathe konnten.

Im Ort wird ein Damm gebaut und ich habe keine Ahnung, ob das noch irgendeine Rolle spielen wird, aber es wird halt erwähnt, also mache ich das auch mal.

Hippie Horace hat noch nicht alle seine 7 Leute überzeugt und muss ein paar Ohrfeigen verteilen und mit Häutung drohen, damit alle mitmachen bei was auch immer die überhaupt vorhaben. Erstmal jedenfalls ein Haus besetzen, in dem es vor Ratten wimmelt und dementsprechend auf Rattenjagd gehen. Irgendwas muss man schließlich grillen. Denn Hippies haben immer gegrillt. Leider zeigen das die historischen Aufzeichnungen nicht.

Vielleicht sollte ich kurz auf die Zusammensetzung der Hippie-Gruppe eingehen, denn die setzt sich aus Mann und Frau und schwarz und weiß und asiatisch zusammen und der Schwarze stellt mal klar, dass Satan schwarz ist. Die Asiatin darf einen Typen aufschlitzen, damit das tägliche Opferritual nicht zu kurz kommt. Und die eine trägt immer noch das selbe hässliche Kleid wie am Abend zuvor.

Sylvias Opa recherchiert mit seiner Schrotflinte und findet die Hippies, wie sie gerade die Leiche von dem geopferten Typen schaukeln. Horace zeigt sich unbeeindruckt von Opa und tritt auf seine Brille. Man Opa, wozu hast du bitte die Flinte mitgenommen? Was ist der Typ für ein Lappen? Ein kleiner Junge sucht seinen Großvater und Horace schnappt ihn sich nach einer spannenden Verfolgungsjagd inklusive Stockabwehrgeschwinge. Die Frauen verderben Horace aber den Spaß und wollen, dass er die beiden gehen lässt. Vorher hat Opa aber noch ne Ladung LSD gekriegt, weil Hippies sind immer auf Droge. Ganz besonders die Satanistischen. Historisch aufgezeichnet.

Der Junge geht in den Wald und nimmt ein Gewehr mit. Wie viele davon hat Opa da rumliegen, wo die Kinder rumrennen? Der Junge knallt einen tollwütigen Hund ab und niemand weiß, was das mit dem Rest der Story hier zu tun hat. Zumindest ich nicht. Aber das wird sicher noch erklärt … die Blutprobe, die der Junge von dem toten Hund nimmt, könnte ein Hinweis sein. Nur auf was weiß ich nicht.

Aha, er spritzt das Tollwutblut in Muttis Kuchen und verkauft ihn an die Hippies. Ja, die Hippies mögen satanistische Irre sein, ohne Job und ohne Geld, aber sie bezahlen für ihren Kuchen. Eigentlich ganz nette Leute.

Hippie Andy schnackselt mit Sylvia rum und Horace spielt Russian Roulette mit den anderen, ohne dass die vorher gefragt wurden. Nebenbei geht es allen nicht so gut und die Sache ist eindeutig: Die Bäckerei muss abgefackelt werden.

Das unbedachte Kuchenessen zeigt seine Nebenwirkungen und der schwarze Hippie sticht einen anderen ab. Mit einer Axt bewaffnet geht er auf die anderen los und ich frage mich, warum mich interessieren sollte, ob der die jetzt schnetzelt oder selbst geschnetzelt wird. Letztlich wird aber niemand geschnetzelt und er jagt eine der Frauen mit einem abgetrennten Bein aus dem Haus.

Horace tickt dann auch aus und verstört Autofahrer mit seinem Säbel (und nein, das ist kein Synonym für ein Körperteil, denn jetzt gerade sind die Hippies angezogen).

Andy ist das mal wieder alles zu doof und er geht mit Sylvia rumschnackseln. Kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum die sich mit dem Typen abgibt, nachdem er und seine satanistischen Hippiebuddys sie in der Nacht … gewasauchimmert haben? Andy flennt rum und will seine Freunde verraten, weil die so irre sind.

Wisst ihr noch der Damm? Der ist völlig egal, aber eine von den Hippietrullas lockt die Arbeiter ins Hippiehaus. Die finden eine Leiche, was nicht schwer ist, wenn man bedenkt, dass die mitten im Wohnzimmer liegt, und weil sie so toughe Typen sind, rufen sie nicht etwa die Polizei, nein, sie gehen auf den Dachboden, wo sie vom tollwütigen Horace massakriert werden. Helden sucht man hier vergeblich. Nur Vollidioten zu finden.

Der Junge hat Andy und Sylvia verfolgt und verrät die Tollwutblutkuchen Sache. Andy hat aber keinen Kuchen gegessen, denn er wollte sich an Sylvias Kuchen laben. So zumindest meine Vermutung.

Die Hippies ticken nach und nach alle ab und die Population des Kaffs wird etwas dezimiert von 48 auf die 5, die sowieso schon den ganzen Film über zu sehen sind. Allerdings sind nicht nur die Hippies tollwütig, sondern es hat sich auch auf andere übertrage und jetzt sind alle irre. Bis auf die 5, die man eben sowieso schon den ganzen Film über sieht.

Satanistische Hippies mögen zwar hin und wieder eine Ziege opfern, aber sie sind immer noch Hippies und lieben alle Tiere. Deshalb klaut Tollwut-Horace eine Schlange.

Die Asiatin fackelt sich selbst ab. Horace und der Schwarze gehen ins Schwertduell. Die Arbeiter reißen das Dorf ab und ich schätze, die Fertigstellung des Damms wird sich verzögern.

Die Bullen kommen und ballern ohne nachzufragen direkt auf alles, das sich bewegt. Zwei Frauen und der Junge sind die einzigen Überlebenden. Und ich natürlich, denn bei solchen Streifen steht mein Leben prinzipiell immer direkt mit auf dem Spiel. Ich gehe Hippies für eine Opferzeremonie suchen …

Musikalisch inszeniertes Säbelgerassel abseits der sieben Weltmeere

Yar har har, lasst uns singen:

Ahoi und yo ho, ihr Landratten,
trinkt eine Buddel Rum,
denn heute geht ein Fest vonstatten,
mit Tanz, Musik und allem Dran und Drum,
wir fahren auf See und singen und lachen,
und machen lauter lustige Sachen,
jetzt geht der Spaß los, ich hab keine Reime mehr,
Darum geht es hier jetzt weitehr …

THE PIRATE MOVIE – Australien – 1982 – 98 Min.

Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord
in den Kesseln da faulte das Wasser
und täglich ging einer über Bord …

Was? Ach so, der Film, ja hier:

Regisseur Ken Annakin hat in den 60ern unter anderem DIE TOLLKÜHNEN MÄNNER IN IHREN FLIEGENDEN KISTEN und einen Teil von DER LÄNGSTE TAG inszeniert. Er ist also kein Unbekannter und auch kein Unfähiger. Aber es gibt eben Stoffe, da lässt sich nicht viel retten. So wie bei diesem hier.

Wir lagen direkt vor Kiel
und hatten die Gicht an Deck
das Wetter war ziemlich schwül
und täglich faulte ein Bein weg …

Jajaja, ist ja gut:

Trevor Farrant schrieb das Drehbuch. W.S. Gilbert steuerte die Piratensongs bei. Ja, das hier ist ein Piraten-Musical. Was soll da noch groß schiefgehen? Yo, ho, ho, ihr Landratten … ach, das hatten wir ja schon.

Und jetzt alle im Chor:

Ja, wir lagen vor Tortuga
und hatten die Ratten am Sack
an Land warteten nette Luder
und wir gaben ihnen ein paar Sackratten ab …

Immer nur Film hier Film da. Hier bleibt einfach keine Zeit für echte Kunst. Also schön hier:

Beim Cast sieht man auf den ersten Blick, was hier die Auswahlkriterien waren. Nicht etwa die Erfolge in anderen Produktionen zuvor. Nein, Kristy McNichol und Christopher Atkins haben einfach nur die exakt gleiche Frisur und das war scheinbar wichtig hier. Atkins hatte die gleiche Frisur nebenbei auch in DIE BLAUE LAGUNE, als er mit Brooke Shields schwimmen ging. Die hat aber für diesen Film nicht die richtigen Haare, deshalb ist sie nicht dabei. Erwähnen muss ich noch Ted Hamilton, den man zwar nicht wirklich kennt, der aber hier den Piratenkönig spielt und eine Erwähnung verdient, weil er dabei wirklich alles gibt.

Jetzt aber zum Film:

Wie glorreich sind die Piraten,
sie folgen nur Schatzkarten,
wie einsam sind Piraten,
sie müssen lange auf Dates warten,
aber dafür siegen sie immer,
ihre Gegner wimmern,
denn Piraten sind der Hit,
sie bringen Schätze mit,
Holländer flieg,
Piraten erringen immer den Sieg!

An Land und auf hoher See,
sie trinken keinen Tee,
Rum gibt es stattdessen,
und sie polieren Fressen,
lasst die Säbel rasseln,
und vermeidet Schlamassel,
denn Piraten sind der Hammer,
In jeder Schatzkammer,
Holländer flieg,
Piraten
erringen
immer
den
SIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEG!!!

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das hier die Filmschrott-Musical-Episode wird? Stellt euch dazu einfach die Monkey Island Musik vor. Das wird schon passen.

Was ich auf jeden Fall erwähnen sollte, ist die Tatsache, dass der Streifen scheinbar in den 80ern spielt. Also 1980er. Nicht die 1680er, als Piraten noch der Schrecken der Meere waren. Dementsprechend laufen jede Menge Bikinigirls am Strand entlang und es ist Piraten Woche. Das bedeutet unter anderem, dass ein blinder Typ Gitarre spielt, um Geld zu sammeln und Frederic Leuten das Fechten beibringt. In diesem Moment bringt er der Brillenträgerin Mable bei, wie man einen Degen so richtig schwingt und megacool vom Boot hampelt. Der Typ geht mir jetzt schon tierisch auf die Klötze. Mable sieht nebenbei aus wie die Ausgeburt der Nerd-Hölle, mit ihrem Flanellhemd und der Brille, die ihr ständig von der Nase rutscht. Die Bikinitrullas fahren dann mit Frederic weg und Mable bleibt traurig zurück. Mit etwas Glück kommen jetzt die Piraten und killen direkt Frederic und die Bikinimädchen.

Nein, Mable fährt auf eigene Faust hinterher und fällt vom Boot ins Meer. Am Strand wird sie angespült und träumt jetzt von Piraten. Okay, der ganze Film wird also nur ein Traum sein? Was für eine bescheuerte Idee ist das denn? Jedenfalls träumt sie von einer epischen Schlacht zwischen zwei Piratencrews, von der wir aber nur das Unepische zu Gesicht kriegen. Zum Beispiel, wie ein Kung Fu Pirat gefühlt acht Meter an einem Glatzenmann vorbei tritt, der aber trotzdem vor Schmerz aufschreit. Frederic ist nebenbei einer der Piraten und segelt unter dem Piratenkönig, der ein lustiges Lied anstimmt, das absolut nicht so geht:

Ich bin der Piratenkönig,
alles andere interessiert mich wenig,
ich kopiere für mein Lied nur so viel vom Popeye-Thema,
dass mir niemand was kann, nicht mal die GEMA,
manche halten mich für einen Flegel,
doch ich rutsche herunter an meinem Segel,
das ich dabei mit meinem Dolch zerschneide,
der Wind kann nicht mehr greifen, wir bleiben hier wohl eine Weile,
doch das ist gar nicht schlimm,
denn ich bin der Pirate King.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich ein grottenschlechter Songwriter bin? Ich schätze, ich werde nie der Songwriterking …

Frederic hält die schlechteste Rede ever und will den Piratenkönig verlassen. Der ist außer sich, denn er versteht es absolut nicht. Frederic erklärt nebenbei mal, dass der Piratenking seinen Vater gekillt und ihn auf hoher See erzogen hat und jetzt will Frederic endlich mal sehen, was das Leben noch so zu bieten hat. Also Frauen und Liebe. Der Piratenkönig hält da gar nichts von, denn für ihn gibt es nur die See und die Piraterie. Schweren Herzens lässt er Frederic über die Planke gehen, damit der die Welt erkunden kann. Immerhin stellt er ihm noch ein Ruderboot und ein paar Bananen zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen in Kleidern hüpft am Strand entlang und irgendwie wollen die alle heiraten oder so. Ich raffs nicht, weil sie mir jetzt schon komplett am Arsch vorbei gehen. Mable ist auch da und hat jetzt eine völlig andere Frisur, keine Brille mehr und stellt sich auch nicht so dämlich nerdig an, wie außerhalb ihres Traums. Nun, es ist eben ein Traum. Da ist natürlich jeder selbst der Oberknaller.

Frederic erblickt die Frauen,
in seiner Hose will sich was aufbauen,
er schwimmt so schnell er kann an Land,
und wird dort als Pirat erkannt,
die Mädchen rennen kreischend weg,
doch Fred zeigt, er hat keinen schwarzen Fleck,
kein Tattoo und keinen Jolly Roger,
der Strand sieht aus, wie in Kambodscha.

Mable erblickt den Freddy,
in ihrem Höschen wird es wetty,
denn es ist ihre erste Liebe,
auf den ersten Blick, ich krieg die Krise,
sie reiten den Strand entlang,
wer weiß, wo sie die Pferde her ha’m,
Liebe kennt halt keine Hürden,
Fred würde auch gern geritten werden.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das hier eine richtig dumme Idee von mir war? Aber jetzt müssen wir da durch.

Jetzt kommen die Piraten wirklich zum Strand und die Mädchen haben allen Grund, kreischend wegzurennen. Frederic will sie aufhalten, aber der Piratenkönig lacht ihn natürlich nur aus und es folgt die Benny Hill Show mit Musik aus Super Mario. Was zum Geier gucke ich mir hier an?

Vater Mable kommt vorbei und er ist ein Major General, der ein Lied singt, das mir sehr bekannt vorkommt, um sich vorzustellen. Die Piraten hauen ab, weil er halt der Major General ist. Nebenbei verbietet er die Hochzeit zwischen Frederic und Mable, die sich seit 2 Minuten kennen, weil er ein Pirat ist. Und vor allem ist er arm. Also gibt es einen Plan: In der Nacht schwimmen Fred und Mable zum Piratenschiff rüber, um den Schatz zu klauen. Dafür muss Mable den Piratenkönig ablenken, denn der hat die Schatzkarte auf den Rücken tätowiert, die Frederic abmalen muss. Also gibt es die große Piratenkönigmuskelshow und ich gebe zu, Ted Hamilton als Piratenkönig ist einfach der Knaller. Zu schade, dass er sonst nichts nennenswertes gemacht hat.

Kurz bevor sie das Schiff verlassen können, werden sie natürlich von einem Papagei verraten, allerdings haben sie mal schnell das Schiff versenkt. Wie auch immer sie das angestellt haben.

Traum hin oder her, können wir mal kurz darüber reden, dass Frederic einen Taucheranzug an hat, der aussieht wie aus den 50ern? Ich meine nur: Wenn eine Frau aus den 80ern von Piraten träumt und darin schon ein Taucheranzug vorkommen muss, sollte das dann nicht einer aus den 80ern sein? Die sieht jetzt auch nicht wie die typische Marinehistorikerin aus, die nachts von historischen Taucheranzügen träumt. Wie dem auch sei: Sie finden den Schatz und bringen ihn zum Major General, um den davon zu überzeugen, dass Frederic und Mable füreinander gemacht sind. Um den endgültig zu überzeugen, muss er aber erst noch den Piratenkönig besiegen, einfach weil … Traum.

Frederic springt cool durchs Fenster,
er hält sich für nen echten Gangster,
er wird vom Piratenkönig gejagt,
und ich habe mich immer gefragt,
was nutzen Piraten eigentlich Schusswaffen,
wenn auf hoher See die ständig vernassen,
Ruth stellt Fred in der Bibliothek,
und versperrt ihm den weiteren Weg.

Fecht, fecht, fecht,
wir kreuzen die Degen,
fecht, fecht, fecht,
auf all unseren Wegen,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
wir degen uns wech.

Das Duell verlagert sich aufs Dach,
jetzt machen wir die Nachbarn wach,
der Piratenkönig ist nicht schwindelfrei,
zum Glück hat der Butler Tee dabei,
Teatime gilt auch für Piraten,
so viel Zeit kann man ruhig warten,
Kerzen trennen und schön zaubern,
aus dem Ärmel ein paar Taube(r)n.

Fecht, fecht, fecht,
wir kreuzen die Klingen,
fecht, fecht, fecht,
wenn wir am Kronleuchter schwingen,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
wir degen uns wech.

Deg, deg, deg,
da liegt ein Lichtschwert im Weg …

Frederic besiegt den Piratenkönig also, indem er ein Lichtschwert findet. Fragt mich nicht. Der Film wirft jetzt einfach irgendwelche Filmreferenzen rein, weil ohnehin alles egal ist. Der Piratenkönig weist Frederic aber auf seine Pflichten als Pirat hin und jetzt müssen sie gemeinsam einen Schatz finden, oder so. Vor lauter geilem Songgetexte habe ich nicht so richtig mitgekriegt, was da gerade passiert ist. Nicht, dass das wichtig wäre.

Frederic glaubt nicht, dass er ohne Mable leben kann und singt ein Lied darüber. So tief werde ich natürlich nicht sinken. Lovesongs kommen mir nicht auf meinen geliebten Schrottplatz. Hier singen wir nur über Piraten. Der Film sieht das anders und schiebt direkt noch ein Liebeslied von Mable hinterher, während Frederic in die weite Welt latscht. Müsste der nicht eigentlich zum Piratenschiff gehen oder wo will der jetzt hin?

Da kommen die tanzenden Polizisten aus England und ich raffe es mal wieder nicht. Mable reitet vorbei, weil sie Frederic helfen will oder so. Sie warnt die Bobbies vor den Piraten, also hauen die mal schnell ab. Und da kommt Inspector Clouseau (ja, er ist es wirklich, wenn auch natürlich schlecht gespielt, weil es nun mal nicht Peter Sellers ist). Keine Ahnung, was genau die Szene soll, außer den „Pirate“ „Parrot“ Gag totzuschlagen, der durch Clouseaus Akzent entsteht.

Der Piratenkönig ist unterwegs zum Palast und Mable mobilisiert die Taztruppen, um ihn aufzuhalten. Da sie es nur mit Lappen zu tun hat, dauert der Weg dahin gefühlt 3 Stunden. Jedenfalls landen die Piraten und Mable – jetzt aus irgendeinem Grund in Ritterrüstung – im Palast, wo General Mable und jede Menge leicht bekleideter Frauen rumhängen und ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Und warum hat Mable jetzt die Rüstung nicht mehr an? Und wo kommen jetzt die Bullen her?

Egal. Zeit für das große Finale. Seid ihr bereit? Nein? Ich auch nicht.

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Piraten kämpfen immer froh,
tralla la la la la la,
die Polizei ist auch schon da,
stöhn,stöhn, stöhn, stöhn, stöhn,
die Nutten können auch fechte(h)n,
okay, es sind keine Nutten,
aber woher soll man das wissen,
ein Kampfballet der Uniformen und Kutten,
mit Humor total beschissen.

Das epische Finale,
yo ho,
sorgt für viel Randale,
yo ho,
Piratensäbel klingen,
yo ho,
als würden sie schief singen.

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Papageien kreischen froh,
tralla la la la Lappen,
das sind die Polizeiattrappen,
stöhn … ach nee, das stimmt ja nicht,
der Zuschauer bekommt gleich Gicht,
denn es ist weder spannend noch witzig,
Piratenkönig stemmt Gewichte,
Frederic hält sich für wichtig,
Indiana Jones und Ninjas sind hier echt nicht richtig.

Das epische Finale,
arrrrrrrr,
ist echt ein Skandale,
arrrrrrrr,
denn nichts ergibt hier Sinn,
arrrrrrrr,
nicht mal der Piratenking,

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Freibeuter haben Haken,
tralla la la la Landratten,
jemand will die Nichtnutten begatten,
Pizza, Pizza, Pizza,
wird auch noch gebacken,
der Humor kennt keine Grenzen,
und mittendrin muss man es verkacken,
wenns zwischen Fred und Mable menschelt.

Das epische Finale,
ahoi,
Moment, ist das der Norris, Chuck?
ahoi,
der Streifen geht mir auf den Sack,
ahoi,
der Traum ist Gott sei Dank vorbei,
ahoi,
und das ganz ohne Meuterei.

Die epische DoppeLhochzeit,
ding dang dong,
Frederic und Mable sind lang bereit,
ding dang dong,
und alle machen mit und sing’n,
dong dang ding,
auch Ruth und der Piratenking.

Lasst die Glocken erkling’n,
besorgt ne große Torte,
denn das hier ist das Happy Ending,
eines von der besonders schlechten Sorte.

Mable erwacht am Strand und ist gar nicht verheiratet. Der Piratenkönig und Ruth übrigens auch nicht, aber die gab es ja auch nur in ihrem Traum. Frederic kommt vorbei und knutscht mit Mable rum, einfach weil … er eben der Stecher schlechthin ist. Und dann wird wirklich geheiratet und der beschissene Abschlusssong wird direkt wiederholt.

Werft Konfetti und Luftschlangen,
denn der Scheiß ist überstanden,
an Blödsinn kaum zu überbieten,
die Darsteller fast alle Nieten,
schreckliche Musik und Dialoge,
und viel zu wenig Piratengedrohe,
keine Inseln, keine Schätze,
kein Piratenfilm, sondern die Krätze,
schnell auf Zelluloid gedangelt,
ich hab kein‘ Bock mehr, ich geh angeln …

Fragen ohne Antwort #212

Diese Woche dreht sich bei Ginas FoA (ja, ich kürze das ab jetzt so ab, weil es einfacher ist) alles um Filme. Deshalb mache ich mal ganz spontan wieder mit und beantworte den Spaß. Vor allem auch, weil die Anzahl der Fragen mal recht übersichtlich bleibt und nicht schon ohne Beantwortung einen ganzen Blogpost füllen würde.

Wonach hast Du Dich als Kind immer gesehnt, durftest oder konntest es aber erst als Erwachsene(r)?

Okay, doch nicht alles mit Film, deshalb fällt mir zu der Frage auch nichts ein. Vielleicht Filme für Erwachsene gucken? Und nein, ich meine natürlich nicht die ganzen Metzelstreifen und Gruselschinken. Die habe ich schon immer geguckt. Ich meine natürlich Pornos …

Aus welchen Filmen hast Du Weisheiten für das Leben abgeleitet?

Natürlich aus den Monty Python Filmen. Seit denen weiß ich, dass selbst die süßesten Tiere zu großen Bestien werden können, wie schnell Schwalben fliegen und was der Sinn des Lebens ist. Mehr kann man jawohl kaum aus filmen lernen, oder?

Welche Filme haben Dich nachhaltig beeinflusst?

Wer den Filmschrottplatz regelmäßig besucht, wird wissen, dass ich vor allem den Output der 80er Jahre feiere und diese natürlich auch einen gewissen Einfluss auf mich haben und hatten. Das betrifft meinen Standpunkt zum Film aber auch zur Kreativität im Allgemeinen. Und ist auch der Grund, warum ich dem modernen Hollywood nicht eine Träne nachweinen würde, wenn es plötzlich von Froschmutanten ausgelöscht würde. ALL HAIL THE EIGHTIES!!!

Warum schaust Du Filme?

Um darüber abzukotzen wie scheiße sie sind natürlich. Und wie scheiße alle Beteiligten sind. Und wie scheiße Frauen sind. Und wie scheiße Schwarze sind. Und wie scheiße es generell ist, dass heute so wenige weiße Männer in weißen Unterhemden regelmäßig die Welt vor weißen Männern mit weißen Katzen retten. Das macht man doch heute so, oder?

Was muss ein Film haben, damit er eine gute Bewertung von Dir bekommt?

Weiße Männer in weißen Unterhemden, die die Welt vor weißen Männern mit weißen Katzen retten. Oder Froschmutanten.

Wie wichtig ist Filmmusik für Dich auf einer Skala von 1-10 und warum?

Ich mag einen guten Soundtrack wie jeder andere und gut platzierte Musik kann einen Film durchaus noch zusätzlich aufwerten. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn sich die Musik eher zurückhält und die Szenen für sich sprechen lässt. Was ich nebenbei ganz grauenhaft finde, ist die Verwurstung von tausend (Cover-)Popsongs in Filmen und Trailern. Eine weitere ganz grauenhafte Entwicklung, für die Hollywood von Froschmutanten überrannt gehört. Ich bevorzuge aber ohnehin einen Original Score, es sei denn, es handelt sich wirklich um einen Film, wo die moderne Popscheiße reinpasst, wie Teenkomödien und ähnlicher Kack, die sich dem grottigen Niveau der modernen Popsongs direkt anpassen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Musikbranche auch gerne von Froschmutanten abgefackelt werden darf?

Nach welchen Kriterien entscheidest Du, ob Du Dir einen Film ansiehst oder nicht?

Ob er existiert oder nicht. Gibt es den Film, gucke ich ihn vielleicht irgendwann an. Ich ziehe da keine Grenzen und gucke quasi alles. Ausnahmen: Anime und Bollywoodtanzgedöns. Ersteres, weil ich einfach mit ernsten oder dramatischen Themen in animierter Form nichts anfangen kann und zweiteres, weil Rumgetanze zu Kackmusik noch schlimmer ist, als beschissene Popsongs in Blockbustern, zu denen niemand tanzt.

Über welche Medien schaust Du Filme? Bluray/DVD, Kino, Streaming, TV? Welches Medium nutzt Du davon am häufigsten?

Wie vermutlich bekannt, bin ich so eine Art Sammler und kaufe noch immer DVDs und BluRays (wenn auch in letzter Zeit sehr wenig bis gar nichts, weil mein Budget es momentan nicht zulässt). Ich habe so knapp 1000 Scheiben hier rumstehen/rumliegen und bevorzuge es auch weiterhin, eine Scheibe in den Player zu schieben, anstatt auf Streaming zurückzugreifen. Das nutze ich eigentlich eher für Serien. Ins Kino gehe ich sehr selten, weil da nur Scheißfilme voller beschissener Popmusik laufen. Und TV schaue ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich weiß wirklich nicht, was der letzte Film oder die letzte Serienfolge war, die ich ganz regulär im Fernsehen geguckt habe. Muss irgendeine Premiere eines Heinz Erhardt Films gewesen sein oder so.

Gab es schon einmal einen Film, bei dem Du Dir nach Betrachtung die Frage gestellt hast, ob die Macher des Filmes verrückt sind?

Solche Gedanken liegen mir fern. Ich denke mir eher hinterher: „Warum sind die Macher des Films eigentlich nicht verrückt genug, um daraus einen richtig geilen Film zu machen und mal ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, anstatt die immer gleiche generische Scheiße erneut auf die Leinwand zu bringen?“ Es gab mal wunderbar verrückte Geister in der Filmbranche, aber die wurden leider entweder alle durchs Hollywoodsystem gespült und kamen als ideenlose Lahmärsche wieder raus oder sie wurden direkt durch ideenlose Lahmärsche ersetzt. Aber wenn die Froschmutanten Hollywood übernommen haben, dann wird es endlich wieder verrückte Filmemacher geben.

Kannst Du Dich an Deinen ersten Kinobesuch erinnern? Wenn ja, welcher Film war es und wie alt warst Du da?

IN EINEM LAND VOR UNSERER ZEIT. Guter Film. Vermutlich auch heute noch. Müsste ich mal wieder angucken. Damals war ich übrigens 6 Jahre alt. 30 Jahre her. Und wo sind wir hingekommen? Nichtmal Dinosaurierfilme kriegt Hollywood noch hin.

Wenn Du die finanziellen Mittel dafür hättest und sogar die passende Immobilie, würdest Du ein Kino eröffnen? Egal ob ja oder nein, warum?

Nur unter der Bedingung, dass ich wirklich so viel Geld hätte, dass Einnahmen und so keine Rolle spielen. Ich würde nämlich höchstens ein Kino eröffnen, in dem nur geiler Scheiß läuft, den ich selbst geil finde. Also nichts Aktuelles. Nur cooler 80er-Jahre-Overkill, den sich 3 Zuschauer antun würden. Aber es wäre ja auch nicht für die. Es wäre nur, damit ich die ganzen geile Filme im Kino gucken könnte.

Vielleicht kann ich mir diesen Traum erfüllen, wenn meine Froschmutanten Hollywood eingenommen haben. Und jetzt marschiert, meine Froschmutanten. Marschiert gen Westen. Marschiert. MUAHAHAHAHAHA! MUAHAHAHAHA! MUAHAHAHAHA! Quak, ihr Affen.

Fortsetzende Höllenwelterkundung

Wenn man sich auf eine Sache wirklich verlassen kann, dann darauf, dass Videospielverfilmungen scheiße sind. Aber Moment, es gibt da tatsächlich so ein oder zwei, die man als gute Filme bezeichnen könnte. Da das natürlich so nicht stehen gelassen werden kann, muss man die dann durch eine grottige Fortsetzung zerstören. SILENT HILL ist meiner Auffassung nach die beste Videospielverfilmung. Zugegeben, die Messlatte liegt niedrig, aber der Streifen hat einfach eine tolle Atmosphäre und bringt den Horror der Spielereihe ziemlich gut rüber. Sicher gibt es auch ein paar Punkte, die man kritisieren könnte, aber dann guckt man einfach Teil 2 und merkt direkt, dass das alles von Beginn an viel schlimmer hätte sein können.

SILENT HILL: REVELATION – Kanada – Frankreich – USA – 2012 – 95 Min.

Regie übernahm hier Michael J. Bassett, der eigentlich Tierdokus macht und hin und wieder mal eine Serienfolge. Das Drehbuch steuerte er hier auch direkt bei und das kann dann natürlich gar nichts gutes mehr bedeuten.
Kit Harington kennen wir natürlich alle als Jon Snow aus GAME OF THRONES und wenn wir Glück haben dann in der Zukunft aus nicht mehr viel anderem, denn eine Schauspielkoryphäe ist er nicht gerade. Carrie-Anne Moss sollte jedem ein Begriff sein, lief sie doch schon in der MATRIX-Trilogie an Wänden entlang und trug in MEMENTO zur Verwirrung bei. Malcolm McDowell tickte in A CLOCKWORK ORANGE aus und Adelaide Clemens war in THE GREAT GATSBY neben Leo zu sehen. Außerdem sind Sean Bean und Radha Mitchell aus dem Vorgänger wieder dabei. Über mangelnde Starkraft kann man sich also nicht unbedingt beschweren. Das wird aber natürlich nicht helfen:

Ein Mädchen wird durch einen Horrorvergnügungspark verfolgt. Habe ich eigentlich mal erwähnt, wie viel Potenzial so ein Setting hätte, wenn die Filmemacher nicht zu unfähig wären, daraus mal was cooles zu machen? Das komische Höllenmädchen erscheint und die Verfolgte fackelt ab. Aber es war alles nur ein Traum. Und sie ist die Tochter von Sean Bean, der jetzt nicht mehr Christopher heißt, sondern Harry. Sie heißt nebenbei Heather und hat Geburtstag, deshalb kriegt sie von Harry eine schicke Weste geschenkt und freut sich ihres Lebens.

Ach, wartet mal: Harry ist Christopher und Heather ist Sharon aus Teil 1, die jetzt mit neuem Namen unterwegs sind, weil … keine Ahnung. Aber ich dachte, Sharon wäre in Teil 1 zusammen mit Mutter Rose gestorben. War das nicht der große „Twist“ am Ende oder hab ich da was falsch verstanden? Ah, sie dröseln es auf und irgendwie ergibt es nicht den geringsten Sinn, aber hey, es ist ein Film über eine Höllenwelt in einem Kaff, indem eine Mine seit achttausend Jahren brennt, also wollen wir mal nicht so sein. Jedenfalls hat Rose wohl Sharon zurückgebracht und ist dann erst gestorben oder sie war schon tot und hat sie trotzdem zurückgebracht oder wasauchimmer. Sharon lebt noch und heißt jetzt Heather, das muss uns reichen.

Heather muss durch die einzig wahre Hölle und geht zur Schule. Unterwegs wird sie von einem Penner angequatscht, der meint, sie zu kennen, aber die spricht nicht mit Fremden. In der Schule ist sie die Neue und stellt direkt mal klar, dass sich alle ihre dummen Sprüche sparen können, weil sie eh nur Kacke im Kopf haben. Kit Harington aka Vincent ist ebenfalls neu und hat nichts zu sagen, was ihn schon mal recht uninteressant aber zumindest einigermaßen sympathisch macht. Fresse halten ist schließlich immer eine gute Sache.

Heather hat ständig Visionen von Silent Hill. Selbst in der Schule bleibt sie davon nicht verschont. Immerhin sieht die Höllenversion wieder wunderbar creepy aus. Vincent will mit Heather nen Kaffee trinken gehen. Die hat aber keinen Bock auf ihn oder überhaupt jemanden. Es sollte klar sein, dass Vincent ihr jetzt regelmäßig auf den Sack gehen wird und somit direkt alle Sympathiepunkte wieder in die Tonne tritt.

Heather fühlt sich aber erstmal von dem Penner von vorhin verfolgt und will sich mit Harry im Kaufhaus treffen. Der kommt aber nicht. Visionen und so und der Penner ist auch wieder da. Der stellt sich als privater Ermittler heraus, der im Auftrag eines Geheimbundes nach ihr sucht und sie warnt, dass Sie kommen, um sie zu holen. Er erzählt ihr alles über Silent Hill, aber dann kommt ein Vieh und senst ihm die Finger weg. Mehr Antworten wird sie von ihm also nicht bekommen.

Vincent begleitet Heather im Bus nach Hause und es werden tiefgründige Gespräche über Träume, Facebook und Vincents geisteskranken Opa geführt. Harry ist selbstverständlich nicht da und an der Wand steht „Come to Silent Hill“. Vincent der Stalker ist schon wieder da und Heather zeigt ihm ihr Medaillon. Und ihre Knarre. Die Bullen kommen und die beiden hauen ab. Es ist quasi Bonnie & Clyde in Grütze.

Harry hat Heather einen „Wenn du das liest, ist mir was passiert, such nicht nach mir“-Brief hinterlassen. Heather ignoriert das natürlich und will nach Silent Hill. Vincent ist dagegen und wie sich herausstellt, kommt er aus Silent Hill und sein Auftrag ist es, Heather nach Silent Hill zu bringen, aber er will das nicht tun, weil die böse Alessa da regiert und Heather das Gute ist oder so. Quarkstory vom Fließband, wir kennen das. Heather muss das zweite Medaillon finden das wohl Vincents irrer Opa hat. Die Dunkelheit kommt und Vincent wird vom Schnetzelvieh gekillt. Als Heather zu sich kommt, befindet sie sich in Silent Hill.

Im Ascheregen trifft sie Alessas Mutter, die ihr irgendwelchen Krampf erzählt und erklärt, dass sie ihren Vater nicht retten kann. Die Dunkelheit kommt und Heather flüchtet in ein Gebäude in dem Frauen sich in Schaufensterpuppen verwandeln und ein grottig animiertes Spinnenvieh sie und eine andere Frau verfolgt.

An anderer Stelle muss sich Vincent vor seiner Mutter verantworten und wird in die Klapse gebracht. Rein zufällig ist da auch Heather gerade angekommen. Die andere Frau hat es nicht so weit geschafft. Dort knallt sie ein Monster ab und findet Vincents Opa. Der erklärt, dass es viele Silent Hills gibt und ihr Vater überall sein könnte. Nachdem er sich das Medaillon reingeschoben hat, das nebenbei das Siegel des Metatron ist oder so ähnlich, will er Heather killen, aber die reißt ihm das jetzt komplettierte Siegel raus und er zerfällt zu Staub.

In welchen Irrsinn wird Heather als nächstes geraten, wo der Streifen doch nicht mehr ist, als eine Ansammlung von Wahnsinn, nur um möglichst viel Kram unterzubringen? Ah, es ist Pyramidhead, vor dem sie sich aber verstecken kann. Und dann sieht sie zufällig Vincent, der irgendwohin gebracht wird. Und zwar zu den creepy Krankenschwestern, die natürlich auch nicht fehlen dürfen hier. Die schlitzen aber nur die Wachmänner auf und lassen Vincent in Frieden, solange der still ist. Ich frage jetzt mal lieber nicht, warum die den überhaupt ausgerechnet dahin geschoben haben. Es wirkt alles sehr willkürlich. Ein Problem, das auch Teil 1 schon ein wenig hatte, aber da insgesamt dann doch runder. Hier schickt man die Charaktere nur von einem Wahnsinn in den nächsten, mit einer Alibistory, nur damit man möglichst viel Irrsinn unterbringen kann.

Heather ist natürlich zur Stelle und befreit Vincent, der weiß, wo ihr Vater ist und gemeinsam geht es zum Vergnügungspark. Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob es diesem Film gelingt, aus dem Setting was rauszuholen. Ich habe berechtigte Zweifel. Das fängt schon damit an, dass man hier plötzlich den Wahnsinn runterschraubt und nur maskierte Soldaten des Ordens rumlaufen lässt. Die werden von Alessa abgefackelt. Die will auch Heather killen oder sie übernehmen oder wasweißich und geht dann selbst in Flammen auf. Ähm, ja, ich raffs nicht. Was ich auch nicht raffe ist, warum Pyramidhead das Karussel drehen muss, aber vermutlich einfach, damit er auch noch mal zu sehen ist. Um mehr geht es hier ja ohnehin kaum. Das wars übrigens vom Vergnügungspark …

Heather findet Harry, aber natürlich ist auch Vincents Mutter da. Die freut sich, dass sie endlich da ist, denn Heather ist die Erlöserin und blah. Gottblahblah und so, was auch nur wie eine unfassbar schlechte Kopie der Hexenstory des Vorgängers wirkt. Heather gibt ihr das Siegel des Ordens und Mutter verwandelt sich in das, was sie wirklich ist: Das Schnetzelmonster, dass den privaten Ermittler gekillt hat. Und da ist Pyramidhead und kämpft gegen das Schnetzelmonster und keine Sau weiß, wieso, außer natürlich, dass die Macher bestimmt dachten, dass das ein richtig cooler Kampf wird. Sie haben sich geirrt. Der Pyramidenkopf gewinnt, indem er das Schnetzelmonster enthauptet und das wars dann hier.

Heather/Sharon, Harry/Chris und Vincent/OhnePseudonym gehen nach Hause, aber Harry will nicht mit. Rose ist noch irgendwo in Silent Hill und er muss sie finden. Aber Sharon soll ihr Leben leben und glücklich werden und sülz. Und wenn sie nicht in der Hölle schmoren, lebten sie glücklich, bis ans Ende ihres Daseins.

Wie zu erwarten, reicht der Film einfach nicht an den sehr guten Vorgänger heran. Es ist alles mindestens eine Stufe schlechter und belangloser. Der creepy Shit wird zu willkürlich eingesetzt, der Irrsinn wirkt zu gewollt und die Story nur als Mittel zum Zweck. Passend zu alledem, gibt es noch eine Post-Credit-Szene, in der nichts weiter passiert, als das Pyramidhead einmal durchs Bild latscht. Die Macher haben scheinbar selbst gewusst, was hier verkehrt läuft und beweisen immerhin Eigenhumor. Ich gehe die Hölle erforschen …