Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Pseudofeministisches Geisterjagdrecycling

Zum heutigen Film habe ich eigentlich schon eine ewig lange Abhandlung hier im Blog verfasst. Deshalb kann ich auch auf eine lange Einleitung verzichten und einfach dahin verlinken. Trotzdem hat der Film einfach seinen eigenen Eintrag in den Archiven des Filmschrottplatzes verdient und deshalb tue ich mir den Krampf halt nochmal an:

GHOSTBUSTERS – USA – Australien – 2016 – 116 Min.

Regie führte, wie wir alle wissen, Frauenversteher und Ultrafeminist Paul Feig. Die Tatsache, dass er seither bei keinem Film mehr Regie geführt hat, sollte eigentlich schon aussagekräftig genug sein. Das Arschloch kann wegen mir aber auch in der verfickten Gosse enden, denn er geht mir tierisch auf die Klötze.
Geschrieben hat er den Müll zusammen mit Katie Dippold, die immerhin ein paar Episoden der fantastischen Comedyserie PARKS & RECREATION verfasste und somit bewiesen hat, dass sie es eigentlich besser kann und es nicht nötig haben sollte, bei so einer Scheiße wie dieser mitzuwirken.
Der Cast kann sich wirklich sehen lassen und SPOILER ist das mit weitem Abstand beste am ganzen Film. Melissa McCarthy ist ja leider sehr festgefahren in der Rolle als übergewichtige Slapstickgranate, dabei könnte sie sicher mehr, was sie vermutlich auch schon bewiesen hat, aber ich kenne kaum etwas mit ihr. Kristen Wiig, Leslie Jones und Kate McKinnon dürften in erster Linie durch SATURDAY NIGHT LIFE bekannt sein, was aber schon reicht, um zu beweisen, dass sie mehr können, als sich in dieser Grütze durch das lahme Drehbuch zu kämpfen. Chris Hemsworth ist bekanntlich THOR und sonst eigentlich gar nichts, so wie seine Rolle hier einfach nur saudoof ist und sonst eigentlich gar nichts. Passt also irgendwie.

Der Film beginnt mit einer Führung durch ein altes Anwesen und mit spukiger Musik, die wohl vermitteln soll, dass es hier ganz schön spooky zugehen wird. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass das absolut nicht der Fall sein wird, denn Paul Feig ist absolut unfähig irgendwas anderes zu drehen, als Leute, die auf die Fresse fallen. Wenig überraschend wird der Führungsheinz am Abend von einem Geist angegriffen, was ihn aber nicht daran hindert, noch zu kommentieren, was er gerade vorhat, wie man das eben in Gefahrensituationen tut. Zum Beispiel: „Ich muss diesen Hocker durchs Fenster werfen, damit ich fliehen kann.“ Oder: „Ich würde mir in die Hose pissen, aber die ganze Scheiße wirkt einfach überhaupt nicht bedrohlich, also locker bleiben.“

Erin probt an einer Universität ihre Lehrereigenschaften und wird unterbrochen, weil sie im Auftrag von Rektor Charles Dance ein wissenschaftliches Team zusammenstellen soll, dass noch besser als das von Princeton ist. Also sucht sie Abby auf, die ein Buch veröffentlicht hat, das sie gemeinsam geschrieben haben, ohne sie zu fragen. Nebenbei hat sie Barry dabei, der einfach nur strunzdoof ist, wie absolut jeder Mann in dieser Grütze in Filmtarnung. Abby ist aber auch nicht das hellste Ektoplasma und die Dialoge sind einfach nur das pure Grauen. Fliegende Bücher, fliegende Babys und andere unlustige Scheiße gibt hier das Programm an.

Jillian ist auch da und es folgen Furzwitze, weil das Niveau noch lange nicht niedrig genug liegt. Jedenfalls will man zu dem Anwesen, in dem es spuken soll. Erin lässt sich darauf ein, im Gegenzug soll ihr Buch vom Markt. Natürlich finden sie einen Geist, der nebenbei ganz okay aussieht, aber lange nicht so gut, wie in den alten Filmen. CGI heutzutage ist eben bonbonfarbene Pisse, die aussehen muss, als wäre es von einem Einhorn gekotz worden. Aber lassen wir das. Apropos kotzen: Der Geist kotzt natürlich Erin an und Jillian frisst genüsslich ihre Chips, als ob sie schon zum hundertsten Mal einen Geist gesehen hätte.

Charles Dance feuert Erin, weil die im Internet hysterisch über die Existenz von Geistern quatscht. Die beiden anderen werden ebenfalls gefeuert, in erster Linie, weil der Direktor ein Mann und somit in diesem Film ein absoluter Vollidiot ist.

Patty verkauft U-Bahn-Fahrkarten und muss einen Typen in einen U-Bahn-Tunnel verfolgen, da sie als Ticketverkäuferin offensichtlich auch für die Sicherheit verantwortlich ist. Immerhin hat sie wirklich Schiss vor dem Geist, der plötzlich auftaucht und ist damit noch das menschlichste Wesen in diesem Haufen Zelluloidschrott. Der Typ aus der U-Bahn wird nebenbei mal kurz zum Antagonisten, aber das ist so unfassbar unwichtig, dass es eigentlich keine Rolle spielt.

Die Mädels mieten einen Raum, um dort das Übernatürliche zu untersuchen. Jillian tanzt zu einem Kacksong und ich kann nicht anders, als zu denken, dass das einfach zu jeder anderen Figur besser gepasst hätte, als zu ihr. Hat sich hier wirklich niemand im Vorfeld wenigstens etwas Gedanken um Charakterzeichnung gemacht? Kevin bewirbt sich um den Job des Sekretärs und beweist, dass dem absolut nicht so ist. Er ist einfach nur saudoof und Erin ist einfach nur saugeil auf ihn und damit ist dazu auch alles gesagt. Oder wollt ihr vielleicht ein paar Beispiele dafür, wie doof er ist? Okay. Er trägt eine Brille ohne Gläser, weil die immer schmutzig werden, also hat er sie rausgenommen. Als Erin ihn fragt, ob er gerade jemanden „sieht“, also im Sinne von Freundin und Co., antwortet er, dass er gerade die drei Frauen vor sich sieht. Und sein Hund heißt „Mycat“, damit man einen Wahnsinnsbrüllergag bringen kann. Er hätte seinen Hund besser „Rohrkrepierer“ genannt, aber das wäre ja schon zu kreativ für dieses Drehbuch gewesen. Natürlich kriegt er den Job.

Patty sucht die Mädels auf und erzählt ihnen Geschichten über die Historie von New York. Mit anderen Worten, sie hat tatsächlich sowas wie eine interessante Charaktereigenschaft. Sie interessiert sich für die Geschichte der Stadt. Natürlich wird das im Verlauf des Films nicht wieder aufgegriffen und deshalb ist es absolut scheißegal. Im U-Bahn-Tunnel begegnen sie dem Geist und wollen ihn mit einem selbstgebauten Protonenstrahler einfangen. Allerdings funktioniert das nicht so gut und der Geist wird von einer U-Bahn überfahren, was irgendwie keinen Sinn ergibt, oder? Kann der nicht einfach durch Wände gehen und solche Sachen. Aber lassen wir das.

Patty schließt sich der Gruppe an, weil sie New York kennt und einen Leichenwagen besorgen kann, mit dem sie durch die Stadt gurken können. Kevin ist immer noch doof und Erin bekommt etwas Charaktertiefe, indem sie von einer Geistersichtung aus ihrer Kindheit erzählt.

In den Nachrichten wird Bill Murray interviewt, der ein Geisterexperte ist und den ganzen Kram mit den ganzen Geistern für Quatsch hält. Und nebenbei ist seine Performance sowas von gelangweilt, dass man sich fragen muss, warum man ihn überhaupt gezwungen hat, bei dieser Scheiße mitzumachen. Wird aber gleich noch schlimmer werden, also abwarten.

Die Ghostbusters haben durch die Medien jetzt ihren Namen und einen Auftrag in einem Theater, in dem gerade ein Rockkonzert stattfindet. Patty wird von einer Schaufensterpuppe verfolgt und ist dabei tatsächlich unterhaltsam, was in diesem Film ein absolutes Novum darstellt. Die Puppe verwandelt sich in einen Drachen und die Jagd verlagert sich in die Konzerthalle. Dort scheint es aber niemanden zu tangieren, dass gerade ein Geist anwesend ist. Nicht mal die Band reagiert, als ihr Sänger angegriffen wird, als würde es zur Show gehören. Ozzy Ozborne feierts ab.

Nachdem der Geist gefangen wurde, besucht Dr. Heiss aka Bill „I don’t wanna be here“ Murray die Ghostbusters. Der ist zwar gelangweilt, aber würde gerne den Geist sehen. Nach kurzem Disput lässt Erin den Geist frei und der wirft Murray aus dem Fenster. Damit hat er das Grauen immerhin hinter sich. Ich habe noch die Hälfte vor mir und es wird nicht besser werden.

Homeland Security will, dass sich die Ghostbusters zurückziehen, damit sie keine Aufmerksamkeit auf Geister lenken. Jillian hat ein paar Utensilien gebastelt, die jetzt in einer abgelegenen Gasse getestet werden. Von der Gasse bleibt nicht viel übrig. Homeland hat wohl Gerüchte gestreut, dass die Ghostbusters Betrüger sind, aber davon lassen die sich natürlich nicht abschrecken. Man bringt den lahmen Plan mit den Geistersichtungen, die auf einer Karte ein X ergeben und in der Mitte ist natürlich das Böse oder so. Nebenbei hätte man in einem Anfall von Genialität mal Patty das herausfinden lassen können, wo sie doch diejenige ist, die sich in der Stadt auskennt. Aber wie gesagt: Spielt hier keine Rolle, wer was kann oder nicht kann. Und das ist jede Menge.

Nach einem kurzen Cameo von Janine aus den Originalfilmen, finden sie den Antagonisten, dessen Namen ich gerade absolut nicht weiß, was auch nicht verwundert, da er bisher genau 30 Sekunden Screentime hatte. Und dann begeht er Suizid und das wars. Wow. Das war sowas von sinnlos, dass es schon fast einen Preis verdient hätte. Homeland Security verhaftet die Ghostbusters und der Film könnte jetzt eigentlich einfach zu Ende sein, aber so viel Glück habe ich natürlich nicht. Denn eigentlich sind sie nichtmal wirklich verhaftet, sondern einfach nur … gar nichts. Alles so wie zuvor.

Abby wird von einem Geist angegriffen, der von ihr Besitz ergreift und Erin findet heraus, dass der Antagonist sich gekillt hat, um die Geister frei zu lassen. Wo zum Geier hängt die da eigentlich rum? In einem Hotelzimmer? Warum ist die nicht bei den anderen? Geisterabby vermöbelt Jillian und Patty, aber nichts, was man mit einer Ohrfeige nicht austreiben könnte. Der Geist fährt in Kevin und erhöht damit schlagartig seinen IQ von einer negativen Zahl auf eine positive dreistellige.

Erin warnt den Bürgermeister Andy Garcia vor der drohenden Gefahr, aber der will davon natürlich nichts hören. Immerhin gibt es einen lustigen Moment, als er sich darüber aufregt, dass er mit dem Bürgermeister aus „Jaws“ verglichen wird. Und dann bricht natürlich die Hölle los und überall sind Geister und Taxifahrer Dan Aykroyd, der keine Angst vor Geistern hat.Slimer klaut ECTO-1 und die Ghostbusters müssen gegen Ballons kämpfen, wovon einer der Marshmallow Man ist.

Kevin schickt dann seine gesamte Geisterarmee los, um die Ghostbusters zu erledigen und es zeigt sich, dass Paul Feig auch absolut keine gute Action inszenieren kann, aber wen wundert das wirklich? Richtig. Niemanden. Zum krönenden Abschluss werden die Ghostbusters dann von ihrem eigenen Logo durch die Stadt gejagt und wenn es jemals einen dämlicheren Meta-Moment in der Geschichte der Fiktion gab, würde es mich doch stark wundern.

Mit einer Atomexplosion schließt man dann das Portal oder kehrt die Funktion um oder wasweißich und nachdem man dem Logo in die nicht vorhandenen Eier geschossen hat – FEMINISMUS FUCK YEAH! – sind dann auch alle Geister wieder im Portal verschwunden und die Stadt ist gerettet. Auf die dämliche Szene, in der Abby und Erin in das Portal fallen und mit weißen Haaren wieder rauskommen, gehe ich gar nicht erst ein.

Der Bürgermeister streitet natürlich ab, das wirklich Geister in der Stadt waren und schiebt es auf Terroristen, die das Wasser mit Halluzinogenen verseucht haben. Pattys Onkel Ernie Hudson will das Auto zurück haben. Kevin bleibt saudoof und Jillian baut eine Geisterfalle, die Geister nach Michigan transportiert. Sigourney Weaver läuft auch noch mal durch den Abspann und ich gehe- ZUUUUUUUUUUUUUUUUUUUL …

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