Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Mexikanisches Geschnetzeltes nach Satansart

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.“ Nun, außer Donald Trump. Und vielleicht liegt er ja doch nicht so verkehrt mit seiner Idee. Denn Mexiko ist ein gefährliches Pflaster. Einwanderer, Drogenschmuggler und Satanisten ohne Ende tummeln sich da. Das beweist der heutige Film:

BORDERLAND – USA – Mexiko – 2007 – 105 Min.

Regie führte Zev Berman, der sonst nicht viel gerissen hat bisher. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Eric Poppen, der schon seit den 90ern Drehbücher schreibt, aber auch nichts gerissen hat.
Beim Cast hingegen konnte man einen relativ großen Namen gewinnen mit Sean Astin, bekannt aus GOONIES und DER HERR DER RINGE, der hier Randall spielt. Rider Strong, der hier als Phil unterwegs ist, begegnete uns auf dem Fimschrottplatz schon bei CABIN FEVER. Martha Higareda, hier Valeria, spielte im mexikanischen Remake von FACK JU GÖHTE mit. Na, Glückwunsch dazu. Alle anderen sind halt auch dabei und auch keine darstellerischen Koryphäen.

Der Streifen basiert wohl auf wahren Begebenheiten. Das sieht man schon an der mexikanischen Polizei, die, wenn keiner die Haustür aufmacht, einfach durch die Hintertür ins Haus latscht. Was ist das spanische Wort für Durchsuchungsbefehl? No Necesitamos. Im Haus finden sie eine Ziege. Und eine Gruppe von blutrünstigen Mexikanern, mit denen nicht zu spaßen ist. Das wird spätestens in dem Moment klar, wo sie einem von ihnen die Augen rausschneiden. Immerhin sieht er nicht mehr, wie diese in einem ekelhaften Einmachglas verstaut werden. Der andere wird wohl am Leben gelassen, damit er seinen Polizeifreunden erzählen kann, was für harte Typen diese Mexikaner sind. Ich glaube, die wissen das ohnehin schon und haben deshalb nur die zwei Saftnasen dahin geschickt.

Ein Jahr später in Texas ist Strandparty. Es dauert nur wenige Sekunden, bis mir die Charaktere alle auf die Nüsse gehen. Die Freude wird groß sein, wenn sie zerhackt werden. Sie fahren natürlich nach Mexiko, weil … einfach so und gehen erstmal saufen. Wir wissen alle, wie das hier ablaufen wird. Alle besoffen und dann landen sie bei den Schnetzelhonks. Okay, noch nicht. Erstmal legt sich Eddie mit einem Typen in der Bar an, weil der die Barkeeperin grob anfasst und wird dafür mit einem Messer geritzt.

Wer sind denn jetzt die Ficker mit dem Baby? Hier will man mir doch wohl nicht ernsthaft irgendeine beschissene Lovestory präsentieren?

Alles zieht sich ewig hin und es geht im Drogenrausch auf die Kirmes. Meine Herren, ist das alles schlimm. Wo bleiben denn jetzt die Schnetzeltypen? Immerhin gibt es eine heiße Mexikanerin beim Tanzen an einer brennenden Tonne zu sehen. Erotik pur, der Film. Nur will das hier doch kein Mensch sehen. Holt die Machete raus jetzt.

Es geht noch schlimmer, denn eine Szene auf dem Friedhof inklusive Blumenriechen langweilt noch etwas weiter. Mal ehrlich, wenn man schon uninteressanten Quark veranstaltet, dann sollte man das wenigstens nutzen, um dem Zuschauer die Figuren etwas näher zu bringen. Das passiert hier aber auch absolut nicht. Es ist alles nur Blah ohne Substanz. Und dann wird irgendein Typ entführt und keinen scheint es zu jucken. Top.

Der Typ hängt gefesselt in einer Scheune und da ist der Goonie. Er gibt ihm was zu trinken und sagt, dass er nur nach ihm rufen muss, wenn er irgendwas braucht. Wie wäre es mit Freiheit?

Eddie und Phil wollen ihren Freund als vermisst melden, aber niemand bei der Polizei spricht Englisch, also müssen sie selbst suchen. Oh, da ist der Cop vom Anfang und er hat scheinbar die Ziege aus dem Haus der Killer mitgenommen. Oder die läuft da einfach nur zufällig rum.

Randall erklärt dem Entführten, warum er entführt wurde. Und ich kapiere es nicht ganz. Irgendwas mit einem Pablo, der ihn braucht, um mit den USA zu verhandeln. Vermutlich ein Geiselaustausch, oder sowas. Ein gescheiterter Fluchtversuch darf natürlich nicht fehlen.

Irgendwie erfahren Eddie und Phil davon, wer ihren Freund entführt hat und statt zur Polizei zu gehen, wie Eddie es vorschlägt, will man ihn natürlich auf eigene Faust retten. Hilfe bekommen sie vom Cop des Filmbeginns, der zuvor das Gelände ausgespäht hat und den Jungs verklickert, dass ihr Freund noch lebt. Dem wird gerade eine Locke abgeschnitten von der Frau des Obermackers hier. Ist wohl doch nichts mit Geiselaustausch. Keine Ahnung, was Randall da gequakt hat. Vielleicht sollte es auch nur ein Ablenkungsmanöver sein. Denn natürlich geht es hier um nichts geringeres, als satanistische Messen und Menschenopfer und Blutcocktails und allem, was eben so dazu gehört. Ich hoffe insgeheim darauf, dass sich der Antagonist noch einen coolen Umhang besorgt, wie der in MANOS: THE HANDS OF FATE.

Valeria findet ihre Freundin weggeschnetzelt im Bett und verkommt somit direkt zur panischen Nervtrulla, nachdem sie bis hier hin eigentlich als recht starke Persönlichkeit gezeigt wurde. Aber das kann man bei einer Frau natürlich unmöglich bis zum Schluss durchziehen.

Phil wird von einer Gruppe Irrer abgeschnetzelt und ich bin mir absolut nicht sicher, ob die zu dem Satantypen gehören, oder einfach nur ganz alleine einen an der Waffel haben.

Eddie und seine neuer Copbuddy brechen zur großen Rettungsmission auf, während auf der Satanfarm alles für die Messe vorbereitet ist. Und die sieht so aus, dass der Entführte etwas rumgeschubst wird, bevor man ihm die Zunge abbeißt. Ich verstehe nichts von solchen Ritualen, aber irgendwie fallen mir einfachere Methoden ein, um an jemandes Zunge zu kommen. Zange. Messer. Ihn zum Piercer bringen. Aber gut, muss wohl so sein.

Nach so einer Messe muss man erstmal baden gehen und der Cop stellt den Satantypen in der Wanne mit seiner Schrotflinte. Aber er ist ein Cop und drückt natürlich nicht ab. Das ist selbstverständlich sein Ende, denn Satantyps Freundin sticht ihn ab. Er kann aber doch noch Satantyp erschießen und durch die Gegend stolpern, um weitere Schergen abzuknallen. Irgendwie war das jetzt alles schon sehr sinnlos, oder kommt mir das nur so vor?

Eddie bringt den Cop zum Fluchtwagen, den Valeria fährt, aber der Cop nippelt ab und der Film ist immer noch nicht vorbei. Was kommt denn da jetzt noch? Sind doch alle tot. Ach so, die Schergen vom Satantypen wollen Rache und es wird noch etwas rumgeballert. Randall ist auch dabei und vermöbelt Valeria nach Strich und Faden. Spannend ist das alles natürlich ganz und gar nicht und deshalb mache ich es kurz: Alle Bösen tot. Eddie und Valeria nicht. Feierabend hier.

Was für eine langweilige Grütze. Bis auf ein oder zwei gute Goreeffekte gibt der Film einfach mal gar nix her. Ich gehe ein Menschenopfer suchen …

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Bestattungsunternehmerische Geschichten als Mittel zum Zweck

Na, so richtig Bock auf üble Alien-Action? Am besten aus einem Jahrzehnt, als Filme noch nicht scheiße waren? Dann muss ich euch enttäuschen. Denn, obwohl der Titel des heutigen Schrottfilms genau das verspricht, bietet er nichts davon.

ALIEN ZONE – USA – 1978 – 90 Min.

Im Rahmen eines genialen Schachzugs wurde dieser Film während der Produktion achtzigmal umbenannt und letztlich kam man auf „Alien Zone“, was absolut nichts mit dem Film zu tun hat. Das erste Drehbuch von David O’Malley trug noch den Namen „Five Faces“ woraus dann „Five Faces Of Terror“ wurde, was beides auch keinen Sinn ergibt, da es sich um einen Episodenfilm mit 4 Geschichten handelt. Nachdem man festgestellt hat, dass „Alien Zone“ auch kein guter Titel ist, benannte man das Ganze noch mal um in „The House Of The Dead“. Zwar ein einfallsloser Titel, aber er passt immerhin eher zum Film.
Regie führte Sharron Miller, die hiermit ihren ersten und letzten Langfilm ablieferte. Danach gabs nur noch Serienepisoden. Da es sich hierbei um einen Episodenfilm handelt, ist wohl die Frage erlaubt, ob die Regisseurin überhaupt in der Lage war, sich auf etwas zu konzentrieren, das länger als 30 Minuten dauert.
Darsteller John Ericson, der Talmudge spielt, heißt eigentlich Joseph Meibes und kommt aus Deutschland. Und wir alle wissen, was passiert wenn deutsche Darsteller in amerikanischen Filmen mitspielen: Sie werden scheiße. Also die Filme. Die Darsteller sind es meist schon vorher. Ivor Francis, hier als Bestatter unterwegs, kommt nicht aus Deutschland, wird das hier aber natürlich trotzdem nicht retten können. Die ganzen unbekannten Fatzken in den einzelnen Episoden ohnehin nicht.

Talmudge ist ein richtig cooler Typ. Deshalb betrügt er seine Frau mit einer anderen Trulla. Ich glaube zwar nicht, dass das auch nur ansatzweise wichtig ist, aber so beginnt nun mal der Film. Anschließend fährt Talmudge im Taxi durch die Gegend und labert mit dem Taxifahrer über das Wetter. Aufregender Beginn hier. Vielleicht können sie noch einbauen, wie er sich eine Schale Pommes kauft, um das spannungsgeladene Bild abzurunden. Talmudge wird aus irgendeinem Grund in der falschen Straße rausgelassen, was ja auch irgendwie an ihm selbst liegt, würde ich sagen. Ich meine, der wird ja wohl wissen, wo er hin wollte. Da kann man ja mal aus dem Fenster gucken, bevor man aussteigt und das Taxi davonfahren lässt.

Talmudge klingelt an einer willkürlich ausgewählten Tür und der Bestatter lässt ihn rein. Sieht mehr aus wie ein Butler bei einer Familie, die ihren Sommerurlaub damit verbringt, Köpfe in Koffern zu sammeln, aber er ist Bestatter und sammelt Leichen auf Tischen. Nachdem man wieder über das Wetter, Freundschaft und Kaffee palavert hat, zeigt der Bestatter seinem Besucher seinen Keller voller Leichen. Und zu jeder dieser Leichen gibt es eine Geschichte.

Zum Beispiel Miss Sibiler. Sie war Lehrerin. Und soweit ich das in den ersten Sekunden dieser Episode beurteilen kann, hasste sie Kinder wie die Pest. Kein Wunder, dass sie Lehrerin geworden ist. Wie kann man den Blagen schließlich besser das Leben zur Hölle machen, als mit schlechten Schulnoten, die ihnen komplett am Arsch vorbei gehen. Scheinbar leidet sie unter Verfolgungswahn und guckt alle drei Sekunden aus ihrer Haustür. Vielleicht wartet sie aber auch nur auf Besuch. Im Radio läuft das austauschbarste Gedudel, das man sich vorstellen kann. Immerhin hier ist der Film absolut realistisch.

Der Film hakt mal schnell die Duschszene ab und ich frage mich ja eine Sache: Was ist der Sinn von Duschhauben? Ich meine, wie schlimm ist es bitte, wenn die Haare nass werden? Mal davon abgesehen, dass die Frisur ohnehin an allen Seiten aus der Haube quillt. Dürfte die nutzloseste Erfindung seit dem Telefon sein. Die Duschszene ist kurz, denn Miss Sibiler hat einen plötzlichen Anfall von Wasweißich und guckt geschockt aus dem Fenster. Warum, weiß ich immer noch nicht und ich habe so ein Gefühl, dass ich es auch nie erfahren werde.

Miss Sibiler bewaffnet sich mit einem Messer und tapert durch die ganze Bude, während absolut gar nichts passiert, außer, dass ein Mann an der Geige scheinbar plötzliche Arthritis erleidet. Oh mein Gott, es sind Kinder mit Clownsmasken. Und einer sieht aus wie He-Man mit Dauerwelle. Aber scheinbar sind es gar keine Kinder, wie sich herausstellt, als sie ihre Masken abnehmen. Es sind … Gelöts mit schiefen Zähnen, die Miss Sibiler fressen wollen, oder so. Jedenfalls machen sie die Lehrerin kalt und damit ist diese unglaublich spannende Episode auch schon vorbei.

Talmudge glaubt den Quatsch natürlich nicht. Aber der Bestatter kriegt laut eigener Aussage die interessantesten Fälle rein. Mr. Growski war beispielsweise ein ganz eigenartiger Kerl, dessen Hobby das Fotografieren war. Ja, klingt wirklich eigenartig.

Mr. Growski hat ein Date und hat extra eine Filmkamera aufgestellt. Sein Date ist kein großer Fan von Fotografie. Aber sie mag Zaubertricks. Also zeigt er ihr einen, indem er sie erwürgt. Sein nächstes Date erwürgt er ohne Zauberei, weil sie die Kamera entdeckt. Die Dritte will telefonieren und das geht natürlich gar nicht, also muss auch sie dran glauben. Und das war die ganze Epsiode. Äh …

Der Bestatter betrachtet alle seine Leichen als seine Kunden. Zum Beispiel einen Typen, der sich erhängt hat.

Oder erhängt wurde. Jedenfalls ermittelt die Polizei am Tatort, während der Typ da rumhängt. Inspector Toliver kombiniert, dass er umgebracht wurde, denn er hat Haare gefunden, also war der Tote beim Frisör. Äh, also heißt das jetzt, dass er nicht zum Frisör gegangen wäre, wenn er sich hätte erhängen wollen? Ich nehme das einfach mal so. Und den Killer hat er auch schon, denn es ist irgendein bekannter Gangster. Fertig.

Inspector Toliver wird aufgrund seiner unfassbaren Kombinationsgabe von Inspector McDowal besucht, der sich mit ihm um den Titel des weltbesten Kriminologen streitet. Beim gemeinsamen Essen beweisen beide ihre Weinkenntnisse. Dann erklärt McDowal, wie er den großen Postzugraub aufgeklärt hat. Es folgt der große Schwanzvergleich und eine Nachricht für Toliver. Niemand weiß, woher die Nachricht kommt. Darin ist davon die Rede, dass in drei Tagen jemand sterben wird, wenn Toliver es nicht verhindert. McDowal schließt sich den Ermittlungen an. Mich wundert, dass Toliver mit seinen unfassbaren Fähigkeiten nicht direkt anhand der Nachricht herausgefunden hat, wer der Täter ist.

Toliver untersucht die Nachricht im Labor und findet nichts heraus. McDowal nervt eigentlich nur rum und ist keine große Hilfe. Am Abend erklärt Toliver, dass er selbst das Opfer sein soll und McDowal ist der Täter. Keine Ahnung, wie er da drauf gekommen ist. Aber er wird ohnehin von McDowal erschossen. Aber Toliver war natürlich vorbereitet und erschießt McDowal. Toliver hat sich mit einer kugelsicheren Weste geschützt und ist jetzt ganz alleine der beste Kriminologe der Welt. Hurra.

Allerdings hätte er McDowals Bombenkoffer nicht öffnen sollen. Jetzt ist die Stelle wieder frei.

Der Bestatter nennt seine nächste Leiche selbst „Nummer 4“. Was für ein Zufall, dass es die vierte Geschichte ist.

Stan von der Zeitung will mit Ian von der Zeitung essen gehen, aber der hat keinen Bock. Stattdessen geht er lieber Kaugummi kaufen. Aber es gibt kein Kaugummi am Zeitungsstand und Ian ist nicht gut drauf deswegen. Nachdem er einen Bettler abgewimmelt hat, wird er irgendwo eingeschlossen. Wobei ich mich frage, was der überhaupt da drin wollte? Was ist das überhaupt für ein Ort? Und warum ist Ian ein Volltrottel und fällt in einen Fahrstuhlschacht? Kurz, bevor er von dem Fahrstuhlschacht zerquetscht wird, kann er sich befreien.

Dann wird er aber in einer Kammer eingeschlossen, über der „Notausgang“ steht. Ich weiß immer noch nicht, was zur Hölle das für ein Schuppen sein soll. Die Stachelwand, die plötzlich aus dem Nichts erscheint und auf ihn zufährt, hilft mir da auch nicht wirklich weiter. Kurz bevor er aufgespießt wird stoppt die Wand und fährt wieder zurück.

Jemand rollt eine Flasche herein und Ian betrinkt sich. Würde ich jetzt auch gerne machen. Dann wäre das wohl alles erträglicher. Kurz darauf wird er frei gelassen und ist gar nicht gestorben.

Der Bestatter erklärt, dass er irgendwann starb. Ja, ist klar. Aber ging es hier nicht darum, zu erzählen, wie? Und wäre das nicht der viel interessantere Ansatz gewesen, damit zu spielen? Die Grundidee ist ja nicht mal verkehrt, aber es wäre doch spannend gewesen, die Figuren immer knapp dem Tod entgehen zu lassen, bis man dann sieht, wie sie ins Gras beißen. Quasi so wie in „Final Destination“. Stattdessen kriegt man hier eine Aneinanderreihung von völlig uninteressanten Geschichten serviert, die an Langeweile kaum zu überbieten sind. Immerhin wird Talmudge vom Bestatter noch erledigt, der natürlich hinter allem steckte, oder so. Ich gehe mich bestatten lassen …

Horrorctober 2017 Bonus – The Mummy

Dieses Jahr gibt es noch einen kleinen Bonus im Horroctober. Denn die liebe Sandra hat mir den einen recht aktuellen Film zur Verfügung gestellt. Und da konnte ich einfach nicht lange warten, um den hier auf den Filmschrottplatz aufzunehmen. Erwartet den puren Horror in Filmform.

THE MUMMY – Die Mumie – USA – 2017 – 110 Min.

Wie wohl bekannt sein dürfte, bildet dieser Film den Anfang des „Dark Universe“ von Universal, das plant, die klassischen Filmmonster in modernem Gewand wiederzubeleben. Und wie mittlerweile ebenfalls bekannt sein dürfte, war der Start so beschissen, dass man den nächsten Film direkt mal auf Eis gelegt hat, um das ganze Unterfangen noch mal zu überdenken. Schauen wir mal, ob das eine notwendige Entscheidung war, oder ob der Film gar nicht so kacke ist … ach, kommt, wem mache ich was vor? Wir wissen alle, dass er nur ganz große Scheiße sein kann. Also hinein ins Vergnügen.

Selbstverständlich beginnt ein Film über eine Mumie mit den Tempelrittern. Wie auch sonst? Vielleicht hätte ich ihn doch am Freitag dem 13. gucken sollen. Da haben die ja ihren ganz besonders schlechten Tag. Jedenfalls halten die Fackeln in der Hand und machen sonst nicht viel. Denn dann springen wir in der Zeit nach vorne und Russel Crowe, auch bekannt als Dr. Henry Jekyll, erzählt dann erstmal die Geschichte von Ahmanet, die von Sofia Boutella gespielt wird und vermutlich das einzig ansehnliche an dieser Grütze sein wird. Die hat halt irgendwelche Kacke gebaut und wurde deshalb verflucht und plötzlich hatte sie überall Tätowierungen in der Visage, was ihr so gar nicht gefiel und deshalb hat sie alle Ägypter geschnetzelt, die ihr so über den Weg liefen. Dafür wurde sie lebendig mumifiziert und liegt jetzt weit von Ägypten entfernt in einem Sarkophag rum und wartet darauf, dass sie erweckt wird. Denn der Tod ist eine Tür und die Vergangenheit kann nicht für immer vergraben bleiben, wie Jekyll erklärt. Nun, man könnte sie einfach nicht ausgraben, aber das scheint keine Option zu sein.

Nick Morton, dargestellt von Tom Cruise, und Chris Vail, gespielt von Jake Johnson, sind in der Wüste und gucken irgendwelchem Geballer zu. Also will Nick da runter und einen Schatz suchen. Chris ist nicht überzeugt, aber kommt halt mit. Schnitt und Geballer in der Stadt. Chris fordert Luftunterstützung an und dieses Gespann geht mir jetzt schon tierisch auf den Zeiger. Die beiden kriegen nen Anschiss, weil sie in Kriegsgebieten nach Antiquitäten suchen und dann kriegt Nick noch eine von der Blondine Jenny geballert, weil er ihre Karte geklaut hat, nachdem er sich mit ihr im Hotel vergnügte.

In einem Krater, der sich mitten in der Stadt aufgetan hat, finden sie ägyptische Hieroglyphen und so, was ungewöhnlich ist, hier im Irak, oder wo auch immer die rumturnen. Dass man versehentlich die Mumie befreit, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Und wo man schon dabei ist, nicht wirklich kreativ zu sein, kann man auch noch schnell ein paar Tom Cruise Halluzinationen einbauen.

Mit dem Flugzeug gehts nach Hause. Denke ich. Vielleicht fliegt man auch ganz woanders hin. Erklärt wird hier ja kaum was. Jedenfalls schafft man es gerade so abzuheben, bevor der Megasandsturm kommt. Der Flug wird aber recht unruhig, denn die Mumie übernimmt den Körper von Chris um einen Soldaten abzustechen und dann geht ein Vogelschwarrm gigantomanischen Ausmaßes auf Kollisionskurs mit dem Flieger. Nick und Jenny müssen mit dem Fallschirm abspringen. DEr Flugzeugabsturz ist natürlich mal wieder die Krönung der CGI-Grütze.

Nick wacht in der Leichenhalle auf und ist gar nicht tot. Irgendwo versteckt sich da ein liegengelassener Monty Python Gag.

Die Mumie erledigt ein paar Wachmänner und baut sich wohl eine Zombiearmee zusammen. Na, das wird ja sicher wieder richtig interessant.

Nick und Jenny turteln ein bisschen beim Essen rum und Nick hat Erscheinungen von Chris, der eigentlich tot sein sollte. Aber hier kann man sich ja nicht so sicher sein. Jenny erzählt von den Tempelrittern, die irgendwelche Steine und einen kaputten Dolch vergraben haben. Dafür brauchten sie vermutlich die Fackeln am Anfang des Films. Auf der Damentoilette hat Nick einen kurzen Plausch mit Zombie-Chris, der ihm erklärt, dass sie beide verflucht sind. Jenny telefoniert kurz mal mit Jekyll, damit auch der Letzte rafft, dass sie natürlich ein falsches Spiel spielt.

Nach einer Rattenattacke glaubt Nick auch an den Fluch und geht mit Jenny in eine alte Kirche, wo er von der Mumie betatscht wird, was ihm sichtlich ganz gut gefällt. Jenny kommt zufällig rein, kurz bevor Nick geopfert werden soll und die beiden müssen um ihr Leben rennen und kämpfen und hüpfen und überhaupt und sowieso. Nick hat den Dolch von Seth, aber der Stein fehlt, was auch immer das für einen Unterschied macht.

Nach reiflicher Überlegung einigt man sich darauf, dass die Mumie in Nicks Kopf ist und ihn so zu sich lockt. Nach etwas Straßen- und Waldaction werden sie von Jekylls Team gerettet. Der erklärt, dass Jenny für ihn arbeitet, was für Nick natürlich ein echter Schock ist. Und dann wird die Mumie mit Quecksilber vollgepumpt, damit man sie untersuchen kann, oder so. Cruise labert dann mit der Mumie und erfährt, was damals so abging. Also Mord an Vater, weil der seine Frau tötete und so weiter. Wir kennen das. Ein ganz normaler Tag in Ägypten eben.

Rumgeturtel zwischen Nick und Jenny, dann geht sich Nick mit Jekyll besaufen, der nebenbei erklärt, was sie eigentlich da treiben. Also Monster suchen und fangen. Ziemlich simpel, wenn man mich fragt. Jedenfalls ist der Plan, Nick von dem Fluch zu befreien, indem man ihn mit dem Dolch absticht. Ich kapiere es auch nicht ganz, aber klingt plausibel genug für mich.

Die Mumie schickt ihre Spinnen los, um Leute in Zombies zu verwandeln und sie zu befreien. Ach, und Jekyll verwandelt sich nebenbei mal einfach so in Hyde, weil er vergessen hat, seine Pillen zu nehmen, oder sowas. Mit anderen Worten: Lahme Action überall.

Die verlegt sich dann in die Stadt, die von der Mumie abgerissen wird. Nick folgt Zombie-Chris, weil der weiß, wo der Stein ist. Jenny folgt wiederum Nick und natürlich werden sie alle von Zombies verfolgt. Die Mumie findet unterdessen den Stein und setzt ihn in den Dolch ein. Nick und Jenny kommen vorbei und Jenny stirbt. Nick kämpft mit der Mumie und klaut ihr den Dolch. Dann zerstört er den Stein und mutiert zum Gott und killt die Mumie, weil er halt der Oberkillergott ist, oder sowas.

Jenny lebt natürlich wieder und Nick quatscht sie voll und verschwindet dann, weil er sich für sie geopfert hat. Jekyll und Jenny sprechen darüber, dass Nick ihr größter Verbündeter im Kampf gegen die Monster sein könnte, weil „Dark Universe“ und so. Nick hat Chris wiederbelebt und reitet jetzt mit ihm durch die Wüste, auf der Suche nach neuen Abenteuern und ich bin einfach nur froh, dass dieses Abenteuer vorbei ist.

Nicht einfach nur scheiße, sondern vor allem langweilig. Wenn ein Unviersum so beginnt, kann es eigentlich nur aufwärts gehen. Ich gehe schöne Frauen mumifizieren …

Thir13en Ghosts – Horrorctober 2017

Was würde besser als Nummer 13 im Horrorctober passen, als:

THIR13EN GHOSTS – 13 Geister – USA – Kanada – 2001 – 91 Min.

Der Film beginnt auf einem Schrottplatz und hat natürlich damit schon gewonnen. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle schon abbrechen. Mache ich aber natürlich nicht, denn jetzt will ich doch wissen, was die ganzen LKW da auf dem Schrottplatz wollen. Dennis Rafkin, ab Sekunde eins nervig dargestellt von Matthew Lillard, hat eine Gabe: Er kann Geister aufspüren. Deshalb hat Cyrus Kritikos, von der ersten Sekunde an recht gelangweilt dargestellt von F. Murray Abraham, ihn angeheuert, um die 13 Geister aufzuspüren und zu fangen. Und einer davon ist eben auf dem Schrottplatz.

Ebenfalls auf dem Schrottplatz sind die Geisterverteidiger, die voll gegen Cyrus und seine Pläne sind. Als der einen Truck voller Blut rankarrt ist auch Dennis skeptisch. Der Geist wird dann in einem Kasten mit Runen gefangen, dabei gehen aber einige Handlanger drauf. Und auch Cyrus, der von einer Stoßstange geköpft wurde.

Familie Kritikos, bestehend aus Tony Shalhoubs Arthur und Tochter Kathy aka Shannon Elizabeth und einem Blag dessen Namen ich gerade nicht parat habe und natürlich der schwarzen Putzfrau haben das Schloss von Cyrus geerbt, wie Anwalt Ben Moss gerade erklärt.

Also geht es zum Schloss, während die überlebende Geisterverteidigerin Kalina ebenfalls dorthin aufbricht. Und Dennis ist auch da, getarnt als Elektriker. Das ganze Schloss ist ein gigantischer Glasbaukasten, mit Runen beschrieben, damit die Geister nicht raus können. Natürlich sind alle beeindruckt und hoffen, dass ihnen niemand beim Kacken durch die Glastüren zuguckt.

Dennis geht in den Keller und hat spastische Effekte, was wohl bedeutet, dass Geister in der Nähe sind. Das folgende Schnittgewitter sorgt beim Zuschauer auch fast für Anfälle. Dann erklärt er Monk, was da abgeht mit den Geistern und so, aber der glaubt ihm natürlich kein Wort. Sohn Bobby und die Putzfrau finden spezielle Brillen, mit denen man die Geister sehen kann. Der Anwalt hat auch so eine und geht in den Keller und zum großen Maschinengelötraum, um seine Knete einzusammeln. Und dann gehen die Türen von den Geistern auf und der Anwalt muss natürlich als erstes dran glauben, indem er von einer Glastür in zwei Hälften geteilt wird, was nebenbei ziemlich cool aussieht.

Bobby wird von den Geistern im Keller verfolgt und sieht seine tote Mutter. Die anderen suchen ihn. Matthew Lillard ist mit seiner Rolle komplett überfordert, was aber auch nicht weiter verwundert, denn er ist nun mal Matthew Lillard, der sonst lieber Sextipps gibt. Kalina taucht dann auch auf und es geht erstmal minutenlang wild durch den Keller voller Geister und Idioten.

Kalina will die Geister frei lassen mit Hilfe der Maschine. Arthur interessiert das nicht, denn er will nur seine Familie raus bringen. Aber dazu muss er erst Kalina helfen. Man kennt das ja. Ein paar schlechte CGI-Effekte dürfen bei einem Film aus dieser Zeit nicht fehlen, aber darüber kann man mal hinwegsehen, denke ich.

Nachdem sich alle in die Bibliothek gerettet haben, erklärt Kalina, dass der vierte Geist Arthurs Frau ist. Der ist angepisst und haut Dennis eine rein, weil der Cyrus geholfen hat.Kalina entschwurbelt dann, was es mit den ganzen Geistern auf sich hat und dass man mit deren Hilfe ein Tor zur Hölle öffnen kann. Dazu hat Cyrus das Schloss gebaut, das kein Schloss ist, sondern eine Maschine, um das Tor zu öffnen. Der 13. Geist ist eine Art Absicherung, damit der Plan aufgeht, oder so. Und der 13. Geist soll Arthur sein, da der 13. Geist nur durch einen Akt der Liebe entstehen kann, indem er sich für jemanden opfert. Also seine Kinder. Irgendwie schon fast zu durchdacht für so einen Streifen, wenn man mich fragt.

Man plant, den ganzen Schuppen wegzubomben, denn Kalina hat etwas Dynamit dabei. Es geht also zurück in den Keller, wo Kalina dann die Putzfrau umkloppt und mit Cyrus rummacht, der um die Ecke kommt und scheinbar noch lebt, weil das in so einem Film nun mal immer so ist. Geisteraction mit Arthur und Dennis und Dennis macht nen Abgang.

Die Kids von Arthur stehen dann in der Mitte der Maschine, damit Arthur sich für sie opfern muss und so. Stattdessen haut er aber lieber Cyrus vor die Fresse. Der hat aber einen coolen Stab und kann damit das Blatt wenden. Die Putzfrau haut Kalina eine rein und fummelt an der Bedienung der Maschine rum. Dadurch wenden sich die Geister gegen Cyrus und schmeißen ihn in die Maschine. Geisterdennis empfiehlt Arthur dann, die ganze Sache zu beenden und der ist der absolute Timingkönig und springt in die Maschine, ohne dass er von ihr zerfetzt wird. Und dann fliegt der ganze Schuppen in die Luft.

Die Geister latschen in den Wald und irgendwie bin ich mir echt nicht sicher, ob das so jetzt alles die richtige Entscheidung war, wenn die jetzt frei rumlaufen.

Spaßiger Quatsch, muss ich sagen. Effekte können sich auch teils noch sehen lassen. Nur die Darsteller schwanken zwischen okay und völlig fehlbesetzt.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober gibts in der Übersicht.

Munchies – Horrorctober 2017

„Gremlins“ ist ja einer meiner All-Time Favorites. Und wie das bei wirklich guten Filmen so ist, gibt es immer Kopien. Und wie das mit Kopien so ist, sind diese meist totale Grütze. Beim heutigen Film dürfte das absolut zutreffen:

MUNCHIES – USA – 1987 – 83 Min.

Pauls Begeisterung über eine außerirdisch-archäelogische Hobbyexpedition in Peru mit seinem Vater Simon hält sich in überschaubaren Grenzen. Selbst als sie ein komisches Wesen entdecken, dass eher unirdisch wirkt, kann er sich nicht so recht freuen. Im Gegensatz zu Vater Simon, der hier den Fund seines Lebens vermutet. Natürlich nehmen sie das Vieh mit und Paul hat für seine Freundin Cindy auch noch eine peruanische Baseballmütze im Gepäck. Er scheint ein echter Romantiker zu sein.

Eddie der Mopedpolizist hält die Gruppe auf dem Weg nach Hause an und macht ein paar schlechte Witze. Die besten Polizisten sind die, die sich für unfassbar witzig halten.

10 Minuten lang passiert gar nichts, außer dass das Vieh mit Junkfood gefüttert wird und Paul und Cindy poppen gehen, was zu äußerst interessanten Spielchen im Bett führt. Da kann man sich noch was abgucken … und niemals nachmachen.

Cecil, der böse Zwillingsbruder von Simon, entführt dann das Vieh, weil er es für eine Katze hält. Ich habe absolut keine Ahnung, warum er eine Katze entführen will. Oder überhaupt ein Haustier. Und warum er so böse ist. Eigentlich weiß ich mal wieder gar nichts.

Das Vieh sieht übrigens absolut grauenhaft aus. Also nicht im Sinne von furchterregend, sondern im Sinne von mal eben im Keller aus alten Lumpen zusammengeklebt. Dieser Lumpenfetzen geht dann auf Cecils Stiefsohn los, der ihn deshalb in zwei Teile hacken muss. Ich habe eine Ahnung, wo das hinführt. Kopf der Hydra und so.

Cindy ist halt echt irgendwie komplett verhurt und legt erstmal nen Lapdance für die Munchies hin. Dass die Viecher sprechen können macht die Sache nebenbei alles andere als besser. Die klauen ein Auto und es kommt zur spannenden Verfolgungsjagd mit Cop Eddie. Und irgendeiner Oma, die Granaten wirft. Ich raffe es absolut nicht und der Film geht mir schon jetzt gewaltig auf die Nüsse. Und diese Verfolgungsjagd ebenfalls. Die dauert nämlich gefühlt drei Tage.

Cecil kommt nach Hause und stellt fest, dass der Munchie seine Fische gefressen hat. Das muss er natürlich den Cops melden, also macht er Eddie auf die Gefahr aufmerksam. Ich behaupte mal, dass das zu absolut nichts führen wird. Die Munchies terrorisieren derweil zwei Mädels am See und klauen ihre Bikinis. Aber Paul und Cindy kommen rechtzeitig um wasauchimmer zu verhindern.

Die Munchies fliehen zu Fuß weiter und kommen zur örtlichen Eisdiele. Der Eismann vertreibt sie mit seiner Schrotflinte und die Verfolgung geht weiter, weil wir davon noch nicht genug hatten.

Cecil macht sich Sorgen, denn wenn die Munchies die Höhlen unter der Stadt erreichen, werden alle herausfinden, dass er dort Atommüll gelagert hat. Was zur Hölle macht der Typ eigentlich beruflich? Der Umstand, dass er gerade seinen neuen Minigolfplatz feierlich eröffnet bringt mich der Antwort kein Stück näher. Die anschließenden Szenen auf dem Minigolfplatz auch nicht.

Cindy hurt sich und Paul aus dem Knast und anschließend finden sie heraus, dass man die Munchies nur durch Elektrizität töten kann. Cecil fährt noch schnell durch den Drive-In beim Burgerschuppen, wo nur Kleinwüchsige arbeiten, weil das megalustig ist. Nachdem seine Hose von den Munchies zerfetzt wurde, hat er keine Lust mehr auf nen Burger.

Paul, Cindy und Eddie tapern durch die Höhlen. Cecil, seine Frau und der Dorfsheriff kommen bei Cecils Fabrik an. Natürlich wurde bisher nicht erwähnt, was in ideser Fabrik gemacht wird, außer dass dabei scheinbar Atommüll entsteht. Eddie wird von einer Spinne oder so gebissen und hält sich jetzt für einen Baseballprofi. Es geht also immer noch schlimmer. Cindy wird von den Munchies gejagt und kann sich ausnahmsweise mal nicht mit ihren Hureneigenschaften aus der Affäre ziehen. Paul brutzelt die Viecher dann weg und alles ist gut und absolut unspektakulär.

Paul haut dann Cecil noch eins in die Fresse, weil der den ganzen Atommüll da rumstehen hat, aber auch das kann den Film nicht retten. Es bleibt dabei: Eine ewige Qual voller unlustigem Quatsch.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober findet ihr in der Übersicht.

The Thirsty Dead – Horrorctober 2017

Was wäre der Horrorctober ohne etwas Blutsaugeraction? Vermutlich gut, aber darum geht es hier ja nicht. Deshalb geht es heute ums Bluttrinken vom Feinsten. Denke ich. Was weiß ich, ich gucke den ganzen Quark hier ja auch zum ersten Mal. Und die Blutsaugeraction aus dem letzten Jahr kann man wohl eh nicht mehr überbieten. Wisst ihr noch, wie der Typ da den toten Weibern das Blut mit einem Strohhalm aus den Titten gesaugt hat? Stellen wir uns besser auf etwas ein, dass nicht ganz so dämlich ist, aber den Versuch ist es ja immer wert.
Und schon mal vorweg: Lasst euch nicht davon täuschen, dass die Phillipinen hier eine Rolle spielen. Da kamen zwar so einige blutige und nackige Trashperlen her, aber der hier geht wohl etwas zahmer zur Sache. Aber kann ja trotzdem Spaß machen, also schauen wir mal.

THE THIRSTY DEAD – USA – Philippinen – 1974 – 88 Min.

Das Meer. Es ist so … nass. Und man kann es wunderbar filmen. Zum Beispiel bei einem Sonnenuntergang. Hach. Wunderschön. Noch etwas ranzoomen. Moment mal, hat die Kamera keinen Stufenzoom? Ach egal, wird dem Zuschauer sicher nicht auffallen. Doch tut es. Und wie. Na das wird ja ein riesiger Spaß der absoluten Billigkeit werden. Oh, Freude.

Eine leicht bekleideteDame tanzt in einem Käfig. Dieser Käfig gehört offenbar zu einem eher zwielichtig wirkendem Lokal voller notgeiler Matrosen. Im Radio wird so nebenbei von Entführungen von jungen Frauen in Manila berichtet. Es ist klar, dass unsere Tänzerin Claire das nächste Opfer ist.

Die Cops fahren mit Blaulicht durch die Nacht und das ist auch gut so, denn sonst würde man hier gar nichts erkennen.

Laura und irgendeine Typ lieben sich so richtig volle Kanne. Aber Laura wird entführt und der Typ guckt einfach zu. Na ja, Liebe hat nun mal auch ihre Grenzen. Die entführten Frauen werden auf einem Boot in den Urwald geschippert und die Musik erinnert irgendwie an das Dschungelbuch. Liegt aber vielleicht auch einfach nur am Dschungel. Laura und Ann lernen Bonnie und Claire kennen, die schon etwas länger im Gestrüpp rumhocken. Und dann werden alle von irgendwelchen Dschungelfritzen durch den Busch geführt und landen in einem Dorf.

In diesem Dorf hat niemand jemals eine Schauspielausbildung genossen. Und es handelt sich um einen Kult, der das Blut von jungen Frauen trinkt, um unsterblich zu bleiben. Und sie haben eine komischen rote Kiste mit einem Kopf drin auf einem Podest stehen. Also nicht unbedingt ein Urlaubsparadies für entführte Jungfrauen. Wobei die ne Menge Spaß zu haben scheinen, während sie in einer heißen Quelle baden. Stockholmsyndrom vom Feinsten.

Laura wird zum Obersektenguru gebracht, der eine künstlerische Ader hat und ein Porträt von ihr gemalt hat, lange bevor sie herkam. Also hat er auch noch hellseherische Fähigkeiten. Er erklärt, dass die Mädchen eine Wahl haben, nur welche, verrät er irgendwie nicht. Also wenn man mich fragt, sind sie Gefangene und haben absolut keine Wahl, das zu ändern. Da wirds dann schon eng mit der Demokratie.

Es folgt ein Opferritual Schrägstrich Theateraufführung über Ranu und Baru, die vor fünfhundert Jahren gestorben sind und jetzt die Götter von dem Stamm hier sind. Was irgendwie absolut keinen Sinn ergibt, ist, dass Ranu und Baru eben auch im wahren Leben Baru und Ranu heißen, also leben die doch noch? Oder halten die sich hier einfach für Götter? Sind sie einfach alle irre? Okay, die Frage beantwortet sich eigentlich von selbst.

Laura beginnt auch, den ganzen Quatsch zu hinterfragen. Spätestens, als sie das Blut von einer ihrer Freundinnen trinken soll, hat sie die Schnauze voll. Irgendwo muss man schließlich eine Grenze ziehen. Damit hat sie sich aber endgültig alle Freundschaftspunkte bei Baru dem Pinselschwinger verspielt und wird erstmal so richtig ausgepeitscht.

Baru und sein Pinsel haben Laura noch nicht aufgegeben, aber die lässt sich nicht mehr bequatschen und will zu ihren Freundinnen, denn sie wird sich niemals dem Kult der Blutsäufer anschließen. Stattdessen will sie mit ihren Freundinnen fliehen, auch wenn Claire nicht sicher ist, ob sie es nicht doch so richtig geil bei den Blutkultigen findet.

Es folgt die spannende Flucht durch den Dschungel, bei der man schon nach drei Metern Bekanntschaft mit einer Schlange macht, die aber wenig Interesse an den Flüchtigen zeigt und einfach weiter schlängelt. Wer kann es ihr verdenken? Interesse an irgendwas ist hier ohnehin nicht vorhanden.

Natürlich landen die Mädels wieder in den Händen des Blutkults und Baru ist enttäuscht von Laura. Aber auch immer noch scharf auf sie, wie es scheint. Irgendein Typ ohne Hose will dann bei der Flucht helfen. Claire stellt sich aber quer und will bleiben, weil sie es tatsächlich so richtig geil bei den Blutkultigen findet. Und dann fällt sie in einer Höhle in eine Grube und ist hinüber.

Die Kannibalen greifen an und ich habe keine Ahnung, wo die jetzt plötzlich herkommen. Aber wenn sie helfen, den Quatsch hier endlich zu beenden, können sie gerne noch etwas länger bleiben.

Die Frauen und der Hosenlose nutzen die Gelegenheit zur erneuten Flucht. Also rennen sie wieder durch den Dschungel. Und natürlich passiert dabei minutenlang gar nichts. Und dann stirbt Baru mitten im Wald, weil … er halt stirbt. Vorher mutiert er noch zum Opa, weil er vermutlich zu wenig Blut gesoffen hat, oder so.

Die Mädels werden dann von einem Jeep aufgegabelt und fahren nach Hause. Und da wären sie besser von Anfang an geblieben und hätten mir diesen langweiligen Quark erspart.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober gibt es in der Übersicht.

Road Train – Horrorctober 2017

Der Horrorctober bringt heute etwas ganz Besonderes: Einen Zug, der auf der Straße fährt. Also im Prinzip eine Straßenbahn. Das wird sicher richtig spannend.

ROAD TRAIN – Australien – 2010 – 87 Min.

Wie nicht anders zu erwarten, beginnt der Film mit Sex im Zelt. Okay, ich gebe zu, ich habe etwas anderes erwartet. Nämlich Sex im Auto. Und dann kommt der Zug und BÄM!!! Aber man kann eben nicht alles haben. Leider kommt hier gar kein Zug und fetzt das Zelt weg, also muss man den Sex halt so ertragen.

Man befindet sich mitten im Nirgendwo, wie man mit einem Blick auf die Karte feststellt. Ich schätze mal, Marcus, Craig, Nina und Liz sind auf einem Road Trip, einfach weil sie es können. Immerhin kann man sich bei so wenigen Leuten die Namen merken.

Ein Road Train ist übrigens nichts anderes, als ein tonnenschwerer LKW was die Sache jetzt schon komplett uninteressant macht. Mit so einem LKW liefern sich die Teens gerade ein Wettrennen mitten in der Pampa. Der Fernfahrer ist aber offensichtlich nicht der zurückhaltende Typ und rammt die Teens von der Straße. Ich sehe schon, diese Geschichte hat keine Helden. Nur Idioten.

Alle haben den Überschlag überlebt aber Craig hat sich den Arm aufgeschnitten und heult jetzt wie ein Kleinkind. Ich sehe schon, diese Geschichte hat keine harten Typen. Nur Schwachmaten.

Marcus und Liz wollen Hilfe holen und Craig und Nina warten natürlich beim Auto. Der Suchtrupp findet nach drei Sekunden den Road Train auf der Straße und stellt fest, dass der Fahrer nicht da ist. Die Wartenden wollen nicht mehr warten und latschen auch zum LKW. Der Plan, mit dem LKW weiter zu fahren ist natürlich schnell entschlossen. Aber dann fallen Schüsse. Sind es Jäger? Ist es der Fahrer? Ist ein Irrer Cop auf der Suche nach Donuts? Wer auch immer es ist, er kommt auf die Gruppe zugerannt und deshalb haut man schnell mit dem Road Train ab.

Irgendwann findet man sich abseits der Straße am Arsch der Welt wieder und weiß nicht, wie man überhaupt von der Straße abkommen konnte. Der Road Train springt natürlich nicht mehr an und jetzt hat man den Salat. Natürlich kriegt man sich in die Haare und aus irgendeinem Grund fummelt Nina an den Schläuchen am LKW rum. Vermutlich ist sie KFZ-Mechanikerin, aber niemand hat es mir verraten.

Marcus beschließt, dass die beste Vorgehensweise es ist, sich an die Straße zu stellen und auf ein Auto zu warten, auch wenn Liz ihn darauf hinweist, dass jedes Auto aus der Richtung, vermutlich schon den Fernfahrer aufgegabelt hat und sie dann richtige Probleme kriegen. Nina sieht ein Flugzeug und Craig sieht andere Dinge, denn er hat Halluzinationen, wie das eben so üblich ist, wenn man sich in einem schlechten Horrorfilm den Arm aufschlitzt. Während Nina draußen ein Signalfeuer macht, schließt sich Craig im Anhänger ein.

Marcus findet kein Auto, aber den Fahrer, der die Straße entlangs paziert und dann Marcus durch die Walachei verfolgt. Der versteckt sich lieber mal. Und Liz findet ein Haus. Ich gehe jede Wette ein, dass da der Fahrer wohnt. Der findet Marcus und will nur seinen Truck wiederhaben, aber Marcus macht nen Aufstand. Der Fahrer erschießt ihn dafür, dass er so ein Arsch ist. Wer kann es ihm verdenken.

Craig kommt aus dem Anhänger und kotzt in die Wüste. Die Mädels wollen mit dem LKW abhauen, aber da kommt Marcus angerannt. Er lebt, denn er hat dem Fahrer die Waffe abgenommen und ihn erschossen. Er tickt völlig aus und sagt, dass sie sich von dem Truck fernhalten müssen. Aber Craig hat ne bessere Idee und lässt den LKW über Marcus drüber fahren. Damit dürfte der jetzt wirklich hinüber sein.

Die Mädels sind untröstlich und Craig labert Liz mit irgendwelchem Schwachsinn voll. Nina stellt dann fest, dass der Körper von Marcus verschwunden ist. Craig verschwindet dann mal kurz mit Liz im Anhänger. Wo Nina ist, weiß wohl niemand so genau. Aber nachdem er mit Liz durch ist, wird auch sie in den Hänger eingeladen. Allerdings ist Nina nicht ganz so bräsig wie alle anderen und schließt Craig ein. Nina fährt los und hält irgendwann völlig sinnloserweise wieder an, um sich das Gemetzel im Anhänger anzugucken und dann weiterzufahren.

Und dann kommen die Geister oder so von ihren Freunden, um sie daran zu hindern, den Truck zu fahren und rammen einen Wohnwagen weg. Und weil wir das noch gar nicht hatten, will Craig dann wieder mit Nina in den Anhänger. Aber die kann fliehen und der Quatsch geht weiter.

Ich will nicht lange rumlabern, da der Scheiß hier eh schon viel zu lange läuft. Es kommt zum großen „Endkampf“ im Wald und Nina ballert Craig ab, wobei beide so unfassbar grauenhaft spielen, dass sich jeder Reality-TV-Star an die Stirn fassen müsste.

Mal davon abgesehen, dass ich etwas völlig anderes erwartet habe, ist die Überraschung hier mal gar nicht gelungen, denn das war einfach nur schlecht und langweilig und völlig konfus. Dann lieber Teens, die von einem Geisterzug gejagt werden.

Alle Filme des diesjährigen Horroctober gibt es in der Übersicht.

Spookies – Horrorctober 2017

Heute wird es wirklich „spooky“ im Horrorctober, denn heute gibt es:

SPOOKIES – USA – Niederlande – 1986 – 85 Min.

Irgendein Junge sitzt auf einem Friedhof rum, wie man das halt schon mal macht, wenn man nachts nicht schlafen kann. Er palavert kurz mit dem Grabschaufler vom Dienst und erklärt dem, dass er große Pläne hat. Was für Pläne kann ein Pissblag nachts schon auf einem Friedhof haben? Der hat doch „Grabschändung“ ganz groß auf die Stirn tätowiert.

Irgendein Opa öffnet einen Sarg und guckt sich die Frau darin an. Es ist wohl seine Geliebte Isabelle und man kann davon ausgehen, dass er sie wieder zum Leben erwecken will.

Irgendwelche Affen fahren im Auto eine Straße entlang und einer von ihnen hat eine Biberhandpuppe und macht schlechte Witze. Ich hasse schlechte Komiker mit Handpuppen. Hoffentlich stirbt er auf möglichst bestialische Weise. Und sein Scheißbiber gleich mit.

Der Junge latscht in ein Haus und findet einen Raum voller Ballons und Kuchen und Geschenken und denkt, dass man ihm eine Überraschungsparty schmeißt. Wie doof ist der? Da ist doch absolut kein Mensch außer ihm selbst. Er macht ein Geschenk auf und darin ist der Kopf von dem alten Opa vorhin. Ich wette, er ist irgendein Graf mit übernatürlichen Kräften. Billy pisst sich jedenfalls in die Hose und rennt weg.

Alle Spacken kommen auf dem Friedhof an und ich habe absolut keine Ahnung, was die eigentlich da wollen. Das hat doch „Nekrophilie“ ganz groß auf den Arsch tätowiert. Sie gehen alle ins Haus und wissen selbst nicht warum, schätze ich. Ich kapiere absolut nichts in diesem Film. Und das nach gerade mal 10 Minuten. Das wird wieder ein Riesenspaß.

Billy wird von einem Affenmann über den Friedhof gejagt und dann lebendig begraben. Gute Arbeit, Affenmann. Als nächstes bitte den Biberwichser wegschnetzeln.

Die Trottel im Haus finden eine Leiche im Schrank und irgendein komisches Ouija-Board. Diese Dinger scheinen mich zu verfolgen. Natürlich hat Graf Supernatural Kontrolle über das Teil und macht allen Anwesenden über das Spielbrett klar, dass sie am Arsch sind. Und dann wird eine von ihnen zum Zombie. Graf Übernatürlich trägt seinem Affenman auf, dass er das bevorstehende Geschnetzel unterhaltsam gestalten soll und ich kann nur hoffen, dass das für ihn das Gleiche bedeutet wie für mich. Aber vermutlich nicht.

Draußen lauern die Zombies, also können die Honks nicht abhauen. Isabelle wacht auf und hat überhaupt keinen Bock auf Graf Geheimnisvoll. Aber der will sie natürlich für immer für sich und blah. Das ist alles sowas von lahm, dass es kaum zu beschreiben ist.

Im Keller werden sie von furzenden Schlammmonstern angegriffen und ich habe endgültig die Lust an diesem Film verloren.

Nutzen wir die Zeit, um mal auf die schauspielerischen Leistungen einzugehen, anhand der Szene, in der sich einer der Vollpfosten besaufen will, aber seine Frau ihm davon abrät. Aufgebracht schreit er sie an, warum er nicht trinken soll. Etwa nur, weil sie es sagt? Nein, weil er gar keinen Alkohol trinkt, ist die Antwort, begleitet von einem genüsslichen Zug an ihrem Nuttenstengel. Oder die Szene mit Duke und seiner Ische, die in Tränen ausbricht, was Duke dazu veranlasst, völlig gelangweilt da zu stehen und ihr zu versprechen, dass sie aus dem Haus herauskommen werden. Das ist alles so überzeugend gespielt, dass ich die ganze Zeit nur denken kann, dass man die besten Darsteller bei diesem Quark in die Monsterkostüme gesteckt hat.

Der Wolfsmensch hat es offenbar auch nicht ertragen und sich selbst erhängt. Der Quotenasiate findet ihn und einen Abschiedsbrief. Immerhin hats der Werwolf damit hinter sich und muss sich diesen Kack nicht mehr reinziehen. Der besoffene Anti-Alki und seine Trulla werden von Mini-Orks oder sowas angegriffen. Sie überlebt. Der Affenmann steht draußen am Fenster und guckt zu.

Das Überleben hat ihr nicht viel gebracht, denn irgendein Vieh mit offenem Brustkorb, in dem man das Herz sehen kann, erwürgt sie mit einem Strick. Kann er sie eigentlich direkt neben den Werwolf hängen.

Meine Fresse, erst die Hälfte von dem langweiligen Schinken rum. Zieht sich wie Ektoplasma.

Duke und der Quotenasiate hauen sich vors Maul, weil … es noch keine schlechte Schlägerei in dem Film gab. Dann werden sie vom Tod persönlich angegriffen und darunter leiden muss natürlich Dukes Perle, deren Bein mit der Sense aufgeschlitzt wird. Biberhorst wird von einer Geisha in eine Höhle gelockt und verfängt sich in einem Spinnennetz von Riesenspinnen. Gut so. Ich habe ihn gehasst.

Graf Mystisch bequatscht seinen Sohn, der mit seiner blauen Visage aussieht, als würde er unter einer Art Schlumpfsyndrom leiden, dass er der abslolute Oberkiller werden muss. Der Sohn ist einverstanden. Und taucht nie wieder auf.

Isabelle ist immer noch nicht überzeugt von Graf Okkult und sticht ihm ein Messer in die Stirn. Ist der jetzt tot? Kann der überhaupt sterben? Und interessiert es wirklich jemanden? Isabelle wird dann von einem Zombie verfolgt, der sie für seine Mutter hält, oder so. Und auf dem Friedhof erwachen die Toten zum Leben und steigen aus ihren Gräbern. Hatten wir das nicht schon, oder was waren das für Zombies vor dem Haus? Sie schafft es zum Auto und fährt mit einem Typen weg, der sich als der Affenmann herausstellt. Und auf dem Friedhof klettert Graf Spirit aus seinem Grab und ich habe keine Ahnung, wie er überhaupt da rein kam.

Mann, war das ein langweiliger Quark. Immerhin waren die Effekte ganz nett und megabillig.

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Exeter – Horrorctober 2017

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EXETER – ExitUs: Play It Backwards – USA – 2015 – 91 Min.

Wie man sieht, handelt es sich mal wieder um einen dieser Filme, die hierzulande mit einem wunderbar sinnlosen Titel versehen wurde, bei dem man nicht mal weiß, was er bedeuten soll, was die Änderung noch sinnloser macht. Aber gut, halten wir uns nicht mit solchen Belanglosigkeiten auf und beschäftigen uns lieber mit anderen Belanglosigkeiten, wie eben dem Film selbst.

Es beginnt mit einem Mädchen, dass nur im Höschen in ihrer Wohnung erschossen wird und damit ist wohl eindeutig klar, dass der Film mehr als Blut und Titten nicht zu bieten haben wird.

Exeter war eine Irrenanstalt, in der schlimme Experimente angestellt wurden. Wir kennen das. Der Laden wurde geschlossen und wird jetzt, Jahre später, renoviert, um darin … irgendwas zu machen. Irgendwelche Honks gehen auf eine Party und sind halt da. Namen fallen auch mal zwischendurch, aber halten wir uns nicht mit solchen Belanglosigkeiten auf und nennen die einfach alle Vollidioten. Das erspart mir etwas Arbeit. Es sollte klar sein, dass die Party im alten Exeter-Gebäude stattfindet und es scheinbar keine Sau in der Umgebung interessiert, dass die Vollidioten da alles abreißen.

Die Vollidioten erzählen sich ein paar Geschichten über den Schuppen und die Experimente, die dort stattgefunden haben sollen. Und wenn man irgendwas rückwärts abspielt passiert irgendwas. Ich habs nicht gerafft, aber es ist doch eh scheißegal, denn wir wissen alle genau, wohin das hier führen wird. Vorher gibts aber noch ne Partie Strippoker und anderen Krampf, für den sich keine Sau interessiert.

Rory, der sich vorhin schon mal spaßeshalber vor ein fahrendes Auto geworfen hat – manche würden ihn als den Draufgänger der Truppe bezeichnen, ich eher als Oberbekloppten – hat dann einen Zombieanfall, oder sowas und wird an ein Bett gefesselt. Immerhin kommt man hier relativ zügig auf den Punkt. Patrick ruft den Dorfpastor an, damit der ihn exorzieren kann. Interessant, wie selbstverständlich es für ihn ist, dass sein Kumpel wohl vom Teufel besessen ist. Scheint bei ihm zum Alltag zu gehören.

Irgendein Typ kommt vorbei und ihm wird der Schädel von Zombierory weggeballert. Die Vollidioten hauen ab und überfahren den Priester. Nach etwas Tumult in der Garage entscheidet man sich dazu, nicht in den Knast zu gehen und stattdessen den Laden abzufackeln und die Leichen gleich mit. Es ist schon unglaublich, wie einfallslos das mal wieder alles ist hier. Da muss doch mal jemand gesagt haben, dass das einfach nur langweilig ist, oder? Nein, er hat gesagt, lasst uns auch noch alte Videos von den Experimenten einbauen, die sich die Vollidioten dann reinziehen können.

Aus irgendeinem Grund sind sie dann eingeschlossen. Vermutlich übernatürliches Gelöt, durch das sich die Bude selbst verriegelt, weil alles andere ja schon fast kreativ wäre. Und der Zombietyp hat sich vom Bett befreit und rennt jetzt frei rum. Aber man hat einen Plan, denn auf dem Tablet hat man im Internet eine „Do it Yourself“- Exorzismus Seite gefunden. Was ein Schwachsinn. Als ob es in der Bude W-Lan gäbe.

Okay, ich muss zugeben, die DIY-Seite ist schon ganz witzig gestaltet. Alles andere natürlich nicht. Man braucht Weihwasser, also zurück zum toten Priester in der Windschutzscheibe. Nur, dass der nicht mehr da ist. Keine Ahnung wie man jetzt das Weihwasser gekriegt hat, oder ob man es einfach weglässt, aber man zieht den Exorzismus durch und hat Erfolg … denkt man, denn dann kriegt einer der Vollidioten eine Spritze ins Bein und Zombierory geht richtig ab. Also im Sinne von, er macht das Gleiche wie schon den ganzen Film über.

Der nächste Schritt ist klar: Man bastelt sich so ein Ouija-Board, oder wie das heißt und nimmt Kontakt mit dem Dämon auf. Der spielt Verstecken und will, dass sie ihn finden. Immerhin gibt er ihnen noch den Tipp, dass er in einer Kiste ist. Dann fährt er in eine der Tussis und Rory ist wieder Rory. Auch wenn man den Unterschied kaum merkt, so doof wie der Vogel ist. Dann wird einer der Vollidioten von einem Kronleuchter erschlagen.

Man trennt sich und sucht die besessene Tussi und ist alles wirklich unglaublich aufregend. Oder dämlich. Kommt halt auf die Sichtweise an. Rory wird beim Pissen entführt. Patrick und die andere Frau im Bunde finden eine Geheimtür hinter einem Schrank. Im Keller finden sie ein paar Fotos und eine Angel. Keine Ahnung, was man damit will. Dann finden sie auch noch einen Lüftungsschacht und wollen rausklettern. Aber die Dämonentussi lockt Patrick in eine Falle, indem sie ihren BH als Köder ausgelegt hat. Es ist wirklich unglaublich, was hier für ein Quatsch abgeht. Kampf und die Dämonin fällt mit beiden Augen voran in zwei Spritzen. Zum Glück macht einer Dämonin sowas aber nichts aus und der Kampf geht weiter, bis die Patrick ihr mit einem Feuerlöscher den Schädel zu Matsch schlägt.

Irgendwo anders findet einer der Vollidioten den Priester und fällt vor Schreck in seine Spitzhacke. Es wird sekündlich immer noch dümmer. Das muss man auch erstmal hinkriegen. Dem nächsten Besessenen wird das halbe Gesicht weggefetzt und damit dürften nur noch Patrick, Rory und die Frau am Start sein. Und der Priester tapert natürlich auch noch da rum.

Der verfolgt dann das Mädel und überschüttet sich versehentlich selbst mit Benzin, bevor er sie absticht. Patrick ist untröstlich und mutiert zum Rachegott. Er fackelt den Priester ab, der durch das Benzin natürlich ganz besonders gut brennt und … Moment mal, wann ist denn Rory gestorben? Ach, scheiß drauf.

Die Tussi ist jetzt der Dämon und das hier scheint niemals zu enden. Rory lebt ja doch noch. Im großen Endkampf senst Patrick der Trulla die Arme mit einem Rasenmäher weg und anschließend wird sie von ihm und Rory in die Kiste gesperrt. Der Laden fackelt ab und Patrick und Rory sitzen draußen und gucken den Flammen beim Flackern zu.

Zwischenzeitlich ist der Streifen wirklich so dämlich, dass es schon wieder unterhaltsam ist. Diese Momente sind dann aber doch zu rar gesät, um durchgehend zu unterhalten.

Alle Filme im diesjährigen Horroctober findet ihr in der Übersicht.

Dark Night Of The Scarecrow – Horrorctober 2017

Heute gibt es im Horrorctober etwas, dass es hier auf dem Filmschrottplatz noch gar nicht gab. Einen TV-Film … gut, die gab es schon, weil die oft halt richtig scheiße sind. Aber dieser TV-Film hat etwas ganz Besonderes, was es im Horrorgenre viel zu selten gibt: Ein Monster, das nicht völlig ausgelutscht ist. Es ist:

DARK NIGHT OF THE SCARECROW – USA – 1981 – 96 Min.

Jetzt mal ehrlich: Warum zum Teufel gibt es achttrilliarden Filme mit den immer gleichen lahmarschigen Zombies, aber kaum welche mit mordenden Vogelscheuchen? Ich meine, die Dinger sind doch schon aus Prinzip creepy as fuck. Das ist ja schon die halbe Miete bei nem Horrorfilm.

Bubba ist offenbar geistig etwas hinterm Mond und sitzt mit einem kleinen Mädchen auf einer Wiese und pflückt Blumen und lacht dämlich. Irgendein Spanner, der aussieht wie ein gescheiterter Postbote, beobachtet die beiden durch sein Fernglas. Moment mal, er ist tatsächlich der Postbote. Hat der nichts zu tun, oder was? Keine Post heute, also bespannt er Hirnis und kleine Mädchen? Ist ja interessant.

Der Postbote bespricht sich mit irgendeinem Typen, der aussieht wie ein Hinterwaldtankstellenbesitzer. Die letzten Minuten haben uns gezeigt, dass er also vermutlich genau das ist. Sie wollen etwas gegen Bubba unternehmen, da der immer mit dem Mädchen rumhängt. Also wenn ihr mich fragt, könnte man es ja auch so auslegen, dass der Postbote dauernd das kleine Mädchen mit seinem Fernglas bespannt. Aber was weiß ich schon von den Lynchgesetzen in so einem zurückgebliebenen Südstaatenkaff.

Das Mädchen klettert durch einen Zaun, um mit den Gartenzwergen zu spielen und wird von einem Hund angefallen. Also, ich bin ja bereits nach wenigen Minuten voll Pro-Mädchen und absolut Anti-Postbote hier, aber wenn man durch einen Zaun auf ein fremdes Grundstück klettert, muss man halt damit rechnen, dass einem der Wachhund in den Arsch beißt. Die vom Briefträger angeführte Lynch-Mob-Partei verdächtigt natürlich Bubba und jagt den jetzt durch die Pampa. Er verkleidet sich als Vogelscheuche und wird natürlich entdeckt und vom Postsendungsverteilkommando standesgemäß erschossen.

Da das mit den Namen ja immer so eine Sache ist handeln wir die mal schnell ab: Der bewaffnete Postbote heißt Otis, denn er ist sowas von aus dem Süden, dass es ein Wunder ist, dass er keinen Sonnenbrand hat. Sein Erschießungskommando besteht aus Skeeter, Philby und Harless. Und direkt nach der Ermordung der geistig behinderten Vogelscheuche kriegen sie über Funk mitgeteilt, dass es dem Mädchen gut geht und Bubba sie vor dem Hund gerettet hat.

Vor Gericht plädieren sie selbstverständlich auf Notwehr, wie es jeder schwerbewaffnete Horst in den USA machen würde. Und wie jeder vollbewaffnete Horst in den USA kommen sie selbstverständlich damit durch. Also genau genommen ist das hier Die Jury Teil 2.

Nach etwas Rumgedödel steht dann plötzlich eine Vogelscheuche auf dem Feld von Harless, obwohl der gar nichts gesät hat und dementsprechend auch keine Vogelscheuche aufgestellt hat. Natürlich vermutet er, dass es die Dorfprankster waren, die irgendwie eher so aussehen, als hätten sie gerade drei Liter Motoröl gesoffen, als dass sie auch nur einen großen Prank aushecken könnten, aber was weiß ich schon von den Rollenverteilungen in so einem zurückgebliebenen Südstaatenkaff.

Als Harless nachts besoffen nach Hause kommt, hat er den prächtigen Einfall, die Vogelscheuche vom Feld zu nehmen, aber sie ist nicht mehr da. In der Scheune geht irgendeine Maschine an und natürlich geht Harless gucken, was da los ist. Es sollte klar sein, dass er seiner Maschine zum Opfer fällt. Seine Miterschießer sind nicht davon überzeugt, dass es ein Unfall war und glauben, dass jemand weiß, was sie getan haben. Moment mal, wissen das nicht sowieso alle? Die standen schließlich dafür vor Gericht.

Postbote Otis verdächtigt Bubbas Mutter als Killerin seines Schützenkumpanen und stellt sie zur Rede. Dabei kommt aber natürlich nicht viel rum. Die Vogelscheuche steht derweil auf dem nächsten Feld. Keine Ahnung, ob es das Feld von Skeeter oder Philby ist, aber das spielt ohnehin nicht wirklich eine Rolle. Denn wir wissen, er wird die Nacht nicht überleben.

Otis quatscht derweil mit dem kleinen Mädchen. Die hat aber keinen Bock auf ihn, weil Bubba ihr erzählt hat, dass er und seine Freunde ihn abgeknallt haben. Das Mädchen hat offensichtlich das Trauma noch nicht so ganz verarbeitet.

Der Feldbesitzer will Otis und dem anderen Kumpel die Vogelscheuche zeigen, aber die ist nicht mehr da. Er macht sich ins Hemd und will zum Sheriff gehen. Otis ist nicht begeistert von der Idee und besucht lieber nochmal Mama Bubba, um diese einzuschüchtern. Dummerweise kriegt die nen Herzinfarkt oder sowas und der Postbote wünscht sich, dass er doch einfach nur die Post ausgeliefert hätte. Aber als kriminelles Mastermind hat er natürlich einen Ausweg und dreht den Gasherd auf, damit die Bude in die Luft fliegt und ihr Tod wie ein Unfall aussieht.

Unfassbar, Otis geht tatsächlich mal seinem Job nach und teilt die Post aus. Die Leute in dem Ort müssen schon ganz gespannt auf ihre Briefe aus den letzten 8 Wochen oder so warten. Der Feldbesitzer fühlt sich verfolgt und fällt in ein Silo, das dann mit Getreide gefüllt wird. Also: Tot.

Otis ist mittlerweile überzeugt, dass Bubba doch auf einem Rachefeldzug ist. Sein letzter verbliebener Kumpel nicht. Zum Beweis gehen sie seine Leiche ausbuddeln. Otis nutzt die Gelegenheit, um seinen Kumpel mit der Schaufel eins überzubraten und ihn direkt mit wieder einzubuddeln. Also wenn man mal ehrlich ist, hat Otis bisher genau so viele Leute auf dem Gewissen wie die Vogelscheuche und wirkt insgesamt mehr wie eine Horrorgestalt, als diese, die man ja auch noch gar nicht wirklich in Aktion gesehen hat, weil die beiden Trottel selbst in ihren Tod gestürzt sind. Ist es am Ende vielleicht doch gar keine Vogelscheuche, sondern jemand anders? Mysteriös …

Otis fährt nach Hause und trifft zufällig das Mädchen. Er verfolgt sie in ein Kürbisfeld und will sie zur Rede stellen, denn er glaubt, dass sie hinter all dem steckt und es gar keine Todesscheuche gibt. Dann wird er aber von einem Mähdrescher übers Feld gejagt. Ich frage mich dabei ja immer, wie schwer es sein kann, vor einem Mähdrescher wegzulaufen. Ich komme ja vom Land und habe schon den ein oder anderen davon bei der Arbeit gesehen und die sind nun nicht bekannt für ihre Wendemanöver. Lauf halt einmal nach links und du kannst quasi gemütlich nach Hause gehen. Otis aber natürlich nicht.

Das Mädchen sitzt im Feld und die Vogelscheuche kommt angelatscht und man sieht sie halt jetzt zum ersten Mal. Und sie schenkt dem Mädchen eine Blume. Uh, wie süß. Nur dann eben doch eine recht lahme Auflösung des Ganzen. Dann hätte man die Vogelscheuche auch mal richtig bei der Arbeit zeigen können. Aber hey, für eine TV-Produktion war das gar nicht so verkehrt. Mit etwas höherem Produktionsaufwand und ein paar besseren Kills wäre das sogar richtig gut gewesen. So ist der Film leider insgesamt zu zahm.

In der Übersicht findet ihr alle Filme des diesjährigen Horrorctober.