Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Januar 2018

Aufgehobene Beschränkung von Themengebieten durch räumliche Dacherweiterungen

So, nach kleiner Winterpause geht es weiter mit dem Schrott hier. Und wir beginnen das schrottige Jahr mit dem Magnus Opus des Schrottfilms. Und ich muss schon sagen, ich erwarte eine ziemlich großer Herausforderung, diesem Streifen hier gerecht zu werden. Normalerweise schreiben sich die Berichte hier ja fast von selbst. Aber hier muss man wohl wirklich ins Detail gehen, denn der heutige Film trieft nur so vor Schrott. Passend zum Kinostart von „The Disaster Artist“ handelt es sich natürlich um den Knaller schlechthin:

THE ROOM – USA – 2003 – 99 Min.

Irgendwie ist ja der Anfang schon bemerkenswert. Wir sehen eine Brücke irgendwo in Amerika und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um ein Foto handelt. Und dann wird groß der Titel THE ROOM eingeblendet. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen Raum zu zeigen? Der Film heißt schließlich nicht THE BRIDGE und es würde mich doch stark wundern, wenn diese Brücke irgendeine Rolle in diesem Streifen spielt. Genau so wenig übrigens wie der Bootsteg, die Insel und das Meer, die man anschließend zu sehen kriegt. Immerhin ist es aber kein Stillleben.

Ah, die Stadt. Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Eine Straßenbahn. Ist das San Franciso? Und ist das überhaupt wichtig? Sicher nicht, also kommen wir lieber zum eigentlichen Film:

Tommy Wiseau kommt nach Hause zu seinem blonden „Babe“ und hat ihr ein Geschenk mitgebracht. Die darstellerischen Abgründe, die hier zum Tragen kommen, entfalten sich bereits, aber es wird wie wir alle wissen noch viel schlimmer werden. Das Geschenk ist ein rotes Kleid. Johnny, so Wiseaus Name hier, ist natürlich der gefeierte Held bei seinem „Babe“ Lisa, die das Kleid auch direkt anprobiert. Johnny findet, dass sie super aussieht, könnte aber nicht gelangweilter wirken.

Denny kommt rein und findet Lisa auch hot und wird dann von den Beiden stehen gelassen, weil sie zusammen nach oben gehen. Denny isst einen Apfel und geht hinterher, um die lahmste Kissenschlacht aller Zeiten zu unterbrechen, was alle ganz besonders lustig finden. Also sind die jetzt in einer Dreierbeziehung, oder ist Denny einfach nur ein perverser Beischlafunterbrecher, der Äpfel isst und dann mit Kissen auf Blondinen einprügelt? Ah, er würde gerne zugucken. Johnny meint aber, „2 are great, but 3 is a crowd“. Hat der denn nicht zugehört? Denny will nur zugucken. Also ist er das Publikum. Hoffentlich hat er noch nen Apfel in der Tasche. Denny versteht aber, dass die beiden alleine sein wollen und muss sowieso noch Hausaufgaben machen. Äh, wie alt ist der denn? Also ist er nicht nur pervers, er ist auch noch minderjährig. Irgendetwas eigenartiges geht hier vor sich. Oder es hat einfach keine Sau darüber nachgedacht, als man den Quatsch hier gedreht hat.

Die folgende Montage aus Kissenschlacht, Tanzen, Bettgekicher und Rumgeknutsche unterlegt von Schnulzenmusik ist das pure Grauen und viel zu lang. Und sie führt natürlich zu absolut gar nichts. Und wo kommt dieses Wasser her? Soll das andeuten, dass es draußen regnet, oder haben die einen Wasserfall im Schlafzimmer? Die Darstellerin hat für diesen Quark sogar ihre Tüten gezeigt, was sie sicher bis heute bereut. Anschließend wird gepennt und Tommy hatte nach dem Dreh sicher tierische Nackenschmerzen. Kein Mensch liegt so verdreht in seinem Bett.

Der Wecker klingelt und Johnny steht auf, um an einer Rose zu riechen. Diese Figuren sind definitiv komplett aus dem wahren Leben gegriffen. Jeder riecht ja morgens erstmal an einer Rose, bevor er zur Arbeit geht.

Lisas Mutter kommt zu Besuch und erklärt ganz genau, was in dieser Szene passiert. „Lass uns zur Couch gehen.“ Sie gehen zur Couch. „Lass uns hinsetzen.“ Sie setzen sich hin. Mama fragt, was es Neues gibt und Lisa platzt direkt damit heraus, dass sie Johnny arschlangweilig findet. Mutter ist entsetzt, denn Johnny ist wundervoll und wird bald befördert. Den kann man doch nicht einfach so in den Wind schießen. Lisa ist überzeugt und damit ist das erstmal durch und Mama muss wieder abhauen, weil sie ja schon ganze 2 Minuten da war. Johnny sollte ihr von seinem vielen Geld mal einen Terminkalender kaufen, damit sie nicht immer so in Eile ist.

Lisa ruft ihren Stecher „Baby“ an, der von Greg Sestero gespielt wird und Mark heißt. Immerhin haben hier alle einen Namen, sonst würden die ganzen „Babys“ noch zu Verwirrung führen. Lisa erklärt ihm, dass ihre Mutter eine Schlampe ist, die ihr Leben bestimmen will und verabredet sich am nächsten Tag mit Mark. Es ist scheinbar direkt der nächste Tag, denn Mark kommt vorbei und Lisa ist megascharf auf ihn und will ihn mit Wein abfüllen, während sie sich auszieht. Mark braucht einen Moment, um zu kapieren, was hier los ist. Spätestens als Lisa ihn „Lover Boy“ nennt, sollte der Groschen fallen. Mark ist Johnnys bester Freund und hat deshalb Bedenken, ob das hier richtig ist und will gehen. Aber Lisa liebt ihn und will Johnny nicht heiraten. Ein bisschen rummachen geht bei Mark wohl immer und es folgt die nächste Montage des Grauens mit Schnulzenmusik.

Johnny geht Rosen kaufen und ist verantwortlich für die großartigste Blumenladenszene, die jemals auf Zelluloid gebannt wurde. Ein halbes Dutzend Sätze innerhalb von 20 Sekunden runtergerattert und auch noch den Hund gestreichelt. Das ist Timemanagement im Film. Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Das Einsteigen ins Auto dauert länger, als die ganze Szene im Laden. Muss man auch erstmal schaffen.

Lisa bestellt Pizza und dann kommt Denny vorbei, der jetzt klingelt. Vorhin ist er noch einfach reingelatscht. Da Johnny nicht da ist, will er Lisa küssen, aber die will nicht, dabei ist sie doch sonst auch eine Nutte. Vielleicht hat man sich doch Gedanken um die Minderjährigjkeit gemacht. Denny haut wieder ab. Johnny kommt mit den Blumen nach Hause und hat die Beförderung nicht gekriegt und ist echt traurig. Lisa hat eine super Idee und macht Drinks fertig, obwohl Johnny gar nicht trinkt. Aber er kommt schnell auf den Geschmack und das Besäufnis kann beginnen. Die Figuren besoffen macht die Sache irgendwie erträglicher. Die hätten die ganze Zeit saufen sollen.

Es wird mal wieder Zeit für eine Sexmontage mit Schnulzenmusik. Das ist jetzt die Dritte und der Film läuft gerade mal 26 Minuten. Ich muss mich hier noch auf einiges gefasst machen, fürchte ich. Immerhin ist diese Montage recht kurz.

Lisa organisiert eine Party für Johnnys Geburtstag. Mama ist auch eingeladen und palavert was von ihrem Haus, das ihr Bruder haben will, oder so. Es wird sicher absolut keine Rolle mehr spielen. So, wie Mutter es rüberbringt, wird ihre Brustkrebsdiagnose auch nicht mehr wichtig werden. Sie könnte es wohl nicht weniger interessieren. Selten hat jemand so gelangweilt auf eine Krebsdiagnose reagiert. Fehlt nur noch das Schulterzucken. Lisa erklärt dann, dass Johnny sie geschlagen hat, aber Mutter meint, dass er ihre finanzielle Absicherung ist, da kann man sich auch mal verwemsen lassen. Diese Dialogszenen sind absolut fantastisch. Siebzig Themen in 2 Minuten gequetscht ohne Zeit für irgendeinen Übergang zwischen den Themen zu verschwenden.

Wer sind denn die beiden jetzt? Irgendein Typ und eine Frau mit Schokolade. Ich sehe schon die vierte Sexmontage vor mir. Die bleibt aber zum Glück aus, denn Lisa und Mama kommen nach Hause und Mutter fragt zu Recht, wer diese „Charaktere“ sind. Lisa erklärt, dass Mike und Michelle gerne ihre Hausaufgaben hier machen. Sagt mal, kann da jeder einfach in die Wohnung rein und rauslatschen, wie er lustig ist? Wo zur Hölle wohnen die da, dass die scheinbar ihre Tür nicht abschließen und einfach irgendwelche Leute ihre Hausaufgaben in deren Wohnung machen können? Mal schauen, welche tiefgründigen Erkenntnisse Mutter als nächstes parat hält. Ah, Denny kommt reingelatscht und Mutter stellt die Frage der Fragen: „Wie viele Leute latschen hier täglich ein und aus?“ Ich frage es mich auch, Mutter, ich frage es mich auch. Denny will sich alle Zutaten für „Backe, Backe Kuchen“ leihen, aber kommt dann lieber später nochmal wieder. Lisa erzählt dann, dass Johnny Denny adoptieren will – also den Jungen, der vorhin noch mit ihm gemeinsam seine Freundin flachlegen wollte – und ihm die Wohnung gegenüber bezahlt, bis Denny mit der Schule fertig ist. Mutter kommt dadurch wieder auf die Beziehung zu sprechen und muss dann natürlich wieder nach Hause gehen.

Kommen wir zu einem weiteren wichtigen Schauplatz des Films neben THE ROOM, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, um welchen Raum es hier eigentlich geht. Denny steht auf THE ROOF und wird von einem Typen mit einer Waffe bedroht, der sein Geld will. Wie zum Geier ist der Typ auf das Dach gekommen? Kann wirklich jeder einfach in das Haus rein und raus latschen, wie er will? Johnny und Mark kommen gerade rechtzeitig, um den Typen zu überwältigen und zur Polizei zu bringen. Lisa und Mutter wollen wissen, warum Denny dem Typen Geld schuldet. Natürlich geht es um Drogen und um grottenschlechte Darstellerleistungen. Johnny und Mark sind zurück, was nur bedeuten kann, dass die Polizeiwache direkt unter der Wohnung liegt.  Diese komplette Geschichte wird nebenbei absolut keine Rolle mehr spielen, also vergessen wir einfach, dass das gerade passiert ist.

Nach diesen dramatischen Ereignissen telefoniert Lisa mit Mark, weil sie seine sexy Stimme hören will. Mark rafft gar nix. Ich nebenbei auch nicht. Waren die mal zusammen, oder warum sagt Mark, dass es zwischen ihnen aus ist? Ach komm, egal. Viel wichtiger ist die nächste Szene, die wohl jeder kennt. Johnny kommt aufs Dach und brabbelt vor sich hin, dass er Lisa nicht geschlagen hat. „I did not hit her. It’s bullshit. I did naaaaht. Oh, hi Mark.“ Mark sitzt auf dem Dach und denkt nach, was natürlich wieder einen brachialen Themenwechsel mit sich bringt, bei dem es um Untreue und Freundschaft und Frauen und Mark und Geheimnisse und einen Football geht. Mark haut ab und Denny kommt vorbei, um mit Johnny Football zu spielen. Oh, und Johnny zu sagen, dass er Lisa megageil findet. Ich denke, die Kissenschlacht vom Anfang hätte Johnny einen Hinweis geben können. Johnny hält eine Ansprache über Liebe und Familie und wie Lisa Denny als einen Freund oder Sohn liebt. Und da Johnny Lisa vertraut, macht er sich keine Sorgen. Außerdem liebt Denny ja auch Beth, die er heiraten und schwängern will. Wie viele Ischen hat der Typ bitte am Start, auf die er scharf ist? Sicher, dass der Typ mit der Waffe wegen Drogen da war? Ich glaube eher, das war ein Pimp, dem Denny alle Weiber weggeschnappt hat.

Lisa erzählt Michelle davon, dass Johnny sie geschlagen hat und ihn nicht mehr heiraten will. Michelle ist wie Lisas Mutter und findet es gar nicht gut, dass Lisa Johnny nicht mehr will und stattdessen Mark pimpert. Und wenn sie es Johnny nicht sagt, wird etwas schlimmes passieren. Wieso interessiert es eigentlich keine der Frauen, dass Johnny scheinbar der große Weiberdrescher ist? Auch, wenn Lisa nur Scheiße erzählt, muss die das doch irgendwie tangieren, oder? Geldgeile Schlampen. Dann lasst euch halt von euren Stechern vermöbeln. Habt es auch nicht besser verdient. Johnny kommt nach Hause und Michelle macht sich lieber vom Acker. Lisa sagt Johnny, was abgeht und Johnny will ihr das Leben erklären. Glücklicherweise wird uns dieser Monolog erspart und Lisa geht pennen. Was zum Kuckuck war denn das für eine Schwachsinnsszene?

Mike und Johnny treffen sich in einer zwielichtigen Gasse. Ich gehe mal davon aus, dass Denny hier die Drogen gekauft hat. Mike erzählt Johnny, dass er Michelle in Johnnys Wohnung flachgelegt hat und dann kommt Denny vorbei, damit alle einen Football durch die Gegend werfen können. Mark kommt auch dazu und wirft mit. Mike fällt in Mülltonnen und die Szenen werden tatsächlich immer noch beknackter.

Johnny hört, wie Lisa ihrer Mutter erzählt, dass sie mit einem anderen in der Kiste war. Johnny hat den Masterplan und stellt einen Kassettenrekorder auf, um von jetzt an alles aufzunehmen, was in seiner Wohnung passiert.

Johnny trifft sich mit Peter (wer auch immer das ist) und sagt ihm, dass er vermutet, dass sie ihm untreu ist. Ah, Peter ist ein Psychologe, den jeder der Beteiligten hier gut gebrauchen könnte. Warum kommt der Psychologe eigentlich zu ihm nach Hause? Ist der mit ihm befreundet? Mark kommt natürlich auch vorbei und jetzt haben wir das Todesdreieck zusammen. Und natürlich geht es wieder um tausend Sachen in fünf Sätzen. Johnnys Imitation eines Huhns ist das absolute Highlight der Szene. Als Lisa und Denny nach Hause kommen, hauen Mark und Peter ab … und treffen sich zehn Sekunden später auf dem Dach wieder. Ist das jetzt einen Tag später, oder sind die einfach aufs Dach gelatscht und Peter kam nicht ganz so schnell die Treppen hoch? Die beiden streiten sich wegen Wasweißich und Mark will Peter vom Dach werfen. Also für eine Sekunde. Dann will er ihm sein Herz ausschütten und erzählt, was mit Lisa abgeht. Peter ist sicher, dass Lisa eine Soziopathin ist, die niemanden lieben kann. Sollte er das nicht vielleicht dann auch mal Johnny erzählen? Nebenbei hätte Mark ihn eh nicht vom Dach werfen können, da alle Dachszenen aus irgendeinem Grund vor Greenscreen gedreht wurden. Warum weiß Wiseau allein.

Alle haben Anzüge an. Ist das jetzt der Hochzeitstag? Vermutlich nicht, denn sie gehen in ihren Anzügen Football spielen. Für 10 Sekunden, dann legt sich Peter auf die Fresse und sie gehen nach Hause. Szene vorbei. Das hat uns jetzt wirklich unglaublich vorangebracht.

Johnny und Mark gehen Kaffee trinken. Okay, jetzt mal ernsthaft, diese Themenwechsel sind doch nicht ernst gemeint, oder? Mark fragt Johnny, wie es auf der Arbeit läuft. Der erzählt, dass sie einen neuen Klienten haben. Mark will wissen, wer der Klient ist. Johnny: „I can’t tell you. That’s confidential. Anyway, how is your sexlife?“ Wenn ich Mark wäre, würde ich auch keine Antwort geben. Johnny muss weg. Hat keiner hier eine Uhr? Wieso hängen die überall nur für zwei Minuten rum, wenn sie dann zu einem Termin müssen.

Oh, da ist sie: Sexmontage Nummer 4 starring Mark und Lisa.

Wenn die Typen hier gerade nicht nach zwei Minuten zu einem wichtigen Termin müssen, werfen sie einen Football durch die Gegend. Und keine dieser Szenen führt zu irgendwas. Wenn der Football nicht noch eine wichtige Rolle spielt, hätte man den Film auf 30 Minuten kürzen können.

Lisa fegt mit THE BROOM, als Mark anklopft. Sexmontage Nummer 5 bleibt aus, denn Michelle klopft an und Mark muss gehen, damit die Mädels sich bekichern können. Nach einigen Szenen, bei denen sich alles nur noch im Kreis dreht (also Football, Ich will Johnny nicht mehr heiraten, Oh hi, Mark) steht dann Johnnys Geburtstagsparty an.

Alle haben eine tolle Zeit, es gibt Kuchen und Wein und alles, was dazu gehört. Lisa schickt dann alle raus, damit sie mit Mark rummachen kann, aber irgendein Typ kommt rein. Äußerst überraschend. Ich schmeiße doch auch keine Party und schicke dann mal alle anwesenden auf den Balkon, damit ich mal eben fremdficken kann. Wie doof sind die eigentlich alle hier? Und wer zum Kuckuck ist das jetzt? Jedenfalls sieht er was abgeht, erzählt Johnny aber erstmal nichts. Nebenbei kündigt Johnny dann mal kurz an, dass Lisa schwanger ist, oder so. Wie sich herausstellt, hat Lisa das aber nur erfunden, wie sie gerade Michelle und dem Typen ohne Namen erklärt.

Johnny und Mark geraten dann aneinander, und schubsen sich für drei Sekunden durch die Gegend, bevor sie sich die Hand geben und alles wieder gut ist. Intensives Drama geht anders, aber man muss hier nun mal nehmen, was man kriegen kann. Eine Minute später geraten sie wieder aneinander und es entbrennt ein unfassbarer Kampf mit noch unfassbarerem Trashtalk. Johnny bringt sogar seine unnachahmliche Huhnimitation.

Die Party ist vorbei und Johnny hat sich im Bad eingeschlossen. Lisa will zu Mark gehen, aber Johnny hat noch ein Ass im Ärmel und holt die Kassette hervor, mit der er alles aufgezeichnet hat. Wozu braucht der eigentlich noch die Kassette, wenn doch absolut klar ist, was da abgeht? Johnny kann es nicht fassen, dass sie ihn mit Mark betrogen hat. Er wollte doch nur THE GROOM sein. Und jetzt hat er keine Freunde mehr. Lisa interessiert das alles nicht und sie geht.

Tommy Wiseau mobilisiert jetzt seine ganze schauspielerische Begabung und brennt ein Feuerwerk der darstellerischen Kunst ab, während er die Bude auseinander nimmt. Er zerreißt das schöne rote Kleid und hat irgendwoher eine Waffe. Natürlich hat er eine Waffe. Der Film spielt in Amerika. Er bläst sich selbst das Hirn raus und wird später von Lisa und Mark gefunden. Mark hasst Lisa dafür, dass sie das alles angerichtet hat. Und dann kommt Denny auch noch vorbei und blah. Der Film ist vorbei und wir wissen, dass ihr alle Trottel seid. Also Ende jetzt.

Tja, was soll man sagen. Mein Text wird dem Film natürlich in keiner Weise gerecht. Das muss man einfach selbst gesehen haben. Zum Teil zwar wirklich zäh, aber mit einigen Knallerszenen wird man immer wieder wachgerüttelt. Ich gehe meinen Raum verwüsten …

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Schrott Awards 2018 – Filmwahl

Die Oscar-Nominierungen sind raus und das bedeutet natürlich, dass auch die Schrott Awards mal wieder bevorstehen. Wie jedes Jahr wird mitten in der Awardseason dieser prestigeträchtige Preis verliehen werden. Dieses Jahr wird es allerdings etwas undemokratischer ablaufen als bisher gewohnt. Ich habe schon im letzten Jahr festgestellt, dass meine Filmauswahl dieses Mal nicht ganz so viel hergibt, um in jeder Kategorie mehrere Nominierungen vorzunehmen. Aber die Beteiligung ließ ohnehin immer zu wünschen übrig, also gibts wohl schlimmeres. Ob da jetzt halt 3 Leute den Sieger wählen oder ich das mal schnell selbst mache, ist dann auch nicht so relevant Ich hatte auch kurz überlegt, die Schrott Awards einfach komplett abzublasen, aber das ist dann irgendwie doch keine Option. Auch wenn ich mir das für die Zukunft offen halte, da es doch etwas viel Arbeit macht für das Bisschen Resonanz, die der Spaß dann letztlich jedes Jahr kriegt.

In der Königskategorie sind die Besucher des Filmschrottplatzes aber natürlich wieder gefragt. Also bei den Schrottfilmen. Ihr dürft wieder zwischen allen Filmen wählen, die im Jahr 2017 ihren Platz auf dem Filmschrottplatz eingenommen haben. Dieses Jahr wird das Wahlsystem wie im letzten Jahr verlaufen. Ihr dürft gleich 3 Filme wählen. Dabei gebt ihr bitte eine Reihenfolge an. Durch ein kleinlich ausgeklügeltes mathematisch kompliziertes Punktesystem wird dann der Sieger ermittelt. Eure Nummer 1 bekommt 3 Punkte, die Nummer 2 kriegt 2 Punkte und die Nummer 3 noch 1 Punkt. Der Film mit den meisten Punkten wird dann am Ende natürlich den Sieg einheimsen und damit in die Geschichte eingehen, als absolutes Meisterwerk des filmischen Bullshits.

Zur Erinnerungsauffrischung hier nochmal alle Streifen mit kurzer Inhaltsbeschreibung und Link zum jeweiligen Eintrag.

BODY SLAM

Face vom A-Team und Roddy Piper wrestlen und rocken um die Wette.

SHADOW WARRIORS: ASSAULT ON DEVILS ISLAND

Hulk Hogan und sein Billigtoupet kämpfen gegen böse Buben.

THE DENTIST

Der Zahnarzt bohrt hier ganz besonders tief.

AMERICA 3000

Wer würde nicht gerne in einer postapokalyptischen Zukunft leben, in der Big Foot mit seinem Ghettoblaster durch die Gegend tanzt?

THE RING THING

Mittelerde liegt direkt in der Schweiz. Und da wäre es besser auch geblieben.

THE ADVENTURES OF BUCKAROO BANZAI ACROSS THE 8TH DIMENSION

Buckaroo Banzai und die Hong Kong Cavaliers müssen die Welt vor irren Aliens retten. Und nicht nur die sind irre, sondern der ganze Film.

MANOS: THE HANDS OF FATE

Eine verirrte Familie, ein Sektenführer mit coolem Umhang und tanzende Frauen. Alles, was ein guter Film braucht.

DIRTY DEEDS

Die größte Herausforderung des Lebens in der Highschool ist es, diesen Film zu überstehen.

FLESH GORDON MEETS THE COSMIC CHEERLEADERS

Penismonster und Kackmenschen sind nur einige Probleme, denen sich Flesh Gordon mit seinem Riesenschlong auf seinen Abenteuern im Weltall stellen muss.

ELIMINATORS

Ein Mandroid und eine … Frau schippern übern Fluss.

THE MILLENIUM BUG

Ein Riesenkäfer tapert durch den Wald und killt Hillbillies und andere Idioten.

MASSACRE IN DINOSAUR VALLEY

Titten, Kannibalen und Sklavenhändler im Amazonas.

PIRATENMASSAKER

Amateurpiraten gegen Kannibalenmönche.

SHARK LAKE

Dolph Lundgren gegen Haie im Nichtschwimmersee.

KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE

Clowns aus dem Weltall wollen alle Menschen in Zuckerwatte einwickeln.

DIE MUMIE: DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS

Tiefpunkt der Trilogie mit Brendan Fraser ganz ohne Mumie.

ODD JOBS

Paul Reiser und andere Hirnis ziehen um.

DRIVE-IN MASSACRE

Der Autokinomörder geht um und trotzdem knutschen alle weiter rum.

SURF NAZIS MUST DIE

Surfende Nazis machen den Stand unsicher und nur eine schwarze Oma kann sie aufhalten.

ANACONDA

Völlig überforderte Darsteller und Jon Voight gegen eine Riesenschlange.

SCREWBALLS

Pubertäre Flachwitze mit Wurst.

HOLIDAYS

Horrorkurzfilme ohne Horror rund um die besten Feiertage.

MOST LIKELY TO DIE

Auf diesem Klassentreffen ist der dauerbesoffene Mädchengrabscher noch das kleinste Problem.

FEAR ISLAND

Der Inselkiller geht um und keinen interessierts.

GHOST SHIP

Auf einem Schiff spukt es so sehr, dass selbst der Film selbst sich am Ende in die Hose macht und sich nichts mehr traut.

THE WIZARD OF GORE

Zauberei vom Feinsten. Nicht mal der Zuschauer kapiert, wie der Film funktioniert.

DARK NIGHT OF THE SCARECROW

Die Vogelscheuche geht um und schubst böse Typen in Silos.

THE GIANT CLAW

Ein Risentruthahn aus dem Weltall greift die Stadt an. King Kong kann einpacken.

EXETER

Nicht mal rückwärts zu ertragen.

SPOOKIES

Die große Monsterversammlung im Haus an der Friedhofsmauer.

ROAD TRAIN

Ist es ein Zug? Ist es ein LKW? Oder ist es eine Metzgerei auf Reifen?

THE THIRSTY DEAD

Bluttrinkende Fanatiker hängen in Höhlen ab.

MUNCHIES

Atommüll, Puppen und Gestörte.

THIR13EN GHOSTS

Das durchsichtigste Spukschloss aller Zeiten beherbergt tödliche Geister.

THE MUMMY

Nochmal die Mumie, aber dieses Mal mit noch mehr Action, noch weniger Verstand und ein bisschen Tom Cruise.

ZIEMLICH BESTE FREUNDE

Omar Sy schiebt einen Rollstuhl.

THE BARBARIANS

Die Zwillingsbarbaren vom Wanderzirkus retten das Land.

AFTER EARTH

„Will Smith mir gehen?“ „Kann nicht, mein Bein ist gebrochen.

ZAAT

Der Catfishman terrorisiert den Badesee.

THE A-TEAM

Actionheldenausgrabung ohne Rücksicht auf die Vorlage.

INVASION OF THE SAUCER MEN

Gut beleuchtete fliegende Untertassen bringen großhirnige Außerirdische mit sich. Es werde Licht.

LOVE ACTUALLY

Ein Haufen Arschlöcher will zu Weihnachten saudumme Trullas flachlegen, denn das ist dann Liebe.

 

Ballert eure Top (oder Flop) 3 einfach in die Kommentare und wartet gespannt auf die große Preisverleihung im Februar, wenn der Gewinner in einer pektakulären Extravaganza gekürt wird. Die Wahl ist offen bis zum 15. Februar.

Neue Kurzgeschichte rund um Namen, Essen und Mord. Hui, Spannung.

Es ist mal wieder Zeit bei diesem Mitmachprojekt – nun ja – mitzumachen. Die Pö hat sich dieses Mal das Thema Frühstück ausgesucht und ich habe natürlich mal wieder eine kleine Geschichte dazu geschrieben. Wenn ihr auch mitmachen wollt, findet ihr alle wichtigen Informationen mit einem Klick hier. DER OBERE APFEL Eine friedliche Stille […]

über „Mach was!“ – mit Frühstück — Marcel Michaelsen

Media Monday #340

Wisst ihr, was das gute daran ist, wenn der erste Januar auf einen Montag fällt? Man muss sich nicht selbst einen halbgaren Neujahrsblogpost aus den Fingern saugen, in dem sowieso jedes Jahr das gleiche Gelaber steht. Nein, man kann die Arbeit einfach Wulf überlassen und dann im Media Monday einfach nur noch die Lücken füllen.

1. 2018 wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit genau die gleiche Scheiße wie jedes andere Jahr auch. Deshalb geht mir der Jahreswechsel auch jährlich mehr gepflegt am Arsch vorbei. Letztlich hat jedes Jahr ein paar Höhen und ein paar Tiefen und dümpelt ansonsten halt irgendwo dazwischen rum. Mir fällt kein Grund ein, warum das 2018 anders sein sollte.

2. Vorsätze den Medienkonsum betreffend habe ich keine. Wieder mehr Bücher lesen wäre ganz cool, weil das in den letzten Jahren vermehrt auf der Strecke blieb. Aber irgendwie kamen mir in letzter Zeit auch einfach nicht so die richtigen Knaller unter, die mich so richtig gefesselt haben. Vielleicht muss ich da einfach mal meine Auswahl verbessern.

3. Am meisten freue ich mich vermutlich auf die Ergebnisse meiner ersten Buchveröffentlichungen, die definitiv in diesem Jahr stattfinden werden. Wobei „freuen“ nicht ganz richtig ist. Eher „gespannt sein“. Weil sich darauf zu freuen, dass die eigenen Projekte keine Sau interessieren werden ist ja schon irgendwie selbstzerstörerisch.

4. Wo das neue Jahr gerade frisch gestartet ist kann ich ja nebenbei schon mal verraten, dass hier auf dem Filmschrottplatz demnächst ein neues Projekt starten wird. Hoffentlich schon bald, aber da liegt erst noch etwas Arbeit vor mir. Coming Soon …

5. Und am wenigsten vermissen an 2017 werde ich wohl die 7. Denn sind wir mal ehrlich. Die 7 ist einfach eine komplett ausgelutschte Zahl. 7 Zwerge. 7 Berge. 7 Geißlein. 7 auf einen Streich. 7 Weltwunder. 7 Tage in einer Woche. 7 Weltmeere. 7 Jahre Pech. 7 Todsünden. 7 Brücken. Pro 7. Es reicht. Was hat die 8 getan, um so vernachlässigt zu werden? Jetzt ist ihre Chance zu zeigen was sie kann. Go 8!

6. Mit dem Neujahrsmorgen endet auch die „Zeit zwischen den Jahren“ und ich habe ja nie verstanden, warum das die „Zeit zwischen den Jahren“ heißt. Zwischen den Jahren liegt nichts. Es ist ein fließender Übergang von einer Scheiße in die Nächste. Wie, wenn man nackt vor einem Amokläufer in einen Schneesturm flüchtet. Warum heißt das nicht einfach die „Zeit zwischen den Tagen“? Also eben zwischen Weihnachten und Neujahr? Würde doch viel mehr Sinn ergeben.

7. Zuletzt habe ich im kleinen Kreis Silvester gefeiert und das war ausnahmsweise mal recht entspannt und locker, weil ich einfach keinen Bock hatte auf irgendwelchen Partyscheiß und Dauergesaufe bis Mittags um 12. Vielleicht beim nächsten Mal wieder.

Und damit wünsche ich ein Frohes Neues Jahr und den ganzen Quark, der dazu gehört. In den nächsten Tagen/Wochen wird es hier noch etwas ruhig bleiben. Ich gönne mir mal eine kleine Pause vom Filmschrottplatz. Aber bald wird es natürlich gewohnt irre weitergehen. Also lauft nicht zu weit weg.