Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Emma Roberts

Monatsrückblick – Oktober 2017

Der Oktober steht ja traditionell ganz im Zeichen des Horror. Ganz vorne steht dabei natürlich der Horrorctober mit 13 möglichst schlechten Vertretern des Genres. Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht (auch wenn beim Horror oft die Dunkelheit im Vordergrund steht). Deshalb habe ich natürlich auch ein paar bessere Filme geguckt.

Direkt zu Beginn des Monats gab es einen Streifen, den ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben habe:

EL LABERINTO DEL FAUNO – PANS LABYRINTH

Wenn die Leute Guillermo del Toro als großen Regisseur abfeiern kann ich ja immer nur mit den Schultern zucken und ein „joa, ist ganz gut“ rausknirschen. Das liegt in erster Linie daran, dass ich sein gesamtes Werk bisher nicht betrachtet habe. Ich kenne „Blade II“, der halt okay ist, ich kenne „Hellboy“, der mir ziemlich gut gefallen hat, ich kenne „Pacific Rim“, den ich zum einpennen langweilig fand und das wars dann auch schon. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir bisher nicht gerade seine besten Streifen ausgesucht habe, um mir ein Bild von seinen Fähigkeiten zu machen. Oder es liegt wieder mal daran, dass die Leute alles und jeden abfeiern und ich das nur in seltenen Fällen nachvollziehen kann.

Also habe ich mich mal an diesen Streifen hier gewagt, weil mich die Geschichte ansprach und der Stil auf den Bildern, die ich so gesehen hatte, mir auch sehr zusagten. Und was soll ich sagen. Der Film ist einfach nur wunderbar fantasievoll und düster und erzählt seine Geschichte durchgehend hervorragend, mit gelungenen Charakteren und einer noch besser gelungenen Welt. Genau das macht ein modernes Gruselmärchen aus. Und genau das ist es, was es heutzutage viel zu selten gibt. Zwischendurch hätte man zwar auch noch mehr auf praktische Effekte zurückgreifen können, was einfach besser ins Gesamtbild gepasst hätte, aber da drücke ich mal ein Auge zu. Immerhin sind die Kostüme grandios und da kann man dann auch mal darüber wegsehen, wenn eine Explosion mal nicht echt ist.

Der Film macht mich zwar nicht automatisch zum Guillermo-Fan, aber ich kann zumindest besser verstehen, warum er so hochgelobt wird.

Dann hab ich mal eine alte Reihe wieder ausgegraben:

FINAL DESTINATION

Als dieser Film rauskam, war er für mich eine kleine Offenbarung, da er sich schon sehr von den damals üblichen Teenie-Slashern abhebt und eine frische Idee ins Genre brachte. Und auch heute hat er nicht viel von seinem Reiz für mich verloren. Ich mag die Idee und diese „Der Tod lauert an jeder Ecke“-Atmosphäre kommt ziemlich gut rüber.
Über kleinere Schwächen muss ich aber auch heute noch hinwegsehen. Die Darsteller bewegen sich irgendwo zwischen ganz gut und völlig überfordert. Vor allem Hauptdarsteller Sawa kann ich so gar nix abgewinnen. Die Dialoge sind zum Teil auch eher dämlich als alles andere. Meine Hassszene war zudem schon immer der Tod von Todd, da hier die Regeln des Films komplett gebrochen werden, nur damit es wie ein Selbstmord aussieht. Das hätte man auch anders lösen können. Und gegen Ende wird es dann doch ein bisschen zu … ich sage mal „überproduziert“.
Trotzdem macht der Film immer noch Spaß und einiges richtig und ist doch recht gut gealtert, was man längst nicht über alle Vertreter aus dieser Zeit behaupten kann.

FINAL DESTINATION 2

Teil 1 in grün. Macht noch Spaß, aber man weiß natürlich ganz genau, was einen erwartet. Das übliche Horrorfortsetzungsschema. Gleiche Story, zusammengeschusterte „Weiterentwicklung“ der Idee, härtere Kills, wohlgemerkt mit ein paar netten Einfällen, bei denen man merkt, dass die Autoren vor allem daran ihren Spaß hatten, sich diese Kettenreaktionen auszudenken.
Immerhin hat man hier auch noch eine Verbindung zum Vorgänger, die den weiteren Teilen dann völlig fehlt. Trotzdem fand ich schon vor 14 Jahren, dass der Film einfach viel zu sehr den ersten Teil kopiert, um wirklich eigenständig zu wirken. Hinzu kommt, dass die Charaktere einfach komplett uninteressant sind und die Verbindung zueinander natürlich auch nicht vorhanden ist wie im Vorgänger.
Insgesamt noch unterhaltsam, aber schon hier ist klar, dass die Reihe durch ist.

Über die restlichen Streifen der Reihe hülle ich hier mal den Mantel des Schweigens. Nur so viel: Die Reihe wurde mit jedem Teil alles andere als besser.

Bei all dem Horror darf der Spaß natürlich nicht auf der Strecke bleiben:

PIRANHA

Joe Dante hatte seiner Zeit einfach ein unfassbar grandioses Gespür dafür, wie man Horror/Splatter mit Comedy mischt, dass es mich jedes Mal etwas traurig macht, wenn ich mir seine Filmographie der letzten 25 Jahre anschaue.
„Piranha“ stellt Dantes erste alleinige Spielfilmregiearbeit dar und auch wenn der Film noch nicht der abgedrehte Spaß ist, den er später mit „Gremlins“ abliefern sollte, merkt man schon hier, seine Liebe für B-Movies und Gesplatter. Natürlich ist hier alles so billig wie möglich und man muss schon auf sowas stehen, aber dann hat man hier eine Menge Spaß. Sicher kein Meisterwerk, aber das will er auch zu keiner Sekunde sein. Es ist eben ein B-Movie ein absoluter Reinform. Ein „They don’t make them like this anymore“-Film. Und zum Teil liegt das vielleicht auch daran, dass man Joe Dante nicht mehr machen lässt.

LITTLE EVIL

Da ich Eli Craigs „Tucker And Dale VS Evil“ ja ziemlich großartig fand, konnte ich nicht anders und musste seinem neuen Werk auch eine Chance geben, obwohl ich dem „Evil Child“-Motiv weitaus weniger abgewinnen kann als dem „Backwood Slasher“, der ja zuvor von ihm so humorvoll auf den Kopf gestellt wurde. Was kann hier also schon groß schief gehen?
Nun, es könnte natürlich passieren, dass in dieser Horrorcomedy weder Horror noch Comedy aufzufinden ist. Oder zumindest so rar gesät, dass es absolut nicht davon ablenkt, dass der Streifen einfach nur 90 Minuten lang ziemlich langweilig ausgefallen ist. Das Spannendste ist es eigentlich, die ganzen Referenzen zu Horrorfilmen zu entdecken. Da ich da aber jetzt auch nicht der Megaexperte bin, reicht das noch lange nicht, um mich bei der Stange zu halten. Zumal sich sowas auch nach einigen Minuten abnutzt und irgendwann nur noch extrem aufgezwungen wirkt. Am Ende bleibt dann nicht viel mehr als ein Film, der aus seiner Idee leider viel zu wenig macht.

Eklig werden darf es natürich auch hin und wieder mal:

THE FLY – DIE FLIEGE

Mit David Cronenberg verbindet mich ja absolut überhaupt nix. Ich glaube, ich habe nie einen Film von ihm gesehen. Nicht mal zu meiner „ich gucke die ganze Nacht den Krampf, der geschnitten im Privatfernsehen läuft“-Zeit. Also war jetzt mal etwas Nachholung angesagt.
Und was soll ich sagen? Wenn es einen Film gibt, mit dem man immer für praktische Effekte und gegen seelenloses CGI werben kann, dann ist es dieser. Grandiose Effekte, die einen fast zum Kotzen bringen. Starke Darsteller, die einen fast selbst in den Wahnsinn treiben. Und Jeff Goldblums Haare, die fast ein Eigenleben zu führen scheinen. Das Leben findet nun mal einen Weg. Egal ob Haar oder Fliege.

Insgesamt gesehen: 27

Davon Schrott: 14

Rewatches: 4

Außerdem habe ich endlich mal die mittlerweile 12. Staffel von „Supernatural“ nachgeholt und sie war wie zu erwarten okay, wie die vorherigen Staffeln auch. Die Luft ist da einfach raus, aber es macht schon noch Spaß die Winchesters bei ihrem Kampf gegen das Böse zu begleiten.

Die zweite Staffel „Ash VS Evil Dead“ hab ich mir dann auch mal reingepfiffen. Und hier gilt leider schon jetzt das gleiche. Es macht schon noch Spaß, aber neue Ideen sucht man absolut vergeblich.

Staffel 2 von „Scream Queens“ war mir leider zu bescheuert. Die erste mochte ich ja ganz gerne, aber das wirkte, als ob die Writer zu viel „Theme Hospital“ gespielt haben, während nebenbei ein Slasherfilm lief. Bin also nicht traurig, dass es keine dritte Staffel gibt. Aber immerhin muss man hier die Darsteller loben, die noch das Beste daraus machen und für einige Lacher sorgen. Allen voran Jamie Lee Curtis und Emma Roberts, die in ihren Rollen einfach großartig sind. Traurig, dass es keine dritte Staffel geben wird, bin ich aber hier nach nicht.

Dann gabs noch die erste Staffel von „Slasher“. Und was für ein Spaß das doch ist. Dünne Story, saudoofe Charaktere, geile Effekte, neugierige Nachbarn, 80ies Homeporn … und das ist nur die erste Folge. Wirkt schön oldschoolig, macht dabei aber nicht gewollt auf 80er und nimmt sich wunderbar ernst. Dabei wird wirklich jedes noch so bescheuerte Klischee untergebracht, dabei aber völlig ernsthaft verkauft, so dass ich immer wieder nur grinsend den Kopf schütteln konnte.

Die zweite Staffel „Stranger Things“ war auch noch da und sie war eben genau das: Da. Ich bin ja ohnehin kein großer Fan der Serie, fand Season 1 aber ganz unterhaltsam und mochte die Darsteller. Staffel 2 war aber ziemlich zäh und irgendwie hat es mich kaum noch interessiert, was da passiert. Sean Astin war aber ganz cool. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er quasi sich selbst spielt, also ist das auch keine große Leistung.

Über den Anfang der neuen „Walking Dead“ Staffel sage ich besser nichts. Da ergibt wirklich gar nix mehr irgendeinen Sinn. Immerhin viel Action, denn zu mehr sind die Macher ohnehin nicht in der Lage. So unterhät es aber wenigstens.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.

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