Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Postapokalypse

Heldenlose Diktaturenzerschlagung in nicht ferner Zukunft

Blicken wir doch mal wieder in die unmittelbar bevorstehende Zukunft. Was wird uns im Jahr 2020 erwarten? Wird die italienische Post-Apokalypse endlich eintreten und wir alle nur noch in Wüstengebieten gegeneinander kämpfen? Laut dem heutigen Film ist die Antwort ein klares: Ja. Aber die Zukunftsvisionen der italienischen 80er sahen irgendwie alle so aus, also kann man sich wohl ein paar berechtigte Zweifel bewahren.

ANNO 2020: I GLADIOTORI DEL FUTURO – 2020 TEXAS GLADIATORS – Italien – 1982 – 91 Min.

Regie bei diesem Spaß führte Joe D’Amato, der vor allem mit Pornos sein Geld verdiente, bei denen sich die Leute (einschließlich mir) bis heute fragen, warum es dafür eigentlich einen Regisseur braucht.
Drehbuchautor George Eastman schrieb unter anderem den eventuell bekannten ANTROPOPHAGUS. Co-Autor Aldo Florio brachte nichts Erwähnenswertes zu Papier.
Darsteller Al Cliver bekämpfte für Lucio Fulci Zombies in ZOMBI 2. Harrison Muller begegnete uns hier vor langer Zeit schonmal im wunderbar bekloppten SHE. Peter Hooten ist niemand geringeres als der originale DR. STRANGE. Hal Yamanouchi hat auf der ganzen Welt mal seine Visage in die Kamera gehalten. Unter anderem drehte er mit Wes Anderson und dem italienischen KOMMISSAR REX. Donald O’Brien war IM NAMEN DER ROSE dabei und Geretta Geretta hat einen interessanten Namen.

Natürlich beginnt der Streifen mit Dudelmusik und einem Mann, der in einem alten Gemäuer Leute schnetzelt wie Rambo an seinem schlechtesten Tag. Sein Ziel ist es selbstverständlich, eine unschuldige Brünette aus den Klauen der scheinbar religiösen Bösewichte zu befreien. Moment, es sind sogar 5 Männer und nicht nur eine Frau. Das macht die Sache natürlich einfacher und die Mission gelingt. Nach erfolgreicher Rettung will einer von ihnen eine halbnackte Blondine vergewaltigen, aber das kann Nisus nicht zulassen. Weil er den Eid gebrochen hat, wird Catch Dog, so der Name des Vergewaltigers, aus der Gruppe geschmissen. Ich schätze mal, er ist dann später der Antagonist hier. Die Blondine ist die absolute Pazifistin, was in einer Welt wie dieser wohl nicht die größten Überlebenschancen mit sich bringt.

Blondie bringt die Gruppe auf ihren Mopeds zu irgendeiner Firma, wo irgendwas hochexplosives gemacht wird, das irgendwie Gefahr droht, irgendwie zu explodieren, wenn man es nicht irgendwie verhindert, was Nisus natürlich irgendwie tut. Ich sage es, wie es ist: Ich habe absolut keine Ahnung, was genau die da machen, aber 2 Minuten später ist Alarm und eine Motorradgang kommt angefahren und es wird wild rumgeballert. Dann kommt Glatzengerd mit seinem Panzerwagen voller Spezialeinheiten inklusive Schilden angefahren und das Geballer nutzt nichts mehr. Rückzug ist die Devise und nach minutenlanger Action, wähend der unschuldigen Frauen das Oberteil geklaut wird, und kleine Jungen zum Oralsex gezwungen werden (zumindest sah das so aus), sind fast alle tot und nur Blondie, Nisus und ein kleiner Junge (nicht der Orallutscher, sondern noch viel jünger) sind noch übrig. Die werden gefangen genommen und Blondie soll mal wieder vergewaltigt werden. Diesesmal von einem Snake Plissken für Arme. Catch Dog schaut sich das ganze an und Nisus schwört natürlich Rache und so.

Glatzengerd erklärt den Überlebenden (sind doch ein paar mehr), dass sie die „New Order“ sind und sie gefälligst tun, was sie ihnen sagen. Nisus hält davon natürlich überhaupt nix, stürmt wie ein Irrer auf Glatzengerd los und sticht den ab, wofür er selbst erschossen wird. Blondie ist untröstlich. Man hat also jetzt schon gekonnt jeden hier gekillt, der einen Namen hatte. Perfektes Writing.

Im Hauptquartier der „New Order“ wird geflippert und Russian Roulette gespielt, was nicht jeder überlebt. Vor allem nicht der Möchtergern-Vietnam-Veteran, der aussieht, als hätte er zu oft DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN gesehen. Ein Fremder kommt rein und fordert den Möchtergern-Cowboy heraus, mit ihm zu spielen und bescheißt irgendwie, was zu Gedresche führt und er muss 10 Jahre in der Mine arbeiten.

Der Film ist übrigens schon zur Hälfte durch und ich habe immer noch keine Ahnung, was hier eigentlich die Handlung oder wer der Protagonist sein soll. Läuft.

In der Mine verreckt ein Opa und niemand darf ihm helfen. Das findet Bartbob richtig scheiße und wird vermöbelt. Der Roulettebescheißer hilft ihm dann raus aus der Mine und irgendein Asiate ist auch noch dabei. Gemeinsam mit Blondie hauen sie dann in einem Auto ab und ich frage mich, ob die drei Typen eventuell schon bei der Rettungsmission am Anfang dabei waren. Namen wären echt hilfreich hier. Dafür bleibt aber keine Zeit, denn Mopeds, angeführt von Catch Dog, nehmen die Verfolgung auf. Ich checke es nicht. Irgendwie werden das immer mehr Leute, die anschließend in einem Canyon rumballern. Ich glaube, einer von ihnen hat sogar eine Laserwaffe.

Es passiert ewig und drei Tage absolut gar nichts und alle hängen nur in dem Canyon rum. Unsere namenlosen Helden klettern unbemerkt einen Hügel hoch, was eigentlich nur zeigt, dass die Bösen offensichtlich Brillen brauchen und Catch Dog löst dann eine Explosion aus und denkt, die Helden sind alle tot. Dafür wird er von General Glatze mit etwas Klimpergeld entlohnt.

Die Gruppe tapert derweil durch einen Wald und treffen auf Indianer, die keinen weißen Männern trauen. Darf ich mal kurz in den Raum werfen, dass da eine Frau und ein Asiate neben stehen, die nicht wirklich als „weißer Mann“ durchgehen? Wie auch immer, im Indianerdorf zeit Bartbob, was für ein töfter Kämpfer er ist und deshalb werden die Indianer sich dem Kampf gegen General Glatze anschließen.

Der hat gerade irgendwie herausgefunden, dass Catch Dog sie doch nicht gekillt hat und trägt ihm auf, den Job endlich zu erledigen. Der große Showdown steht also bevor und dafür trifft man sich auf einer Wiese zum Duell zwischen Mopeds und Autos, was natürlich einen Haufen Rumgeballer mit sich bringt. Die Schildspezialeinheit sichert schon mal General Glatze ab, damit der bloß nicht zu Schaden kommt. Mit den Indianern hat aber selbst der nicht gerechnet und aus irgendeinem Grund sind deren Pfeile viel wirkungsvoller gegen die Schildtypen, als es Gewehrkugeln jemals sein könnten.

Im alten Gemäuer kämpfen sie dann alle. Blondie ballert Catch Dog weg, Bartbob stirbt einen unspektakulären Tod, die Indianer erlegen die Schildheinis mit Pfeil und Bogen und Jeanswestenjohn beweist, dass er nicht nur beim Russian Roulette bescheißen, sondern auch General Glatze mit einer Wurfaxt killen kann, obwohl der scheinbar einen unüberwindbaren Laserschild vor sich hält.

Alle freuen sich ihres Lebens. Sogar die Indianer sind gut drauf und reiten fröhlich davon. Ich gehe in der Mine nach Salz suchen …

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Surf Nazis Must Die – Schrottsommer 2017

Eigentlich hat dieser Sommer noch gar kein Wetter geboten, um mal so richtig surfen zu gehen. Es ist also ein richtiger Schrottsommer, wenn man so will. Zum Abschluss gehen wir trotz des Kackwetters natürlich trotzdem surfen.

SURF NAZIS MUST DIE – USA – 1987 – 83 Min.

Selbstverständlich spielt die Geschichte in einer postapokalyptischen Zukunft, denn vorher wäre natürlich kein Nazi auf ein Surfbrett gestiegen. So hat man immerhin dieses politisch fragwürdige Problem gekonnt umschifft. Alle anderen natürlich nicht, wie wir gleich feststellen werden.

Eine Frau und ein Typ fahren Moped und der Kerl erklärt, dass Mengele ein Messer gekauft hat. Sie sagt, dass Mengele ein Arschloch ist und er das nie vergessen soll. Meine Güte, Zweideutigkeiten vom Feinsten hier. Eindeutiger geht es kaum.

Eleanor Washington zieht ins Altenheim ein. Nur noch mal zum mitschreiben: Das hier ist eine postapokalyptische Zukunftsvision, in der die Welt quasi im Arsch ist, aber es gibt noch Altenheime. Prioritäten ganz klar richtig gesetzt. Eleanor hängt sich eine Amerikaflagge an den Spiegel. Sie ist nebenbei schwarz aber offenbar trotzdem der pure Patriotismus. Ich frage mich, was dann die Surf Nazis eigentlich sind. Nicht, dass ich Rechtsextremität mit Patriotismus gleichsetzen will, aber wenn hier jeder Amerika abfeiert, wo ist denn dann der Konflikt?

Die Surf Nazis gehen surfen und haben die japanischste Hakenkreuzflagge der Geschichte dabei. Es sieht wirklich aus wie die Japanfahne, mit einem Hakenkreuz im roten Punkt. Internationale Volksverständigung dürfte in dieser Zukunftsvision ganz oben auf der politischen Agenda stehen, habe ich das Gefühl.

Nach mehreren Minuten voller aufregender Surf Nazi Surfszenen spielt Eleanor Karten mit den anderen Omas im Altenheim. Surf Nazi Adolf erklärt sich derweil zum Führer des Strandes. Wie kann es eigentlich sein, dass die sich selbst alle nicht absolut lächerlich vorkommen? Oh, einer tut es. Und wird dafür von Adolf abgestochen, während die anderen Surf Nazis Comics lesen. Das Verhalten von Nazis wurde hier wirklich 1A recherchiert.

Eleanor macht den Krankenschwestern im Altenheim Probleme, da sie sich nicht einleben will. Sie trinkt keinen Kaffee, sie guckt kein TV und sie zersägt einfach den Baum vor ihrem Fenster, damit sie eine bessere Aussicht hat. Nun, wer kann es ihr verdenken? Kaffee ist widerlich, im TV läuft nur Scheiße und der Ast war nun mal im Weg. Man merkt also bereits: Eleanor ist eine Frau, die sich um sich selbst kümmern kann. Warum zum Geier ist die überhaupt im Altenheim?

Die Surf Nazis schüchtern einen Rocker und seine Frau ein, die ich ab jetzt, sollten sie nochmal auftauchten nur noch ZZ Top und Honey Bunny nennen werde, weil sie genau so aussehen.

Adolf besteigt seine Freundin am Strand. Ich schätze mal, sie heißt Eva. Die Surf Nazis surfen währenddessen. Es ist alles unglaublich aufregend anzuschauen. Immerhin gibt es Brüste zu sehen. Zwischendurch haben die Surf Nazis noch kurz einen kleinen Zwist mit den Surf Asiaten. Ich vermute, es geht um die Japan-Hakenkreuz-Flagge, aber Beweise habe ich dafür nicht.

Eleanor kriegt Besuch von ihrem Sohn Leroy, der an dieser Stelle aus einem einzigen Grund in einer 5 Sekunden Szene eingeführt wird: Er wird von den Surf Nazis gekillt. Und damit ist Mama Eleanor natürlich ganz und gar nicht glücklich und kann jetzt auf einen Rachefeldzug gehen, damit der Streifen mal in die Gänge kommt.

Und wie startet man so einen Rachefeldzug am besten? Genau. Man fackelt die Surfboards der Surf Nazis ab. Macht sie das dann jetzt eigentlich einfach zu Nazis, wenn sie nicht mehr surfen können?

Asolf, selbsternannter Führer des Strands wenn ihr euch erinnert, gibt den Befehl zur Strandsäuberung. Niemand darf mehr hier surfen außer den Nazis. Das führt zu einigen Missverständnissen und Schlägereien mit den ansässigen Surfer Dudes, die sowas von bekifft scheinen, dass sie auch außerhalb des Wassers surfen könnten.

Die Asiaten tun sich mit den Hawaiihemden zusammen und wollen gegen Adolf und die Surf Nazis vorgehen. Eleanor kauft derweil eine Waffe und wo sie schon dabei ist noch ein paar Granaten.

Nachdem also alle entschieden haben, dass sie sich gegenseitig umbringen müssen, passiert erstmal 20 Minuten lang absolut überhaupt nix. Außer Surfen.

Und dann greifen die Asiaten an, zeigen, wie toll sie Kung Fu können und werden alle umgebracht. Äh … Plan B, I guess …

Die Hawaiihemden haben auch nicht mehr Glück und es bleibt wohl doch nur Eleanor, um die Surf Nazis zu stoppen. Und die kommt dann auch auf nem Mottorrad und wirft Granaten. Und holt dann Nachschub im Altenheim. Und dann geht es ins große Finale auf einem verlassenen Flugzeugfriedhof, oder einem Abstellplatz für alte Tanks, oder einem alten Baufahrzeugelager, oder Wasauchimmer. Und der große Showdown besteht daraus, dass Adolf und seine Freundin weglaufen und Eleanor irgendwelche Kacke labert, während sie die beiden sucht.

Zwei Minuten später sind wir wieder am Strand und Adolf und Eva fliehen auf ihren Surfbrettern. Eleanor nimmt mit einem Motorboot die Verfolgung auf, wobei ich mir die Frage stelle, wie schnell man wohl surfen kann, wenn es tatsächlich mehrere Minuten dauert, bis ein Motorboot sie eingeholt hat. Jedenfalls brettert sie mit dem Motorboot über Eva und macht die einen Kopf kürzer und dann wird Adolf abgeballert. Eleanor kann in Ruhe ihren Siegeszigarillo rauchen und anschließend noch ne Runde Motorrad fahren.

Leider sehr zurückhaltend in Gore und Over The Top Humor. Für einen Film mit so einem Titel war das leider eindeutig zu wenig. Genau wie dieser Sommer generell. Also passt es wohl wieder irgendwie.

Postapokalyptischer Nebencharakteraustausch

Mad Max Fury Road hat ja bei den Oscars gut abgeräumt. Und die Reihe gilt ja gemeinhin als Begründer des Genres der Postapokalypse mit vielen Autos und jeder Menge Schrott. Aber was ist das? Bereits 2 Jahre bevor der irre Max durch die Wüste fuhr, fuhr Hannibal, seines Zeichens Anführer des A-Teams, mit Vollgas über die:

DAMNATION ALLEY – Straße der Verdammnis – USA – 1977 – 91 Min.

Ein kleines Sandfort in der Wüste … Moment mal, wollen die mir gerade verklickern, dass sich in dieser kleinen Sandburg, die jeder Dreijährige mit etwas zu viel Zeit am Strand hätte bauen können eine komplette Basis für Wasweißichwas befindet? Sieht aus wie bei der NASA kurz vorm Raketenstart, wenn alle Honks wie doof auf ihre Bildschirme starren. Hannibal mit Wolfgang Petry Rotzbremse und irgendein Typ latschen durch ein Gebäude. Ich bin nicht sicher ob das auch noch Sandburghausen ist, denn offenbar spielen Größenunterschiede hier ohnehin keine Rolle. Es ist also durchaus möglich, dass in dem kleinen Sandhaufen ein ganzer Gebäudekomplex versteckt ist.

Jedenfalls lag ich mit meiner NASA-Theorie gar nicht so weit daneben, denn die Honks feuern ein paar Atomraketen oder sowas ab, die dann halt überall alles wegbomben und für das Ende der Welt, wie wir sie kennen sorgen. Und damit meine ich natürlich, dass plötzlich alles orange ist. Warum weiß ich nicht. Ich schätze der Kameramann hat damals einfach den Farbfilter entdeckt und sich nen schönen Tag gemacht.

Nach dem dritten Weltkrieg ist also alles im Arsch. Sogar die Erdrotation funktioniert nicht mehr, weil … ich weiß nicht … Superman ein mal zu viel über dem Tempolimit drum herum geflogen ist? Das hat zusätzlich noch für Fluten und Stürme gesorgt, die so einfach nicht vorherzusehen waren. Hätte man sie vorhergesehen, hätte man sich das mit dem dritten Weltkrieg sicher noch mal anders überlegt.

Nun ist der Schaden aber angerichtet und ein Cowboy hängt in der Wüste rum und beobachtet einen Mopedfahrer, der durch eine Horde Riesenskorpione fährt und um seinen Arsch zu retten einfach mal seine Freundin vom Moped stößt, die dann von den Skorpionen angegriffen wird und in Nahaufnahme als Schaufensterpuppe im Sand endet. Soviel schon mal zu den großartigen Effekten hier. Aber wartet ab, der richtige Effekte-Knaller kommt erst später.

Sandburgen fliegt aus irgendeinem Grund in die Luft und jetzt müssen Hanibal und Co. mit ihren Amphibienpanzerfahrzeugen durch die Wüste gurken, um … irgendwohin zu fahren. Ein genaues Ziel wurde bisher nicht definiert, also behaupte ich einfach mal, sie suchen Wasser. Weil das in der Wüste Sinn macht.
Von der Wüste sieht man dann auch jede Menge. Sonst aber nicht viel, denn es passiert eigentlich erst mal überhaupt nichts.

Ah, man will nach Albany, weil von da mal ein Signal kam, oder so. Tanner und Keegan sind übrigens aus der Armee ausgetreten. Ich wette, das spielt absolut keine Rolle, aber irgendwas muss ich hier ja erzählen, um den Text etwas zu strecken, bevor was aufregendes passiert. Zum Beispiel wenn Tanner und Keegan über Funk Gospellieder singen. Oh, und wenn man mitten in eine Ansammlung von Tornados fährt.

Man fährt also einfach mal mitten in den Sandsturm, der eine photoshopische Glanzleistung darstellt, die selbst die Skorpione von vorhin in den Schatten stellt. Stellt euch vor ihr habt ein Stück Pappe und einen Wüstenhintergrund. Jetzt schiebt er das Stück Pappe ganz langsam von rechts über den Hintergrund und filmt das. Tata! Ihr habt einen 1A-Sandsturm. Wenn das Teil hier nicht den Schrott Award für Effekte im nächsten Jahr abräumt, weiß ich auch nicht.

Weil man ja so tolle runde Amphibienpanzer hat, macht ein Überschlag mal so gar nichts aus. Allerdings verliert man den Funkkontakt zueinander. Was macht man also? Genau man schießt eine Rakete ab und sprengt einen Felsen, damit die anderen den Weg finden. Genial diese Militärs. Wissen sich immer zu helfen, so lange genügend Munition da ist.

Keegan hat sich etwas am Bein verletzt und sein Beifahrer Perry ist tot. Da waren es also nur noch drei, die dann in einem Wagen weiterfahren, weil sich ein Zweiter nicht mehr lohnt.

Man erreicht den ZIRKUS! Und dieser Zirkus soll Las Vegas sein. Vegas ist also ein Zirkuszelt voller einarmiger Banditen. Und einer blonden Tussi im Bademantel, die die Besucher beim Spielen stört. Sie ist die letzte Überlebende in Vegas und hat eine ganz tolle Kleidersammlung. Viel mehr aber auch nicht. Sie erzählt, dass der Manager für den Tod von ein paar Leuten verantwortlich war und deshalb an einem Herzinfarkt verreckt ist.

Da Perry seinen Platz frei gemacht hat, nimmt man die Ische mit. An einer Tankstelle am Arsch der Welt entdeckt Keegan eine Riesenkakerlake und Tanner fährt mit der Tussi Moped. Wir wissen wie gut das vorhin ausging.

Angriff der Monsterkakerlaken! Keegan wird direkt mal in die Hand gebissen und kann nicht mal mehr mit einem beherzten Feuerlöschereinsatz durch Hannibal gerettet werden. Der fährt dann mal lieber los und Tanner und die Tuse müssen mit dem Moped aus dem Kaufhausfenster springen und dann in Echtzeit das komplette Parkhaus herunterfahren, damit man auch die 90 Minuten voll kriegt hier.

Irgendwo in der Wüste trifft man dann irgendein Blag, das mit Steinen um sich wirft. Also muss man den Jungen erst mal durch die halbe Wüste jagen, weil … ja, warum eigentlich? Lasst ihn doch Steine werfen, wie er lustig ist. Ich denke, ihr wollt nach Albany. Wenn der Junge keine Abkürzung dahin kennt, war das hier pure Zeitverschwendung.

Da die „Regel der Vier“ besagt, dass immer nur vier Leute in diesem Streifen unterwegs sein dürfen, bin ich mal gespannt wer beim nächsten Stop an der nächsten Tanke drauf geht und wen man stattdessen einsammelt.

Um Himmels Willen es sind hinterwäldlerische Tankstellenbesitzer mit Schrotflinten. Ich schätze, das ganze verkommt nun mit dem Steinschleuderjungen zum waschechten Teenie Horror. Während sich zwei der Hinterwäldler das Amphibienfahrzeug angucken, steinigt der Junge den Dritten und dann wird rumgeballert. Und natürlich fliegt die Tanke in die Luft.

Interessanterweise haben alle überlebt und gurken weiter durch die Wüste. Ich schätze man wollte keinen der Hinterwäldler mit in die Karre setzen, weil das sonst zu spannend geworden wäre.

Der Kameramann hat den Farbfilter mal auf violett gestellt, was wohl bedeuten soll, dass die Sonne aufgeht. In diesem unbeschreiblich schönen Panorama fährt man auf den Schrottplatz. Ich wusste doch, dass der Film noch richtig gut wird. Tanner warnt Blag Billy nicht zu weit wegzugehen, denn hier wimmelt es von Panthern. Was sonst? Wie jedes gute Kind hört Billy natürlich überhaupt nicht und latscht zwischen den Schrottkarren herum. Ein Sturm zieht auf und Tanner muss auf seinem Moped Billy suchen. Der latscht nebenbei durch den Sturm, als wäre er der Windbreaker persönlich, der eine Windstärke 12 nur müde belächelt. Tanner findet ihn und man fährt zurück zum Panzer. Meine Fresse, das war die wohl aufregendste Rettungsaktion, die ich jemals gesehen habe.

Aus irgendeinem Grund wird dann der ganze Schrottplatz geflutet und wir wissen endlich, warum die unbedingt einen Amphibienpanzer durch die Wüste kutschieren mussten. Hannibal beeindruckt das nebenbei offenbar alles überhaupt nicht, denn er guckt durchgehend, als wären irgendwo Titten an die Wand genagelt, von denen er auf keinen Fall den Blick abwenden kann.

Über den Seeweg erreicht man also eine Blumenwiese. Da ist der Radioempfang ganz besonders gut und man hört einen Funkspruch aus Albany. Vor Freude ballert Hannibal in die Luft und gibt einen Funkspruch ab, damit man sie finden kann. Tanner und Billy fahren in die Stadt, um Pizza und Bier zu besorgen. Leider werden sie nicht plötzlich von einer Riesenkakerlake angegriffen. Sie sehen nur zwei Pferde. Nach ungefähr 5 Minuten des harmonischen Die-Straße-entlang-fahren-und-bloß-nicht-für-Spannung-sorgen-jetzt-zum-Schluss ist der Streifen dann leider vorbei und wir werden nie erfahren, ob das hier das erste A-Team war.

Okay, ich geb zu. so richtig Mad Max war das noch nicht. Aber es ging in die Richtung. Würde mich also nicht wundern, wenn George Miller dieses Machwerk ebenfalls gesehen hat und sich dachte: „Cool. Das mache ich auch. Nur in Nicht-Scheiße.“ Wie auch immer. Ich gehe meinen Riesenskorpion füttern …