Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schrottsommer 2015: Sonnen am Strand

Der Sommer des Schrotts geht weiter. Ich schätze, das erste, was jeder denkt, wenn er das Wort Sommer hört, ist: Am Strand in der Sonne liegen. Ich nicht. Was soll ich in dem heißen Sand rumsitzen und mir den Arsch verbrennen, wenn ich stattdessen im klimatisierten Heimbüro rumhängen kann? Okay, es ist nicht klimatisiert. Und Sand hab ich nur den, den ich unter meinen dreckigen Schuhen ins Zimmer geschleppt habe. Und das Dröhnen des DVD-Players, der jeden Moment in Flammen aufzugehen droht, ist auch nicht unbedingt so entspannend, wie das Rauschen des Ozeans. Also gut, überredet. Gehen wir halt doch an den Strand. Aber echte Kerle gehen nur an den:

BLOOD BEACH – Horror am Strand – USA -1980 – 92 Min.

Nach einer 10-minütigen Kamerafahrt über den Strand, an dem keine Sau ist, was aber auch nicht verwundert, da dort alles irgendwie völlig runtergekommen aussieht, spielt Harry mit dem Hund seiner Nachbarin und geht dann schwimmen. Wirklich viel los ist am Strand immer noch nicht. Nur die Nachbarin geht mit dem Hund spazieren. Der kann sie aber auch nicht retten, als sie von etwas in den Sand gezogen wird.

Die Cops sind ratlos und wissen nicht, wohin die Nachbarin verschwunden ist. Tochter Catherine, kurz Cat, holt den Hund ab … versteht ihr? CAT holt den HUND. Ich kann nicht mehr, es ist schon jetzt zu schlecht. Jedenfalls kennt Cat natürlich alle Leute im Kaff. Rettungsschwimmer Harry, dessen Partner Hoagie, den Hund, einfach alle. Und natürlich auch die Dorfpsychopathin, die ihr gerade klar macht, dass es nur eine Lösung des Falls gibt: Vergewaltigung und Mord. Denn das passiert jeden Tag. Ist zwar richtig, aber doch nun nicht unbedingt in nem Kaff mit ungefähr 5 Einwohnern.

Harry hat es nicht nötig, jemanden zu vergewaltigen, denn als Rettungsschwimmer ist bei ihm selbstverständlich immer Titten-Time. Die wird heute aber unterbrochen, denn der Hund wird vom Sandmann erwischt. Und hier kommt der beste Pathologe, den die Geschichte je gesehen hat. Mit seinen unfassbar genauen Angaben dürfte es für die Polizei kein Problem sein, den Hundekiller ausfindig zu machen. Gesucht wird: Ein großer Mann. Oder ein kleiner Mann mit großen Händen. Oder ein starker Mann. Oder ein langer Mann. Oder ein Mann mit scharfen Fingernägeln. Oder Freddy Krueger. Das Rätsel ist dann wohl gleich gelöst, und der Schwachsinn hier frühzeitig vorbei.

Um das Ganze doch noch etwas einzugrenzen fragt Sergeant Royko noch kurz, ob es Vergewaltigungsspuren gibt. Ich schätze mal, er ist mit der Psychopathin verheiratet.

Oh, viel los am Strand. Ein Bikini-Model wird am Bein verletzt und ist laut dem Polizeichef vielleicht für immer entstellt. Sah für mich zwar nur wie ein Kratzer aus, aber man weiß ja, wie die Weiber sind. Mit so ner 10 Millimeter-Narbe am Knie sind die Minirock-Zeiten vorbei.

Um herauszufinden, was sich da am Strand versteckt, wird erst mal alles umgegraben. Royko ist von Grund auf skeptisch und meint, man solle lieber die Nazis fragen, was Sache ist. Fragt nicht. Vielleicht hab ich es auch einfach nur falsch verstanden. Aber zurückspulen hab ich keinen Bock. Dann dauert der Schwachsinn nur noch länger.

Interessanterweise wird der Strand nicht abgesperrt. Eigentlich wird er täglich voller. Und des nachts geigt auch noch ein, nun ja, Geiger am Strand rum.

Der Spaß mutiert zu Blood Beach – The Musical, als Harry und seine heutige Titten-Tussi des Abends gemeinsam ein Lied singen. Die Tuse fährt mit ihrem Fahrrad nach Hause und hält dummerweise am Strand, um einer verletzten Möwe zu helfen. Aber das war wohl nur ein Trick eines Vergewaltigers. Hey, die Psychotante hatte recht. Der Vergewaltiger endet allerdings unterm Sand. Irgendwelche Blagen finden seinen Schwengel und bringen ihn zu Royko. Äh, ja. Weiter im Text.

Während Harry und Cat gemeinsam dinieren, findet das Sandmonster sein nächstes Opfer. Harry findet am nächsten Morgen zufällig ihren Hut und es ist klar: Es kann nur der Sandmann gewesen sein. Beim graben findet man ihr Auge.

Um noch schnell ne unglaublich sinnlose Nebenhandlung einzubauen, gibts irgendeine Gerichtsverhandlung. Ich bin versucht vorzuspulen, aber nach ner Minute ist es eh wieder vorbei.

Harry kombiniert, dass das Sandmonster irgendwo wohnen muss, wohin es sich zurückzieht. Ich tippe auf ne Sandburg, aber was weiß ich schon. Harry sucht jedenfalls überall nach dem Vieh. Und mit überall meine ich irgendwo in einer dunklen Höhle, oder nem dunklen Bergwerk, oder ner dunklen Straßenecke. Keine Ahnung, es ist einfach dunkel und ich erkenne absolut gar nix. Finden tut er das Sandungeheuer aber eh nicht. Also macht er das Nächstbeste und gibt mit Cat ein Livekonzert in einer billigen Absteige.

Die Cops sollen Unterstützung kriegen. Captain Pearson ist nicht erfreut und will endlich Ergebnisse sehen, selbst wenn das bedeutet, dass seine Leute mit ihren Frauen reden oder sich bekiffen müssen. Herrjeh, der Mann scheint verzweifelt zu sein. Wer redet denn schon freiwillig mit seiner Frau?

Irgendein halbtoter Typ steigt aus einem Gullydeckel. Royko ist gerade zufällig zur Stelle. Der Strand ist übrigens mittlerweile auch gesperrt. Nicht schlecht. Schon nach dem zweiundvierzigsten Opfer handelt man. Einen Polizisten erwischt es aber trotzdem noch. Und die Psychotussi hat zugeguckt.

Lieutenant Piantadosi (wer zur Hölle hat sich den Namen ausgedacht?) bittet Harry um Hilfe, da die Bullen auf der Stelle treten. Vielleicht könnte man mal den Gully checken, aus dem der zerfetzte Typ gekrochen ist, aber da hat man wohl den Zusammenhang noch nicht hergestellt. Jedenfalls erzählt Harry irgendeine Geschichte, die absolut nichts mit irgendwas zu tun hat und man erkundet den Keller von irgendeinem heruntergekommen Hotel, oder einem alten Schloss, oder wasauchimmer.

Man findet das Esszimmer des Ungeheuers und wie jeder gute Captain, hat auch Pearson einen Plan, der nicht scheitern kann. Nur so viel: Er beinhaltet Infrarotkameras und jede Menge Sprengstoff.

Während man wartet teilen sich Royko und Harry nen Schokoriegel. Eigentlich völlig egal, aber man will ja die Spannung bis ins Unermessliche treiben. Natürlich scheitert man komplett daran, aber immerhin hat mans versucht.

Und da kommt das Monster und es ist … einfach nur ein langer Tentakel an dessen Ende eine Art Blume mit Stacheln hängt. Okay, das war absolut enttäuschend.

Genau so, wie das große Finale, denn der Plan des Captains geht auf und man bombt schlicht alles weg und das Monster gleich mit.

Alles ist wieder gut am Strand. Sogar ne Sandburg wurde gebaut. Nachdem man 10 Minuten gezeigt hat, wie sich Leute am Strand vergnügen kommt der Abspann und man zeigt noch weiter fröhliche Menschen, die im Sand spielen. ABER WAS IST DAS? Plötzlich öffnen sich jede Menge Löcher im Sand und ich schätze mal, alle werden von Sandmonstern gefressen.

Perfekt. Haben wir den Strand für uns … HEY! Wer hat meine Schaufel genommen?

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11 Antworten zu “Schrottsommer 2015: Sonnen am Strand

  1. Schlopsi August 20, 2015 um 11:00 am

    Warum sie nie sofort auf die Idee kommen, alles wegzubomben. Drehbuch und alles gleich mit.

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  2. Frau Argh August 20, 2015 um 3:34 pm

    …im Freibad passiert das nicht!

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  3. olivesunshine91 August 20, 2015 um 8:38 pm

    Deine Überleitung von Einleitung zu Schrottfilm. Einfach perfekt.

    Gefällt 1 Person

    • filmschrott August 20, 2015 um 10:20 pm

      Danke. Mir wurde schon mal gesagt, dass ich das gut kann. Was mich wundert, wenn ich ganz ehrlich bin. Denn eigentlich beginne ich fast jeden Post hier im Blog einfach mit irgendwelchem Schwachsinn und lande dann irgendwie beim eigentlichen Thema. Ich kan nicht mal selber sagen, wie ich dahin komme.

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