Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Ein Film viele Blogger – The Big Trail

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, deshalb nehme ich zum dritten Mal an dem Affenzirkus namens Ein Film – Viele Blogger teil.

Heute mit einem Western. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich mit diesem Genre nicht wirklich viel anfangen kann. Vor allem dann nicht, wenn es um das gute, alte Cowboy und Indianer Spielen geht. Könnte unter Umständen auch daran liegen, dass ich als Kind immer Indianer sein musste. Aber genug von den psychischen Folgeschäden meiner Kindheit.

Und denkt dran: Spoiler und so!

THE BIG TRAIL – Der große Treck – USA – 1930 – 158 Min.

Starring: John Wayne

Warum drängt sich mir eigentlich langsam der Eindruck auf, dass der Intergalactic Apeman auf Schwarz-Weiß-Filme steht?

Planwagen, Männer auf Pferden, Gewehre. Alles, was zu einem guten Cowboyfilm dazu gehört schon in der ersten Einstellung. Und es folgt der Mississippi-Dampfer. Jetzt ist wirklich alles abgedeckt. Nebenbei finde ich die Darstellerinnen jetzt schon unerträglich. Warum piepsen die alle in so hohen Tönen rum? Tinitusgefahr besteht.

Nun ja, es geht auf den Dampfer und Glücksspiel wird groß geschrieben. Eine alte Witwe ist aber gar kein Fan davon und lässt den Zocker vom Dampfer schmeißen, weil ihr Sohn sich von ihm abzocken lassen hat.

Boah, die Tussis. Ne kleine Pfütze und der Bruder muss sie natürlich drüber tragen. Aber HiHiHi, die Mutter fällt selbstverständlich rein. Laurel und Hardy haben das lustiger inszeniert. Just saying.

Uh, Shootout, weil Wayne ner alten an den Arsch gegrabscht hat, was Wild Bill so gar nicht zusagt. Nee, doch nicht. Die Betatschte verhindert schlimmeres. Ist wohl Pazifistin.

Böse Männer tragen Bärte. Zumindest vermute ich mal, dass er der Antagonist hier ist, denn er sieht einfach so aus. Eine Mischung aus Yosemite Sam und Bluto aus Popeye kann nur abgrundtief böse sein.

Der Südstaatenakzent vom Stallfritzen hilft mir nicht unbedingt weiter. Der Bärtige kommt dazu und quatscht was über Pilger und Indianer. Ich ahne, wo das hier hinführt. Happy Thanksgiving!

Wayne, der hier nebenbei Breck heißt, was wohl einer der coolsten Namen in der Geschichte des Westens sein dürfte, soll mal die Ausrüstung von Cameron checken und stellt fest, dass etwas Wasser nicht schaden könnte, falls er und seine Familie nicht verdursten wollen. Außerdem soll sich seine Schwester aus… äh, umziehen, weil das Kleid nicht Trecktauglich ist. Was auch immer das bedeuten mag.

Alles geklärt. Wegen mir kanns dann losgehen. Scheitert aber schon am Esel Jack, der absolut keinen Bock hat, loszureiten. Etwas schlechter Slapstick später labert Bill mit Blackbeard. Scheinbar sind sie alte Schulfreunde, oder so. Jedenfalls kennen sie sich und bla. Wäre echt hilfreich, wenn Bart-holomew mal die Zähne beim Sprechen auseinander kriegen würde.

Yeah, sie besteigen die Kutschen. Dann kanns ja endlich mal losgehen.

Die Ochsen werden gepeitscht und ab gehts. Ich warte auf den Hinweis, dass keinen Tieren bei der Entstehung des Films Schaden zugefügt wurde.

Nachdem man schon den ganzen Tag unterwegs war, und nebenbei Lopez kennengelernt hat, wird am Abend getanzt. Was uns nicht wirklich weiter bringt, wenn ihr mich fragt. Während sich Bill an irgendeine Tussi ranmacht, imitiert ein anderer Typ Tiergeräusche, was Bill irgendwie ablenkt. Und zu gar nix führt.

Am nächsten Morgen setzen sich Breck und Co. von der Gruppe ab, um Büffel zu jagen. Währenddessen übernimmt Sind-bart den Laden und brabbelt sich wieder was in die Frisur unterm Kinn.

Durch den Fluss zu kutschieren stellt sich als äußerst schwierig heraus und nach und nach saufen die Planwagen ab. Der neue Anführer lacht sich trotzdem einen in den Bart, weil er vor allem Lopez unfassbar lustig findet, oder so.

Die Überquerung des Flusses ist dann doch noch gelungen und man ist bei… Indianern? Zeit für Verhandlungen, oder sowas. Ach, sieh mal an. Yosemite Sam hat auch nen Namen. Red Flack. Die Verhandlungen, oder was auch immer das jetzt war, sind schnell beendet und es geht weiter. Sind halt freundliche Indianer. Diese pazifistischen, die sich ohne Gegenwehr niedermetzeln und ihr Land wegnehmen lassen. Nette Typen waren das.

Breck, der mittlerweile mit irgendeinem Mädel unterwegs ist, trifft ebenfalls auf die Indianer und erzählt denen erst mal, wie scharf er eigentlich auf seine Begleiterin ist. Einfach, weil es wahr ist. Sie ist nicht überzeugt.

Im Wald wird Holz gehackt und… äh, ja, Holz eben.

Tiergeräusche again. Wieder wenig witzig. Im Camp haben trotzdem alle ihren Spaß und machen sich über Brecks Begleiterin lustig, die glaubt, dass das daran liegt, dass er sie bei den Indianern als seine Squaw (wird das so geschrieben?) bezeichnet hat. Der streitet das natürlich ab.

Während zwischen den Planwagen die Hochzeitsglocken läuten, knallt Trapper John im Wald nen Typen ab und wird kurz darauf des Mordes beschuldigt. Berechtigt würde ich sagen. Red Flack sieht das genau so und beschließt, den Mörder zurückzulassen.

Und dann greifen auch noch die Indianer an. Zum Glück hat man die Planwagen schön im Kreis geparkt, damit man nicht so leicht da durch kommt. Es folgt das große Rumgeballer, was man so aus Western kennt, bei dem eigentlich nur im Sekundentakt Indianer vom Pferd fallen.

Am nächsten Morgen hat man den Angriff abgewehrt und beerdigt die Gefallenen. Dann kann man mal wieder durch nen Fluss waten. Allerdings schlägt das Wetter um und man muss sich durch einen Sturm langsam voran arbeiten.

Kurz darauf hat man scheinbar Alaska erreicht und befindet sich mitten im Schneesturm. Könnte aber auch ein Friedhof sein, denn die Geräusche erinnern doch sehr stark an Casper den freundlichen Geist.

Die Cowboys ackern durch den Schnee und Flack knallt Lopez ab, weil er den doch nicht so lustig fand, wie alle dachten.

Es wird Frühling und man baut eine Hütte im Wald. Scheinbar ist das hier die Vorgeschichte zum ersten Cabin-In-The-Woods-Horror-Streifen. Unter einer alten Eiche küssen sich John Wayne und seine Squaw dann endlich und das wars dann auch hier.

Wenn man bedenkt, dass der Film 85 Jahre alt ist, muss man natürlich eingestehen, dass er verdammt gut gemacht ist. Aber vollends überzeugen konnte er mich trotzdem nicht. Teilweise langatmig und die Charaktere haben auch nie Interesse bei mir entwickelt. Ich schiebe es weiterhin aufs Genre. Western sind nun mal nicht mein Ding

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Eine Antwort zu “Ein Film viele Blogger – The Big Trail

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