Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Ohrwurm

Schrott Awards – Songs

Bevor es demnächst hier mit dem üblichen Wahnsinn weitergeht und ich euch wieder Schrott vom Feinsten um die Ohren haue, seid ihr erst mal an der Reihe. Die Schrott Awards werden erstmals verliehen und das direkt in mehreren Kategorien. Und das Beste daran: Ihr bestimmt die Gewinner. Oder Verlierer, je nachdem, wie man es betrachtet.

In unterschiedlichen Kategorien habe ich eine Auswahl an Nominierten getroffen, die ich euch hier präsentieren werde. Ihr schreibt dann in den Comments, welcher euer Favorit ist.

 

Den Anfang macht die Kategorie:

SUPERBSTER SONG

Drei musikalische Meisterwerke stehen zur Auswahl. Aber Achtung. es besteht erhöhte Ohrwurmgefahr:

1. Der Piranhaconda-Song aus Piranhaconda

2. Der Sharknado-Song aus Sharknado

3. Do The Jellyfish aus Sting Of Death

 

Hört euch diese großartigen Songs an, wenn ihr euch traut und kloppt euren Favoriten in die Kommentare.

Zeit bis zum 31. Januar

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Meeresbiologische Ohrwurmattacken

Nun ist es also soweit. Der Filmschrottplatz  hat ein Jahr geöffnet. Und das soll natürlich gebührend gefeiert werden.

Im letzten Jahr habe ich so viel Zelluloidmüll gesehen, wie nie zuvor. 60 filmische Machwerke aus der Hölle haben bereits ihren Platz auf dem Schrottplatz gefunden.

Und was war da nicht alles dabei: Haie natürlich. Und SchlangenPhantome. Oder Zombies. Froschmutanten. Hundescheiße. Und nicht zu vergessen: Megan Fox.

Aber, wie heißt es so schön?

„You ain’t seen nothin‘ yet. “ – Natural Born Killers, 1994

Mittlerweile dachte ich ja wirklich, ich hätte alles schon mal in irgendeiner Form gesehen. Aber ich muss zugeben: Ich habe mich geirrt. Denn mit dem heutigen Schrott hätte ich so nie gerechnet. Hier kommt also, wie versprochen, der wohl schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Und ihr wisst: Das will was heißen.

STING OF DEATH – USA – 1965 – 80 Min.

Starring: Jede Menge großartiger Tänzer

Tudel-didel-du läuft im Radio, während eine gammelige Hand einen Schraubenzieher schwingt. Eine Tussi sonnt sich auf nem Steg. Der Besitzer der gammeligen Hand latscht, mit Schwimmflossen beschuht, durch den Wald und geht dann schwimmen, um anschließend die frisch gebräunte Blondine mit seiner Ekelhand ins Wasser zu ziehen und das arme Mädchen zu ersäufen. Damit nicht zu viel Dramatik aufkommt, geschieht das alles ohne Ton. Mal abgesehen von weiterer Dudelmusik.

Doctor John Hoyt kommt mit einer Horde Partytussen und nem anderen Arzt bei einem Strandhaus an. Es wird etwas rumgequatscht und man stellt fest, dass Rose nicht da ist. Ich habe eine Ahnung, wo sie sein könnte. Nimmt wohl immer noch Tauchunterricht. Egon, eine Mischung aus Glöckner und Zyklop kommt vorbei und erschreckt die Weiber. Egon ist allerdings der Laborassistent von Doctor Hoyt und angeblich völlig harmlos.

Als nächstes taucht der Sheriff auf und berichtet, dass er die Leiche eines vermissten Fischers gefunden hat. Der sieht nicht sehr gesund aus. Die Doktoren sind zufällig Biologen und kommen deshalb zu dem Entschluss, dass der Tote ein vietnamesischer Soldat ist. Äh, was? Der Sinn geht mal wieder sehr früh den Bach runter hier.

Doctor Hoyt und Egon bereiten alles für die Party vor, während sich die Mädels rausputzen. Egon schleicht sich an Karen an und erschreckt sie mal wieder. Die findet das extrem uncool. Deshalb haut Egon ab und die Party kann starten. Und da kommt auch schon das Partyboot mit den weiteren Gästen. Und es wird direkt getanzt … und getanzt … und getanzt … und getanzt … und getanzt. Einige Minuten später wird weiter getanzt … und getanzt … und doof geguckt … und getanzt … und getanzt. Egon ist auch noch da und grinst blöd in der Gegend rum, während alle anderen tanzen … und tanzen … und tanzen … und sich anschließend über Egon lustig machen, weil er so scheiße aussieht. Der Mob umzingelt den Missgestalteten, während Karen versucht, zu retten, was zu retten ist. Egon verpisst sich mit seinem Boot und alle tanzen … und tanzen … und tanzen.

Egon ist ganz traurig, weil alle so scheiße zu ihm waren und ertränkt sich selbst im Sumpf, oder so.

Auf der Party wird währenddessen gesoffen, was das Zeug hält und Doctor John schleppt Karen ab.

Der Gammeltaucher versteckt sich im Pool, während alle anderen um diesen – ihr habt es vielleicht erraten – herum tanzen … und tanzen … und tanzen … und tanzen. Aber der Wahnsinn fängt hier erst an, denn sie tanzen zum Jellyfish-Song, zu dem es scheinbar tatsächlich einen richtigen Tanz gibt. Ich dachte ja, schon einen eigenen Song für einen Schrottfilm zu schreiben, wäre der Hammer, aber sogar einen Tanz einzustudieren und diesen dann tatsächlich ganze fünf Minuten durchzuziehen, übertrifft einfach alles bisher Dagewesene. ♫Didel-du Do The Jellyfish. Tralala Do The Jellyfish♪. Nach einiger Zeit ertappe ich mich dabei, wie ich den Song mitsumme. Was zur Hölle läuft hier eigentlich verkehrt? ♪Do The Jellyfish. La La La. Do The Jellyfish♪. Kacke!

Eine der Tucken geht im Pool schwimmen und es passiert absolut gar nichts. Wow. Unerträgliche Spannung. Sie schwimmt noch ne Runde. Jetzt aber. Der Taucher killt die Ische und steigt aus dem Pool, um die Party zu sprengen. Das funktioniert ganz gut, indem er einem Typ einfach ins Gesicht grapscht, der daraufhin zuckend zusammenbricht und beginnt wegzufaulen.

Während der Faulende abtransportiert wird, besorgt sich der Ekeltaucher eine Axt und zerlegt den Bootsmotor. Zu allem Überfluss beginnt das Boot zu sinken und Quallen kommen angeschwommen. Nun ja, um genau zu sein, handelt es sich nur um ANEINANDER GEKLEBTE PLASTIKTÜTEN! die Quallen darstellen sollen. Die Bootscrew fällt ins Wasser und tut so, als würden sie von den Tüten … äh, ich meine natürlich Quallen angegriffen. Ich habe mich ja immer gefragt, ob man sich als Schauspieler nicht irgendwie dämlich vorkommt, wenn man für einen Film vor einem Monster fliehen muss, das überhaupt nicht da ist, weil es erst später per CGI eingefügt wird. Aber ich schätze, der absolute Tiefpunkt ist erreicht wenn man vorgeben muss, dass man von einer schwimmenden Plastiktüte um die Ecke gebracht wird.

In einer Höhle macht der Taucher, ähm, irgendwas undefinierbares und stellt sich als Egon heraus. Uh, was für eine unvorhersehbare Wende. ♪Lo Lo Lo Do The Jellyfish♫. Man, ich kriege diesen bescheuerten Song nicht mehr aus dem Kopf.

Um die Spannung etwas runterzukühlen sitzen alle Überlebenden erst mal beim Abendessen. Anschließend landen Karen und Doctor John noch in der Kiste und dann kann es auch weiter gehen mit dem Wahnsinn, der hier Methode zu haben scheint.

Man sucht nach Egon, der irgendwo im Sumpf wohnt und dort Quallen studiert. Egon ist leider nicht da, aber er wird wohl gleich auftauchen, denn eine der Tussis hat ihre Kippen im Boot vergessen, und will die mal eben holen. Viel Glück dabei. ♫Tridel dum Do The Jellyfish♫. Verdammter Ohrwurm.

Ich mache es kurz. Sie kommt nicht mehr dazu, ihre letzte Zigarette zu rauchen. Das macht aber gar nichts, denn hier findet gerade das absolute Highlight dieses Kunstwerkes statt. Denn, zum ersten Mal, sieht man Egon/Gammeltaucher/Jellyfishman in voller Montur. Und die ist vom allerfeinsten. Ein Taucheranzug, den man einfach mit Algen beworfen hat. Aber das macht einen natürlich noch nicht zum Jellyfishman. Deshalb hat man dem Typen noch einen AUFGEBLASENEN MÜLLSACK! über den Kopf gestülpt, um das Grauen perfekt zu machen. Unglaublich was ich hier gerade sehe. Das ist echt nicht mehr zu toppen.

Da Donna nicht vom Kippenholen zurückkam, machen sich die Anderen auf die Suche, finden aber nur ihr Shirt. Also wird getaucht, wobei ich mich ja frage, wozu die alle eine komplette Taucherausrüstung brauchen, in einem Tümpel, dessen Wasser ungefähr fünfzig Zentimeter tief ist. Ach, scheint eine optische Täuschung gewesen zu sein, denn jetzt ist es an der Stelle, wo den Dreien das Wasser gerade noch bis zu den Kniescheiben ging, plötzlich der Marianengraben. ♫Do The Jellyfish♪.

Man findet nichts und taucht wieder auf – und kann natürlich wieder im Wasser stehen – allerdings ist man nur noch zu zweit. Tja, ♪do the Jellyfish♫, hat nix gebracht.

Karen und Luise hängen ab und machen absolut nichts, was auch nur ansatzweise erwähnenswert wäre. Luise raucht ne Kippe und wir wissen, dass der Jellyfishman das gar nicht leiden kann. Immerhin wartet er mit dem Kill, bis die Alte sich ausgezogen hat und unter der Dusche steht.

Die beiden Doktoren tauchen wieder auf und auch Egon lässt sich blicken. Die Hobby-Marion-Crane wird in der Dusche gefunden und man beschließt, dass man vielleicht mal Hilfe holen sollte. Jau, könnte man mal machen. So lang ist der Film nicht mehr.

Egon passt auf Karen auf, während die Docs einen Plan schmieden, oder ausführen, oder versauen, oder was weiß ich. Egon will Karen knallen, aber die ist eher abgeneigt. Egon verrät ihr, dass er der verrückte Quallenkarl ist. Die ist jetzt völlig abgeneigt, weil sie nicht so wirklich auf Fischsex abfährt. Sind Quallen überhaupt Fische? Ach, egal, ich will ja nicht von der Handlung ablenken.

Egon sperrt die Docs in einer Hütte ein und entführt Karen. Die Ärzte befreien sich und nehmen die Verfolgung auf. Eine unglaublich spannende Verfolgungsjagd später, bei der nebenbei wirklich absolut überhaupt nichts passiert, setzten ruhige Klavierklänge ein. Dann geht die Jagd einfach weiter. Ich werde wahnsinnig, was zur Hölle ist das hier?

Egon verschleppt Karen in seine Unterwasserhöhle, weil die ihn auch kacke findet. Genau wie alle anderen. Er erklärt noch kurz, wie er sich mit Hilfe von Seewasser, Elektrizität und Menschenblut zum Quallenmann machen kann, und freut sich riesig über seine wissenschaftliche Errungenschaft.

Egon demonstriert dann auch mal direkt, wie das Ganze funktioniert und verwandelt sich in den Jellyfishman. Karen kreischt … und kreischt … und kreischt, während der Jellyfishman, langsamer als jeder Zombie der Filmgeschichte, auf sie zugelatscht kommt. Meine Fresse Mädel, hau doch einfach ab.

Die Docs sind da und John taucht runter in die Höhle, wo er, nach einer grandiosen Kampfsequenz, in der nicht gekämpft wird, die aber trotzdem fünf Minuten dauert, versehentlich eine Leuchtfackel in Egons Quallenkessel fallen lässt, woraufhin der einfach tot umfällt. Wow! Das war wohl der mit Abstand dramatischste Abgang eines Villains in der Filmgeschichte. Hat eigentlich nur gefehlt, dass sie den Jellyfish-Song drüber legen. Aber man kann ja leider nicht alles haben.

Karen hat Mitleid mit Egon, aber muss dann weg, weil die Höhle abfackelt. Nachdem sie und John aufgetaucht sind, fahren die Docs und Karen davon, und beenden den Quallenquark endlich.

Dieser unfassbare Müll lässt sich wohl nur mit einem Wort beschreiben. Leider fällt mir dieses Wort gerade nicht ein, denn mir fehlen hier einfach die Worte. Aber immerhin haben wir gelernt, dass … ♫Do The Jellyfish♫. Ach, verdammt!