Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Urwaldabholzung für Hobbytarzane

„It’s A Jungle Out There“ – Back To School, 1986

Ja, ist es. Einer der größten Dschungel aber, ist der Urwald der schlechten Filme, der auf der ganzen Welt wuchert. Und es ist ziemlich sicher, dass er nie gerodet werden wird. Dieser Umstand stellt natürlich eine hervorragende Situation für diesen Blog dar, denn so werden die Themen wohl nie ausgehen. Schwingen wir uns also ins Abenteuer. Passend zu der Dschungelreferenz, starten wir genau dort.

GEORGE OF THE JUNGLE – George der aus dem Dschungel kam – USA – 1997 – 92 Min.

Starring: Ein Mumienjäger und ne Horde Affen

Nach nem Cartoon Opening – schließlich basiert dieser Streifen auf einer Cartoon Serie -. mit grausamen Song knallt George direkt mal vor nen Baum, wodurch der Humor hier schon mal vorgegeben ist. Anschließend erzählt irgend eine Tussi namens Ursula, was sie so im Busch erlebt. Ihr Verlobter Lyle kommt vorbei, der sich von den „besten“ Fährtensuchern hat führen lassen, um seine Zukünftige hier im Nirgendwo zu finden. Die Fährtensucher machen keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck und sind scheinbar nicht die hellsten Dschungelglocken in der Umgebung.

Am nächsten Tag macht man sich auf die Suche nach dem legendären weißen Affen. George knallt irgendwo anders mal wieder vor nen Baum. Die Expedition muss über ne wackelige Brücke. Weil der Verlobte diese, aus Spaß an der Freude, zum Wackeln bringt, schmiert ein Typ von der Brücke ab und fällt 4815162342 Meter in die Tiefe. Da in diesem Film laut Erzähler aber niemand stirbt, erleidet er nur ein paar Kratzer. Der Verlobte will Freundschaft mit dem Verletzten schließen, aber der macht sich über ihn lustig. Eingeschnappt latscht Lyle mit seiner Verlobten los in den Dschungel und der erste Löwe lässt nicht lange auf sich warten. Lyle knockt sich beim Fluchtversuch selbst aus. Glücklicherweise ist George zur Stelle, der, nachdem er mal wieder vor nen Baum geschwungen ist, den Löwen, äh, bekämpft, oder etwas, das so aussehen soll. Dann schwingt er sich mit der Verlobten auf dem Arm gegen den nächsten Baum, weil dieser Gag wohl niemals langweilig wird. Ursula wird dabei ausgeknockt, deshalb nimmt Jungleboy sie mit in sein Baumhaus.

Als sie dort am nächsten Tag aufwacht, trifft sie als Erstes auf Georges Affenbutler und fällt kurz darauf wieder in Ohnmacht, weil dieser sie volllabert. George wundert sich über Ursulas Brüste und sein Affenfreund erklärt ihm, dass sie ein Weibchen ist. Es entsteht das bescheuertste Aufklärungsgespräch ever. Andererseits sollten Eltern vielleicht darüber nachdenken, die Aufklärung ihrer Kinder zukünftig einem Affen zu überlassen, um sich diese Peinlichkeit zu ersparen. Natürlich könnte das zu einigen unangenehmen Situationen für die Kinder führen, aber das ist ja nicht das Problem der Eltern.

Der Verlobte erzählt seinen Fremdenführern, die ihn immer noch, völlig berechtigterweise, für nen Trottel halten, dass der weiße Affe seine zukünftige Frau entführt hat und man macht sich auf die Suche nach ihr.

Ursula will zurück. George ruft seinen Hund zur Hilfe, um das Camp zu finden. Der Hund ist natürlich kein Hund, sondern ein Elefant, den George wie einen Hund aufgezogen hat. George spielt Stöckchen … nein, besser gesagt, Baumstammholen mit Hundilein, dann reitet man los. George schlägt vor, den Tukki-Tukki Vogel aufzusuchen, weil der alles weiß. Der piept halt rum und George rafft natürlich direkt, was abgeht. Ein kleiner Affe hat Probleme. Die anderen Affen lassen ihn nicht mitspielen. George rettet den Tag und inszeniert eine Szene zwischen dem kleinen Affen und einem Löwen, in der der Affe vor seinen Mitaffen wie ein Held wirkt. Dafür lassen sie ihn jetzt mitspielen, schätze ich. Man erfährt es nicht wirklich, weil es auch einfach scheißegal ist.

Die Expeditoren, oder Expedierenden, oder was auch immer, finden einen Fußabdruck im Dschungel, was aber absolut nix mit dem Rest dieses Films zu tun hat. Musste aber wohl trotzdem mal erwähnt werden. George will Ursula das Lianenschwingen beibringen und ballert natürlich wieder vor nen Baum. Anschließend fragt George seinen Affenfreund Ape, wie er Ursula in die Kiste kriegt. Der gibt ihm einige Tipps, die wohl eher nicht hilfreich sein werden, aber mal abwarten.

Lyle will eine Ansprache auf Suaheli halten und es gibt den üblichen bescheuerte Untertitel Gag. George macht sich anschließend an Ursula ran und macht sich aufgrund der Affentipps zum, nun ja, Affen eben. Ape muntert George auf, denn er hat ein Buch gefunden, in dem Anmachsprüche für Menschenweibchen stehen. Unter anderem Klassiker wie: „Entschuldigung, darf ich ihnen mal meine Leopardenfellsammlung zeigen.“ Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Spruch mal in der Disko auszuprobieren. Erfolg garantiert, wenn man darauf achtet, ihn nur bei Frauen zu bringen, die ein Oberteil aus Kokosnussschalen tragen. Ursula ist weniger begeistert. Schließlich trägt sie ganz normale Baumwolle. George fällt aus dem Baumhaus, dann wird getanzt.

Die Buschchaoten latschen weiter durch den Dschungel. Lyle fällt in Elefantenkacke. Er hört Ursula in der Nähe und beschließt, sich ranzuschleichen, um den weißen Affen fangen zu können. Als man feststellt, dass der weiße Affe nur ein Typ im Leopardentanga ist, will Lyle ihm mit seinem Pistolenfeuerzeug Angst einjagen. Natürlich wurde vorher versehentlich das Feuerzeug mit ner echten Knarre ausgetauscht und Lyle schießt George an. Dafür landet er im Knast. Ursula bringt George nach Amerika, um ihn dort in ein Krankenhaus zu verfrachten.

Die Wilddiebe, die mit Lyle unterwegs waren, wollen den sprechenden Affen fangen. George genießt das Stadtleben und knallt vor ne Tür, weil eben kein Baum da ist. George rutscht am nächsten Tag beim Duschen auf der Seife aus und stellt sich nackt Ursulas bester Freundin vor, die beeindruckt scheint. Damit so was nicht noch mal passiert, geht man erst mal Klamotten kaufen.

Im Dschungel drehen alle durch, weil George nicht mehr da ist. Der Elefantenhund pisst ans Baumhaus.

Ursulas Mutter sieht sie mit George und macht sich sorgen um die anstehende Hochzeit mit Lyle. George sieht ne Kaffeewerbung und erhält den Eindruck, dass er mit nem guten Kaffee Ursula rumkriegen kann. Nach einer Koffeinüberdosis stellt er die Stadt auf den Kopf und rettet nem Typen auf ner Brücke das Leben. Dabei knallt er natürlich mal wieder irgendwo vor; da sich Wasser meistens, durch einen erheblichen Mangel an Bäumen auszeichnet, ist es dieses Mal ein Boot. Ursulas Mutter sieht das Spektakel, mit anschließendem Kuss von Ursula und George, im Fernsehen und ist geschockt von dem neuen Paar.

Im Dschungel krallen sich die Wilderer den sprechenden Affenbutler. Tukki-Tukki fliegt nach Amerika, um George zur Hilfe zu holen. Dort bringt George Ursula gerade den Dschungelruf bei. Kurz darauf stellt Ursula ihren Eltern den Mann aus dem Dschungel vor. Während ihr Vater sich verständnisvoll zeigt, glaubt Mutter, dass sich ihre Tochter einen Dschungelvirus eingefangen hat. George schwingt mal wieder. In diesem Fall durch die vorbereitete Hochzeitstorte und vor einen Van. Ursulas Freundinnen finden George trotzdem voll scharf. Mutter Beatrice labert George die Idee, mit ihrer Tochter zusammen zu sein, aus, weil sie ihn absolut zum kotzen findet. Am Abend erreicht Tukki-Tukki endlich George und berichtet von Apes Entführung. George macht sich sofort auf, seinen Affenfreund zu retten.

Ursula erfährt davon, dass ihre Mutter George vollgeschwallt hat. Ursula stellt fest, dass sie George liebt und fliegt, fährt, schwimmt, oder was auch immer, ihm hinterher. George kommt derweil in seiner Heimat an. Um schneller laufen zu können, hat er sich aus der Stadt ein Paar Nike Air mitgebracht. An anderer Stelle quatscht Ape seine Entführer zu. Kurz darauf landen sie wieder am Baumhaus, weil sie im Kreis gelaufen sind. Angepisst legen sie sich mit dem Erzähler an, der sich mit ein paar unlustigen Spielchen rächt, wie ihre Stimmen zu pitchen, oder schnell vorzuspulen. George kommt vorbei und kriegt von den Entführern vors Maul. Er kann das Blatt aber wenden, weil Ape ihm empfiehlt, auf die Genfer Konvention zu scheißen. Die Wilderer haben aber Plan B und fangen an Junglegeorge zu kitzeln. Die Tiere des Dschungels eilen zur Hilfe. Ursula kommt auch noch angeschwungen und ballert selbstverständlich vor den nächsten Baum.

Lyle taucht wieder auf, denn er ist aus dem Knast geflohen, hat sich einer Sekte angeschlossen und die Priesterweihe erlangt. Er schnappt sich natürlich Ursula und will sie gegen ihren Willen heiraten. George stellt einen Hilfstrupp aus Affen zusammen. Die Wilderer und Lyles Söldner landen im Käfig und der Elefant hebt das Bein. Denkt euch den Rest …

Lyle und Ursula erreichen eine Höhle, fallen in ein Loch, landen auf ner Wasserrutsche und im Meer, wo ein Schlauchboot wartet. George schwingt hinterher. Lyle startet mit der Vermählung auf dem Schlauchboot, wird aber von heftigen Stromschnellen unterbrochen. George ist am Start und bringt den größten Schwung aller Zeiten, um Ursula zu retten. Um genau zu sein, fliegt er so heftig vor nen Baum, dass dieser umkippt und über dem Fluss liegen bleibt. George zieht Ursula auf den Baumstamm. Lyle fährt weiter in eine dunkle Höhle, wo er sich versehentlich mit einem Affen verheiratet, den er für Ursula hält. Es wurde in dem Film öfters erwähnt, dass der Typ ein Trottel ist, aber damit hat sich dieser Eindruck wohl endgültig bestätigt. Obwohl niemand diese Bestätigung brauchte. Es folgt die Hochzeit zwischen George und Ursula, viel Getanze und das Ende, mit Blick in die Zukunft, inklusive Georges Sohn, der vor nen Ast rennt.

Bevor es dann endlich komplett vorbei ist, zeigt man noch schnell, was Ape jetzt eigentlich macht. Er hat seine eigene Show als Sänger in Las Vegas, ist doch klar. Mit My Way, gesungen vom Affen höchstpersönlich, endet das Debakel dann auch endlich.

Tja, man muss ja fairerweise sagen, dass ein Cartoon, in dem der Hauptcharakter ständig vor Bäume knallt, funktionieren kann. Hey, der Kojote fällt auch seit 40 Jahren von Klippen und es ist lustig. In einem richtigen Film, äh, nicht so wirklich. Aber immerhin haben wir gelernt, dass man mit Elefantenurin problemlos ein Baumhaus fluten kann.

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