Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

A Million Ways To Bore People To Death

HOWDY! Kennt ihr Seth MacFarlane? Das ist dieser Typ, der sich selber für unfassbar witzig hält und ständig Scheißkomödien abliefert, deren einziger Vorteil es eigentlich sein müsste, dass sie ein großes Staraufgebot haben, was dann aber auch nix mehr retten kann. Nun, ich dachte mir, ich muss mal genauer auf den Grund gehen, warum die Leute den Typen alle so toll finden. Habe ich einfach meinen Sinn für Humor verloren? Oder haben die anderen ihren verloren? Oder haben wir einfach alle keinen Humor und raffen selber nicht mehr, worüber wir eigentlich lachen sollen? Schauen wir doch mal, wie unglaublich lustig der heutige Film ist:

A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST – USA – 2014 – 116 Min.

Starring: Ein Frauenaufreißer und eine Wüstenkämpferin (und Seth MacFarlane selbst, damit er mir auch vor der Kamera auf den Sack gehen kann)

Es ist High Noon und Seth kommt direkt mal zu spät zu einem Duell. Wenn wir Glück gehabt hätten, wäre er gar nicht angekommen und der ganze Scheiß wäre uns erspart geblieben. Da er ein feiger Trottel ist, versucht er sich aus dem Duell rauszureden und bringt ein paar Schattenspiele.Ich habe jetzt schon die Schnauze voll. Hoffentlich wird er direkt erschossen. Leider nicht, denn er verhandelt mit seinem Gegner und verspricht ihm seine Schulden in 2 Tagen zu bezahlen. Da wäre also schon mal der unfassbar einfallsreiche Plot dieses Mülls.

Kurze Zeit später wünscht sich Albert aber vielleicht doch, dass er erschossen worden wäre, denn seine Freundin Louise macht Schluss mit ihm, weil er ein Idiot ist, der nicht mal richtig Schafe hüten kann. Da wäre dann slso schon mal die unfassbar einfallsreiche Lovestory dieses Mülls.

Edward wartet auf Ruth, die gerade mit nem Cowboy rumpoppt, denn sie ist ne Nutte. Sie ist seine Freundin und er hat kein Problem damit, dass sie täglich 42 Cowboys knallt. Das muss wahre Liebe sein.

Am Abend besuchen sie Albert, der noch Louise hinterhertrauert. Also macht man das einzig richtige und besäuft sich im Saloon. Nach einer Ansprache über die Gefahren des wilden Westens, wie Duellisten, Schlangen und Ärzte und wasweißichwas, wird er aus dem Saloon geschmissen. Wie sich das gehört durchs Fenster.

Zwischenstand: 15 Minuten rum und nicht eine lustige Szene.

Nachdem Albert sich völlig abgeschossen hat, beschließt er, dass es eine gute Idee ist, sturzbesoffen zu Louise zu reiten. Wir wissen ja: Jede betrunkene Idee, ist eine gute Idee. Die hat natürlich gar keinen Bock auf ihn. Und besoffen noch weniger.

Ein Goldgräber reitet durch die Canyons und wird von Liam Neeson und seiner Bande überfallen. Clinch will das Gold aber nicht einfach so haben, sondern es in einem Shoot Out gewinnen. Naja, wir wissen wer gewinnt. Und wir können uns auch denken, wer sich nicht an die Regeln gehalten hat. Und wir können uns auch denken, wie sehr Charlize Theron Clinch liebt, nachdem der ihr angedroht hat, sie neben dem Goldgräber zu beerdigen.

Albert steht verkatert auf und kriegt direkt Besuch von Edward. Nach ein paar Furzwitzen (die aus Prinzip niemals lustig sind) und einer sinnlosen Szene mit einem Schaf, dass vor ne Wand rennt, erzählt Edward, dass er keinen Sex mit seiner Freundin Ruth hatte, weil sie bis zur Hochzeitnachts warten wollen. Ihr wisst schon, Ruth ist die Nutte. Irgendwo versteckt sich da sicher ein Gag, aber ich finde ihn nicht. Seth MacFarlane hat ihn nebenbei auch nicht gefunden.

Ein Cowboy wird von einem Eisblock erschlagen. Ich sage es einfach mal wie es ist: Ich raffe diesen Film nicht und Humor kann ich hier an keiner Stelle entdecken. Übrigens 30 Minuten rum.

Neil Patrick Harris knutscht mit Louise rum. Albert kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und beschließt, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Also so einen tollen, wie NPH alias Foy hier trägt. Nach etwas Rumgekötte, weil Foy seine Freundin ansabbert, die aber gar nicht mehr seine Freundin ist, was aber auch irgendwie keine Rolle spielt, geht Albert beleidigt woanders hin.

Ruth erzählt ihrem Edward die neuesten Fickgeschichten aus dem oberen Stockwerk. Der wischt ihr Sperma vom Ohr. Leider kann dieses tiefgründige Gespräch über die sexuellen Vorlieben der Cowboy-Kundschaft nicht fortgesetzt werden, denn Albert gibt bekannt, dass er die Stadt verlassen will. Edward ist untröstlich und schenkt ihm sein Lieblingstaschentuch, dass dann an Alberts Fingern klebt. Äh, ja …

Saloonfight. Albert und Ed prügeln sich wie kleine Schulmädchen, damit sie nix abkriegen, während Anna sich einfach weiter besäuft. Albert rettet ihr dann irgendwie das Leben und sie gehen heimlich rauchen, oder so.

Stadtfest im Kaff am Arsch der Welt. Der Fotograf fackelt sich selber ab und … Moment mal, jetzt checke ich es. Eine Millionen Wege um im wilden Westen zu sterben. Na klar, man reiht einfach sinnlos irgendwelche Todesarten aneinander, scheißt auf Gags, Plot und überhaupt alles, was einen Film irgendwie interessant oder unterhaltsam machen könnte und kehrt einfach ein paar Hollywoodstars zusammen, damit sich die Scheiße tatsächlich jemand im Kino anguckt, und nicht alle auf die Ausstrahlung auf DMAX warten. Gar nicht mal so doof. Scheiße ja, aber nicht doof.

Anna und Albert treffen Foy und Louise und es kommt zum Duell am Schießstand, dass Albert natürlich gegen Foy verkackt. Aber Anna rettet den Tag, gewinnt nen Dollar und ne Stoffente. Albert ist trotzdem immer noch angepisst und fordert Foy zum richtigen Duell raus. Immerhin hat er eine Woche Zeit, um das Schießen zu lernen. Was ist eigentlich aus den 2 Tagen geworden, die er hatte um dem einen Typen das Geld wiederzugeben? Ist der irgendwo zufällig gestorben? Oder hatte man einfach nicht genügend uninteressante Subplots, um 2 Stunden mit dieser langweiligen, unlustigen, völlig uninspirierten Scheiße zu füllen?

Es folgt eine ewig lange Compilation von Schießübungen, die nicht lustig ist und einfach viel zu lange dauert. Und dann gibts noch unendliches Geturtel zwischen Anna und Albert und ich habe einfach keinen Bock mehr. Es ist so unfassbar langweilig. Um die Spannung dann endgültig auf den Zenit zu treiben, damit man sich kaum noch auf dem Stuhl halten kann, gibts 10 Minuten Getanze, zum von Foy gewünschten Song „Grow A Stache“.

Anna fordert Foy zum Saufen heraus, kippt ihm irgendwas in den Drink und weist Lousie noch kurz darauf hin, dass sie bescheuert ist, wenn sie mit Schnäuzer-Harris rumfickt, statt mit Trottel-Seth. Ach kommt, am Ende will Anna den doch selber reiten … kaum sage ichs, lecken sie und Albert auch schon rum.

Wir schreiben 71 Minuten und 12 Sekunden, als es der Film tatsächlich mal schafft, meine Mundwinkel mal kurz nach oben zu bewegen. Denn Christopher Lloyd alias Doc Brown schraubt in der Werkstatt an einem DeLorean rum. Wenn der einzig einigermaßen gute Gag in deinem Film ein Cameo ist, weißt du, du hast alles richtig gemacht.

Es geht direkt wieder abwärts, denn Louise besorgt es Foy, als der gerade die Scheißerei vom Saufen mit Anna kriegt.

Die kriegt nebenbei gerade Besuch von Clinch.

Die Woche ist offensichtlich auch schon rum, denn das Duell Foy vs Albert steht an. Und Foy ist immer noch krank, bläht durch die Gegend, kackt in einen Hut und dann in noch einen zweiten Hut und stellt sich zum Duell. Aber Albert hat gar keinen Bock und gibt Louise frei. mit anderen Worten: Man hat diesen ganzen Zinober nur aufgezogen, damit Harris in einen Hut scheißen kann. Hervorragend.

Albert sucht Anna, aber die ist nicht da. Edward und Ruth haben sie auch nicht gesehen. Außerdem muss Ruth schon wieder vögeln gehen, deshalb ist sie keine große Hilfe. Clinch und seine Bande besuchen den Saloon und er will wissen, wer seine Anna nass gemacht hat. Nachdem er einen Typen abgeknallt hat, gibt er den Dorfbewohnern Zeit bis Mittag, um den Schuldigen zu finden, glaube ich. Habs nicht ganz gerafft, weil es so unglaublich belanglos ist, was in dem Streifen passiert.

Clinch will Anna abknallen, die verrät ihm aber wer der neue Stecher ist und knockt ihn aus, um Albert zu warnen. Mit etwas Glück kommt dann langsam mal der Showdown und das Ende von dem Müll hier.

Albert ist angepisst, weil Anna ihm nicht gesagt hat, dass sie Killer Joe knallt. Die erklärt es irgendwie und bla. Dann kommen endlich Clinch und seine Männer angeritten. Anna gibt Albert noch den Tipp, dass Clinch immer auf 2 schießt und haut ab.

Albert versteckt sich in der Schafherde und wird von allen Seiten angepisst, weil Humor. Dann reitet er mit seinem Gaul los und Clinch nimmt die Verfolgung auf. Albert schafft es gerade so über die Gleise, bevor ein Zug vorbei fährt und kann die Verfolger so abhängen. Natürlich indem er plötzlich auf dem Zug sitzt. Und wisst ihr was das bedeutet? Genau. Die Scheiße geht immer noch weiter.

Mitten in diesem nervenaufreibenden Finale darf natürliche eine Sache nicht fehlen: Eds erstes Mal mit seiner Nuttenfreundin. Anna unterbricht das Liebesspiel zum Glück, da sie von ihrem Bruder verfolgt wird, den ich aus völligem Desinteresse vergessen habe zu erwähnen. Jedenfalls flieht sie aus dem Fenster und läuft Clinch in die Arme.

Albert steht derweil auf einem Scheiterhaufen, kann aber durch seine Linguistikkenntnisse verhindern, dass er von den Indianern abgefackelt wird. Im Drogenrausch hat Albert Flashbacks von seiner verkorksten Kindheit und anderen einschneidenden Erlebnissen, die alle weder lustig noch irgendwie aussagend für irgendwas sind. Wenn man dachte, dass könnte alles nicht noch schlimmer werden, folgen singende Schafe und ein Adler mit dicken Eiern (und ich meine nicht die, die er normalerweise legt). Ich hab die Schnauze voll. MACHT ENDE JETZT IHR PENNER!

YEEHAW! Zeit für das große Finale. Albert vs Clinch im Shootout. Ich machs kurz: Albert schießt Clinch in den Arm und erklärt, dass er die Patrone vorher in Schlangengift getaucht hat. Während seiner ellenlangen Ausführung dieses unglaublichen Masterplans nippelt Clinch ab und der Scheiß hier ist endlich vorbei.

Ach so, und natürlich darf Albert jetzt Anna knallen und Ed hat wohl dann auch endlich mal seine Unschuld verloren. Und alle sind glücklich und zufriden, bis sie am nächsten Tag von einer Postkutsche überrollt werden. Zumindest wünsche ich mir das, auch wenn es noch besser gewesen wäre, wenn das in der ersten Minute dieses Films passiert wäre, um uns diese Zwei-Stunden-Qual zu ersparen.

Wer gar nicht genug von schlechten Western-Komödien kriegen kann, darf gerne noch beim SchleFaZ Gewinnspiel zu Zwiebel Jack mitmachen. HIER zu finden.

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18 Antworten zu “A Million Ways To Bore People To Death

  1. Frau Argh September 17, 2015 um 8:13 am

    …boar…das geht mir schon beim Lesen auf die Nerven (also nicht wegen dir und deiner Schreibe, sondern weil das so unendlich beschissen klingt) – diese pseudolustige Kacke hält man nicht aus!

    Gefällt mir

  2. Melanie September 17, 2015 um 3:37 pm

    Hey,
    Mr. MacFarlane geht mir leider auch so richtig auf die Nerven. Fand weder „Ted“ noch „Family Guy“ gut, der Kerl wirkt auf mich ziemlich aufgesetzt und geht mir einfach auf den Geist! 🙂 Lustig finde ich seine Machwerke alle net…

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  3. Wortman September 17, 2015 um 6:06 pm

    Der Trailer war ja ganz nett aber ich dachte mir schon, dass es die besten 3 Minuten des Films waren…

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  4. Stepnwolf September 18, 2015 um 10:07 am

    Oh ja, der Film war extrem grauselig. Mein Beileid für die dafür verschwendete Lebenszeit.

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  5. Potes September 24, 2015 um 7:50 am

    Das nenne ich verschwendete Lebenszeit;-)

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  6. Pingback: Schrott Awards 2016 – Filme | Filmschrott

  7. Bogartus Januar 29, 2016 um 7:41 am

    Hat dies auf Bogartus Welt rebloggt und kommentierte:
    Hier wird ein Western mal ganz anders vorgestellt – gut gemacht, wobei, so schlecht finde den Film gar nicht!

    Gefällt 1 Person

  8. Liegeradler April 11, 2016 um 6:24 pm

    Ich hasse diesen Film!

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