Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Sporttaktische Kriegsführung

Ich mach es kurz: Heute wird es unfassbar sportlich. Und unfassbar dämlich. Und unfassbar langweilig. Aber genau für sowas bin ich ja hier.

THE LAST MATCH – Der letzte Fight – Italien/USA – 1991 – 95 Min.

So … äh … ja … Moment noch … gleich gehts los … der Film wird jeden Moment beginnen … jetzt müsste es langsam so weit sein … etwas Geduld … ähem … gleich … nicht mehr lange … hm … ah ja … nach nur 7 Minuten mit einem völlig sinnfreien Footballspiel, beginnt endlich der Film. Und es gibt 3 Minuten sinnloses Rumlungern am Flughafen. Immerhin schon mal 10 Minuten rum. Dann passiert aber doch mal was, denn irgendein Typ, steckt irgendeiner Tussi, auf irgendeinem Flughafen in der Karibik, irgendwas in irgendeine Tasche, die kurz darauf für Drogenhandel verhaftet wird. Oder für schlechtes Schauspiel. Ich bin unsicher.

Ihr Freund George haut ab und … meine Herren, der Sound ist ja mal schlicht das Grauen. Was zur Hölle ist das? Klingt, als wenn ein Orgelspieler einen plötzlichen Parkinsonanfall erleidet.

Die Drogenische wird dann noch vermöbelt, weil sie sich nicht vorm Flughafenpersonal ausziehen will. Eigentlich völlig uninteressant, aber ich muss ja irgendwie den Text strecken und nackte Weiber bieten sich dafür einfach an.

Nach 15 Minuten Rumgequatsche, das den Film kein Stück voran gebracht hat, durch das ich allerdings jetzt mal wieder gar nix mehr raffe, hoffe ich einfach mal, dass die Action jetzt langsam losgeht und der Orgelspieler mal nen Arzt aufsucht.

Nach 15 Minuten Rumgequatsche, das den Film kein Stück voran gebracht hat, durch das ich allerdings jetzt mal wieder gar nix mehr raffe, hoffe ich einfach mal, dass die Action jetzt langsam losgeht und der Orgelspieler mal nen Arzt aufsucht.

Und dann die erste Actionszene. Eine Verfolgungsjagd. George flieht vor der Polizei. Und er hat mindestens 10 km/h drauf. Und steht dann im Stau. Und die Bullen drei Autos dahinter ebenfalls. Ich schätze, da ist noch ne Steigerung möglich.

Susans Vater besucht sie im Gefängnis, haut einem Wachmann in die Fresse und wird rausgeschmissen.

Im Knast herrscht Langeweile. Das musste unbedingt gezeigt werden. Ein Fluchtversuch endet mit dem Tod durch Scharfschützengewehr des Gefängnisleiters. In Die Verurteilten war das irgendwie besser inszeniert. Aber ich nehme, was ich kriegen kann.

Er holt Hilfe. Aber natürlich nicht die Polizei oder andere zuständige Behörden, denn das wäre viel zu einfach. Nein, er holt das Footballteam, in dem er mal gespielt hat. Der Entschluss, dass man das Mädchen unbedingt retten muss, ohne irgendjemanden einzuschalten, der das ohne Gewalt erledigen könnte, ist schnell getroffen.

Ich sage, das wird lustig. Die Idee alleine ist schon völlig hirnrissig. Da kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Außer vielleicht das Pacing, denn der Film kommt einfach nicht ausm Arsch. Die Hälfte rum und es ist noch absolut nichts von Interesse passiert.

Jetzt aber. Bis an die Zähne bewaffnet und im passenden Footballdress, gibt es … Schießübungen in Zeitlupe. Oh man, ich habe keinen Bock mehr.

Warum haben die Tussis da im Knast eigentlich alle nur ein Nachthemd an? Sieht mir nicht unbedingt nach offizieller Gefägniskleidung aus. Die Nachthemden sind nicht mal orange. Irgendwas stimmt da nicht.

Die Footballtaktik-Rettungsaktion startet und als erstes verwirrt man die Wachen mit einem Hubschrauberrundflug um das Gefängnis. Dann legt man Feuer und ballert alles nieder, was sich bewegt. Noch ein oder zwei Explosionen dazu, von denen keiner weiß, wo sie herkommen und fertig ist die Action. Der Orgelmann steht nebenbei kurz vorm Schlaganfall.

Um es dann komplett richtig durchzuziehen, greift man auch noch irgedein Militärlager an, nietet mal eben alles um und macht sich wieder vom Acker. Irgendein kleiner Junge weint und es ist mir egal. Das hat der Film aus mir gemacht.

Nach dieser spektakulären Action, im Dunkeln, in Zeitlupe und mit teils verschwommenem Bild, zu geisteskrankeren Orgelklängen, als es ein Phantom jemals hinkriegen würde, ist der Quatsch auch schon vorbei. Und ganz ehrlich, ich war noch nie so froh, dass ein Film zu Ende ist. Auch wenn der Text hier recht kurz geraten ist. Aber mehr ist einfach nicht passiert, in diesem langweiligsten Film aller Zeiten.

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8 Antworten zu “Sporttaktische Kriegsführung

  1. Wortman April 9, 2015 um 6:47 am

    Um was ging es da eigentlich? 😉

    Gefällt mir

  2. Pingback: Schrott Awards 2016 – Filme | Filmschrott

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