Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Dimensionsübergreifender Pilzbefall

„I’ve watched films and even forgotten I’m in them. “ – Bob Hoskins

Vor wenigen Tagen verstarb Bob Hoskins, bekannt aus Hook und Falsches Spiel mit Roger Rabbit, im Alter von 71 Jahren. Grund genug, ihn hier zu ehren, mit einem Film, von dem er wohl auch gerne vergessen hätte, dass er daran beteiligt war.

SUPER MARIO BROS – USA – 1993 – 104 Min.

Der Spaß beginnt mit der Super Mario Theme, womit so ziemlich jede Verbindung, die dieser Film mit den Videospielen hat, endet.

Vor 20 Jahren in Brooklyn setzte irgendeine Tussi ein übergroßes Ei vor einer Kirche ab, aus dem ein ganz normales Baby schlüpfte. Ähm, ja. Außerdem lag ein komischer Edelstein dabei.

Die Mario Brothers Mario und Luigi … Moment mal. Wenn die sich Mario Brothers nennen, bedeutet das, dass Marios vollständiger Name Mario Mario ist? Einfallsreich, aber gut, da kann ja der Film nix für. I blame Nintendo. Jedenfalls sind die Brüder Klempner, die sich mit großer Konkurrenz rumschlagen und deshalb Gefahr laufen, aus dem Geschäft gedrängt zu werden.

Irgendwo werden Dinosaurierknochen ausgegraben. Daisy, die die Ausgrabungen leitet, wird von Mafiaboss Scapelli bedroht, weil … äh, der keine Knochen mag, oder Paläontologen aus Prinzip ablehnt, oder einfach nur mal wieder jemandem drohen wollte, oder was auch immer. Daisy will telefonieren gehen, und da es zu dieser Zeit noch keine Handys gab, latscht sie ewig durch die Stadt zu einem Münztelefon, an dem Luigi und Mario gerade zufällig rumhängen. Die Brüder fahren Daisy zurück zur Ausgrabungsstätte und Luigi versucht ein Date klar zu machen, scheitert aber auf ganzer Linie. Immerhin hilft Mario ihm, Daisy dann doch irgendwie zu einem Essen zu bewegen.

Double Date Time. Daisy erzählt von Dinosauriern, Marios Begleitung erzählt von der Sonnenbank und bewundert Daisys Edelstein, den diese um den Hals trägt. Luigi bringt Daisy nach Hause. Zwei Volltrottel nehmen die Verfolgung auf, um Daisy zu entführen und sie zu Koopa zu bringen. Weil sie aber eben selten dämlich sind, entführen sie Marios Freundin.

Daisy zeigt Luigi ihre Knochen. Die Scapellis setzen alles unter Wasser. Glücklicherweise können die Klempnerbrüder das Rohr fixen. Die beiden Entführungsidioten sind zufällig auch in dem Loch und schaffen es tatsächlich, die richtige Frau zu kidnappen. Die Marios eilen zur Rettung, Luigi kann aber nur den Kristall erwischen. Man verfolgt die Entführer durch eine solide Wand, die sich als nicht sehr solide herausstellt, und landet in Koopa World, oder so was in der Art, wo eigenartige Mutationen durch die Gegend latschen.

King Koopa beschwert sich über Bakterien und den zerfall des sozialen Gefüges in seiner Welt. Die Entführer bringen gute Nachrichten. Sie haben die richtige Tussi entführt. Koopas Freude wird aber schnell getrübt, denn sie haben den Meteoritenkristall nicht. Sie zählen eins und eins zusammen und kommen zu dem Ergebnis, dass die Klempner den Stein haben müssen. Dieser bleibt aber nicht lange in ihrem Besitz, denn eine fette Schwarze klaut ihnen das Teil. Kurz darauf werden die Bros verhaftet, weil sie Klempner sind.

Im Knast, der eher an einen Hühnerpferch erinnert, erzählt ein Mitgefangener von Koopas Plan, in eine andere Dimension vorzudringen. Eben dieser Koopa kommt vorbei und gibt sich als ihr Anwalt aus, um herauszufinden, wo der Meteoritenstein ist. Weil sie nix sagen, werden sie in Koopas Kammer gebracht, wo er normale Menschen in loyale, rücksichtslose, dumme Pilzköpfe verwandelt. Die Marios haben keinen Bock darauf und verfrachten Koopa selbst in seine Pilzmaschine. Bei dem funktioniert das aber scheinbar nicht, weil er nun mal der King persönlich ist.

Die Brüder ergreifen die Flucht, die sich als überraschend einfach herausstellt. Mehr Probleme bereitet es, ein Polizeiauto zu starten und damit drei Meter zu fahren, ohne die halbe Stadt in Schutt und Asche zu legen. Die unvermeidliche Verfolgungsjagd findet statt. Diese endet mit einem Sturz von einer Klippe, aber glücklicherweise hat sich das Auto in einer Art Kaugummi-Schimmelpilz verfangen, der den Aufprall verhindert.

Koopa nimmt ein Schlammbad und will mit der Prinzessin sprechen. Während diese geholt wird, nutzt er seine Pilzmaschine, um die Entführer schlauer zu machen, damit diese nicht ständig Scheiße bauen. Während Daisy auf Koopa wartet, spielt sie mit Velociraptor Yoshi. Koopa erklärt Daisy, dass sie, genau wie er, von den Dinosauriern abstammt. Daisy ist nicht überzeugt von dem Quatsch. Also geht es ihr wie mir.

Die Mario Brüder latschen durch die Wüste. Die Entführer kommen vorbei und bauen mal wieder Mist, wodurch sie in Fesseln enden. Sie erklären, was es mit dem Stein auf sich hat und man beschließt, sich gegenseitig zu helfen, um den Stein von Big Bertha zurückzuholen. Leider hat Luigi sein Werkzeug verloren, weshalb man improvisieren muss. Also schaltet man einfach alle Wachmänner mit einem Pümpel aus.

Die Brüder ziehen sich um. Allerdings trägt Luigi Rot und Mario Gelb, was aus Prinzip einfach falsch wirkt. Big Bertha hält sich in einer Disco auf, in der die Klempnerbrüder direkt erkannt werden, was schnell die Pilzköpfe auf den Plan ruft. Mario hat immerhin noch Zeit, vorher mit der Fat Lady einen Tanz aufs Parkett zu legen und so an den Stein zu gelangen. Lange behält ihr diesen aber nicht. Immerhin kriegen die Brüder unerwartete Hilfe von Big Bertha, die ihnen die Flucht ermöglicht. Auf einem Mülltransporter gelangen Mario und Luigi in Koopas Turm, wo dieser gerade das Pterodactyl-Menü bestellt. Aber natürlich extra scharf, sonst wäre das ja eklig.

Die Brüder lösen direkt mal Alarm aus, fahren aber trotzdem einfach mit dem Fahrstuhl nach oben, obwohl darin ein Dutzend Pilzköpfe rumlungert. Luigi hat den großartigen Plan, diese einfach zum Tanzen zu bringen, damit die Brüder den Aufzug verlassen können. Genial! Und natürlich funktioniert’s, weil hier einfach alles unfassbar bescheuert ist.

Koopas Beraterin, die den Stein hat, will Daisy killen, wird aber von Yoshi angefallen. Daisy flieht. So auch die Entführer, die kurz zuvor von Koopa zum Tode verurteilt wurden. Die beiden bringen Daisy zu ihrem Vater; einem Dinosaurier, der in einem Schleimbeutel unter der Decke hängt.

Die Brüder irren durch bepilzte Gänge und finden Daisy. Deren Vater, der den Laden mal geführt hat, aber von Koopa in den Pilzbeutel verfrachtet wurde, hängt immer noch nur rum. Die drei werden gefangen genommen. So auch Koopas Beraterin, wodurch dieser endlich an den Stein gelangt.

Mario und die entführten Weiber, die die bekloppten Entführer fälschlicherweise angeschleppt haben, brechen aus und schlittern auf einer Matratze durch ein Abflussrohr. Luigi und Daisy sind ebenfalls entkommen. Wie ist scheinbar völlig irrelevant. Jedenfalls landen alle in der Stadt. Koopa ist auch da und ballert mit einem Raketenwerfer um sich. Mario geht zum Angriff über und Koopa verliert den Stein, der wieder seiner Beraterin in die Hände fällt. Luigi und die entführten Ischen wollen verhindern, dass sie die Dimensionen miteinander verschmelzt, oder irgend so ein Quark.

Mario hat derweil eine aufziehbare Bombe am Start, die in der Kanalisation landet. Kurz darauf werden Mario und Koopa in die Menschenwelt gebeamt, weil die Beraterin den Stein benutzt hat. Koopa verwandelt Scapelli in einen Affen, kriegt dann aber von Mario einen Pilz in die Fresse geworfen und sie landen wieder in der Koopadimension. Da wird noch etwas rumgeballert, dann geht die Bombe hoch und Koopa fliegt durch die halbe Stadt.

Die Qual ist aber noch nicht beendet, denn er kommt als T-Rex zurück, der dann mit Waffengewalt zu Brei verarbeitet wird, damit wir hier langsam mal zum lange herbeigesehnten Ende kommen können.

Die Brüder kehren zurück in ihre Welt, aber Daisy bleibt in der anderen Dimension. Einige Tage später steht Daisy plötzlich vor der Tür und braucht die Hilfe der Brüder, womit man sich eine, zum Glück niemals erschienene, Fortsetzung offen gehalten hat.

Bob Hoskins versucht hier verzweifelt zu retten, was von Beginn an niemals zu retten war. Trotzdem ist er noch das Beste an diesem Müll. Immerhin haben wir gelernt, dass Pilzbefall unglaublich langweilig sein kann.

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3 Antworten zu “Dimensionsübergreifender Pilzbefall

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