Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Butcher Baker Nightmare Maker – Horrorctober 2016

Beim heutigen Film habe ich tatsächlich überhaupt keine Ahnung, was uns erwartet.Ich habe mir zuvor nix dazu durchgelesen. Es könnte also auch der beste Film aller Zeiten sein. Ausgewählt habe ich ihn nur, weil er definitiv einen der besten Titel aller Zeiten hat:

BUTCHER BAKER NIGHTMARE MAKER – USA – 1982 – 96 Min.

Du weißt, dass ein Film der Horror wird, wenn er mit random Countrygeschreddel beginnt.

Profitipp: Nur weil die Bremsen eines Autos nicht funktionieren, muss man nicht direkt anfangen wild im Zick Zack zu fahren, wie ein besoffener Vollidiot. Mann und Frau gehen jedenfalls drauf, in einer wohlgemerkt ziemlich starken Szene.

14 Jahre später: Billy ist bei Tante Cheryl aufgewachsen, die ihn morgens weckt, indem sie wie eine Katze schnurrt und sanft mit ihren Fingern seinen Arm streichelt. Ich hoffe inständig, dass das nur ein Insiderwitz der beiden ist. So im Sinne von: Erinnerst du dich noch, wie ich zu Karneval als Katze verkleidet war und dich vollgekotzt habe?

Billy spielt Basketball und wird von Julia fotografiert, weil die beiden voll scharf aufeinander sind. Ich frage mich, ob sich Julia wohl hin und wieder wie eine Katze verhält.

Billy will aufs College gehen, aber Cheryl ist strikt dagegen, schließlich soll er im Haus seiner Eltern leben. Sie scheuert ihm eine, aber am nächsten Morgen hat er Geburtstag und sie lässt ihn doch gehen.

Am Abend macht sich Cheryl an den Klempner ran, aber der hat keinen Bock auf Katzengeschnurre. Also sticht sie ihn ab, wie man das halt macht, wenn man notgeil und in den Wechseljahren ist. Billy kommt passend zum großen Abmetzeln nach Hause, aber Cheryl stellt alles wie eine versuchte Vergewaltigung und Notwehr hin, wie man das macht, wenn man notgeil und blutverschmiert ist. Detctive Joe Carlson glaubt davon kein Wort. Die Freunde Marge und Frank glauben Cheryl, da sie so unfassbar am flennen ist, also muss es wahr sein.

Billy ist ein Volltrottel und fällt die Treppe vom Dachboden runter, weil er einer Ratte in den Arsch treten will. Dabei findet er Fotos von seinen Eltern, die unbedingt abgefackelt werden müssen, laut Tante Cheryl, da einfach kein Platz mehr auf dem Dachboden ist. Wahrscheinlich will sie dort mehr Platz für ihre Rattenzucht schaffen, damit sie immer was zu fressen hat, wenn sie mal wieder im Katzenmodus ist.

Cheryl will Billy nicht in die Schule gehen lassen, weil „er genug gelernt hat“ und außerdem „ist die Schule voller Perverser!“ Wir alle haben uns zu Schulzeiten genau so eine Tante gewünscht, gebt es doch zu.

In der Schule kloppt sich Billy mit Bill Paxton, weil der den Basketballcoach für Billys Lover hält. Wenn gar nichts mehr geht, helfen immer Schwulenwitze. Werten jeden Film auf. Deshalb macht man da weiter und Detective Joe labert Billy voll und kombiniert in Sherlockmanier, dass Billy mit dem Klempner gevögelt hat und um das zu vertuschen, hat er ihn abgestochen und Tante Cheryl schützt ihn nur.

Cheryl will dann von Billy wissen, ob er wusste, dass der Coach eine Schwutte ist, denn Schwule sind „krank“. „KRANK, SAG ICH EUCH!!!“

Und noch was: Schwule sind auch automatisch Kinderschänder. Denn nachdem in der Nacht zwei junge Jungs geschändet wurden, ist natürlich der Coach der Hauptverdächtige von Detective Joe. Wow, ist das Teil hier ein homophober Haufen Grütze. Oder verstehe ich gerade hier die Kritik nicht? Nee, ich bin mir ziemlich sicher, dass die den Scheiß ernst meinen.

Detective Joe befragt dann Freundin Julia. Um sicherzugehen, dass Billy keine Schwulette ist, die die Bälle vom Coach bespielt, fragt er direkt mal, ob Julia und Billy rumvögeln. Die ist empört. Kurz darauf kriegen wir unsere Antwort und Julias Brüste zu sehen. Tante Cheryl unterbricht den Spaß leider und schmeißt die „Schlampe“ raus.

Sergeant Cook von der Mordkomission fängt Julia vorm Haus ab und fragt, ob sie von Cheryl erwischt wurden, weil das gut für Billys Fall wäre. Ich frage mich, wie gut es für Billys Fall ist, dass ein Typ die ganze Nacht im Gebüsch vor seinem Haus rumlungert. Tante Cheryl stellt dann noch kurz Billy zur Rede, während der nackt vor ihr steht. Was zur Hölle passiert hier bloß. Das ganze nimmt eine Wendung in Richtung Softporno. Und keiner von der zumindest annehmbaren Sorte.

Tante Cheryl macht alles wieder gut mit einem Glas Milch und Keksen. Ist Billy insgeheim Santa Clause, oder was?

Basketball ist nebenbei eine der langweiligsten Ballsportarten, die mir jemals untergekommen ist. Wenn selbst die Looney Tunes das nur zum Mittelmaß aufwerten können, weiß man, dass der Sport überflüssig ist. Keine Ahung, wer das Spiel gewinnt, weils mir egal ist. Wichtiger ist eh, dass sich Tante Cheryl im Publikum selbst betatscht, als Billy einen Freiwurf hat. Den er komplett versemmelt. Ich schätze, sein Team verliert. Ich weiß es nicht, denn Billy rennt vor eine Wand und ich sehe das Ende des Spiels nicht.

Billy kommt dann langsam dahinter, dass Tante Cheryl ziemliche Kacke labert und auch die Cops kommen ihr auf die Schliche, denn schon vor Jahren verschwand ihr Mann spurlos. Um zu zeigen, dass sie gar nicht irre ist, schneidet sie sich selbst die Haare zu einer Psychofrisur. Mit etwas Glück ist der ganze Sexismusscheiß jetzt durch und Tantchen geht steil.

Billy überredet Julia, Cheryl abzulenken, damit der ihren Kram durchsuchen kann, um herauszufinden, wie geisteskrank sie wirklich ist. Cheryl kackt Julia an und kloppt wie behämmert auf einem Kotelett rum. Aber sie versteht, denn sie hatte auch mal einen Freund. Dann schlägt sie Julia den Schädel ein und trinkt etwas Saft. Hmmm, Saft.

Marge kommt auf nen Kaffee vorbei und Billy wundert sich, wo Julia abgeblieben ist. Cheryl wischt unbemerkt etwas Blut von der Kühlschranktür. Kurz darauf erklärt sie, dass sie Billys richtige Mutter ist, oder so. Es sollte klar sein, dass sie das Bremskabel persönlich durchgeschnitten hat.

Marge ist misstrauisch und schleicht durch das Haus, während Cheryl Billy Milch in die Visage schüttet, damit der einschläft, oder so. Im Keller wird Julia wach, die interessanterweise überlebt hat. Direkt zwischen Cheryls Sammlung von Leiche und Köpfen in Einmachgläsern.

Cheryl schnurrt wie eine Katze (kein Witz) und schlitzt Marge auf. Julia flieht aus dem Raum. Sergeant Cook kommt vorbei und verliert erst seine Hand und dann sein Leben. Cheryl jagt dann Julia durch einen Wald, der offensichtlich direkt an das Grundstück grenzt, bisher aber von mir übersehen wurde. Wald vor lauter Bäumen … Ihr kennt das ja.

Im See kommt es zum Kampf zwischen Julia und Cheryl.

Billy fällt im Haus mal wieder eine Treppe runter. Cheryl kommt vorbei und Billy sticht sie ab. Er ruft den Coach an, aber natürlich steht Chery noch mal auf und geht mit dem Messer auf ihn los. Aber Billy hat einen Speer? Was zur Hölle ist das für ein Ding? Egal. Er spießt Cheryl endgültig auf und damit hats sich dann auch mal hier.

Nee, wartet Detective Joe kommt noch mal vorbei. Vielleicht kriegen wir noch einen Schuss Homophobie geliefert. Natürlich kriegen wir das. Denn er will wissen, wer von den beiden Ballspielern Sergeant Cook gekillt hat. Dass Julia (die lebt ja immer noch) gesehen hat, dass es Cheryl war, interessiert ihn wenig. Coach geht auf Joe los und Billy kann sich dessen Waffe schnappen. Er knallt Joe ab und somit hat die Gerechtigkeit gegen die Homophobie gesiegt. Was für ein versöhnliches Ende. Mal davon abgesehen, dass Billy gerade einen Cop erschossen hat, der unbewaffnet vor ihm stand und jetzt in den Knast muss, wo er sicher von einigen Mitinsassen unter der Dusche … ihr wisst schon: SCHWUL!!!!

Weniger homophoben Müll gibt es in der Horrorctober Übersicht.

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8 Antworten zu “Butcher Baker Nightmare Maker – Horrorctober 2016

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  2. Frau Argh Oktober 19, 2016 um 1:51 pm

    Also scheint so als sei der Titel das beste am Film…

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  3. donpozuelo Oktober 19, 2016 um 3:00 pm

    Ich dachte gerade kurz, es geht um „Butcher Baker, The Righteous Maker“. Aber das ist ja ein Comic, der begrenzt empfehlenswert ist und nichts mit diesem Film zu tun hat… der ja ganz besonders „toll“ klingt 😀

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