Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Pseudocoole Blutsuche mit Generationskonflikt

In letzter Zeit bringt sich Wesley Snipes immer mal wieder selbst ins Gespräch für einen vierten Teil der Blade-Reihe. Und warum auch nicht? Comicverfilmungen sind der Shit. Und da will auch Snipes noch was vom Kuchen ab haben. Schließlich hat er sonst nichts mehr zu feiern. Und nach seinem Knastaufenthalt kann er sich wahrscheinlich nicht mal mehr einen Kuchen leisten. Warum ein vierter Blade mit Wesley Snipes und anderen Comicverfilmungsärschen aber vielleicht doch keine so gute Idee wäre, zeigt uns:

BLADE: TRINITY – USA – 2004 – 113 Min.

Starring: Deadpool und der eine Typ aus Watchmen (und sicher noch andere Affen, die in Comicverfimungen aufgetaucht sind)

Das Militär ist in der Wüste und zeigt der Sonne den Mittelfinger. Ich schätze mal, es handelt sich um Vampire. Oder Mitglieder der Band Desaster Area. In einer Pyramide werden sie von einem Monster weggeschnetzelt.

Irgendwo anders explodiert irgendwas und Blade killt irgendwelche Leute. Ich schätze mal, es handelt sich um Vampire. Oder Mitarbeiter vom Finanzamt, die wissen wollen, ob er seine Einnnahmen durch das Vampirschnetzeln eigentlich auch fachgerecht versteuert hat. Mal ehrlich: Es wird eigentlich nie erklärt, wie sich Blade überhaupt finanziert. Ist ja nicht so, dass der ein reicher Schnösel wie Bruce Wayne ist, der sich mal schnell ne Bladehöhle unter seinem Anwesen bauen kann.

Eine unglaublich aufregende Autoverfolgungsjagd mit animierten Schrottautos später stellt sich heraus, dass er reingelegt wurde und einen Menschen gekillt hat. Deshalb wird er jetzt vom FBI gesucht.

Die Vampire haben derweil das Monster aus Ägypten nach … nach … in welcher Stadt sind die eigentlich? Egal … in die Zivilisation gebracht. Und das Monster ist niemand geringeres als Dominic Purcell aus der Serie Prison Break, der ungefähr so viel schauspielerisches Talent hat wie Jai Courtney. Da ist eure Besetzung für das Remake. Jedenfalls soll er Blade killen, wo er schon mal da ist.

Whistler ist besorgt, weil Blade in den Medien behandelt wird. Kann ich verstehen. Die Medien labern immer nur scheiße. Da wird nie richtig recherchiert. Hier zum Beispiel: Da sagt irgendein FBI Psychologe im TV doch tatsächlich, das Blade sich für einen großen Kämpfer hält, der eine Vampirinvasion aufhalten muss. So ein Quatsch. Blade hält sich gar nicht für einen großen Kämpfer. Deshalb hat er schließlich seine tausend Gadgets immer dabei, ohne die er absolut nix reißen würde.

3 Filme lang hat es gedauert, bis auch Blade eine Szene mit einer einsamen Frau in der U-Bahn kriegt, die von irgendwelchen Kaspern überfallen wird. Vermutlich hält sie sich für eine große Kämpferin, die eine Vampirinvasion aufhalten muss, denn sie schnetzelt einige von ihnen mal eben so weg. Die Frau ist nebenbei Jessica Biel, die seit dem … nichts gemacht hat, was auch nur ansatzweise erwähnenswert wäre, aber es trotz allem irgendwie geschafft hat, im Geschäft zu bleiben.

Blades Unterschlupf wird überfallen. Ich schätze mal, von Vampiren. Oder von Leuten, die sich für große Kämper halten, die eine Vampirinvasionsbekämpferinvasion aufhalten müssen. Whistler sprengt jedenfalls den Laden und sich selbst in die Luft und Blade wird verhaftet. Er kommt in die Klapse, weil er beim Psychiater nicht zugibt, dass er vom Blut trinken nen Steifen kriegt. Der Psychiater stellt sich als Vampirnovize raus. So wie der Polizeichef, oder wer auch immer das ist.

Die Vampiranführerin beweist mal kurz, dass Schauspiel nicht die richtige Berufswahl war und DANN KOMMT DEADPOOL. Okay, es ist nur Ryan Reynolds, aber da mir alle mit diesem Deadpoolscheiß auf den Sack gehen, wollte ich den halt mal kurz hier unterbringen. Außerdem spielt Reynolds die Rollen ohnehin immer gleich, also ist er eigentlich immer Deadpool. Und dabei unfassbar nervig. Jedenfalls retten er, Jessica – die hier nebenbei Whistlers Tochter ist, was den Film auch nicht einfallsreicher macht – und irgendein nerviger anderer Typ – ja, noch nerviger als Deadpool und das will was heißen – Blade aus der Haft und wollen ihm jetzt helfen. Blade ist nicht begeistert, denn er will nicht mit den Blagen arbeiten.

Das Monster will dann doch auch mal mitmischen, weil sich die Vampire alle so doof anstellen. Und es stellt sich heraus, dass Monster ist niemand geringeres als DRACULA! Falls jemand noch nicht geglaubt hat, dass das hier totaler Müll ist … there you go.

Dracula guckt sich also die Stadt an und geht in einen Vampirshop, wo man Vampirvibratoren kaufen kann. Nach diesem tollen Gag saugt er der Tussi da dann noch das Blut aus.

Patton Oswald … falls jemand noch nicht geglaubt hat, dass das hier totaler Müll ist … er präsentiert sein Waffenarsenal und Blade macht sich mit den Blagen auf, um das Blut von Dracula zu holen, weil man damit alle Vampire auslöschen kann. Wie das genau funktionieren soll, weiß ich nicht. Mein Gehirn hat sich schon wieder auf Sparflamme runtergedreht, also nehmt den ganzen Schwachsinn einfach so hin. Ich mache es schließlich genau so.
Wo wir gerade bei Patton sind: Der hat mal in einem Interview gesagt, dass Wesley Snipes bei den Dreharbeiten ein ziemlicher Arsch war, der eigentlich nur für Nahaufnahmen aus seinem Trailer kam und sonst alles von einem Double machen ließ. Tolles Diva-Verhalten. Ob er das im Knast wohl auch so an den Tag gelegt hat. Ist er da wohl auch nur für Mugshots aus seiner Zelle gekommen?

Man findet Drake (wie Dracula hier modernerweise heißt) und Blade verfolgt ihn durch die halbe Stadt. Ich weiß nebenbei immer noch nicht, um welche Stadt es sich handelt. Ich nenne es einfach mal Bladevania. Drake erklärt mal kurz, dass er im Tageslicht rumlaufen kann, weil er der erste Vampir ist. Was ist das eigentlich für eine dämliche Erklärung? Woher kommt denn diese Tageslichtunverträglichkeit bei Vampiren, wenn er sie nicht hatte? Die muss sich schließlich irgendwie entwickelt haben. Haben die zu viel Party bis tief in die Nacht gemacht und dadurch eine UnVerträglichkeit entwickelt?

Der Polizeichef, oder wer auch immer das ist, führt Blade und Co. zu einer Blutfarm voller Sträflinge. Währenddessen killt Drake als Whistler getarnt Blades Freunde. Also sind nur noch Blade und Whistlers Tochter übrig.
Oh, und der nervige Reynolds, der aus irgendeinem Grund nur entführt wurde und jetzt neben einem Vampirhund aufwacht, der Triple H gehört, der hier erstmals versuchte zu schauspielern, kläglich scheiterte und anschließend weitere Kackfilme drehte. Wrestler in Filmen sind uns ja bereits gut bekannt. Er reiht sich da perfekt in das Grauen ein.

Okay, ich habe die Schnauze voll und blicke eh nicht mehr durch. Also: Blade und das Whistlerweib machen sich kampfbereit und dann werden Ärsche getreten ohne Ende. Zwischendurch nervt Reynolds halt mit ein paar schlechten Sprüchen und rennt vor Vampirhunden weg. Zum Schluss kloppt sich Reynolds dann mit Hundezüchter Hunter Hearst Helmsley und Blade natürlich mit Dracula. Das Ganze ist sowas von uninspiriert, dass man Gefahr läuft, beim Kacken innovativere Ideen zu entwickeln, während man über etwas nachdenkt, das absolut nichts mit Vampiren zu tun hat. Naja, wir wissen eh, wer gewinnt.

Zum Glück ist der Quark dann auch schnell vorbei. Ich gehe meine Hund vampirisieren …

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14 Antworten zu “Pseudocoole Blutsuche mit Generationskonflikt

  1. Wortman Juni 23, 2016 um 8:27 am

    Den habe ich gar nicht mehr geguckt damals…

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  2. Frau Argh Juni 23, 2016 um 8:40 am

    WTF macht Dracula in Ägypten und warum erinnere ich mich nicht mehr an den Scheiss?!? Ok…vielleicht hab ich den gar nicht bis zum Ende gesehen…

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  3. bullion Juni 23, 2016 um 10:20 am

    Ja, der war wirklich schrottig. Am schlimmsten fand ich ja Dracula. Hat so gar nicht funktioniert. Dabei mag ich den Schauspieler eigentlich…

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  4. derfilmaffe Juni 23, 2016 um 6:43 pm

    Selten so einen köstlich-parteiischen Filmverriss gelesen. Sowas wünsche ich mir als Audiokommentar, falls ich all meine Kraft zusammennehme und den Film nochmal gucken sollte. 😉

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  5. Pingback: Schrott Awards 2017 – Filme | Filmschrott

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