Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Steroidisierte Kindererziehung

„Twelve kids … that’s nuts.“ – Cheaper By The Dozen, 2003

Noch mehr Kinder sind noch, äh, nussiger, wie der heutige Film beweist. Wenn man dann noch einen Actionstar in die Runde wirft, ist vorauszusehen, dass es einfach nur fürchterlich werden kann. Denn diese Rechnung geht niemals auf.

KINDERGARTEN COP – USA – 1990 – 111 Min.

Starring: Eine Killermaschine aus der Zukunft und jede Menge Kleinwüchsige

In irgendeiner Einkaufspassage steht Arnold Schwarzenegger im Pennerlook und beobachtet einen anderen Typen, der aussieht, wie ein gescheiterter Friseur mit Pferdeschwanz. Im Hintergrund läuft der Gewinner des letzten Magnum-Look-Alike-Contest rum, aber das hat mit dem Rest des Films nix zu tun. In nem Lagerraum kackt ne Tussi ihren Stecher an. Der will sich wohl mit dem Pferdeschwanz treffen. Der heißt Mr. Crisp und sucht seine Familie. Danny, wie der Typ heißt, weiß, wo sich diese aufhält und will dafür ein bisschen Knete sehen. Crisp hat aber sein Portemonnaie vergessen und bezahlt ihn stattdessen mit Blei aus seiner Knarre. Dannys Freundin ist geschockt – zumindest soll dieses grausige Schauspiel das wohl darstellen. Arnie kettet sie an ihren toten Freund und macht sich auf die Suche nach Crisp. Der trifft sich mit seiner Mami und lässt sich maniküren, weil jeder gestandene Killer sich nach einem Mord erst mal die Fingernägel feilen lässt. Detective John Kimble, also Arnie, stellt ihn und nimmt ihn fest.

Die Zeugin zeigt sich nicht sehr hilfsbereit. Aber Kimble wäre kein Actionheld, wenn er nicht ein paar Gangster vermöbeln und auf ner Party rumballern würde um dafür zu sorgen, dass Dannys Freundin den Mörder identifiziert. Crisp wird verknackt, aber da sich andeutet, dass die Beweise nicht reichen, wird Kimble, zusammen mit O`Hara, nach Portland geschickt, wo Crisps Frau sich aufhält. Die soll gegen ihren Mann aussagen.

Im Flugzeug stellt Kimble direkt mal klar, dass er Kinder absolut zum kotzen findet und motzt irgendein Blag an. O`Hara geht sich übergeben, weil sie den ganzen Tag nur am Fressen ist. Es folgt eine Kotzcompilation mit der Überfressenen und man kommt irgendwann im Motel an. Eigentlich soll sie sich in den Kindergarten einschleusen, aber aufgrund ihrer Kotzeritis muss Arnie den Job übernehmen. Das Kimble sein Frettchen dabei hat, macht die Übelkeit von O`Hara nicht besser.

Kimble muss sich erst mal mit der Direktorin rumschlagen. Anschließend lernt er die Blagen kennen. Da ist der Junge, der voll auf Tote Leute abfährt, das Mädchen, das ständig pinkeln muss, der Aufgeklärte, der Kimble erst mal erzählt, was die Menschen so zwischen den Beinen haben und weitere Chaoten. Arnie zeigt sich wenig einfühlsam und bringt die Bande erst mal zum flennen. Mit Hilfe des Frettchens bringt er Ruhe in die Klasse. Nebenbei lernt er Crisps Frau, die als Lehrerin arbeitet, und Sohn, der in seiner Klasse ist und alle anderen besser findet, als Kimble, kennen.

Die Mütter der Kinder halten Kimble für schwul, weil sie noch nie nen männlichen Kindergartenlehrer gesehen haben. Der lernt Sylvesters Mutter kennen, die es nicht normal findet, dass ihr Sohn mit Puppen spielt. Arnie findet das aber absolut in Ordnung, weil Sylvester die Puppen nutzt, damit er den Mädchen unter den Rock schauen kann. Die Mutter ist erleichtert. Sylvester ist wohl auf dem richtigen Weg, auch wenn dieser wahrscheinlich Exibitionismus, Vergewaltigung, oder Gang Bang heißen könnte. Ich warte eine eventuelle Fortsetzung ab, um mehr zu erfahren. Kimble fragt die Blagen nach ihren Vätern aus, um zu erfahren, wer Crisps Sohn ist. Der Plan scheitert. Außerdem lernt er den schüchternen Zack kennen, der nicht sehr redselig ist.

Kimble versagt beim Feueralarm auf ganzer Linie. O`Hara kann wieder fressen wie ein Mähdrescher. Im Restaurant trifft man Crisps Frau Joyce und ihren Sohn Dominic. Natürlich weiß man immer noch nicht, dass es sich um die gesuchten Personen handelt.

Kimble drillt die Kids zu Hilfssheriffs. Es folgt viel Trillergepfeife, Rumgehampel, Gesinge und Vorgelese. Joyce lädt John zum Essen ein. Arnie überrascht O`Hara und ihren Verlobten beim Poppen und knallt den Verlobten fast ab.

John unterhält sich mit Zacks Mutter, deren Mann sie und Zack verprügelt hat. Das Dinner mit Joyce steht an und Dominic zeigt ihm sein Geheimversteck. Anschließend durchsucht Kimble das Haus und wühlt in der Unterwäsche von Joyce rum, weil man genau da Hinweise auf die Identität von Personen findet. Nach einem Gespräch mit ihr stellt John fest, dass sie Crisps Frau ist.

Joyce und John turteln in der Schule etwas rum, was die Blagen natürlich ganz derbe lustig finden. Kurz darauf vermöbelt er Zacks Vater, weil der mal wieder verprügelt wurde. Dafür muss er zur Direktorin, die ihn dafür lobt, dass er, vor den Augen der Blagen, einem Typen in die Fresse gehauen hat. Was für ein Kindergarten ist das? Kerle mit Puppen, geschlechtsteilbesessene Fünfjährige, gewaltgeile Omas … In diesem Kindergarten werden die Massenmörder von Morgen auf das Leben vorbereitet.

Dannys Freundin wird tot aufgefunden und Crisp wird freigelassen. Zusammen mit Mutti fährt er nach Portland. Dort steigt gerade das Feldfest, oder die Wiesenkirmes, oder was auch immer. Kimble erklärt Joyce die Lage. Die ist nicht erfreut. Crisp klaut für seinen Sohn ne Carrerabahn. Mutter kauft derweil die halbe Apotheke auf.

Dominic klettert auf nem Sendemast rum, um seinen „Laser“ anzubringen, aber schmiert natürlich ab. Kimble eilt zur Rettung. Joyce will abhauen, aber John überredet sie, zu bleiben, weil er mit ihr in die Kiste will. Joyce findet das überzeugend und bleibt.

O`Hara verklickert den Knirpsen, dass sie nie mit Fremden reden dürfen. Es sei denn, es handelt sich um andere Kinder. Oder Hunde. Crisp quatscht mit der Direktorin und findet seinen Sohn in der Schule. Er legt Feuer und krallt sich Dominic. John kriegt das mit und nimmt die Verfolgung auf. Allerdings findet er nur zwei rummachende Schüler. O`Hara will den Laden stürmen, wird aber von Crisps Mutter überfahren. Joyce ist noch im Gebäude und findet Crisp. Es folgt ein Ehekrach und Dominic kann weglaufen. Kimble stellt Crisp, der Dominic als Geisel nimmt. Crisp wird aber von dem Frettchen gebissen und dann abgeknallt. Kimble wird ebenfalls angeschossen, als die Mutter vorbeikommt. Bevor sie den Job zu Ende bringen kann, wird sie jedoch von O`Hara umgekloppt.

Kimble liegt im Krankenhaus, O`Hara kommt zu Besuch und frisst sein Essen weg. Der Verlobte kommt auch noch vorbei und es folgt der unvermeidliche Gag, bei dem dem Verletzten noch mal zusätzlich Schmerzen zugefügt werden.

Zum Schluss besucht Kimble noch mal die Blagen im Kindergarten und mit einem Kuss zwischen ihm und Joyce findet der Spaß sein Ende.

Actionstars und Kinder passen einfach nicht zusammen. Auch wenn das hier noch der beste Versuch war, diese zusammenbringen, funktioniert das Konzept einfach nicht. Aber immerhin haben wir, von einem Fünfjährigen, gelernt, was Frau und Mann untenrum unterscheidet.

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8 Antworten zu “Steroidisierte Kindererziehung

  1. Wortman Juni 18, 2014 um 1:19 pm

    Ich find das immer wieder lustig, wie du Filme so erzählst… vor allen Dingen wenn man sie auch noch selber gesehen hatte.

    Gefällt mir

  2. Pingback: SCHROTT AWARDS – FILME | Filmschrott

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