Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

See No Evil – Horrorctober 2016

Und los gehts mit dem Horrorctober. Voraussichtlich werde ich wieder jede Menge bösen Müll zu sehen kriegen, deshalb beginne ich mit einem bescheiden Wunsch.

SEE NO EVIL – USA – Australien – 2006 – 84 Min.

Cops fahren vor und klopfen an die Tür eines Hauses, während irgendein Kinderchor irgendeinen Kacksong singt. Aus dem Haus hören sie einen Schrei. Drin finden sie Blut und Kamerafahrten direkt aus der Kameraassistentenpraktikumshölle. Und eine Trulla ohne Augen. Und Jacob Goodnight, der da wohnt und Augen sammelt. Der hackt die Bullen mit einer Axt in Stücke und wir haben unseren Plot.

Einer der Cops hat überlebt. Ihm fehlt nur ein Arm. Die Augenlose lebt auch noch. Merkt euch das. Das könnte noch wichtig werden. Andererseits … Vergesst es einfach.

Austauchbarer Hip Hop Beat und wir sind im Knast, wo irgendwelche Mexikaner und weiße Honks, nun ja, Knastkram machen. Und dann kommt der Bus mit Weibern, die in einem komischen Programm, nun ja, irgendwas machen sollen, und die Aufseherin findet Kondome. Es ist fast wie in der Schule auf Klassenfahrt. Die Mexikaner und weißen Honks nehmen auch am Programm teil und zusammen fahren sie zum Hotel, um das sauber zu machen, oder so.

Ich gehe jetzt mal nicht auf die Beziehungskonstellationen ein – natürlich kennen sich eine Trulla und ein Typ und zwei andere Typen können sich nicht ab und hauen sich in die Fresse und so weiter – weil es einfach komplett scheißegal ist. Ich will die alle nur schnell verrecken sehen, damit erstens die generische Hip Hop Kacke schnell vorbei ist und zweitens der Film auch.

Irgendeine Oma empfängt die Truppe im Hotel und erklärt, dass sie halt historische Gebäude restauriert und dafür sind sie hier. Einer der Aufseher ist nebenbei One-Armed-Cop, der trotz seines verlorenen Arms noch im stehen pisst. Mehr Charakterentwicklung wird es nicht geben.

Irgendwann ist mal ein ganzes Stockwerk des Hotels abgefackelt und wurde nie renoviert, weil das Hotel nur ein Hobby war. Äh, hä? Jedenfalls sollte man sich aus dem Stockwerk fern halten, weil akute Gefahr besteht, dass sonst der ganze Schuppen zusammenbricht, oder so. Nehmen wir das einfach mal so hin, auch wenn es kompletter Quatsch ist.

Zwei Tussis gehen heimlich rauchen aufm Klo. Es ist wie in der Schule. Moment mal, das hatten wir schon mal. Ist das Knastleben etwa wie die Schule? Kein Wunder, dass da keiner rein will. Das ist ja furchtbar.

Rumgedümpel … Rumgelaber … Rumgedümpel … Rumgekiffe … ein Arschloch bewirft einen streunenden Hund mit einer Coladose … Rumgelaber … Rumgedümpel … Tittenteasing, aber man sieht keine … Rumgedümpel … nackter Frauenarsch und die Erkenntnis, dass ich hier mal wieder nehmen muss, was ich kriegen kann … Rumgedümpel …

Zwei der Vollhonks latschen durch den verbotenen abgefackelten Flur und finden eine Leiche ohne Augen. Und dann wird einer von ihnen mit einem Haken an einer Kette gefangen und durch den Flur gezogen. Und das ist alles so unfassbar grauenhaft gespielt und so unfassbar langweilig inszeniert, dass ich nur sagen kann: Willkommen im Horrorctober!

Die Aufseherin aus dem Bus stirbt im Fahrstuhl und verliert ihre Augen an Jacob Goodnight, der da halt rumwütet. Mal so nebenbei: Jacob Goodnight hat da Leuten die Augen rausgeschnitten UND einem Cop den Arm abgehackt UND einen anderen Cop gekillt, aber keiner ist mal auf die Idee gekommen, dass der vielleicht noch in dem Hotel sein könnte und man lässt jetzt einfach die Leute darin rumturnen, als wäre nie was gewesen? Man muss Horrorfilme einfach lieben für ihre simplen Gedankengänge. Bloß nicht zu sehr drüber nachdenken, wie man auch nur einen Hauch sinnvolle Geschichte in diesen Scheiß kriegen könnte.

Eine der Tucken wird am Haken in den Essenslift gezogen und alle anderen wollen sie retten. Also macht man sich auf die Suche. Als One-Armed-Cop von dem Irren mit dem Augenfetisch und der Kette erfährt, kann er es kaum fassen. Der Cop vermutet, dass er Kira – so heißt die Entführte – genommen hat, weil sie Tattoos hat von religiösen Symbolen. Alles klar. Da wir diese völlig lahme Information jetzt haben, kann der Cop am Haken aufgespießt werden. Mit einem Arm lebt es sich doch eh scheiße, also hat er es immerhin hinter sich.

Der Kack geht weiter mit ein bisschen Augengepule und anderem lahmen Kack, während sich der Hundehasser an eine Blondine ranmacht, die ihn aber nur auslacht.

Kira – die einzige Person neben dem Killer, von der ich den Namen kenne – wird von Jacob Goodnight – dieser Name ist einfach völlig dämlich, aber immerhin hat er einen – unter die Dusche geschleift, damit er da ihr Kreuztattoo begrabschen kann. Aber dann klingelt eine Glocke und sie muss wieder in den Käfig, damit Jacob Goodnight gucken kann, was für ein Arschloch um diese Zeit noch die Glocke läutet.

Wer zur Hölle sind denn jetzt die beiden fickenden Arschkrampen da? Ich dachte, alle würden nach Kira suchen. Naja, egal, Jacob unterbricht das LIebesspiel, indem er durch eine Spiegel ins Zimmer springt und nicht mal das kriegt der Film so hin, dass es irgendwie gefährlich wirkt.

Die Tussi fällt dann aus dem Fenster, hundert Meter tief, durch ein Glasdach, bleibt aber unten an nem Gürtel hängen und überlebt. Ist klar. Aber dann kommen die Hunde und fressen sie. Wie viele lahme Kackszenen kann man wohl aneinanderreihen? Dieser Film könnte einen neuen Rekord aufstellen.

Nach gefühlt 7 Stunden Versteckspiel findet Jacob Goodnight die blonde Ische und hat einen Flashback in seine Kindheit, die er im Käfig verbracht hat. Lahme Scheiße Teil 42. Und Blondie bleibt am Leben und kommt wohl auch in einen Käfig.

Jacob Goodnight jagt das nächste Trottelpaar in den Fahrstuhl und hackt mit der Axt rum wie Jack Nicholson zu besten Zeiten. Nein, ist nicht wahr. Jack Nicholsons kleiner Finger war achttrilliardenmal bedrohlicher, als Jacob Goodnight es jemals sein könnte. Wobei Kane tatsächlich noch das Beste an diesem Scheiß hier ist.

Kindergartenflashback again und Jacob Goodnight war immer noch im Käfig. Dann habe ich keine Ahnung, was er sich da anguckt. Ich glaube, es ist seine Augensammlung in Einmachgläsern. Währenddessen versuchen die überlebenden Trottel Kira aus dem Käfig zu befreien, sind aber aus Prinzip zu doof und verrecken und verstecken sich.

Und hier kommt der große Twist: Die Oma ist die Mutter von Jacob Goodnight! Unfassbar. Wer hätte das gedacht? Wer hat das kommen sehen? Und wen interessiert die Scheiße überhaupt? Die Oma will, dass er Kira meuchelt, weil sie eine Sünderin ist und Jacob Goodnight ist die Hand Gottes und blah. Meine Fresse, ist das alles eine lahme zusammengeschusterte Kacke. Jacob Goodnight will Kira nicht killen, also beschließt Mutti, es selbst zu machen. Aber Jacob Goodnight killt Mutter Goodnight auf die lahmste Art und Weise, die man sich nur vorstellen kann: Er wirft sie an die Wand und da guckt zufällig eine Stange raus, auf der sie augespießt wird. Bleh.

Wie in Horrorfilmen üblich, haben sich die Charaktere auch hier schon wie absolute Vollidioten verhalten. Unendliche Dummheit gehört nun mal dazu, aber kommen wir zum Höhepunkt des geistigen Beschränktheit dieses Films (und vielleicht sogar des ganzen Genres): Jacob Goodnight hat Mutti aufgespießt und Kira aus dem Käfig gezerrt und hält sie jetzt im Arm, während er auf seinem Bett sitzt und ins Leere starrt. Christine (oh, ein Name) schleicht mit einer Waffe durch das Gebäude und landet irgendwann in eben diesem Raum, wo Jacob Goodnight auf dem Bett sitzt und Kira im Arm hält. Er reagiert überhaupt nicht, als Christine vor seinen Augen den Raum betritt. Sie geht auf ihn zu und hält ihm die Waffe vors Gesicht. Kira flüstert ihr zu, dass sie ihn erschießen soll. Christine drückt ab und … KLICK … keine Patrone in der Knarre. Die latscht also minutenlang mit der Waffe durchs Hotel, ohne jegliche Gefahr in der näheren Umgebung, und hält es nicht für nötig, mal nachzuschauen, ob das Scheißteil überhaupt geladen ist? Hoffentlich stirbt die!

Durch das Klicken der Waffe wird Jacob Goodnight aus seinen Tagträumen geweckt und haut Christine vor die Fresse. Aber da kommt der Hundequäler mit der Axt und hackt Jacob Goodnight das Ohr ab und Maden bröseln aus dessen Kopf. Christine, Kira und Michael (so heißt der Hundefolterer) fliehen mal wieder, anstatt Jacob Goodnight endgültig umzunieten und ihre Ruhe zu haben.

Kurze Zeit später stoßen sie ihn dann aus dem Fenster, rammen ihm noch ein Rohr ins Auge und er fällt unten durch ein Glasdach in einer unfassbar schlecht animierten Kackszene und die Kamerafahrt des Praktikanten geht dieses Mal sogar bis in den Körper von Jacob Goodnight, damit man sehen kann, wie sein Herz aufgespießt wird von … Irgendwelchen Spießen, die da offenbar rumlagen.

Einen bösen Scheißfilm gesehen. Noch 12 vor mir. Hier gibt es den bösen Horrorctobr in der Übersicht.

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7 Antworten zu “See No Evil – Horrorctober 2016

  1. Pingback: Horrorctober 2016 | Filmschrott

  2. Melanie Oktober 3, 2016 um 3:44 pm

    Ich hab den Film auch gesehen, aber es ist schon gefühlte Ewigkeiten her. Der Film warnt sogar vor sich selbst: „See no evil“.
    Ich fand den Film auch ueberfluessig. Und auch dumm. 🙂

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    • Filmschrott Oktober 3, 2016 um 3:49 pm

      Dummheit ist bei solchen Filmen ja meist schon inbegriffen, aber hier hat man sich teilweise minütlich selbst übertroffen. Zudem wirkt das alles einfach wie ein Zusammenschnitt der ganzen Direct-To-DVD-Horrorfilme der letzten 20 Jahre. Nichts eigenständiges dabei. Einfach nur langweilig.

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  3. Sheldon Cooper Oktober 4, 2016 um 1:08 pm

    Das mit dem Horrorctober ist ja eine gute Idee 🙂 Leider findet man bei Horrorfilmen dieser Art einfach nichts Neues mehr. Das ist sehr schade! Richtig gute Filme werden immer seltener, muss ich leider sagen. Das ist auch der Grund, weshalb ich mir in letzter Zeit lieber Serien anschaue oder ein gutes Buch lese.

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    • Filmschrott Oktober 4, 2016 um 6:09 pm

      Deshalb wurschtel ich mich in meinem Horrorctober auch durch alle Jahrzehnte. Da ist dann hoffentlich von allem und für jeden ein bisschen Horrortrash dabei.
      Dass Filme immer schlechter werden ist ein Eindruck, der sich nun mal durch den Einheitsbrei im Massenmarkt aufdrängt. Außer Superhelden, Remakes und Fortsetzungen scheint es nix mehr zu geben. Dem ist nicht so, aber man muss die guten Filme wirklich woanders suchen. Im Kino findet man die nur noch selten.

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