Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: William Wallace

Monatsrückblick Februar 2019

Kurz und knapp, das hat es im Februar auf meinen Bildschirm geschafft:

SPIDER-MAN 2 (REWATCH)

Als ich den Film vor Jahren das erste Mal sah, war ich gar nicht mal so überzeugt von dem Ding. Aber ich muss sagen, der Streifen besteht den Test der Zeit doch recht gut. Klar, die ein oder andere Szene wirkt angestaubt (nein, hier folgt jetzt mal nicht meine übliche CGI-Hasstirade), aber insgesamt kann sich das alles noch sehen lassen. Zumal die Action auch nicht so überbordend ausfällt, dass man vor lauter Getöse komplett den Überblick verliert.
Probleme habe ich aber nach wie vor mit den Charakteren. Doc Ock ist zwar recht cool und sorgt auch gut für Action, aber diese „die Tentakel kontrollieren seinen Geist“-Nummer ist mir als Motivation dann doch zu wenig. Und Kirsten Dunst ist immer noch nur die Frau, die gerettet werden muss, was man mal machen kann, beim zweiten Mal aber einfach uninteressant und langweilig ist. Maguire macht seine Sache als Loser vom Dienst wieder gut, aber das hatten wir halt schon. Die Zweifelstory ist hingegen aber nett, sorgt allerdings auch wieder für einen Fallback zu Teil 1, wo er mit seinen Kräften klarkommen musste. James Franco, der zum neuen Goblin wird ist zumindest nachvollziehbar, aber ist halt auf das nötigste herunter gebrochen. Da hätte man in meinen Augen gerne etwas mehr mit machen können.
Der Ausblick auf einen dritten Teil ist nach der Geschichte hier natürlich auch irgendwie unnötig. Peters Geschichte ist eigentlich erzählt, Spider-Man selbst gibt dann halt auch nix mehr her und bis eben auf die Rache von Harry, bleibt da nicht mehr viel, um nochmal 2 Stunden zu füllen. Wie wir alle wissen, hat man das ja dann auch gemerkt.
Für mich persönlich ist Teil 2 nicht so stark, wie ihn viele Fans sehen, aber als Nicht-Comicleser gehe ich da wohl auch etwas anders ran. Trotzdem ist es der beste der Trilogie. Kann man heute immer noch hervorragend angucken und hat seinen Spaß. Am besten macht man dann vor den Endcredits aus, damit einem nicht die Ohren von dem grauenhaften Kuschelrockgedudel im Abspann anfangen zu bluten. Immerhin hat man nicht wieder den Ohrenkrebs Nickelback engagiert wie im Vorgänger.

SPIDER-MAN 3 (REWATCH)

Viel halbgarer Kram hier. Der Streifen wirkt viel zu vollgestopft und so, als wollte man nochmal schnell für alle Fans der Comics möglichst alles reinballern, was da ist. Venom ist nur da, um Spidey was zu tun zu geben, wenn er nicht gerade Ärsche tritt und irgendwie auch, um ihn zu einem unsympathischen Arschloch zu machen. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, wenn man diese völlig langweilige und absolut ausgelutschte Amnesie-Story mit Harry weggelassen hätte, die dann zusätzlich auch noch dafür sorgt, dass die eigentlich interessante Story zwischen Harry und Peter viel zu schnell abgehandelt wird und zum absoluten Nebenschauplatz verkommt, nachdem man sie zuvor über zwei Filme aufgebaut hat. Dazu kommt dann die völlig uninteressante Eddie Brock Geschichte, die auch nur wie ein Zeitfüller wirkt. Und das jetzt plötzlich der Sandmann der Killer des Onkels gewesen sein soll, ergibt auch wenig Sinn. Irgendwo wirft man dann noch eine Eifersuchtsgeschichte mit Mary Jane mit da rein, um das typische Liebesdreieck wieder aufleben zu lassen, was ihre Rolle aber immerhin mal etwas ausbaut und über die Prinzessin in Not am Ende hinausgeht. Nicht, dass man das hier nicht auch zum dritten Mal bringen würde. Es wirkt einfach alles wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, damit man irgendwie die Zeit gefüllt kriegt. Und diese Zeit beläuft sich dann unnötigerweise auch noch auf zu lange fast 2 1/2 Stunden.
Viel zu viel in viel zu lang und jede Story wirkt nur wie ein Nebenschauplatz, was dann zu einem großen Ganzen zusammengestückelt wurde.

SILENT HILL (REWATCH)

Videospielverfilmungen haben ja im Grunde ein großes Problem: Sie sind scheiße. Aber wie bei allem, bestätigt auch in diesem Fall die Ausnahme die Regel.
Dieser Streifen ist sicher kein Meisterwerk, aber man merkt durchaus, dass da jemand am Werk war, der sich mit der Vorlage beschäftigt hat und auch ein gewisser Fan davon ist. Allerdings schlägt das dann positiv und negativ auf den Film über. Auf der einen Seite erzeugt der Film eine wirklich gute Atmosphäre und bietet den teilweise echt creepigen Shit aus den Spielen. Auf der anderen Seite wirkt er aber auch teilweise eher vollgestopft mit einfach allem, was die Reihe so hergibt, damit man auch wirklich jeden Fan glücklich macht. Dadurch gibt es die ein oder andere Szene, die eher überflüssig wirkt. Die Effekte sind auch nicht gerade das Maß der Dinge, aber darüber muss man halt hinwegsehen.
Immerhin schafft der Film das, was den meisten Videospielverfilmungen nicht gelingt: Er unterhält und erzählt dabei noch eine interessante, wenn auch etwas verworrene Geschichte. Am Ende haut er zwar etwas zu sehr auf die Kacke, aber selbst dabei bietet er noch freakige Bilder.
Lässt sich heute noch gut weggucken und eine bessere Videospieladaption lässt immer noch auf sich warten.

SILENT HILL: REVELATION

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I DRINK YOUR BLOOD

Filmschrottbeitrag folgt

BRAVEHEART (REWATCH)

Historische Stoffe leben in der Regel davon, dass man die Wahrheit in einem gewissen Maße so verdreht, dass man nicht kompletten Scheiß erzählt, aber die ganze Sache unterhaltsam und spannend gestaltet. In meinen Augen gelingt das diesem Film überhaupt nicht, denn eigentlich ist das hier reine Fiktion. Aber es ist mir völlig egal. Ich mag die Darsteller und Charaktere. Und diese dreckige Epoche, in der die sich bekriegen wie die Irren. Dabei stechen vor allem die Schlachten hervor, wo man von der Inszenierung her wirklich alles gegeben hat.
Die politische Ebene ist natürlich nicht weniger wichtig, allerdings muss ich sagen, dass mir die „Höheren“ hier doch zu sehr wie Lappen hingestellt werden und die Szene, in der Wallace bei dem einen da ins Schlafzimmer reitet, fand ich schon immer irgendwie banane und wirkt wie eine Szene aus einem Horrorfilm. Und die ganze Story um die angehende Königin und Wallace ist ziemlich blah.
Ansonsten macht der Streifen aber vieles richtig und vor allem eine Menge Spaß beim Schauen.
Der Film nimmt sich jede Menge FREIHEIT!!! bei der historischen Wiedergabe, aber ich bin kein Historiker und schaue mir lieber unterhaltsame historische Fiktion an, als mich durch akkurate Langeweile zu quälen. Denn ehrlich: So spannend waren die ganzen Geschichten in Wahrheit vermutlich eh nicht.

OUTLAW KING

Historisch akkurater als „Braveheart“ (was nun wirklich keine Kunst ist) erzählt man hier die Story um Robert The Bruce weiter. Also in dem Sinne, dass der Großteil der Geschehnisse nach den Geschehnissen aus genanntem Film stattfinden, nicht, dass das hier eine Fortsetzung wäre. Es behandelt eben nur die gleiche geschichtliche … Geschichte. Nun, Historie schön und gut, aber da muss dann eben auch die Verpackung stimmen. Ja, Robert The Bruce war sicher ein interessanter Mann, aber der Streifen hätte sich ruhig etwas mehr Zeit nehmen können, um seine Geschichte zu erzählen. Es geht alles doch recht schnell und die Charaktere (so nah sie wohl an den realen Vorbildern sein mögen) kommen dadurch größtenteils zu kurz und es entsteht keine richtige Fallhöhe für den Einzelnen. Wie die Geschichte ausgeht, weiß man ja ohnehin schon, also ist da eh keine vorhanden.
Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern. Die Darsteller machen ihre Sache gut und Sets und Kameraarbeit sind top. Wenn es zur Sache geht, dann geht es auch so richtig zur Sache und es wird so richtig schön geschnetzelt, wie es sich für diese Zeit gehört.
Letztlich lässt sich der Film gut weggucken, aber so richtig gepackt hat mich das alles nicht. Dazu fehlte einfach die Zeit und die Ausarbeitung der Charaktere innerhalb der Geschichte. Historie ist eben nur so spannend, wie sie vom Erzähler gestaltet wird.

FAR OUT MAN

Filmschrottbeitrag folgt

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Feministische Regierungsformen der nahfernenirgendwannhalt Zukunft

Ich machs kurz. Heute gibt es mal wieder einen Vertreter aus meinem absoluten Lieblingsgenre: Post-Apokalypse aus den 80er Jahren. Das kann nur gut werden.

AMERICA 3000 – USA – 1986 – 92 Min.

Die Menschen haben es endlich geschafft und sich zurück in die Steinzeit gebombt. 900 Jahre später sind sie immer noch nicht weiter fortgeschritten. 900 Jahre? Der Film wurde 1986 gedreht. Moment mal:

1986+900=2886
2+8+8+6=24
2886+24=2910
2+9+1+0=12
2886+12=2898
1 und 0 und 2=102
2898+102=3000 AMERICA 3000

So entstehen also Filmtitel.

Scheinbar nicht ausgestorben im Jahr 3000 ist grauenhaftes Gitarrengeschreddel aus den 1980ern. Aber die Zeiten haben sich wirklich geändert. Die Welt wird von den Frauen regiert und die Männer sind nur noch Sklaven. Anführerin Tiara ist die Obersklaventreiberin und ihre Tochter ist halt ihre Tochter. Gruss ist ein Mann und er ist ein echter Draufgänger, denn er flieht direkt mit irgendeinem anderen Typen aus dem Wüstenlager. Sie fliehen in die radioaktive Zone, weil sich die Frauen da nicht hintrauen, oder so.

Und dann wird eine Mauer gebaut. Eventuell führt Donald Trump das Camp an. Aber er würde es vermutlich nicht „Camp Reagan“ nennen. Protagonist Korvis findet jedenfalls ein Malbuch für kleine Kinder und dadurch heraus, dass er ein „Mann“ ist. Besser spät, als nie.

Im Wald greifen irgendwelche Zurückgebliebenen eine Truppe Frauen an und kriegt so richtig vor die Fresse. Also, so richtig man das eben von so einem Film erwarten kann. Eigentlich hüpfen alle nur dämlich rum und wedeln mit ihren Keulen ins Leere. Venus hat natürlich eine Peitsche dabei und wedelt mit der ins Leere.

Irgendwo anders muss irgendeine Tucke in einem Käfig gegen Big Foot kämpfen. Ich habe den Faden verloren. Hat länger gedauert, als ich dachte.

Ach so, Tiara ist gar kein Name, sondern der Rang in dem Stamm. Quasi die Sklavenkönigin. Namedropping vom Feinsten als sie abnippelt und das Rennen für die neue Tiara für eröffnet erklärt. Keine Ahnung, wie die Kandidatinnen heißen, aber scheinbar sind sie alle ihre Töchter und haben eigentlich gar keinen Bock auf den Job.

Amie ist ein Typ ohne Zunge, weil er ein Haustier war. Fragt mich nicht, ich sags nur, wie es mir der Film erklärt. Korvis findet ihn zufällig in einem niedergeschnetzelten Dorf.

Dann das große Treffen der Sklaventreiberinnen und ein großes Besäufnis, weil man das halt so macht, wenn eine Tiara den Löffel abgegeben hat. Das hat sich also nicht wirklich geändert. Auch im Jahr 3000 wird noch jede Gelegenheit genutzt, um sinnlos zu feiern.

Die Gruppe von aufständischen Kerlen rund um Korvis will die Party sprengen und das Camp abfackeln. Und das ausgerechnet jetzt, wo in jedem Zimmer scheinbar heiße Lesbenaction angesagt ist. Sie warten bis zum Morgen, als alle verkatert sind und infiltrieren das völlig unbewachte Camp, in de wirklich absolut niemand wach ist. Wie zur Hölle haben diese Frauen es geschafft, die Macht an sich zu reißen?

Die Männer um Korvis befreien also problemlos alle Sklaven und den Big Foot und legen halt Feuer. Spannend ist das alles nicht gerade. Schon gar nicht, wenn man genau das vorher genau so ankündigt.

Das ist sicher ein guter Moment, um mal die Sprache des Jahres 3000 zu erläutern. „Machos“ sind Sexsklaven. „Toys“ sind Typen ohne Zunge, die als Haustier gehalten werden. „Seeders“ sind für die Besamung zuständig. Und „Plastic“ heißt schlicht, dass etwas scheiße gelaufen ist. Keine Ahnung, warum ausgerechnet „Plastic“. Vielleicht, weil das so schlecht abbaubar ist wie ein Scheißtag, der auch nie endet.

Korvis hat auch einen Scheißtag, denn er wird mit einer Armbrust abgeballert, fällt gefühlt hundert Meter einen Canyon runter und landet in einer Höhle. Mich würds nicht wundern, wenn gleich die Morlocks auftauchen, aber den Cameo hatte zu der Zeit ja schon ein anderer Knaller erledigt. Korvis folgt also dem Höhlenverlauf und findet sich in einem alten Bunker wieder. Darin findet er das güldene Lieblingshemd von Prince, ein neues Buch und eine Laserwaffe, mit der er natürlich erstmal voller Begeisterung wild rumballert. Auch daran hat sich im Jahr 3000 nix geändert. Männer schießen immer noch willkürlich in der Gegend rum, sobald sie ein Rohr in der Hand halten.

Korvis verkleidet sich als Darth Vader vom Planeten Vulkan und trifft draußen irgendeinen Opa. Dann raffe ich absolut nix und er lacht sich kaputt. Oh, und er hat einen waschechten Ghettoblaster gefunden.

Die Tiara-Tussen zicken sich an. In Camp Reagan werden die Machos unter Wasser gedöppt, um sie zu Männern zu machen. Das sind ja Methoden. Noch nie was von Waterboarding gehört, oder was?

Korvis kommt mit grauenhafter Kackmucke angeritten. Warum müssen die in diesen Filmen eigentlich immer diese fürchterliche 80er Rockmusik benutzen? Er hat Granaten dabei und er ist jetzt der Präsident. Oh, und eine Dose Haarspray für Big Foot gibt es auch noch.Yay! Party!

Korvis präsentiert sich dann den Frauen in voller „Präsidentenkluft“. Also im Strahlenschutzanzug. Dazu veranstalten seine Freunde ein Feuerwerk mit Granaten und Lasershow und allem Brimborium, das dazu gehört. Der „Präsident“ will mit der blonden Tiaraanwärterin labern und eine andere Trulla fällt n Ohnmacht. Wie haben diese Frauen noch mal die Macht erlangt?

Morha ist skeptisch. Um genau zu sein, hält sie das alles für einen Trick. Immerhin eine hier, die was in der Birne hat. Die verschwört sich dann mit anderen Trullas und will mit Dynamit die Macht an sich reißen. Aha. Geht doch. Endlich mal jemand, mit einem Plan, der auch funktionieren kann.

Präsident Korvis nimmt Blondie mit nach wasweißichwohin. Morha und Co. kochen Suppe, oder so. Ach so, Korvis und Blondie sind in dem Bunker. Hab ich erst nicht erkannt, wegen dem komplett eingerichteten Schlafzimmer, das aussieht, als hätte JR Ewing da gewohnt. Uiuiui, Geknutsche. Was dieser Film eindeutig nicht gebraucht hat, ist eine Liebesgeschichte.

Deshalb gehe ich da mal nicht weiter drauf ein und gucke mir die spannende Action an, bei der Männer und Frauen wahllos Granaten durch die Gegend werfen und Big Foot mit dem Ghettoblaster übers Schlachtfeld tanzt. Willkommen in der Post-Apokalypse.

Der Präsident muss also eine Entscheidung treffen und entscheidet, dass es das beste ist, alle wieder wegzubomben wie damals 1986. Also vor 900 Jahren, ihr versteht schon. Aber Blondie redet ihm ins Gewissen und nach ungefähr 3000 Minuten des Palavers legen alle ihre Waffen nieder und Big Foot springt erfreut mit dem Ghettoblaster in die Luft.

Ich will gar nicht wissen, wie beschissen die Filme in 900 Jahren sein werden. Ich gehe mich einer Frau unterwerfen …