Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Unterwasserforschung am lebenden Objekt

Guillermo del Toro ist ja wohl eindeutig ein großer Fan von Fischmutantenfilmen. Also so wie ich. Wir hatten hier ja schon einige Mutationen, was Mensch gekreuzt mit Meeresbewohner angeht. Wer erinnert sich nicht mit großer Freude an den Jellyfishman und den grandiosen Jellyfish-Song? Nun kommt also del Toros „The Shape Of Water“ in die Kinos. Also in manche. Hier im Umkreis natürlich nicht, denn sonst könnte ich mir den ja angucken. Aber gut, da ich mit den Kinos ohnehin abgeschlossen habe, die sich einfach mal derbe ficken und von mir aus alle den Bach runter gehen können, muss ich eben andere Fischmutantenfilme gucken. Mal schauen, was dieser hier so kann:

KAITEI DAISENSO – THE TERROR BENEATH THE SEA – Japan – 1966 – 79 Min.

Die NAVY führt ihr neues Torpedo-U-Boot „Bloodhound“ vor und ich muss schon sagen, der Presseraum ist schon eine grandiose Abstellkammer. Passen ganze 10 Leute rein. Jedenfalls erklärt der Kommandant, dargestellt von Franz Gruber, dem Bruder von Hans, dass das U-Boot unbemannt ist und ferngesteuert wird. Und so nebenbei besteht eine zwanzigprozentige Chance, dass sie die KI des Boots gegen die Menschen stellt, aber darum sollte man sich keine Sorgen machen. Was mich mal interessieren würde: Wer taucht eigentlich neben dem U-Boot her, um das alles zu filmen, damit sich die Presse das alles auf einem Monitor angucken kann? Und wie viele Kameras haben die vorher unter Wasser installiert, damit man auch noch mehrere Kameraeinstellungen bieten kann?

Die Torpedos treffen dann das eigene U-Boot und zwischendurch schwimmt noch ein undefinierbares Schwimmobjekt durchs Bild und niemand weiß, was das wohl war. Spannend.

Sonny Chiba, dem ein oder anderem hier vielleicht bekannt als Hattori Hanzo aus „Kill Bill“, spielt Ken und er war bei der grandiosen Vorführung anwesend. Zusammen mit Jenny, gespielt von Peggy Neal in ihrem ersten Film von insgesamt drei, geht er tauchen und Jenny verliert ihre Kamera. Macht aber nichts, denn kurz darauf findet sie sie wieder. Und mit „kurz darauf“ meine ich, nach gefühlt 10 Minuten völlig uninteressanter Tauchszenen, in denen absolut gar nichts passiert, außer, dass die Musik nervt ohne Ende. Und dann kommen die Fischmutanten und erschrecken Jenny zu Tode.

Leider ist der einzige Beweis für die Existenz der Fischmutanten auf ihrer Kamera, die sie dooferweise erneut verloren hat und so glaubt ihr keine Sau auch nur ein Wort. Eindeutiger Fall von Sauerstoffmangel lautet die Diagnose. Könnte man natürlich auch über den ganzen Film sagen, aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Der Plan ist klar: Ken und Jenny gehen wieder tauchen und suchen die Kamera. Aber natürlich finden sie nur die Fischmutanten und werden entführt.

Die NAVY sucht die Vermissten und findet die Kamera. Was für ein Zufall. Offensichtlich findet hier niemand, wonach er sucht, aber jeder findet irgendwas. Nachdem die NAVY das Bild des Fischmutanten gesehen hat, ist die Lage klar: Seek & Destroy. Dann gibt es doch einen Umschwung und man macht einfach gar nichts. Der Kommandant kann es nicht fassen und will trotzdem tauchen gehen, darf aber nicht.

In einem Labor wird Kens Hirn gescannt und ich frage mich gerade, wer die Leute da sind. Das sind ja normale Menschen. Wo sind die geilen Fischmutanten hin? Der Anführer mit der Sonnenbrille heißt Dr. Rupus Moore und er lebt hier in einer Unterwasserstation, in der er das Leben der Zukunft plant und dazu gehören offenbar auch Fischmutanten. Ken soll ihm bei Forschungen helfen, hat aber mal so gar keinen Bock. Um ihn doch zu überzeugen, darf er bei der Fischmutation eines Menschen zugucken und da zieht man wirklich alle Register der Stop-Motion, die man für 5 Mark so auftreiben konnte.

Eine Viertelstunde später, ist die Mutation dann auch mal fertig und Dr. Moore zeigt, was die Fischmutanten, oder wie er sie nennt „Cyborgs“, so können, indem er ihnen über Computer Befehle wie „arbeiten“ und „kämpfen“ gibt. Und was für ein Kampf es ist. Wie zwei Fische, die an Land zappeln.

Die NAVY findet einen ganzen Haufen von radioaktiven Fässern unter Wasser und … keine Ahnung. Man fährt wieder zurück.

Ken und Jenny starten einen grandios ausgeklügelten Fluchtversuch. Also, man läuft einfach los. Es sollte klar sein, wie erfolgsversprechend das ist. Nebenbei haben die Fischmutanten auch noch einen Professor von der NAVY entführt und jetzt haben die natürlich so richtig Bock, denen in den Arsch zu treten.

Jenny wird zur Mutantin gemacht und das kann eigentlich nur bedeuten, dass ich mir die grandiosen 5-Mark-Effekte noch mal angucken darf. Mann, Jenny verkraftet es gar nicht gut, dass ihr gerade die Haut weggammelt. Ken hingegen ist irgendwie die Ruhe in Person. Als hätte er noch nie was anderes als weggammelnde Haut bei seiner Freundin gesehen. Aber gut, wer weiß schon, wie weit die Beauty-Industrie damals war. Vielleicht gehörte weggammelnde Haut auch einfach zum Alltag.

Tara, tara, die NAVY ist da. Und natürlich ballern sie Torpedos auf die Station, ohne vorher irgendjemanden daraus zu retten. Dr. Moore hat allerdings die besten Abwehrmechanismen am Start und wehrt den Angriff locker ab. Aber es entbrennt ein Unterwasserkampf unglaublichen Ausmaßes und dabei nehmen sowohl U-Boot als auch Unterwasserstation erheblichen Schaden. Dummerweise geht auch der Computer kaputt, mit dem die Fischmutantencyborgs gesteuert werden und die laufen jetzt Amok. Dadurch fliegt dann ein Großteil der Station in die Luft.

Die NAVY sieht das und der Kommandant hat natürlich den Plan der Pläne: „I’m going in!“ Immerhin haben sie die Gewaltgeilheit des Militärs ganz gut eingefangen hier.

Nach einigen weiteren fantastischen Kampfszenen zwischen Mensch und Fischmutant wollen Ken, Jenny und der Professor aus der Basis fliehen, was zu weiteren fantastischen Kampfszenen zwischen Mensch und Fischmutant führt. Und dann zu Kampfszenen zwischen Mensch und Mensch, als man noch schnell Dr. Moore erledigt. Durch dessen Fluchtfahrstuhl verlässt man dann die Station, aber Jenny fällt in die Hände von irgendeinem anderen Typen und den muss man dann auch noch schnell umkloppen. Sekunden bevor die Station in die Luft fliegt, kann man sich mit einer Rettungskapsel in Sicherheit bringen und wird von der NAVY aus dem Wasser gefischt.

Spaßiger Spaß mit Fischmutanten. Herrliche Kämpfe, grandiose Effekte, beknackte Story. Was will man mehr? Ich gehe meine Fische füttern …

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