Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Terry Becker

The Thirsty Dead – Horrorctober 2017

Was wäre der Horrorctober ohne etwas Blutsaugeraction? Vermutlich gut, aber darum geht es hier ja nicht. Deshalb geht es heute ums Bluttrinken vom Feinsten. Denke ich. Was weiß ich, ich gucke den ganzen Quark hier ja auch zum ersten Mal. Und die Blutsaugeraction aus dem letzten Jahr kann man wohl eh nicht mehr überbieten. Wisst ihr noch, wie der Typ da den toten Weibern das Blut mit einem Strohhalm aus den Titten gesaugt hat? Stellen wir uns besser auf etwas ein, dass nicht ganz so dämlich ist, aber den Versuch ist es ja immer wert.
Und schon mal vorweg: Lasst euch nicht davon täuschen, dass die Phillipinen hier eine Rolle spielen. Da kamen zwar so einige blutige und nackige Trashperlen her, aber der hier geht wohl etwas zahmer zur Sache. Aber kann ja trotzdem Spaß machen, also schauen wir mal.

THE THIRSTY DEAD – USA – Philippinen – 1974 – 88 Min.

Das Meer. Es ist so … nass. Und man kann es wunderbar filmen. Zum Beispiel bei einem Sonnenuntergang. Hach. Wunderschön. Noch etwas ranzoomen. Moment mal, hat die Kamera keinen Stufenzoom? Ach egal, wird dem Zuschauer sicher nicht auffallen. Doch tut es. Und wie. Na das wird ja ein riesiger Spaß der absoluten Billigkeit werden. Oh, Freude.

Eine leicht bekleideteDame tanzt in einem Käfig. Dieser Käfig gehört offenbar zu einem eher zwielichtig wirkendem Lokal voller notgeiler Matrosen. Im Radio wird so nebenbei von Entführungen von jungen Frauen in Manila berichtet. Es ist klar, dass unsere Tänzerin Claire das nächste Opfer ist.

Die Cops fahren mit Blaulicht durch die Nacht und das ist auch gut so, denn sonst würde man hier gar nichts erkennen.

Laura und irgendeine Typ lieben sich so richtig volle Kanne. Aber Laura wird entführt und der Typ guckt einfach zu. Na ja, Liebe hat nun mal auch ihre Grenzen. Die entführten Frauen werden auf einem Boot in den Urwald geschippert und die Musik erinnert irgendwie an das Dschungelbuch. Liegt aber vielleicht auch einfach nur am Dschungel. Laura und Ann lernen Bonnie und Claire kennen, die schon etwas länger im Gestrüpp rumhocken. Und dann werden alle von irgendwelchen Dschungelfritzen durch den Busch geführt und landen in einem Dorf.

In diesem Dorf hat niemand jemals eine Schauspielausbildung genossen. Und es handelt sich um einen Kult, der das Blut von jungen Frauen trinkt, um unsterblich zu bleiben. Und sie haben eine komischen rote Kiste mit einem Kopf drin auf einem Podest stehen. Also nicht unbedingt ein Urlaubsparadies für entführte Jungfrauen. Wobei die ne Menge Spaß zu haben scheinen, während sie in einer heißen Quelle baden. Stockholmsyndrom vom Feinsten.

Laura wird zum Obersektenguru gebracht, der eine künstlerische Ader hat und ein Porträt von ihr gemalt hat, lange bevor sie herkam. Also hat er auch noch hellseherische Fähigkeiten. Er erklärt, dass die Mädchen eine Wahl haben, nur welche, verrät er irgendwie nicht. Also wenn man mich fragt, sind sie Gefangene und haben absolut keine Wahl, das zu ändern. Da wirds dann schon eng mit der Demokratie.

Es folgt ein Opferritual Schrägstrich Theateraufführung über Ranu und Baru, die vor fünfhundert Jahren gestorben sind und jetzt die Götter von dem Stamm hier sind. Was irgendwie absolut keinen Sinn ergibt, ist, dass Ranu und Baru eben auch im wahren Leben Baru und Ranu heißen, also leben die doch noch? Oder halten die sich hier einfach für Götter? Sind sie einfach alle irre? Okay, die Frage beantwortet sich eigentlich von selbst.

Laura beginnt auch, den ganzen Quatsch zu hinterfragen. Spätestens, als sie das Blut von einer ihrer Freundinnen trinken soll, hat sie die Schnauze voll. Irgendwo muss man schließlich eine Grenze ziehen. Damit hat sie sich aber endgültig alle Freundschaftspunkte bei Baru dem Pinselschwinger verspielt und wird erstmal so richtig ausgepeitscht.

Baru und sein Pinsel haben Laura noch nicht aufgegeben, aber die lässt sich nicht mehr bequatschen und will zu ihren Freundinnen, denn sie wird sich niemals dem Kult der Blutsäufer anschließen. Stattdessen will sie mit ihren Freundinnen fliehen, auch wenn Claire nicht sicher ist, ob sie es nicht doch so richtig geil bei den Blutkultigen findet.

Es folgt die spannende Flucht durch den Dschungel, bei der man schon nach drei Metern Bekanntschaft mit einer Schlange macht, die aber wenig Interesse an den Flüchtigen zeigt und einfach weiter schlängelt. Wer kann es ihr verdenken? Interesse an irgendwas ist hier ohnehin nicht vorhanden.

Natürlich landen die Mädels wieder in den Händen des Blutkults und Baru ist enttäuscht von Laura. Aber auch immer noch scharf auf sie, wie es scheint. Irgendein Typ ohne Hose will dann bei der Flucht helfen. Claire stellt sich aber quer und will bleiben, weil sie es tatsächlich so richtig geil bei den Blutkultigen findet. Und dann fällt sie in einer Höhle in eine Grube und ist hinüber.

Die Kannibalen greifen an und ich habe keine Ahnung, wo die jetzt plötzlich herkommen. Aber wenn sie helfen, den Quatsch hier endlich zu beenden, können sie gerne noch etwas länger bleiben.

Die Frauen und der Hosenlose nutzen die Gelegenheit zur erneuten Flucht. Also rennen sie wieder durch den Dschungel. Und natürlich passiert dabei minutenlang gar nichts. Und dann stirbt Baru mitten im Wald, weil … er halt stirbt. Vorher mutiert er noch zum Opa, weil er vermutlich zu wenig Blut gesoffen hat, oder so.

Die Mädels werden dann von einem Jeep aufgegabelt und fahren nach Hause. Und da wären sie besser von Anfang an geblieben und hätten mir diesen langweiligen Quark erspart.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober gibt es in der Übersicht.

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