Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Steve Beck

Thir13en Ghosts – Horrorctober 2017

Was würde besser als Nummer 13 im Horrorctober passen, als:

THIR13EN GHOSTS – 13 Geister – USA – Kanada – 2001 – 91 Min.

Der Film beginnt auf einem Schrottplatz und hat natürlich damit schon gewonnen. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle schon abbrechen. Mache ich aber natürlich nicht, denn jetzt will ich doch wissen, was die ganzen LKW da auf dem Schrottplatz wollen. Dennis Rafkin, ab Sekunde eins nervig dargestellt von Matthew Lillard, hat eine Gabe: Er kann Geister aufspüren. Deshalb hat Cyrus Kritikos, von der ersten Sekunde an recht gelangweilt dargestellt von F. Murray Abraham, ihn angeheuert, um die 13 Geister aufzuspüren und zu fangen. Und einer davon ist eben auf dem Schrottplatz.

Ebenfalls auf dem Schrottplatz sind die Geisterverteidiger, die voll gegen Cyrus und seine Pläne sind. Als der einen Truck voller Blut rankarrt ist auch Dennis skeptisch. Der Geist wird dann in einem Kasten mit Runen gefangen, dabei gehen aber einige Handlanger drauf. Und auch Cyrus, der von einer Stoßstange geköpft wurde.

Familie Kritikos, bestehend aus Tony Shalhoubs Arthur und Tochter Kathy aka Shannon Elizabeth und einem Blag dessen Namen ich gerade nicht parat habe und natürlich der schwarzen Putzfrau haben das Schloss von Cyrus geerbt, wie Anwalt Ben Moss gerade erklärt.

Also geht es zum Schloss, während die überlebende Geisterverteidigerin Kalina ebenfalls dorthin aufbricht. Und Dennis ist auch da, getarnt als Elektriker. Das ganze Schloss ist ein gigantischer Glasbaukasten, mit Runen beschrieben, damit die Geister nicht raus können. Natürlich sind alle beeindruckt und hoffen, dass ihnen niemand beim Kacken durch die Glastüren zuguckt.

Dennis geht in den Keller und hat spastische Effekte, was wohl bedeutet, dass Geister in der Nähe sind. Das folgende Schnittgewitter sorgt beim Zuschauer auch fast für Anfälle. Dann erklärt er Monk, was da abgeht mit den Geistern und so, aber der glaubt ihm natürlich kein Wort. Sohn Bobby und die Putzfrau finden spezielle Brillen, mit denen man die Geister sehen kann. Der Anwalt hat auch so eine und geht in den Keller und zum großen Maschinengelötraum, um seine Knete einzusammeln. Und dann gehen die Türen von den Geistern auf und der Anwalt muss natürlich als erstes dran glauben, indem er von einer Glastür in zwei Hälften geteilt wird, was nebenbei ziemlich cool aussieht.

Bobby wird von den Geistern im Keller verfolgt und sieht seine tote Mutter. Die anderen suchen ihn. Matthew Lillard ist mit seiner Rolle komplett überfordert, was aber auch nicht weiter verwundert, denn er ist nun mal Matthew Lillard, der sonst lieber Sextipps gibt. Kalina taucht dann auch auf und es geht erstmal minutenlang wild durch den Keller voller Geister und Idioten.

Kalina will die Geister frei lassen mit Hilfe der Maschine. Arthur interessiert das nicht, denn er will nur seine Familie raus bringen. Aber dazu muss er erst Kalina helfen. Man kennt das ja. Ein paar schlechte CGI-Effekte dürfen bei einem Film aus dieser Zeit nicht fehlen, aber darüber kann man mal hinwegsehen, denke ich.

Nachdem sich alle in die Bibliothek gerettet haben, erklärt Kalina, dass der vierte Geist Arthurs Frau ist. Der ist angepisst und haut Dennis eine rein, weil der Cyrus geholfen hat.Kalina entschwurbelt dann, was es mit den ganzen Geistern auf sich hat und dass man mit deren Hilfe ein Tor zur Hölle öffnen kann. Dazu hat Cyrus das Schloss gebaut, das kein Schloss ist, sondern eine Maschine, um das Tor zu öffnen. Der 13. Geist ist eine Art Absicherung, damit der Plan aufgeht, oder so. Und der 13. Geist soll Arthur sein, da der 13. Geist nur durch einen Akt der Liebe entstehen kann, indem er sich für jemanden opfert. Also seine Kinder. Irgendwie schon fast zu durchdacht für so einen Streifen, wenn man mich fragt.

Man plant, den ganzen Schuppen wegzubomben, denn Kalina hat etwas Dynamit dabei. Es geht also zurück in den Keller, wo Kalina dann die Putzfrau umkloppt und mit Cyrus rummacht, der um die Ecke kommt und scheinbar noch lebt, weil das in so einem Film nun mal immer so ist. Geisteraction mit Arthur und Dennis und Dennis macht nen Abgang.

Die Kids von Arthur stehen dann in der Mitte der Maschine, damit Arthur sich für sie opfern muss und so. Stattdessen haut er aber lieber Cyrus vor die Fresse. Der hat aber einen coolen Stab und kann damit das Blatt wenden. Die Putzfrau haut Kalina eine rein und fummelt an der Bedienung der Maschine rum. Dadurch wenden sich die Geister gegen Cyrus und schmeißen ihn in die Maschine. Geisterdennis empfiehlt Arthur dann, die ganze Sache zu beenden und der ist der absolute Timingkönig und springt in die Maschine, ohne dass er von ihr zerfetzt wird. Und dann fliegt der ganze Schuppen in die Luft.

Die Geister latschen in den Wald und irgendwie bin ich mir echt nicht sicher, ob das so jetzt alles die richtige Entscheidung war, wenn die jetzt frei rumlaufen.

Spaßiger Quatsch, muss ich sagen. Effekte können sich auch teils noch sehen lassen. Nur die Darsteller schwanken zwischen okay und völlig fehlbesetzt.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober gibts in der Übersicht.

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Ghost Ship – Horrorctober 2017

Von der Insel ab aufs Boot. Der Horrorctober geht weiter mit einem Streifen, den der ein oder andere vermutlich sogar gesehen hat.

GHOST SHIP – USA – Australien – 2002 – 91 Min.

Es dauert ein paar Minuten, bis ich mich von dem Gedanken verabschieden muss, dass ich hier eine Folge vom „Traumschiff“ erwischt habe. Was für eine harmonische Kreuzfahrt. Und dann kommt das Schnetzelkabel übers Deck gefegt und tötet ALLE Menschen, die auf dem Schiff sind, weil die gerade alle auf dem Deck tanzen. Also keiner ist unter Deck, oder am Steuerrad, oder auf dem Ausguck, oder wird gekielholt. Alle tot. Außer ein kleines Mädchen, das gerade so klein ist, dass das Todeskabel über sie hinweg geschnetzelt ist.

Irgendwann später sitzt die Schiffwracksuchcrew rund um Gabriel Byrnes Murphy rum und wird von einem Typen angeheuert, um ein Schiffswrack zu finden. Also schippert man los aufs Meer, beim beschissensten Pisswetter, dass man sich vorstellen kann. Und dann stößt man mitten im Meer auf das alte Luxusschiff, das quasi aus dem Nichts auftaucht. Oder man hat es bei dem Kackwetter einfach nicht gesehen, was wahrscheinlicher ist. Murphy ist Vollprofi und Alleskenner und weiß direkt, um welches Schiff es sich handelt. Also, an mir ist ja sicher kein Experte der Seefahrt verloren gegangen, aber wenn ein Schiff seit hundert Jahren oder so vermisst wird und dann plötzlich auf dem Ozean rumschippert, wo das angeblich in all der Zeit niemand gefunden hat, wäre etwas Skepsis durchaus angebracht, finde ich. Ja, das Meer ist groß, aber ein Schiff auf der Oberfläche sollte schon aus Zufall irgendwann einfach gesehen werden. Nicht erst, wenn irgendwelche Honks im Monsun dagegen ballern.

Natürlich will man das Schiff erkunden und tapert durch das Wrack, ohne dabei mal zu hinterfragen, wo eigentlich die Crew abgeblieben sein könnte. Man findet eine Digitaluhr, was bedeutet, dass schon vor ihnen Leute auf dem Schiff waren, denn die gab es damals noch nicht. Die Fahrt war übrigens 1962, also doch nicht ganz so lange her, was aber nichts daran ändert, dass die das hier alles zu locker nehmen. Außer Murphy, der eine Gruselgeschichte von einem unbemannten Schiff erzählt. Der folgende Plan ist simpel. Das Schiff zum Hafen ziehen. Auch wenn noch fraglich ist, ob die Nussschale, mit der die unterwegs sind, dazu überhaupt in der Lage ist.

Epps, gespielt von Julianna Margulies, hat ein kleines Mädchen an Bord des Geisterschiffes gesehen, aber denkt sich erstmal nichts weiter dabei. Am nächsten Tag taucht man etwas rum und stellt fest, dass das Schiff sinkt. Sollte einem das nicht noch mehr zu denken geben, dass das Teil eigentlich gar nicht mehr über Wasser sein sollte? Offenbar nicht, denn es führt nur zu dem Plan, das Leck zu reparieren. Epps findet Patronenhülsen im Schiff. Oh, und das Mädchen sieht sie auch wieder und legt sich übelst aufs Maul durch den Schock.

Alle anderen haben dann auch erste Geistererscheinungen und über Funk läuft das Lied, dass am Anfang zur Tanzszene gespielt wurde. Spooky, so eine italienische Sängerin. Epps und Jack finden ein paar Leichen und Isaiah Washington findet ein Klavier und dann finden Epps und Jack eine Kiste voller Ratten … und Goldbarren. Und kurz darauf eine ganze Schatzkammer. Kam mir gar nicht wie ein Piratenschiff vor.

Natürlich beschließt man, das Gold einzusacken und abzuhauen. Aber man kennt das ja. Man ist auf einem verlassenen Geisterschiff und nichts passiert, aber dann nimmt man einen Goldbarren mit nach Hause und schon ist man auf ewig verflucht. Also explodiert das Boot, mit dem sie gekommen sind, und Santos gleich mit.

Man muss auf dem Schiff campen und macht ein Lagerfeuer an Deck. Ich frage mich ja immer noch, wer eigentlich die ganzen Leichen vom Anfang von Deck gewischt hat, damit die jetzt niemand findet. Jedenfalls ist man sich nicht einig, ob man das Schiff reparieren, ein Floß bauen, oder sich einfach gegenseitig in die Fresse hauen soll. Also fängt man mit Idee 3 an. Anschließend testet man mal, wie lange sich Konserven und Champagner eigentlich so halten und Epps tapert durch das Schiff und sucht das Mädchen, findet aber nur eine tote Oma im Schrank.

Isaiah hat genug alten Champagner gesoffen und jetzt kann um ihn herum der Geisterspuk losgehen. Und alles durch die Gegend fliegen und sich wieder zusammensetzen und plötzlich findet er sich umringt von Gästen auf dem Tanzparkett wieder. Murphy kriegt derweil vom Kapitän des Schiffs einen Scotch eingeschenkt. Ich sags ganz ehrlich, ich mag diesen langsamen Aufbau. Der Film läuft schon fast ne Stunde und der Gruselfaktor erhöht sich eigentlich durchgehend. Auch wenn es immer Grusel-Light bleibt.

Epps kriegt Besuch vom Mädchen, die natürlich ein waschechter Geist ist. Der Kapitän erklärt Murphy, dass sie die „Lorelai“ gefunden haben und von ihr das Gold eingesackt haben. Murphy hat Befürchtungen und beschließt, dass Abhauen die beste Option ist. Sängerin Francesca verführt Isaiah. Es dürfte klar sein, was gleich kommt. Die Geister werden zuschlagen.

Santos ist auch ein Geist und sucht direkt mal Murphy heim. Es ist klar, dass sie von dem Schiff runter müssen. Auch wenn mir nicht ganz klar ist, wo sie hin wollen. Isaiah fällt in einen Fahrstuhlschacht, weil Francesca ihn in eine Falle gelockt hat. Murphy denkt, Epps ist Santos und geht auf sie los. Jack kann ihn im letzten Moment umkloppen. Alle haben sich versammelt und wollen dem Plan nachgehen, das Schiff zu reparieren, damit man damit zum Festland fahren kann. Die Geister scheint das nicht im Geringsten zu stören, denn sie lassen sie erstmal machen. Ergibt ja irgendwie auch Sinn, denn wenn der Kahn sinkt, können sie ja nicht mehr rumgeistern.

Das Mädchen zeigt Epps, was an Bord des Schiffes wirklich passiert ist. Scheinbar war ein Mordkommando am Start und hat einfach alle umgenietet, die da waren. Keine Ahnung, wie da das Schnetzelkabel da reinpasst, denn diese Arbeit würde sich eine bewaffnete Truppe wohl kaum machen. Und mit diesem Zusammenschnitt hat man jetzt mal schnell jede Atmosphäre zerstört, die der Film zuvor aufgebaut hat. Glanzleistung. Jedenfalls hatte wohl Jack, der ja mit dem Auftrag zu Murphy kam, was damit zu tun und Epps erzählt Dodge davon. Die will Munder holen, aber der wird gerade in ein Zahnrad gezogen und ist hinüber.

Jack will Dodge killen, aber der hat seine Shotgun im Anschlag und ballert ihn weg. Es leben also nur noch Epps und Dodge. Sie will das Schiff versenken, aber er will das Gold mitnehmen. Aber Epps ist etwas schlauer als alle anderen und merkt, dass es nicht Dodge ist, sondern Geisterjack, der wie Dodge aussieht. Nun ja, es kommt natürlich zum obligatorischen Endkampf und Epps sprengt den Kahn, der dann absäuft. Natürlich kann sie selbst noch rausschwimmen und zugucken, wie die Seelen der Geister durch die Gegend schwirren.

Auf einer Schatzkiste treibend wird Epps sechzig Jahre, oder Minuten, man weiß es nicht genau, später im Meer aufgegabelt und sieht noch, wie irgendwelche Typen das verfluchte Gold an Bord laden. Angeführt von Jack. Hui, spooky.

Eigentlich schade, wie völlig unnütz der Film nach einer knappen Stunde die komplette Atmosphäre einreißt und zu völligem Quark verkommt. Der war eigentlich auf einem guten Weg.

Alle Filme des diesjährigen Horroctober gibt es in der Übersicht.