Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Mach was #4

Okay, folgendes: Da mir momentan etwas die Motivation fehlt, mir unfassbar bescheuerte Geschichten aus den Fingern zu saugen (aufmerksame Besucher des Filmschrottplatzes, wissen warum), gibt es heute mal keine neue Kurzgeschichte.

Da ich aber trotzdem beim kleinen Kreativprojekt Mach was weiterhin teilnehmen will, einfach weil ich Bock habe, das Projekt zu unterstützen und es in der weiten Welt (oder unter den gefühlt 12 regelmäßigen Lesern hier zu verbreiten) gibt es auch diesen Monat was.

Das Thema lautet: ZWERGE

Da ich nun mal keine Lust hatte, was neues zu fabrizieren, habe ich mir überlegt, mal nen Auszug aus meinem (mittlerweile in der ersten Testlesephase oder wie auch immer man das nennt, befindlichen) Roman „Verfluchte Bücher“ hier reinzukloppen. Denn auch da kommen Zwerge vor.

Dazu muss ich aber vielleicht mal kurz die Grundlage erklären, die zu dieser Szene führen:

Richard, Rela und Aldo befinden sich auf einer Weltrettungsmission, um eine „böse“ Macht daran zu hindern, das Land Inzaneria ins Chaos zu stürzen. Um erfolgreich zu sein, müssen sie mehrere magische Bücher finden und sie zerstören. Eines dieser Bücher befindet sich in einem Turm, der von Mentagie (einer Form der Magie) umschlossen ist. Um in den Turm zu gelangen, müssen sich die Helden schützen. Der einzige mögliche Schutz bietet ein Material namens Tutelium, das die Zwerge in den Minen horten. Also brechen die Helden zu den Minen auf, um dieses Tutelium zu stehlen.

Hier also ein kurzer Auszug. Bedenkt, dass das nicht unbedingt fertig und nix in Stein gemeißelt ist.

Es wurde dunkel, als die Gruppe die Minen erreichte. Ein kleiner, bärtiger Mann saß, an einen Stein gelehnt, auf dem Boden und schnarchte, wobei die Essensreste in seinem Bart vibrierten. Seine Axt rutschte ihm aus den Händen und fiel scheppernd zu Boden. Der Zwerg wachte auf und sah drei Menschen, die versuchten, sich an ihm vorbei zu schleichen.
»Hey!«, rief der Zwerg und stand auf. »Wartet! Ich muss euch erst ankündigen.«
Er stand auf und holte sie kurz vor dem verschlossenen Tor zur Mine ein. Nach kurzer Schnappatmung fand er seine Stimme wieder.
»Ihr könnt nicht einfach eintreten. Wenn ich euch nicht ankündige, könnte das fatale Folgen für euch haben.«
Er öffnete das Tor und rief hinein: »Mama! Besuch!« Er sah die drei an. »Okay, kommt rein.«
Sie traten durch das Tor in eine Halle, deren Wände so hoch ragten, dass sie in der Dunkelheit verschwanden. An den hohen Säulen in der Mitte der Mine flackerten Fackeln, die das einzige Licht spendeten.
»Gäste, wie schön.« Eine Frau kam aus einem Seitengang und reichte den Besuchern die Hand. Sie überragte jeden von ihnen um mindestens einen Meter. »Willkommen in den Minen. Mein Name ist Gloria. Ihr kommt gerade rechtzeitig zum Essen.«

ZWERGE

Die Zwerge gelten als das gastfreundlichste Volk Inzanerias. Das liegt in erster Linie an Gloria, der Mutter aller Zwerge. Bis heute ist es eins der zweiundvierzig großen, ungelösten Geheimnisse, wie eine drei Meter große Frau sieben ein Drittel so große Männer gebähren konnte. Experten glauben, dass es daran liegt, dass ihr Mann ein Gnom gewesen sein könnte, aber einen Beweis gibt es dafür nicht.
Die Zwerge auseinanderzuhalten ist schwierig, da sie alle wie ein fass aussehen, auf dem jemand ein altes Fell abgelegt hat. Es ist nicht so, dass sie besonders starken Haarwuchs haben. Sie sind nur zu faul, sich zu rasieren. Ihre zeit verbringen sie lieber mit Essen und möglichst geringer Bewegung.
Gloria brachte all ihren Kindern gute Manieren bei. Wenn nötig mit Gewalt, oder – was für Zwerge viel schlimmer ist – indem sie aufhörte, für sie zu kochen. Das wäre bei anderen Völkern keine richtige Strafe, da aber die Zwerge nicht mal in der Lage sind, eine Scheibe Brot zuzubereiten, ohne sich dabei einen Finger abzuschneiden und die Nahrungsaufnahme etwa neunzig Prozent des Tagesablaufs eines Zwergs bestimmt, zeigte die Methode immer Wirkung.
Glorias Tagesablauf hingegen besteht zu neunundneunzig Prozent daraus, in der Küche zu stehen und zu kochen. Deshalb kommen in neunundneunzig von hundert Fällen die Besucher in den Minen immer gerade rechtzeitig zum Essen.

Durch einen hohen Rundbogen führte Gloria die dreiköpfige Gruppe in ein Esszimmer. Schlanke, bleiche Wesen deckten einen langen Tisch und trugen in gebückter Haltung das zubereitete Essen heran. Sie sahen die Besucher aus großen, traurigen Augen an.
»Setzt euch. Wenn ihr einen Wunsch habt, fragt einfach danach. Die Sumpholoiden werden euch mit Freude bedienen.«
»Sie sehen nicht sehr glücklich aus«, erkannte Rela.
»Sie zeigen es nicht, aber sie waren nie fröhlicher. Ohne uns würden sie immer noch in ihrem Sumpf rumdümpeln.«

SUMPHOLOIDEN

Die Sumpholoiden sind ein hellhäutiges, spitzohriges, mageres Volk, das im Tümpelsumpf lebte. Sie gelten als älteste Wesen Inzanerias, was laut Experten daran liegen könnte, dass sie ihren Sumpf niemals verlassen haben und sich aus allen Streitigkeiten zwischen anderen Völkern heraushielten.
Das änderte sich allerdings, als die Zwerge begannen ihre Minen zu bauen und dringend Hilfe benötigten, sich aber niemand bereit erklärte, freiwillig beim Graben zu helfen. Sie entführten die Sumpholoiden und zwangen sie zur Arbeit in den Minen. Schnell stellten die Zwerge fest, dass genügend Sumpholoiden zum Arbeiten da waren, weshalb sie selber keine Spitzhacke mehr in die Hand nahmen.
Die Sumpholoiden würden wahrscheinlich um Hilfe gegen diese Unterdrückung bitten, aber sie kennen niemanden. Außer den alten Mann, der bei ihnen im Sumpf lebte und dort, auf der Suche nach einem neuen Rezept für Hühnersuppe, zufällig ein Mittel gegen Migräne entwickelte.
Sumpholoiden benennen ihre Neugeborenen nach dem Ort der Geburt. Deshalb heißen die meisten Matschloch oder Pfütze. Seit sie in den Minen arbeiten, gibt es auch vereinzelte Staubhaufen und Karre-die-gerade-einen-langen-Schacht-entlang-rollt.

Nach einem Festmahl, dass keine Wünsche offen ließ – auf das hier aber nicht weiter eingegangen wird, da essende Zwerge einen der grausamsten Anblicke in Inzaneria darstellen – bot Gloria eine Führung durch die Minen an, den die Gäste, nachdem sie sich von dem schockierenden Anblick erholt hatten, dankend annahmen.
Da Gloria mit der Zubereitung der nächsten Mahlzeit beschäftigt war, führte ein Sumpholoide die Gruppe durch die dunklen Gänge.
»Baumkrone, zu Diensten«, sagte er.
»Baumkrone?«
»Das ist mein Name. Es ist eine lange Geschichte.«
Er ging gebückter, als seine Artgenossen. Rela vermutete, dass das bedauernswerte Wesen schon lange in den Minen arbeitete. Sie hatte die Zwerge immer für ihre erstaunliche Arbeit bewundert. Die Erkenntnis, dass sie diese armen Geschöpfe ihre Arbeit verrichten ließen, rückte sie in ein anderes Licht.
Sie erreichten eine Plattform, die an einem Seil hängend über einem Loch schwankte und drohte, jeden Moment in die Tiefe zu stürzen.
Richard blieb stehen. »Da steige ich nicht drauf.«
Rela bestieg vorsichtig die Holzplatte. »Scheint sicher zu sein«, sagte sie, als die Plattform die Höhe nicht innerhalb weniger Sekunden um einige Meter nach unten veränderte.
»Du bist klein und wiegst nichts. Aber das Teil trägt uns niemals alle gleichzeitig.«
»Keine Sorge«, versuchte Baumkrone Richard zu beruhigen. »Über diesen Aufzug wurden schon ganze Felsen transportiert.«
»Felsen tut es auch nichts, wenn sie unten aufschlagen.«
Rela ging zu Richard und flüsterte: »Wir müssen da runter. Wenn das Tutelium existiert, wird es da unten sein.«
»Tutelium?«, fragte Baumkrone.
»Äh, du scheinst gute Ohren zu haben.«
»Sumpholoiden haben ein äußerst gutes Gehör. Aber keine Sorge. Ich führe euch zum Tutelium. Es wird die Zwerge verärgern. Kommt.«
Baumkrone betrat den Aufzug. Aldo folgte ihm. Rela fasste Richard an der Hand. Er ließ sich langsam zur Plattform führen und betrat langsam das wackelige Beförderungssystem. Seile knackten und Gewinde quietschten, während sich die Plattform senkte. Nach einigen Minuten kam der Aufzug auf steinigem Boden zu liegen und die Gruppe fand sich in einem Minenstollen wieder. In verschiedene Richtungen führten Gänge tiefer in den Berg hinein.
»Ich muss um Ruhe bitten«, warnte Baumkrone, »hier unten halten sich Zwerge auf.«
Sie gingen durch einen Stollen. An einer Wand lehnten Spitzhacken.
»Dort befindet sich das Tutelium«, erklärte Baumkrone. »Aber es wird bewacht.«
»Und wie kommen wir an den Bewachern vorbei?«
»Indem wir leise sind. Wenn sie nicht essen, schlafen sie. Wenn wir nicht laut sind, werden sie nicht wach.«
Eine Explosion erschütterte die Mine.
»So viel dazu«, sagte Richard.
Die Zwerge wachten auf, rieben sich die Augen und erblickten mit diesen die Eindringlinge. Einer der Zwerge holte eine Axt hervor und stand auf. Die anderen zwei folgten seinem Beispiel.
»Wir sollten hier verschwinden«, schlug Aldo vor.
Sie liefen unter Führung von Baumkrone zurück durch den Stollen. Die Zwerge verfolgten sie durch den steinigen Gang. Sie erreichten die Stelle, an der die Plattform vor einigen Minuten auf dem Boden gelegen hatte. Sie sahen nach oben. Der Aufzug verschwand in der Dunkelheit.
Etwas haariges fiel aus der Finsternis herab und landete auf dem steinigen Boden. Aldo, Richard, Rela, Baumkrone und die Zwerge sahen den blutigen Klumpen vor ihren Füßen an.
»Es ist Terg«, sagte einer der Zwerge.
»Was ist da oben los?«, fragte ein anderer.
Alle sahen nach oben. Die Plattform sank langsam wieder nach unten.
»Was auch immer auf dem Aufzug ist, es ist mit Sicherheit nicht freundlich«, sagte Rela. »Wir sollten zusammenhalten.«
»Wir sollten abhauen«, schlug Aldo eine Alternative vor.
Einer der Zwerge zog eine zweite Axt unter seinem Bart hervor und reichte sie Richard. »Mein Name ist Gerg«, stellte er sich vor. »Wenn wir das hier überleben, könnt ihr mir erklären, was ihr in unserem Tuteliumlager zu suchen hattet.« Eine weitere Axt wurde an Aldo gereicht.
»Habt ihr auch noch eine Waffe für mich, oder soll ich sie kratzen und beißen?«, fragte Rela.
»Du bist eine Frau«, sagte Gerg.
»Sehr scharfsinnig von dir. Und was ist das Problem?«
»Frauen kämpfen nicht.«
»Wohl noch nie von Melvina gehört.«
»Nein. Wer ist das?«
»Gib mir einfach die Axt.«
Die Plattform kam auf Augenhöhe der größer gewachsenen Anwesenden an. Eine Horde bewaffneter Dragonen belagerte den Aufzug. Die Platte erreichte den Boden. Eine Wurfaxt spaltete den Schädel eines Dragonen.
»Ihr seid nicht willkommen«, sagte Gerg und stürmte voran.

Für Lob, Kritik oder völligen Verriss bin ich wie immer offen. Haut einfach nen Kommentar raus.

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Liebster Award Trilogy – (Mehr oder weniger) intelligente Antworten auf interessante Fragen #4

Meine Herren, bin ich beliebt. Schon das dritte mal wurde ich für den liebsten Award nominiert. Dieses Mal von An von Filme, Bücher & mehr. Also beantworte ich erneut 11 Fragen. Und los:

 

1. Kannst du etwas besonderes, dass sonst niemand / nur wenige können?

Hm, würde jetzt sagen: Eigentlich nicht. Vielleicht Fragen beantworten. Darin habe ich Übung.

2. Auf was bist du besonders stolz? (Taten / Aussagen / …)

Darauf, dass ich es tatsächlich (fast) geschafft habe, einen Roman zu Ende zu schreiben. In ein paar Tagen fällt das „fast“ weg. Hatte zwischendurch starke Zweifel, ob ich jemals fertig werde damit. Aber irgendwie hab ichs durchgezogen und weiß jetzt, dass ich dazu in der Lage bin.

3. Was willst du in deinem Leben auf jeden Fall noch erreichen?

Den erwähnten Roman auf den Markt bringen und noch weitere folgen lassen. Daraus resultierend wäre das große Ziel, dann wirklich von der Schreiberei leben zu können.

4. Gibt es eine Farbe, Zahl und Buchstaben, den du besonders magst oder gar nicht ausstehen kannst?

Ich trage generell nur schwarze Shirts. Keine Ahnung warum. Ich mag helle Kleidung an mir einfach nicht.

Die wichtigste Zahl ist selbstverständlich die „42“.

Und mein Lieblingsbuchstabe ist das „S“ wie Scheiße. Nee, eigentlich nicht. Nen Lieblingsbuchstaben habe ich nicht.

5. Bist du in deinen Träumen immer du selbst oder auch (öfter) mal jemand anderes?

Kann ich leider nichts zu sagen, weil ich mich NIE an meine Träume erinnern kann. Ich habe aber das Gefühl, dass das auch ganz gut so ist.

6. Welche Eigenschaft magst du an dir am meisten?

Am ehesten wohl, dass ich alles und ich meine wirklich ALLES mit Humor nehme. Kann andere natürlich durchaus nerven, weil ich eben nichts wirklich ernst nehme und mich über alles lustig mache, aber so lebt es sich halt ganz lustig.

7. Wenn du den Menschen (nicht unbedingt gleich allen, aber, sagen wir, 9/10) eine Eigenschaft geben könntest, welche wäre es?

Genau diesen Eigenhumor, denn viel zu viele Leute haben einfach einen Stock im Arsch, wie man so schön sagt. Muss nicht unbedingt ins Extrem gehen, wie bei mir, aber die meisten Leute könnten trotzdem mal etwas gelassener werden und nicht alles so verdammt ernst nehmen.

8. Hast du schon einmal vor Glück geweint? Wenn ja, wann? (Wenn du es erzählen möchtest)

Nein. Ich bin aber auch niemand, der wirklich an Glück und Pech glaubt. Das Leben ist mal gut mal scheiße, ein Teil davon liegt irgendwo dazwischen. Ich kann nicht behaupten, jemals wirklich Glück gehabt zu haben, geschweige denn, wirklich glücklich gewesen zu sein. Andersherum aber eben auch nicht. Ich bewege mich die meiste Zeit einfach irgendwo in der Mitte.

9. Was spielt Musik für eine Rolle in deinem Leben?

keine wirklich große. es gibt Momente, in denen ich richtig Bock habe, etwas zu hören, dann aber auch wieder welche, wo ich gar keine Lust auf Musik habe. Das Einzige, was mich nervt, ist, dass es zu viel austauschbaren Quark gibt, der zudem auch noch erfolgreich ist, während Bands, die wirklich mal in eine etwas unorthodoxe Richtung gehen und sich trauen, vom Mainstream abzuweichen, einfach kaum Beachtung erhalten.

Das kann aber auf jedes andere Medium genau so übertragen werden.

10. Wenn du in einem bestimmten Alter einfach nicht mehr altern würdest, bis du wieder altern willst, welches würdest du wählen? (Egal, ob du dieses Alter schon erreicht hast oder nicht) Und warum?

21. Man ist gesund (theoretisch), darf alles machen (theoretisch) und hat noch nicht all zu viele Verpflichtungen (theoretisch). Problem dabei ist allerdings, dass man natürlich auf ewig so bleibt, wie man ist, weil man das ja irgendwie alles cool findet. Dadurch stellt sich wohl irgendwann ganz starke Langeweile ein und dann nervts. In dem Fall gehts dann weiter und ich stoppe wieder bei 22, oder so.

11. Magst du Herausforderungen, versuchst du gerne aus deiner “Komfortzone” herauszutreten oder bleibst du lieber bei den gemütlichen Dingen, die du magst und kennst?

Schwierig, Ich bin nicht sehr experimentierfreudig aber hin und wieder durchaus unternehmungslustig. Eigentlich ist es in den meisten Fällen so, dass ich feststelle, dass ich an etwas tatsächlich Spaß habe, wenn ich denn mal den Arsch hochgekriegt habe, um es auszuprobieren. Dazu brauche ich aber meistens jemanden, der mich mitschleift. Ich selbst komme da selten auf Ideen. Das sind immer die anderen, die mich dann dazu überreden.

 

Das Jahr ist jung und ich habe schon 33 Fragen beantwortet. Ich warte dann mal auf die nächsten 11.

 

 

(Fast) ein Jahr Filmschrott

Ja, fast. Eigentlich ist es erst am Mittwoch so weit. Da kann ich dann auch schon mal einen echten Knaller versprechen, denn da gibt es hier meinen Eintrag zum wohl schlechtesten Film, den ich je gesehen habe.

 

Aber den ersten Geburtstag muss man ja irgendwie gebührend feiern. Deshalb habe ich lange überlegt, was ich mache.

 

Und dann … ist mir absolut nix eingefallen. Ich wollte das dann doch einfach ignorieren, hoffend, dass sowieso niemandem auffällt, dass ich diesen Quark hier jetzt schon seit einem Jahr schreibe. Was auch sehr wahrscheinlich ist. Ich zumindest kann mir Geburtstage nie merken und muss daran erinnert werden.

 

Aber ich dachte, zumindest Danke sagen kann man ja mal, dafür, dass ihr immer diesen Quatsch lest, kommentiert, diskutiert und euch sonstwie beteiligt. Denn was wäre ein Schrottplatz ohne seine Besucher? Genau, nur ein Schrottplatz, äh, eben ohne Besucher.

 

Und wie ich dann so überlegte, kam mir der Gedanke, dass ich euch was spezielles kredenzen könnte, das ich nun seit fast einem Jahr hier antease.

Nein, nicht das Verbot für Megan Fox, jemals wieder in einem Film mit zuspielen.

Aber etwas ähnlich gutes. Einen Ausschnitt aus meinem, vielleicht irgendwann sogar tatsächlich mal erscheinenden Fantasy-Roman.

 

Na, klingt das gut? Nein? Naja, Pech gehabt, was besseres ist mir nicht eingefallen. Also, here we go:

 

Er öffnete die Tür.

 

Wahnsinn was? Wenn das mal nicht Geschmack auf mehr macht. Fragen werden aufgeworfen:

„Wer ist er?“

„Was ist hinter der Tür?“

„Warum öffnet er die Tür und nicht ein Fenster?“

„Gibt es in dem Raum mit der Tür überhaupt ein Fenster und wenn nicht, warum ist das so?“

 

Okay, ich gebe zu. Einen guten Eindruck von der Geschichte vermittelt das noch nicht. Also gibt es noch einen Nachschlag. Nämlich die ersten VIER Seiten der Geschichte. Der ganze Spaß ist noch nicht komplett überarbeitet, deshalb sind Änderungen zur endgültigen Version vorbehalten. Viel Spaß:

 

In einem gigantischen Raum, der den Namen Universum trägt, weil er so groß klingt, schwebt, an einer vergleichsweise kleinen Stelle, die aus Mangel an Alternativen Galaxie genannt wird, in völliger Schwerelosigkeit ein Felsbrocken, der aus Einfallslosigkeit einfach Welt getauft wurde.
Auf diesem Felsen leben die unterschiedlichsten Gestalten. Den Großteil der Bevölkerung bildet ein Volk namens Menschen. Diese Menschen haben eine Gemeinsamkeit. Sie halten sich für wahnsinnig intelligent, während sie ihre Mitmenschen für unglaublich dämlich halten. Das ist einer der Gründe, warum sie sich ununterbrochen miteinander streiten. Ein weiterer Streitgrund ist die Frage nach der Form der Welt, die diese Menschen ihr Zuhause nannten. Viele Leute glauben, die Welt sei rund wie eine Kugel. Eine andere Gruppe ist davon überzeugt, auf einer Scheibe zu leben. Der Wissenschaftler und Erfinder Arthos Zweikern hingegen stellte die Theorie auf, dass sein Heimatplanet eine Raute sein könnte. Geometrischen Laien beschrieb er die Form als kleines Dreieck, das auf ein größeres, nach unten spitz zulaufendes, Dreieck geklebt wurde. Das kleinere Dreieck bildet der Himmelsgipfel, der höchste Berg dieser ›Rautenwelt‹, der aus dem Mittmeer aufragt, und dessen Gipfel sich in einem See aus Wolken verbirgt. Das komplette Gebilde dreht sich laut Zweikern wie ein Kreisel um sich selbst, wodurch die Sonne, die in weiter Entfernung am Himmel hängt, alle paar Stunden hinter dem zentral gelegenen Gebirge verschwindet, dessen Schatten das Land verdunkelt, bis die Sonne auf der anderen Seite wieder in Erscheinung tritt.
Viele Leute halten Zweikerns Theorien für unbelegbare Träumereien, ohne jede Beweislage, die er nur hin und wieder an die Kirchentür nagelte, um sich wichtig zu machen.
Ohne es selbst zu wissen, lag der Wissenschaftler mit seiner Theorie trotzdem absolut richtig.

Aldo interessierten diese Streitigkeiten nicht. Momentan lag sein Fokus auf dem längsten Fluss Inzanerias. Der Strohm schlängelte sich wie eine Natter im Regenschauer durch den dunklen Immernachtwald, und trieb Aldo in eine ihm unbekannte Richtung. Aldo wäre als Erster bereit gewesen zuzugeben, dass es eine unkomfortable Situation war, aber nach seiner Erfahrung lösten sich die meisten Probleme von selbst. Nachts im kalten Wasser zu versinken, fiel andererseits wohl nicht in diese Kategorie. Nach wenigen Sekunden wurde diese Feststellung widerlegt. Ein Ast ragte über den Fluss hinaus. Aldo griff danach und klammerte sich fest. Die Strömung zog an Aldos Beinen, wie an seine Glieder gebundene Seile. Der Ast bog sich zur Seite, so, dass Aldo das Ufer erreichen konnte. Er kroch über den Boden und blieb einen Moment liegen, um einen Schwall Wasser auszuspucken und tief durchzuatmen. Er stand auf und wischte Dreck und Tannennadeln von seiner nassen Haut. Er sah sich um, versuchte sich zu orientieren. Außer den Umrissen von Bäumen, die wie die Beine von Riesen vor ihm aufragten, war in der Dunkelheit nichts zu erkennen. Immerhin wusste Aldo, dass es sich nicht wirklich um die Beine von Riesen handeln konnte. Riesen mochten vielleicht mal existiert haben, aber jetzt gab es sie nur noch in Märchen, die Eltern ihren Kindern erzählten, um sie mit Albträumen ins Bett zu schicken. Der größte Mann, dem Aldo bisher begegnet war, und der damit einem Riesen am nächsten kam, hieß Benzo. Ihre Bekanntschaft beschränkte sich auf einen Moment vor wenigen Minuten, als Benzo Aldo von einer Brücke in den Fluss geworfen hatte.
Es war nicht das erste Mal, dass sich Aldo orientierungslos in einer ihm unbekannten Gegend wiederfand. Er hatte ein Talent dafür, sich in missliche Lagen zu bringen. In den meisten Fällen wurde ihm allerdings vorher nicht die Kleidung weggenommen. Der Wind raschelte in den Baumspitzen über ihm und blies kalt über seine nackte Haut. Aldo zitterte und beschloss zu handeln, anstatt sich darauf zu verlassen, hier im Nirgendwo zufällig von einer hilfsbereiten Person gefunden zu werden. Eine Feldflasche schwamm vorbei und blieb an dem umgebogenen Ast hängen. Aldo nahm seine Flasche, die er immer dabei hatte, um sie auf Partys mit alkoholhaltigen Getränken zu füllen, und trank einen Schluck. Der inferianische Leberhaken, den die Flasche enthielt, wärmte von innen, was zumindest für einen Moment hilfreich war.
Aldo beschloss dem Flussverlauf zu folgen, bis er zurück in die Zivilisation fand, oder zumindest etwas zum Anziehen fand. Nach wenigen Metern über spitze Äste und scharfe Steine stellte er fest, dass in der Nähe ein weiteres Problem lauerte. Er blieb stehen und lauschte. Aus einem Gebüsch vor ihm drang ein leises Knurren. Aldo war sich im Klaren darüber, dass in dunklen Wäldern Kreaturen lauerten, von denen niemals jemand berichtet hatte, weil man nach einer Begegnung mit ihnen nicht mehr in der Lage war, jemandem davon zu erzählen. Aldo legte keinen Wert darauf, unbekannte Spezies kennenzulernen und entfernte sich langsam von dem Gebüsch. Zwischen den Blättern erschien eine Reihe spitzer Zähne. Ihnen folgten zwei rot glühende Punkte, die Aldo anstarrten. Das gedämmte Mondlicht legte sich wie ein Film auf ein dunkles Fell, das den Rest des Biestes ausmachte. Es erweckte den Anschein, als würde es in der Nacht glühen. Es kam selten vor, dass Aldo es bereute, sich nie sportlich zu betätigen. Für gewöhnlich beschränkte er sich darauf, von A nach B zu gehen, wobei A die Stelle kennzeichnete, an der er am Mittag verkatert aufwachte, und B den Ort, an dem am Abend die nächste Party stattfand. Wenigstens hielt ihn dieser tägliche Bewegungsablauf fit genug, um den Vorsprung vor dem verfolgenden Ungeheuer zu wahren, während er durch den Wald rannte, über Äste hinwegsprang, und Gestrüpp auswich, das nach ihm zu greifen schien, wie die Arme von Bettlern im Elendsviertel von Ganoradt. Der Wald lichtete sich. Aldo überquerte einen Weg und wurde beinahe von einer Kutsche überfahren, die über die steinige Straße polterte. Das Monster hatte weniger Glück, rannte direkt in die Seite der Kutsche, was dieser eine Delle in der Seite einbrachte, und dem Ungetüm einen Schädelbasisbruch.
Aldo bemerkte erst nach einigen Metern, dass die Gefahr gebannt war. Er verlangsamte seinen Schritt. Als er stehen bleiben wollte, wurde dieses Unterfangen dadurch erschwert, dass der Boden unter ihm verschwunden war. Er fiel einen Hang herunter, der in der Finsternis nicht zu sehen gewesen war, und landete auf hartem Boden. Das Dach der Scheune, durch das er gefallen war, hatte seinen Sturz zuvor glücklicherweise abgebremst.

 

Das muss jetzt aber wirklich erst mal reichen. Wenn ihr wissen wollt, wie Aldos Reise weitergeht, in deren Verlauf er sich unter anderem mit kriegslustigen Soldaten, untoten Rittern und Weltuntergangssekten rumschlagen muss, müsst ihr leider noch etwas warten. Wenn alles läuft, wie geplant, kommt der Roman vielleicht noch in diesem Jahrhundert auf den Markt.

Was haltet ihr davon? Erschlagt mich mit Kritik, Lob, Verrissen, oder wonach auch immer euch gerade der Sinn steht in den Kommentaren.