Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Der Filmschrott Jahresrückblick 2016

Das Jahr neigt sich dem Ende. Und was war es für ein Jahr, hä? Hä? HÄ? Okay, ich weiß es auch nicht. Halt eins dieser Jahre von denen es jede Menge gibt. Manches ist gut, vieles ist scheiße und irgendwo dazwischen ist man selbst. Aber bevor dann der ganze Zinnober wieder von vorne beginnt, will ich doch mal kurz zurückblicken auf das, was dieses Jahr so geboten hat.

DER FILMSCHROTTPLATZ

Die erste Jahreshälfte war durchzogen von technischen Problemen, da mir dauernd der Laptop abgekaspert ist und auch der Ersatz dann direkt die Grätsche machte. Wenn es scheiße läuft, dann halt richtig. Aber trotzdem gab es natürlich ein paar kleinere Neuerungen.

Um das Spektrum hier etwas zu erweitern, habe ich die neue „Kultschrott“-Kategorie eingeführt. Bisher kam die ganz gut an. War wohl eine gute Idee, mit Batman anzufangen. Der zieht halt immer. Und generell gibt es natürlich so einige Filme, die eigentlich eher „Schrott“ sind, aber einen Ehrenplatz auf dem Schrottplatz verdient haben. Eigentlich gehören auch Filme wie „Hell Comes To Frogtown“ dahin, aber bei dessen Einführung gab es die Kategorie leider noch nicht.

Außerdem habe ich eine Kategorie für aktuelle Sichtungen gebastelt, da ich gemerkt habe, dass sowas hin und wieder auch mal gefragt ist. Vor allem meine Reviews zu „Game Of Thrones“ kommen ja ganz gut an. Schade, dass die Serie nicht mehr allzu viele Folgen bereit hält. Aber immerhin ist mit „Lethal Weapon“ ein unglaublich unwürdiger Nachfolger schon am Start.

Nebenbei habe ich mal wieder ein paar Gründe zum abkotzen gefunden, wie es nun mal meine Art ist. Es gab weiteren CGI-Hass und auch auf die nervigen Post-Credit-Szenen musste ich einfach mal draufhauen.

Eine kleine Enttäuschung ist es ja immer, wenn die eigenen Beiträge offensichtlich nicht wirklich ziehen. Zum zweiten Mal gab es die Schrott Awards. Aber wie das halt so ist, bekommen die aufwendigsten Beiträge meist die wenigste Aufmerksamkeit. Samuel L. Jackson hofft, dass das im nächsten Jahr besser wird, Motherfuckers!

FILM UND TV

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Wenn man oft genug in unterschiedliche Kinos geht, kann man sein eigenes Memoryspiel basteln. Wie amn sieht, hab ich verloren.

Ich war sage und schreibe 12 mal im Kino. Das alleine ist schon ein Rekord, den ich sicher nie wieder brechen werde. Davor beschränkten sich meine Kinobesuche auf ungefähr 12 in 32 Jahren.

Von allem was dabei. Gute Filme, schlechte Filme, mittelmäßige Filme, der größte Scheiß der letzten 100 Jahre namens Independence Day 2 …

Insgesamt habe ich 216 Filme gesehen. Purer Zufall, diese so passende Zahl (ihr wisst schon: 2016 ohne Null). Auch das dürfte ziemlich weit oben in meinem persönlichen All-Time-Ranking sein. Liegt aber sicher auch daran, dass ich bei Serien doch stark zurückgefahren habe. Mittlerweile kommt da einfach zu wenig raus, das mich wirklich interessiert.

Natürlich waren ein paar Überraschungen dabei. Ich hätte nicht gedacht, dass mir „Arrival“ so gut gefallen würde. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass „Independence Day: Wiederkehr“ der grauenhafteste Film aller Zeiten sein würde, für den ich allen Beteiligten noch heute eine Alienentführung samt Analsonde wünsche. Ebenfalls kalt erwischt hat mich Disneys „Lilo und Stitch“, von dem ich niemals erwartet hätte, dass er einer der besten Disney Zeichentrickfilme ever ist. Noch überraschender war allerdings die Tatsache, dass ein ganzer Haufen der Disney Meisterwerke gar nicht mal so gut sind. Um nicht zu sagen: langweiliger, lahmer Scheiß.

Ein interessanter Fall war Tarantinos „The Hateful Eight“. Nach dem Kinobesuch fand ich den super und hab ihn schon in den Top 3 der Tarantinofilme gesehen, aber eine Zweitsichtung hat dann knallhart die Schwächen des Streifens offengelegt und ihn zu einem der eher schwachen Tarantinos degradiert. Ein ziemlicher Absturz, den ich selten bei einer Zweitsichtung erlebt habe. Vielleicht ist der aber auch einfach komplett von der Stimmung abhängig und beim nächsten Mal gefällt er mir dann doch wieder. Mal sehen …

Nur bei Stanley Kubricks „The Shining“ war es noch schlimmer. Als Kind habe ich den mal gesehen und fand den damals top. Jetzt, 20 Jahre später, habe ich mir das mal wieder angeguckt und fand den dermaßen langweilig, dass ich mich da richtiggehend durchquälen musste.

Bei den Serien gibt es wenig zu berichten. „The Walking Dead“ gelang das Kunststück, aus einer vielversprechenden Situation einen absoluten Tiefpunkt der Serie zu fabrizieren und mich – und auch die meisten anderen Zuschauer – zu Tode zu langweilen. Ich habe ja immer gesagt, dass die Writer der Kackserie ein Haufen unfähiger Affen voller Zombiescheiße im Hirn sind und jetzt haben es wohl auch endlich mal die anderen Zuschauer gerafft.

Sehr gut war „Dirk Gentlys Holistic Detective Agency“, das ganz vage auf der Vorlage von Douglas Adams beruht. Aber damit eigentlich gar nix mehr zu tun hat. Trotzdem – oder gerade deswegen – hatte ich eine Menge Spaß damit.

Anfang des Jahres habe ich mit „Scream Queens“ noch eine kleine Überraschung entdeckt. Die wohl schwächere zweite Staffel habe ich allerdings noch nicht gesehen.

JEDER MUSS MAL STERBEN (UND DIE HÄLFTE DAVON IN 2016)

„All Dead And Gone“ sang Freddie Mercury einst und dieses Jahr sind so einige Leute von uns gegangen. Das ist natürlich scheiße und gar nicht schön. Noch scheißer und weniger schön sind aber dann immer die Reaktionen von den ganzen Affen, die immer nur ihre Posts vom vorherigen Verschiedenen zu kopieren scheinen. „Scheiß Krebs“, Scheiß 2016″, „Scheiß … wer isn der Typ überhaupt?“ Klar, es ist nie schön, wenn jemand stirbt, mit dem man quasi sein ganzes Leben „verbracht“ hat, aber wir müssen halt den Tatsachen ins Auge sehen. Stars und ähnlich abgefuckte Gesellen sind nun mal auch nicht unsterblich. Und die Helden unserer Kindheit und Jugend kommen so langsam in ein Alter, in dem es unaufhaltsam Richtung Grube geht. Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass innerhalb der nächsten Jahre so einige bekannte Gesichter verschwinden werden. Aber keine Panik. Es kommen ja immer neue coole Leute nach. Justin Bieber wird uns sicher alle überleben.

UND DER GANZE REST

Politik geht mir immer noch am Arsch vorbei. Klar, alles kacke was da dieses Jahr so abging und so. Aber die Erde dreht sich weiter, auch wenn nur Arschlöcher darauf rumturnen. Zumindest so lange, bis diese Arschlöcher sie komplett weggebombt haben. Aber das erwarte ich frühestens 2018 also mache ich mir um den Quark jetzt noch keinen Kopf. Fick die Affen.

Da war diese EM und sie ging irgendwie komplett an mir vorbei. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt die nötige Stimmung, um mir das Gepöle anzugucken. Und wenn ich mich dann doch dazu durchringen konnte, war das Gepöle noch viel schlimmer, als ich es mir jemals hätte ausmalen können. Bezeichnend, dass ein überbewerteter Fatzke wie Ronaldo dann am Ende den Titel holt ohne etwas dazu beizutragen.

Peyton Manning – mir bis dato besser bekannt als Mister Chancentot – gewann tatsächlich im gefühlt 42. Anlauf seinen 2. SuperBowl und konnte somit endlich seine Karriere beenden. Und aufhören, mich mit seinen grottenschlechten Leistungen zu nerven. Es war ein gutes Footballjahr.

Ich selbt war nebenbei auch recht sportlich. Fast jeden Tag hab ich zumindest eine halbe Stunde irgendwie in den Tagesablauf gequetscht und bin … genau so fett wie vorher. Vielleicht hätte ich mir irgendein Ziel setzen sollen. Egal. Immerhin kann ich mittlerweile Treppen mit mehr als 10 Stufen steigen, ohne fast an einer Lungenembolie zu verrecken. Dass ich das Rauchen auch mehr oder weniger eingestellt habe (gelegentlich brauche ich das einfach immer noch) trägt da eventuell natürlich auch zu bei.

DAS WARS DANN AUCH

Mehr gabs irgendwie nicht zu berichten. Recht lahmes Jahr. Wenn was los war, war es scheiße. Wenn nicht … auch. Da kann man ja nur hoffen, dass 2017 besser wird. Aber aus Erfahrung kann ich sagen: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.

Wir lesen uns im neuen Jahr. Und vergesst nicht, euch Schrott zu wünschen. Das geht schließlich nur noch heute … und morgen so ein bisschen, bis ich mich dann verkatert aufraffen kann, um den Post zu löschen.

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Pseudopolitischer Freiheitskampf

„Theeeeeeeeeeeeee Laaaaaaaaaaaaand Of The Freeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee, And The Home Of The Braaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaave!“ – Randomsänger bei irgendeinem US-Sportevent

Findet ihr es eigentlich auch immer so unfassbar grausam, wenn diese Heulbojen vor Sportveranstaltungen die Nationalhymne jaulen, bis einem der Schädel platzt? Am Sonntag ist es wieder so weit, denn dann startet der SuperBowl. Das hat absolut nichts mit diesem Film zu tun, aber ich wollts halt mal erwähnt haben.

LAND OF THE FREE – USA – 1998 – 100 Min.

William Shatner weiß nicht nur, wie man Spinnen entkommt, sondern auch, was die Leute, die nicht unter einer Spinnenapokalypse zu leiden haben, wollen. Deshalb hält er gerade eine Wahlansprache. Mit seinem Gequatsche macht er sich aber nicht nur Freunde, denn ein Attentäter eröffnet das Feuer. Der Sicherheitsdienst nimmt die Verfolgung auf. Alles Hochsportler hier, denn die rennen 5 Minuten lang ohne Pause durch den Straßenverkehr und liefern sich dann noch nen Boxkampf auf offener Straße. Der Attentäter wird dann abgeknallt und es stellt sich heraus, dass es sich um ein Alien handelt. Zumindest ist das meine Vermutung, denn das Blut ist violett. Da keiner darauf eingeht, scheint es aber völlig normal zu sein. Schade, keine Aliens. Die hätten den Film bestimmt aufgewertet.

Aidan Carvell, so Shats Name hier, hat auch noch ein Buch geschrieben. Es heißt wie dieser Haufen Müll auf Zelluloid. Interview mit politischem Gebrabbel, das mir absolut am Arsch vorbei geht.

Frank Jennings hingegen … hat auch irgendeine Funktion. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube der organisiert die Wahlkampagne. Was ihn dafür qualifiziert, ist wohl seine Kampfsportausbildung, die er in einer Tiefgarage unter Beweis stellt, als er verfolgt wird. Er macht zwei FBI-Fritzen platt, aber bringt sie nicht direkt um, denn sie weisen sich dann doch mal aus. Das FBI glaubt, dass Carvell nur an die Macht will, um irgendeine militärische Übernahme zu starten. Jennings will der Sache auf den Grund gehen und dem FBI dann bescheid sagen, was abgeht.

Ne Frau hat er übrigens auch und er liebt sie. Um das klar zu machen wurden gerade 5 Minuten mit sinnlosem Geschnulze verplempert. Toll. Nehmt euch ein Zimmer.

Jennings Freund Fitz hat sich ein Zimmer genommen und turnt dort gerade mit ner Blonden durch die Betten. Jenings quatscht ihm auf den Anrufbeantworter, aber Fitz wird die Nachricht nicht mehr zu hören bekommen, denn Attentäter killen ihn und die Blondine unter der Dusche. Schade um das Mädchen. Fitz hingegen ist mir egal. Kannte den ja nicht und der sah nicht so gut aus, wie seine Freundin, also was interessierts mich.

Jennings Büro ist völlig verwüstet und der Sicherheitsdienst will ihm ans Leder. Aber als Kampfsportexperte kann er natürlich alle umhauen und aus dem Gebäude fliehen, indem er, wie John McClane, an einen Feuerwehrschlauch gebunden, vom Dach springt. Der abrupte Halt, als das Ende des Schlauchs erreicht ist, bricht ihm wunderlicherweise nicht die komplette Wirbelsäule in 42 Teile, und er kann ohne Rückenschmerzen weiterlaufen.

Franks Frau ist nicht begeistert, von seiner Zusammenarbeit mit dem FBI und dass er jetzt gejagt wird. Noch weniger begeistert ist sie, als sie ihren Hund am Baum erhangen findet.

Jennings stellt Carvell zur Rede, aber der ist unbeeindruckt.

4 Monate später ist Frank im Zeugenschutzprogramm und Carvell muss sich mit schlechter Publicity rumschlagen. In einem Interview erklärt er aber, dass er trotzdem erfolgreich sein wird und bla.

Frank Jennings heißt jetzt Jack Springer und wird, zusammen mit seiner Frau und Sohn, von irgendwelchen Typen verfolgt. Zum Schutz hat er eine Shotgun zu Hause, mit der er die Eindringlinge erledigt, die sich als Polizisten ausgewiesen haben. Keine Verschwörung ohne bestechliche Cops.

Jack telefoniert dann mit irgendwem und wird mal wieder durch die Stadt gejagt. Viel Geballer und Gekloppe und Gerenne und Gelangweile später, ist er wieder in einer Tiefgarage. Ab in die Karre, in der seine Familie wartet und es gibt eine Verfolgungsjagd, mit der lahmsten Musik, die ich jemals in einer Actionszene gehört habe. Und ihr wisst, ich habe schon so manches unpassendes gehört. Den Verfolger kann er abhängen, indem dieser durch einen Wohnwagen fliegt und abfackelt. Immerhin sah der Autostunt cool aus.

Wisst ihr, was lange nicht kam? Jack läuft durch die Stadt und vermöbelt Sicherheitsbeamte. Ah, ich dachte schon, die hätten vergessen, worum es hier eigentlich geht. Nun ja, er hat wieder allen das Fressbrett poliert und flieht mit einem Schulbus, damit man auch direkt die nächste Autoverfolgungsjagd anhängen kann.

Die Autostunts sind nebenbei gar nicht mal schlecht und wisst ihr warum? Weil die alle aus anderen Filmen geklaut und hier reingeschnitten wurden. Genial, was?

Jack oder Frank oder Horst, scheißegal wie er heißt, muss dann seine Familie aus den brennenden Bus retten, was natürlich kein Problem ist, und so kriegt man vor allem auch noch den unausweichlichen „Held in Front der gewaltigen Explosion Shot“ untergebracht.

Die Familie halb tot im Krankenhaus, aber Frank hat keinen Kratzer, obwohl er minutenlang an einem fahrenden Bus hing, vors Maul gekriegt hat und dann aus dem Bus geschleudert wurde. Das ist ein wahrer Held.

Frank beschließt, gegen Carvell auszusagen. Ich dachte, das hätte er schon längst gemacht. Wieso ist der denn sonst im Zeugenschutzprogramm? Jedenfalls folgt direkt die Gerichtsverhandlung, in der Carvell freigesprochen wird.

Frank hat kein Verständnis und kauft nen Fernseher. Fragt nicht, ich sage nur, wie es ist. Nachdem er das Carvell-Anwesen ausspioniert hat, besorgt er sich ein paar Detonatoren. Der Verkäufer will ihm helfen, weil er gerne Scheiße in die Luft jagt, aber Frank verzichtet.

Frank bombt noch eben zwei Typen weg, die ihm ins Hotel gefolgt sind, dann startet er die Attacke auf das Carvell-Grundstück. Ninja-mäßig wird der Gärtner umgenietet . Im Haus werden die Bomben an strategisch sinnvollen Stellen platziert. Also unter dem Bett und im Küchenschrank. Der Zeitzünder ist angebracht und Frank will ungesehen die Brenne machen. Aber das wird nichts, weil er ewig braucht, um sich zu entscheiden, welches Cabrio er aus der Garage klauen soll.

Carvell sitzt derweil schon im Helikopter nach irgendwo.

Die Bude geht hoch und Frank verfolgt den Hubschrauber über Feld und Wiese. Er hängt sich an den Heli und zieht Carvell runter. Beide hängen rum, Frank lässt sich fallen, hat aber zuvor eine Bombe am Hubi angebracht. Carvell springt auch ab und guckt zu, wie das Teil ungefähr ne Viertelstunde später hochgeht.

Frank wurde angeschossen und es kommt zum Bosskampf mit Carvell, der zur Verstärkung eine Zaunlatte mitgebracht hat. Die hilft aber nichts, denn Frank haut ihm vors Maul und ertränkt ihn im See.

Zu patriotischer Scheißmusik latscht Jennings zurück ins Krankenhaus, um mit seiner Familie zu feiern.

Ich feiere nur, dass dieser Scheiß hier endlich vorbei ist. Aber immerhin haben wir gelernt, dass man Stuntszenen ganz hervorragend wiederverwerten kann.