Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Musikalisch inszeniertes Säbelgerassel abseits der sieben Weltmeere

Yar har har, lasst uns singen:

Ahoi und yo ho, ihr Landratten,
trinkt eine Buddel Rum,
denn heute geht ein Fest vonstatten,
mit Tanz, Musik und allem Dran und Drum,
wir fahren auf See und singen und lachen,
und machen lauter lustige Sachen,
jetzt geht der Spaß los, ich hab keine Reime mehr,
Darum geht es hier jetzt weitehr …

THE PIRATE MOVIE – Australien – 1982 – 98 Min.

Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord
in den Kesseln da faulte das Wasser
und täglich ging einer über Bord …

Was? Ach so, der Film, ja hier:

Regisseur Ken Annakin hat in den 60ern unter anderem DIE TOLLKÜHNEN MÄNNER IN IHREN FLIEGENDEN KISTEN und einen Teil von DER LÄNGSTE TAG inszeniert. Er ist also kein Unbekannter und auch kein Unfähiger. Aber es gibt eben Stoffe, da lässt sich nicht viel retten. So wie bei diesem hier.

Wir lagen direkt vor Kiel
und hatten die Gicht an Deck
das Wetter war ziemlich schwül
und täglich faulte ein Bein weg …

Jajaja, ist ja gut:

Trevor Farrant schrieb das Drehbuch. W.S. Gilbert steuerte die Piratensongs bei. Ja, das hier ist ein Piraten-Musical. Was soll da noch groß schiefgehen? Yo, ho, ho, ihr Landratten … ach, das hatten wir ja schon.

Und jetzt alle im Chor:

Ja, wir lagen vor Tortuga
und hatten die Ratten am Sack
an Land warteten nette Luder
und wir gaben ihnen ein paar Sackratten ab …

Immer nur Film hier Film da. Hier bleibt einfach keine Zeit für echte Kunst. Also schön hier:

Beim Cast sieht man auf den ersten Blick, was hier die Auswahlkriterien waren. Nicht etwa die Erfolge in anderen Produktionen zuvor. Nein, Kristy McNichol und Christopher Atkins haben einfach nur die exakt gleiche Frisur und das war scheinbar wichtig hier. Atkins hatte die gleiche Frisur nebenbei auch in DIE BLAUE LAGUNE, als er mit Brooke Shields schwimmen ging. Die hat aber für diesen Film nicht die richtigen Haare, deshalb ist sie nicht dabei. Erwähnen muss ich noch Ted Hamilton, den man zwar nicht wirklich kennt, der aber hier den Piratenkönig spielt und eine Erwähnung verdient, weil er dabei wirklich alles gibt.

Jetzt aber zum Film:

Wie glorreich sind die Piraten,
sie folgen nur Schatzkarten,
wie einsam sind Piraten,
sie müssen lange auf Dates warten,
aber dafür siegen sie immer,
ihre Gegner wimmern,
denn Piraten sind der Hit,
sie bringen Schätze mit,
Holländer flieg,
Piraten erringen immer den Sieg!

An Land und auf hoher See,
sie trinken keinen Tee,
Rum gibt es stattdessen,
und sie polieren Fressen,
lasst die Säbel rasseln,
und vermeidet Schlamassel,
denn Piraten sind der Hammer,
In jeder Schatzkammer,
Holländer flieg,
Piraten
erringen
immer
den
SIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEG!!!

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das hier die Filmschrott-Musical-Episode wird? Stellt euch dazu einfach die Monkey Island Musik vor. Das wird schon passen.

Was ich auf jeden Fall erwähnen sollte, ist die Tatsache, dass der Streifen scheinbar in den 80ern spielt. Also 1980er. Nicht die 1680er, als Piraten noch der Schrecken der Meere waren. Dementsprechend laufen jede Menge Bikinigirls am Strand entlang und es ist Piraten Woche. Das bedeutet unter anderem, dass ein blinder Typ Gitarre spielt, um Geld zu sammeln und Frederic Leuten das Fechten beibringt. In diesem Moment bringt er der Brillenträgerin Mable bei, wie man einen Degen so richtig schwingt und megacool vom Boot hampelt. Der Typ geht mir jetzt schon tierisch auf die Klötze. Mable sieht nebenbei aus wie die Ausgeburt der Nerd-Hölle, mit ihrem Flanellhemd und der Brille, die ihr ständig von der Nase rutscht. Die Bikinitrullas fahren dann mit Frederic weg und Mable bleibt traurig zurück. Mit etwas Glück kommen jetzt die Piraten und killen direkt Frederic und die Bikinimädchen.

Nein, Mable fährt auf eigene Faust hinterher und fällt vom Boot ins Meer. Am Strand wird sie angespült und träumt jetzt von Piraten. Okay, der ganze Film wird also nur ein Traum sein? Was für eine bescheuerte Idee ist das denn? Jedenfalls träumt sie von einer epischen Schlacht zwischen zwei Piratencrews, von der wir aber nur das Unepische zu Gesicht kriegen. Zum Beispiel, wie ein Kung Fu Pirat gefühlt acht Meter an einem Glatzenmann vorbei tritt, der aber trotzdem vor Schmerz aufschreit. Frederic ist nebenbei einer der Piraten und segelt unter dem Piratenkönig, der ein lustiges Lied anstimmt, das absolut nicht so geht:

Ich bin der Piratenkönig,
alles andere interessiert mich wenig,
ich kopiere für mein Lied nur so viel vom Popeye-Thema,
dass mir niemand was kann, nicht mal die GEMA,
manche halten mich für einen Flegel,
doch ich rutsche herunter an meinem Segel,
das ich dabei mit meinem Dolch zerschneide,
der Wind kann nicht mehr greifen, wir bleiben hier wohl eine Weile,
doch das ist gar nicht schlimm,
denn ich bin der Pirate King.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich ein grottenschlechter Songwriter bin? Ich schätze, ich werde nie der Songwriterking …

Frederic hält die schlechteste Rede ever und will den Piratenkönig verlassen. Der ist außer sich, denn er versteht es absolut nicht. Frederic erklärt nebenbei mal, dass der Piratenking seinen Vater gekillt und ihn auf hoher See erzogen hat und jetzt will Frederic endlich mal sehen, was das Leben noch so zu bieten hat. Also Frauen und Liebe. Der Piratenkönig hält da gar nichts von, denn für ihn gibt es nur die See und die Piraterie. Schweren Herzens lässt er Frederic über die Planke gehen, damit der die Welt erkunden kann. Immerhin stellt er ihm noch ein Ruderboot und ein paar Bananen zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen in Kleidern hüpft am Strand entlang und irgendwie wollen die alle heiraten oder so. Ich raffs nicht, weil sie mir jetzt schon komplett am Arsch vorbei gehen. Mable ist auch da und hat jetzt eine völlig andere Frisur, keine Brille mehr und stellt sich auch nicht so dämlich nerdig an, wie außerhalb ihres Traums. Nun, es ist eben ein Traum. Da ist natürlich jeder selbst der Oberknaller.

Frederic erblickt die Frauen,
in seiner Hose will sich was aufbauen,
er schwimmt so schnell er kann an Land,
und wird dort als Pirat erkannt,
die Mädchen rennen kreischend weg,
doch Fred zeigt, er hat keinen schwarzen Fleck,
kein Tattoo und keinen Jolly Roger,
der Strand sieht aus, wie in Kambodscha.

Mable erblickt den Freddy,
in ihrem Höschen wird es wetty,
denn es ist ihre erste Liebe,
auf den ersten Blick, ich krieg die Krise,
sie reiten den Strand entlang,
wer weiß, wo sie die Pferde her ha’m,
Liebe kennt halt keine Hürden,
Fred würde auch gern geritten werden.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das hier eine richtig dumme Idee von mir war? Aber jetzt müssen wir da durch.

Jetzt kommen die Piraten wirklich zum Strand und die Mädchen haben allen Grund, kreischend wegzurennen. Frederic will sie aufhalten, aber der Piratenkönig lacht ihn natürlich nur aus und es folgt die Benny Hill Show mit Musik aus Super Mario. Was zum Geier gucke ich mir hier an?

Vater Mable kommt vorbei und er ist ein Major General, der ein Lied singt, das mir sehr bekannt vorkommt, um sich vorzustellen. Die Piraten hauen ab, weil er halt der Major General ist. Nebenbei verbietet er die Hochzeit zwischen Frederic und Mable, die sich seit 2 Minuten kennen, weil er ein Pirat ist. Und vor allem ist er arm. Also gibt es einen Plan: In der Nacht schwimmen Fred und Mable zum Piratenschiff rüber, um den Schatz zu klauen. Dafür muss Mable den Piratenkönig ablenken, denn der hat die Schatzkarte auf den Rücken tätowiert, die Frederic abmalen muss. Also gibt es die große Piratenkönigmuskelshow und ich gebe zu, Ted Hamilton als Piratenkönig ist einfach der Knaller. Zu schade, dass er sonst nichts nennenswertes gemacht hat.

Kurz bevor sie das Schiff verlassen können, werden sie natürlich von einem Papagei verraten, allerdings haben sie mal schnell das Schiff versenkt. Wie auch immer sie das angestellt haben.

Traum hin oder her, können wir mal kurz darüber reden, dass Frederic einen Taucheranzug an hat, der aussieht wie aus den 50ern? Ich meine nur: Wenn eine Frau aus den 80ern von Piraten träumt und darin schon ein Taucheranzug vorkommen muss, sollte das dann nicht einer aus den 80ern sein? Die sieht jetzt auch nicht wie die typische Marinehistorikerin aus, die nachts von historischen Taucheranzügen träumt. Wie dem auch sei: Sie finden den Schatz und bringen ihn zum Major General, um den davon zu überzeugen, dass Frederic und Mable füreinander gemacht sind. Um den endgültig zu überzeugen, muss er aber erst noch den Piratenkönig besiegen, einfach weil … Traum.

Frederic springt cool durchs Fenster,
er hält sich für nen echten Gangster,
er wird vom Piratenkönig gejagt,
und ich habe mich immer gefragt,
was nutzen Piraten eigentlich Schusswaffen,
wenn auf hoher See die ständig vernassen,
Ruth stellt Fred in der Bibliothek,
und versperrt ihm den weiteren Weg.

Fecht, fecht, fecht,
wir kreuzen die Degen,
fecht, fecht, fecht,
auf all unseren Wegen,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
wir degen uns wech.

Das Duell verlagert sich aufs Dach,
jetzt machen wir die Nachbarn wach,
der Piratenkönig ist nicht schwindelfrei,
zum Glück hat der Butler Tee dabei,
Teatime gilt auch für Piraten,
so viel Zeit kann man ruhig warten,
Kerzen trennen und schön zaubern,
aus dem Ärmel ein paar Taube(r)n.

Fecht, fecht, fecht,
wir kreuzen die Klingen,
fecht, fecht, fecht,
wenn wir am Kronleuchter schwingen,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
fecht, fecht, fecht,
wir degen uns wech.

Deg, deg, deg,
da liegt ein Lichtschwert im Weg …

Frederic besiegt den Piratenkönig also, indem er ein Lichtschwert findet. Fragt mich nicht. Der Film wirft jetzt einfach irgendwelche Filmreferenzen rein, weil ohnehin alles egal ist. Der Piratenkönig weist Frederic aber auf seine Pflichten als Pirat hin und jetzt müssen sie gemeinsam einen Schatz finden, oder so. Vor lauter geilem Songgetexte habe ich nicht so richtig mitgekriegt, was da gerade passiert ist. Nicht, dass das wichtig wäre.

Frederic glaubt nicht, dass er ohne Mable leben kann und singt ein Lied darüber. So tief werde ich natürlich nicht sinken. Lovesongs kommen mir nicht auf meinen geliebten Schrottplatz. Hier singen wir nur über Piraten. Der Film sieht das anders und schiebt direkt noch ein Liebeslied von Mable hinterher, während Frederic in die weite Welt latscht. Müsste der nicht eigentlich zum Piratenschiff gehen oder wo will der jetzt hin?

Da kommen die tanzenden Polizisten aus England und ich raffe es mal wieder nicht. Mable reitet vorbei, weil sie Frederic helfen will oder so. Sie warnt die Bobbies vor den Piraten, also hauen die mal schnell ab. Und da kommt Inspector Clouseau (ja, er ist es wirklich, wenn auch natürlich schlecht gespielt, weil es nun mal nicht Peter Sellers ist). Keine Ahnung, was genau die Szene soll, außer den „Pirate“ „Parrot“ Gag totzuschlagen, der durch Clouseaus Akzent entsteht.

Der Piratenkönig ist unterwegs zum Palast und Mable mobilisiert die Taztruppen, um ihn aufzuhalten. Da sie es nur mit Lappen zu tun hat, dauert der Weg dahin gefühlt 3 Stunden. Jedenfalls landen die Piraten und Mable – jetzt aus irgendeinem Grund in Ritterrüstung – im Palast, wo General Mable und jede Menge leicht bekleideter Frauen rumhängen und ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Und warum hat Mable jetzt die Rüstung nicht mehr an? Und wo kommen jetzt die Bullen her?

Egal. Zeit für das große Finale. Seid ihr bereit? Nein? Ich auch nicht.

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Piraten kämpfen immer froh,
tralla la la la la la,
die Polizei ist auch schon da,
stöhn,stöhn, stöhn, stöhn, stöhn,
die Nutten können auch fechte(h)n,
okay, es sind keine Nutten,
aber woher soll man das wissen,
ein Kampfballet der Uniformen und Kutten,
mit Humor total beschissen.

Das epische Finale,
yo ho,
sorgt für viel Randale,
yo ho,
Piratensäbel klingen,
yo ho,
als würden sie schief singen.

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Papageien kreischen froh,
tralla la la la Lappen,
das sind die Polizeiattrappen,
stöhn … ach nee, das stimmt ja nicht,
der Zuschauer bekommt gleich Gicht,
denn es ist weder spannend noch witzig,
Piratenkönig stemmt Gewichte,
Frederic hält sich für wichtig,
Indiana Jones und Ninjas sind hier echt nicht richtig.

Das epische Finale,
arrrrrrrr,
ist echt ein Skandale,
arrrrrrrr,
denn nichts ergibt hier Sinn,
arrrrrrrr,
nicht mal der Piratenking,

Yo ho, yo ho, ho ho ho,
Freibeuter haben Haken,
tralla la la la Landratten,
jemand will die Nichtnutten begatten,
Pizza, Pizza, Pizza,
wird auch noch gebacken,
der Humor kennt keine Grenzen,
und mittendrin muss man es verkacken,
wenns zwischen Fred und Mable menschelt.

Das epische Finale,
ahoi,
Moment, ist das der Norris, Chuck?
ahoi,
der Streifen geht mir auf den Sack,
ahoi,
der Traum ist Gott sei Dank vorbei,
ahoi,
und das ganz ohne Meuterei.

Die epische DoppeLhochzeit,
ding dang dong,
Frederic und Mable sind lang bereit,
ding dang dong,
und alle machen mit und sing’n,
dong dang ding,
auch Ruth und der Piratenking.

Lasst die Glocken erkling’n,
besorgt ne große Torte,
denn das hier ist das Happy Ending,
eines von der besonders schlechten Sorte.

Mable erwacht am Strand und ist gar nicht verheiratet. Der Piratenkönig und Ruth übrigens auch nicht, aber die gab es ja auch nur in ihrem Traum. Frederic kommt vorbei und knutscht mit Mable rum, einfach weil … er eben der Stecher schlechthin ist. Und dann wird wirklich geheiratet und der beschissene Abschlusssong wird direkt wiederholt.

Werft Konfetti und Luftschlangen,
denn der Scheiß ist überstanden,
an Blödsinn kaum zu überbieten,
die Darsteller fast alle Nieten,
schreckliche Musik und Dialoge,
und viel zu wenig Piratengedrohe,
keine Inseln, keine Schätze,
kein Piratenfilm, sondern die Krätze,
schnell auf Zelluloid gedangelt,
ich hab kein‘ Bock mehr, ich geh angeln …

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Schalenobst zerstörende Gesangsattacken in diktatorischer Festtagsstimmung

Zu keiner Jahreszeit fällt es mir so schwer, einen Schrottfilm zu finden, der seinen Platz auf dem Filmschrottplatz verdient hat, wie zu Weihnachten. Das liegt nicht etwa daran, dass die Auswahl so gering wäre, oder ich einen besonderen Draht zu diesem Schwachsinnsfest habe. Nein, es gibt einfach viel zu viele Scheißweihnachtsfilme da draußen. Und dazu kommt dann noch, dass ich natürlich auch etwas Abwechslung bringen will. Nicht jedes Jahr nur schlechte Weihnachtshorrorfilme wie den grandiosen Santas Slay. Aber eben auch nicht immer schlechte Weihnachtskomödien wie Shöne Bescherung 2. Deshalb gibt es in diesem Jahr statt eines Films 1 Ballett in 2 Akten in 3D. Oder so …

THE NUTCRACKER IN 3D – UK – Ungarn – 2010 – 110 Min.

Wisst ihr noch wie die Filmmacher 3D als ultimatives Heilmittel betrachteten und einfach in jeden Scheißfilmtitel ein „3D“ klatschten, um davon abzulenken, dass ihre Filme totale Scheiße sind? Hat nie funktioniert. Bei dem Nussknacker schon gar nicht.

Denn hier beginnen wir direkt mit einer 3D-Kamerafahrt um den am schlechtesten animierten Weihnachtsbaum, den die Welt je gesehen hat. Hätte man einen Plastikweihnachtsbaum fotografiert, das dann animiert und das Ergebnis in einem 3D-Drucker ausgedruckt, um es dann erneut nachzuanimieren, hätte das nicht so beschissen ausgesehen wie dieser Baum.

Der Film hat aber selbstverständlich mehr zu bieten als grottige Animationen. Zum Beispiel Humor. Wie die Szene auf dem Schlittschuhsee, auf dem sich gerade irgendein Typ auf die Fresse legt. Brüller.

Aber wartet. Das ist ja noch längst nicht alles. Denn was wäre ein Ballet ohne Musik? Oder Operngesang von der Mutter von zwei Blagen, die mir absolut egal sind. Also haben wir schlechtes CGI, schlechten Humor und schlechten Gesang … kann ja nix mehr schief gehen.

Onkel Albert muss auf die Blagen aufpassen und schenkt ihnen ein Puppenhaus voller Puppen. Magischer Puppen. Und den Nussknacker, den er kurz nur „NC“ nennt. Max zerstört das Teil direkt mal und Mary ist untröstlich. Bis der nette Onkel ihn 2 Sekunden später repariert hat. Onkel Albert performt dann noch ein Lied über die Relativität, um den Blagen den Sinn von Freundschaft beizubringen, oder sowas. Ich bin ja nebenbei kein Experte, aber ich bezweifle, dass das Original-Ballet wirlich nur diese eine Melodie hatte, die die mittlerweile bereits zum fünften Mal dudeln. Und der Film läuft erst 15 Minuten.

Nachts fängt der Nussknacker dann an mit Mary zu labern und er hat die mit Abstand schlimmste Stimme, die ich jemals bei einem Nussknacker, einer Nuss, einem Knacker, oder bei überhaupt irgendwas vernommen habe. Und er labert ununterbrochen. Und er ist plötzlich einen Meter groß. Und nervt dadurch auch nicht weniger. Jedenfalls will er zum Puppenhaus, also schleichen er und Mary durchs Haus und haben Angst vor Ratten – ich denke, das wird noch wichtig.

Das Puppenhaus ist mittlerweile ebenfalls auf eine beachtliche Größe angewachsen und im Haus sind alle nur am singen und am trommeln und am rumnerven. Ich sehe es als Gewinn für meine Augen an, dass die Puppen nicht auch alle so grauenhaft animiert sind wie der Nussknacker, sondern man hier Leute in Kostüme gesteckt hat. Das wird aber wohl der wirklich einzige Pluspunkt dieser Grütze bleiben.

Aus irgendeinem Grund, den nun wirklich niemand raffen kann, weil er nicht mal im Ansatz erklärt oder auch nur angedeutet wurde, entscheidet NC, dass man gegen den Rattenkönig in den Krieg ziehen muss.

Nach ner halben Stunde dachten sich die Macher des Films wohl, dass es höchste Zeit wird, den schlecht animierten Weihnachtsbaum noch mal auszugraben. Nebenbei macht der Nussknacker Mary Komplimente, dass sie ja so wunderschön ist usw. Äh, ich bin mir nicht sicher, wo Pädophilie beginnt, aber das hier dürfte definitiv hart an der Grenze sein.

Auf dem Baum treffen sie die Schneefee und Mary kann dann fliegen und alles ist einfach nur völlig uninteressant. Nach einer halben Stunde ist der einzige Fitzel Story, den man mir gegeben hat, dass NC gegen den Rattenkönig kämpfen will. Wieso, weshalb, warum, bleibt offen. Aber das macht nix, denn die Schneefee singt ein Lied. Ich weiß nicht genau, worum es geht, aber das Wort „Gurke“ kam vor, glaube ich. Es handelt also wohl von einem Salat. Weil NC immer brav seinen Salat gegessen hat, verwandelt er sich in einen echten Jungen. Er ist also Pinnochios Bruder.

Prinz Nussknacker, Mary und die Schneefee tanzen dann noch ne Stunde rum, was von irgendwelchen Rattentypen beobachtet wird, die dann mit Jetpacks Marke Eigenbau davon fliegen. NC zeigt Mary sein Königreich. Oder besser gesagt, das dunkle Gedöns, das mal sein Königreich war.

Vor dem Buckingham Palace, oder einem Gebäude, das dem sehr ähnelt, wächst ein riesiger Penis aus dem Boden … nein, wartet, mein Fehler. Es ist kein Penis. Es ist mehr ein schwarzer Dildo, der sich in einen Wolkenkratzer verwandelt und aus dem dann eine riesige Armee an Soldaten marschiert kommt, die aus irgendeinem Grund, von einem verwirrten Trottel mit einem Blumenstrauß verprügelt wird. Fragt mich nicht, ich weiß es auch nicht.

Auftritt Rattenkönig!!! Der knackt eine Nuss, indem er einen Gefangenen mit dem Kopf drauf haut. Dann macht er das, was jeder gute Rattenkönig tut: Singen und Tanzen … Und natürlich einen Hai mit einem Stromkabel grillen!!! Leider wird dieser Irrsinn dann von den Spähern unterbrochen, die berichten, dass der Prinz wieder am Start ist. Der Rattenkönig ist nicht beeindruckt und geht zu seiner Mutter, deren Fluch auf den Prinzen scheinbar nicht mehr wirkt. Die beißt ihm ins Ohr und ich raffe einfach gar nichts mehr.

NC verwandelt sich dann wieder in den Nussknacker und Mary wacht in ihrem Bett auf. Die Eltern kommen nach Hause und sind die Arschlöcher, die Eltern nun mal in solchen Geschichten sind. Wir kennen das: Die Kinder erleben Abenteuer voller Fantasie und so und die Eltern glauben kein Wort, bis sie dann ihre eigene Imagination wiederentdecken. Das dauert hier noch ungefähr 1 Stunde. Sie wird sich wie 3 Tage anfühlen.

Habe ich eigentlich schon die schlechten Animationen erwähnt? Gut. Man legt nämlich noch mal ne ganze Schippe oben drauf, mit gepanzerten Katzen, die sich durch eine Mauer fressen.

Onkel Albert hat so ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt und besucht mal wieder die Familie. Vater Joseph macht ihn für alles verantwortlich und will, dass er sich mit seinem Puppenhaus verpisst. Onkel Albert hat aber einen besseren Plan und fängt an zu singen. Der Vater fängt fast an zu flennen. Ich auch, wenn ich bedenke, wie lange diese Scheiße noch dauert.

NC rekrutiert Max als Soldaten gegen den Rattenkönig. NC wird von einem unsichtbaren … Wasweißichwasesistunsichtbar durch die Gegend geschleudert. Mary und Max fallen dem Rattenkönig in die Hände und es ist mal wieder Zeit für Musik. Leider wird kein Hai gegrillt. Kurz darauf folgt natürlich die obligatorische Flucht.

Mary und der Affenmann aus dem Puppenhaus landen in der Menschenstadt, die ganz unter Kontrolle der Ratten steht, die Spielzeuge verbrennen. NC und die anderen beiden Puppen werden in der Kanalisation von einer dieser gepanzerten Katzen gejagt, die aussehen, als hätte sie jemand an Silvester beim Bleigießen in einen Becher gewichst. Max bleibt in der Gewalt des Rattenkönigs, weil er mit dem Moped fahren durfte, was Max ganz besonders toll findet.

Der Rattenkönig singt eine Ansprache an die Nation, während man unten die Spielzeuge aufstapelt, um sie abzufackeln. Ähnlichkeiten zu einem gewissen Führer sind natürlich rein zufällig.

NC ist tot. Damit haben wir es dann wohl geschafft. Mary ist traurig und natürlich erscheint die Schneefee und sagt Mary, dass nur sie ihn retten kann. Mary gesteht dem Nussknacker ihre Liebe und erweckt ihn so zu neuem Leben und alle Pädophilievorwürfe sind natürlich zerschmettert, denn NC ist ja auch nur ein kleiner Junge. Die beiden dürfen also ruhig rumpoppen, wenn sie denn unbedingt wollen. Da der Prinz zurück ist, proben die Menschen den Aufstand in der Rattenfabrik.

Die Rattenmutter schlägt vor, dass man das tut, was Ratten am besten können: Den Schwanz einziehen und abhauen. Der Rattenkönig ist dagegen und ruft zur großen Action auf. Wer jetzt denkt, dass diese Action den Film vielleicht noch retten kann, der hat den Rest nicht gesehen. Denn hier ist absolut nichts mehr zu retten. Und selbst wenn dem so wäre, würde DIESE Action nichts zur Rettung beitragen.

Mary landet dann mal wieder beim Rattenkönig und es folgt eine unfassbar spektakuläre Motorradverfolgungsjagd von genau 3 Sekunden. Dann entkommt der Rattenkönig mit Mary. Kurz darauf fliegen der Rattenkönig, seine Mutter, Mary und Max im Rattencopter durch die Gegend und irgendwie landen Prinz NC und der Affenmann auch darin. Es gibt etwas Gekloppe, dann stürzt das Teil ab. Der Rattenkönig und seine Mutter verwandeln sich zurück in Ratten und fliehen in einen Gully. Also wird gesungen, denn die Ratten sind weg. Ich weiß nicht, ob da keinem der Gedanke gekommen ist, dass die Ratten in der Kanalisation nun nicht unbedingt komplett verschwunden sind und jederzeit zurückschlagen können. Aber egal. Erst mal Party.

Die Schneefee schickt Mary nach Hause, denn das hier ist alles nur ein Traum und blah. Onkel Albert kommt zu Besuch und bringt seinen neuen Nachbarn Nicholas Charles mit. Also NC, versteht ihr? Mary ist natürlich direkt verknallt in das Kackblag und will sich frei machen … ach nee, sie hat nur irgendwas aus der Bluse geholt, um es ihm zu zeigen. Sind sie ja doch noch mal ganz knapp an der Kinderpronografie vorbei geschrammt, die Filmemacher. Glück gehabt. Ich gehe Ratten fangen …

 

Und weil der Film einen so unfassbar in Weihnachtsstimmung versetzt, dürft ihr euch was wünschen. Und zwar hier.