Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Blogparade: Der vergessene Kinderfilm – Bonus

Wo wir gerade so schön in Kindheitserinnerungen schwelgen, nachdem die liebe Juli dazu aufgerufen hat, bietet es sich an, dass ich endlich einen Film hier bespreche, der schon länger aussteht.

Vor geraumer Zeit bin ich durch Frau Urban auf einen Kinderfilm gestoßen, den ich komplett verdrängt hatte. Wahrscheinlich, weil ich ihn als Kind schon scheiße fand. Okay, scheiße vielleicht nicht, denn als Kind konnte man mir einfach irgendwelche Cartoons vorsetzen und ich hab gefressen, was mir gegeben wurde. Großer Fan von dem Schwachsinn, der gleich folgt, war ich aber nie.

CARTOON ALL-STARS TO THE RESCUE – Comic-Stars gegen Drogen – USA -1990 – 30 Min.

„Hallo, liebe Kinder, meine Damen und Herren …“ Irgendeine alte Omi warnt erst mal vor Drogenkonsum und wird dabei sogar vom Bundeskanzler unterstützt. Ist ja der helle Wahnsinn. Wenn der Kanzler den Scheiß hier abgesegnet hat, kann es eigentlich nur noch schlimmer sein, als ich es ohnehin befürchtet hatte.

Connies Sparschwein wird aus ihrem Zimer geklaut. Das kann Papa Schlumpf mal so gar nicht gut heißen, als er in seinem Comicheft morgens von der geschlumpften Glocke aufwacht. Also machen sich die Schlümpfe auf, um Connie zu wecken.

ALF springt aus einem Bilderrahmen und versucht Garfield zu überzeugen, bei der Suche nach dem Dieb zu helfen. Garfield hat aber keinen Bock und will lieber Lasagne fressen. ALF ist nicht begeistert.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die unfassbar beschissene ALF-Cartoon-Serie? Das war so unglaublich schlecht. Fast so kacke, wie der Film. Aber nur fast.

Jedenfalls kommen auch noch die Chipmunks, Winnie Pooh, die Muppet Babys (die ich übrigens immer scheiße fand; Muppets funktionieren nur als Puppen) und Slimer von den Ghostbusters vorbei. Gemeinsam kriegt man es dann mal gebacken, das Mädchen zu wecken, die natürlich über den Diebstahl unfassbar empört ist. Und absolut nix macht.

Die Cartoon-Spaten verstecken sich dann in Michaels Zimmer und beobachten, wie der das Sparschwein leer räumt. Connie kommt vorbei und stellt Michael zur Rede.

Unter dem Bett finden die Cartoon-Helden dann Michaels Karton mit Marijuana. OH MEIN GOTT! Michael ist nicht nur ein Dieb, sondern auch ein Kiffer ersten Grades. LYNCHT DEN ARSCH!

Michael haut ab und Connie ist besorgt, weil seine Augen so komisch aussehen. Die Comic-Stars nehmen die Verfolgung auf.

Wie jeder Kiffer, der etwas auf sich hält, hängt Michael natürlich in der einzig wahren Drogenhölle ab: Einer Arcade-Spielbude. Ja, hier treffen sie sich alle. Die Kiffer und Kokser, die Fixer und Ficker, die Nutten und Nippelpiercer. Eben der Abschaum der Menschheit. Und alle sind sie mindestens 12 Jahre alt.

Michael und seine Kumpels stehen also mitten in der Spielhalle und kiffen sich die Hirnzellen aus der Birne. Die Aufsicht hat wohl gerade Mittagspause. Der rothaarige Kumpel hat aber noch viel geileren Scheiß dabei und packt etwas Crystal Meth aus. Pff, das ist ja weiß. Mit der Scheiße bräuchte der heute keinem mehr kommen.

Die Bullen kommen und Michael muss fliehen. Keine Ahnung, warum. Die Bullen sind ganz woanders hingefahren. Stattdessen kommt Bugs Bunny um die Ecke und begibt sich mit einer, von Wile E. Coyote ausgeliehenen, Zeitmaschine auf Zeitreise.

Währenddessen quatscht Pooh Connie voll.

Bugs zeigt Michael, wie er vor zwei Jahren angefangen hat zu Kiffen, wie ein Bagger, nur weil er cool sein wollte. Was eventuell dabei geholfen hätte, cooler zu werden, wäre es, kein T-Shirt anzuziehen, auf dem groß der Buchstabe M abgedruckt ist. Überhaupt scheint zwei Jahre vorher jeder nur Klamotten aus der Chipmunk-Collection getragen zu haben. Mich würde ja wirklich mal interessieren, ob es tatsächlich mal eine Zeit gab, in der die Teens nur Shirts mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens getragen haben.

Jedenfalls klaut eine Freundin Michael das Portemonnaie um Crack zu kaufen und bei der Verfolgung fällt Michael in einen Gully und trifft die Turtles. Hier sind also mutierte Schildkröten, die Michael erzählen wollen, dass Drogen schlecht sind. Also mich haben sie überzeugt.

Kurz darauf fahren Kermit und Piggy mit Michael Achterbahn durch seinen Kopf, um ihm zu zeigen, was Drogen mit seinem Gehirn anstellen. Sieht alles schön bunt aus, wenn ihr mich fragt.

Tick, Trick und Track kommen vorbei und stimmen den schlimmsten Song aler Zeiten an, der Michael beibringen soll, wie man „Nein“ sagt. Natürlich stimmen alle Cartoon-Fressen mit ein, wodurch das Ganze noch unerträglicher wird.

Michael wacht auf und blickt überhaupt nicht mehr durch. ALF, ein Alien, dessen Hauptbeschäftigung es ist, das Haus der Tanners in Schutt und Asche zu legen, zeigt Michael dann, dass er durch Drogen irgendwann aussieht, wie ein Zombie. wenn ein Alien dir davon abrät, Drogen zu nehmen, sind die vielleicht wirklich nicht so toll. Andererseits frisst ALF Katzen und spielt Baseball mit Fischen … ich glaube, er will die ganzen Drogen nur für sich selbst.

Währenddessen wird Connie von der sprechenden Drogenwolke, die Michael die ganze Zeit vollgelabert hat, in Versuchung geführt, mal richtig einen durchzuziehen.

Michael ist derweil auf dem Vergnügungspark der Geisteskrankheiten gefangen. Mit Kettensägenkarussels und Monsterachterbahnen. Sieh mal an. Eigentlich ist das hier gar kein Anti-Drogen-Film, sondern Anti-Disneyland-Propaganda.

Daffy Duck, eine Ente, die ständig labert, als wäre sie komplett auf Speed, sagt Michael die Zukunft voraus. Die sieht so aus, dass er völlig abgekaspert und abgefuckt auf einem Tisch liegt. Wie zur Hölle hat mich das als Kind nicht völlig traumatisiert?

Jedenfalls sieht Michael ein, dass Drogen kacke sind und schleudert die Drogenwolke in den Müllwagen, um dann glücklich und zufrieden ein Leben mit seiner schwester als Internet-Porno-Stars zu führen. So zumindest meine Theorie.

Ja, meine Fresse, das war, äh, verstörend. Aber natürlich hat das Ganze auch eine Moral: Nehmt keine Drogen, sonst werdet ihr von Cartoonfiguren vollgelabert.

 

Robin hat sich hier übrigens ebenfalls mit diesem Machwerk der Schwachsinnigkeiten auseinandergesetzt. Lesen lohnt sich.

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Blogparade: Der vergessene Kinderfilm

Ich muss ja zugeben: Ich mag Kinder. Solange es nicht meine eigenen sind. Schließlich ist bei mir der Zug abgefahren, dass ich noch mal wirklich erwachsen werde, und mit den kleinen Blagen kann man so schön viel Scheiße bauen, ohne dass einen die Leute für bescheuert halten. Muss ja keiner wissen, dass man gerne immer noch mit He-Man Figuren spielen würde. Macht man dann eben mit den Kids anderer Eltern. Dann können die sich mit den Folgeschäden rumschlagen, die es mit sich bringt, wenn ich mal wieder den geballten Wahnsinn meiner verlorenen Kindheit auslebe. Psychiater gibts ja genug. Die kriegen die Blagen schon wieder hin.

„So Kinder, ihr müsst jetzt alleine weiterspielen. Der Onkel muss einen schwachsinnigen Blogartikel schreiben. Aber lasst mir ein paar He-Man Figuren zur Inspiration da.“

Hilfe! Hilfe! Es ist Skeletor. Ich bin verloren.

Keine Panik, She-Ra. He-Man ist da, um dich zu retten. Bei der Macht von Grayskull! Ich habe die Macht!

♫Tududududu-tudududududu

Bang! Pow! Aaargh!

Oh He-Man. Du bist so groß und stark. Und deine Battlecat ist auch so groß und stark. Und in deinem Tanga aus dem Fell eines höchstwahrscheinlich ausgestorbenen Lebewesens scheint sich auch etwas großes und starkes aufzutun.

Die Macht von Grayskull ist heute besonders stark in mir.

Oh, He-Man. Heute mache ich dich endlich zum He-Man-Man.

Oh, She-Ra. Ich will ein Kind von dir. Und ich will es She-Man nennen. Und ich will, dass es ein großer Star in der thailändischen Touristenszene wird

Was?

Oh.

Sorry, war abgelenkt.

Wo war ich? Ach ja:

Die liebe Juli versetzt uns zurück in die Kindheit und fragt nach einem Film, den wir als Kind toll fanden, aber seit Ewigkeiten nicht gesehen haben. Ich hatte ja letztens schon ein einschneidendes Erlebnis in diese Richtung, als ich Disneys Robin Hood nach Jahren mal wieder geguckt habe, und feststellen musste, dass der Film einfach todlangweilig ist, kein Gag funktioniert und das alles einfach irgendwie, naja, kacke war. Dabei wurde ein Stück meiner Kindheit einfach mal komplett zerstört.

Und weil ich so ein harter Kerl bin, der komplett auf seine Kindheit scheißt, wage ich jetzt ein weiteres Unterfangen in diese Richtung, bei dem ich vermute, dass auch das kein gutes Ende nehmen wird.

Das war nämlich so: Als Kind habe ich diesen Film gesehen, in dem ein paar Blagen und ein Huhn auf einem Kanu durch die Gegend schippern und ich fand den toll. Und dann hab ich ihn einfach komplett vergessen. Irgendwann fiel mir dann aus irgendeinem Grund dieser Film wieder ein, aber ich konnte mich ums verrecken nicht an den Titel erinnern. Irgendwann fiel mir dann eine DVD in die Hände, mit dem Titel „Flussfahrt mit Huhn“. Man, der Titel ist so verdammt offensichtlich, da kann ja keine Sau drauf kommen. Ich dachte eher an sowas, wie „Die Kanukinder vom Niederrhein“. So hießen Filme schließlich damals. Jedenfalls hab ich die DVD natürlich gekauft und seit dem verstaubt sie hier im Regal. Da kommt mir diese Blogparade natürlich gelegen, um mir den Spaß dann doch endlich mal wieder anzugucken.

 

FLUSSFAHRT MIT HUHN ist ein deutscher Film, mit einer unfassbar aufregenden Story. Irgendwelche Blagen machen Urlaub beim Opa und halten sich für Piraten, die einen neuen Weg ins Meer finden wollen. Also klauen sie in einer Nacht und Nebel Aktion Opas Ruderboot und paddeln los. Opa nimmt mit seinem Motorkanu die Verfolgung auf, stellt sich aber tierisch dämlich an und die Blagen klauen ihm das Kanu. Opa klaut daraufhin einem armen Bauern das Fahrrad und verfolgt die Kids jetzt 90 Minuten lang. Kurz gesagt, sind hier alle Kriminelle. Quasi die Kinderversion von Pulp Fiction. Nur das Opa keine Bibelsprüche zitiert, die er fast auswendig kann.

Naja, der ganze Spaß plätschert ewig dahin, wie der Fluss, über den die Blagen schippern, und Opa scheitert halt immer wieder knapp daran, sie einzuholen.Viel mehr passiert dann in dem langweiligen Schinken auch nicht, bis dann am Ende alle wieder zusammen sind und so tun, als wäre absolut nix gewesen. Nun ja, was soll ich sagen, außer: Boah, war das langweilig. Ich gehe jetzt gar nicht genau auf Julis Fragen ein, sondern fasse kurz zusammen: Ass Erwachsener ist der Film einfach zum Einpennen und die einzige Erkenntnis im Gegensatz zu früher ist, dass alles an dem Film, von Drehbuch bis Darsteller, scheiße ist.

Zum Glück bin ich nicht wirklich erwachsen und deshalb nicht eingeschlafen.

Oh, She-Ra, das sieht ja aus, wie die höchsten Hügel von Eternia. Achtung, die wahre Macht von Grayskull bahnt sich einen Weg auf die bebenden Berge …

Okay, okay, ich spiele alleine weiter …