Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Jochen Taubert

Fortbildung in amateurhafter Inkompetenz in allen möglichen Bereichen der filmischen Unfähigkeit

Vor geraumer Zeit hatte ich ja schon mal das zweifelhafte Vergnügen, einen Jochen Taubert Film hier zu besprechen, der … sagen wir, nicht gerade der Bringer war. Aber man sollte niemals unterschätzen, wie sehr man sich selbst unterbieten kann. Ich persönlich beweise das quasi jede Woche aufs neue. Und auch Jochen Taubert hat noch mal alles gegeben, um ein unfassbar fürchterliches Machwerk abzuliefern, das Fluch der Karibik 5 wie einen Kubrickfilm nach einem Drehbuch von Goethe erscheinen lassen wird. Passend zum Start des neuen Piratenfiaskos in den deutschen Kinos also hier ein Piratenfiasko, das es berechtigterweise nie bis ins Kino geschafft hat.

PIRATENMASSAKER – Deutschland – 2000 – 90 Min.

Es dauert genau den Bruchteil einer Hundertstelsekunde, um festzustellen, dass das hier mindestens genau so scheiße wird, wie der erste Taubert, der uns hier begegnet ist. Nur eben mit Piraten. Die Bildübergänge vermitteln allerdings eher den Eindruck von billigstem Cyberpunk. Vielleicht erleben wir hier also doch eine Überraschung … ach, machen wir uns nix vor. Das wird einfach wieder komplett hirn- und vor allem talentlos.

Schöne Unterwasserwelt. Ich frage mich, in welchem öffentlichen Aquarium die Haie gefilmt wurden. Und nur mal so als Tipp: Wenn man schon die Möglichkeit hat, ein Piratenschiff im Vergnügungspark um die Ecke zu filmen, dann wäre es vielleicht nicht ganz doof, einen Zeitpunkt abzuwarten, in dem nicht gefühlt 42 Wasserfontänen in die Luft spritzen und so direkt die Illusion zu zerstören, dass man hier im Piratenzeitalter rumschippert.

Okay, die Illusion will man wohl eh nicht aufrecht erhalten, denn ein normales Seegelboot zum Piratenschiff umzubauen funktioniert halt nur so semi. Und was zur verfickten Hölle geht eigentlich mit der Musik ab? Neben einem Fischerchor, der „Aloha He“ singt, dudelt noch irgendein Gedudel darunter her und jeder Bildübergang muss auch noch mit einem musikalischen Soundeffekt unterlegt werden. Remix des Todes. Wer da keinen Tinnitus kriegt, ist bereits taub.

So, jetzt aber genug der Grütze. Kommen wir zur Handlung. Die Piratencrew hat einen Mönch auf eine Insel gebracht. Und auf dieser Insel soll angeblich ein Messer vergraben liegen, auf dem eine Schatzkarte eingraviert ist. Moment mal. Die Schatzkarte ist auf dem Messer? Wie groß ist so ein Messer? 10 Zentimeter? Was für eine Schatzkarte passt da schon drauf? Wie gut versteckt kann der Schatz bitte sein? Der Mönch lacht, wie es eben ein echter Mönch damals getan hat. Da waren die noch nicht so ernst drauf mit Schweigegelübde und allem. Da konnte man auch mal ein Späßchen machen. Oder eben so tun, als wüsste man von gar nix.

Messerjockel will aber natürlich sofort zu dem Messer geführt werden. Der Mönch hebt die Arme, labert irgendwelchen Jibberisch und aus dem Wald kommen die Räuber. Oder Mönche. Oder maskierte Volldeppen in billigen Kutten. Oder wasauchimmer. Ich will jetzt wirklich nicht auf die Action und vor allem die unfassbaren Sterbeszenen eingehen, weil sie einfach unfassbar sind.

Viel wichtiger ist ohnehin die Frage, wo plötzlich der Musketier und seine blonde Ische hergekommen sind, die da durch die Gegend laufen.

Das Piratenschiff wird jedenfalls abgefackelt, wie uns einer der Charaktere verrät „Mein schönes Schiff brennt lichterloooooooooooh!“ und geht dann unter, wie uns die blonde Ische verrät „“Das Schiff sinkt.“ Zur passenden Atmosphäre trägt grottenschlechte Technomusik bei, denn die macht jede Szenerie direkt noch mal schlechter. Vor allem in einem PIRATENFILM!!! Wenn der Twist hier nicht ist, dass Guybrush Threepwood und sein Bruder Chuckie nur im Vergnügungspark Piraten spielen und dabei Techno hören, ist das alles komplette Scheiße im Quadrat. Und ich kenne die Antwort jetzt schon.

Der Käptn will einen Mönch lynchen, aber als er ihm die Maske abzieht, stellt er fest, dass es eine Frau ist. Also geht er einfach wieder und … hat der ernsthaft Turnschuhe an? Come on! Gebt euch doch wenigstens etwas Mühe.

In einem Anflug von ganz großer Comedy wird ein Pirat von einer Armbrust ins Bein getroffen und schlägt vor, dass die anderen besser ohne ihn weiterlaufen. Ein Gag, der niemals alt wird. Als ihn ein Speer endgültig erlegt, ist klar, dass er recht hatte. Hätte er mal glaubhafter gespielt. Diese Sterbeszenen sollten wirklich an jeder Schauspielschule als abschreckendes Beispiel verwendet werden.

Wer ist sie denn jetzt? Zwei Mönche verfolgen eine Frau in grünem Kleid und ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem Grund, wird andauernd der Ton abgeschnitten und beginnt von vorne. Nicht mal den Sound kriegen die hin. Es ist unfassbar. Sie stirbt. Die Szene war also nicht nur scheiße, sondern auch völlig sinnlos.

Die übrigen Piraten verstecken sich in einem Loch und beobachten den mönchischen Kannibalismus. Den Geräuschen nach zu urteilen, könnten sie auch Zombies sein. Aber das wäre ja lächerlich.

Einer der Piraten wird angeschossen, als er den Schiffsjungen rettet, der kein Blut sehen kann und zusammenbricht.

Dann wird erstmal gepennt und geträumt. Von Titten natürlich. Und einem Mauscursor, der das Video mit besagten Titten startet. Schon die Piraten träumten also von Internetpornografie. Die anderen Piraten spielen am Ständer des Pornoträumenden rum, aber dann stirbt der Schiffsjunge, was diese grandiose Szene unterbricht. Nur der Angeschossene überlebt die nächste Attacke und liefert sich einen unglaublich spannenden Messerkampf mit einem Mönch … und verliert. Ach so, dass sich einer der Mönche den Ständer des toten Tagträumers reinpfeift muss ich wohl nicht erst erwähnen, oder?

Ich frage mich nebenbei, warum die Leichen so komisch rumstöhnen, wenn sie gefressen werden. Doch Zombies?

Oh, der Musketier und seine blonde Trulla sind auch noch da. Offenbar waren sie auf dem Piratenschiff, weil sie dachten, es wäre ein Handelsschiff. Moment mal … Also mal davon abgesehen, dass die Blondine und der Musketier wirklich nicht die schärfsten Degen im Fechtkampf sind, was sind das denn bitte für Piraten, die irgendwelche Honks einfach mal so durch die Gegend schippern? Betreiben die nebenbei ein Kreuzfahrtunternehmen, oder wie soll ich mir das vorstellen?

Und da ist noch ein Musketier. Und er läuft mit einem fetten Piraten durch die Gegend. Es ist schon bemerkenswert, wie es dieser Film schafft, so viele Charaktere unterzubringen, ohne auch nur einen einzigen Charakter zu haben. Irgendeine Tussi isst einen Arm und einer der Trottelpiraten schleicht sieben Stunden um sie herum, ohne sie zu bemerken. Vielleicht sollte er sich dem Musketier und der Blondine anschließen. Zusammen kriegen die vielleicht eine halbe Gehirnzelle zusammen. Kampf. Beide sterben. Mir egal.

Der Käptn latscht mittlerweile mit der Trulla durch die Gegend, die er vorhin nicht gekillt hat. Er versucht ihr zu erklären, dass er einen Schatz sucht. Scheinbar sind sie die Hauptcharaktere hier, denn sie verraten ihre Namen. Tia und Mick. Ich werde es in drei Sekunden vergessen haben. Immerhin zieht sie ihre Kutte aus und läuft ab jetzt im Amazonenlook rum.

Wisst ihr, was wir noch gar nicht hatten? Grottenschlechte Rockmusik. Passend zu unfassbar lahmer Action, die es hier ohnehin am Fließband gibt. Ich gehe jetzt mal nicht auf die Pulverfassszene ein. Nur soviel: Wunderkerzen, die zumindest den Eindruck einer Zündschnur vermitteln könnten, gibts zu hundert Stück schon unter 5 Euro. Hier hat man darauf verzichtet. Das Budget von dieser Scheiße sollte damit ausrechenbar sein.

D’Artagnan stirbt und Blondie muss alleine klar kommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht weit kommen wird. Und da wird sie auch schon von einem Kannibalenmönch geschnappt.

Der Peitschenaugust mit der Zipfelmütze peitscht eine rothaarige Trulla und ihre Freundin und frisst dann ihre Organe. Käptn Fatso und die Amazone beobachten das Treiben und gehen dann lieber mal weiter. Musketier B und der andere fette Pirat latschen auch noch rum. Sterben aber dann irgendwann völlig unspektakulär.

Die Amazone befreit Blondie, die noch lebt. An anderer Stelle latscht noch ein Pirat mit Blondie Zwo rum. Keine Ahnung, wo die herkommen. Habe ich wohl verpasst.

Zeit für grottenschlechten Schnulzenrock. Warum weiß nur Herr Taubert selbst. Das letzte, an das ich denke, wenn ich Vollhonks durch einen Wald tapern sehe, ist Schnulzenrock. Aber hey, jedem seinen Fetisch …

Ich denke, es ist für die geistige Gesundheit aller – vor allem meiner eigenen – besser, wenn ich den Rest etwas abkürze. Im Endeffekt passiert ohnehin nur noch 20 Minuten lang genau das, was schon in der letzten Stunde passiert ist. Mönche und Piraten töten sich gegenseitig im Wald. Irgendwann sind dann nur noch Käptn Fettbacke, die Amazone und die blonde Trulla übrig. Letztere kriegt einen Giftpfeil in die Titten, was die Amazone dazu veranlasst, ihr das Gift aus dem blutenden Bauchnabel zu saugen. Ernsthaft, in diesem Film kriegen die nicht mal sowas simples wie Kontinuität innerhalb von drei Sekunden gebacken. Und dann stirbt sie, ohne dass man jemals ihre Titten gesehen hat. Was für eine Zeitverschwendung.

Käptn Fatman findet das Messer – das jetzt nebenbei ein Dolch ist, was von Anfang an sinnvoller gewesen wäre – und flieht mit der Amazone vor den Mönchen. Die hat aber keinen Bock mehr zu fliehen und will stattdessen den Käptn knallen. Der kriegt aber einen Pfeil in den Arsch und stirbt auf der Stelle. Also: Giftpfeil in Titten = Lebenserwartung von gefühlt drei Stunden. Normaler Pfeil in Arsch = Instant Death. Muss an der Blutzirkulation liegen, die im Arsch einfach stärker ist, als in Titten. Immerhin lernt man hier was über Biologie.

Tia trifft dann einen Mönch, den sie kennt und es gibt Techno, während der Mönch Tia vor den anderen Mönchen verteidigt. Ich glaube ehrlich gesagt, ohne den Versuch von Handlung wäre der Film besser. Der Mönch stirbt und Tia haut ab. Jede Menge Gerenne und der übliche Käse eben, dann versteckt sie sich in einem Loch, hackt einem toten Mönch das Bein ab und wirft es in einen See, in dem offenbar ein Hai rumschwimmt, wie uns ein Cut ins Aquarium wohl weismachen will. Sie wirft auch noch den Dolch rein und einer der Mönche stürmt hinterher ins Meer. Ach, der Tümpel sollte der Ozean sein. Hätte ich um ein Haar nicht erkannt. Mit der Moral „Den Schatz des Lebens, sucht man oft vergebens“ endet der Müll und ich denke, es ist klar, dass man Talent manchmal auch vergebens sucht.

Tja, was soll man dazu noch sagen? Es ist alles so unglaublich schlecht, dass es noch nicht mal wieder gut ist. Ein Haufen Idioten im Wald, die sich beim Piratenspielen filmen ist eben kein Trash sondern einfach Crap, mit dem man den besten Freunden auf den Sack gehen kann, nachdem man die Dias vom letzten Urlaub durchgeguckt hat. Ist nämlich genau so spannend und genau so unterhaltsam. Also gar nicht. Ich gehe mein Messer suchen …

Amateurhafte Inkompetenz in allen möglichen Bereichen der filmischen Unfähigkeit

Wer sich schon etwas länger hier auf dem Filmschrottplatz rumtreibt dürfte mittlerweile wissen, dass mein Filmgeschmack extrem weitreichend ist. Vom Hollywoodblockbuster (außer natürlich aktuelle) bis hin zum billigen Amateurfilm kann mich eigentlich alles überzeugen, so lange man eben merkt, dass sich da jemand Mühe gegeben hat und somit ein Ergebnis abliefert, dem man ansieht dass es nicht einfach nur hingeschludert wurde. Gerade bei Blockbustern ist das heute leider kaum noch der Fall. Aber auch bei Amateurfilmen kann das vorkommen. Dabei sollte man doch meinen, dass ein „Hobbyregisseur“ wirklich viel Liebe in seine Projekte steckt, um ein möglichst gutes Ergebnis abzuliefern. Wer Bad Taste von Peter Jackson gesehen hat, weiß, was da möglich ist. Auch wenn das natürlich ein Extrembeispiel ist. Trotzdem sollte man meinen, dass mehr drin ist, als bei dem Machwerk aus deutschen Landen, das uns heute erwartet. Jochen Taubert hat sich mittlerweile einen Namen in der Szene gemacht (und warum, weiß er wohl selbst nicht). Vielleicht durch überambitionierte Projekte, die einfach nicht realisierbar waren und dadurch nur noch zu absolutem Müll mutierten. Zum Beispiel:

ICH PISS‘ AUF DEINEN KADAVER – Deutschland – 1999 – 88 Min.

Irgendein Typ fährt mit seinem Golf durch die Walachei und ist zu doof, ein Tape ins Kassettendeck zu schieben. Beim Kassettesuchen auf dem Boden verkantet er den Wagen und überschlägt sich. Anschließend taumelt er unter Schmerzen -oder der Darsteller hat einen epileptischen Anfall; ich kann es nicht genau sagen – zur nächsten Telefonzelle, um einen Krankenwagen zu rufen. Nebenbei wäre das alles nicht viel, aber etwas besser, wenn der beschissene Soundtrack nicht dreimal so laut wäre, wie der restliche Ton des Films. Ich habe von dem ganzen Gebrabbel bisher nur „Aua“ und „helft mir“ verstanden. Jedenfalls kommt der Krankenwagen und der Typ wird halt ins Krankenhaus gebracht. Und dann darf man bestaunen, wie die Sanitäter ihren Job machen. Und zwar schlecht. Ich meine: die nehmen dem Typen noch nicht mal seine verfickte Sonnenbrille ab! Im Krankenhaus wird notoperiert. DIREKT IM PATIENTENZIMMER!!!! Wer braucht schon nen sterilen OP-Saal?
Das waren jetzt also die Openeing-Credits. Ja, der ganze Scheiß hat 10 Minuten gedauert und die bisherigen Erkenntnisse sind folgende: Die Darsteller sind das Grauen (aber das war zu erwarten). Das Verhalten der Charaktere ist nicht unbedingt realistisch (zum Teil okay, aber wenn man schon in den ersten 10 MInuten nur Blödsinn zeigt, der keinen Sinn ergibt, wirds schwierig). Der Ton macht die Musik hier und sonst auch nix. Denn unter dem Dauergedudel versteht man quasi nix von dem, was die Arschkrampen da so erzählen.
Das wird ein hartes Stück Arbeit.

Bei der Bundeswehr kommt ein Soldat mit PFERDESCHWANZ!!! BEI DER BUNDESWEHR!!! also er kommt rein und quatscht was von Labor 3. Ich verstehe halt echt kein Wort.

Gucken wir doch lieber irgendeiner Trulla dabei zu, wie sie sich nackig macht und baden geht. Hmmmm, schön Nahaufnahme vom Titteneinseifen. Toller Film. Tolle Frau. Ich kaufe alle Kopien.

Der Pferdeschwanz ist wieder da und erklärt seinen Vorgesetzten, dass er und seine töften Kumpels in Labor 3 eine „bakterielle Waffe“ entwickeln, die die Kriegsführung für immer verändern wird. Ich frage mich gerade, was eine „bakterielle Waffe“ sein soll. Ist das was von Ratiopharm? Aber wahrscheinlich meinen sie einfach eine Biologische Waffe, aber was will man auch von den Affen hier erwarten …
Jedenfalls kommen die töften Kumpels des Pferdeschwanzes reingelatscht – wir befinden uns hier wohlgemerkt auf einem Stützpunkt der Bundeswehr, wo nicht jeder Hansel einfach kommen und gehen kann, wie er will – und sehen aus wie die letzten Reeperbahn-Wemser nachts um halb 3. Der Anführer hingegen sieht aus wie ein Möchtegern Blues Brother aus dem Second Hand Laden mit Augenklappe.

Wie gesagt, ich erwarte von einem Amateurfilm nicht viel. Die Darsteller müssen nicht perfekt sein und auch Drehbuchschwächen kann man hin und wieder verzeihen. Wenn aber folgender Dialog vorgetragen wird, ohne dass der Regisseur mal sagt: „Nee, Leute. So funktioniert das irgendwie nicht.“ dann ist der Film einfach scheiße. Und der Regisseur sowieso:

Möchtegern Blues Brother kommt rein. Der General (oder was weiß ich, was der ist) sieht ihn und fragt direkt das Offesichtliche: „Sie sind doch der Pate von Stadtlohn. Was wollen sie hier?“
Sergeant Wasweißich, der neben dem General sitzt: „Sie sind ein kriminelles Subjekt.“
General: „Abschaum der GASSE.“
Pate schreit dem Pferdeschwanz direkt neben ihm ins Ohr: „Weiß er es nicht?“
Pferdeschwanz: „Nein.“
General völlig desinteressiert: „Was soll das heißen?“
Pate stellt Handtasche auf den Tisch.
Pferdeschwanz: „Der Pate bringt uns eine kleine Anzahlung. Eine Million. Für einen kleinen Einblick in unsere Forschungsunterlagen.“
General: „Ganz konzentriert: „Einen kleinen Einblick … in unsere Forschungunterlagen?“ Er haut mit der Faust auf den Tisch … Nein, er streichelt mit der Faust den Tisch. „Dass sie es wagen.“
Pferdeschwanz: „Ich sagte Eine Million.“
Pate: „Das ist ein Argument.“

Ich höre hier mal auf, sonst läuft uns noch allen das Gehirn aus den Ohren. Jedenfalls ist hier von Regie und Gespür für Timing oder überhaupt irgendwas nix zu sehen. Zudem halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass ein kleines Kaff wie Stadtlohn wirklich einen Paten hat, der zudem noch eine Augenklappe trägt. Wo ich mich dann wieder frage: Warum ändert ihr Affen nicht wenigstens den Ort, damit es etwas glaubwürdiger wird? Selbst wenn ihr gesagt hättet, dass hier ist in New York, aber die deutschen Soldaten machen da gerade Urlaub auf nem Atomtestgelände hätte ich euch das eher abgekaut, als diese völlig hirnlose Scheiße.

Der General will alle festnehmen lassen und es folgt die dilletantsichste Actionszene aller Zeiten, in der alle Soldaten drauf gehen.

Die nackte Tussi ist fertig mit Baden und ist einfach nur noch nackt. Leider endet diese äußerst sinnvolle Szene nach drei Sekunden in denen sie alles gegeben hat, was man halt so geben kann, wenn der Job einfach nur ist, nackt rumzustehen.

Die Pferdeschwanzgang killt einen Rollstuhlfahrer mit dem Biokampfstoff. Der kotzt sich halt voll und hat dann aus irgendeinem Grund überall Blutspritzer im Gesicht. Gasmasken sind übrigens uncool, deshalb stehen alle einfach so daneben und gucken sich das ganze an.

Die nackte Tussi föhnt sich ihr wallendes Haar.

Weil ihr Arzt verreckt ist, brauchen die Pferdeschwänze einen neuen und beschließen, den Notfalldoktor vom Anfang des Films zu entführen. Ich gehe jetzt mal nicht darauf ein, dass der Soldat auf den Befehl die Tür zu bewachen mit „okay“ antwortet und erzähle euch lieber, wie der gute Doktor sich aus seinen Handschellen befreit. Nämlich indem er sich mit einem Skalpell den Daumen abschneidet. Und zwar so schnell, dass eine gewaltige Blutfontäne auf seinen Arztkittel spritzt. Man könnte glatt denken, er hätte eine Kettensäge benutzt. Wachmann Okay setzt er mit einer Spritze außer Gefecht und flieht mit seinem Aktenkoffer in einem Ferrari zu beschissener Technomusik. Wer jetzt denkt, es gäbe wenigstens rasante Verfolgungsjagden zu bestaunen, den muss ich enttäuschen. Denn schon nach dem nächsten Schnitt ist Doktor zu Hause und lässt sich von seiner Tochter verarzten. Die fragt nebenbei nicht mal nach, wo sein Daumen ist. Wahrscheinlich kommt der öfter mal ohne das ein oder andere Körperteil nach Hause.

Die Soldaten finden den Arzt überraschenderweise zu Hause aber zum Glück hat die Tochter einen Hund namens Bruno, der denen mal so richtig in den Arsch beißen soll. Allerdings hüpft er lieber kläffend vor dem Soldaten rum. Na gut, nach dem nächsten Cut hat er ihm den Arm abgebissen, also ist er wohl doch kein so schlechter Wauzi. Zumindest ist er der mit Abstand beste Schauspieler in diesem Haufen Hundescheiße.

Okay, folgende Szene ist dann wieder mal exemplarisch dafür, wie unfassbar lustlos hier einfach alles und jeder Beteiligte agiert. Die Tochter des Doktors wird von einem Jeep verfolgt. Im Jeep sitzt der Fahrer mit Kippe auf dem Zahn und wirkt, als würde er einen Sonntagsausflug aufs Land machen. Daneben steht ein blonder Vollassi mit einem Plastikmesser in der Hand und wedelt in der Luft rum. Dazu tanzt er, als wäre er auf einem Loveparadewagen voller Cracknutten, die ihm gerade den Sack abkauen. Passt ja auch zu dem fürchterlich monotonen Technogedudel, dass seit mittlerweile 10 MInuten in Endlosschleife läuft. Und die Tussi, die vor ihnen weg läuft in einer Geschwindigkeit, die nur darauf schließen lassen kann, dass sie eigentlich nur ihren täglichen Jogginglauf noch nicht hinter sich gebracht hat, ist auch noch angezogen!!! Das kann doch alles nicht deren ernst sein.

Jedenfalls geht es in den Wald und die Affen müssen ihren Jeep verlassen. Die Tuse versteckt sich in einem Stall und Messerjockel sucht sie. Dabei schleift er sein Messer an den Holzbalken entlang und man hat sich natürlich nicht mal die Mühe gemacht, die Geräusche so zu ändern, dass es klingt, als wäre es ein echtes Messer. Nein, dieses Messer ist aus Plastik und so klingt es, wenn man es gegen einen Holzbalken kloppt. Fantastische Arbeit hier also auch beim Sound Editing. Nebenbei aber egal, denn die Tussi killt den Vogel mit ner Axt, die tatsächlich echt aussieht. Man kann eigentlich nur hoffen, dass das hier ein Snufffilm ist und man keinen dieser völlig talentbefreiten Affenärsche jemals wieder sehen muss. Ich habe aber meine Zweifel, oder kann mir hier irgendjemand erklären, wie es sein kann, dass er die Axt in die Brust kriegt, aber am Hals blutet, als hätte man ihm die Kehle durchgeschnitten? Nein? Kein Facharzt anwesend? Oder ein Meuchelmörder? Irgendjemand, der mir erklären kann, warum zum Beispiel in der nächsten Szene, in der die Tussi dann von einem anderen Hannes mit einem Messer in den Bauch gestochen wird, eine 42-Liter-Blutfontäne von unten in ihr Gesicht spritzt? Ein Physikprofessor? Ein Messerwerfer? Ich schätze, es ist hoffnungslos. Also weiter.

Die Badenixe hat zumindest mal Unterwäsche angezogen und damit sinkt mein Interesse an ihr und vor allem diesem Film noch tiefer. In dieser sinnlosen Szene macht sie Sport. Ich hinterfrage mal nicht, warum sie das nach dem Baden macht. Der Doktor ist nebenbei mit seinem Ferrari unterwegs und versucht, die Badewannenuschi anzurufen. Die geht aber nicht dran, weil ihr Technoradio so laut dudelt, damit sie auch ihren Sport richtig machen kann.

Die bösen haben nen Motorschaden. Und natürlich auch einen am Kopf, aber das hat hier noch keiner gemerkt. In einer weiteren sinnbefreiten Szene direkt aus dem Schneideraum der Vorhölle, halten sie ein Auto an, verwemsen den Fahrer, der dann mal lieber wegläuft (genau 2 Meter) und ihnen noch hinterherruft, was sie für Saftsäcke sind. Also fahren sie zurück und er geht dann doch mal richtig stiften.

Der Doktor ruft mal wieder an, aber die Badewassertaucherin liest gerade die Fernsehzeitung. Übrigens ist se tatsächlich die beste Darstellerin bisher in diesem Film, einfach weil sie komplett alles ignoriert, was um sie herum passiert. Leider ändert sich das in genau diesem Moment und sie guckt überrascht hoch und sucht nach der Quelle des komischen Geräusches. ES IST DAS VERFICKTE TELEFON DU PISSTRULLA!!!! Als ob sie das noch nie gehört hätte. Se geht dran und der Doktor ist ganz überrascht. „Hallo, Tochter!“ sagt er. Ernsthaft, keine Sau nennt seine Tochter am Telefon Tochter. Was zur Hölle ist bloß los mit diesen Leuten? Sie soll übrigens den Koffer holen.

Irgendein Türke fährt in einem grünen Opel die Landstraße entlang. Jetzt wird es wirklich unrealistisch. Türken fahren alle BMW. Hinter ihm die Technoassis. Der Türke bremst und die Assis fahren SPRINGEN ÜBER SEIN AUTO. Nachdem sie den Türken vermöbelt haben fahren sie weiter, nur um sich zwei Meter später mit der Karre zu überschlagen. Irgendwo brennt es, aber das Auto kann es nicht sein, denn die Flammen spiegeln sich in der Windschutzscheibe und brennen VON EINER SEITE ZUR ANDEREN!!! Wenn ein Filmemacher noch nicht mal weiß, dass Feuer von unten nach oben brennt, dann ist wirklich nichts mehr zu retten. Ich hoffe, die sterben alle. Also in echt. Nicht nur in diesem Scheißfilm. Ich will, dass alle Beteiligten qualvoll verrecken. Und ich will, dass es jemand filmt, damit wir es uns alle angucken können.

UND ES IST ERST DIE HÄLFTE DES FILMS RUM!!!!! Ich kann nicht mehr …

*heul*
*heul*
*schluchz*
*rotz*
*Mordpläne schmied*
*manisch lachen*
*heul*
*heul*
*zwangsjacke anleg*
*waaaaaaaaaaaahhhhhh*
*beruhigen*
*beruhigen*
*etwas an die Wand schmeißen*

Ich muss hier jetzt mal etwas springen, deshalb mal die letzten Geschehnisse in Kurzform. Der Doktor und der Typ vom Anfang (Notoperation) kämpfen gegen die Soldaten. Tochter wird währenddessen unter Waffengewalt zu nem Blowjob gezwungen und rennt dann nackt weg. Etwas später wird sie an nen Baum gefesselt und ausgepeitscht. Der Doktor schießt währenddessen jemandem einen Pfeil in die Eier. Die Tussi soll gevierteilt werden, also VIER Teile. Dazu bindet man eine Kette an Baum und einen Arm und eine weitere an den Jeep und den anderen Arm. Also ich bin kein Mathegenie, aber das Ergebnis wären bei mir nur ZWEI Teile. Macht aber auch nix, denn sie verrät, wo der Koffer ist und wird mit einer Kettensäge gekillt. Zumindest denke ich das, denn ein Typ mit Kettensäge kommt und anschließend liegt sie da und jemand hat ihr mit rotem Filzstift nen Strich zwischen die Titten gemalt, was wohl die Kettensägenwunde sein soll.

Der Doktor ruft die Bullen. Der Cop am Telefon hinterfragt zu keiner Sekunde das Gefasel von Biowaffen für die Mafia in der Kaserne im Kaff am Arsch der Welt. Und 5 Minuten später sind die Bullen auch schon da. Und Panzer rollen an. Und Helikopter fliegen, Und alles ballert rum. Seht ihr, Jochen „Verbrechen an der menschlichen Psyche interessieren mich überhaupt nicht“ Taubert, war damals beim Bund und hat mit seiner GoPro mal ne Panzerübung gefilmt. Das kann man dann natürlich hervorragend in einen Film für alle Klapsmühleninsassen einbauen, da die den Unterschied ja eh nicht merken. Ich merke ihn leider schon und wünsche mir, dass jemand in der Zeit zurück reist und Jochen unter einen Panzer schubst.

Nach dem Megashootout mit unfassbarer Action und noch unfassbarerer Leistung aller Beteiligten ist die Kacke leider immer noch nicht vorbei. Nein, es geht noch 20 Minuten!!!! Okay, komm, fick den Scheiß hier. Der Doktor geht in den örtlichen Stripclub, um den Paten abzumetzeln. Nach und nach setzt er mit seinen Spritzen die Leute außer Gefecht. Am Ende installiert der Doktor eine Handgranate am Flugzeug des Paten und … man sollte denken, dass damit diese Kacke endlich mal zu Ende ist. Aber nein, denn der Pilot bemerkt in der Luft die Granate und der Pate springt mit nem Fallschirm ab. Zehn Minuten später explodiert dann auch mal die Granate.

Am Boden killt der Doktor den Paten mit ner Axt und schneidet ihm das Herz raus, als würde er „Der heiße Draht“ spielen. Ach so, der Filmtitel muss natürlich auch noch seinen Sinn kriegen, also pisst der Doktor auf den Kadaver des Paten. Und damit ist diese unfassbare Grütze endlich vorbei.

Nun muss man ja fairerweise sagen, dass man keine zu hohen Ansprüche an einen Amateurfilm haben sollte. Aber wenn wirklich ALLES an dem Film einfach nur himmelschreiend inkompetent ausgeführt wird, kann man wohl berechtigte Kritik daran üben und einfach sagen, dass man so eine Scheiße nicht zum Verkauf anbieten sollte. Stell es dir zu Hause hin als Andenken an eine witzige Zeit. Aber für so eine hingepisste Grütze Geld zu verlangen ist ein Verbrechen. Und der Film selber ist ebenfalls ein Verbrechen, weil er einfach auf keiner Ebene funktioniert. Wenn er schlecht sein soll, ist es einfach schon too much. Wenn er ernst gemeint ist, ist sowieso alles verloren. Nein, Herr Taubert, so werden wir keine Freunde. Ich gehe Pate von meinem Heimatdorf werden …

 

Wer gar nicht genug von Jochen Tauberts Verbrechen an der Filmkunst kriegen kann, findet hier die Besprechung zu seinem Piratenmassaker.