Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Jeff Speakman

Tanzende Monsterbeschwörung auf abegelegenen Gefängnisinseln

Ein weiteres Jahr Filmschrott steht uns bevor. Und da ich bekanntermaßen groß darin bin, Dinge anzukündigen, die ich dann nicht einhalten kann, mache ich das auch dieses Jahr wieder. Denn ich habe ein paar Änderungen für den Filmschrottplatz geplant. Oder sagen wir besser „Erweiterungen“. Die Resonanz auf meine Besprechungen geht immer weiter zurück und mich beschleicht das Gefühl, dass sich das System ein bisschen abgenutzt hat. Deshalb will ich hier mal etwas frischen Wind reinbringen. Vermutlich gelingt mir das dann so 2025 rum, also abwarten. Bis dahin gibt es aber erst mal weiterhin die üblichen Schrottfilme und wir rocken mal wieder in das Schrottjahr:

SLAUGHTERHOUSE ROCK – USA – 1988 – 90 Min.

Dimitri Logothetis führte Regie und viel mehr gibt es über ihn auch nicht zu sagen. Er schrieb zuletzt die Drehbücher für die neuen Kickboxerfortsetzungen und das ist wohl wirklich alles, was man über ihn wissen muss.
Dieses Drehbuch wurde von Ted Landon geschrieben und das einzig absolut nicht erwähnenswerte zu dem Typen wäre noch, dass er hier im Film mitspielt. Für ein paar Sekunden. Mitgeschrieben haben auch noch Sandra Willard, die ansonsten nur für Kinderzeichentrickserien geschrieben hat. Und Nora Goodman, über die ich nur sagen kann, dass sie nicht mit John Goodman verwand ist, was aber ohnehin nichts geholfen hätte hier.
Jetzt könnte man natürlich sagen, bei dieser völlig wirren Mischung, können es nur die Darsteller retten. Nun, da wäre erstmal Toni Basil, die zumindest in EASY RIDER auftauchte, ansonsten aber eigentlich als Sängerin bekannt wurde. Ich persönlich kenne nicht einen Song von ihr. Nicholas Celozzi hatte seine 5 Minuten Ruhm in zwei Folgen vom A-TEAM. Hope Marie Carlton hat im ein oder anderen Trash mitgespielt und war auch mal auf der „Elm Street“ unterwegs. Jeff Speakman begegnete uns hier bereits im LAND OF THE FREE. Alle anderen sind genau so wenig erwähnenswert. Außerdem wird es jetzt mal Zeit, hier loszulegen:

Ratten und Getier krabbelt über ein Skelett in Dreckwasser und irgendwas oder irgendwer bahnt sich langsam einen Weg durch das Seuchengewässer. Ein angeketteter Honk soll sein Opfer sein, aber bevor er erwischt wird, wacht er auf. Ui, toll, eine Traumsequenz direkt zu beginn. Wie innovativ. Wenn das in dem Traum nebenbei Alcatraz gewesen sein soll, dann wohl eher aus einer Zeit irgendwann im Mittelalter. Hätte auch einfach irgendein Burgkeller sein können.

Zeit die Charaktere kennen zu lernen. Und wenn ich „Charaktere“ sage, meine ich natürlich das große Auflaufen der Abziehbilder vom Reißbrett. Und alle haben richtige Scheißfrisuren, wie sich das für die 80er gehört. Alex hat ein Date oder sowas und irgendwelche Hallus von Monstern, die aus der Wand kommen. Nach dem Traum die logische und absolut langweilige Weiterentwicklung. Irgendwie checke ich noch nicht so ganz, was die da eigentlich machen. Es sind zwei Typen und zwei Mädels und sie übernachten in einem Motel oder so. Sind sie im Urlaub? Wohnen die da? Und was hat das jetzt alles mit Alcatraz zu tun?

In der Nacht hat Alex natürlich wieder einen Traum und ich bin jetzt schon unfassbar gelangweilt von der ganzen Nummer. Und jetzt sitzen sie in der Schule. Ich kapiere es wirklich nicht. Die Szenen in der Billig-Disco lasse ich am besten ganz außen vor. Ann brennt es im Zimmer von Alex und er ist hinter Gitterstäben gefangen und ich habe einfach keinen Bock mehr. Und der Scheiß geht noch eine Stunde. Das wird wirklich übel.

Alex erzählt seinen Freunden von den Hallus und die recherchieren. Es gibt nur eine Erklärung: Irgendein Dämon von Alcatraz oder so ist dafür verantwortlich und Alex wurde ausgewählt, weil … ist halt so.

Mit einem Fischerboot macht man rüber zu Alcatraz und da ist es vor allem neblig und dunkel. Gut für die Filmemacher. Dann sieht man kaum was von dem Schwachsinn, der vermutlich folgen wird. Andererseits passiert hier einfach absolut gar nix, außer, dass die Gruppe durch die Gänge latscht und der Spaßvogel der Truppe dumme Witze reißt. Mittlerweile sind es übrigens 6 Leute. Also hat man mehr zum wegschnetzeln. Und damit könnte man jetzt langsam auch mal anfangen, denn sonst kann der Film ohnehin nix, wie bereits festgestellt wurde.

Alex wird von den anderen abgeschnitten und trifft auf eine Frau, die erklärt, dass sie tot und für seine Hallus verantwortlich ist. Sie hat ein Monster freigelassen und braucht Hilfe, um von der Insel frei zu kommen oder so. Richard geht ebenfalls verloren und tapert wie ein Zombie mit Zahnpasta vorm Mund durch die Gegend. Er ist natürlich irgendwie besessen und lockt eins der Mädchen in einen abgelegenen Raum. Die will unbedingt nach Hause, aber vorher kann man natürlich noch schnell ne Nummer schieben. Richard mutiert vor lauter Geilheit zum Monster und muss mit einer Kaffeekanne umgekloppt werden. Das Mädel flieht zum Rest der Gruppe und alle verfolgen Richard. Vielleicht sollte sie den anderen mal sagen, dass er ein Monster ist.

Irgendwoanders tanzt die tote Frau komisch rum und das bringt … keine Ahnung was. Aha, sie guckt mit Alex in die Vergangenheit, wo irgendein Kannibalenkommandant einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist. Die tote Frau namens Sammy hat eine ganze tote Band am Start und die sind wirklich aus allem zusammengewürfelt, was die Palette so hergibt. Einflüsse von AC/DC bis zu den Bee Gees sind vertreten. Sammy hat den Kannibalenkommandanten versehentlich losgelassen, weil sie gar nicht an Kannibalenkomandantenmonster glaubt. Aha, sehr aufschlussreich.

Die Gruppe findet Ratten und heraus, dass Richard ein Monster ist. Und das macht die Sache auch nicht spannender. Alex ist auch wieder unterwegs und findet Carolyn, die die einzige ist, die an diesen übernatürlichen Kram glaubt. Die anderen müssen sich weiterhin mit Monsterrichard herumschlagen. Kann hier jetzt mal jemand so richtig verrecken? Das ist doch alles langweilige Scheiße. Nur lahmes Herumgerenne. Und die Band hat noch nicht mal irgendeinen grottenschlechten Rocksong performt. Wirklich enttäuschend, das alles.

Alex muss irgendeine Tür öffnen, damit die Band die Insel verlassen kann. Ich glaube ja, das ist ein Trick. Damit lässt er bestimmt noch mehr Monster frei. In einer unglaublich spannenden Szene, watet Alex minutenlang durch knöchelhohes Wasser, um zu der Tür zu gelangen. Gleichzeitig verkloppen die Mädels Richard und zünden dann die Bude an. Alex erreicht die Tür und klopft an, was irgendwie nicht so ganz der Plan ist, wenn ich das richtig verstanden habe. Ach so, er versucht, die Tür aufzuschlagen. Das gelingt und gleißendes Licht dringt in die Katakomben von Alcatraz. Alle Monster fackeln ab, Alcatraz gleich mit und glücklicherweise habe ich den Krampf hier überstanden.

Alex kann plötzlich Piano spielen, denn scheinbar hat Sammy ihm eine musikalische Gabe als Dank für seine Bemühungen mitgegeben. Sie hätte ihm besser eine Zeitmaschine gegeben, mit der er mir diese Qual hätte ersparen können. Im Abspann gibt es dann auch endlich den schlechten Rocksong. Ich gehe Monster auf einer Insel suchen …

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Pseudopolitischer Freiheitskampf

„Theeeeeeeeeeeeee Laaaaaaaaaaaaand Of The Freeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee, And The Home Of The Braaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaave!“ – Randomsänger bei irgendeinem US-Sportevent

Findet ihr es eigentlich auch immer so unfassbar grausam, wenn diese Heulbojen vor Sportveranstaltungen die Nationalhymne jaulen, bis einem der Schädel platzt? Am Sonntag ist es wieder so weit, denn dann startet der SuperBowl. Das hat absolut nichts mit diesem Film zu tun, aber ich wollts halt mal erwähnt haben.

LAND OF THE FREE – USA – 1998 – 100 Min.

William Shatner weiß nicht nur, wie man Spinnen entkommt, sondern auch, was die Leute, die nicht unter einer Spinnenapokalypse zu leiden haben, wollen. Deshalb hält er gerade eine Wahlansprache. Mit seinem Gequatsche macht er sich aber nicht nur Freunde, denn ein Attentäter eröffnet das Feuer. Der Sicherheitsdienst nimmt die Verfolgung auf. Alles Hochsportler hier, denn die rennen 5 Minuten lang ohne Pause durch den Straßenverkehr und liefern sich dann noch nen Boxkampf auf offener Straße. Der Attentäter wird dann abgeknallt und es stellt sich heraus, dass es sich um ein Alien handelt. Zumindest ist das meine Vermutung, denn das Blut ist violett. Da keiner darauf eingeht, scheint es aber völlig normal zu sein. Schade, keine Aliens. Die hätten den Film bestimmt aufgewertet.

Aidan Carvell, so Shats Name hier, hat auch noch ein Buch geschrieben. Es heißt wie dieser Haufen Müll auf Zelluloid. Interview mit politischem Gebrabbel, das mir absolut am Arsch vorbei geht.

Frank Jennings hingegen … hat auch irgendeine Funktion. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube der organisiert die Wahlkampagne. Was ihn dafür qualifiziert, ist wohl seine Kampfsportausbildung, die er in einer Tiefgarage unter Beweis stellt, als er verfolgt wird. Er macht zwei FBI-Fritzen platt, aber bringt sie nicht direkt um, denn sie weisen sich dann doch mal aus. Das FBI glaubt, dass Carvell nur an die Macht will, um irgendeine militärische Übernahme zu starten. Jennings will der Sache auf den Grund gehen und dem FBI dann bescheid sagen, was abgeht.

Ne Frau hat er übrigens auch und er liebt sie. Um das klar zu machen wurden gerade 5 Minuten mit sinnlosem Geschnulze verplempert. Toll. Nehmt euch ein Zimmer.

Jennings Freund Fitz hat sich ein Zimmer genommen und turnt dort gerade mit ner Blonden durch die Betten. Jenings quatscht ihm auf den Anrufbeantworter, aber Fitz wird die Nachricht nicht mehr zu hören bekommen, denn Attentäter killen ihn und die Blondine unter der Dusche. Schade um das Mädchen. Fitz hingegen ist mir egal. Kannte den ja nicht und der sah nicht so gut aus, wie seine Freundin, also was interessierts mich.

Jennings Büro ist völlig verwüstet und der Sicherheitsdienst will ihm ans Leder. Aber als Kampfsportexperte kann er natürlich alle umhauen und aus dem Gebäude fliehen, indem er, wie John McClane, an einen Feuerwehrschlauch gebunden, vom Dach springt. Der abrupte Halt, als das Ende des Schlauchs erreicht ist, bricht ihm wunderlicherweise nicht die komplette Wirbelsäule in 42 Teile, und er kann ohne Rückenschmerzen weiterlaufen.

Franks Frau ist nicht begeistert, von seiner Zusammenarbeit mit dem FBI und dass er jetzt gejagt wird. Noch weniger begeistert ist sie, als sie ihren Hund am Baum erhangen findet.

Jennings stellt Carvell zur Rede, aber der ist unbeeindruckt.

4 Monate später ist Frank im Zeugenschutzprogramm und Carvell muss sich mit schlechter Publicity rumschlagen. In einem Interview erklärt er aber, dass er trotzdem erfolgreich sein wird und bla.

Frank Jennings heißt jetzt Jack Springer und wird, zusammen mit seiner Frau und Sohn, von irgendwelchen Typen verfolgt. Zum Schutz hat er eine Shotgun zu Hause, mit der er die Eindringlinge erledigt, die sich als Polizisten ausgewiesen haben. Keine Verschwörung ohne bestechliche Cops.

Jack telefoniert dann mit irgendwem und wird mal wieder durch die Stadt gejagt. Viel Geballer und Gekloppe und Gerenne und Gelangweile später, ist er wieder in einer Tiefgarage. Ab in die Karre, in der seine Familie wartet und es gibt eine Verfolgungsjagd, mit der lahmsten Musik, die ich jemals in einer Actionszene gehört habe. Und ihr wisst, ich habe schon so manches unpassendes gehört. Den Verfolger kann er abhängen, indem dieser durch einen Wohnwagen fliegt und abfackelt. Immerhin sah der Autostunt cool aus.

Wisst ihr, was lange nicht kam? Jack läuft durch die Stadt und vermöbelt Sicherheitsbeamte. Ah, ich dachte schon, die hätten vergessen, worum es hier eigentlich geht. Nun ja, er hat wieder allen das Fressbrett poliert und flieht mit einem Schulbus, damit man auch direkt die nächste Autoverfolgungsjagd anhängen kann.

Die Autostunts sind nebenbei gar nicht mal schlecht und wisst ihr warum? Weil die alle aus anderen Filmen geklaut und hier reingeschnitten wurden. Genial, was?

Jack oder Frank oder Horst, scheißegal wie er heißt, muss dann seine Familie aus den brennenden Bus retten, was natürlich kein Problem ist, und so kriegt man vor allem auch noch den unausweichlichen „Held in Front der gewaltigen Explosion Shot“ untergebracht.

Die Familie halb tot im Krankenhaus, aber Frank hat keinen Kratzer, obwohl er minutenlang an einem fahrenden Bus hing, vors Maul gekriegt hat und dann aus dem Bus geschleudert wurde. Das ist ein wahrer Held.

Frank beschließt, gegen Carvell auszusagen. Ich dachte, das hätte er schon längst gemacht. Wieso ist der denn sonst im Zeugenschutzprogramm? Jedenfalls folgt direkt die Gerichtsverhandlung, in der Carvell freigesprochen wird.

Frank hat kein Verständnis und kauft nen Fernseher. Fragt nicht, ich sage nur, wie es ist. Nachdem er das Carvell-Anwesen ausspioniert hat, besorgt er sich ein paar Detonatoren. Der Verkäufer will ihm helfen, weil er gerne Scheiße in die Luft jagt, aber Frank verzichtet.

Frank bombt noch eben zwei Typen weg, die ihm ins Hotel gefolgt sind, dann startet er die Attacke auf das Carvell-Grundstück. Ninja-mäßig wird der Gärtner umgenietet . Im Haus werden die Bomben an strategisch sinnvollen Stellen platziert. Also unter dem Bett und im Küchenschrank. Der Zeitzünder ist angebracht und Frank will ungesehen die Brenne machen. Aber das wird nichts, weil er ewig braucht, um sich zu entscheiden, welches Cabrio er aus der Garage klauen soll.

Carvell sitzt derweil schon im Helikopter nach irgendwo.

Die Bude geht hoch und Frank verfolgt den Hubschrauber über Feld und Wiese. Er hängt sich an den Heli und zieht Carvell runter. Beide hängen rum, Frank lässt sich fallen, hat aber zuvor eine Bombe am Hubi angebracht. Carvell springt auch ab und guckt zu, wie das Teil ungefähr ne Viertelstunde später hochgeht.

Frank wurde angeschossen und es kommt zum Bosskampf mit Carvell, der zur Verstärkung eine Zaunlatte mitgebracht hat. Die hilft aber nichts, denn Frank haut ihm vors Maul und ertränkt ihn im See.

Zu patriotischer Scheißmusik latscht Jennings zurück ins Krankenhaus, um mit seiner Familie zu feiern.

Ich feiere nur, dass dieser Scheiß hier endlich vorbei ist. Aber immerhin haben wir gelernt, dass man Stuntszenen ganz hervorragend wiederverwerten kann.