Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Generalisierte Rettungsaktion in den asiatischen 80ern

Heute geht es nach Asien, wo man in den 80ern, in einem Anfall von überbordender Kreativität, einen Film zusammengeschustert hat, dessen Idee jede Menge Spaß verspricht. Ob er das einhalten kann, werden wir sehen:

FANTASY MISSION FORCE – MI NI TE GONG DUI – DRAGON ATTACK – DIE SUPERFAUST – SHADOWMAN 2 (warum auch immer) – Taiwan – Hong Kong – 1983 – 90 Min.

Regie führte bei dem Spaß Yen-Ping Chu, den wir alle trotz seiner 66 Regiearbeiten vermutlich nicht kennen.
Das Drehbuch wurde von Hsin Wei verfasst, den wir alle trotz seiner 26 Schreibarbeiten vermutlich nicht kennen.
In der Darstellerriege tummeln sich Koryphäen wie Yu Wang, Yueh Sun und David Tao, die vermutlich nur echten Fans des asiatischen Kinos ein Begriff sind. Brigitte Lin kennen wir aber natürlich alle aus POLICE STORY von und mit Jackie Chan. Und auch Jackie Chan selbst (hier noch unter dem Namen Jacky Chan unterwegs) darf hin und wieder mal durchs Bild hüpfen, was heutzutage natürlich dafür reicht, ihn groß und breit aufs Cover zu drucken, mit einem Bild, das aus dem Film DER RECHTE ARM DER GÖTTER stammt und mit dem hier besprochenen Film absolut nichts zu tun hat. Man muss die Marketingmaschinerie einfach lieben.

Es geht direkt los mit der Knalleraction und jede Menge Soldaten fliegen durch die Gegend, als ein Militärstützpunkt angegriffen wird. Die Generäle sind sich nicht einig, wie weit die Japaner bereits vorgerückt sind. Die Antwort kommt prompt, als die Japaner die Generäle gefangen nehmen. Natürlich muss schnell gehandelt werden und nur die Besten der Besten können die Generäle retten. Allerdings sind die Besten der Besten gerade verhindert, denn James Bond ist auf einer anderen Mission, die Klapperschlange ist seit 3 Jahren tot und Rocky hat sich den Grünen angeschlossen. Warum ausgerechnet der Boxer Rocky auf deren Söldnerliste steht, weiß ich zwar nicht, aber ein Film, in dem Rocky, Ivan Drago und Apollo Creed gegen die Japaner kämpfen wäre in den 80ern sicher der absolute Knaller gewesen.

Die letzte Hoffnung ist Captain Irgendwas, der gerade durch ein Minenfeld fährt, gegnerische Soldaten mit seiner Peitsche durch die Gegend schleudert und den Job natürlich annimmt, weil er die Coolness in Person ist.

Nach einem grauenhaften Song im Restaurant mit Bier und Steaks lernen wir irgendeinen Revolverhelden kennen, der im Auftrag des Captains irgendwas machen soll und dann geht es in einen Canyon, wo sich irgendwelche Vollidioten rumprügeln. Einer der Gefangenen flieht und findet zufällig mitten im Wald ein Drei-Gänge-Menü. Das gehört dem Captain, der ihn in seiner Truppe haben will, denn er ist Sprengstoffexperte und Ausbrecherkönig. Damit wären es also schon mal 3 und ich kenne von keinem den Namen. Läuft ja wieder super.

Nach einem gefühlt vierzigminütigem Wrestlingkampf und einem Trinkspiel, bei dem es darum geht, sich zu besaufen und gleichzeitig einer leicht bekleideten Dame, die Klamotten mit einer Pistole vom Leib zu schießen, haben wir dann hoffentlich langsam mal das Team zusammen.

Nein, vorher muss es noch eine schlechte Slapstickeinlage beim schottischen Regiment geben und Lulu will noch ihren Stecher rausholen, was zu weiterem schlechten Slapstick führt. Weil sie schon mal da ist, darf sie sich der Truppe dann anschließen, damit ihr Stecher nicht während der Mission mit anderen Mädels rummacht.

Latzhosen-Jackie und seine Freundin überfallen die Gruppe, aber sind natürlich zu doof. Immerhin werden sie laufen gelassen, weil der Captain keine Volltrottel gebrauchen kann. Am See wird rumgeballert und die Kapuzen-Reiter greifen auch noch an. Also bleibt nur die Flucht.

Ich sage es, wie es ist: Der Streifen kommt einfach nicht in die Gänge und wenn es mal Action gibt, dauert sie nur 5 Sekunden, um dann wieder schlechten Slapstick zu bringen. In diesem Fall kriegt jemand einen Pfeil in den Arsch.

Die Kapuzenreiter haben ihre Pferde gegen Leopardenkostüme getauscht und greifen mit bunten Bändern an. Aha, es sind Amazonen und die Anführerin kann übers Wasser laufen. Irgendein Typ im Anzug gehört auch zu ihnen und ist wohl Künstler. Zumindest behauptet er das selbst von sich. Statt Action gibt es aber natürlich wieder Quatsch am Fließband und Lulu wird durch die Landschaft gezogen. Jackie Chan fängt ein Huhn und bekämpft die Amazonen mit Huhn auf dem Arm. Lulu ist beeindruckt und geht zurück zu den Männern, um diese im Alleingang zu retten. Endlich gibt es mal längere Action, die zwar auch absolut dämlich ist, aber man muss hier nehmen was man kriegen kann.

Weil wir das noch nicht hatten, übernachtet man in einem Geisterhaus mit Geistern, die durch die Gegend hüpfen wie Kängurus. Einer der Truppe spielt mit den Geistern Mahjong, ein anderer findet eine heiße Trulla und es dürfte klar sein, dass daraus wieder jede Menge lahmer Slapstickmüll entsteht. Und dann kommt Lulu und rettet die Kerle. Irgendwo hier versteckt sich immerhin eine feministische Botschaft, glaube ich.

Weiter geht es zum Nazilager voller toter Nazis. Und da kommen … sollen das die Nazis sein, die da mit Leuchtfackeln in Gladiatorenkluft auf Rennautos angefahren kommen? Nee, ich glaube, es sind die Japaner und sie haben die Geiseln. Und wollen Geld. Jackie und seine Freundin sind auch wieder da und wollen heiraten. Toll.

Am nächsten Morgen soll es den Austausch der Geiseln gegen Geld geben, oder so. Ich kann der ganzen Nummer nicht wirklich folgen, wenn ich ganz ehrlich bin, denn ich habe die letzten 10 Minuten aus Langeweile noch nebenbei was anderes gemacht. Jedenfalls gibt es keinen Austausch, sondern Rumgeballer. Auf Rumgeballer folgt Rumgekloppe und der Versuch von Dramatik, als ein paar der Mitstreiter abnippeln. Wäre natürlich alles packender, wenn die Figuren irgendwie interessant wären. Am Ende überleben nur Jackie und seine Freundin und der Revolverheld, der aber vom Captain erschossen wird, weil man hier noch schnell einen sinnlosen Twist einbauen musste. Der Captain will das Geld natürlich nicht teilen, deshalb knallt er auch Jackies Freundin ab. Der hüpft dann zwischen den Autos umher und der Captain will ihn mit einer Planierraupe plätten. Im finalen Säbelkampf kann Jackie natürlich den Sieg erringen, indem er den Captain in die Luft jagt und hat das Geld jetzt für sich alleine. Ach nee, seine Freundin lebt auch noch, also steht der Traumhochzeit wohl nichts mehr im Weg.

Nun ja, man hat hier versucht, möglichst viel Schwachsinn in einen Film zu klatschen, was eigentlich durchaus unterhaltsam werden kann. Leider langweilt das Ergebnis aber die meiste Zeit und der Humor zündet nicht. Die pseudolustige Synchro gibt dem ganzen dann den Rest, denn das hier ist alles andere als Spencer/Hill-Niveau. Ich gehe eine eigene Kampftruppe rekrutieren …

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Fernöstliche Kampfchoreografie mit Orientierungsschwächen

Momentan bin ich auf einem kleinen Jackie Chan Trip. Ich finde viele seiner Filme einfach unterhaltsam, obwohl ich kein großer Martial Arts Fan bin. Allerdings gab es in den Anfangstagen seiner Karriere auch einigen Müll. Unter anderem seine erste Hauptrolle, in dem Film mit tausend Namen.

GUANG DONG XIAO LAO HU – Der Meister mit den gebrochenen Händen – Der Tiger von Kwantung – ‚The Master‘ mit den gebrochenen Händen – Jackie Chans Rache – Hong Kong – 1971 – 80 Min.

Der Spaß beginnt mit Wolfgang Petry – oder Jackie Chan mit Schnäuzer -, der irgendwo im Wald seine Kampfkünste trainiert und Vasen zerschlägt. Er ist der Meister von drei Typen, die sich gerade die Fresse einschlagen, weil sich zwei von ihnen geweigert haben, einen Typen umzubringen. Als Bestrafung müssen sie jetzt gegen den Meister auf Leben und Tod kämpfen, der sich aus Fairness vorher die Augen verbindet. Natürlich macht er die beiden trotzdem platt.

Einer der Getöteten war der Vater vom kleinen Jackie, der dann bei seinem Onkel lebte und seine Rache vorbereitete, indem er Kung Fu, Karate, Tae Kwon Do, Wing Chun, Drunken Boxing, Capoeira, Walzer und Foxtrott trainierte. Oder sowas in der Art. Hilfe bekommt er dabei von einem Penner, den er zufällig im Wald trifft.

Zu den Trainingsgrundlagen gehört es unter anderem, nackt in einen Sack mit Schlangen zu steigen, blind Fliegen zu fangen und den Arsch über offenes Feuer zu halten.

Jackie demonstriert seiner Schwester seine Kampfkünste, aber der Onkel ist alles andere als begeistert. Deshalb freut er sich wohl, dass Jackie als Kellner bei einem anderen Onkel anfängt zu arbeiten. Vogelvolker kommt vorbei und belästigt die Kunden. Also eigentlich nur einen, der ihm das Portmo … Portmoi … die Brieftasche geklaut hat. Vogelvito stellt sich als ziemlicher Arsch heraus und greift mit seinen Freunden Onkel Olaf an. Jackie findet das gar nicht cool und geht zum Angriff über. Und plötzlich … kämpfen sie mitten im Wald. Wie zur Hölle sind die da hingekommen?

Der Chef der organisierten Flachpfeifen findet es richtig scheiße, dass sich seine besten Männer von einem Kellner vermöbeln lassen und will den Onkel killen. Der bestraft Jackie fürs Kämpfen, indem er ihn Wassereimer schleppen lässt.

Der Taschendieb kriegt schon wieder Probleme und schlägt Jackie vor, ihm beizubringen, wie man stiehlt, wenn der ihm zeigt, wie man kämpft. Jackie hat kein Interesse. Stattdessen haut er erneut den organisierten Vogelliebhabern vor die Schnauze.

Jackie muss zur Strafe Blumentöpfe fangen. Der Taschendieb warnt Jackie, dass die Verbrecher ihm auflauern. Jackie nutzt die Chance, um seinen Onkel stolz zu machen und sich ohne Gegenwehr die Fresse polieren zu lassen. Als seine Schwester auftaucht, muss er dann aber doch wieder kämpfen und plötzlich … sind alle in den Mountains. Wie zur Hölle sind die da hingekommen?

Und dann wird Jackie von dem obdachlosen Trainer verprügelt, weil er sich hat verprügeln lassen. Meine Herren, die Cuts sind wirklich unglaublich.

Onkel Ottfried lässt ihn seine Fäuste in Glas stoßen, damit er nicht mehr kämpft. Der bettelnde Trainer verarztet ihn. Zusammen ziehen sie dann los, um eine Verbrecherbande, die den Grillonkel bedroht, aufzumischen.

Die spielen gerade irgendein Spiel und der Anführer tanzt fröhlich, als er gewinnt. Der Penner meint, wahrscheinlich zu Recht, dass er die Spaten alleine schafft und schickt Jackie nach Hause. Statt zu kämpfen, spielen sie um die Schulden des Restaurantbesitzers. Der Penner gewinnt, also wird doch noch gekämpft. Der Halsabschneider benutzt den Stil des Strauss, was einfach unfassbar dämlich aussieht. Das ist wohl auch der Grund, warum der Penner ihn ohne Probleme fertig macht. Und seine Handlanger gleich mit. Nicht mal Popeye-Musik hilft den Gangstern.

Jackie ist mal wieder bei den anderen Gangsterfritzen und rettet eine hilflose Frau aus deren Fängen. Onkel Oskar kriegt Besuch von Chao Lin, dem Anführer der Verbrecherbande, den er noch von früher kennt. Er will Jackie in seiner Organisation haben, so wie Jackies Vater damals. Und dann … kämpft man plötzlich irgendwo im Busch. Wie zur Hölle … Ach, vergesst es einfach.

Der Onkel will die Stadt verlassen, aber Jackie weigert sich zu gehen. Der Onkel schafft es auch nicht mehr aus der Stadt, denn er wird mit seinem Haus abgefackelt.

Am Hafen kämpft Jackie schon wieder gegen alle möglichen Leute, während der Taschendieb an einen Mast gefesselt ist. Ist das nicht normalerweise die Aufgabe des Love-Interest des Helden? Hoffe, ich habe nix verpasst, was auf eine verbotene Liebe zwischen Jackie und dem Dieb hinweist.

Und dann kommt der Meister der goldenen Maske, der die ganzen Schwachmaten anführt, um Jackie bei Sonnenaufgang zum Kampf herauszufordern.

Nach einem, wieder mal epileptisch zusammengeschnittenen, Trainings-Best-Of, kommt es dann zum großen Showdown, zwischen dem Meister mit den gebrochenen Händen und dem Mann, der aussieht, wie der Dude beim Ballettunterricht. Um die Sache spannender zu gestalten, wird blind gekämpft. Und als Highlight hat der Obermeister auch noch den Pferdestil, inklusive Wiehern, auf Lager. Verkacken tut der Mann, den sie Pferd nannten natürlich trotzdem und Jackie schwingt eine blaue Flagge. Warum auch immer. wahrscheinlich macht man das so, wenn man einen Obermegasupermeister geschlagen hat.

Immerhin haben wir gelernt, wo der Film Jumper seine Inspiration her hat.

Media Monday #177

Nach einem anstrengenden Wochenende, mit Konzertbesuch, inklusive Feuerwehreinsatz, weil irgendein Vollspaten meinte, er müsse in der Hütte rumkokeln, und einem 82. Geburtstag, inklusive Kaffeeklatsch, was für mich immer eine Art Folter ist, kann ich mich mal wieder dem Media Monday widmen.

 

1. Ellen Page, Emma Stone und Emma Watson gefallen mir nicht nur als SchauspielerInnen, sondern auch wenn ich sie in Interviews sehe, weil sie scheinbar ziemlich cool und locker drauf sind. Gegenbeispiel: Megan Fox (wer sonst?), aber hier soll es ja dieses Mal nur um Positives gehen, also lassen wir das.

2. Christopher Nolan ist in meinen Augen ein/e vollkommen außergewöhnlicher RegisseurIn, weil er versucht, in seine Blockbuster so etwas wie Tiefe einzubauen, was zumindest für Hollywood absolut untypisch ist. Natürlich muss das nicht immer gelingen und ich kann auch jeden verstehen, dem das vielleicht etwas zu sehr „gewollt“ wirkt, aber mir gefällts. Aus Hollywood muss man ja mittlerweile eh nehmen, was man kriegen kann, wenn man nach etwas sucht, was nicht einfach nur hingerotzt wirkt. Nolan bildet da eine der wenigen Ausnahmen im Actiongenre.

3. Der Stunt, als Jackie Chan in Police Story an einem Pfahl voller Lichterketten runterrutscht wird mir als Szene unvergessen bleiben, denn das war das erste Mal, dass ich einen seiner waghalsigen Stunts gesehen habe und der Typ ist sich einfach für nix zu schade und riskiert Leib und Leben, um die Zuschauer zu unterhalten. Sowas nötigt mir einfach Respekt ab. Gibt natürlich noch viel mehr Beispiele, wie zum Beispiel den geisteskranken Häuserslide, oder den Sprung vom Dach auf einen Balkon gegenüber, oder … (Nebenbei ist mir das nur gerade eingefallen, weil ich momentan mal wieder ein paar Chan-Filme gucke, die ich teilweise nach wie vor absolut unterhaltend und lustig finde) (Außerdem musste ich Jackie hier auch mal lobend erwähnen, bevor ich irgendwann beginne, seine alten Filme hier zu zerreißen, weil die einfach nur Käse waren).

4. Terry Pratchett hat mit der Scheibenwelt eine derart spannende Welt geschaffen, die ich einfach liebe , weil sie herrlich verrückt ist, gleichzeitig aber auch unserer Gesellschaft hervorragend den Spiegel vorhält. (Wobei spannend vielleicht nicht ganz richtig ist, aber eine andere Welt ist mir gerade nicht eingefallen).

5. Als großer Fan von Game Of Thrones , würde ich es begrüßen, wenn man die Serie nicht wirklich, wie angeblich geplant, nach sieben Staffeln beenden würde, denn ich weiß einfach nicht, wie man da noch alles unterkriegen will, ohne das es am Ende gehetzt, zerstückelt und zusammengequetscht wirkt.

6. Einer der schönsten Aspekte am Hobby ‘Film’ ist es, dass es ein sehr breites Spektrum gibt. Eigentlich ist für jeden Gemütszustand was dabei. Ob ich jetzt was zu lachen will, oder zum weinen (wobei das eher selten vorkommt), oder einfach mal was um abzuschalten, oder nachzudenken, oder was in den Fernseher zu schmeißen, oder was völlig stupides, oder was für meinen Blog, oder, oder, oder.

7. Zuletzt gesehen habe ich Die Police Story Trilogie und das war mal wieder ein großer Spaß , weil Jackie Chan da einfach richtig abgeht und Michelle Yeoh sich auch für keinen waghalsigen Stunt zu schade war. Die hätten mehr Filme zusammen machen sollen.