Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Trennungsverarbeitung auf amerikanischen Landstraßen

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, sagte mal irgendein humorloser Fatzke, der vermutlich nie in seinem Leben eine grottige Komödie gesehen hat. Uns geht es da natürlich anders und heute fügen wir eine weitere grottige Komödie hinzu.

FAR OUT MAN – USA – 1990 – 80 Min.

CHEECH & CHONG sind sicher jedem bekannt. Tommy Chong brauchte offenbar mal etwas Abwechslung und schrieb, regissierte und darstellte diesen Streifen. Ich schätze viel mehr müssen wir gar nicht wissen. Vielleicht noch, dass selbstverständlich Cheech Marin ebenfalls dabei ist. Und jede Menge andere Chongs. Und Judd Nelson. Und Tonimitator Nummer 1 Michael Winslow, den wir alle von der POLICE ACADEMY kennen. Spaß ist also garantiert … oder vermutlich eher nicht.

Während der Hippie Far Out Man ein gewaltiges Chaos in der Küche bei der Zubereitung des Frühstücks anrichtet, fährt ein Mädel einen Typen im Anzug zu eben diesem Far Out Man. Sie ist seine Tochter, er ist Dr. Liddledick und er ist der Stecher von der Tochter oder so. Und er will dem Far Out Man ein Geschäft vorschlagen.

Tree, lispelnde Blondine und Mutter von Kyle, muss sich mit dem Direktor der Schule ihres Sohnes treffen, da der gegen die Schulregeln verstoßen hat, indem er nicht den ganzen Tag TV guckt und in Büchern gelesen hat. Der „Humor“ in dem Streifen macht mich jetzt schon völlig fertig.

Liddledick hypnotisiert FOM (wie ich den Far Out Man ab jetzt abkürzen werde) und der erinnert sich an Tree, denn er ist der Vater von Kyle. FOM ist darüber immer noch traurig. In einer Rückblende quält Tree mit ihren nicht vorhandenen Gesangskünsten und FOM erklärt, dass sie ihn verlassen hat, weil er ihr gesagt hat, dass sie nicht singen kann.

FOM eröffnete anschließend den Freizeitpark „Hippieland“, der in einem grottigen Rap-Cartoon erklärt wird. Nach etwas weiterem Blahblah stellt Liddledick die Analyse: FOM braucht einen Job, um sich von Tree abzulenken. Also beschließt FOM ein Roadie zu werden.

Tree hat Spaghetti in den Haaren und weist ihren Sohn Kyle zurecht. Statt zu lesen und Beethoven zu hören, soll er TV gucken und richtige Musik hören, deshalb gehen sie heute gemeinsam auf ein Konzert von „The Fartz“. Ich habe keine Lust mehr.

FOM hilft einem Typen mit Panne und bringt ihn dabei fast um die Ecke. Dafür zeigt der ihm den Weg nach … wo auch immer er hin will. Ich glaube, zum Konzert, auf dem auch Tree rumhängt. Kyle wird dort gerade von ein paar Rockern verfolgt, weil er deren Motorräder versehentlich umgeworfen hat. Er versteckt sich in FOMs Truck und der kriegt direkt den nächsten Auftrag und muss nach Fresno fahren. Im Truck ist auch Cheech und bringt auch keinen Humor mit. Metaquatsch kann hier nun mal auch nix retten.

Bei einer Pinkelpause finden sich Kyle und FOM und bei einer Raststätte prügelt sich FOM mit einem Indianer, weil er die Countrymusik ausgemacht hat. Dann geht es querfeldein weiter, weil FOM selbst zu doof ist, auf die Straße zu achten. In Fresno angekommen ist sein nächster Auftrag, Koks zu besorgen, also geht er in den Drugstore und kauft Mehl oder so. Dem Kokser fällt das nicht im geringsten auf und er ist begeistert.

Tree ist besorgt um ihren Sohn und irgendein Typ ermittelt und bringt Tree auf den neusten Stand, nämlich, dass Kyle mit einem Hippie unterwegs ist und in der Countryraststätte war.

Die hängen auf einer Party ab und da geht der Kokser Lou drauf und muss von FOM wiederbelebt werden. Also elektroschockt man ihn mit einem Verstärker und einer Gitarre, um seine Pumpe wieder in Gang zu bringen.

Auf dem Weg zurück gabelt FOM jede Menge Rockbräute und Anhalter auf, die vermutlich nie wieder eine Rolle spielen werden.

Meine Fresse, ist der Streifen eine Qual. Ich kürze das mal etwas ab: FOM will zum Flughafen, um Tree zu treffen. Für seinen Sohn kauft er ein paar Knarren, aber nicht die billigen Spielzeugdinger, denn die sehen aus wie Spielzeug, sondern echte Gewehre. Mit denen turnt er dann über den Flugplatz und die Bullen kommen, weil man FOM für einen Terroristen hält. Die Polizei hingegen hält ihn für den Fahrer des Abschleppwagens und lässt ihn ein paar Autos aus dem Weg räumen. Dabei trifft er zufällig Tree und deren Stecher, den er für seinen Sohn hält und versehentlich einen Hang hinunterschiebt, weil FOM doof ist, falls das noch nicht klar wurde.

Kyle wirft wieder versehentlich die Mopeds um und nach einigem Geplänkel haut er den Oberrocker um. Wars das dann jetzt bitte? Ach nee, Hippieheinz muss natürlich erst wieder mit Tree zusammenkommen. Oh, cool, das wird in 5 Sekunden abgehandelt. Dann ist ja wohl jetzt Ende, oder? Oder?



Trees Stecher sitzt bei den Bullen und telefoniert mit seinem Manager, der ihm sagt, dass er eine Rolle nicht gekriegt hat und man stattdessen Judd Nelson genommen hat. Stecher tickt aus und selten gab es eine sinnlosere Szene in einem Film. Kurz darauf trifft er Nelson und ich habe mich geirrt: Das ist die sinnloseste Szene in einem Film.

FOM wurde wohl von Tree schon wieder verlassen. Tochter schlägt vor, dass er sie so richtig erobert. Daddy fällt einen Hang runter. Im Krakenhaus kommen er und Tree dann wieder zusammen und gehen auf Tour. Aus irgendeinem Grund kann Tree jetzt sogar singen. Die Musik ist natürlich trotzdem kacke. Ich gehe Mehl kaufen …

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Tollwütige Kleinstadtinvasion der fehlinterpretierten Freiheitsbewegung

Die 70er gelten wohl gemeinhin als Hochphase des Horrorfilms. Oder zumindest kam das Genre dann im Mainstream an. Ob das eine gute Entwicklung war, lasse ich mal dahin gestellt. Ob es anfangs des Jahrzehnts besser war, finden wir heute heraus, mit folgendem Film:

I DRINK YOUR BLOOD – USA – 1970 – 83 Min.

Regisseur und Drehbuchautor David E. Durston hat in seiner relativ kurzen Laufbahn nichts weiter Erwähnenswertes fabriziert.
Gleiches gilt für die Darstellerriege bestehend aus so illustren Namen wie Bhaskar Roy Chowdhury, Riley Mills, Jadin Wong und Rhonda Fultz.
Also alles gegeben für einen guten Schrottfilm.

Irgendein nackter Typ ist Steinbock. Oh, und Satanist. Und Hippie. Ja, hier geht es um satanistische Hippies, die nackig ums Feuer stehen und Blut trinken. Was habt ihr von einem Film aus den 70ern bitte erwartet? Moment mal, warum hat die eine Trulla da ein hässliches Kleid an? Das ist ja mal so gar nicht in Satans Sinne, würde ich sagen. Und Hippies waren ja wohl immer nackt, wie historische Aufzeichnungen eindeutig beweisen. Die ist bestimmt eine Spionin.

Keine Spionin ist Sylvia. Und wenn, dann ist sie keine gute, denn sie wird entdeckt und stolpert am nächsten Morgen ins Dorf, weil … keine Ahnung. Vermutlich haben die Satan-Hippies etwas ganz Schreckliches mit ihr angestellt. In dem Kaff leben nebenbei genau 40 Menschen, aber Ober-Satan-Hippie Horace sagt, dass es bald 48 sein werden. Pfft, solche Unlogik zerstört doch wirklich das Gesamtbild. Als ob Hippies Mathe konnten.

Im Ort wird ein Damm gebaut und ich habe keine Ahnung, ob das noch irgendeine Rolle spielen wird, aber es wird halt erwähnt, also mache ich das auch mal.

Hippie Horace hat noch nicht alle seine 7 Leute überzeugt und muss ein paar Ohrfeigen verteilen und mit Häutung drohen, damit alle mitmachen bei was auch immer die überhaupt vorhaben. Erstmal jedenfalls ein Haus besetzen, in dem es vor Ratten wimmelt und dementsprechend auf Rattenjagd gehen. Irgendwas muss man schließlich grillen. Denn Hippies haben immer gegrillt. Leider zeigen das die historischen Aufzeichnungen nicht.

Vielleicht sollte ich kurz auf die Zusammensetzung der Hippie-Gruppe eingehen, denn die setzt sich aus Mann und Frau und schwarz und weiß und asiatisch zusammen und der Schwarze stellt mal klar, dass Satan schwarz ist. Die Asiatin darf einen Typen aufschlitzen, damit das tägliche Opferritual nicht zu kurz kommt. Und die eine trägt immer noch das selbe hässliche Kleid wie am Abend zuvor.

Sylvias Opa recherchiert mit seiner Schrotflinte und findet die Hippies, wie sie gerade die Leiche von dem geopferten Typen schaukeln. Horace zeigt sich unbeeindruckt von Opa und tritt auf seine Brille. Man Opa, wozu hast du bitte die Flinte mitgenommen? Was ist der Typ für ein Lappen? Ein kleiner Junge sucht seinen Großvater und Horace schnappt ihn sich nach einer spannenden Verfolgungsjagd inklusive Stockabwehrgeschwinge. Die Frauen verderben Horace aber den Spaß und wollen, dass er die beiden gehen lässt. Vorher hat Opa aber noch ne Ladung LSD gekriegt, weil Hippies sind immer auf Droge. Ganz besonders die Satanistischen. Historisch aufgezeichnet.

Der Junge geht in den Wald und nimmt ein Gewehr mit. Wie viele davon hat Opa da rumliegen, wo die Kinder rumrennen? Der Junge knallt einen tollwütigen Hund ab und niemand weiß, was das mit dem Rest der Story hier zu tun hat. Zumindest ich nicht. Aber das wird sicher noch erklärt … die Blutprobe, die der Junge von dem toten Hund nimmt, könnte ein Hinweis sein. Nur auf was weiß ich nicht.

Aha, er spritzt das Tollwutblut in Muttis Kuchen und verkauft ihn an die Hippies. Ja, die Hippies mögen satanistische Irre sein, ohne Job und ohne Geld, aber sie bezahlen für ihren Kuchen. Eigentlich ganz nette Leute.

Hippie Andy schnackselt mit Sylvia rum und Horace spielt Russian Roulette mit den anderen, ohne dass die vorher gefragt wurden. Nebenbei geht es allen nicht so gut und die Sache ist eindeutig: Die Bäckerei muss abgefackelt werden.

Das unbedachte Kuchenessen zeigt seine Nebenwirkungen und der schwarze Hippie sticht einen anderen ab. Mit einer Axt bewaffnet geht er auf die anderen los und ich frage mich, warum mich interessieren sollte, ob der die jetzt schnetzelt oder selbst geschnetzelt wird. Letztlich wird aber niemand geschnetzelt und er jagt eine der Frauen mit einem abgetrennten Bein aus dem Haus.

Horace tickt dann auch aus und verstört Autofahrer mit seinem Säbel (und nein, das ist kein Synonym für ein Körperteil, denn jetzt gerade sind die Hippies angezogen).

Andy ist das mal wieder alles zu doof und er geht mit Sylvia rumschnackseln. Kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum die sich mit dem Typen abgibt, nachdem er und seine satanistischen Hippiebuddys sie in der Nacht … gewasauchimmert haben? Andy flennt rum und will seine Freunde verraten, weil die so irre sind.

Wisst ihr noch der Damm? Der ist völlig egal, aber eine von den Hippietrullas lockt die Arbeiter ins Hippiehaus. Die finden eine Leiche, was nicht schwer ist, wenn man bedenkt, dass die mitten im Wohnzimmer liegt, und weil sie so toughe Typen sind, rufen sie nicht etwa die Polizei, nein, sie gehen auf den Dachboden, wo sie vom tollwütigen Horace massakriert werden. Helden sucht man hier vergeblich. Nur Vollidioten zu finden.

Der Junge hat Andy und Sylvia verfolgt und verrät die Tollwutblutkuchen Sache. Andy hat aber keinen Kuchen gegessen, denn er wollte sich an Sylvias Kuchen laben. So zumindest meine Vermutung.

Die Hippies ticken nach und nach alle ab und die Population des Kaffs wird etwas dezimiert von 48 auf die 5, die sowieso schon den ganzen Film über zu sehen sind. Allerdings sind nicht nur die Hippies tollwütig, sondern es hat sich auch auf andere übertrage und jetzt sind alle irre. Bis auf die 5, die man eben sowieso schon den ganzen Film über sieht.

Satanistische Hippies mögen zwar hin und wieder eine Ziege opfern, aber sie sind immer noch Hippies und lieben alle Tiere. Deshalb klaut Tollwut-Horace eine Schlange.

Die Asiatin fackelt sich selbst ab. Horace und der Schwarze gehen ins Schwertduell. Die Arbeiter reißen das Dorf ab und ich schätze, die Fertigstellung des Damms wird sich verzögern.

Die Bullen kommen und ballern ohne nachzufragen direkt auf alles, das sich bewegt. Zwei Frauen und der Junge sind die einzigen Überlebenden. Und ich natürlich, denn bei solchen Streifen steht mein Leben prinzipiell immer direkt mit auf dem Spiel. Ich gehe Hippies für eine Opferzeremonie suchen …