Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Ed Harris

Blockbuster-Sommer 2019 – Geostorm

Wenn es eine Sorte von Blockbustern gibt, die ich mir immer, in jeder Form und mit jedem Bullshitplot geben kann, dann sind es Katastrophenfilme. Wenn die Welt untergeht, bin ich aus Prinzip dabei. Natürlich ist das in den meisten Fällen wirklich kompletter Schrott. Erst neulich haben wir hier The Rock begleitet, wie er sich durch ein Erdbeben rüttelt und es war unglaublich schlecht. Mal sehen, ob der heutige Streifen diese Gurke noch unterbieten kann. Ich habe da ja tatsächlich große Hoffnung, denn hier klingt alles und jeder einfach nur nach kompletter Grütze.

GEOSTORM – USA – 2017 – 109 Min.

Regie führte hier Dean Devlin, der schon beim Großmeister der Weltenzerstörung Roland Emmerich einige Male mit ins Drehbuch rotzen durfte – und zwar bei den wirklich schlechten. Natürlich hat er für den folgenden Käse ebenfalls das Drehbuch beigesteuert und nur mal schnell Paul Guyot hineinwichsen lassen, der absolut nicht erwähnenswert ist.
Hauptdarsteller Gerard Butler ist ja aus irgendeinem Grund eine immerhin mittelmäßig große Nummer in Hollywood und darf sein grottiges Mimenspiel immer wieder zur Schau stellen. Meistens in bestenfalls mittelmäßiger Actiongrütze, die hier vermutlich locker unterboten wird. Ansonsten sind auch noch Ed Harris und Andy Garcia dabei, die es wohl leider nötig haben. Jim Sturgess und Abbie Cornish sind einem vermutlich ebenfalls schon mal begegnet. Und aus deutschen Landen gesellt sich Alexandra Maria Lara dazu und ich weiß nicht, ob es jetzt gut oder schlecht für sie ist, mit dieser Scheiße in Hollywood angekommen zu sein. Schauen wir mal …

Jake Lawson ist mal sowas von Anti-Establishment, dass ich Gerard Butler hier fast leiden kann. Er ist der Leiter des „Dutch Boy“-Programms, das mittels einer Vernetzung von Satelliten das Klima auf der Erde im Einklang halten soll. Aber weil etwas nicht so ganz nach Plan lief und er eine zu große Fresse hat, wird er gefeuert. Von seinem Bruder Max.

Wir kennen die Nummer hier, deshalb gehe ich nicht groß auf die Grundstory ein. Natürlich spinnt das Programm rum und nur Jake kann die Sache wieder in Ordnung bringen, bevor ein Geostorm (ich habe nicht die geringste Ahnung, was die korrekte Übersetzung dafür ist) die ganze Erde platt walzt. Der Bruderzwist spielt dabei natürlich eine nicht unwichtige Rolle. Also, davon abgesehen, dass alles hier eigentlich unwichtig ist. Ein Team von … Leuten, soll den Tag und die Welt retten und es ist jetzt schon klar, dass sie alle völlig uninteressant sein werden und von mir aus alle verrecken können. Und da wird auch schon ein namenloser Honk ins All gesaugt. Machs gut Honk. Es werden dir sicher weitere Honks folgen.

Der Hauptsitz des Klimakonsulats ist natürlich in China, denn wenn man von einer Nation erwartet, dass sie sich um das Klima sorgt, dann ist es natürlich China. Aber gut, irgendwie muss man die Quotenasiaten ja unterbringen. Jedenfalls ist es da so heiß, dass die Eier auf der Straße braten, denn ein Vulkan oder sowas kommt aus dem Asphalt und fackelt China ab. Das sieht übrigens bis zu dem Moment ganz nett aus, in dem die Hochhäuser einstürzen und aussehen wie umstürzendes Playmobil.

Butler wird derweil von einer Dreizehnjährigen komplett an die Wand gespielt, was niemanden überraschen sollte. Dann fliegt er mit einer Playmobilrakete ins All.

Der Quotenasiate hat den Untergang des chinesichen Imperiums überlebt und ruft Max an, um ihn vor dem Geostorm zu warnen und von einer Verschwörung im Inneren zu berichten. Jemand sabotiert den Klimaschutz und das geht natürlich gar nicht klar. Max raffts nicht so ganz und bringt ein paar Frauen mit ins Spiel, die ihm helfen können, bei … wasauchimmer. Jake muss direkt an Max Bericht erstatten und das gefällt ihm gar nicht. Die beiden kötten sich ein wenig an und dann gerät irgendein Roboterarm auf der Raumstation außer Kontrolle. Sabotage und so …

Jakes Raumanzug hat eine kleine Panne und er verreckt fast, aber kann sich noch so gerade retten, bevor er in die Weiten des Weltraums davonschwebt. Sabotage und so. Er will wissen, wer hier ein falsches Spiel spielt und es folgt sterbenslangweilige Recherche.

Der Quotenasiate wird von einem bösen Asiaten vors Auto geschubst und stirbt.

Die sterbenslangweilige Recherche geht weiter und besteht größtenteils daraus, sich irgendwelche Videos anzuschauen.

Max und sein Team von fähigen Frauen gehen alle Szenarien durch und jedes endet in einem Geostorm. Es ist klar, dass jemand das Dutch Boy Programm nutzt, um gezielt Naturkatastrophen zu verursachen. Jake weiß, dass ein Virus ins Programm eingespeist wurde, der nur durch eine Hintertür im Programm beseitigt werden kann und von dieser Hintertür weiß nur der Präsident, der auch als einziger die nötigen Codes hat, um das Programm komplett lahmzulegen. Max und sein Team von toughen Ladys hat einen Plan, um an die Codes zu kommen.

Währenddessen spielen alle Satelliten verrückt und in Tokyo beginnt es zu hageln. Egal, wer für das Virus verantwortlich ist, er ist eindeutig Rassist. Oder warum hat er es so sehr auf Asien abgesehen? Ein Eissturm friert Rio de Janeiro ein. Jake und sein Team von … Leuten kann den zuständigen Satelliten zerstören. Aber der nächste Alarm heult bereits auf.

Ach so, die Codes sind übrigens keine Codes, sondern die Fingerabdrücke des Präsidenten.

Auf der Raumstation ist jetzt klar, dass der Saboteur … einer von den Leuten ist. Ich glaube, er heißt Duncan. Und er kriegt von Jake so richtig vor die Fresse und wird dann hinaus ins Weltall gesaugt. Ein Problem weniger, schätze ich.

Max muss sich mit Verräter Ed Harris (keine Ahnung, wie der im Fim heißt) herumschlagen und es ist klar, dass er den Präsidenten und alle mögichen Ersatzmänner killen will, weil … er Politik scheiße findet. Oder selbst Präsident sein will. Oder wasauchimmer.

Max und sein Team von furchtlosen Frauen rettet Präsident Andy Garcia kurz bevor ein Megagewitter die Stadt abfackelt.

Indien wird von Tornados durcheinanergewirbelt.

Moskau schmilzt.

Die Effekte sind übrigens … meh. Und von der Physik hier fange ich besser gar nicht erst an. Die ist im Weltall realistischer als in den Szenen auf der Erde. Das muss man auch erstmal hinkriegen.

Die Raumstation ist ziemlich hinüber und muss evakuiert werden. Nur Jake bleibt, denn er muss den Coden eingeben, wenn Max Erfolg hat. Hä? Ich denke, der Code sind die Fingerabdrücke. Whatever. Ed Harris wird verhaftet, aber vorher haut ihm Max noch in die Fresse.

Saudi-Arabien säuft ab.

Der Präsident nutzt seine Finger und die Geostorms sind abgesagt. Jake kann leider nicht mehr zurückkehren und muss mit der Raumstation untergehen. Immerhin hat er Gesellschaft von einer Frau aus seinem Team von … Leuten, die heimlich in der Station geblieben ist. Und natürlich können sie sich retten, indem sie zu einem Satelliten schweben und damit wegfliegen und ein Space Shuttle holt sie im All ab.

Meine Herren, das war schon unfassbar dumme Scheiße. Wären wenigstens die Effekte brauchbar, dann würde der Quatsch sogar irgendwie unterhalten. So bleibt eben nur dumme Scheiße. Ich gehe den Präsidenten verraten …

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Monatsrückblick Januar 2018

Ich und Filme sind zwar nach wie vor Freunde, aber unsere Wege kreuzen sich in letzter Zeit eher selten. Ich habe einfach zu viel zu tun, um mich wirklich mal hinzusetzen und einen Film in vollen Zügen zu genießen. Alternativ weiche ich dann zumindest hin und wieder mal auf etwas aus, dass man auch mehr oder weniger nebenbei laufen lassen kann, ohne irgendwas zu verpassen. Diesen Monat kam dabei folgendes auf den Bildschirm:

THE NIGHT COMES FOR US

Für gewöhnlich passt die Story von Martial Arts Filmen locker auf einen Bierdeckel. Hier ist das anders. Ein Bierdeckel wäre viel zu groß. Die „Handlung“ dient schlicht dazu, innerhalb von Sekunden von einem Action-Set-Piece zum nächsten zu gelangen und so gibt es hier durchgehend Rumgeballer, Rumgekloppe und Rumgeschlachte. Das alles in einer Brutalität, die heutzutage ihresgleichen sucht.
Das ist nicht sonderlich spannend, weil einem absolut nichts an den Figuren (von Charakteren zu sprechen wäre schon übertrieben) liegt, die alle paar Minuten in den Mix geworfen werden. Aber nett anzuschauen ist es allemal. Mit 2 Stunden allerdings auch etwas lang geraten. So nach der Hälfte hatte ich mich dann an dem Gesplatter auch irgendwie satt gesehen. Im Finale haut man aber dann noch mal so richtig auf die Kacke und wenn man ein bisschen was mit strunzdoofer, aber guter Action, bei der der Hauptteil des Budgets fürs Kunstblut draufging, anfangen kann, macht man hier nichts verkehrt. Ich kann das zwar nur selten, aber manchmal macht sowas halt einfach Spaß.
Nebenbei wäre das Teil so niemals ungeschont durch die FSK gekommen. Zumindest ein Grund, Netflix mal etwas Positives abzugewinnen, denn denen scheint das scheißegal zu sein und sie haben diese Schlachtpatte einfach so rausgehauen.

SLAUGHTERHOUSE ROCK

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz.

SULLY

Wenn ein Film mit einer Traumsequenz beginnt, bin ich ja meist schon raus aus der Nummer. Das ist mittlerweile so eine ausgenudelte Sache, dass ich direkt das Interesse verliere. Wenn dann noch das ebenfalls komplett durchgelutschte Schema dazu kommt, den Film chronologisch wild durcheinander zu würfeln, habe ich erst recht keinen Bock mehr. Mal ehrlich: Die Chronologie von dem Streifen vermischt mit irgendwelchen Tagträumen ist die reinste Katastrophe. Okay, passt natürlich irgendwie zu einem Flugzeugabsturz, der ja auch eine Katastrophe ist. Aber selbst, wenn das eigene Leben bei so einem Absturz vor dem inneren Auge vorbei ziehen sollte, springt es vermutlich nicht so hin und her, wie dieser Film, mit seinen ständigen Sekunden-Szenen. Immerhin kann man der Geschichte trotzdem noch ganz gut folgen, auch wenn ich immer wieder das Gefühl hatte, dass man die ein oder andere Szene nur reingeschmissen hat, um ein bisschen Länge zu gewinnen.
Was der Film definitiv auf seiner Seite hat, sind die Darsteller. Hanks spielt mal wieder sehr überzeugend und Aaron Eckhardt macht seine Sache auch sehr gut. Beide tragen ihren Schnauzbart mit Stolz.

Insgesamt ganz nett, aber so richtig mitreißend war das jetzt alles nicht wirklich.

ORANGE IS THE NEW BLACK – SEASON 6

Angefangen habe ich die Staffel schon irgendwann im November, aber da ich nun mal kein Bingewatcher bin (was schon daran liegt, dass das Wort „binge“ einfach scheiße klingt ohne Ende), hat es bis zum Januar gedauert, mir alle 13 Folgen anzugucken. Nun, was soll ich sagen. Der Cast ist mittlerweile irgendwie viel zu groß und viel zu sehr verstreut, um wirklich alle gescheit unterzubringen. So hat die ein oder andere hier auch nur eine Alibi-Story, um mal hin und wieder aufzutauchen. Insgesamt mag ich die Serie immer noch, aber so langsam ist die Luft raus. Ich bin also nicht all zu traurig, dass man den Spaß mit der nächsten Staffel beendet, auch wenn das Staffelfinale wieder mal super war, mit seiner Mischung aus Wahnsinn, Überraschung, Spaß, Tragik und Hoffnung.

PASSENGERS

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz.

APOLLO 13 (REWATCH)

Ich finde die Raumfahrt ja nach wie vor einfach nur faszinierend. Ich meine, wenn man sich mal so anschaut, was da alles passieren muss, damit so eine Rakete überhaupt den Mond erreicht, mit dem ganzen Absprengen von Einzelteilen und der Berechnung und dem ganzen Quark, weiß ich schon, warum ich schreibe und das Rechnen anderen Leuten überlasse. Hier bekommt man einen wirklich interessanten Einblick in die ein oder andere Vorgehensweise „hinter den Kulissen“ und ich raffe absolut nichts davon. Das macht aber nichts.
Die Darsteller sind top, die Geschichte in all ihrer Wahrheit interessant und faszinierend und der Film zeigt auch interessante Vorgänge bei Notsituationen. Das alles zusammen ergibt einfach einen sehr unterhaltsamen Film, dem es letztlich aufgrund des Vorwissens, wie alles ausgeht, nur etwas an der nötigen Spannung mangelt. Die zieht der Film dann eher aus der „Wie zur Hölle wollen die aus der Scheiße wieder rauskommen?“-Situation. Aber man weiß eben, dass sie es schaffen. Wahre Geschichten haben nun mal diesen minimalen Nachteil und es braucht einfach richtige Könner, um das dann trotzdem spannend und unterhaltsam zu erzählen. Ron Howard und seine Crew sind da scheinbar in diesem Fall genau die richtigen Leute gewesen.

Eine Frage hat mich aber die ganze Zeit beschäftigt: Wenn Gary Sinise mit geflogen wäre und hätte dann wirklich im Weltraum die Masern gekriegt, wäre das nicht eine unfassbar großartige Möglichkeit gewesen, etwaige außerirdische Bedrohungen bereits im Vorfeld auszurotten, indem man die Masern einfach da oben verstreut? Das muss doch definitiv der Weg sein, sich zu schützen: Ein großes Masernfeld um die Erde herumziehen und schon kann uns keine Bedrohung von außen mehr was anhaben. Ich weiß, ich bin ein echtes Genie …

BLAIR WITCH (REWATCH)

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz

GODS OF EGYPT

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz

2020 TEXAS GLADIATORS

Gibt es hier auf dem Filmschrottplatz

BIRDMAN (OR THE UNEXPECTED VIRTUE OF IGNORANCE)

Ein durchdrehender Michael Keaton, ein wahnsinniger Edward Norton, eine rehabilitierende Emma Stone, jede Menge Getrommel, fantastische Kameraarbeit und ganz großes Theater. Das alles zusammengenommen ergibt Birdman. Und ich habe das Gefühl, nicht wirklich gerafft zu haben, was da eigentlich abgeht. Das spricht absolut für den Film. Den werde ich nicht zum letzten Mal gesehen haben.