Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Mexikanisches Geschnetzeltes nach Satansart

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.“ Nun, außer Donald Trump. Und vielleicht liegt er ja doch nicht so verkehrt mit seiner Idee. Denn Mexiko ist ein gefährliches Pflaster. Einwanderer, Drogenschmuggler und Satanisten ohne Ende tummeln sich da. Das beweist der heutige Film:

BORDERLAND – USA – Mexiko – 2007 – 105 Min.

Regie führte Zev Berman, der sonst nicht viel gerissen hat bisher. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Eric Poppen, der schon seit den 90ern Drehbücher schreibt, aber auch nichts gerissen hat.
Beim Cast hingegen konnte man einen relativ großen Namen gewinnen mit Sean Astin, bekannt aus GOONIES und DER HERR DER RINGE, der hier Randall spielt. Rider Strong, der hier als Phil unterwegs ist, begegnete uns auf dem Fimschrottplatz schon bei CABIN FEVER. Martha Higareda, hier Valeria, spielte im mexikanischen Remake von FACK JU GÖHTE mit. Na, Glückwunsch dazu. Alle anderen sind halt auch dabei und auch keine darstellerischen Koryphäen.

Der Streifen basiert wohl auf wahren Begebenheiten. Das sieht man schon an der mexikanischen Polizei, die, wenn keiner die Haustür aufmacht, einfach durch die Hintertür ins Haus latscht. Was ist das spanische Wort für Durchsuchungsbefehl? No Necesitamos. Im Haus finden sie eine Ziege. Und eine Gruppe von blutrünstigen Mexikanern, mit denen nicht zu spaßen ist. Das wird spätestens in dem Moment klar, wo sie einem von ihnen die Augen rausschneiden. Immerhin sieht er nicht mehr, wie diese in einem ekelhaften Einmachglas verstaut werden. Der andere wird wohl am Leben gelassen, damit er seinen Polizeifreunden erzählen kann, was für harte Typen diese Mexikaner sind. Ich glaube, die wissen das ohnehin schon und haben deshalb nur die zwei Saftnasen dahin geschickt.

Ein Jahr später in Texas ist Strandparty. Es dauert nur wenige Sekunden, bis mir die Charaktere alle auf die Nüsse gehen. Die Freude wird groß sein, wenn sie zerhackt werden. Sie fahren natürlich nach Mexiko, weil … einfach so und gehen erstmal saufen. Wir wissen alle, wie das hier ablaufen wird. Alle besoffen und dann landen sie bei den Schnetzelhonks. Okay, noch nicht. Erstmal legt sich Eddie mit einem Typen in der Bar an, weil der die Barkeeperin grob anfasst und wird dafür mit einem Messer geritzt.

Wer sind denn jetzt die Ficker mit dem Baby? Hier will man mir doch wohl nicht ernsthaft irgendeine beschissene Lovestory präsentieren?

Alles zieht sich ewig hin und es geht im Drogenrausch auf die Kirmes. Meine Herren, ist das alles schlimm. Wo bleiben denn jetzt die Schnetzeltypen? Immerhin gibt es eine heiße Mexikanerin beim Tanzen an einer brennenden Tonne zu sehen. Erotik pur, der Film. Nur will das hier doch kein Mensch sehen. Holt die Machete raus jetzt.

Es geht noch schlimmer, denn eine Szene auf dem Friedhof inklusive Blumenriechen langweilt noch etwas weiter. Mal ehrlich, wenn man schon uninteressanten Quark veranstaltet, dann sollte man das wenigstens nutzen, um dem Zuschauer die Figuren etwas näher zu bringen. Das passiert hier aber auch absolut nicht. Es ist alles nur Blah ohne Substanz. Und dann wird irgendein Typ entführt und keinen scheint es zu jucken. Top.

Der Typ hängt gefesselt in einer Scheune und da ist der Goonie. Er gibt ihm was zu trinken und sagt, dass er nur nach ihm rufen muss, wenn er irgendwas braucht. Wie wäre es mit Freiheit?

Eddie und Phil wollen ihren Freund als vermisst melden, aber niemand bei der Polizei spricht Englisch, also müssen sie selbst suchen. Oh, da ist der Cop vom Anfang und er hat scheinbar die Ziege aus dem Haus der Killer mitgenommen. Oder die läuft da einfach nur zufällig rum.

Randall erklärt dem Entführten, warum er entführt wurde. Und ich kapiere es nicht ganz. Irgendwas mit einem Pablo, der ihn braucht, um mit den USA zu verhandeln. Vermutlich ein Geiselaustausch, oder sowas. Ein gescheiterter Fluchtversuch darf natürlich nicht fehlen.

Irgendwie erfahren Eddie und Phil davon, wer ihren Freund entführt hat und statt zur Polizei zu gehen, wie Eddie es vorschlägt, will man ihn natürlich auf eigene Faust retten. Hilfe bekommen sie vom Cop des Filmbeginns, der zuvor das Gelände ausgespäht hat und den Jungs verklickert, dass ihr Freund noch lebt. Dem wird gerade eine Locke abgeschnitten von der Frau des Obermackers hier. Ist wohl doch nichts mit Geiselaustausch. Keine Ahnung, was Randall da gequakt hat. Vielleicht sollte es auch nur ein Ablenkungsmanöver sein. Denn natürlich geht es hier um nichts geringeres, als satanistische Messen und Menschenopfer und Blutcocktails und allem, was eben so dazu gehört. Ich hoffe insgeheim darauf, dass sich der Antagonist noch einen coolen Umhang besorgt, wie der in MANOS: THE HANDS OF FATE.

Valeria findet ihre Freundin weggeschnetzelt im Bett und verkommt somit direkt zur panischen Nervtrulla, nachdem sie bis hier hin eigentlich als recht starke Persönlichkeit gezeigt wurde. Aber das kann man bei einer Frau natürlich unmöglich bis zum Schluss durchziehen.

Phil wird von einer Gruppe Irrer abgeschnetzelt und ich bin mir absolut nicht sicher, ob die zu dem Satantypen gehören, oder einfach nur ganz alleine einen an der Waffel haben.

Eddie und seine neuer Copbuddy brechen zur großen Rettungsmission auf, während auf der Satanfarm alles für die Messe vorbereitet ist. Und die sieht so aus, dass der Entführte etwas rumgeschubst wird, bevor man ihm die Zunge abbeißt. Ich verstehe nichts von solchen Ritualen, aber irgendwie fallen mir einfachere Methoden ein, um an jemandes Zunge zu kommen. Zange. Messer. Ihn zum Piercer bringen. Aber gut, muss wohl so sein.

Nach so einer Messe muss man erstmal baden gehen und der Cop stellt den Satantypen in der Wanne mit seiner Schrotflinte. Aber er ist ein Cop und drückt natürlich nicht ab. Das ist selbstverständlich sein Ende, denn Satantyps Freundin sticht ihn ab. Er kann aber doch noch Satantyp erschießen und durch die Gegend stolpern, um weitere Schergen abzuknallen. Irgendwie war das jetzt alles schon sehr sinnlos, oder kommt mir das nur so vor?

Eddie bringt den Cop zum Fluchtwagen, den Valeria fährt, aber der Cop nippelt ab und der Film ist immer noch nicht vorbei. Was kommt denn da jetzt noch? Sind doch alle tot. Ach so, die Schergen vom Satantypen wollen Rache und es wird noch etwas rumgeballert. Randall ist auch dabei und vermöbelt Valeria nach Strich und Faden. Spannend ist das alles natürlich ganz und gar nicht und deshalb mache ich es kurz: Alle Bösen tot. Eddie und Valeria nicht. Feierabend hier.

Was für eine langweilige Grütze. Bis auf ein oder zwei gute Goreeffekte gibt der Film einfach mal gar nix her. Ich gehe ein Menschenopfer suchen …

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Blogparade: Der vergessene Kinderfilm – Bonus

Wo wir gerade so schön in Kindheitserinnerungen schwelgen, nachdem die liebe Juli dazu aufgerufen hat, bietet es sich an, dass ich endlich einen Film hier bespreche, der schon länger aussteht.

Vor geraumer Zeit bin ich durch Frau Urban auf einen Kinderfilm gestoßen, den ich komplett verdrängt hatte. Wahrscheinlich, weil ich ihn als Kind schon scheiße fand. Okay, scheiße vielleicht nicht, denn als Kind konnte man mir einfach irgendwelche Cartoons vorsetzen und ich hab gefressen, was mir gegeben wurde. Großer Fan von dem Schwachsinn, der gleich folgt, war ich aber nie.

CARTOON ALL-STARS TO THE RESCUE – Comic-Stars gegen Drogen – USA -1990 – 30 Min.

„Hallo, liebe Kinder, meine Damen und Herren …“ Irgendeine alte Omi warnt erst mal vor Drogenkonsum und wird dabei sogar vom Bundeskanzler unterstützt. Ist ja der helle Wahnsinn. Wenn der Kanzler den Scheiß hier abgesegnet hat, kann es eigentlich nur noch schlimmer sein, als ich es ohnehin befürchtet hatte.

Connies Sparschwein wird aus ihrem Zimer geklaut. Das kann Papa Schlumpf mal so gar nicht gut heißen, als er in seinem Comicheft morgens von der geschlumpften Glocke aufwacht. Also machen sich die Schlümpfe auf, um Connie zu wecken.

ALF springt aus einem Bilderrahmen und versucht Garfield zu überzeugen, bei der Suche nach dem Dieb zu helfen. Garfield hat aber keinen Bock und will lieber Lasagne fressen. ALF ist nicht begeistert.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die unfassbar beschissene ALF-Cartoon-Serie? Das war so unglaublich schlecht. Fast so kacke, wie der Film. Aber nur fast.

Jedenfalls kommen auch noch die Chipmunks, Winnie Pooh, die Muppet Babys (die ich übrigens immer scheiße fand; Muppets funktionieren nur als Puppen) und Slimer von den Ghostbusters vorbei. Gemeinsam kriegt man es dann mal gebacken, das Mädchen zu wecken, die natürlich über den Diebstahl unfassbar empört ist. Und absolut nix macht.

Die Cartoon-Spaten verstecken sich dann in Michaels Zimmer und beobachten, wie der das Sparschwein leer räumt. Connie kommt vorbei und stellt Michael zur Rede.

Unter dem Bett finden die Cartoon-Helden dann Michaels Karton mit Marijuana. OH MEIN GOTT! Michael ist nicht nur ein Dieb, sondern auch ein Kiffer ersten Grades. LYNCHT DEN ARSCH!

Michael haut ab und Connie ist besorgt, weil seine Augen so komisch aussehen. Die Comic-Stars nehmen die Verfolgung auf.

Wie jeder Kiffer, der etwas auf sich hält, hängt Michael natürlich in der einzig wahren Drogenhölle ab: Einer Arcade-Spielbude. Ja, hier treffen sie sich alle. Die Kiffer und Kokser, die Fixer und Ficker, die Nutten und Nippelpiercer. Eben der Abschaum der Menschheit. Und alle sind sie mindestens 12 Jahre alt.

Michael und seine Kumpels stehen also mitten in der Spielhalle und kiffen sich die Hirnzellen aus der Birne. Die Aufsicht hat wohl gerade Mittagspause. Der rothaarige Kumpel hat aber noch viel geileren Scheiß dabei und packt etwas Crystal Meth aus. Pff, das ist ja weiß. Mit der Scheiße bräuchte der heute keinem mehr kommen.

Die Bullen kommen und Michael muss fliehen. Keine Ahnung, warum. Die Bullen sind ganz woanders hingefahren. Stattdessen kommt Bugs Bunny um die Ecke und begibt sich mit einer, von Wile E. Coyote ausgeliehenen, Zeitmaschine auf Zeitreise.

Währenddessen quatscht Pooh Connie voll.

Bugs zeigt Michael, wie er vor zwei Jahren angefangen hat zu Kiffen, wie ein Bagger, nur weil er cool sein wollte. Was eventuell dabei geholfen hätte, cooler zu werden, wäre es, kein T-Shirt anzuziehen, auf dem groß der Buchstabe M abgedruckt ist. Überhaupt scheint zwei Jahre vorher jeder nur Klamotten aus der Chipmunk-Collection getragen zu haben. Mich würde ja wirklich mal interessieren, ob es tatsächlich mal eine Zeit gab, in der die Teens nur Shirts mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens getragen haben.

Jedenfalls klaut eine Freundin Michael das Portemonnaie um Crack zu kaufen und bei der Verfolgung fällt Michael in einen Gully und trifft die Turtles. Hier sind also mutierte Schildkröten, die Michael erzählen wollen, dass Drogen schlecht sind. Also mich haben sie überzeugt.

Kurz darauf fahren Kermit und Piggy mit Michael Achterbahn durch seinen Kopf, um ihm zu zeigen, was Drogen mit seinem Gehirn anstellen. Sieht alles schön bunt aus, wenn ihr mich fragt.

Tick, Trick und Track kommen vorbei und stimmen den schlimmsten Song aler Zeiten an, der Michael beibringen soll, wie man „Nein“ sagt. Natürlich stimmen alle Cartoon-Fressen mit ein, wodurch das Ganze noch unerträglicher wird.

Michael wacht auf und blickt überhaupt nicht mehr durch. ALF, ein Alien, dessen Hauptbeschäftigung es ist, das Haus der Tanners in Schutt und Asche zu legen, zeigt Michael dann, dass er durch Drogen irgendwann aussieht, wie ein Zombie. wenn ein Alien dir davon abrät, Drogen zu nehmen, sind die vielleicht wirklich nicht so toll. Andererseits frisst ALF Katzen und spielt Baseball mit Fischen … ich glaube, er will die ganzen Drogen nur für sich selbst.

Währenddessen wird Connie von der sprechenden Drogenwolke, die Michael die ganze Zeit vollgelabert hat, in Versuchung geführt, mal richtig einen durchzuziehen.

Michael ist derweil auf dem Vergnügungspark der Geisteskrankheiten gefangen. Mit Kettensägenkarussels und Monsterachterbahnen. Sieh mal an. Eigentlich ist das hier gar kein Anti-Drogen-Film, sondern Anti-Disneyland-Propaganda.

Daffy Duck, eine Ente, die ständig labert, als wäre sie komplett auf Speed, sagt Michael die Zukunft voraus. Die sieht so aus, dass er völlig abgekaspert und abgefuckt auf einem Tisch liegt. Wie zur Hölle hat mich das als Kind nicht völlig traumatisiert?

Jedenfalls sieht Michael ein, dass Drogen kacke sind und schleudert die Drogenwolke in den Müllwagen, um dann glücklich und zufrieden ein Leben mit seiner schwester als Internet-Porno-Stars zu führen. So zumindest meine Theorie.

Ja, meine Fresse, das war, äh, verstörend. Aber natürlich hat das Ganze auch eine Moral: Nehmt keine Drogen, sonst werdet ihr von Cartoonfiguren vollgelabert.

 

Robin hat sich hier übrigens ebenfalls mit diesem Machwerk der Schwachsinnigkeiten auseinandergesetzt. Lesen lohnt sich.