Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

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Die 5 Besten … Filme aus der ersten Hälfte der 2000er

Wir bewegen uns weiter durch die Jahrzehnte und sind bei Goranas 5 Besten im düsteren Jahrtausend des Films angekommen. Ab hier wird es langsam schwierig, denn wie jeder weiß, hasse ich moderne Filme. Zumindest einen Großteil davon. Und die schlechten modernen Filme haben einfach nicht mehr den Charme, den die alten Trashgranaten hatten. Trotzdem versuche ich mich natürlich an einer Top 5 für

DIE BESTEN SCHROTTFILME AUS DEN JAHREN 2000-2004

Book Of Shadows: Blair Witch 2 (2000)

Wer glaubte, er hätte im ersten Teil nicht alles verstanden, dem wird bei diesem Schwachsinn der Schädel explodieren.

4 Alien Lockdown (2004)

Ein Alien frisst Leute im Labor und … das wars.

3 The Room (2003)

Teils arschlangweilig, teils komplett behämmert, aber lange nicht so „kultig“ wie er oft gemacht wird.

2 Ghost Ship (2002)

Fängt gut an und verkommt in der zweiten Hälfte zu völligem Quatsch, bleibt aber irgendwie einigermaßen unterhaltsam.

1 Thir13en Ghosts – 13 Geister (2001)

Die durchsichtigste Villa aller Zeiten beherbergt eine Armee von Geistern und eine Gruppe von überforderten Darstellern.

Joa, mehr habe ich nicht, deshalb gibt es dieses Mal auch keine Honorable Mentions. Ich sage ja: Das düstere Jahrtausend des Films ist angebrochen.

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Mal aktuell: Blair Witch

Vor einigen Monaten gab es die große Ankündigung, dass es ein Blair Witch Project Sequel geben würde. Und zwar eins, dass direkt an den Originalfilm anschließt und nicht eins, dass totaler Bullshit ist und den ersten Teil komplett zerstört (zumindest war das wohl der Plan). Als Fan des ersten Teils musste ich den neuen Streifen natürlich sehen. Da ich weiß, wie Horrorfilme heute sind, habe ich wenig erwartet. Was ich gekriegt habe, lest ihr hier:

BLAIR WITCH – USA – 2016 – 89 Min.

Die Story hier ist simpel. James ist der Bruder von Heather aus Teil 1 und jetzt, 20 Jahre nachdem sie verschwunden ist, taucht ein Videoschnipsel im Internet auf, der darauf hinweist, dass Heather noch leben könnte und er will seine Schwester suchen gehen. Und da fängt das Problem eigentlich auch schon an. James war 4 Jahre alt, als seine Schwester verschwand, was bedeutet, dass er nicht wirklich einen Draht zu ihr gehabt haben kann. Er kommt auch nicht gerade besessen von der Idee sie zu finden rüber. Alles wirkt eher wie ein Wochenendausflug. Dazu kommt dann der Fundort des Videoschnipsels, der so ungefähr 2 Meter im Wald lag, aber jetzt 20 Jahre später wird das zufällig von nem irren Kiffer gefunden? Äh, ich denke nicht, dass ich euch den Quatsch abkaufen kann. Also alles nur Mittel zum Zweck.

Macht aber nix, denn der Film ist auch ansonsten in keinster Weise intelligent oder interessant und hat quasi keine eigenen Ideen. Im Prinzip hat man hier einfach ein neumodisches Remake des ersten Teils fabriziert. Mit anderen Worten, dieser Film macht alles falsch, was das Original richtig gemacht hat. Er baut keine Atmosphäre auf, er ist laut, er reiht lahme Jumpscares aneinander und am Ende landet ein UFO im Wald … oder so, bin mir nicht sicher was das grelle Licht im Haus sonst gewesen sein soll. Die neue Technik nutzt man nebenbei nur so semi. Da hat man zum Beispiel eine Drohne dabei und ihr einziger Zweck für den Film ist es, im Baum hängen zu bleiben, damit da später eine Tucke hochklettern kann, um dann halt vom Baum zu fallen. Solchen Schwachsinn gibt es hier häufiger.

Überhaupt haben wir hier die mit weitem Abstand dümmsten Horrorfilmcharaktere aller Zeiten – und wir wissen alle, dass das was heißen will. Gerade am Ende verhalten sich die beiden letzten Überlebenden so unfassbar dämlich, dass man schon Kopfschmerzen kriegt, wenn man nur daran denkt.

Auf die Zeitschleifenstory, die man überhaupt nicht versucht zu erklären, weil es eh scheißegal ist, und die Tatsache, dass man uns hier die Hexe zeigt und sie unfassbar scheiße aussieht, gehe ich besser nicht noch extra ein.

Das hier dürfte wohl die Horrorenttäuschung des Jahres sein. Simple Stangenware, die einfach nur langweilt und andere Streifen kopiert, wo es gerade geht. Bleh. Witch.

Blair Witch 2 – Horrorctober 2016

Aus irgendeinem Grund gucke ich den heutigen Film jetzt schon zum dritten Mal. Und er wird mit jeder Sichtung schlechter.

BOOK OF SHADOWS: BLAIR WITCH 2 – USA – 2000 – 90 Min.

Ich sage schon mal vorweg, dass ich bis heute keine Ahnung habe, was das Book Of Shadows ist, da es entweder im Film nicht thematisiert wird, oder ich es einfach jedes Mal verpasst habe, wenn es thematisiert wurde. Wie auch immer. Das Buch kann den Film ohnehin nicht retten.

Der Schinken hier ist sowas von „meta“, dass er direkt den ersten Teil sofort mitzerstört, indem er ihn als fiktionales Werk entlarvt. Dann stellt er diesen Film aber wiederum als Nachstellung wahrer Ereignisse dar. Das ist jetzt schon nur noch schwachsinnig. Und der Film geht erst 5 Sekunden.

Irgendwelche Einwohner von Burkittsville geben ein paar Interviews darüber, dass die Leute seit dem ersten Film andauernd in ihr Kaff kommen und Steine kaufen wollen. Und deshalb müssen sie immer gut angezogen und frisch geschminkt sein. Ja, grauenhaft so ein Leben als … Burkittsvilleschnickse am Arsch der Welt, für die sich keine Sau interessiert, falls sie nicht zufällig ein paar Steine hat.

Ein Jahr später ist irgendein Irrer (der nebenbei vom Hauptdarsteller der Serie „Burn Notice“ gespielt wird, was die Hoffnung auf einen Bruce Campbell Cameo steigert – aber es wird leider keinen geben) in der Irrenanstalt. Das ist nichts weiter besonderes, denn da gehört er schließlich hin. Und dann beginnt der Film richtig mit Marilyn Manson Mucke. Nicht, dass Manson schlecht wäre. Ich fand den immer ganz cool. Aber wenn eine Sache ganz laut „Mainstream“ schreit, dann ist es ja wohl Marilyn Manson im Soundtrack.

So, und dann sind wir wieder im Jahr 1999, also 1 Jahr bevor der Irre in der Klapse rumturnt. Er und andere Affen brechen auf, um die Hexe zu suchen, oder so. Dazu holen sie noch Kim ab, die sich für sowas von Goth hält, dass sie ziemlich sicher Marilyn Manson hört.

An der Stelle, an der man angeblich Heathers Aufnahmen gefunden hat, wenn es denn Aufnahmen gäbe, denn wir wissen ja, das Teil 1 nicht echt ist … dieser ganze Schwachsinn verwirrt mich nur. Scheiß drauf. Da steht ein Baum mitten in den Ruinen eines Hauses. Und … nichts weiter. Man stellt tausend Kameras auf, um sich in der Nacht zu filmen. Am Lagerfeuer wundert man sich vor allem darüber, dass es im ersten Teil keinen Sex gab, um den Stress abzubauen. Irgendwann kommen irgendwelche Leute vorbei, nur damit man mal schnell ein paar grauenhafte Dialekte unterbringen kann.

Nachdem man die ganze Nacht durchgezecht und durchgekifft hat, wacht man auf und es regnet Papierschnipsel von Stevens Arbeiten und die Kameras sind weg. Aber Kim sieht mit ihren Fähigkeiten (die niemals erklärt werden), dass die Videoaufnahmen noch da sind. Und dann blutet Kristen im Schritt und hat ne Fehlgeburt.

Ich muss mal kurz darauf eingehen, warum der Film es schafft, ab diesem Zeitpunkt noch beschissener und verwirrender zu werden. Nämlich durch völlig willkürliche Szenenwechsel zwischen Vergangenheit, früherer Vergangenheit und Gegenwart. Und keine Sau weiß mehr, was was ist. Ich werde mich hier größtenteils auf die Gegenwart beschränken, die hier ja eigentlich auch schon Vergangenheit ist, denn es ist ja alles nachgestellt und wir hatten ja auch schon einen Zeitsprung zu den Ereignissen ein Jahr später. Glaube ich. Ihr seht: Man blickt nicht durch. Das wird ein Spaß.

Alle versammeln sich bei Jeff zuhause im Wald und gucken sich die Videos an. Und alle haben komischen Ausschlag. Die komischen Stimmen die sie hören und Geister die sie sehen, ignoriere ich mal gekonnt, weil es erstens langweilig ist und zweitens ohnehin keine Rolle spielt.

Erica tanzt auf dem Video nackt um den Baum, der mal im Haus steht und mal nicht. Aber sie streitet ab, jemals um einen Baum getanzt zu haben, weil Hobbyhexenschnicksen sowas nicht machen. Außerdem erklärt sie, dass die komischen Zeichen, die sie alle auf der Haut haben, von der Berührung einer Hexe kommen. Kim fährt einkaufen und setzt die Karre vor nen Baum. Aber nix passiert. Nur Hallus, die man halt hin und wieder mal hat.

Erica will Steven und die Fehlgeburt nach Hause fahren, aber die Karre ist plötzlich ein Totalschaden. Und Erica ist weg. Unauffindbar. Und sie hat sie belogen, weil sie hat gar keine Eltern, oder sowas in der Art.

Der Sheriff ruft an und ist in den Nachrichten, denn man hat die Leichen der Dialektopfer vom Abend gefunden und Jeff und Co. sind die Hauptverdächtigen.

Eine Eule fliegt durchs geschlossene Fenster.

Steven sieht Erica draußen nackt um nen Baum tanzen und geht raus, wo dann die Brücke zu Jeffreys Schuppen zusammenbricht. Die Fehlgeburt tickt derweil komplett aus.

Später finden sie Erica nackt und tot im Schrank. Ihr Haar verdeckt leider ihre Brüste, sonst wäre das immerhin eine ansehnliche Szene gewesen.

Die Fehlgeburt labert was von rückwärts und sie gucken sich die Videos rückwärts an. Und plötzlich ist alles da. Inklusive Lesbenaction zwischen Erica und Kim. Und Orgien. Und dem Papiergeschnipsel. Und einer Eule. Naja, am Ende war es durchgehend die Fehlgeburtentante, die den ganzen Hokus Pokus veranstaltet hat. Sie ist also die Hexe, oder die Hexe ist in sie gefahren, oder sie ist einfach irre, oder sie wurde von Steven einfach nicht richtig rangenommen, oder wasauchimmer. Jedenfalls erhängt sie sich und fertich.

Jeffrey, Steven und Kim werden verhaftet und wir springen zu der Stelle, die immer mal wieder im Film aufgegriffen wurde, die ich aber nie erwähnt habe, weil es nur nervt. Das Verhör bei den Bullen. Das nervt nebenbei, weil es arschlangweilig ist und die Cops einfach alles auf die drei schieben. Dabei kommen dann noch ein paar weitere Morde zum Vorschein, die die drei begangen haben und alle sind auf Video. Aus der Nummer kommen sie nicht mehr raus. Ich aber glücklicherweise schon, enn der Quark ist endlich vorbei.

Das Book Of Shadows ist mir übrigens auch dieses Mal nicht aufgefallen.

Mehr Verwirrung als dieser Clusterfuck an völligem Schwachsinn bietet die Horroctober Übersicht.