Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Schlagwort-Archiv: Ben Hur

Media Monday #400

Da ich mir ohnehin die Nacht für die Oscars um die Ohren schlage und passenderweise das nächste Jubiläum des Media Monday auf diesen Tag fällt, nehme ich mal wieder an diesem Spaß teil. Und noch passendererweise dreht sich dieses mal alles um die persönliche Bestenliste. Die eigene Awardshow sozusagen. Da ich selbst nicht die eine persönliche Präferenz habe, könnte das interessant werden.

1. Beste(r) Film(e) sind natürlich schon aus Prinzip eine schwierige Sache, wenn man sich für die meisten Genres begeistern kann, denn wie unterscheidet man da am besten? Nun, gar nicht, deshalb erstelle ich einfach ein paar Unterkategorien:

Bester Film mit Monsteraction und Leuten, die ihren Arsch retten müssen,bevor der Arsch gefressen wird:

JURASSIC PARK

Bester Film mit Hochhausaction und Leuten, die eigentlich nur Weihnachten feiern wollten:

DIE HARD

Bester Film mit einem Auto, ohne das der Film nicht funktionieren würde:

BACK TO THE FUTURE

Bester Gangsterfilm mit Gangstern und echt fiesen Typen, die über Leichen gehen, wenn sie dadurch ein bisschen Geld sparen können, obwohl sie genau wissen, dass sie selbst ebenfalls genau aus diesem Grund ständig den Tod im Nacken haben:

GOODFELLAS

Bester Film über das Geschichtenerzählen, der zusätzlich wunderbare Bilder bietet, aber nur einen Award hier absahnen kann, weil der Kamerapreis in die Werbung abgeschoben wurde:

THE FALL

Bester Anti-Kriegs-Film, mit irren Charakteren, die sich auf einer entsprechend irren Mission befinden:

APOCALYPSE NOW

Bester Film mit irren Charakteren im Irrenhaus, in dem nicht ganz geklärt ist, ob die Irren die Insassen oder die Betreuer sind:

ONE FLEW OVER THE CUCKOOS NEST

Bester Film, der eine Fortsetzung von anderen guten Filmen ist, was selten vorkommt, weil Fortsetzungen meist nur die Reihe immer weiter runterziehen:

INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE

Bester Film, der noch gezeichnet wurde, bevor diese Kunstform in der westlichen Welt getötet wurde und niemand mehr Lust hatte, mal einen Stift in die Hand zu nehmen, anstatt nur mit der Maus was in MS Paint zu malen:

THE LION KING

Bester Film, für den kein Stift mehr in die Hand genommen wurde usw.:

MONSTERS INC.

Bester Film mit praktischen Effekten, die so grandios sind, dass man davon fast kotzen muss:

THE FLY

Bester Film mit Froschmutanten, die menschliche Frauen für ihren Harem entführen und nur vom letzten potenten Mann der Welt besiegt werden können:

HELL COMES TO FROGTOWN

2. Beste Regie ist eigentlich genau so schwierig, aber der Post hier soll ja nun nicht den Rahmen sprengen, deshalb entscheide ich mich für einen Film von einem Regisseur, der mich eigentlich fast immer mit seinen Filmen überzeugen kann. Deshalb wähle ich einfach mal REAR WINDOW von Alfred Hitchcock.

3. Beste(r) Hauptdarsteller Robert de Niro in vermutlich so ziemlich allem vor dem Jahrtausendwechsel. Gleiches gilt für Al Pacino, der nur gefühlt in noch mehr Scheiße mitgespielt hat. Wobei das sicher täuscht.

4. Bei Beste Hauptdarstellerin(nen) tue ich mich zugegeben schwerer. Es ist tatsächlich einfach so, dass ich vor allem bei älteren Filmen nur selten mehrere gute Performances im Kopf behalten habe. Das mag daran liegen, dass damals das Kino männerdominierter war und die Darstellerinnen nicht so stark in den Vordergrund getreten sind, wenn sie nicht gerade eine Marilyn Monroe waren. Deshalb muss ich hier in die etwas jüngere Vergangenheit gehen und Kate Winslet den Preis geben, weil ich für die schon immer was übrig hatte. Also im Sinne von Schauspiel … und sonst auch. Aber nicht in TITANIC. In die engere Auswahl gehören auch noch Julianne Moore, Hilary Swank, Audrey Hepburn und auf gar keinen Fall Megan Fox.

5. Bestes Originaldrehbuch. Ich bin ehrlich: Drehbücher zu beurteilen halte ich für sehr schwierig, denn genaugenommen müsste man die lesen, um sie wirklich beurteilen zu können. Denn das Endprodukt, sprich der Film, weicht nicht selten von dem geschriebenen Werk ab. Selbst, wenn der Regisseur selbst das Drehbuch verfasst hat, wird am Set gerne noch improvisiert. Deshalb kann man hier eigentlich nur über die Story als solche gehen, die ja zumindest im Grunde gleich bleiben sollte. Ein Blick ins DVD-Regal brachte gerade einen Blick auf einen Film, dessen Story ich wirklich hervorragend umgesetzt finde und deshalb nehme ich hier: ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND

6. Bestes adaptiertes Drehbuch oder alternativ auch gerne beste Vorlage (Buch/Comic/etc.). Neben den oben genannten Problemen, kommt hier noch dazu, dass Adaptionen zwei weitere Probleme mit sich bringen. Erstens lässt sich die Adaptierung schwer beurteilen, wenn man die Vorlage nicht kennt zweitens hingegen sind Adaptionen dann nur selten so gut oder gar besser, als die entsprechende Vorlage. Deshalb nehme ich hier einen Film, bei dem die Vorlage für mich die reinste Qual war, der Film das Ganze aber sehr gut umgesetzt hat, indem er das unnötige Gedöns direkt mal gestrichen hat: THE LORD OF THE RINGS: THE FELLOWSHIP OF THE RING. Und ja, der erste Teil ist tatsächlich mein liebster der Reihe.

7. Bestes Werk (in) der Kategorie/Sparte ____ ist für mich persönlich ____ . Jetzt denkt ihr sicher: Aha, das ist die Frage, wo uns der Filmschrottheini noch schnell einen Trashknaller vor den Latz ballert. Aber nein, ich bin immer für eine Überraschung gut und dem übergreifenden Thema und den Oscars entsprechend gibt es jetzt:

Bestes Werk (in) der Kategorie/Sparte Oscargewinner als Bester Film ist für mich persönlich Ben Hur. Und dazu sollte gesagt werden, dass ich selten was mit dem tatsächlichen Gewinner anfangen kann bzw. meistens den ein oder anderen Mitnominierten besser finde. Ben Hur allerdings hat den Preis, trotz seiner Länge berechtigt geholt und das darf dann auch mal hier gewürdigt werden.

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Die 5 Besten … Oscarfilme

Ich machs kurz heute, weil mir etwas die Zeit fehlt. Ich habe eindeutig zu wenige Oscarfilme gesehen. Da habe ich wirklich sehr viel Nachholbedarf. Trotzdem hier, wie von Gorana verlangt. die meiner Meinung nach

5 Besten Oscargekrönten Filme in der Kategorie „Bester Film“

5 The Departed (2006)

Jetzt denkt ihr sicher: „Ist der irre? Mit einem beschissenen Remake fängt der an?“ Ja, tue ich. Und ja, ich bin irre. Ich fand den super, allerdings kenne ich auch das Original nicht. Das wird sich aber vermutlich auch nicht mehr ändern, denn wenn ein Remake so gut ist, kann das Original in der Nachbetrachtung dann eigentlich nur verlieren.

4 Ben Hur (1959)

Man soll ja nicht schlecht über die Toten reden, deshalb lasse ich hier jetzt mal unerwähnt, dass ich den Film unfassbar gut finde, obwohl Charlton Heston ein Riesennaziwaffenlobbyarschloch war. Alleine der Anfang und das Wagenrennen reichen, um den Film in diese Liste zu bringen.

3 Braveheart (1995)

Damals, als Mel Gibson noch kein antisemitischer Alki war, pinselte er sich die Visage mit Blaubeermarmelade an und hielt eine der besten Filmansprachen aller Zeiten. Und seine Freiheit hat ihm immer noch niemand genommen.

2 Platoon (1986)

Damals, als Charlie Sheen noch kein … ach, komm, lassen wir das. Es ist einfach ein super Film. Und definitiv einer der besten Antikriegsfilme.

1 One Flew Over The Cuckoos Nest (1975)

Jack Nicholsons Kampf gegen ein Waschbecken ist einfach unvergesslich.

10 gute Filmremakes

Ja, ich weiß, ich bin zu spät. Die Deadline von Ma-Gos Blogparade ist schon abgelaufen. Aber leider machte mir letzte Woche mal wieder mein Laptop einen Strich durch die Rechnung und ich komme erst jetzt dazu, noch schnell meinen Senf dazu zu geben.

Eigentlich würde ich es einfach dabei belassen, weil sowieso jeder weiß, wie scheiße ich Remakes, Reboots und generell diesen ganzen unkreativen Mist finde, den Hollywood fabriziert. Aber um mal zu zeigen, dass es manchmal – aber wirklich nur manchmal – auch noch Dinge gibt, die ich nicht total zum kotzen finde, poste ich hier trotzdem mal eine Liste mit 10 Remakes, die tatsächlich gut sind. Ob besser als das Original kann ich nicht immer beurteilen, da ich nur selten beide Versionen gesehen habe. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir die Remakes gefallen. Wer weiß.

BEN HUR

Beginnen wir doch einfach mal mit dem Film, der hier der Stein des Anstoßes war. Und den soweit ich das verfolgen konnte komischerweise niemand auf seiner Liste hatte. Ja, Ben Hur, mit dem rassistischen Waffenlobbyarschloch Charlton Heston, war ein Remake. Das Original war ein Kurzfilm von 1907, der bereits im Jahr 1925 in eine stumme Langversion umfunktioniert wurde, bevor dann 1959 der Klassiker folgte, der demnächst von dem Saftladen Hollywood verhunzt werden wird. Freuen wir uns schon mal auf animierte Wagenrennen und Morgan Freeman als Black Moses From The Red Sea – oder was auch immer der darstellen soll.

THE DEPARTED

Martin Scorsese hat es echt drauf. Verzeihen wir ihm also mal, dass er mittlerweile auch nur noch ein fauler Saftsack ist, der sich dem Hollywood-Arschkrampen-Machen-Sich-Alles-So-Einfach-Wie-Es-Geht-Niveau gebeugt hat. Bevor das der Fall war, hat er noch coole Filme gemacht. Dieses Remake vom asiatischen Original „Infernal Affairs“ zum Beispiel. Ob es jetzt unbedingt sein Oscar-würdigster Streifen ist, lasse ich mal dahingestellt. Ein starker Film ist es allemal.

TRUE GRIT

Die Coens haben sich ja schon mal an einem Remake versucht und Ladykillers mit Tom Hanks hingeschludert, den ich alles andere als gut fand. Dürfte sogar die größte Enttäuschung von den Coens gewesen sein. Als dann angekündigt wurde, dass sie mit True Grit ein weiteres Remake planen, das dazu auch noch ein Western ist, was ja nicht gerade mein bevorzugtes Genre ist, dachte ich erst mal: „Oh, das wird nix. Den spare ich mir besser direkt.“ Da ich allerdings Jeff Bridges als besoffenen Sheriff nicht verpassen wollte, habe ich mir den Spaß doch gegeben und es ward gut. Das Original „Der Marshal“ mit John Wayne, den ich ohnehin für einen komplett überbewerteten Fatzken mit beschissenem Hut halte, kann niemals so unterhaltsam sein.

THE MONEY PIT

Wo ich schon Tom Hanks erwähnt habe, muss dieser Film, mit dem geilsten Hanks-Lachflash aller Zeiten, natürlich in die Liste. Hierzulande besser bekannt unter dem Namen „Geschenkt ist noch zu teuer“ in dem Tom Hanks und Shelley Long mit fürchterlicher 80er-Frisur ihr Traumhaus bauen, wobei alles schief geht, was schief gehen kann. Bereits 40 Jahre zuvor stieß Cary Grant in „Mr. Blandings Builds His Dream House“ auf ähnliche Probleme.

SCARFACE

Muss ich wohl nicht viel zu sagen. Al Pacinos wohl berühmteste Rolle. Ein Remake vom Original aus den 1930ern.

DAWN OF THE DEAD

Zack Snyder ist ja momentan wieder mal in aller Munde. Immerhin ist er für „Batman V Superman“ verantwortlich. Ungesehen, weiß ich zwar, dass der Streifen eine absolute Katastrophe sein wird, aber ich bin kein so großer Zack Snyder-Gegner, wie viele andere. Wenn ich etwas kritisieren wollte, dann wäre es wohl, dass er absolut nichts eigenständiges macht. Nur Remakes und Adaptionen. Mit anderen Worten, er passt hervorragend ins innovationslose Hollywood des 21. Jahrhunderts. Jedenfalls mochte ich sein Remake zu Dawn Of The Dead. Aber man muss auch einfach sagen, dass man da wenig falsch machen konnte, denn das Original ist doch sehr stark angestaubt und mittlerweile doch eher unfreiwillig komisch.

THE RING

War gut. Und dann kam die Fortsetzung …

TWELVE MONKEYS

Das hier ist zwar kein direktes Remake, da das vermeintliche Original „La Jetée“ eigentlich nur die Grundidee lieferte, aber das reicht mir in diesem Fall mal, einfach damit ich den Film erwähnen kann. Denn erstens ist er von Terry Gilliam, was selten schlecht ist, zweitens war Bruce Willis hier noch nicht ausgelutscht ohne Ende und drittens ist Brad Pitt absolut irre.

INSOMNIA

Noch mal Al Pacino. Dieses Mal unter der Regie von Christopher Nolan, der hier seinen „normalsten“ Film ablieferte. Das Original stammt aus Norwegen und da haben wir auch direkt den Grund, warum dieser Film unbedingt noch mal mit US-Darstellern inszeniert werden musste. Schließlich sind die Scheiß-Amis nicht in der Lage mal aus ihrem verfickten Piss-Kosmos auszubrechen und sich auf etwas einzulassen, in dem nicht ihre abgefuckten Kackstars vor der Kamera rumturnen. Aber in gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz wenigen Ausnahmefällen ist das dann doch eine gute Sache. Sonst hätten wir nie Robin Williams als großartigen Antagonist in diesem Streifen erlebt.

THE HILLS HAVE EYES

Sind wir mal ehrlich: Wes Craven war durchaus ein echter Könner, aber wenn man im Horrorgenre rumturnt, bleibt es kaum aus, dass man auch mal richtig große Grütze abliefert. Die Scream-Fortsetzungen beispielsweise. Aber zumindest hat der werte Herr Craven immer versucht, kreativ zu bleiben und etwas neues zu einem ständig ausgelutscht wirkendem Genre beizutragen. Sein „Hügel der blutigen Augen“ schuf quasi das Genre des Hinterwäldler-Splatter-Schnetzel-Mutanten-Horrorfilms, den wir heute alle so scheiße finden; oder vielleicht auch nur ich. Allerdings muss man gestehen, dass das Original doch sehr stark unter unfassbar schlechten Darstellern zu leiden hat. Dadurch hat das Remake generell schon mal eine Daseinsberechtigung. Dazu kommt, dass man sich nicht einfach strikt an das Original hält, sondern den Verlauf des Films stark ändert, wodurch der Spaß einfach eigenständig wirkt.

Und genau das sollte ein Remake tun. Es ist wie bei den ganzen verfickten Coversongs heutzutage, die einen von morgens bis abends auf den überflüssigen abgefuckten Radiosendern nerven, für die man auch noch GEZ zahlen muss, damit die ihr Pissprogramm weiter senden können … Wenn man einen Song covert, sollte man zumindest so viel Sinn und Verstand haben seinen eigenen Stil einzuarbeiten, dabei aber dem Original auch treu bleiben. Ein schwieriges unterfangen, an denen viele gescheitert sind und größtenteils verdienen, einen grausamen, schmerzhaften, qualvollen Tod zu sterben für die Folter, durch die ich jedes Mal geschickt werde, wenn dieses verdammte Grauen läuft.

Jedenfalls sollte es mit einem Filmremake genau so sein. Ein Remake nur um des Remakes Willen ist zum Scheitern verurteilt. Ein Remake eines Regisseurs, der seinen eigenen Stempel auf den Film drückt, dabei aber das Original nicht zerstört, kann richtig gut sein.

Und jetzt warten wir alle gespannt auf Ghostbusters und darauf, das Paul Feig elendig verreckt und aufhört, mit seinen Scheißfilmen zu nerven. Hoffentlich passiert das vor Ghostbusters 2.