Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Kultschrott – Mortal Kombat

Die Sommerpause ist vorbei und man, war das ein Sommer was? Todeshitze wochenlang. Schweiß an Stellen, von denen man gar nicht wusste, dass man da Stellen hat und alles einfach sauanstrengend. Eigentlich wollte ich über den Sommer hier ein neues Projekt starten, aber ich bin leider absolut nicht dazu gekommen. Also muss das bis zum nächsten Jahr warten. Solange geht es hier erst mal mit dem ganz normalen Wahnsinn weiter. Heute mit:

MORTAL KOMBAT – USA – 1995 – 101 Min.

Habt ihr auch sofort dieses grauenhafte Technogedudel im Kopf? Ja? Schlimm, nicht wahr? Aber egal, denn immerhin gehört dieses Technogedudel zu einer Videospielverfilmung, die nicht komplette Scheiße ist. Das alleine macht den Film schon zu einem Vertreter einer seltenen Gattung.

Regie führte natürlich Paul W. S. Anderson, zu einer Zeit, als er noch ein aufstrebender junger Regisseur war, der erst Jahre später die Entscheidung treffen sollte, nur noch gequirlte Scheiße auf die Leinwand zu bringen.
Kevin Droney steuerte das Drehbuch bei, der ein paar Jahre später auch noch den grauenhaften „Wing Commander“ zusammenfuckelte.
Der Cast besteht zum Teil aus irgendwelchen Martial Arts Nasen, die ich nicht kenne. Aber ein paar erwähnenswerte Leute sind dann doch dabei. Allen voran natürlich Christopher Lambert, der hier Lord Rayden spielt. Ursprünglich sollte übrigens Sean Connery die Rolle übernehmen, aber der hatte keinen Bock und ging lieber Golf spielen (true story). Liu Kang wird von Robin Shou verkörpert, der zu dieser Zeit seine 5 Minuten Ruhm genoss, die aus genau drei Filmen bestand und mit der Fortsetzung zu diesem Film wenig überraschend bereits wieder endete. Jean Claude Van Damme ist nicht als Johnny Cage dabei, da er sich für „Street Fighter“ entschied (der hier auch irgendwann mal seinen Beitrag kriegen sollte), also übernahm Linden Ashby den Part und hat ansonsten nichts gemacht, was irgendwie erwähnenswert wäre. Erwähnenswert ist aber vielleicht noch, dass ursprünglich Cameron Diaz die Rolle der Sonya Blade übernehmen sollte, aber wegen einer Verletzung aussteigen musste. Haben wir ja nochmal Glück gehabt.

Und da ist auch schon das grauenhafte Technogedudel, um direkt klar zu machen, dass hier nur Experten am Werk waren. Ebenfalls ein Experte in Sachen Martial Arts ist Shang Tsung, der gerade einen Jungen killt, der aussieht, als wäre er höchstens 12 Jahre alt. Es ist der Bruder von Liu Kang, der aus einem Albtraum erwacht und in Unterhose durch seine Wohnung tapert.

Sonya Blade und Jax suchen Kano. Der hat gerade einen Deal mit Shang Tsung gemacht und soll Sonya zu einer Insel führen.

Johnny Cage kämpft gegen Agenten mit Elektroschockern und auch hier sind nur Experten am Start. Vor allem der Stuntman, der nicht weiß, wann er laut Drehbuch fallen muss. Johnny Cage hat keinen Bock mehr und kriegt einen Besuch von seinem alten Trainer, der ihm vorschlägt, an einem Turnier teilzunehmen, um zu beweisen, dass er der Beste der Besten ist. Wie sich herausstellt, war der Trainer der getarnte Shang Tsung, der, wie jeder weiß, die Gestalt von seinen Opfern annehmen kann. Okay, eigentlich weiß das hier niemand, denn der Film erklärt es nicht, aber ein bisschen Vorkenntnis aus den Spielen darf man wohl voraussetzen.

Liu Kang spricht im Tempel der Shao Lin mit seinem Opa und will beim Turnier antreten. Der Obermönch und Lord Rayden sind dagegen, weil er nur von Rache getrieben ist, aber er ist nun mal der Auserwählte, weil … ist halt so. Ihr seht schon, mit Erklärungen hält sich der Film nun wirklich nicht lange auf.

In Hong Kong treffen sich alle am Hafen und Johnny Cage leidet immer noch unter den Fake-News, dass er seine Kämpfe nicht selbst bestreitet. Immerhin ist auch einer seiner Fans dabei und muntert ihn etwas auf. Liu Kang versenkt dann Cages Koffer im Hafenbecken und Sonya verfolgt Kano auf den alten Kutter. Dort findet sie allerdings erst mal Shang Tsung, der Scorpion und Sub-Zero auf die Menschen hetzt. Rayden hat Mächte, die über das Menschliche hinausgehen und vor allem aus grottenschlechtem CGI bestehen, und schlägt die beiden Ninjas in die Flucht. Wo er schon mal dabei ist, erklärt er den Anwesenden, um was es beim Mortal Kombat geht. Eigentlich recht simpel: Der böse Herrscher von Outworld hat bereits 9 Turniere gewonnen und wenn er das Zehnte auch gewinnt, kann er die Welt zerstören. Warum das so ist, ist ebenfalls recht simpel: So sind die Regeln. Fertig.

Auf der Insel hängt Prinzessin Kitana rum und macht absolut nichts. Shang Tsung schickt Reptile, eine Art Echse, um sie zu beschützen. Beim Abendessen gibt es eine kleine Vorführung von Sub-Zero, der mal eben einen Typen killt. Sonya will hinter Tsung her, weil der weiß, wo Kano ist, Kang will hinter Tsung her, weil er ihn töten will und Cage rennt hinter den beiden her, weil er sonst nichts zu tun hat. Sie finden Kano und Prinz Goro, den vierarmigen Prinzen von Irgendwas, beim Essen. Die beiden kriegen sich etwas in die Köppe und Tsung muss die Wogen glätten. Er erklärt Kano, dass der Sonya nicht zu sehr in die Mangel nehmen darf, denn er hat große Pläne für sie. Und Goro soll sich vor Kang vorsehen, denn der ist mal sowas von special und auserwählt, dass es nicht mehr lustig ist.

Auf dem Rückweg verlaufen sich die Auserwählten und folgen Kitana durch die Katakomben, wo sie dann von Tsungs Henchman angegriffen werden und es folgt ein actiongeladener Kampf, der vor allem aus Roundhousekicks und sinnlosem Rumgehüpfe besteht. Rayden applaudiert und weitere Henchmen kommen. Aber einen weiteren Kampf kann Rayden leider nicht dulden und führt die Auserwählten raus.

Am nächsten Tag beginnt das Turnier und der erste offizielle Kampf ist:

LIU KANG VS RANDOM JAMAICAN GUY WHO NEVER WAS IN ANY MORTAL KOMBAT GAME EVER

Nach etwas Stockgeschwinge gewinnt natürlich Kang und Tsung saugt dem Jamaikaner die Seele aus, was irgendwie keinen Sinn macht, da er erstens ihn nicht selbst getötet hat und zweitens der Typ überhaupt nicht tot war. Aber irgendwie musste man ja das Wort „Fatality“ unterbringen, das Tsung dann vor sich hinmurmelt.

Weiter geht es mit:

SONYA BLADE VS KANO

Dieser Kampf ist das reinste Lahmarschgepunche. Am Ende nimmt Sonya Kano in eine Beinschere oder wie auch immer man das nennt und bricht ihm das Genick. Die Seele von Kano holt sich Tsung komischerweise nicht.

JOHNNY CAGE VS SCORPION

Aus irgendeinem Grund findet dieser Kampf mitten im Wald ohne Zuschauer statt und besteht eigentlich nur daraus, dass Cage dem Speer am Seil seines Gegners ausweicht. Um es noch dämlicher zu machen, teleportiert Scorpion sich und Cage dann in die Unterwelt und verkackt zu allem Überfluss auch noch, als er Johnny Cage mit seinem Fatality abfackeln will, der sich aber mit einem Sägeblatt schützt, das rein zufällig da rum liegt und Scorpion dann damit in Scheiben schneidet. Scorpion explodiert und verliert dabei aus irgendeinem Grund eine Johnny Cage Autogrammkarte.

Viel Story will man hier gerade wirklich nicht unterbringen, also macht man direkt mit dem nächsten Kampf weiter:

LIU KANG VS KITANA

Kitana gibt Kang beim Kämpfen Tipps, wie er das Turnier gewinnen kann und das gefällt Shang Tsung gar nicht. Er beendet den Kampf ohne Sieger und irgendwie weiß ich gar nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Gibt es wohl so eine Art Turnierbaum? Müsste es dann jetzt nicht einen Dreikampf geben? Nein gibt es nicht, denn es folgt:

LIU KANG VS SUB-ZERO

Nach etwas Rumgekicke versteckt sich Sub-Zero in einer coolen Eisblase und Kang wirft mal schnell einen Eimer Wasser hinein, das sich zu einem Eiszapfen formt und Sub-Zero aufspießt.

Shang Tsung lässt Prinz Goro ins Turnier einsteigen und nachdem der ein paar Leute vermöbelt hat kommt es zum Kampf zwischen:

JOHNNY CAGE FANBOY FROM THE HARBOR VS GORO

Der Sieger sollte klar sein. Nebenbei kommt hier langsam zum Tragen, dass dem Film ein bisschen cartoonischer Splatter wie in den Spielen ganz gut getan hätte. Gerade mit Goro hätte man da was Lustiges machen können.

Was ebenfalls zum Tragen kommt, ist das der Ablauf dieses Turniers nicht den geringsten Sinn ergibt. Zumindest blicke ich absolut nicht durch, wer hier eigentlich warum gegen wen antritt und was die Regeln sind. Außer natürlich, dass man durch Mord gewinnt.

Die Auserwählten haben Zweifel daran, ob sie das Turnier überhaupt gewinnen können. Ich auch, denn ich raffe das Turnier wie gesagt überhaupt nicht. Rayden sagt, dass alles möglich ist, aber sie müssen sich erst ihren Ängsten stellen. Cage hat Angst, dass alle ihn für einen Fake halten. Sonya hat Angst, jemandem zu vertrauen. Und Kang hat Angst vor seinem Schicksal. Tolle Sache. Cage nimmt sich das irgendwie zu Herzen und will Goro herausfordern. Ähm, irgendwie nicht so wirklich sinnvoll, aber okay. Tsung geht darauf ein, aber nur unter der Bedingung, dass er selbst jemanden an einem Ort seiner Wahl herausfordern kann. Cage sagt ja und Rayden kommt zu spät, um das zu verhindern.

JOHNNY CAGE VS GORO

Goro zerstört direkt Johnnys Sonnenbrille. Der haut ihm dafür in die Eier, was natürlich besonders fies ist, denn bei einem Mann mit vier Armen ist es nicht unwahrscheinlich, dass er auch vier Hoden hat. Cage läuft weg und lockt Goro zu einer Klippe. Mit ein paar Kicks segelt Goro von der Klippe und ich frage mich, was Cage wohl gemacht hätte, wenn der Kampf woanders stattgefunden hätte.

Shang Tsung krallt sich Sonya Blade und fordert sie heraus. Aufgrund der absolut nicht vorhandenen Regeln, stellt sich mir die Frage, warum er das nicht direkt am ersten Tag gemacht hat. Durch ein Portal nimmt er sie mit nach Outworld, wohin Rayden nicht folgen kann. Kang und Cage müssen also alleine hinterher. Dort finden sie erst mal Reptile, die Echse, die sich in einen toten Körper buddelt und zu einem Ninja wird. Kang und Reptile hauen sich vors Maul und tatsächlich ist das hier der beste Kampf bisher. Und wird es auch bleiben. Kang gewinnt mit seinem patentierten Bicykle Kick.

Kitana ist begeistert und erklärt, dass Outworld ursprünglich mal ein schöner Ort war, aber dann haben sie zehnmal beim Mortal Kombat verkackt. Sie führt Kang und Cage zum Palast des Kaisers, wo Sonya wie die weiße Frau angekettet ist. Nun ja, sie ist ja auch eine weiße Frau. Nur einen Riesenaffen sollte man hier nicht erwarten. Stattdessen kommt Shang Tsung und erklärt, dass sie kämpfen muss oder die Erde hat das Turnier verloren, weil … ist halt so. Kitana stellt dann klar, dass das doch nicht so ist, obwohl Rayden vorhin mal gesagt hat, dass es doch so ist, also weiß scheinbar keine Sau, was eigentlich die Regeln von dem Quatsch sind. Wundert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Jedenfalls fordert Liu Kang dann Shang Tsung heraus und es kommt zum großen Endampf:

LIU KANG VS SHANG TSUNG

Tsung nutzt natürlich die gefallenen Seelen, um sich einen Vorteil zu verschaffen und Kang muss gegen jede Menge anderer Nasen kämpfen. Wäre eigentlich eine gute Möglichkeit gewesen, noch ein paar andere Figuren aus dem Spiel einzubauen. Stattdessen kriegt man Barbaren, Gladiatoren und einen Dschingis Khan für Arme. Kang macht sie mal eben platt und Tsung verwandelt sich in Kangs Bruder, um den zu bequatschen. Unten fahren Stacheln aus dem Boden und Kang stellt sich seiner Angst und seinem Gegner und blah. Tsung landet natürlich in den Stacheln, als ihn Kang mit einem Feuerball wegballert. Fragt mich nicht, kann er halt.

Die Seele von Kangs Bruder kommt noch mal kurz vorbei, um Abschied zu nehmen und damit hat es sich dann auch hier. Nein, nicht ganz, denn der Kaiser Shao Khan kommt vorbei, um sich die Seelen von allen zu holen. Aber das kann Rayden leider nicht dulden und somit ist schon mal klar, was jetzt ansteht: Ich gehe Teil 2 gucken …

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12 Antworten zu “Kultschrott – Mortal Kombat

  1. Wortman September 5, 2018 um 1:30 pm

    Das ist echter Kultschrott 😆

    Gefällt mir

  2. steffelowski September 7, 2018 um 3:57 pm

    Immer wieder gut, dass man auch mal einen Film vor Jahren mal ausgelassen hat, um dann festzustellen, dass die Entscheidung goldrichtig war👍

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  3. christianneffe September 8, 2018 um 5:18 pm

    Ich mochte den Film auf seine trashig-dumpfe Art tatsächlich! Allerdings wirklich schade, dass JCVD nicht die Rolle des Johnny Cage übernommen hat, weil die Spielfigur ja eine klare Anspielung auf den Schauspieler ist…

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    • Filmschrott September 8, 2018 um 6:16 pm

      Ich mag den auch. Etwas mehr trashiger Splatter hätte dem ganzen zwar gut getan, aber er ist auch so noch recht kurzweilig und unterhaltsam. Vor allem auch in der deutschen Synchro.

      Was JCVD angeht, hätte das auf jeden Fall gepasst. Wobei ich den Charakter Cage ohnehin am nervigsten fand. Fraglich, ob er das hätte retten können.

      Gefällt 1 Person

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