Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Giant Claw – Horrorctober 2017

Im heutigen Horrorctoberbeitrag wirds monstermäßig horrorhaft. Denn die Stadt wird angegriffen von:

THE GIANT CLAW – USA – 1957 – 75 Min.

Relativ unspektakulär beginnt der Film damit, dass ein Erzähler erklärt, wie die Welt funktioniert. Und das in allen Einzelheiten: Vom Drehen der Erde bis hin zum Arbeitsmarkt wird alles mal kurz angeschnitten. Vielleicht soll es eine Art Nachruf sein, denn die Erde wird angegriffen.

Pilot MacAfee entdeckt ein unbekanntes Flugobjekt am Himmel. Ist es ein feindliches Flugzeug? Ist es gar ein UFO? Nun, ich verrate nicht zu viel, wenn ich schon mal sage: Es ist ein gigantischer Riesentruthahn von einem prähistorischen Planeten irgendwo im Weltall. Noch Fragen? Dachte ich mir …

Nach und nach häufen sich Vorfälle von vermissten Flugzeugen und anderen unerklärlichen Dingen, die außerhalb des Bermuda Dreiecks passiert sind, was ja sonst als Erklärung locker gereicht hätte. Mitch MacAfee ist dann wieder in der Luft unterwegs zusammen mit Sally. Das Flugzeug wird von irgendetwas getroffen und stürzt ab in der wohl großartigsten Absturzszene jenseits der Augsburger Puppenkiste. Natürlich werden sie von irgendeinem besoffenen Franzosen namens Pierre gefunden und mit in seine Hütte genommen. Interessanterweise weiß offensichtlich jeder wo sie sind und MacAfee wird angerufen.

Anscheinend wurde nichts auf dem Radar gesehen. Mysteriöse Sache. Pierre geht mal kurz vor die Tür und stirbt. Okay, nicht ganz, er war wohl nur ohnmächtig. Denn er hat einen Riesenvogel gesehen, so wie den aus einer alten französischen Sage. Mit anderen Worten: Die Französische Mythologie besteht aus Wein, Froschschenkeln und einem Riesentruthahn. Warum quatschen immer alle nur über die Griechen? Bei den Franzosen gibts die richtig geilen Geschichten.

MacAfee und Sally werden zum Flughafen gebracht und sitzen schon wieder im Flugzeug. Und labern rum, wobei nichts wirklich aufregendes rumkommt.

Jetzt wird es aber auch mal Zeit, den Riesenvogel in seiner ganzen Pracht zu sehen. UND DA IST ER AUCH SCHON!!! Und er ist einfach unbeschreiblich schön. Eine einarmige Schneiderin mit Sehfehler, die nie zuvor einen Vogel gesehen hat, hätte es nicht schöner machen können. Stellt euch vor, ihr habt einen Staubsaugerschlauch und überzieht den mit einer alten Wollsocke. Dann steckt ihr vorne in den Schlauch eine Banane und klebt zwei weißbemalte Kirschen dran. Oben drauf noch ne Sellerie als Toupet und Zack, seit ihr auf dem Weg zum Obstsalat und habt ungefähr den grandiosen Riesentruthahn aus diesem Streifen nachgebaut. Nur, dass der hier noch viel besser aussieht. Und natürlich greift er ein Flugzeug an und frisst dann die Leute, die mit einem Fallschirm abgesprungen sind.

Dieses Mal gibt es offenbar Zeugen. MacAfee hält das aber für kompletten Käse. Wer kann es ihm verdenken? Wenn mir jemand sagen würde, dass ein Riesenvogel angreift, würde ich auch erstmal nachhaken, wie viel der Typ getrunken hat. Trotzdem bricht man nach Washington auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es ist nebenbei bemerkenswert, wie oft die Leute hier trotz allem immer wieder in ein Flugzeug steigen. Ich würde doch irgendwann mal darüber nachdenken, den Zug zu nehmen, wenn da ein Riesenvogel kreist. Solange er keine Riesenwürmer sucht, wäre man am Boden schließlich sicher.

Es sollte klar sein, dass der folgende Angriff mehrere Kampfjets nicht gerade erfolgreich ist und dem Riesenvogel nur weitere Nahrung in Form von Fallschirmspringern bringt. Also zieht man einen Wissenschaftler zu Rate. Und der erklärt mal kurz das Universum und natürlich, dass der Vogel eindeutig aus Antimaterie besteht. Äh, was? Also: Der Vogel kommt aus einer Antimaterie-Galaxi mehrere Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Und weil er aus Anti-Materie besteht … nein, Moment, er selbst besteht nicht aus Anti-Materie, aber er ist davon umgeben und deshalb kann ihn nichts berühren. Es ist quasi ein unsichtbarer Schutzschild. Ist ja der Wahnsinn. Aber es geht noch weiter. Denn der Vogel ernährt sich nicht wie man das kennt, sondern zieht Energie aus den Dingen, die er zerstört. Warum er dann die Fallschirmspringer frisst, wird nicht erklärt, aber man muss ja nun mal zugeben, dass man sich hier viel mehr Gedanken gemacht hat, als man es auch nur ansatzweise hätte vermuten können.

MacAfee und Sally wissen nicht mehr weiter, aber dann haben sie die rettende Idee. Ich weiß nicht, was diese rettende Idee sein soll, aber sie hat etwas damit zu tun, dass der Vogel wohl ein Nest hat und beinhaltet ein Flugzeug und einen Helikopter, den MacAfee mal kurz beim Colonel bestellt.

MacAfee, Sally und irgendein Typ brechen dann auf, um den Vogel uns sein Nest zu finden. Und das stellt sich als nicht besonders schwierig heraus. Aber natürlich verteidigt der Riesenvogel sein Nest auf Leben und Tod und selbstverständlich hat er Eier gelegt und wenn die schlüpfen ist die Welt verloren. Also ballert MacAfee erstmal mit seinem Gewehr die Eier zu Klump. Riesentruthahn gefällt das gar nicht und er wirft einen Baum auf MacAfee. Und tötet irgendwie den namenlosen Begleiter, was sich dadurch bemerkbar macht, dass der in Nahaufnahme mal kurz rumächzt.

Moment mal, jetzt sind MacAfee und Sally im Auto unterwegs? Hat der Vogel die einfach gehen lassen? Und warum haben die nicht sein Nest abgefackelt, oder irgendwas anderes sinnvolles angestellt? Nun ja, der Vogel klaut ein Auto voller Teens und das hat keine Fallschirme. Aber irgendwie haben sie den Sturz aus 100 Meter Höhe in dem explodierenden Auto tatsächlich überlebt und werden von unseren Helden ins Krankenhaus gebracht. Dafür hatte man jetzt diese Straßenszene drin? Ich liebe diesen Film.

Kommen wir zum großen Riesenvogelvernichtungsplan, der so aussieht, dass man eine Waffe baut, die so stark und schnell feuert, dass sie Antimaterie durchdringen kann. Laut dem Erzähler wäre der Bau so einer Waffe eine physikalische Unmöglichkeit. Also baut man sie natürlich. Aber wollen wir fair bleiben: Der ganze Vogel und seine Herkunft sind ebenfalls eine physikalische Unmöglichkeit, also passt es ja wieder.

Während an der Megawafe gebaut wird, klaut der Vogel einen ganzen Zug. Und MacAfee sprengt sich selbst in die Luft. Als er im Krankenhaus aufwacht, erklärt er, dass er sich absichtlich weggebombt hat, denn er hat die Megawaffe endlich fertig. Es war nur was mit der Verdrahtung verkehrt. Dieser Film ist einfach der absolute Knaller.

Erinnert ihr euch noch, wie ihr das erste Mal gesehen habt, wie King Kong das Empire State Building erklimmt? Nun, vergesst diese Szene und bewundert lieber den Riesentruthahn auf der Spitze des Empire State Buildings. Ich verspreche, ihr werdet den Anblick nie wieder vergessen. Der Vogel reißt die ganze Stadt ab und es besteht dringender Handlungsbedarf. Zum Glück sind MacAfee der Wissenschaftspilot und seine Crew rechtzeitig zur Stelle und … ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, was die jetzt anders gemacht haben, als zuvor, aber sie schießen den Vogel vom Himmel und der versinkt im Meer.

Was soll ich sagen? Ich liebe einach jede Sekunde von diesem grandiosen Film.

Alle Filme im diesjährigen Horrorctober findet ihr in der Übersicht.

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3 Antworten zu “The Giant Claw – Horrorctober 2017

  1. Pingback: Horrorctober 2017 | Filmschrott

  2. TheGunslinger82 Oktober 18, 2017 um 3:11 pm

    Eine wunderbare Trash-Granate! Gerüchten zufolge wussten die Darsteller nicht, wie das Monster am Ende aussehen soll und spielen deshalb so ernst. Der Hauptdarstell soll wohl aus dem Kino gegangen und in die nächste Bar gestürmt sein, als „Claw“ zum ersten Mal auftauchte.
    Ich mag übrigens auch die Szene sehr, wo sie anhand von wenigen Punkten auf einer Landkarte herausfinden, dass der Vogel spiralenförmig fliegt. Also anstelle einer Geraden zwischen den Punkten… nein, er fliegt auf jeden Fall so, ein perfektes Muster!

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    • Filmschrott Oktober 18, 2017 um 7:12 pm

      Ja, der Streifen hat so einige logische Knaller zu bieten. Man muss aber sagen, dass man sich damals wenigstens noch Gedanken gemacht hat, so abstrus diese auch sein mögen. Heutzutage würde man einfach 2 Stunden die Stadt abreißen, das Vieh wegbomben und fertig ohne jemals irgendwas zu erklären.

      Gefällt 1 Person

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